Non veni pacem mittere sed gladium. (Mt 10,34)
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„Politically Incorrect“ hat jüngst ungewöhnlicherweise einen Artikel gegen „Pro Köln“ veröffentlicht, der zu drei Vierteln einen entsprechenden Beitrag von Gudrun Eussner in ihrem Blog zitiert. Eussner hat auch einen guten Grund für diese Kritik, und auf den werde ich noch eingehen. Nur versteckt sich dieses gute Argument zwischen so vielen schlechten, dass man die erst einmal zerpflücken muss, um zum Kern des Problems vorzustoßen. Da erfahren wir zum Beispiel dies:

Der Initiator der beiden Anti-Islamisierungskongresse in Köln ist Markus Beisicht, der Mitbegründer und Vorsitzende von Pro Köln und Pro NRW. Er bestätigt in einem Interview mit der Jungen Freiheit zum Anti-Islamisierungskongreß, daß Islamkritik für Pro-Köln und Pro-NRW Teil eines rechten Parteiprojektes ist: Das Thema Islamisierung drückt die Menschen und es liegt uns politisch nahe, also haben wir es uns ausgesucht. Wir haben nach Inhalten Ausschau gehalten und waren anfangs selbst überrascht, welche außerordentliche Resonanz wir mit dem Thema gefunden haben. Gerade in Großstädten kann man damit punkten! Wir haben die Marktlücke besetzt, und es ist uns der Einbruch in Schichten gelungen, die wir sonst nicht erreicht hätten.

Beim Ausschauen nach geeigneten Themen für ein Parteiprojekt ist die Bürgerbewegung Pro-Köln auf die Islamisierung gestoßen, es hätte demnach auch ein anderes Thema sein können, wenn es den Zweck erfüllt hätte, ihrer Bewegung Zulauf zu verschaffen.

Das Thema „Islamisierung“ ist also ein Katalysatorthema, das geeignet ist, einem rechten Parteiprojekt Zulauf zu verschaffen. Das mag so sein, aber wenn die Islamkritik heute für die Rechte das ist, was in den achtziger Jahren die Ökologie für die Linke war, was um alles in der Welt ist daran anrüchig? Zu einem – christlichen, nationalen oder liberalen – Konservatismus passt Islamkritik allemal besser, als Jutetaschen und Technikhass jemals zur Agenda einer vormals fortschrittsgläubigen Linken passten.

Anrüchig ist für daran für Eussner dies:

Sie [die FPÖ, der Front National und die Pro-Parteien, M.] haben nichts gegen ihn [den Islam], die Muslime sollen nur in ihren Ländern bleiben, und erst recht sollen sie bei uns keine Moscheen bauen. Die pro-Bewegung sieht das ebenso, darum heißt ihre Parole „Gegen Islamisierung und Überfremdung“, beide Begriffe werden in ihren Kampagnen meist zusammen genannt. Rechtsextreme haben auf Grund ihrer Affinität zur totalitären Politideologie Islam nichts gegen diesen, im Gegenteil, sie wollen nur keine Überfremdung Europas durch Muslime…

Man guckt irritiert nach, ob man sich wirklich und wahrhaftig im Blog von Frau Dr. Eussner befindet.

Ich stimme vollkommen zu, dass es bestenfalls blauäugig ist, den Islam hier bekämpfen zu wollen, ohne mit seinen Herkunftsländern und deren Völkern in Konflikt zu geraten. (Ebenso wie es auf der anderen Seite blauäugig ist, einen „War on Terror“ zu führen und gleichzeitig zuzusehen, wie sich die Anhänger der totalitären Ideologie des Feindes im eigenen Land breitmachen.). Diese Blauäugigkeit zu kritisieren ist aber etwas vollkommen anderes, als den Andersdenkenden als „Rechtsextremen“ abzustempeln und ihm eine „Affinität zur totalitären Politideologie Islam“ zu bescheinigen.

Es gibt zwar einen Zusammenhang zwischen Islamfreundlichkeit und Rechtsextremismus – logisch, der Islam ist ja eine faschistische Ideologie. Man ist aber noch lange nicht rechtsradikal, wenn man die Kultur des eigenen Landes verteidigt, sich aber um Frauenrechte in Afghanistan nicht schert. Und eine europäische Regierungspartei wie die FPÖ, die stets loyal zur demokratischen Ordnung gestanden hat, darf sich wohl verbitten, als eine Art Wiedergängerin der NSDAP verunglimpft zu werden.

An dieser Stelle geht es nicht darum, ob der FN oder Pro Köln rechtsextrem sind, sondern darum, dass Eussners Argumente verallgemeinerbar sind und der Logik nach auf Jeden angewendet werden können, der ganz bestimmte politische Positionen vertritt.

Wenn ich den zitierten Text richtig verstehe, dann sieht Gudrun Eussner in der Parole „Gegen Islamisierung und Überfremdung“ einen hinreichenden Beleg für den Vorwurf des Rechtsextremismus: Der Kampf gegen Islamisierung wäre demnach bloß ein Alibi für einen Kampf, der in Wahrheit der Überfremdung gilt, und letzterer ist per se ein rechtsradikales Anliegen:

Mit Islamkritik hat weder der für den 9. Mai 2009 geplante Kongreß noch irgendeine andere gegen Muslime gerichtete Aktion zu tun, sondern es geht um den Kampf gegen die „Überfremdung“.

Was für eine Art „Konservatismus“ ist das eigentlich, den Eussner uns hier auftischt? Womöglich derselbe, den ich unlängst an Bernd Dahlenburg feststellen musste?

Ich habe jedenfalls noch nie ein plausibles Argument gehört, warum der Wunsch, sich im eigenen Lande zu Hause zu fühlen, irgendetwas mit „Rechtsextremismus“ zu tun haben soll. Ich selbst halte ihn für eine blanke Selbstverständlichkeit. Und nichts ist in einer Demokratie natürlicher, als wenn eine Partei diesen Wunsch aufgreift und dieses völlig legitime Interesse vertritt. Zumal der Anteil derer, die sich im eigenen Land nicht zu Hause fühlen, sich der Vierzig-Prozent-Marke nähert.

Es ist übrigens bezeichnend, dass dieser Befund, erhoben von der Forschungsgruppe um Wilhelm Heitmeyer, in der öffentlichen Wahrnehmung nur dessen Klagen über „Fremdenfeindlichkeit“ bzw. „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ untermauert hat. Man kommt in unserem Lande offenbar schon gar nicht mehr auf die Idee, dass der Skandal womöglich nicht in sogenannter „Fremdenfeindlichkeit“ liegen könnte, sondern vielmehr in einer Immigrationspolitik, die die Lebenswelt von Millionen Menschen systematisch umkrempelt, ohne sie nach ihrer Meinung zu fragen!

Es gibt in einem Teil der islamkritischen Szene offenbar den Wunsch nach einer Art aseptischer politisch korrekter Islamkritik, und damit einhergehend die Furcht, diese könnte durch so etwas wie „Fremdenfeindlichkeit“ kontaminiert werden. Danach darf der Islam zwar kritisiert werden, aber sonst doch bitte niemand!

Ich aber kann es beim besten Willen nicht konsequent finden, sich gegen die Einführung türkischer oder arabischer, nicht aber russischer oder kongolesischer Sitten zu wehren. Die prinzipielle Missachtung des Verbots privater Gewaltanwendung, überhaupt die Illoyalität gegenüber säkularem Recht, die Abneigung gegen zivilisertes Benehmen, der Hang zum Antisemitismus (um nur einige der Unsitten zu nennen, die mit Überfremdung verbunden sind) sind zwar in der islamischen Kultur besonders ausgeprägt – weil sie nur dort mit der Autorität Gottes zur Tugend erklärt worden sind – das bedeutet aber doch nicht, dass sie nur dann bekämpfenswert wären, wenn sie von Muslimen ausgehen, oder dass letztere ein Monopol darauf hätten.

Man sollte zudem gerade als Islamkritikerin nicht darüber hinwegsehen, dass die Überfremdung, die zu erwähnen oder gar aktiv zu bekämpfen ihrer Meinung nach bäbäh ist, zu den zentralen Djihadstrategien gehört (und schon immer gehört hat). Die Zerstörung der Kollektividentitäten der europäischen Völker – bei gleichzeitiger Wahrung der eigenen islamischen – ist die notwendige Voraussetzung für die Islamisierung Europas und wird demgemäß von der Gegenseite zielstrebig vorangetrieben. Was ihr dabei in die Hände spielt, ist die gesellschaftliche Dominanz einer Idologie, die Wir-Gruppen-Identitäten grundsätzlich nur auf der Basis ideologischer, allenfalls auch religiöser Übereinstimmung zulassen will und alles andere, insbesondere Begriffe wie „Volk“ und „Nation“ unter Generalverdacht stellt – um dieses Lieblingswort des Gutmenschentums einmal zweckzuentfremden.

Ich habe schon in anderem Zusammenhang geschrieben, dass die Geschichte unzählige Beispiele für Gesellschaften kennt, die am Mangel an innerem Zusammenhalt zerbrochen sind, aber keine einzige, die an so etwas wie „Fremdenfeindlichkeit“ gescheitert wäre. Letztere sollte gerade für denjenigen ein drittrangiges Problem sein, dem es darum geht, die liberale Demokratie tatsächlich zu erhalten und nicht darum, in Schönheit zu sterben.

Breiten Raum nimmt in Eussners Argumentation die Einladung zweier FN-Abtrünnger, Carl Lang und Robert Spieler, zum geplanten Anti-Islamisierungskongress ein. (Beide haben den FN – das muss ich Eussner jetzt einfach glauben – nicht aus politisch-ideologischen Gründen verlassen, sondern aufgrund persönlicher Machtkämpfe.) Um es noch einmal zu sagen: Nicht, dass Eussner die Einladung französischer Rechtsextremisten kritisiert, ist das Problem, sondern mit welchen Argumenten sie es tut:

Carl Lang zum Beispiel wird mit den Worten zitiert:

Indem er sich den geostrategischen Interessen der Amerikaner anpaßt und diese Unterstellung unter die Vormundschaft akzeptiert, bricht Nicolas Sarkozy mit der klassischen Doktrin aller Staatschefs der Fünften Republik.

Was schlicht und einfach eine zutreffende Feststellung ist. Man kann für Sarkozys prononciert pro-amerikanischen Kurs viel sagen, insbesondere, dass er „eine Anpassung an die Realität“ darstellt, wie Eussner richtig feststellt. Wer aber die Kritik an diesem Kurs, die sich tatsächlich auf die Traditionen der Fünften Republik stützen kann, in die antidemokratische Schmuddelecke stellen will, kann in besagter Ecke auch gleich alle französischen Präsidenten von de Gaulle bis Chirac entsorgen.

Warum Eussner gerade um den Antiamerikanismus von Lang und Spieler so viel Wind macht, erschließt sich aus dieser Bemerkung:

…wo der Anti-Amerikanismus blüht, ist der Judenhaß nicht weit.

Da ist schon etwas dran. Es ist aber ein grundlegender Unterschied, ob man richtig sagt, dass Antiamerikanismus und Antisemitismus häufig zusammen auftreten, oder ob man das eine als Indikator des anderen betrachtet. So eng ist der Zusammenhang zwischen Antiamerikanismus und Antisemitismus nun auch wieder nicht, dass man jeden, der gegen die Bindung Europas an Amerika polemisiert, deswegen schon als Antisemiten ansehen könnte.

Wahrscheinlich würde Gudrun Eussner sagen, sie habe das auch nicht so gemeint. Das mag schon sein; ich kann aber nur ihren Text beurteilen, und dessen Logik läuft auf eine Art neokonservativer Version von Political Correctness hinaus. Diese Kettenidentifikationen, also der Schluss vom Kampf gegen Überfremdung auf Rechtsextremismus, von Antiamerikanismus auf Antisemitismus und Demokratiefeindlichkeit: Das ist genau die Denkweise, mit der man das freie Denken erstickt und eine offene Gesellschaft zerstört.

Kommen wir nun zu dem schon angekündigten guten Grund, die Pro-Bewegung zu kritisieren und sich ganz ernsthaft Gedanken darüber zu machen, wie glaubwürdig deren Anspruch auf Zugehörigkeit zum konservativen Spektrum ist:

Natürlich ist es genau die wiederholte Einladung des Front National bzw. von Vertretern seiner Ableger, die einen ins Grübeln bringt. Bei denen ist der konservative Schleier doch arg fadenscheinig. Es mag sein oder auch nicht, dass sie zu Unrecht des Rechtsextremismus bezichtigt werden (und unseren Medien traue ich mittlerweile jede Verzerrung zu), doch spielt dies im vorliegenden Zusammenhang keine Rolle: Es geht schließlich um die Pro-Bewegung, nicht um den Front National, und den Pros muss man mindestens ein haarsträubendes Maß an Dilettantismus bescheinigen, wenn sie Vertreter einer derart übel beleumdeten Partei nicht nur einmal einladen, sondern ungeachtet des verheerenden öffentlichen Echos gleich ein zweites Mal.

Beim ersten Mal konnte ich die Fehlkalulation – Hauptsache prominent, Hauptsache international, Hauptsache Publicity – noch irgendwie nachvollziehen, jedenfalls hat sie mich nicht gehindert, Pro Köln zu verteidigen. Wenn dieser Fehler aber wiederholt wird, dann stellt sich die Frage, ob es sich überhaupt um einen Fehler handelt oder um Strategie.

Eine Strategie gibt es mindestens, in deren Kontext die demonstrative Verbrüderung mit der extremen französischen Rechten einen Sinn ergäbe: Die wirkt nämlich wie ein Filter, der stark genug ist, konservative Aktivisten abzuschrecken (Wer will sich schon mit Le Pen blicken lassen?), nicht aber konservative Protestwähler. Die Strategie bestünde dann darin, den Gegensatz zwischen der konservativen und der extremen Rechten systematisch zu verwischen, um zu verhindern, dass die Partei auf eine dauerhaft gemäßigte Politik festgelegt werden kann. Es wäre eine Variante der klassischen (und für Nazis alternativlosen) Nazistrategie, konservative Kräfte für sich zu vereinnahmen, ohne eine konservative Politik zu machen. Einmal eine israelische Flagge zur Demo mitzubringen genügt jedenfalls noch nicht, diesen Verdacht zu entkräften.

Ich sage nicht, dass es so ist, wohl aber, dass man von der Pro-Bewegung eine Erklärung erwarten kann und muss, ob mit solchem Unfug wie der Verbrüderung mit Rechtsradikalen weiterhin zu rechnen ist. Ich bin sicher, dass die Gründung einer rechtskonservativen Partei bloß eine Frage der Zeit ist, aber es ist nicht ausgemacht, welche der existierenden Kleinparteien sich am Ende als deren Keimzelle herausstellen wird. Das können, aber müssen nicht die Pros sein. Und ich hielte nichts davon, wenn die islamkritische Szene sich auf die Unterstützung einer Partei festlegen würde, die einen bestenfalls aus purem Dilettantismus von einer Peinlichkeit in die nächste stürzt, schlimmstenfalls aber einer versteckten Agenda folgt.

12 Antworten auf Contra Pro?

  • Manfred,
    die Frage nach G. Eussners Konservativismus ist sicher berechtigt: ich würde sagen, bei ihr ist Zentrum und Ausgangspunkt ihres politischen Denkens und Arbeitens ihre proisraelische – antiislamische Einstellung, aus der sich dann eine Art konservativer Gesamteinstellung ableitet, während es bei Dir doch eigentlich umgekehrt ist: auf der Basis eines stringent definierten konservativen Standpunktes ergibt sich die logische Ableitung, dass Multikulturalismus und Islam als die absoluten Gegenpole die zu bekämpfenden politischen Erzfeinde sind (seh ich das so richtig?): so ergibt sich der berechtigte Eindruck, dass bei der Eussner nicht alles so ganz widerspruchsfrei ist, sie strickt ja doch auch manchmal mit heißer Nadel. Vielleicht steckt bei ihr aber auch die Taktik dahinter, alles vermeiden zu wollen, was den Eindruck rechtsextremer Einstellungen machen könnte, um die Akzeptanz ihrer Israelkritik nicht zu beeinträchtigen. Andrerseits: je stringenter einer argumentiert, desto weniger Angst muss er haben, dass man ihm was Rechtsextremes unterstellen kann. 😉

    Wenn aber für die pro-Gruppierung die Islamkritik wirklich nur das Vehikel ist, um sich überhaupt erstmal Zulauf zu verschaffen und sie eigentlich immer „alle Ausländer“ meinen, wenn sie „Islam“ sagen, wenn ihnen egal ist, was mit Frauen und Schwulen im Iran und in Saudiarabien passiert, wenn es keine explizit projüdischen Statements von ihnen gibt (oder gibt es die?), wenn es ebenso keine klaren Abgrenzungen nach rechtsaußen von ihnen gibt, sondern nur immer wieder diese Einladungen von FN-Leuten, dann ist allerdings Skepsis angesagt, die Du ja doch auch in gewissem Grade mit der Eussner teilst. Wenn sich die pro-Bewegung jetzt da nach beiden Seiten offenhält, um sich überhaupt erstmal eine möglichst breite Basis zu verschaffen, muss man halt abwarten, wo sich der ideologische Schwerpunkt dieser Bewegung dann bildet, was einen Konservativen aber wiederum nicht davon abhalten muss, denen die Stimme zu geben, sondern eben umso eher, um diesen Schwerpunkt von Rechtsaußen wegzurücken. Müssen wir halt abwarten, wie sich das entwickelt.

    Und ich würde sagen, wenn Erdogan sich jetzt zum NATO-Oberbefehlshaber aufschwingt und A… mit seinem Atomprogramm lustig weiter macht (und beide trotz oder wegen Obamas Kuschelangeboten), ist das eigentlich eine gute Entwicklung, jedenfalls unter der Voraussetzung, dass wir noch die grundsätzliche Hoffnung haben, dass es möglich sein könnte, dass wir hier in Europa den Hintern doch noch hoch kriegen (wozu ja Obamas Türkeirede in ihrer anscheinenden Mischung aus Ignoranz und Verlogenheit eigentlich auch beitragen sollte).

  • Zum ersten Teil: Mit welcher Begründung gestehst Du Frau Eussner zu, politisch Teil des rechten, gar des konservativen Spektrums zu sein? Gewiss, sie ist eine versierte Islamkritikerin, und die – medial nicht eben wenig geförderte – Wahrnehmung ist eben „Islamkritik ist rechts“. Dass die Medien die Begriffe „rechts“ und „konservativ“ im linken Sinne missbrauchen, um alles Nichtlinke zu diskreditieren, geschieht auch durch solche Zuschreibungen, die nicht den Tatsachen, sondern der eigenen ideologiegeleiteten Absicht folgen.

    Andererseits sind politisch im Konservatismus Unerfahrene (und das trifft auf Dich und mich wohl gleichermaßen zu) sehr unsicher; als ich anlässlich der Karikaturenaffäre meine ersten Schritte im Feld der politischen Blogs machte, wähnte ich sogar Gestalten wie „Telegehirn“, einen, wie ich heute weiß, bekennenden Antideutschen und Bomber-Harris-Verehrer als potentiellen Konservativen.

    Fazit: Ich bezweifle, dass Du Frau Eussner bisher politisch richtig verortet hast, und beginnst, die Sache realistischer zu sehen. Diese Frau ist m.o.w. stolz darauf, eine linke Vergangenheit zu haben, und auch Linke müssen sich ja Gedanken machen, wenn sie Zweifel daran bekommen, ob der Islam wirklich das geeignete politische Vehikel für den Zweck war, zu dem sie ihn einspannen wollten. Daher, und nicht aus Sorge um die Grundlagen des Wohlergehens der eigenen Gesellschaft, werden Linke zu Islamkritikern – und bleiben politisch links, im Gegensatz zu Dir, der Du tatsächlich konservative Positionen zu vertreten begonnen hast.

    Zum zweiten Teil: Ich werde zunächst fortfahren, Pro Köln und andere Pro-Gruppen gegen die Schmähkritik zu verteidigen; insbesondere wenn diese es vorzieht, auf Argumente gänzlich zu verzichten oder sogar zu Gewalt greift. Denn bisher kenne ich mich mit der französischen Rechten zu wenig aus, und auch Du musst wohl zugeben, dass die Dämonisierung des Front National, die hierzulande von linksunterwanderten Medien betrieben wird, unsere einzige Informationsquelle über diese Partei ist. Immerhin hat der FN schon in den ’90er Jahren den Bürgermeister in einigen größeren Städten gestellt. Ich will nicht ausschließen, dass es sich dabei wirklich um eine französische Variante der NPD handelt, die alle Juden außer Landes treiben möchte oder Schlimmeres. Ich habe nur Zweifel am medial installierten Bild, das man sich über den FN hierzulande macht, und nehme bis auf weiteres vorsichtshalber an, dass das Gegenteil zutrifft. Und damit kann ich es nicht mehr so verwerflich finden, wenn Pro Köln Vertreter des FN einlädt. Vielleicht haben sie auch Gründe für diese Entscheidung, die sich aus der französischen Situation des Problems ergeben. Wenn man sich anschaut, mit welchen Gruppierungen sich die politische Linke so alles solidarisiert, und was die teilweise nicht nur wollten, sondern auch getan haben, dann sollte man sich auf der Rechten nicht die Hosen mit der Kneifzange anziehen. Solidarität ist – leider im Fall der Linken, aber vielleicht ja auch für uns – wirklich eine Waffe.

  • @ Thatcher:

    Frau Dr. Eussner gehört bisher nicht zur linken Denunziantenbrigade, wie man zum Beipiel diesem Artikel entnehmen kann:

    http://www.eussner.net/artikel_2009-02-02_16-08-37.html

    Es ist allerdings richtig, dass man bei ihr vor lauter wohltuend militanter Islamkritik oft nicht genau sieht, wofür sie eigentlich ist.

    Was Pro Köln angeht: Gegen Schmähkritik, erst recht gegen politische Kriminalität nehme ich die auch in Schutz, und was man im September wählt, ist ohnehin mehr eine taktische als eine prinzipielle Frage.

    Trotzdem sollte man es nicht einfach hinnehmen, wenn sie sich mit Leuten zusammentun, die für die iranische Atombombe sind. Ich wüsste nicht, mit welchen Argumenten, und seien sie auch nur taktischer Natur, ein solches Bündnis gerechtfertigt werden soll. Ich bin auch nicht der Meinung, dass es meine Sache ist, mir diese Argumente auszudenken.

    Dabei spielt sicher eine Rolle, dass ich von der Linken komme und allzu viel Zeit damit verschwendet habe, die Grünen und sogar die PDS gegen eine Kritik in Schutz zu nehmen, die, wie ich heute weiß, nur allzu berechtigt war. Ich finde, eine Partei, die meine Unterstützung will, hat selber auf ihre weiße Weste zu achten – ich bin schließlich nicht der Meister Proper.

  • Bin gerade dabei, den bereits 5 Jahre alten Essay von Jim Kalb zu lesen. Mann, ist der gut! Man müsste nur noch ergänzen, woher die liberalistischen Ideen kommen (die in poetisch überhöhter Form auch schon bei Lessing, Goethe, Schiller und sogar bei Mozart stehen), und dann seine Schlüsse ziehen. Auch wenn er lang ist, habe ich gleich begonnen, ihn zu übersetzen, und werde ihn danach bei den Vogelforschern einstellen. Und danach würde ich gerne die Übersetzung für den deutschsprachigen Raum veröffentlichen. Gibt es da – unterhalb der Gründung eines eigenen Blogs – eine Möglichkeit?

    Ich wünsche Dir frohe Ostern.

    • Ich Dir auch. Tja, ich bin schon seit einiger Zeit am Überlegen, ob man nicht einen Blog aufmachen sollte, der genau darauf spezialisiert ist, wichtige fremdsprachieg Texte in deutscher Übersetzung zugänglich zu machen. Dort könnte dann jeder, der einen solchen Text übersetzt, aber keinen eigenen Blog hat, so wie Du, oder im eigenen Blog nur die eigenen Texte einstellt, so wie ich, seine Übersetzung plazieren. Und da es sich bei solchen Texten ja durchweg um hochwertiges Material handelt, müsste es dafür auch Leser geben.

  • Wir haben doch den, in letzter Zeit etwas vernachlässigten, Counterjihad-Blog. Fjordman schreibt nun aber nicht nur Sachen zu diesem Themenbereich, sondern macht sich auch allgemein Gedanken zum Niedergang des Westens. Das Thema würde da ganz gut hinpassen, denn der Essay ist zwar nicht von Fjordman, hat aber mit dem CJ genausoviel zu tun wie viele von Fjordmans Beiträgen.

  • Stimmt, das wäre das einfachste. Gut, sobald Deine Übersetzung fertig ist, veröffentliche ich sie im CJ.

  • „Man müsste nur noch ergänzen, woher die liberalistischen Ideen kommen (die in poetisch überhöhter Form auch schon bei Lessing, Goethe, Schiller und sogar bei Mozart stehen), und dann seine Schlüsse ziehen.“ – Ich nehme an, Du hast die Freimaurer im Auge. In diesem Zusammenhang wird Dich wahrscheinlich dieser Text hier interessieren:

  • Richtig, was hier zu ProKöln geschrieben wurde. Man muss, schon im Namen der Meinungsfreiheit, ProKöln gegen Schmähkritik und die bereits erfolgte Gewalt in Schutz nehmen, gleichzeitig aber auch ganz klare Fragen zu den bekannten Ungereimtheiten bei ProKöln stellen!

    Wie bringt man die verschiedenen Typen von Islamkritikern unter einen Hut?

    – Linke, denen die emanzipatorischen Werte tatsächlich noch etwas bedeuten (die gibts, auch wenn sie sich darin täuschen, dass ausgerechnet die Linke ernsthaft für einen echten Freiheitsgedanken eintritt)

    – Konservative, die sich überfremdet fühlen (Ich hab mühsam gelernt, darüber nicht mehr leichtfertig die Nase zu rümpfen)

    – Liberale, die gar nicht genug Fremdes ins Land lassen können, ihre persönlichen Freiheitsrechte jedoch durch die Linke und den Islam bedroht sehen

    – Christen, die sich immer mehr gesellschaftlich an den Rand gedrängt sehen.

    – Ex-Muslime, die ernsthaft Bürger unseres Staates werden wollen, aber nun mal nicht deutscher als die Deutschen sein können

    Schwer zu sagen, wo die Schnittpunkte für ein gemeinsames politisches Handeln liegen könnten. Bei Pro befürchte ich das gleiche Ende, wie bei allen bisherigen Versuchen, eine rechte Protestpartei zu etablieren.

  • Manfred und Thatcher:
    genau diese Idee hatte ich inzwischen auch: einen allgemeinen Übersetzungsblog einzurichten.
    Es gibt außer Fjordman ja auch noch andere gute Leute, und von Fjordman stehen mittlerweile soviele Übersetzungen zur Verfügung, dass er mir auch erstmal ausgeschöpft erscheint. –
    Ich bin dabei.

  • Deutschland braucht eine oder gar mehrere Parteien die ganz klar Rechts sind, sich also gegen Überfremdung aussprechen. Wenn sie die Islamkritik dafür nutzen ist das vollkommen legitim, es ist typisch linke Arroganz und ihre totalitäre Einstellung zu glauben nur sie hätten das Recht Politik zu gestalten.
    Entscheidend ist, wie ProKöln es mit der Freiheit und Demokratie hält. Im Vergleich mit den etablierten Parteien sind sie wohl kaum schlimmer und sicher keine Bedrohnung.

    Ich glaube auch nicht das eine rechte (prodeutsche) Partei projüdische Aussagen machen muss, sie müssen Juden noch nicht mal als Deutsche anerkennen, es reicht wenn sie sich eindeutig von antisemitschen Verschwörungstheorien, dem Ziel einer autoritären bzw. totalitären Volksgemeinschaft bzw. der Vorstellung eines „gesunden“ judenreinen Volkskörpers, abfälligen Meinungen über Juden, sonstiger NS-Nostalgie, und der Ablehnung Israels fern halten und ihre Reihen von solchen Leuten sauber halten.

  • DIE NAZIKEULE
    bekommt ihre Schlagkraft im Grunde einzig und alleine von einem Menschen…. Hittler. Auf ihn wird alles bezogen denn ein gesammt deutsches Nazitum würde ja sämtliche Eltern und Großeltern einschließen und da wird`s schwammig.
    Das Gleiche ist mit „Ausländern“,.. „Überfremdung“, „Islamisierung“ usw. Alles Verallgemeinerungen die aus jeder Position angegriffen werden können.
    Unser Angriff muss ganz gezielt auf die Person „MOHAMMED“ gerichtet sein. Muss die offensichtlichen Parallelen zu Hittler aufzeigen. Das Buch Q´ran & mein Kampf haben großteils identischen Inhalt. Das Leben Mohammets begann als gewalttätiger Rütli-Borat und endete als Schlächter Aller und Jeden der seinen Launen nicht jubelnd aplaudierte.
    Sein Judenhass ist selbst dem Dümmsten ein Begriff.
    Das ist alles so gut dokummentiert, so oft von höchsten Geistlichen gepredigt das kein Spielraum bleibt.

    Es ist doch auffallend das zwar immer vollmundig getönt wird: Wir sind beleidigt. Wir werden Klagen. Wir gehen vor Gericht,…
    Wird aber doch nie gemacht. Es gibt kein Deutsches Gerichts Urteil das besagt Mohammet war
    KEIN Kinderschänder,
    KEIN Räuber,
    KEIN Mörder und er darf deshalb nicht so genannt werden.
    Es ist noch nie dazu gekommen das ein deutsches Gericht sich mit der Faktenlage des Korans und der Hatiten offiziell auseinandergesetzt hat. Das wird von allen Seiten peinlichst vermieden, denn alle wissen, wenn Mohammed den Heiligenschein verliert, wenn es offensichtlich wird das er ein übler krimineller Verbrecher war, dann ist es mit der „RELIGION“ auch schnell vorbei.

    Ich behaupte jetzt zb. das die befohlene Pilgerfahrt nach Mekka, die heilige Pflicht jedes Mohammedaners, einem Fest gilt das den ersten Holocaust der Geschichte verherrlicht, in dem der Tyrann Mohammed persöhnlich 800 Juden den Kopf abhackte.

    Jetzt verklagt mich bitte damit ein deutsches Gericht rausfinden kann ob das denn so stimmt. Wir können dann ja trefflich streiten ob es nun 800 oder nur 673 waren.

    Der Vergleich dazu wäre ein heiliges Fest in Auschwitz zu Ehren Hittlers….

    Von hochgeistiger Religion keine Rede. Behauptet hat sich der Verbrecher bloß weil er jegliche noch so zarte Kritik mit teils eigenhändigen Gurgelabschneiden unterdrückt hat und diese Praxis gleich zum Gesetz erhoben. Das ist heute noch so.
    Die Moscheen sind nicht das Problem, das sie als „religiöse“ Häuser angesehen werden Das ist die Schweinerei.

    Ein Verbrecher kann keine RELIGION gründen,

    ISLAM IST KEINE RELIGION….PUNKT

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