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Ein katholischer Journalist aus Argentinien über Bergoglio

Wie nicht anders zu erwarten, sind die Informationen, die man über den gewählten Papst in den deutschen Massenmedien bekommt, von deprimierender Oberflächlichkeit und Naivität. Wie immer wird deutlich, dass kaum ein Journalist, der über die katholische Kirche schreibt, auch nur einen Funken Kompetenz mitbringt. Im Grunde ist die einzige Frage, die deutsche Journalisten interessiert, die, wann aus der katholischen Kirche endlich eine protestantische Kirche wird.

Grund genug zu fragen, wie denn Katholiken, und zwar konservative Katholiken aus Argentinien selber, die den Kardinal Bergoglio schon länger auf dem Schirm haben, über diese Wahl denken. Der argentinische Journalist Marcelo Gonzalez von Panorama Catolico Internacional hat eine erste Einschätzung veröffentlicht, die in englischer Sprache im Blog Rorate Caeli wiedergegeben wurde.

Als jemand, der den Namen Bergoglio gestern zum ersten Mal gehört hat und mit den inneren Verhältnissen in Argentinien nicht vertraut ist, kann ich nicht beurteilen, inwieweit diese Einschätzung zutrifft; da sie schlechterdings vernichtend ist, hoffe ich, dass sie nicht zutrifft. Ich dokumentiere Gonzalez' Artikel aber als – sicherlich subjektive – Stimme eines katholischen Beobachters aus dem Land des gewählten Papstes:

 

Der Horror!

Von allen undenkbaren Kandidaten ist Jorge Mario Bergoglio vielleicht der schlimmste. Nicht weil er etwa offen Doktrinen gegen Glauben und Moral verträte, sondern weil ihm, soweit man es von seinem Wirken als Erzbischof von Buenos Aires her beurteilen kann, Glauben und Moral vollkommen gleichgültig sind.

Als geschworener Feind der traditionellen Messe erlaubte er lediglich Imitationen dieser Messe, die von erklärten Feinden der hergebrachten Liturgie zelebriert wurden. Er hat jeden einzelnen Priester verfolgt, der versuchte, eine Soutane zu tragen, mit Festigkeit zu predigen, oder der sich bloß für Summorum Pontificum [das Apostolische Schreiben, mit dem Benedikt XVI. die traditionelle Liturgie zugelassen hatte, M.K.-H.] interessierte.

Da er für seine Inkonsistenz, und manchmal auch die Unverständlichkeit seiner Ansprachen und Predigten bekannt und obendrein gewöhnt ist, sich einer ungehobelten, demagogischen und zweideutigen Sprache zu bedienen, kann man nicht sagen, dass seine Lehre heterodox sei; sie ist so verwirrend, dass man sie eher als nichtexistent bezeichnen muss.

Die Menschen, mit denen er sich in seinem Ordinariat in Buenos Aires umgibt, sind mit Ausnahme weniger Kleriker nicht durch besonders tugendhaften Lebenswandel aufgefallen. Einige von ihnen sind stehen unter dem dringenden Verdacht moralischer Verfehlungen.

Er hat keine Gelegenheit verstreichen lassen, seine Kathedrale – im Namen eines unmöglichen und unnötigen interreligiösen Dialoges – Protestanten, Muslimen, Juden und sogar Sekten [„partisan groups“, evtl. sind auch politische Gruppierungen gemeint, M.K.-H.] zur Verfügung zu stellen. Er ist bekannt für seine Treffen mit Protestanten in der Luna-Park-Arena, wo er … sich bei einem gemeinsamen Gebet von protestantischen Geistlichen "segnen" ließ und damit de facto die Gültigkeit der "Sakramente" von Fernsehpredigern anerkannte.

Diese Wahl ist unverständlich: Er ist nicht weltläufig und hat keine Kurienerfahrung, strahlt keine Heiligkeit aus, ist lax in Lehre und Liturgie, er hat nicht gegen die Abtreibung und nur schwach gegen die Homo-"Ehe" gekämpft (die praktisch ohne Widerstand des Episkopats durchgesetzt wurde), er hat nicht die Manieren, die dem Stuhl Petri angemessen wären. Er hat nie für etwas anderes gekämpft als dafür, seine Machtpositionen zu erhalten. 

Das kann nicht wirklich das sein, was Benedikt für die Kirche wollte. Und Bergoglio scheint keine der Eigenschaften zur Fortsetzung seines Werks mitzubringen.

Gott schütze Seine Kirche. Man kann die Möglichkeit einer Wende nie ausschließen, so wenig wahrscheinlich sie nach menschlichem Ermessen zu sein scheint. Nichtsdestoweniger sieht die Zukunft erschreckend aus.