Non veni pacem mittere sed gladium. (Mt 10,34)
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Es gibt tatsächlich Menschen,

… die das Wiedererstarken deutscher Großmachtbestrebungen auf wirtschaftlichem, politischem und militärischem Gebiet kontinuierlich beobachten, … die kritische Berichterstattung über hegemoniale Taktiken und Strategien des vereinigten Deutschland einem internationalen Leserkreis … eröffnen(http://www.german-foreign-policy.com/de/info/)

Wahrscheinlich haben sie sonst keine Probleme.

Demgemäß alarmiert ist man in diesen Kreisen über eine Analyse der Stiftung Wissenschaft und Politik, deren Inhalt wenigstens auf diesem Wege dem interessierten Publikum zur Kenntnis gelangt. Es ist eben niemand völlig unnütz.

In besagtem Bericht wird festgestellt, dass Großbritannien seine Kräfte bei dem Versuch überdehnt hat, als weltweit operierende Großmacht auf Augenhöhe mit den USA zu operieren – was niemanden wirklich überraschen kann – weil die dafür nötigen Militärausgaben auf die Dauer ein Land dieser Größe überfordern (und der Versuch, als Trittbrettfahrer der USA einen Rest an Empire-Herrlichkeit aufrechtzuerhalten, spätestens seit jenem Tag als gescheitert gelten muss, an dem Donald Rumsfeld die Teilnehmer an der „Koalition der Willigen“ aufzählte: Es dürfte das erste, aber nicht das letzte Mal gewesen sein, dass die einst unangefochtene Weltmacht Großbritannien von dem Verteidigungsminister ihrer eigenen ehemaligen Kolonie in einem Atemzug mit Honduras und den Marshall-Inseln genannt wurde).

Man geht bei der SWP davon aus, dass andere Mächte in Zukunft für die USA als Bündnispartner wichtiger sein werden, während umgekehrt Großbritannien wohl oder übel stärker im Verbund mit europäischen Partnern wird agieren müssen, um weiterhin Einfluss auszuüben.

Das alles ist eine nicht originelle, aber saubere Analyse. Originell ist, was daraus wird, wenn man es durch die antideutsche Brille liest und eine stärkere EU-Prientierung Großbritanniens als

eine Stärkung der deutsch-europäischen Militärpolitik

interpretiert. Und weiter:

Die Berliner Prognosen sind monokausal und lassen das Wechselverhältnis zwischen Staaten ähnlicher Interessenlage außer acht. Nicht zum ersten Mal in seiner Geschichte befindet sich Großbritannien in einer Schwächephase, aber kann auf Verbündete hoffen: Als die wirtschaftlichen Fähigkeiten der imperialen Großmacht vor 70 Jahren nicht auszureichen schienen, kamen London die USA zur Hilfe. Gemeinsamer Gegner war das Großdeutsche Reich, das den Zweiten Weltkrieg vom Zaune brach. Unter völlig veränderten militärischen Verhältnissen wiederholt sich die damalige Kräftekonstellation: Erneut fordert Berlin zum Kräftemessen heraus, dieses Mal ökonomisch.

Sehen wir einmal davon ab, dass Großbritannien dieses ökonomische Kräftemessen bereits 1958 verloren hat, und zwar gegen Westdeutschland alleine: Natürlich könnte man das witzig finden, dass manche Leute in dieser völlig knieweichen Bundesrepublik, in der die Feigheit Staatsräson ist, ein potenzielles Viertes Reich sehen. Weniger witzig ist, dass es in Deutschland Menschen gibt, die es offenbar gar nicht erwarten können, die USA gegen Deutschland in Stellung zu bringen (was sonst sollte denn die Parallelisierung heutiger Wirtschaftskonkurrenz mit dem Zweiten Weltkrieg?), und die offenbar ganz genau wissen, wie man deutschfeindliche angelsächsische Feindbilder bedient.

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3 Antworten auf Das Hauptproblem

  • Diese Leute haben mit dem deutschen Nationalismus sogar recht – freilich ganz anders als sie sich das vorstellen.
    Irgendwie habe ich den Eindruck, die (linken) Deutschen klammern sich an das dritte Reich, weil es das letzte Mal war, wo man sie respektierte und fürchtete. Man macht indirekt einen auf dicke Hose („Hui was waren wir damals für böse Nazis! Die ganze Welt haben wir bekämpft und wollten wir erobern! Wir sind die größten Mörder überhaupt! Wir werden es für immer sein“), während das heutige Deutschland wirtschaftlich und demographisch im Niedergang und politisch und militärisch bedeutungslos ist.
    Normale Länder ziehen ihren Nationalstolz aus ihren vergangenen Siegenn Die Deutschen hingegen aus der Monstrosität ihrer Niederlagen und Verbrechen – und sei es nur, indem sie gegen diese nachträglich Widerstand leisten.

    Der Schuldkult dürfte nicht nur ein Herrschaftsmittel linker Eliten sein, sondern auch ein emotionaler Ausweg aus der Misere der eigenen Machtlosigkeit. Solange ein neues Ausschwitz droht und in jedem Deutschen die „blonde Bestie“ lauert, solange erfüllen unsere Linken als ewige Büsser und Wächter wider den Faschismus eine weltweit wichtige Aufgabe.
    Und je impotenter die Bundesrepublik bezüglich „hard power“ wird, desto mehr muss sie sich als Ausgleich im quasi-religiösem Antifaschismus selbstbeweihräuchern.

  • Zu dem zuletzt erschienenen Artikel (den man eigenartigerweise nicht kommentieren kann):
     
    Gestern früh gegen 6:30 schaltete ich den DLF ein, um Nachrichten zu hören. Was folgte, war dies:
    6:30 Nachrichten. Erste Meldung: 70 Jahre „Überfall auf Polen“.
    6:35 Morgen“andacht“ mit evangelischer Sozialpädagogin: Was kann man machen, um heute für die deutsche Schuld Sühne zu zeigen?
    6:40 Interview mit jungen Polen in „Zgorzelec“ (östlicher Teil von Görlitz): Wie wirkt das heutige Gedenken auf junge Menschen beiderseits der Neiße? Mit erkennbar vorgelesenem Appell, den Kampf gegen die NPD in Ostdeutschland zu verstärken.
    6:50 Presseschau. Hauptthema: Der deutsche „Überfall“ auf Polen vor 70 Jahren.
    7:00 Erneut Nachrichten, gleicher Text wie 6:30.
    7:10 Kalenderblatt: Der deutsche „Überfall“ von 1939.
    7:18 Wieder irgendetwas zum „aktuellen Tagesthema“
    Das sind in 48 Minuten sieben Beiträge, in denen es in manipulativer Weise um „den Überfall“ geht. Alle sieben Minuten ein Beitrag von 30 Sekunden bis 2 Minuten Länge, dazu noch angereichert mit „Kampf-gegen-Rechts“-Appellen. Wer zum Henker soll das aushalten? Will man es dem Hörer mit dem Hammer beibiegen, was ihm ohnehin schon vorn und hinten rauskommen müsste? Anscheinend ist im Krieg gegen das erwachende Bewußtsein, dass das mit der „deutschen Alleinschuld“ so nicht historisch haltbar ist, nun der Punkt erreicht, wo selbst eine auf Dauerfeuer gestellte Propaganda nur noch das Gegenteil dessen bewirkt, was sie erreichen will. Gut so!
     
    Nur habe ich irgendwann danach das Radio per Fußtritt abgestellt.
     
    Dieses Zitat von vor 30 Jahren kommt mir dazu in den Sinn:
     

    „Was uns heute im Fernsehen geboten wird, ist gezielte, raffiniert gemachte kommunistische Propaganda zur Vorbereitung einer Diktatur.“ Pfr. Hans Milch (1924 – 1987)

     

     
    Ich bin mittlerweile auch der Ansicht, dass es im Medienbetrieb um alles Mögliche geht, nur nicht um eine objektive Information des Bürgers. Alles ist einseitig, alles ist schnell-schnell zusammengewerkelt, die Textblöcke gleichen sich vom Videotext über die Internetausgaben bis hin zur Radiomeldung. Niemand hat mehr Zeit, nachzuhaken und zu recherchieren, niemand zieht die Meldungen der Presseagenturen in Zweifel, die quasi wie ein Wahrheitsministerium festsetzen können, was ist. Und wenn man aufgeklärten Menschen dieses Problem schildert, geht sofort das Visier runter; man weigert sich schlicht in Betracht zu ziehen, dass man geziehlt manipuliert wird.
     
    Die dpa hat ihr Hauptquartier übrigens im Frankfurter Messeturm – richtig, das ist der mit der dreistufigen Glaspyramide oben. Ein Schelm, wer da an das Große Siegel denkt.
     
    Ich entziehe mich diesem Irrsinn im Fernsehen mittlerweile fast ganz, vertraue nur noch den Blogs. Erstaunlicherweise fehlt mir nichts, ich kriege fast alles mit.

  • Tut mir leid, manchmal spielt mir mein Touchpad einen Streich, und wenn ich dann nicht aufpasse, werden Dinge angeklickt, die gar nicht angeklickt werden sollen; in diesem Fall das Feld, bei dem es um die Kommentare ging. Ab jetzt kann auch der Artikel „‚Überfall auf Polen'“ kommentiert werden.

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