Non veni pacem mittere sed gladium. (Mt 10,34)
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Angela Merkel und ihr politischer Flohzirkus haben die Bundesversammlung überstanden. Die Chance, einen Kandidaten zum Bundespräsidenten zu machen, der nicht aus dem etablierten Parteienkartell stammt, ist von der Linkspartei vergeben worden.

Die Linken haben im dritten Wahlgang zwar ihre eigene Kandidatin zurückgezogen, sich dann aber der Stimme enthalten – die unpolitischste, unverständlichste und unreifste aller denkbaren Entscheidungen. Hier stellt sich nicht einmal die Frage, ob die Linken regierungsfähig, sondern sogar, ob sie oppositionsfähig sind.

Am anderen Ende des Spektrums hat die NPD uns wieder einmal nicht das lächerliche Schauspiel erspart, für ihre drei Stimmen einen eigenen Kandidaten zu nominieren.

Wer immer mit Gedanken spielt, aus Protest eine dieser Parteien zu wählen, hat nun amtlich, dass ihr kleinkarierter Partei-Autismus jeden Vergleich mit dem der Kartellparteien aushält.

14 Antworten auf Davongekommen

  • Manfred, das stimmt nicht. Frank Rennicke hat seine Kandidatur nach dem zweiten Wahlgang auch zurückgezogen und seinen Wahlmännern empfohlen, für Gauck zu stimmen. Quelle: http://bit.ly/b1uVZ9
    Die „seriösen“ Medien haben nur beschlossen, alles, was diese Kandidatur angeht, unter Quarantäne zu stellen und Rennicke nicht mit einem Sterbenswort zu erwähnen.

  • Mal abgesehen von von der Leyden ist Wulff wohl die denkbar schlechteste Wahl für das Amt, wobei ich nur an die Menschen denke, welche seinen Reden zuhören sollen.

    Auch rein formal erscheint es mir schon geradezu unverschämt, daß ein beliebiger Ministerpräsident für dieses Amt vorgeschlagen wurde. Vielleicht hofft Wulff so an politischem Gewicht für eine Karriere nach seiner Amtszeit als Bundespräsident zu gewinnen, vielleicht hat er Angst vor Merkel und sucht Immunität, solange sie noch am Ruder ist.

    Aber Wullfs warm verbindliche und zugleich kalt distanzierte Art, dieses typische Auftreten eines norddeutschen Dorfgeistlichen, paßt ganz einfach nicht zu diesem Amt. Kanzler ja, Bundespräsident nein. Was ist bloß mit der CDU los? Jetzt mal nicht politisch, sondern rein imagemäßig gedacht.

    Natürlich hat es nicht geholfen, daß Guidos Truppe derart unseriös aufgetreten ist. Aber die CDU braucht den Nimbus der Kompetenz, um gewählt zu werden, und der muß sich auch personell festmachen. Wie kann die CDU Chefin es mitansehen, wenn die CDU innerhalb eines Jahres so ziemlich alle bekannten Gesichter verliert? Und Wulff gehört dazu. Der Bundespräsident hätte ein Gewinn sein können, es hätte ein weniger bekannter Konservativer bekannt gemacht werden können, und die CDU hätte dadurch ein Gesicht gewonnen, aber so verliert die CDU einen bekannten Ministerpräsidenten, den niemand als Bundespräsident sehen will.

  • Daß Wulff nun Bundespräsident ist, freut mich nicht, ich halte es aber auch nicht für eine Katastrophe. Über Gauck hätte ich mich gefreut, weil ich mich auf seine Reden gefreut hätte.
    Die Information, daß die NPD einen eigenen Kandidaten aufgestellt hat, ist mir heute morgen erstmals im DLR über den Weg gelaufen. Er war erwartungsgemäß und m. E. glücklicherweise chancenlos, aber gerade deshalb frage ich mich, weshalb ich das offenbar wieder gar nicht wissen sollte. Erfahrungsgemäß beseitigt man Probleme nicht dadurch, daß sie beschwiegen werden.

    Die Nummer, die die SED-PDS-Linke-Mal-sehen-wie-wir-morgen-heißen-Partei abgezogen hat, finde ich furchtbar erbärmlich, wenn auch selbstverständlich nicht überraschend. Daß sie Gauck nicht unterstützen wollten, leuchtet ein. Schließlich ist Gauck ein eher konservativer Demokrat mit Prinzipien, Stasiaufklärer auch noch. Das ist den Wahlmännern/-frauen der Linken ja nicht vermittelbar, ganz fremd und eigentlich verabscheuungswürdig.
    Daß sie aber nicht wenigstens im 3. Wahlgang entweder bei ihrer Kandidatin geblieben sind oder sich wahlweise für Gauck oder Wulff entschieden haben (je nach dem, was ihnen wichtiger ist: die Ablehnung Gaucks oder der derzeitigen Regierungskoalition), zeigt, daß sie eben nicht einmal – wie Du andeutungsweise unterstellst – oppositionsfähig sind.

    Dieser Umstand liegt aber nicht darin begründet, daß sie „unpolitisch“ agieren, „unverständlich“ handeln oder „unreif“ sind. Sie sind Kommunisten. Sieh doch, wie stolz sie auf ihre Geschlossenheit/Parteidisziplin in allen drei Wahlgängen sind! Ich bin gespannt darauf, mit welchen Argumenten mir die SPD die nächste Rot-rote Koalition verkaufen wird. Ach, ich will es gar nicht wissen!

    Habt Ihr gesehen, wie Matthias Platzek mit seinen Genossen und den anderen Abgeordneten die Nationalhymne singt, und knapp über’n Gang steht seine Regierungspartnerin Kaiser, lächelt ein verlegenes Schulmädchenlächeln und kann diese Worte nicht mitsingen. Aber sie ist ehrlicher als er. Denn das stimmt ja: Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland – keines der Hauptwörter ist für die verlogene Bande erträglich, und das Adjektiv schon gleich gar nicht. Um es sozialverträglich auszudrücken: Ich empfinde Brechreiz!

  • Bernd Zeller hat es auf achgut u.a. so auf den Punkt gebracht:


    Die Leute würden erleichtert ausrufen: Mann, sind die geschlossen! Wir dachten, die sind nicht geschlossen, aber die sind geschlossen! Die haben es geschafft, ihren Kandidaten durchzukriegen. Da lassen wir uns doch gleich durchregieren.

  • Müssen Kommunisten überhaupt Oppositionspolitik machen? Es läuft doch alles in ihrem besten Sinne, auch wenn es gerade nicht sie selbst sind, die die politischen Ämter innehaben, sondern diejenigen Gesellschaftszerstörer, die sich ein bürgerliches Mäntelchen umgehängt haben. Es gab in dieser Präsidentenwahl zwei Kandidaten, die von (aktuellen oder „ehemaligen“) Angehörigen kommunistischer Parteien ins Rennen geschickt worden sind. Frau Jochimsen war nur diejenige, die weniger Aussichten hatte, das Amt zu bekommen. Der andere hat es bekommen, auch wenn er Funktionär einer zwar auf dem Papier „bürgerlichen“, aber kommunistisch unterwanderten Partei ist. Mir war klar, dass die Linke einen Bundespräsidenten Wulff, der von der verkappten Kommunistin Merkel auf den Schild gehoben wurde, eher bereit wäre zu akzeptieren als einen Bundespräsidenten Gauck, der offensichtlich unbeugsam gegenüber kommunistischen Korruptionsversuchen ist. Und genauso kam es dann ja auch. Die Kommunisten tun zwar gerne so, als seien sie oppositionell, aber sie sind es nicht. Und Herr Wulff, der noch nie im Leben Symptome von Rückgrat oder konservativen Prinzipien gezeigt hat, wird die globalen Kommunisten sicherlich nicht durch zu vieles Zögern und Zaudern enttäuschen wie Herr Köhler. Genosse Honecker muss es gewußt haben, als er seinen Satz mit Ochs und Esel formulierte.

  • Tatsache ist doch, liebe Leute, daß uns ein Scheitern des wachsweichen Schmierlappens Wulff eine Neuwahl beschert hätte, die, dem Verblödungszustands unseres Wahlvolkes nach zu befürchten, das Rot-Roter-AmGrünsten-Gesocks an die Macht gespült hätte, und das kann keiner von uns, oder zumindest ich nicht, für wünschenswert halten. Die Wahl war, ohne daß Gauck eine von beiden gewesen wäre, eine zwischen Skylla und Charybdis und ich muss schreiben, daß dieses Ergebnis besser ist, als die Konsequenzen, die aus einem Zusammenbrechen der derzeitigen Schwachkopfkonstellation ist. Es ist eine interessante Erfahrung für mich, daß ich auch noch in tiefster Verachtung und brennendem Haß für unsere „Elite“, soetwas Ähnliches wie Differenzierung empfinde. Stupid me.

    Gruß,

    fnord

  • (…)Zusammenbrechen der derzeitigen Schwachkopfkonstellation, erwachsen wären.

    Verzeihung.

    fnord

  • @ fnord:

    Ich bin mir gar nicht so sicher, ob es zu Neuwahlen gekommen wäre: Möglicherweise wären auch nur die FDJ-Sekretärin und ihr Alt-JuLi abserviert worden, und Union und FDP hätten ansonsten einfach weitergemacht, dann aber wenigstens mit einem anständigen Menschen an der Spitze des Staates.

    @ Thatcher:

    Mir war klar, dass die Linke einen Bundespräsidenten Wulff, der von der verkappten Kommunistin Merkel auf den Schild gehoben wurde, eher bereit wäre zu akzeptieren als einen Bundespräsidenten Gauck, der offensichtlich unbeugsam gegenüber kommunistischen Korruptionsversuchen ist.

    Trifft den Nagel auf den Kopf. Die Linken wären ja sogar bereit gewesen, einen Kandidaten Klaus Töpfer zu unterstützen; da fragt man sich schon, warum sie nicht gleich dessen Klon Wulff gewählt haben.

  • Aus Prinzip, Manfred, aus Prinzip haben sie ihn nicht gewählt. Wie könnte man sonst den ganzen spätpubertierenden Revoluzzern gefallen?

    Wer wäre denn, deiner Meinung nach, ein anständiger Mensch an der Spitze des ideologischen Parteieneinerleis gewesen? Ich bin gespannt…

    Beste Grüße,

    fnord

  • Nur zur Erklärung meines vorherigen Posts: Gauck wäre es, dem Stimmenverhältnis nach, eben nicht geworden, selbst wenn es noch ein paar Politiker mit Rückgrat gäbe…

    fnord

    • Ich meinte genau Gauck. Und ich bin mir nicht sicher, ob Wulff im dritten Wahlgang seine Mehrheit bekommen hätte, wenn aufgrund des Verhaltens der Linken nicht ohnehin klar gewesen wäre, dass Gauck keine Chance hat.

  • Nein Manfred, die Kommunisten hätten Töpfer unterstützt, weil dieser nicht mal mehr Kryptokommunist ist.
    Wikipedia lässt verlauten:

    „Nachdem er am 15. Januar 1998 aus der Bundesregierung ausschied, wurde er Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) in Nairobi.“
    (http://de.wikipedia.org/wiki/Klaus_T%C3%B6pfer#.C3.96ffentliche_.C3.84mter_ab_1998)

    Jetzt ist er Gründungsdirektor des Instituts „für Klimawandel, Erdsystem und Nachhaltigkeit“.
    (http://de.wikipedia.org/wiki/Institut_f%C3%BCr_Klimawandel,_Erdsystem_und_Nachhaltigkeit)

  • Vielleicht sollten wir hier erwähnen das Gauck immer ein begeisterter Unterstützer der Dauerkriege im Afganistan und im Irak war und auch unsere Beteidigung gut fand.

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