Non veni pacem mittere sed gladium. (Mt 10,34)
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Mein Brotberuf ist der des Versicherungsmaklers, und was ich dabei verdiene, ist die Sorte Brot, die man im Schweiße seines Angesichts isst. Nicht, dass es keinen Spaß machen würde. Im Grunde trinkt man mit netten Leuten Kaffee und verdient Geld damit. Aber das Produkt, dass ich verkaufe, kann man weder sehen noch anfassen; es ist ein bedingter Rechtsanspruch, also etwas denkbar Abstraktes. Ein Vernunftprodukt, das nur vernünftige Menschen kaufen; und darin liegt das Problem.

Wenn es zum Beispiel um das Thema „Altersversorgung“ geht – die Zahlen liegen auf dem Tisch, der Kunde wird im Alter arm sein, wenn er nichts unternimmt -, dann regredieren scheinbar gestandene Menschen vor meinen Augen zu Kindsköpfen: „So alt werde ich nicht.“ – „So alt will ich gar nicht werden.“ – „Ich habe doch mein eigenes Haus.“ (wahrscheinlich ein essbares Hexenhäuschen aus Lebkuchen, die obendrein nachwachsen) – „Das ist doch noch so lange hin.“ (sagt eine Vierzigjährige) – „Ich zahle schon so viel in die Gesetzliche, da sehe ich nicht ein, dass…“ – „Ich zahle doch nicht noch extra, nur weil die Politiker…“

Schon mancher Kunde hat mich vor die Tür gesetzt, weil ich ihm mit dem mir eigenen diplomatischen Takt sagte, seine Argumentation sei nicht die eines Erwachsenen.

Und man denke nicht, dass nur Angehörige der berühmten „bildungsfernen Schichten“ so argumentieren. Vor ein paar Jahren arbeitete ich für eine Unternehmensberatung und musste mir von in Ehren ergrauten mittelständischen Unternehmern anhören, dass sie trotz der katastrophalen Lage ihrer Firma nichts ändern wollten; schließlich könne man ja unter dieser Regierung nicht erfolgreich sein. Aus diesem Job bin ich bald geflüchtet.

Es war Ruth, die mich auf die Idee gebracht hat, dass die Mentalität solcher Kunden Ausdruck einer umfassenden Infantilisierung europäischer Gesellschaften sein könnte (Kompetent kann ich mich natürlich nur über Deutschland äußern.), die nicht nur für geschäftliche Frustrationen verantwortlich ist, sondern auch für höchst sonderbare Umfrageergebnisse, die ihrerseits einer nicht minder wunderlichen Politik Vorschub leisten.

So unterstützen 86 % (!) der Wahlbürger, also hochgerechnet über 50 Millionen Deutsche, den Vorschlag von Kurt Beck, das Arbeitslosengeld I für Ältere länger auszuzahlen. Diese 50 Millionen möchten also nicht, dass der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung, und damit die Lohnnebenkosten, gesenkt wird, damit mehr Arbeitsplätze entstehen; sondern sie möchten die Arbeitslosen besser alimentieren. Genau so steht nämlich die Alternative.

Eine Mehrheit (ich weiß momentan nicht genau, wieviel Prozent) ist gegen die Erhöhung des Renteneintrittsalters; heißt in der Konsequenz, sie sind entweder für höhere Beiträge (und damit mehr Arbeitslosigkeit, s.o.), oder für niedrigere Renten. Genau so steht nämlich die Alternative.

Eine Mehrheit ist gegen den Afghanistaneinsatz der Bundeswehr. Sie ist also für die Rückkehr der Taliban. Das ist die Alternative.

Mit anderen Worten: Eine Mehrheit der Deutschen hält Politik für eine Art Speisekarte, aus der man sich das Wohlschmeckende heraussuchen kann. Wer A sagt, das ist die Grundannahme, muss noch lange nicht B sagen. Muss ich  beweisen, dass das kindisch ist?

So, wie der Gedanke sich verflüchtigt hat, dass primär jeder Mensch selbst für sein eigenes Auskommen zu sorgen hat (Ein-Euro-Jobs! Wie kann man die armen Menschen dazu zwingen, für einen Euro pro Stunde zu arbeiten?! Dass sie in Wirklichkeit für ihren notwendigen Lebensunterhalt plus den einen Euro arbeiten, hat sich nicht herumgesprochen.), so fremd ist den meisten der Gedanke, dass jedes Land für seine eigene Sicherheit verantwortlich ist. Warum selber etwas tun, wenn man doch die Amerikaner hat? Die sind offenbar durch göttlichen Ratschluss dazu verpflichtet, die Verantwortung für unser aller Sicherheit zu übernehmen, gegebenenfalls auch den Kopf hinzuhalten. Und sich, wenn sie dies tun, unser Genöle anzuhören. Die Haltung eines ziemlich schlecht erzogenen Kindes gegenüber ziemlich nachsichtigen Eltern.

Die meisten Deutschen sind stolz darauf, wie moralisch ihr Land ist, wobei die Moral im Wesentlichen darin besteht, keine Gewalt anzuwenden. Man nennt das Pazifismus, und der hat angeblich seine Wurzeln in der christlichen Ethik. Hat er? Die christliche Ethik fordert dazu auf, nicht selbstgerecht zu sein. Sie fordert dazu auf, die Dinge mit den Augen des Anderen, notfalls auch des Feindes, zu betrachten. Oft stellt sich dann heraus, dass er nicht ganz Unrecht hat, und dass man mit ein bisschen Entgegenkommen die Feindschaft überwinden kann. Oft. Nicht immer.

Der Pazifismus aber geht davon aus, dass Entgegenkommen und Gewaltverzicht immer die gebotene Haltung ist. Eine solche Ethik ist schon deswegen nicht christlich, weil sie eine rigide Handlungsethik ist. Vor allem aber vermeiden solche Christen es gerade, die Dinge mit den Augen des Feindes zu sehen; man erspart sich damit die Erkenntnis, dass man selber aus dessen Sicht unter Umständen wie eine fette Beute aussieht. Kindisch ist daran die unreflektierte Verinnerlichung von Normen; kindisch ist die Nichtberücksichtigung der Folgen des eigenen Handelns; und kindisch ist schließlich die naive Ich-Bezogenheit, die den Anderen nicht als eigenständige Größe sieht, als jemanden, der seiner eigenen Logik folgt, sondern davon ausgeht, das eigene Verhalten müsse vom Anderen rückgespiegelt werden: Wenn ich Dir nichts tu, dann tust Du mir auch nichts, gell?

Wenn man den anderen nur durch die eigene narzisstische Brille sehen kann, bleibt als Alternative zur Feindschaft (die um jeden Preis vermieden werden muss) nicht etwa die Freundschaft, zu der auch Respekt und Distanz gehören, sondern die Verschmelzung, die Grenzauflösung, die Symbiose, bei der zwischen „Ich“ und „Du“ bzw. bei Gruppen „Wir“ und „Ihr“ nicht unterschieden werden darf.

Das kann als harmlose Marotte daherkommen, z.B. als die leicht peinliche Figur des christlichen Philosemiten, der sich als Jude gibt, ohne einer zu sein. Als protestantische Bischöfin, die es dem jüdisch-christlichen Dialog schuldig zu sein glaubt zu erklären, Jesus sei ein jüdischer Wanderprediger gewesen „wie andere auch“ – also nicht Sohn Gottes oder dergleichen. Das ist exakt die jüdische Auffassung von Jesus. Als solche, d.h. als jüdische, völlig in Ordnung; nur christlich ist sie eben nicht. Diese Unfähigkeit, Unterschiede zu akzeptieren (und damit, das vergisst der Gutmensch, auch die Integrität des Anderen zu wahren) ist ärgerlich, aber harmlos im Verhältnis zum Judentum. Dieselbe Haltung („Wir müssen den Islam wollen“) wird zur Katastrophe im Verhältnis zu einer militant missionarischen Religion wie dem Islam.

Die Nichtunterscheidung zwischen Wir und Ihr ist es auch, die speziell die Linke, aber auch sonst wesentliche Teile der deutschen Gesellschaft dazu verführt, Politik nicht vom Standpunkt der eigenen (deutschen, europäischen, westlichen) Interessen zu betrachten, sondern vom Standpunkt eines weltumarmenden Gerchtigkeitspathos, in der schon die Verfolgung völlig legitimer Eigeninteressen als anrüchig, rassistisch oder imperialistisch gilt. Die Unterscheidung von Freund und Feind auf der Basis dieser Interessen – die nicht die politische Leitunterscheidung ist, wie Carl Schmitt meinte, aber doch eine völlig legitime Unterscheidung -, ist unter solchen Umständen natürlich ausgeschlossen, und so kommt es, dass ein infantilisiertes Volk, oder zumindest Teile davon, für jeden noch so verbrecherischen antiwestlichen Fanatiker „Verständnis“ hat oder gar mit ihm sympathisiert.

Die Infantilisierung ist weit fortgeschritten. Warum das so ist? Tja. Da muss ich passen.

[Einer, der nicht passen will, ist Fjordman; daher mehr zum Thema hier:]

15 Antworten auf Die infantile Gesellschaft

  • Lieber Manfred,

    „infantil“?! genial! Sehr prickelnd, amüsant, brilliant geschildert die Atmosphäre (d)einer Klientenbegegnungen. Witzige Argumente, aber ich muss zugeben, ich würde ganz ähnl… (hihi).

    Nur ein Aspekt des Begriffes der Infantilisierung, vielleicht ganz überraschend, nämlich vom „Großmeister der deutschen Familienpädagogik & Friedensbewegung“ Horst-Eberhard RICHTER (Psychologe).

    Richter gründete wohl die IPPNW (mit), mindestens deren deutsche Sektion: im „kalten Krieg“ war er ein echt konsequenter Pazifist. Seine Ratgeberzu ‚Familientherapie‘ sind Legende.

    Sein jüngstes Buch, das überraschte mich dann sehr, „entdeckte“ die Dimension des Infantilen im (!) Größenwahn der Nazi-Machos bzw. Islamisten-Machos!!! Das ist hoch interessant. Die „un-erwachsene“ Gesellschaft nennt er das … und, geniale Ideen werden ja in der Welt- und Menschheitsgeschichte oft an zwei Stellen gleichzeitig gemacht, da trifft uns die Formulierung von Manfred: „Infantilität“. Treffer!

    Manfred also. Und Richter also. Interessant in Bezug auf al-Qaida, Neonazis, Kalifats-Träumer und alte Nationalsozialisten: sein lesenswertes Buch:

    Horst-Eberhard Richter
    Die Krise der Männlichkeit in der unerwachsenen Gesellschaft

    Mit gutem Gruß vom
    Jacques Auvergne
    http://saegefisch.wordpress.com

  • Vielen, Dank für den Hinweis, das werde ich mir demnächst zu Gemüte führen. Dass allerdings ausgerechnet Horst-Eberhard Richter dazu etwas beiträgt, das ist wirklich eine Überraschung … :)

  • Aus meiner Sicht liegt keine Infantilisierung (gute Idee, interessantes Konzept btw) vor, sondern schlichte Dummheit, die auch in D nicht neu ist.

    Zum Deesakalationsprinzip des Christentums noch etwas: Dieses hat natürlich schon einen gewissen Charme und ist in vielen Situationen (man denke an „Der Klügere gibt nach“-Situationen) der richtige Weg der Problembearbeitung.
    Was hier aber stört ist die Generalisierung dieses Kooperationsprinzips, Darvins Illustrierte hat hier die Figur des Maso-Schafs entwickelt. (Überhaupt nicht übel dieser Bernd Zeller, btw.)

  • Menschen glauben Lügen eher als Wahrheit
    Negatives etabliert sich aufgrund schwieriger Verdrängung einfacher

    Western Australia – Die neueste Forschung der Western Australia Universität http://uwa.edu.au besagt, dass Menschen weiterhin an Lügen glauben, auch wenn sich diese als falsch erwiesen haben. Diese negative Festigung im Gehirn ist darauf zurückzuführen, dass das Zurückweisen einer Information eine höhere kognitive Anstrengung verlangt als das Akzeptieren einer Auskunft.

    Lügen führen zu Handlungsstörungen

    Fehlinformation festigt sich vor allem dann, wenn sie mit unseren präexistierenden politischen, religiösen und sozialen Einstellungen übereinstimmt. Die Mühe des Zurückziehens dieser falschen Sachverhalte führt oft zum gegenteiligen Ergebnis – der Stärkung dieser. Dieses Phänomen erschwert eine Gedankenänderung auf drei Ebenen.

    Auf der individuellen Ebene führt ein Irrglaube über Gesundheitsmaßnahmen, wie der ungerechtfertigten Angst vor Impfungen, zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen. Auf der sozialen Ebene können Lügen über politische Angelegenheiten zu Schaden führen. Auf der globalen Ebene hingegen können Handlungen zugunsten des Klimawandels durch bestehende Fehlinformation verhindert werden.

    Negatives hat höheren Unterhaltungswert

    Der Wiener Soziologe und Lügenforscher Peter Stiegnitz offenbart im Interview mit pressetext, dass sich dasselbe Phänomen auch bezüglich negativer Schlagzeilen ergibt. „Der Mensch tendiert dazu, Negatives wahrscheinlicher zu glauben als Positives, da der Unterhaltungswert größer ist“, erklärt der Wissenschaftler. „Erst wenn sich ein Zug um Stunden verspätet, schreiben die Medien darüber, weil sich Negativschlagzeilen besser verkaufen“, führt Stiegnitz aus.

    Der Mensch hätte des Weiteren nichts dagegen, wenn er in einem geringen Maße angelogen würde. Um auch Positives zu glauben, müsse man Information auf sich selbst beziehen. „Man muss die eigene Stärke suchen – dann glaubt man auch an das Positive, wie zum Beispiel Schmeicheleien“, erklärt der Lügenforscher abschließend.
    Quelle:pressetext

    ich suche genau solche Informationen.

    Nach meiner Analyse haben die Wähler ihr Vertrauen und Glauben an Jesus oder einen Papst auf Berufslügner, d.h. Politikdarsteller, Medien usw., übertragen. „Ihr sollt werden wie die Kinder“ heißt es in der Bibel. Eine Religion, die derartiges predigt, [den Rest habe ich gestrichen, MKH]

    • Arminius, gegen das Christentum gerichtete Politik propagieren Sie woanders. Und das ist jetzt die letzte Warnung.

      • ich wäre froh, wenn es eine andere Ursache für die unendliche Gutgläubigkeit der Wähler gäbe und bin offen für andere Erklärungen! Denn Religion ist ein schwerfälliges Thema.

        Haben Sie denn eine Erklärung dafür, daß sich wähler seit 40 Jahren von der Politik betrügen und ausnehmen lassen und trotz allem weiter an Bundestagswahlen teilnehmen?

        Denn das kleinere Übel allein ist nicht der Grund. Ich habe eine Umfrage auf der Straße gemacht und festgestellt, daß das Volk den Politikern total naiv gegenüber steht und sich nicht vorstellen kann, daß diese dem Volk etwas böses wollen, bzw. Ziele verfolgen, die dem Volk schaden. Das trifft zumindest auf den größten Teil des deutschen Volkes zu.

  • [Einer, der nicht passen will, ist Fjordman; daher mehr zum Thema hier:]

    fehlt hier nicht ein Link? Mit Google konnte ich keinen adäquaten Text von Fjordman zu diesem Thema finden.

  • Ich bin doch ziemlich geschockt und etwas traurig, da Sie, Herr Kleine-Hartlage, so kompromisslos reagieren. Denn ich hatte extra differenziert. Soll das jetzt heißten, daß das Christentum auf diesem Blog nicht diskutiert werden darf und unter allen Umständen, sogar bei Beweisen und belegen tabu ist und außer Diskussion steht? Also selbst wenn ich beweisen könnte, daß … ich mit dem gelöschten Kommentar recht hätte, würden Sie diesen löschen, bzw. garnicht erst lesen und mich sperren?

  • Konservativer

    Sehr gehrter Manfred
    Ein sehr interessanter Beitrag.
    Die Infantilisierung der Deutschen hat seine Gründe.
    Es gibt da ein Interesse an dieser Infantilisierung, das präzise benannt werden kann:

    „Um die wirtschaftliche und finanzielle Situation Deutschlands heute zu verstehen, muss man zur Situation Deutschlands am Ende des Zweiten Weltkrieges zurückkehren. Die USA sahen Deutschland damals als einen Konkurrenten auf dem Weltmarkt, auf den man aufpassen muss, damit er technologisch nicht überholt oder zu viele Ressourcen verbraucht. Deutschland interessierte die USA in erster Linie als Militärstützpunkt, als Geldlieferant, als Risikoversicherer und als Workshop für bestimmte Produkte.

    Als der zweite Weltkrieg zu Ende ging hatte Deutschland rund 24 Mio Tote zu beklagen, rund ein Viertel der Population, und die tausend größten Städte waren zu 50% zertrümmert.[1045] Als Deutschland kapitulierte, freuten sich die Menschen und hofften, endlich zuhause wieder einem friedlichen Leben nachgehen zu können. Doch da täuschten sie sich gewaltig, denn mit der Kapitulation war das Leid für die Deutschen nun keineswegs zu Ende, denn Deutschland war soweit nur als Beute erlegt, das eigentliche Ausbluten, Schlachten und Ausweiden begann zu diesem Zeitpunkt erst richtig.

    Bis 1963 gehörten den Amerikanern 700 deutsche Firmen, 2004 waren es schon 2.600,[5] und 2007 waren über die Hälfte der DAX-Konzerne und 20% aller deutschen Aktien in ausländischem Besitz.[6] Und die Übernahme geht immer noch weiter: Gerade hat die amerikanische KKR die deutsche Demag, den Triebwerkhersteller MTU und das Duale System gekauft, Flowers und Texas Pacific wollen die Berliner Bank kaufen, Nomura will kommunale Wohnungsunternehmen, Blackstone sucht in der Abfallbranche. Internationale Verträge sorgen dafür, dass Amerikaner deutsche Firmen erwerben und die Gewinne in die USA verbringen dürfen. Opel hat so nie einen Pfennig oder Cent Steuern in Deutschland gezahlt, da die Gewinne stets an GM in den USA abgeführt wurden. Die GM-Verluste wurden aber nach Deutschland ausgelagert und hier von der Steuer abgesetzt, so dass die deutsche Steuerzahler bereits Milliarden an GM gezahlt haben.[7] 2003 kamen dann die US-Hedgefonds, um die Firmenübernahme weiter zu beschleunigen. Eine Juristin der Investmentbranche formulierte 2003 mit einem eigenen Schreibtisch im Finanzministerium das Gesetz mit, welches den US-Hedgefonds den Weg auf den deutschen Markt ebnete.[8] Und es ist für die USA nicht schwer, Firmen in Deutschland und das ganze Land zu kaufen, weil ihre Federal Reserve Bank einfach soviel Geld druckt, wie dafür gebraucht wird, während Deutschland seine Gelddruck-Hoheit an die Europäische Zentralbank abgegeben hat und sich deswegen nicht finanziell gegen den Aufkauf wehren kann.

    Die vollständige Plünderung des Landes reichte den Alliierten nach dem Krieg nicht aus. Alle Deutschen sollten zusätzlich und auf Dauer soviel wie möglich Steuern zahlen, und diese sollten als Reparationszahlungen abgeführt werden. Für die Festsetzung der Steuerquote war nach dem Krieg der alliierte Kontrollrat in der Elßholzstraße in Berlin zuständig, der für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr, Recht, Kultur, Volksbildung usw. 12 Fachbereiche unterhielt. Als die Alliierten die Deutschen „befreit“ hatten, legten sie im Kontrollratsgesetz vom 11.2.1946 fest, dass der Steuersatz für Einkommen über 100.000 Reichsmark bei 95% liegen sollte, und bereits ab einem Einkommen von 7.200 RM sollten 48% Steuern gezahlt werden, ab 60.000 RM schon 90%. Nach der Einführung der DM waren es bis 1951 dann 95% für Einkommen über 250.000 DM im Jahr. Erst 1955, also 10 Jahre nach Kriegsende und schon nach Gründung der BRD hatte man den offiziellen Satz schrittweise auf 63,45% gesenkt, weil so letztlich mehr aus den Menschen herauszuholen war.[9]

    1949 verlangten die Siegermächte von Deutschland Reparationsleistungen in Höhe von 50 Mrd $ zuzüglich Zinsen.[10] Dabei muss man bedenken, dass der ganze Haushalt der Bundesrepublik im Jahre 1953 nur 15 Mrd DM betrug. Ein Abkommen wurde mit Israel unterzeichnet, eines mit England und den USA. Zudem verleibten sich die USA die meisten Reparationswerte ein, gleichwohl ihr Festland praktisch keinen Schaden genommen hatte, sie ließen sich also die Befreiung Deutschland von den Nazis bezahlen.

    Am 27.2.1953 vereinbarte Konrad Adenauer zusammen mit seinem Banker Hermann J. Abs in London mit den Siegermächten USA und England ein Reparationsabkommen, das sog. Londoner Schuldenabkommen. 65 Gläubigerstaaten nahmen an den Verhandlungen teil, 40 davon mit einer eigenen Delegation. Das Volumen betrug 13,5 Mrd DM. Zurückgezahlt werden sollten zunächst 300 Mio DM pro Jahr, später 500 Mio DM pro Jahr. Dieser Betrag sollte durch Devisenerlöse im Export zustande kommen. Dazu kamen Zinsen auf die Ursprünglichen Forderungen von 3%. Die Länder erhielten Schuldscheine in US-Dollars, die sogenannten Young-Anleihen (Bonds, Bundesschuldverschreibungen). 5 Jahre danach (1958) zahlte Deutschland jährlich 765 Mio DM.[11] Nach einer Wiedervereinigung sollten die Zinsen erhöht und auch Young-Anleihen aus dem ersten Weltkrieg sollten dann bezahlt werden. Nach der Wiedervereinigung zahlte die BRD dafür 193 Mio € pro Jahr.[12]

    In Luxemburg wurde schon ein Jahr zuvor, 1952, das „Wiedergutmachungsabkommen“ mit Israel unterzeichnet, worin sich die Bundesrepublik zur Lieferung von Waren und Dienstleistungen im Wert von 3 Mrd DM verpflichtete.[13] An den Staat Israel sind dann bis 2005 allerdings etwas mehr, nämlich etwa 276,5 Mrd € gezahlt worden (oder 500,7 Mrd DM [14]). Alle Schiffe und Trockendocks Israels, alle Züge, alle Kraft- und Elektrizitätswerke, das Telefonnetz und anderes mehr wurden von Deutschland finanziert.[15] Dazu kommen militärische Patrouillen­boote, U-Boote und Seezieltorpedos zu 20% der Herstellungskosten, Noratlas-Transportflugzeuge, Panzermotoren und –bauteile, Infrarotgeräte zur Zielerfassung und –bekämpfung, elektronische Störsysteme und Scharfschützengewehre.[16] An die Jewish Claims Commission in den USA wurden zudem 61,8 Mrd $ an Wiedergutmachung gezahlt, und es sollen noch weitere 14 Mrd $ folgen.[17] 320 Mio $ will die Bundesregierung auch noch bis 2018 der Claims Conference als „Hilfe“ für deren Arbeit zahlen, nachdem sie schon zwischen 2002 und 2008 einen Betrag von 100 Mio € an spezifischen Entschädigungsforderungen gezahlt hat, so für die während des Krieges zerstörten Synagogen. Zudem beschloss das Kabinett im November 1978, Israelis „zu einmaligen Bedingungen“ und rückwirkend bis 1956 den Eintritt in die deutschen Rentenkassen zu ermöglichen.[18]

    Die Israelis, die zu Kriegszeiten vom Naziregime verfolgt wurden oder deren Nachkommen erhalten seitdem von Deutschland Rentenzahlungen, sog. „Lebensschadensrenten“ von durchschnittlich ca. 800 € pro Monat, in Höhe von insgesamt bisher 82-88 Mrd DM.[19] Der Fond „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“ zahlte kurzfristig 10 Mrd DM an ehemalige Zwangsarbeiter und stellte 2004 noch einmal 25,5 Mio € zur Verfügung, diesmal für Opfer von Medizinversuchen. Für die Wanderausstellung „Verbrechen der Wehrmacht“ stellte Wolfgang Thierse kurzfristig 400.000 € bereit.[20] Das Berliner Holocaust-Riesenmahnmal kostet ihn jährlich 2 Mio € an Unterhalt, und 2006 erhöhte er den Betrag nochmal um 355.000 €.[21] 2007 gab es den Spatenstich zum Nazi-Museum „Topographie des Terrors“ für 60 Mio €, und 60 Mio € spendierte er 2009 auch dem polnischen Au­schwitz-Museum zur Sanierung.[22] Und nach seinem Erfolg mit dem Geld für Zwangsarbeiter und den verlorenen Versicherungspolicen legte der New Yorker Anwalt Ed Fagan 2004 bereits eine Forderungen zu geraubter Nazi-Kunst in Höhe von 1,25 Mrd US $ vor und plante 2005 eine Forderung an die Bundesregierung zu unbezahlten Goldfonds aus dem Jahre 1920 in Höhe von 57 Mrd $.[23] [24]
    Was da noch auf Deutschland zukommen soll, lässt sich auch daran erkennen, dass die israelische Regierung 2005 eine Studie beauftragt hat, mit der herausgefunden wurde, welcher finanzielle Verlust der Holocaust für die Juden bedeutet habe. Dabei wurde davon ausgegangen, dass 9 Mio Juden enteignet wurden und ihr „Verdienstausfall“ wurde berechnet. Der Regierungsbericht kommt zu dem Ergebnis, dass der Verlust zwischen 240 Mrd und 330 Mrd US $ betragen würde, und es heißt, Deutschland sei soweit zu billig davon gekommen.[25] Gnädigerweise hätte man Gesundheitsschäden noch nicht mitgerechnet. Am höheren Wert orientiert wird damit jedem der neun Millionen Juden ein Vermögen von 39.000 $ zugerechnet. Umgelegt auf 80 Mio Deutsche, die das ersetzen sollen, bedeutete das 3.000 $ pro Person, womit solch eine Reparationsleistung allerdings bei den heute unter Deutschen bestehenden Vermögensverhältnissen etwa die ärmeren 30 Mio Deutsche ihre gesamten Ersparnisse kosten würde. Noch nicht berücksichtigt ist bei dieser Aufstellung auch, dass die Jüdischen Gemeinden in Deutschland aus deutschen Steuergeldern finanziert werden. So zahlt beispielsweise Hamburg jährlich 850.000 € an die örtliche Jüdische Gemeinde mit ihren 3.100 Mitgliedern.[26]

    Hochgerechnet auf die 86.000 in Deutschland in solchen Gemeinden organisierten Juden kann man wohl davon ausgehen, dass für diese jährlich 25 Mio € an Steuergeldern aufgewendet werden.[27] Und die Verluste durch die weiter laufenden Enteignungen deutscher Hauseigentümer sind soweit ebenfalls noch nicht berücksichtigt. Da man heute davon ausgeht, dass alle Verkäufe jüdischen Eigentums zur Nazizeit widerrechtlich waren, erhalten Juden heute alles, was sie damals verkauft haben, gratis wieder zurück. Diejenigen aus der deutschen Nachkriegsgeneration, die ein Haus geerbt haben, das einmal in jüdischem Besitz war, müssen es ersatzlos an die Jewish Claims Commission abgeben, auch noch nach 2005. Nicht genug damit, für vier Jahre beispielsweise, die ein Haus so als Erbe der Eltern im Besitz eines Deutschen war, möchte die Jewish Claims Commission zusätzlich 100.000 € Nutzungsausfall gezahlt bekommen.
    Kein Wunder also, dass die Anzahl der Millionäre in Israel bereits deutlich über dem Weltdurchschnitt liegt. Allein 2005 hat die Anzahl der israelischen Millionäre um 20% auf 7.400 Personen zugenommen.[28] Nachdem die Nazi-Führungsriege gehenkt, die Menschen befreit und das Land geplündert wurde bleibt festzustellen, dass heute in Deutschland eine unschuldige neue Generation mit gewaltigen Strafzahlungen belegt ist.

    Auch andere Länder erhalten Zahlungen. Abgesehen davon, dass Polen nach dem Krieg die Gebiete Schlesien und alles Land jenseits der Oder erhielt, bekam der Staat in neuerer Zeit auch 2 Mrd € und ihm wurden 3,3 Mrd € an Schulden erlassen. Zwischen 2007 und 2013 erhielt Polen von Deutschland 16,6 Mrd € an EU-Geldern.[29] So wie es aussieht, hat nie in der Geschichte der Menschheit ein Volk an andere Völker soviel gezahlt wie die Deutschen.

    Die Rücklagen für die Altersvorsorge der Deutschen sind dagegen verschwunden. Das vor über 100 Jahren von Bismarck begründete Rentensystem war ursprünglich kapitalfinanziert, d.h. die eingezahlten Gelder wurden für die Einzahler verwahrt und gewinnbringend investiert, vornehmlich in der deutsche Industrie. 1957 stellte Bundeskanzler Adenauer das System aber in einer „Rentenreform“ auf ein Umlagesystem um, in dem die jeweils jüngere Generation direkt für die Renten der älteren Generation aufkommt.[30]

    us dem Rentensystem werden auch sämtliche Versorgungsleistungen für Umsiedler, Ostflüchtlinge und Aussiedler geleistet, die niemals etwas in das System eingezahlt haben. Etwa 5 Mrd € werden jährlich an die etwa 500.000 Asylanten im Lande gezahlt.[33] Besser gestellt sind die etwa 100.000 jährlich neu einwandernden Spätumsiedler, die sofort die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten, auch wenn sie kein Deutsch sprechen. So werden jedes Jahr etwa 20.000 Einwanderer aus Russland willkommen geheißen (18.700 waren es im Jahr 2000). Vielen spendierte der deutsche Staat großzügig ein Startgeld [34] und zinslose Kredite. Es gibt 6-köpfige Familien aus Spätumsiedlern aus Russland, die so auf einen Schlag so viel erhielten, dass sie sich sofort ein Haus kaufen konnten, wobei sie zusätzlich noch die normale Eigenheimzulage als Förderung kassierten.Einige Orte haben auf diesem Wege ganze Straßenzüge mit schmucken neuen Häusern erhalten.[35] Und wenn dann auch gleich noch die Sozialhilfe greift, ist eigentlich schon mal eine ganz ordentliche Existenz gesichert, aber die Kosten für den deutschen Steuerzahler sind immens.

    Großzügig ist der deutsche Staat nur gegenüber Nichtdeutschen, was einmal mehr die Frage aufwirft, wessen Interessen denn die Bundesregierung eigentlich vertritt. Das bereits vor 1963 in Kraft gesetzte deutsche Fremdrentengesetz FRG wird jedenfalls vom Gedanken der Eingliederung von Fremden geprägt, d.h. die Berechtigten sollen Zahlungen erhalten, als hätten sie ihr Versicherungsleben nicht im Herkunftsland, sondern in Deutschland verbracht.[36]
    Die eigenen Vertriebenen gehören nicht zu den Berechtigten. Eine Deutsche, die als 17-jähriges Mädchen im Sudetenland den II. Weltkrieg überlebte und dann anschließend über 7 Jahre als Zwangsarbeitin im Osten versklavt und gefangen gehalten wurde, erhält heute als Rentnerin vom deutschen Staat gerade einmal 50 Cent Rente pro Jahr der Zwangsarbeit, also 3,50 € pro Monat. Hätte sie einen israelischen Pass, so würde sie 600 $ bis 1.000 $ im Monat überwiesen bekommen, wo auch immer in der Welt sie lebt. Wenn das Geld so an die Nachkommen der Naziopfer in alle Welt verteilt wird, erfolgt kein Aufsehen, nur wenn Geld in dieser Höhe mal als Rentenzahlung an einen normalen Deutschen nach Florida oder Mexiko geht, regen sich die Medien auf.[37] Perfide ist, dass die Vertriebenen- und Flüchtlingsämter in erster Linie die Angelegenheit von Ausländern oder in der Fremde Lebenden behandeln und weniger die der deutschen Flüchtlinge.

    Es wird somit langsam klar, dass der Hauptzweck der CDU weniger „christlich-demokratisch“ ist, sondern mehr darin besteht, Deutschland uneingeschränkt zum Zahlmeister für die EU, die NATO, die UN und zahlreiche andere Organisationen zu machen. Es ist eigentlich die Czahlmeister Deutschland Union.

    Dabei stehen die Alliierten des zweiten Weltkrieges in der ersten Reihe. Bis 1983 hatte die Bundesrepublik alle Forderungen aus dem Londoner Schuldenabkommen von 1953 bezahlt, doch durch die Wiedervereinigung lebte die Schuld erneut auf, und am 3.10.1990 versprach die Bundesrepublik, die Verpflichtungen aus dem Londoner Schuldenabkommen erneut zu bedienen. Bis zum 3.10.2010 sollte diese Schuld nun getilgt sein, wenn nicht eine Goldklausel zu weiteren An­sprüchen führt. Nach dieser Goldklausel dürfen die Gläubiger sich ihre Forderung auch wahlweise in Gold auszahlen lassen, womit sie sich die Schuld dann um etwa den Faktor 1000 vergrößern würde.

    Besonders weit vorn stehen die USA. Zusammen mit den 50 Mrd € im jährlichen US-Außenhandelsdefizit (bzw. dem deutschen Exportüberschuss gegenüber den USA), den 80 Mrd € für die Schuldentilgung, den 6 Mrd € für das in Deutschland stationierte US Militär (s.u.) und den 31,5 Mrd € für die Bundeswehr bzw. NATO, sind es heute etwa 167,5 Mrd €, die Deutschland jährlich an die USA zahlt. Man mache sich klar, dass mit diesem Geld 10 Mio Deutsche, also beispielsweise alle Arbeitslosen und Studenten, eine zusätzliche Apanage von 16.585 € jährlich oder von 1.382 € monatlich erhalten könnten.

    Quelle: http://sklaven-ohne-ketten.blogspot.de/2009/03/die-deutsche-ursache-der-weltweiten.html

  • Konservativer

    Kleiner Nachtrag:

    „…
    Alles, was Wert hatte, wurde aus Deutschland abtransportiert, alle Schiffe, Flugzeuge und ganze Fabriken. Unter dem Militärgesetz Nr. 52 der alliierten Militärregierung war die Konzernzerschlagung und die direkte Demontage vorgesehen.[1] Von den Flugzeugwerken Arado, Blom & Voss, Bölkow-Blohm, Bücker, Dornier, Fieseler, Focke-Wulf, Gotha, Junkers, Henschel, Heinkel, Horten, Klemm und Messerschmidt beispielsweise ließ man lediglich Dornier im Lande übrig. Aus dem Deutschen Patentamt in Berlin wurden 347.000 Patentschriften erbeutet, und die New York Times berichtete 1947 stolz, diese seien Billionen Dollar wert.[2] Die Amerikaner nutzten und lizenzierten diese Patente fortan selbst.
    …“ (Quelle: siehe oben)

  • Sehr geehrter Herr Kleine-Hartlage,
    mit dem Begriff der INfantilisierung komme ich hier nicht ganz klar.
    „Die Nichtunterscheidung zwischen Wir und Ihr“ besteht sicher. „Wir“ nehmen Standpunkte anderer an, geben eigene auf. Mit der Aufgabe eigener Interessen überall da, wo es politisch korrekt bzw. verlangt ist, geht ein Identitätsverlust einher, über den immerhin schon (unerwünscht) gesprochen wird. Was derart korrekt ist, folgt auch fremden Einflüssen, der „Konservative“ Kommentator weist auf Einzelheiten hin; er könnte sicher auch was über die Erziehung zu Identität und eigenem Geschichtsbild sagen. Äußerungen der halben Ministerriege über fehlende Souveränität, keine Dauerrechte auf Demokratie und soziale Marktwirtschaft, bis zur künftigen Staatsaufgabe kommen hinzu. Warum man als Minister mehr sagen kann, als wofür früher Postboten entlassen wurde? Weil es „gut“ ist, alternativlos. S. auch die Einflüsse, die zu einer (aus hiesiger volkswirtschaftlicher Sicht) überflüssigen zweiten / weiteren Einwanderungswelle und ihrer Dauerhaftigkeit u. Ausweitung geführt haben. Der Aufzählung gar kein Ende.
    Was mit „Infantilisierung“ oder „Dummheit“ bezeichnet wird, beruht m. E. eher auf der Verwirrung, die allerorten verursacht wird. Das Denken wird nun mal schwerer, wenn die Denkgesetze zwar nicht formal geleugnet, aber de facto außer Kraft gesetzt werden. Was der Verstand für richtig hielte, „geht gar nicht“ mehr, weil das Gegenteil für staatstragend und nicht mehr diskutierbar „gut“ erklärt ist. Garniert mit amtlich-Orwellschem Neusprech, in dem alles alles heißt, vor allem sein Gegenteil.
    Diese fortlaufende Schizophrenisierung macht sich natürlich au fDauer in den Köpfen bemerkbar. Ich würd´s also nicht unbedingt Infantilisierung nennen (auch nicht Dummheit, wie ein Kommentator meint). Jedes Kind ist wissbegierig und versteht klare Zusammenhänge. Nicht umsonst nehmen Kreativität und Denkvermögen erst in der Schule drastisch ab, wie sich aus Studien dazu ergibt. :-)

    Doch zu Ihren Beispielen: Muss eigentlich, wer die Erhöhung des Renteneintrittsalters empört ablehnt, der Erhöhung der Beiträge zustimmen? Oder steckt dahinter nciht die unausgesprohcene Auffassung, der Staat – samt Rentenkasse – schwimme quasi im Geld, solle es bloß freundlicherweise nicht sachfremd zum Fenster hinauswerfen?
    Und wer „aus Afghanistan raus“ will – verzichtet der auf (Selbst-) Verteidigung?. Er wird darauf hinweisen, dass die Bw unsere Freiheit gefälligst hier verteidigen und nicht ständig an anderen Enden der Welt einmarschieren soll, wo man uns zuvor gut gesonnen war. Auch wird er meinen dürfen, dass die Bw nicht dazu da sei, die Afghanen vor den Taliban zu bewahren (Responsibility to Protect?) wie meine Oma selig die Katze vor den Katern oder eine mit ausländischem Militär importierte „Regierung“ dort an Macht und Schmiergeld zu halten, bloß weil´s in mind. einem Jugoslawien-Bruchstück genauso (gut) läuft. Schon gar nicht, um Rauschgift- und Schwarzgeldschwemmen zu ermöglichen. Was die (Taliban) uns oder unseren Verbündeten je so wirklich getan haben, hat schließlcih auch noch keiner rausgefunden. Doch, eines fällt mir ein: Sie sollen einen Vertrag mit US-Firmen nicht unterschrieben haben. Na sowas. Bleibt die Frage: Wofür sterben unsere Soldaten da eigentlich? Und: Wer hält den Kopf für wen hin? Mit den regierungsamtlichen oder blockparteilich wirkenden (= 90 % des BT) Antworten sind viele unzufrieden (vllt. sogar umgekehrte 90 %, um die Umkehrung aller Dinge auch hier mal anzusprechen?). Zu unrecht?

    Was Prof. Richter da mit einer Infantilität in Islam wie NS meint, müsste man natürlich nachlesen, auch wenn sich meine Lust dazu in Grenzen hält. „Größenwahn“ dürfte häufig mit Minderwertigkeitskomplexen zusammenhängen. Und die mögen aus der Kindheit stammen, u. einen letztendlich am Erwachsenwerden u. -denken hindern. Mag sein. Ich kann Islam / NS auch nicht in einem Zusammenhang sehen. Über größenwahnsinnige Nazis wurde genug geschrieben, mag dahinstehen. Etwas anderes ist eine patriarchale Gesellschaft / Familie. Nem aufwachsenden Steppke werden, auch in Schule, Gesellschaft, Öffentlichkeit, klare Grenzen gesetzt. Wenn Grenzen wegfallen, werden die bisherigen überschritten, quasi naturgesetzlich. Wenn in einer nicht homogenen Gesellschaft di eeinen ihre Grenzen/Regeln behalten, die anderen keine mehr haben, gibt´s Probleme, vllt. zuerst bei den kleinen. Macht sich auf Schulhof und Straße bemerkbar. Leicht vorstellbar sind Komplexe im Schulbereich. Mögliches Fazit: Na dann eben anderswo. Kleiner Mann ganz groß, aber nur zu fünft mindestens, „natürlich“. Ob allein das Aufwachsen grds. in einem (ggf.) überhöhten Authoritätsverhältnis schon zu ähnlichem führen kann, wäre ne interessante Frage, das hatte mir auch schon zu denken gegeben… Dann könnte es solche Probleme ja bei Klein und Groß geben – würde aber auch nur dann zum Problem werden, wenn es nicht in einer abgeschlossenen Gruppe homogen gehandhabt werden kann, üblich und sozialadäquat, sondern es außen zu Reibungen kommt. (Die eine Zeitlang hingenommen werden mögen, irgendwann aber zum echten Problem werden können, wenn eine Seite nicht merken will oder eben doch merkt, dass vor lauter Toleranz die iegenen Regeln auf der Strecke geblieben sind.)
    Also: Haben gewisse Gruppen tatsächlich eine Neigung, nie erwachsen zu werden, weil sie, übergroßer Authorität entfliehend, unbedingt selbst erwachsen – oder besser „groß“ – sein /wirken/scheinen wollen? Und wenn ja: Was passierte dann wohl im Zusammenleben mit anderen Gruppen?

    Der arme Arminius hat es etwas hart abbekommen, mit Verlaub, vielleicht, meinen Sie nicht? (Ja, ich weiß nicht, was er da noch Böses geschrieben hatte.) Sie haben auf gar nicht untypische Merkwürdigkeiten der Kirche bzw. ihrer Leitmünder hingewiesen. Ob er vllt. weniger die Religion als die Kirche in einem bestimmten Sinne gemeint hat? Und wenn die letztere sich vom Kern der eigenen Religion entfernt, ist das nicht besser als es Parteien sind, die sich immer noch christlich, demokratisch, sozial und was weiß ich noch alles nennen (dass friedensbewegtes „Grün“ mal Ami go home rief und heute stramm oliv, atlantik-, finanz- und medienverbrückt ist, nur am Rande – aber nicht zuletzt). Klar wollen viele, Wähler wie Gläubige, immer noch gern dem Etikett glauben. Der Inhalt schmeckt längst vielen nicht mehr. Es ist bloß ziemlich hart, die rosa Brille abzunehmen und endlcih zu prüfen, warum´s so schmeckt, wie´s schmeckt – nämlich was wirklich drin ist. „Eigentlich“ weiß es jeder, bloß sich ggf. einzugestehen, dass man sich schon jahrzehntelang ne Mogelpackung reingepfiffen hat… für viele – nein, für jeden – ein schwerer Schritt. Man glaubt gern an das Gute, fürchtet noch mehr die unangehme Einsicht, ggf. das halbe Leben hinter´s Licht geführt worden zu sein. Und so folgt vllt. auch eine gläubige Basis einer Leitung, deren Tun sie mit manchem Kopfschütteln beobachtet.
    Und da sind wir wieder – so hart e auch klingt: Schizophren lebt sich´s bequem, mit ein bisschen Glück ein Leben lang. Oben wie unten. Wer mag da schon an Kinder und Enkel denken, einfache Rechenexempel und Fortdenken der derzeitigen Entwicklung sind schon zuviel. Analyse: ja, wird immer schlimmer… Schlußfolgerung: WEiter so, so schlecht geht´s uns ja noch nicht. So soll´s sein, und mehr oder weniger holprig und murrend läuft´s so.

    Ich glaube übrigens nicht, dass die Schizophrenisierung wirklich hinhaut. Wie auch die (schwindenden) Parteivölker zeigen. Die schwindenden Wähler. Daran sieht man´s deutlich. Die Menschen glauben nicht mehr, was „die“ ihnen erzählen, es überzeugt nicht. Wie auch? Es macht ja keinen Sinn. Demokratie weg, Land weg, Geld weg. Wofür, um alles in der Welt? Antwort: Ist gut, notwendig für den Frieden, gut für den Wohlstand, der Verantwortung geschuldet, alternativlos. Aha. Und selbst wer nicht weiter drüber nachdenkt – ein ungutes Bauchgefühlt bleibt allemal. Man wendet sich ab, will mit den Widersprüchen nichts zu tun haben, mag sie nicht mehr hören. Je größer die Widersprüche werden, desto unwilliger der Bürger, je weiter die Entwicklun ggeht, desto größer die Widersprüche. „Die sind doch alle verrückt“, ist die erste und einfachste Ablenkung für ihn selbst – vom seltsamen Gleichschritt der „Verrückten“ da oben. Reine Verdrängung, denn der Gleichtakt selbst führt Erklärungen wie Zufall oder (kollektiven) Irrsinn ad absurdum. Dummheit? Denke nicht, man will das Offensichtliche bloß nicht wahrhaben. Zwischen dem ersten „l.m.a.A“ und dem ersten Schritt „dagegen“ liegt eine tiefe Schlucht. Der Erkenntnis, Ehrlichkeit vor einem selbst. Ist eine Brücke denkbar? Letztens dachte ich wieder an diese berühmte Szene aus „Network“, Sie wissen schon… „Die“ warten darauf allerdings auch nicht schlafend. Dass und warum wir Kartengeld zugeteilt kriegen, einen Chip in den Ausweis (wenn nicht gleich in´s Ohr, haha) statt bloß in Pc und Mobil-Tel. und Navi und … liegt auf der Hand. „Wegen der Sicherheit“, natürlich. Wie immer: Man muss es bloß von der richtigen Seite sehen, dann stimmt´s. Es geht sehr wohl um Sicherheit – fragt sich bloß, wessen. Und Schulden führen sehr wohl zu Wohlstand. Denn das Geld ist nicht weg, es haben bloß andere. Ist´s irgendwann zu spät, braucht´s „dann“ überhaupt noch Eurogendfor oder Gewehre? Oder geht´s erst dann richtig los? Und was dann? Sicher, der Bogen ist weit, der Gedanke finster, aber alles in der Politik hat seinen Sinn und Zweck, es läuft bislang nach Plan. Die Planungen für Europa kann man nachlesen, und Geschwätz von „zufälligem“ Geschehen auf der Welt, dem die armen Politiker rastlos hinterherhecheln, erweist sich als purer Blödsinn, wenn jedes „Problem“ uns stracks weiter auf dem Weg zum Planziel führt. Mancher, der gewählt und bezahlt wird für die Verhinderung von Krisen, fühlt sich gar so sicher, die nächste Krise öffentlich, ausdrücklich herbeizuwünschen, damit´s vorangeht. Woran erinnert mich das bloß…? Sehen wir´s positiv. Solange noch einer denken kann, besteht die Möglichkeit, dass es ein zweiter lernt. Nur so kann´s gehen. Nächstenliebe und Christenpflicht, vielleicht? Gewiss sogar, würd ich wohl meinen… Der Wahrheit die Ehre. Erkennen, was „gut“ ist, ich kann den guten Aristoteles nicht unerwähnt lassen, der hat sehr geholfen… Logische Denkgesetze müssen wieder gelernt, angewandt und einfach erklärt werden. So einfach wie sie eben sind. Damit man mit den Unbegreiflichkeiten handwerklich umgehen kann, nicht selbst vor ihnen wie der ratlose Ochs vorm Berg steht, gut und böse und richtig und falsch wieder auseinanderhalten kann. Die Kinder werden´s allemal verstehen.

    Glückwunsch und danke übrigens. Ich lese Ihre Beiträge noch nicht lange, aber gern, sind manchmal wohltuend wie ein Bad im Winter. „Es gibt sie noch, die guten Dinge“, sozusagen. (Nicht, dass Sie etwa noch denken, ich wollte hier kritikastern oder besserwissern.)

    O je, arg lang geworden, war so nich tbeabsichtigt, nun kann ich´s nicht mehr ändern. Entschuldigung.
    Beste Grüße.

    • Dieser Artikel ist fast sechs Jahre alt. Wer will, kann ihn gerne kommentieren, aber ich habe keine Lust, mich jetzt noch damit auseinanderzusetzen. Ich habe auch keine Lust, ausführlich darzulegen, in welchen Punkten ich meine Meinung geändert habe usw.

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