Non veni pacem mittere sed gladium. (Mt 10,34)
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117 Antworten auf "Das Dschihadsystem": Leserdiskussion

  • http://kairostheos.blogspot.com/2010/07/das-dschihadsystem-und-andere.html

    Hier findet sich meine Buchrezension vom vorliegenden Werk.

    Kurzfassung: Das Beste, was ich je zur Islamkritik gelesen habe.

    Zwei Kritikpunkte:

    1. Die christliche Perspektive
    2. Das Fehlen von Vorschlägen zur Bekämpfung des Dschihadsystems

  • Das, was Du die christliche Perspektive nennst, ergibt sich aus dem Ansatz, die Unterschiede zwischen der westlichen und der islamischen Kultur in den jeweiligen Systemen der kulturellen Selbstverständlichkeiten zu verorten, und die sind von der jeweiligen Religion geprägt. Es geht nicht darum, Propaganda für das Christentum zu machen, sondern diese Unterschiede zu erklären.

    Ungeachtet dessen halte ich eine areligiöse Gesellschaft in der Tat für nicht überlebensfähig. Ein sich entchristlichender Westen kann noch eine Weile funktionieren, solange die christliche Ethik trotzdem befolgt wird (auch wenn keiner mehr weiß, warum). Mit dem schwindenden Bewusstsein des religiösen Ursprungs dieser Ethik wird sie von zwei Seiten her angefressen und schließlich zerstört: Auf der einen Seite die Verballhornung und Verflachung, die aus der christlichen Ethik eine Ideologie für dümmliche Gutmenschen und Vulgärpazifisten macht, auf der anderen Seite verschwindet mit Gott auch die Instanz, die die Ethik verbindlich gemacht hat. Man kann leicht zeigen, dass unsere Gesellschaft nur funktioniert, solange sich die Mehrheit der Menschen nach der Goldenen Regel verhält; hingegen ist es unmöglich, den Einzelnen rational davon zu überzeugen, dass es für ihn als Individuum ein gutes Geschäft ist, dies zu tun. (Und ein gutes Geschäft müsste es ja sein, wenn Gottes Wille als Argument nicht mehr akzeptiert wird.)Was folgt ist, dass Ethik nur so weit und nur so lange eine Rolle spielt, wie sie dem eigenen Hedonismus und Egoismus nicht im Wege steht. Wo dies doch der Fall ist, wird sie ignoriert oder zurechtgebogen (“Die Pille ist ein Geschenk Gottes”).

    Und was die fehlenden Vorschläge angeht: Ich stelle eine Diagnose. Ist die Diagnose einmal gesellschaftlich akzeptiert, stellen sich die Therapievorschläge von selber ein. Ich würde es nicht für klug halten, meine Thesen unnötig angreifbar zu machen, indem ich ein politisches Programm entwickle und dadurch die Debatte von meinen Thesen über den Islam ab- und auf dieses Programm hinlenke.

  • Hallo Manfred,

    erst einmal möchte ich noch einmal betonen, dass ich das Buch für ein Meisterwerk halte und es meiner Meinung nach jedem wissenschaftlichen Anspruch genügt. Vor allem die Korananalyse hat es in sich. Das Werk ist erstens in sich stringent und deutet zweitens die soziale Realität des Islams auf eine Weise, der schwerlich widersprochen werden kann.

    Aber ich möchte noch einmal zu den beiden Kritikpunkten kommen:

    Wie ich in der Rezension auf meinem Blog (Link s.o.) ja schon sage: Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube!

    Wenn man wie ich von der Nichtexistenz Gottes überzeugt ist, dann kann das Christentum in der Tat kein sinnstiftendes Moment bilden. Ich denke allerdings auch nicht, dass Atheismus zwangsläufig unmoralisch macht, im Gegenteil. Das Zitat mit der Pille stammt ja auch nicht von einem Atheisten.

    Ich denke, dass das “transzendente Moment”, welches viele in Gott zu finden hoffen, hier auf Erden zu haben ist. Die Gründung einer Familie um den Fortbestand der eigenen Nation zu sichern ist für mich so ein “transzendentes Moment.” Dafür brauche ich keinen Gott. Ich brauche auch keinen Gott um ein sinnstiftendes Moment zu finden, wenn ich daran glaube, dass die Freiheit meines Volkes es wert ist dafür zu kämpfen (ich verweise nochmal auf meinen Essay “die Wiedergeburt Europas”).

    Was nun die “kulturellen Selbstverständlichkeiten” angeht, warum sollte eine atheistische (aber nicht linke!!!) Ethik diese nicht auch transportieren können?

    Als Anschlußfrage ergibt sich noch, ob Du islamisch geprägten Menschen aufgrund dessen gar keine Emanzipationsfähigkeit zugestehst und wie Du Apostaten und muslimische Islamkritiker einordnest.

    Zum zweiten Punkt: Ist mir schon klar, dass Du die Analyse nicht dadurch entwerten willst, dass alle nur über die Lösungsansätze streiten. Das ist auch gut so. Angemerkt habe ich das nur, weil man selbst als eingefleischter Islamkritiker am Ende das Buch aus der Hand legt und denkt: “Scheiße, das ist ja alles noch viel schlimmer!”

    Dieser Effekt ist wahrscheinlich sogar genau richtig, um den Ernst der Lage richtig zu würdigen. Mich würde aber trotzdem interessieren:
    a) Gäbe es ein (utopisches) Programm, das du für geeignet halten würdest, den Islam im Westen zurückzudrängen?
    b) Siehst Du irgendeine realistische Möglichkeit ein solches Programm politisch zu installieren?
    c) Wenn Du (b) verneinst, was ich annehme, ist es dann nicht ziemlich sinnlos noch Aufklärung zu betreiben?

    Nimm es mir nicht übel, aber Dein Buch hat mich ganz schön runter gezogen. Ich sehe wie unsere zivilisierte Welt erniedrigt wird (und sich immer wieder selbst erniedrigt) und fühle mich ohnmächtig und krank. Ich möchte nicht, dass meine Kinder in einer Welt, wie sie all diese Prognosen voraussehen, aufwachsen müssen.

    Brauchen wir nicht gerade die Hoffnung darauf, dass wir etwas ändern können? Ist diese Verzweiflung nicht der beste Weg den “Krieg des Willens” zu verlieren?

  • Guten Abend. Zuerst einmal, ich habe das Buch verschlungen. Es müßte zu einem Schulbuch werden. Und Zwangslektüre für jeden, der je ein politisches Amt bekleiden möchte…
    Da ich nicht erst seit gestern islamkritisch bin, habe ich an so einigen Stellen des Buches wissend genickt.
    Was mir aber auch ihr Buch mir nicht verständlich erklären konnte, war/ist eine Frage, die mich seit Jahren “quält”. Und daher bin ich überaus froh, sie hier stellen zu können:

    Wie formuliere ich es richtig? Hm, ich versuchs einfach drauf los. Wie passen Gendermainstreaming, Feminismus, Frauenquoten… und Islamapologeten, Islamversteher, Islamförderer (deutsche/europäische)… zusammen? Das erscheint mir so widersprüchlich. Mir kann niemand wirklich verständlich machen, warum eine Feministin Moslems verdeidigt. Mir kann auch niemand erklären, wie jemand wie Westerwelle den Islam schönreden kann. Wenn der hier ausbräche, hinge der doch als erster am Baukran. Was bewegt solche Leute?

    Wird das einfach “verdrängt”? Oder denkt man, das das ja nicht so bald käme, dass man sich schon fürchten müsse? Oder ist es wie ich als junges Ding übers Rauchen dachte: “Bis ich Lungenkrebs kriege, haben die was dagegen gefunden”?

    Liebe Grüße, H.K.

    • Der Islam wird zur Zerstörung der Gesellschaft eingespannt, genau wie Gender Mainstreaming, Propaganda für Homosexualität, Gleichmacherei in jeder erdenklichen Hinsicht. Was diese Ideologen unterschätzen, ist die Kraft und Selbstbehauptungsfähigkeit des Islam: Die gehen davon aus, dass die Moslems sich schon an ihre “Schöne Neue Welt” anpassen werden. Das hat mit ideologischer Verblendung zu tun: Die Ideologie, wonach der Weg zum allseitigen Glück über die Zerstörung hergebrachter solidaritätsstiftender Strukturen (Volk, Familie, Religion) führt, hat sowohl bei den Linken wie bei den Neoliberalen den Platz eingenommen, den bei anderen Menschen die Religion besetzt. Die glauben inbrünstig daran, und wer so etwas glaubt, kann sich gar nicht vorstellen, dass die Moslems “töricht” genug sein könnten, diese wunderbare Zukunftsgesellschaft abzulehnen, sofern man sie nur freundlich genug dazu einlädt. Für einen erheblichen Teil der Linken und “Liberalen” dürfte diese, ich nenne sie einmal: Verblendungshypothese zutreffen.

      Ob freilich auch die globalistischen Eliten so verblendet sind, mag man bezweifeln. Es ist nicht unmöglich – denn, wie gesagt, es handelt sich um eine Art heidnischer Religion, und Glaubenssysteme können ganze Klassen in ihrem Bann halten. Wenn wir aber von der Arbeitshypothese ausgehen, dass sie genau wissen, was sie tun, dann bekommt ihr Handeln Sinn unter den Prämissen, die ich in meinem Artikel Islamisierung als Outsourcing dargelegt habe, in dem es genau um die von Dir gestellte Frage geht.

  • Ich denke, dass es zwei Arten von Linken gibt:

    Die einen, die an diese Ideologie wirklich glauben, die wahren Gutmenschen, die ganz ehrlich halt Pazifisten sind. Diese müssten eigentlich den Islam ablehnen, tun es aber nicht, weil sie sich verbieten, sich näher mit dem Koran,etc. zu beschäftigen.

    Die anderen, dass sind die Hintermänner und Chefideologen, keineswegs nur irgendwelche SEDler, auch die kommunistischen Fanatiker von nebenan. Diesen geht es überhaupt nicht um sozialen Ausgleich, Völkerverständigung, etc., sondern nur darum, das böse kapitalistische System (das mit dem “weißen Mann” identifiziert wird) zu zerstören.

    Exemplarisch habe ich hier einen linken Islamapologeten auseinandergenommen: http://kairostheos.blogspot.com/2010/07/text-vom-25510.html

    Linke und Moslems passen aus vielen Gründen zusammen. Sie glauben an Umverteilung und Lügen ist für sie im Dienst “der Sache” kein Verbrechen.

    Trotzdem denke ich, dass die Linken den Islam gründlich unterschätzen. Sie denken, sie könnten ihn benutzen und dann zähmen wie das Christentum. Das wird nicht funktionieren…

  • Oder ist es wie ich als junges Ding übers Rauchen dachte: “Bis ich Lungenkrebs kriege, haben die was dagegen gefunden”?

    Ich würde wetten, daß es genau so ist. Macht macht überheblich. Die sehen ja jeden Tag, wie gut ihre Indoktrination funktioniert und glauben daher, daß sie jeden Menschen das tun lassen können, was ihnen für ihn vorschwebt.

  • Vielen lieben Dank für die Antworten! Da habe ich jetzt was, worauf ich die nächsten Tage “herumkauen” kann.

    Klingt alles ziemlich logisch eigentlich. Vor allem das mit dem unterschätzen habe ich mir auch schon irgendwie zusammengereimt.

    “Macht macht überheblich.” Und das ist allzu wahr. Wenn ich so manches Geschwafel in den Medien höre/lese, dann kommt mir oft und öfter das Zitat in den Kopf, das man der Marie Antionette in den Mund gelegt hat. Das mit dem Brot und dem Kuchen.

  • Komme leider nicht schnell genug mit dem lesen voran… und wg. der pessimistischen Sichtweise mancher (wie von Kairos) mache ich mir keine Gedanken. Es ist ja eine Analyse. Eine Analyse ist eine Grundlage, um Lösungen besser vorbereiten zu können.

    Und wer weiß… ob nicht schon ein weiteres Buch in ein paar Jahren rauskommt…. Ich bin gespannt, auf die Resonanz im nächsten halben bis 3/4 Jahr, und vor allem bin ich gespannt, wie viele “Entscheider” eine Excerpt davon mitbekommen.

  • Ein hervorragendes Buch, welches von der Argumentationsführung schlüssig erscheint. Ich beschäftige mich selber von Berufs wegen mit der Thematik und habe den Islam in unterschiedlicher Ausprägung im Kosovo und Afghanistan und, natürlich, in Deutschland kennengelernt. Die Entwicklungen hier in Deutschland halte ich für sehr bedenklich.

  • So, das Buch ist gelesen, einschließlich des letzten, rabenschwarzen Satzes.
    Aber eigentlich ist es ja noch schlimmer! Hatte ich bisher gedacht, daß der Islam irgendeinen Kern hätte, über den man in einen interreligiösen Dialog eintreten könnte, so wird auch dieses zum Wunschdenken.
    Nach den Forschungsergebnissen von Christph Luxenberg (Pseudonym), die für den Laien in dem Buch “Good Bye Mohammed” von Norbert Pressburg hervorragend zusammengefaßt sind, steht fest:
    - daß Mohammed nie gelebt hat ( darin übereinstimmend mit Sven Kalisch);
    - die Sprache des Koran nicht arabisch, sondern syroaramäisch ist;
    - der Urkoran eine Schrift von Christen war, die jedoch monopysitisch waren, das heißt, die Menschwerdung Gottes in Jesus abglehnten;
    - daß also von Anfang an getäuscht, getrickst und gelogen wurde.
    Damit sind auch alle Annette-Schavan-Schwärmerein von “den Islam aus den Hinterhöfen an die Universität holen und dort transparent machen” ad absurdum geführt, es sei denn, man will auch noch die Universität ruinieren.
    Einen weiteren Aspekt möchte ich anfügen:
    Zu den Errungenschaften des Abendlandes gehört die Gleichwertigkeit des Gebets mit der Arbeit (ora et labora). Auch etwas, das Muslime und Westler nicht teilen.
    Die Geringschätzung der körperlichen, handwerklichen, bäuerlichen Arbeit ist m.E. ein wesentlicher Grund für die Rückständigkeit der islamischen Welt. Auch hier ist jedes Politikergeschwätz von “Integration durch Arbeit”, also “unsere Migranten, die Dachdecker von morgen” Traumtänzerei.
    Vielen Dank für das Buch, mein Respekt vor der ungeheueren Arbeitsleistung!

    • @ Lisje:

      Dem letzten Punkt – dem mit der körperlichen Arbeit – stimme ich zu.

      Ich glaube allerdings nicht an die Theorie, dass Mohammed nie gelebt haben, sondern bloß eine Kunstfigur gewesen sein soll, die sozusagen aus propagandistischen Gründen erfunden worden sein soll. Hätte man diese Figur nämlich erfunden, so hätten die frühen Muslime bestimmt nicht solche Dinge notiert, die ihn in den Augen speziell von Christen – und um deren Konversion ging es ja vor allem – diskreditieren mussten: also zum Beispiel, dass er seinem Adoptivsohn die Frau ausgespannt hat, dass er Kritiker von Auftragskillern liquidieren ließ, dass er mindestens einen ganzen Stamm ausgerottet hat, dass er gefangene Frauen seinem Harem einverleibt hat, dass er eine Sechsjährige geheiratet hat – überhaupt seine sexuelle Maßlosigkeit schlug christlichen Vorstellungen von “Heiligkeit” derart ins Gesicht, dass sie von Anfang an und bis heute sagen: Ein solcher Mann kann unmöglich der Gesandte Gottes gewesen sein. Man hätte solches auf keinen Fall erfunden, wenn es darum gegangen wäre, eine Hagiographie zu schreiben. Nicht einmal Wundertaten hat man ihm angedichtet, und sich damit Jahrhunderte christlicher Polemik eingehandelt, die den Kontrast zwischen den Wundern Christi und den Nicht-Wundern Mohammeds weidlich ausgeschlachtet hat. Nein, ich bin überzeugt davon, dass die muslimische Geschichtsschreibung im Wesentlichen zuverlässig ist.

    • @ Druide: Vielen Dank für den Hinweis. Allerdings scheint sich das in den letzten 2 Stunden geändert zu haben: Jetzt liege ich wieder hinter Broder. (Aber immerhin: nicht sehr weit, er auf 2, ich auf 4).

  • und Nr. 23 in der Kategorie “Beliebte Neuveröffentlichungen in der Kategorie Politik & Geschichte”!

    http://www.amazon.de/gp/new-releases/books/143/ref=pd_ts_b_mte

    Kirsten Heisig ist hier schon auf Nr 1! – Schade, da hat sie leider nichts mehr von!

  • Na ja, aber es läuft doch offenbar nicht schlecht, oder?

    “Nicht auf Lager” heißt doch wohl: mehr Bestellungen als erwartet!?

  • Manfred,
     
    was ist mit dem Hinweis auf Dein Buch rechts oben auf der Seite los? Er soll wohl ein Link zum Resch-Verlag sein, wo man das Buch direkt bestellen kann. Immer wenn ich da draufklicke, meldet Firefox, die Anfrage werde so umgeleitet, dass sie nicht beendet werden kann. Habe das Problem nur ich oder auch andere?
     
    Ich glaube, verglichen mit den Verkaufszahlen für Mathematikbücher (ausgenommen evtl. den Papula) sehen die Zahlen für Bücher zur Islamthematik noch ganz gut aus.

  • Anscheinend besteht das Problem verlagsseitig; wenn ich auf resch-verlag.com direkt nach dem Buch suche, bekomme ich es angezeigt und könnte es auch bestellen. Der Aufruf der Detailseite aber produziert dort genau den gleichen Fehler.

    • @ Thatcher:

      Dürfte eine vorübergehende Störung gewesen sein. Ich komme jedenfalls problemlos durch. Trotzdem vielen Dank für den Hinweis, und ganz allgemein die Bitte an Alle, mir zu sagen, wenn irgendetwas, was funktionieren sollte, nicht funktioniert.

      • Übrigens sind alle, die das Buch gelesen und sich enthusiastisch geäußert haben, herzlich eingeladen, entsprechende Rezensionen bei Amazon, thalia.de, buecher.de usw. zu hinterlassen. Der Verbreitung kann das nur guttun.

  • Manfred,
    hast Du Dir die Listen bei Amazon mal wieder angesehen? Gut oder?
    Bist Du jetzt ein reicher Mann? ;-)
    Gruß

    • hast Du Dir die Listen bei Amazon mal wieder angesehen? Gut oder?

      Ehrlich gesagt, schaue ich mir die Amazon-Liste 2-3mal täglich an. Was ich dabei festgestellt habe, ist, dass das Buch rauf- und runterrauscht. Um in der Rubrik Politik&Geschichte unter den besten 100 zu sein, darf man bei Büchern insgesamt nicht schlechter als Platz 5000 sein. Da die Liste stündlich aktualisiert wird, kann es vorkommen, dass ich mittags bei 3000+ bin (also im Bereich Platz 60-70 in Politik&Geschichte) und abends bei 8000+ (so wie jetzt). Ich schließe aus den extremen Schwankungen, dass das “Dschihadsystem” (noch) zu einem breiten Mittelfeld gehört, von dem bei Amazon vielleicht 5-10 Exemplare täglich verkauft werden. Ein Bestseller ist es also noch nicht, und reich bin ich schon gar nicht :-(

      Wenn ich mir allerdings die enthusiastischen Reaktionen derer vergegenwärtige, die das Buch gelesen haben, dann glaube ich, dass ich noch lange nicht das letzte Exemplar verkauft habe.

  • @ Manfred 14.07.10
    “Ungeachtet dessen halte ich eine areligiöse Gesellschaft in der Tat für nicht überlebensfähig. Ein sich entchristlichender Westen kann noch eine Weile funktionieren, solange die christliche Ethik trotzdem befolgt wird (auch wenn keiner mehr weiß, warum). Mit dem schwindenden Bewusstsein des religiösen Ursprungs dieser Ethik wird sie von zwei Seiten her angefressen und schließlich zerstört:…”

    Wer will, oder besser wer glaubt an so einen Schwachsinn, wie an eine “areligiöse Gesellschaft”. Mir ist z.B. kein Atheist bekannt (lebend), der sowas nur anstrebt bzw. für realistisch durchsetzbar hält (die Roten klammere ich mal aus, aber das sind ja keine Atheisten).

    “…von zwei Seiten her angefressen und schließlich zerstört:…”
    Klingt schon dramatisch, aber die “eine Seite” war ein Teil des anderen, bevor es verloren wurde und zwar von der Seite, die es jetzt jenen vorwirft (verloren halte ich jetzt auch etwas für überspannt ein Gemeinschaft ist man ja immer noch).
    Bzw. die Migranten mit ihren “Träumen” wurden auch von der “einen Seite” geholt.

    zum 17.07.10
    “… Propaganda für Homosexualität …”
    Wie geht das?
    Wie kann man Propaganda od. Werbung für Homosexualität betreiben, habe noch nie gehört, aber auch noch nie darüber nachgedacht.

    Ansonsten zum Buch: tapfer!

  • Auf buchtest.de ist jetzt eine Rezension des Buches erschienen:

    http://www.buchtest.de/rezension/das-dschihadsystem.html

  • Ot und auch wieder nicht.
    Kirsten Heisig, Das Ende der Geduld Zitat S. 62, 2.Abs. “Ein weiterer erheblicher Grund der langen Verfahrensdauer liegt in den zahlreichen psychologischen und psychiatrischen Begutachtungen der Angeklagten bezüglich ihrer Schuldfähigkeit. Gerade im Bereich der Gewaltdelikte werden diese Gutachten häufig durchgeführt, weil kein Verfahrensbeteiligter in der Lage ist, die Motivation der Angeklagten aus eigener Sachkunde zu erfassen.”
    Wir kennen diese Motivation: Sie heißt Islam.
    Es geht weiter S. 76: “Falls die Täter zum Zeitpunkt der Vergewaltigung bereits vierzehn sind, werden sie zur Verantwortung gezogen…in solchen Verfahren werden immer Gutachten zur Frage der strafrechtlichen Verantwortlichkeit und der Schuldfähigkeit angefertigt. Die Hintergründe für den Verlust jeglicher Hemmschwelle sind schwer zu fassen.”
    Wir kennen die Hintergründe: Sie heißen Islam.

  • Manfred,
    ich habe “Das Dschihadsystem” gekauft – und hoffe, dass mein Textmarker bis zum Schluss durchhält.
     

  • Manfred, ich habe Ihr Buch mit wachem Interesse gelesen und dadurch erheblich mehr Hintergrundwissen über die Wirkungsweise des Islam gewonnen  und würde, wenn ich Moslem wäre, nach  koranischer Denkweise anerkennend sagen : “Respekt Manfred für diese “Schweine”-Arbeit.”

  • Hallo Manfred,
     
    nachdem ich nur das “Dschihadsystem” einmal schnell und dann verschiedene Abschnitte gründlich durchgelesen haben, bin ich sehr positiv überrascht, dass ich keinen islamwissenschaftlichen “Patzer” entdecken konnte, obwohl so etwas selbst bei Fachleuten wie etwa Hans-Peter Raddatz durchaus nicht selten ist.
     
    Das Buch ist, wie zu erwarten war, aus einer sozialwissenschaftlichen Perspektive geschrieben, die auch einem Islamwissenschaftler ungewohnte Einblicke bietet.
     
    Das einzige, was vielleicht aus islamwissenschaftlicher Sicht zu kritisieren wäre, ist, dass das Korpus der mündlichen Überlieferung, also die Sunna, im Buch doch sehr im Hintergrund steht, obwohl ja die Masse der Einzelbestimmungen im orthodoxen Islam nicht aus dem Koran, sondern der Sunna hergeleitet wird.
     
    Besonders gefallen hat mir Kapitel I. “Die eigene Optik”, in dem meines Erachtens sehr schön die heute vorherrschende Ideologie analysiert wird.
     
    Auch wenn das “Dschihadsystem” für den Fachmann wenig Überraschendes bietet, so hat man doch bisher eine so dichte Analyse des Systems Islam noch nicht gelesen.
     
    Als ich vorhin bei Amazon geschaut habe, auf welchen Platz das Buch von Sarrazin steht und ich zu meiner Freude erfahren habe, dass es bereits jetzt auf Platz 1 von allen Büchern steht, fiel mein Blick auch auf den Hinweis zum “Dschihadsystem”, das Im Moment auf Platz 719 von allen Büchern steht.
     
    Es ist zu hoffen, dass das gegenwärtige Interesse am Thema Islam (nicht zuletzt wegen Kirsten Heisigs Buch) dem “Dschihadsystem” viele Leser beschert.
     

  • Hallo Manfred,
     
    Du hast gerade noch eins verkauft. Als klitzekleine Gegenleistung wäre ich Dir dankbar, wenn Du mir verrätst, wie ich die Werbung bei Deiner Seite abschalten kann, das nervt.
     
    Ich benutze Firefox, Danke im Voraus.

  • Als ich anfing, das Buch zu lesen, hat sich die Beklommenheit und Beängstigung in mir verstärkt, die sich bei der Beschäftigung mit diesem Thema immer wieder einstellt. Das beschreibt v.a. den Eindruck, daß die angekündigte Entwicklung so unausweichlich und unabwendbar scheint, daß man sich nur noch überlegen kann, wie man dann mit ihr zurechtkommen wird, wenn sie dann eben eintreten wird.
    Für mich ist das kein Alltagsthema, denn ich lebe ganz im Osten Deutschlands und im Alltag ist der Islam hier noch nicht so real. (weil wir ja hier alle “Nazis” sind,bleiben wir verschont…)Gerade deshalb nehmen wir hier aber vielleicht manches wahr, was sich andere als Problem zu empfinden aus Gründen der PC oder der Gewöhnung lange schon verboten haben? Mir ging es jedenfalls ganz ähnlich wie „Kairos“, der ja als einen seiner beiden Kritikpunkte „Das Fehlen von Vorschlägen zur Bekämpfung des Dschihadsystems“ ausmachte. (Mit dem anderen Kritikpunkt von Kairos: „Die christliche Perspektive“ habe ich (naturgemäß, als Christin) gar kein Problem.)

    Aber am Ende liegt darin nicht (mehr) mein Problem. Erstens finde ich schon im Buch befriedigende Antworten auf diese Frage (Toleranz oder Repression) . Das halte ich für eine ganz wichtige Antwort! Jede „Repression“, die im Rahmen der Grundrechte (Grundgesetz, Menschenrechtscharta) und der Gesetze möglich ist, MUSS SOFORT UND UMITTELBAR durchgesetzt werden. Für Zuwanderungsbeschränkung besteht hohe Not! Geordnete, gesteuerte Zuwanderung mag gut sein. Aber: Im Moment verfährt man in der Praxis ja eher umgekehrt. Alles, was „irgendwie noch zu ertragen zu sein scheint“ wird akzepiert. Umgekehrt ist es richtig, denke ich! Deshalb wäre es doch schon hilfreich, wenn Gesetzgeber, Kommunen, Schulen und Gemeinden einen gewissen Anpassungsdruck ausübten, statt sich in vorauseilendem Gehorsam unterzuordnen.

    Zweitens war auch der Blogeintrag „Was tun?“ eine hilfreiche Ergänzung. Ich empfinde Dein Buch als herausragende Analyse, aber –in der Verarbeitung der Lektüre – auch als einen Aufruf. Jeder muß am je eigenen Ort entscheiden, was zu tun ist. Für mich selbst würde ich das so formulieren: Meine eigenen Kinder und die Kinder in der Gemeinde, soweit sie mir anvertraut werden, im christlichen Glauben erziehen, auch um Rechtgläubigkeit bemüht, Grenzen deutlich machen, das Bekenntnis stärken, Brücken nicht verwischen.
    Ich habe z.B. mit wirklicher Erschütterung die Doku “Korankinder: Die Koranschulen von Bangladesch“ gesehen. Da berichtete u.a. ein Vater – überzeugend erschüttert – davon, daß er seinen Sohn auf eine dieser dummen Koranschulen schickte, um sein eigenes Heil/Wohlergehen (im Jenseits) zu sichern. Eine andere Hoffnung hatte er ganz offensichtlich nicht. Und ich dachte immerzu: Kann ihm denn niemand sagen, daß er das alles umsonst/gratis/sola gratia/um Christi willen haben kann…

    Muslime haben das Zeugnis des gnädigen Gottes nötig, bitter nötig, weil er befreien will und kann – unsere Leute (meine Predigthörer, Kindergottesdienstkinder, Konfirmanden) kennen den gnädigen Gott, müssen dagegen auch den Gott hören, der kritisiert und ordnen will, der – in aller Gnade – ordnen und strafen kann. Oft ist es schwer, zwischen ihnen zu unterscheiden. Aber ich glaube, daß es möglich ist. Ich würde –z.B.- gern mit “Kairos“ über Gott reden, über „meinen“ Gott.
    Manfed, ich danke Dir herzlich für dieses Buch, für die klare, einleuchtende Analyse. Daß wir (Leser) etwas daraus machen müssen, empfinde ich als richtig, grundgesetzkonform, sachgerecht und auch v.a. als christlich.
    War die Lage im Jahr 1988/89 nicht wirklich hoffnungslos? War ich nicht aufgewachsen mit dem Gedanken, daß die DDR etwas Ewiges sei? Na, klar! Ich glaubte das ja auch.
    Aber neue Wege sind möglich, wenn wir es wollen und v.a. wenn wir es auch wagen und uns trauen. Es ist bitter, aber mit Gottes Hilfe – nie hoffnungslos!!!

  • Das Intresse, das Sarrazins Buch am Islam auslöst, zieht Dein Buch nach oben. Jetzt schon Amazon-Verkaufsrang 530, Gratulation!

  • Barbara:
     
    Sehr gerne, aber nicht hier, sondern auf meinem Blog oder mail an kairostheos@aol.com.

  • Wow, Amazon-Verkaufsrang 161 bei Büchern allgemein, Rang 7 bei Fachbüchern. Dein Buch wird noch zum Bestseller, Manfred!
    Darf man fragen, ob das nur bei Amazon so ist, oder ob das einen allgemeinen Trend zeigt?

    • Bis jetzt ist es leider nur bei Amazon so. Es hängt vermutlich damit zusammen, dass ich dort von dem Run auf das Sarrazin-Buch profitieren. Dort steht nämlich unter “Kunden, die dieses Buch gekauft haben, kauften auch…” unter anderem das “Dschihadsystem”.

  • Jetzt habe ich auch endlich das “Dschihadsystem” im Bücherschrank stehen (Bestellung bei Amazon, zusammen mit einem etwas schwieriger zu beschaffenden Buch).
     
    Ich habe auch mal einige Buchläden in Nordwestdeutschland abgeklappert, aber das Buch nirgends gefunden. Anscheinend wird dem Buch nicht zugetraut, die Laufkundschaft zum Kauf bewegen zu können. Natürlich könnte man es im Laden bestellen, aber dazu muß der Kunde schon vorher wissen, was er haben will.

  • Sehr schön, es geht weiter aufwärts!
    Amazon.de-Verkaufsrang: Nr. 126 in Bücher

  • Lieber Manfred,

    mit sehr viel Gewinn habe ich Dein wirklich gelungenes Buch nun ausgelesen.

    Nachstehend ein paar Anmerkungen, die ich bei unserem letzten Zusammentreffen nicht mehr ansprechen konnte, weil andere Themen zur Sprache kamen.

    An die Zwangsläufigkeit der Islamisierung der sich gegenwärtig in der ent-strukturierenden europäischen Gesellschaften glaube ich nicht (vgl. S. 288). (Ich gebe zu: Ich will es auch nicht und suche nach Gründen.) Warum?

    Die deutsche Gesellschaft ist nicht so träge und feige, wie manche kulturpessimistischen Islamkritiker denken. Wie der Protest gegen die Schulreform in Hamburg, wie überhaupt die massive Abgrenzung der bildungsbewussten Mittelschicht gegenüber bildungsfernen Schichten (also auch und insonderheit: viele Muslime) zeigt, gibt es Energien, mit denen wir vielleicht gar nicht mehr rechnen. Und die werden gerade im Falle einer Wirtschaftskrise, wenn man genau überlegt, wer der Gesellschaft nutzt und wer eben nicht, wieder aktiviert werden.

    Der Fall Sarrazin ist ein Wendepunkt: Noch nie zuvor wurde die Diskrepanz zwischen Elitensicht und den Erfahrungen des Volkes so sichtbar. Sarrazin ist, wie Norbert Bolz es ausdrückt, ein „Geschichtszeichen“. Ein Geschichtszeichen, eine gigantische Warnung deshalb, weil nun klar ist, dass auf keinen Fall das ignoriert werden darf, was sich in den Umfragen gezeigt hat und was die Ideologen von Multi-Kulti, Diversity usw. nicht wahrhaben wollen: das deutsche Volk. Und ich bin mir sicher, dass im Fall einer Nicht-Berücksichtigung der deutschen Interessen und einer Krise die angestaute Unzufriedenheit mit den Verhältnissen umso massiver durchschlagen wird. Freilich könnte das dann außerhalb der zivilisierten Formen geschehen, an die wir uns glücklicherweise gewöhnen durften, obwohl sie historisch überhaupt nicht selbstverständlich sind. Entscheidend dürfte sein, ob sich diese Zuspitzung infolge einer äußeren Krise vor oder nach einer wirklich durchgreifenden quantitativen oder qualitativen Verschiebung ereignet.

    (Unter anderem) Deine Darstellung der Islamisierung durch bewusstes strategisches Vorgehen bestimmter Persönlichkeiten und durch dezentrales, oftmals unbewusstes traditionsgeladenes Verhalten vieler hat mich sehr beeindruckt. Trotzdem gehe ich von der Unterlegenheit des Islam aus, und zwar aus folgenden Gründen:

    Die enorme ethnisch konnotierte Solidarität der Muslime schränkt ihre Organisationsfähigkeit als schlagkräftige Umma doch massiv ein. Da konnte ich Deine Ausführungen auf Seite 246 mit meinen Erfahrungen, z.B. was die Abgrenzung der Türken von den Arabern oder den Kurden angeht, nicht ganz in Einklang bringen.
    Der Islam könnte, wenn man die europäische Geschichte einst im Rückblick aus dem Jahre 2100 betrachtet, die Funktion gehabt haben, der Selbstzerstörung der offenen Gesellschaft durch ihre Zentrifugalkräfte Einhalt zu gebieten. Als Negativfolie, die den Europäern hilft, sich wieder ihrer Wurzeln zu vergewissern, um ihre Gesellschaften wieder zu strukturieren.
    Das hieße auch, dass wieder mehr Europäer beginnen, an etwas zu glauben, was über die Erlebnisse der Spaßgesellschaft hinaus geht, etwa die Nation oder Gott.
    Und ich vermute, dass die Menschen, für die das gilt, mehr Kinder haben werden. So wie auch Christen heute schon mehr Kinder haben als die Hedonisten und die Unsicheren. Und wer Kinder hat, greift ja heute schon ganz anders durch. Der zieht eben aus Kreuzberg weg, auch wenn er vorher den Multi-Kulti-Blödsinn nachgeplappert hat. Dann ist Schluss mit lustig.
    Die Generation der heutigen Schüler, die ja mit bestimmten negativen Erfahrungen aufwachsen, wird ja zu einem Zeitpunkt in die berufliche und politische Verantwortung genommen werden, da zwar alles noch viel schlimmer, aber noch nicht abgeschlossen sein wird. Und die wird anders drauf sein. Und dann werden die 68er weg sein.
    Man staunt, wie schnell sich die Dinge ändern: 1998, also vor 12 Jahren, war ich mit Freunden in Bonn: Überglücklich haben wir das Ende von Kohl gefeiert, endlich Rot-Grün. Wer hätte gedacht, dass es bei so vielen Linksliberalen im Zeichen der Islamkritik mal zu einem konservativen Turn kommen würde. Ich glaube also, dass die allgemeinen Einstellungen, die die Politik braucht, um zu handeln, sich doch viel schneller ändern werden als die demographischen Machtverhältnisse.

    Viele Grüße
     
    Martin

  • Der Islam könnte, wenn man die europäische Geschichte einst im Rückblick aus dem Jahre 2100 betrachtet, die Funktion gehabt haben, der Selbstzerstörung der offenen Gesellschaft durch ihre Zentrifugalkräfte Einhalt zu gebieten. Als Negativfolie, die den Europäern hilft, sich wieder ihrer Wurzeln zu vergewissern, um ihre Gesellschaften wieder zu strukturieren.

    Das dürfte der entscheidende Punkt sein. Ich sehe die Fortschritte schon auch, aber sie vollziehen sich quälend langsam, vor allem wenn man bedenkt, wie tief die moralische Krise ist. Was gefordert ist, ist nicht weniger, als dass praktisch die gesamte Gesellschaft ihre tief verinnerlichte Ideologie, d.h. die Ergebnisse von mindestens vierzig Jahren Gehirnwäsche  über Bord wirft. Im Moment werden kaum Oberflächenphänomene angekratzt; es bedürfte aber einer 180-Grad-Kehre, und dies unter den Bedingungen einer medialen Dauerbeschallung mit Propaganda.
    Die Eliten wissen genau, dass uns die Zeit davonläuft, deswegen kämpfen sie um Zeit, und sie werden keinen Trick unversucht lassen, jeden Erkenntnisfortschritt so lange wie möglich hinauszuzögern. Momentan versuchen sie noch, die Debatte abzuwürgen, aber wir sollten nicht die Illusion haben, dass sie dumm genug sein werden, damit bis in alle Ewigkeit fortzufahren.
    Das nächste,was sie versuchen werden, wird sein, die Debatte auf den Islam einzugrenzen und jeder grundsätzlichen Kritik an Massenmigration durch ein wenig wohlfeile Islamkritik den Boden zu entziehen. Durchaus möglich, dass einer aus dem Machtkartell die Rampensau macht, die mit starken Sprüchen und ein paar symbolischen Taten das Volk lang genug hinhält, bis es zu spät ist. Wahrscheinlich einer aus der CSU – ich tippe auf den Freiherrn.
    Dabei darf man nicht vergessen, dass sie die gesamte gesellschaftliche Ideologieproduktion kontrollieren bzw. auf ihrer Seite haben. Solange die Leute noch einen Rest von Vertrauen in die Objektivität von Journalisten und “Wissenschaftlern” haben, werden sie deren Deutungsangebote annehmen.
    Wenn sich am Ende die Dinge doch bis zum Bürgerkrieg zugespitzt haben werden, ist fraglich, ob wir ihn gewinnen. Schließlich besteht dann immer noch die Möglichkeit, dass EU- oder NATO-Truppen eine “humanitäre Intervention” vornehmen.
    Nein, es ist nicht hoffnungslos. Aber momentan besteht mehr Anlass zum Pessimismus als zum Optimismus.

  • Ich habe das Buch bei “meinem” Buchhändler (den ich sehr schätze) telefonisch bestellt. Er fragte mich, ob das Buch rezensiert worden sei, was ich bejahte. Als ich es abholte, war er noch kürzer angebunden als sonst. Er drückte mir das Buch in die Hand, als handele es sich um “heiße Ware” und “bellte” mich geradezu an (es war ein unartikuliertes Geräusch), so nach dem Motto “Hier, du Nazi!” Der Arme: Er hat bis vor kurzem gedacht, dass sich der linke Zeitgeist, dem er anhängt, endgültig durchgesetzt hat, und nun muss er solche Bücher unters Volk bringen! Mein Geld hat er dennoch genommen ;-)

    • @ A.S.:

      Das hat er wirklich gesagt? Also man sollte sich ja langsam daran gewöhnt haben, wie gehirngewaschen diese Affen sind, aber es erschüttert einen doch jedesmal aufs Neue.

  • Nur weil man ein Buch liest oder bestellt, heißt das ja noch lange nicht, daß man es gutheißt.

  • Zu den von Martin eingebrachten Überlegungen sollte man hinzufügen, dass der Islam zwar schnell grosse Massen mobilisieren kann, sich das Ganze aber bald in Chaos und Gewalt aller gegen alle auflöst. Der Staat Israel zeigt, dass sich eine kleine und entschlossene Gemeinschaft sehr gut gegen diese thuggees behaupten kann.
    Alle Erfolge des Islam in Europa sind der Verräterei unserer “Eliten” zu verdanken. Solange uns noch ein Rest Nationalbewusstsein und Organisationsstrukturen (wie sie die Kirchen haben) zur Verfügung stehen, bleibt uns immerhin noch eine gute Chance auf Selbstbehauptung in unserem Europa – wenn auch künftig mit zahllosen Gazastreifen überall. Es wird nicht mehr das friedliche Europa von heute sein, wir werden wohl zwischen Sicherheitszonen und Unruhegebieten pendeln müssen.
    Übrgens läuft heute auf EinsExtra die dreiteilige Doku “mit Allah im Kampf um Öl”- sehr interessant.

  • Nachtrag – deshalb ist es wichtig, die Zerstörung unseres Bildungswesens zu unterlaufen.
    Hier in diesem Blog ist der Aufruf natürlich überflüssig, aber tragt es in Eure Umgebung weiter: pflegt die Deutsche Sprache und tragt private Bibliotheken mit den wichtigsten Klassikern unserer Literatur zusammen. Ich empfehle antiquarische Auflagen vor der Rechtschreibereform.
    Ein Tip von mir sind die Übersetzungen Chinesischer Klassiker des leider in Vergessenheit geratenen Franz Kuhn, ein wunderbares Deutsch!
    Etwas Schönes aus der Kin-ping-Meh Übersetzung:
    Vom Bach sich treiben lassen,
    Wie schön! – denkt die Blüte im Fallen.
    Der Bach aber bleibt gelassen
    Und erweist ihr nicht den Gefallen.

  • Habe das Buch nun endlich auch. Super!
    Wäre eine Übersetzung ins Englische denkbar?

  • Nicht alle etablierten Zeitungen schweigen Dein Buch tot, Manfred.
     
    Fabian Schmidt-Ahmad über das Dschihadsystem:
     
    http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-mit-Komm.154+M501bf116ff6.0.html

  • Aus der Besprechung von Fabian Schmidt-Ahmad:

    „Der Inhalt des Islam ist seine eigene Verbreitung!“

    Aus dem Wiki-Artikel zu ‘Viren’:

    Alle Viren enthalten das Programm (einige auch weitere Hilfskomponenten) zu ihrer Vermehrung und Ausbreitung, besitzen aber keinen eigenen Stoffwechsel und sind deshalb auf den Stoffwechsel der Wirtszelle angewiesen. Aus diesem Grund gelten sie nicht als Lebewesen.

    Schlußfolgerungen kann jeder selber ziehen …

  • Dieses Buch ist großartig! Leider liest es sich nicht flüssig, denn man muss manchmal inne halten um die Gedankengänge nachzuvollziehen. Hier ein schräger Vorschlag. Wäre es Ihnen möglich, den Inhalt in relativ kurzen Aufsätzen ins Netz zu stellen? Ich möchte es so gerne meinen Schülern empfehlen, weiß aber, dass die schon bald die Waffen strecken und aufhören werden zu lesen, da es wirklich abspruchsvoll geschrieben ist. Die Texte sollten plakativ sein. sodass a: die Information unter das Volk kommt und b: bei denen, die das intelektuell leisten können, der Wunsch aufkommt, das Buch zu besitzen. Arbeitstitel vielleicht: Das Djihadsystem für Anfänger.
    Bitte machen Sie mit Ihrer wichtigen Arbeit weiter.

    • Wenn ich die Aussagen des Buches so weit vereinfache, dass man sie ohne geistige Anstrengung nachvollziehen kann, dann werde ich sofort als Hassprediger abgestempelt, weil dann die Argumente, auf denen meine Thesen beruhen, nicht mehr nachvollziehbar sind. Ich finde auch, dass Schüler lernen sollten, dass der Preis der Erkenntnis die eigene geistige Anstrengung ist. Eventuell stelle ich noch einmal eine verkürzte Version der Korananalyse ins Netz, aber versprechen kann ich das nicht.

      Wenn Sie Ihre Schüler neugierig machen wollen, kopieren Sie am besten einzelne besonders prägnante Abschnitte (Dateien kann ich ohne Genehmigung meines Verlegers nicht zur Verfügung stellen.), und diskutieren Sie mit Ihnen darüber:

      Ich empfehle zum Beispiel die einleitenden Absätze zu Kapitel V und den daran anschließenden Abschnitt V.1 (das Interview mit Amr Khaled), außerdem Abschnitt V.9 (Integration). Auch die Einleitung enthält wichtige Gedanken, die zum Weiterfragen anregen könnten. Abschnitt I.4 (“Fremdenfeindlichkeit”) könnte sich eignen, Schüler zum Hinterfragen scheinbarer Selbstverständlichkeiten zu veranlassen. Das gesamte, relativ kurze Kapitel II eignet sich als Einführung in die spezifisch soziologische Methode, auf der die gesamte Argumentation aufbaut.

      Eine Frage: Welche wundervolle Schule ist das eigentlich, an der Sie solche Texte durchnehmen können, ohne sofort gesteinigt zu werden?

  • Ihre Replik ist zu meinem Leidwesen stimmig.
    Und zu meiner Schule, das ist die Weibelfeldschule in Dreieich (Rhein-Main-Gebiet). 1800 Schüler mit riesiger Oberstufe. Und ich lasse mich nicht einschüchtern. Das funktioniert, wenn man nur will, selbstbewusst ist und mit Informationen beeindrucken kann. Ich werde mir Ihren Ratschlag zu Herzen nehmen und mit Ihrer Erlaubnis Textfragmente besprechen.
    Und die verkürzte Korananalyse käme bestimmt gut an.

  • Manfred, je höher der intellektuelle Anspruch eine Buches ist desto geringer ist seine Verbreitung. Ulfkotte und auch Sarrazin haben das erkannt und schreiben eingängig für jedermann. Lege die Messlatte an Deine zukünftigen Leser nicht zu hoch an. Sei nachsichtig. ;-)
    Fünf Bücher habe ich gekauft und davon vier mit grossem Erfolg verschenkt.

  • So, ich hab mir selbst ein Geburtstagsgeschenk gemacht und das Buch bestellt.

  • Sehr geehrter M K-H!
    Habe soeben in einwöchiger Lektüre “Das Dschihad-System” durchgelesen bzw. durchgearbeitet. Da ich selbst vor 40 J. SoWi studiert habe, konnte ich mich an den Duktus schnell wieder gewöhnen. Das Buch hat erheblichen Nutzen, wird aber vermutlich von mehr Leuten gekauft als gelesen, vergleichbar mit dem Besitz des Koran. Schade, dass es nich zur Pflichtlektüre für alle Politiker gemacht werden kann. Es wird hier exzellent erklärt, warum Muslime absolut resistent gegenüber jeder aufgeklärten Argumentation sind, ein Umstand, dem ich als Lehrer ständig ausgesetzt bin.
    Überwiegend folge ich der Argumentation des Buches, fühle mich allerdings am Ende dennoch “angepinkelt”, weil ich nicht einsehen kann, dass ich nur auf der richtigen Seite stehen kann, nämlich auf der aufgeklärten, vernünftigen, wenn ich an einen Gott glaube (S.265)! Ich möchte mich dazu bekennen dürfen, ein westlich-christlich geprägter Atheist zu sein, der seine Verantwortlichkeit aber nicht gegenüber einer mystischen, höheren “Instanz” hat, sondern allein gegenüber der Gattung Mensch und seiner Umwelt bzw. Existenzgrundlagen. Mich stört also an der Analyse nur dieser kleine Umstand, dass Sie als Autor Ihre religiöse Befangenheit zwar erkennen, aber nicht ablegen können – denken Sie an das “erkenntnisleitende Interesse”!

    • Ich möchte mich dazu bekennen dürfen, ein westlich-christlich geprägter Atheist zu sein, der seine Verantwortlichkeit aber nicht gegenüber einer mystischen, höheren “Instanz” hat, sondern allein gegenüber der Gattung Mensch und seiner Umwelt bzw. Existenzgrundlagen.

      Das ist doch Ihr gutes Recht. Es geht in dem fraglichen Abschnitt aber nicht darum, wozu man sich bekennen “darf”, sondern welche Folgen es – und zwar aus sozialwissenschaftlicher, nicht aus theologischer Sicht – hat, wenn die ganze Gesellschaft Gott aus Ihrer Lebenswirklichkeit verbannt. Für meine These, dass damit nicht etwa die Religion aufhört zu existieren, sondern dass totalitäre Ideologien die spirituelle Leere füllen und ihrerseits zu Religionen avancieren, sprechen doch empirisch starke Indizien, finden Sie nicht?

  • “Für meine These, dass damit nicht etwa die Religion aufhört zu existieren, sondern dass totalitäre Ideologien die spirituelle Leere füllen und ihrerseits zu Religionen avancieren”
    Das stimmt nictht. Jede Geisteshaltung hat ihre Epoche. Es gab zb. mal eine Zeit in der man mit viel “schörkel” Musik und Architktur oder Möbel herstellte. Das war ein Geistesströmung. Und als die Vorbei war nannte man sie Barock. Barock hat den namen erst nach dem ende dieser Strömung bekommen. Das gleiche gilt für x beliebige ander Zeitströmungen, und auch fürs Cristentum. Ein Denkströmung, ein Zeitgeist importitiert aus der Wüste, ist aber heute tot. Dann wenn man einer Strömung einen Namen gibt, eine Philolophie gibt ist sie tot. Die Erkenntnisfähigkeit der Menschen hat sich weiterentwickelt, und das Cristenum überlebt. Das ist der Fortschritt, das ist der moderne Mensch. Der Islam steckt noch miitendrin in dessen zeitgeist, hat keine historische  Reflexion. Wir sind modern, müssen das endlich kapieren, das Cristentum ist nur noch ein Relikt, wie die Beatmusik ein Relikt aus den 60zigern ist. Die Aufkläurung mit ihrer Moral und Ethik, ist das was jeder emanzipierte und mündige bürger fern hält, von niedern manipulations versuchen.
    Gott sei dank bin ich Atheist : Luis bunel

  • @ O. Spengler
    Ihre These ist interessant und trifft vielleicht auf kulturhistorische Epochen zu, aber ganz sicher nicht auf (Offenbarungs-)religionen. Denn Islam nennt sich ja auch Islam und ist keineswegs überwunden, oder Judentum, oder Christentum. Denn, um beim Christentum zu bleiben, Christen haben sich wegen Jesus Christus seit jeher Christen genannt und wurden nicht so genannt. Die Bezeichnung ist eben keine Fremdzuschreibung, sondern markiert die eigene sittliche Herausgerufenheit.
    Im Übrigen kennen Sie offensichtlich weder Hegel noch echte Hegelianer, wie Joachim Ritter oder noch aktueller Günter Rohrmoser, die davon ausgehen, dass es insbesondere im besseren Protestantismus die Christenheit die Entzweiung des modernen Menschen aufgenommen, bejaht und christlich überwunden hat. Nun das würde hier en detail zu weit führen, aber es bleibt der Umstand, dass gerade die deutsche Aufklärung Vernunft, Glauben und Modernität in Einklang zu bringen gedachte und Hegel nach wie vor die beste Analyse der bürgerlichen Gesellschaft mit erschütternder Aktualität hervorgebracht hat.
    Hegel erkannte schon, dass der “sittliche Atheismus” in seiner historischen Entwicklung den sittlichen Staat zerstören muss, indem er den Gemeinsinn vernichtet.
    Die Aufklärung gibt es nicht: Sie war in Frankreich rationalistisch, in GB empiristisch und Deutschland fromm (siehe Deutscher Idealismus)!

  • @ Druide
    Aha, aber die Religionen sind aber zeugnis kulturhistorischer Epochen. Wie durch Sprache, Bewusstsein und ein Wille entsteht würde hier jetzt auch zu weit führen. Aber, alles Denken ist Sprache, ist Bewusstsein, ist Kultur.
    Ich hab ja gesagt der Islam ist noch nicht überwunden, obwohl ich bezweifle das wir das noch erleben dürfen. Und was das Christenum betrifft,  hier vermisse ich bei Ihnen eine gewisse Abstraktionsfähigkeit. Beispiel: Ein Baby reagiert auf seinem Umfeld, agiert und reflektiert aber nicht. Es ist in einem primitiven Ich-Zustand, in einem Stadium befangen. Aber seinen Handlungsweisen könnte man auch einen Namen geben, was ja auch in der Entwicklungspsychologie getan wurde. In der Adoleszenz zb. kann das Kind entprechend reflektieren.
    Ähnlich verhält es sich auch mit ALLEN Menschlichen Erscheinungsformen. Jede Epoche hat ihre Sprach und die daraus folgende Kultur…, die menschliche Abtraktionsfähigkeit steht heute in keinem Verhältnis mehr zur archaischen Reliogionsfantatereien, die ja vielmehr eine Vergewaltigung der individuellen Emanzipation sind.
    Die Christliche Religion ist also historisch betrachtet, nur ein Zeitabschnitt menschlicher Wahrnehmung.
    Freud sagte nicht umsonst, das wer an Religionen glaubt, etc, eine Art von Geisteskrankheit verfallen ist.
    Übrigens Hegel ist ne alte Kamelle, wurde schon von Max Stirner auseinander genommen.
    Und was die Aufklärung betrifft, dann sag ich Ihnen mal was Aufklärung bedeudet: Aufklärung ist die Beseitigung von Unwissenheit und Dummheit. Das Sie heute einen Computer benutzen können, haben Sie sicher keiner Religion zu verdanken, und Ethik und Moral ist älter als jeder noch so alte Religion. Also, Aufklärung ist keine Idiologie, sondern ein Zustand der Wissen und Freiheit und Emanzipation schafft. Nicht kriechen sondern Aufrecht gehen…mit einem lachen im Gesicht…und das das Christentum tot ist, ist ohne Vorteil, nie wie die Moslem sagen, wir haben keine Werte, haha, wir sind modern, befinden uns im Fortschritt der Sozialen Evolution auf Richtung Gipfel…..wir sind keine Neandertaler mehr….Amen :-)
    (Empfehle, zu lesen: O.Spengler, Max Stirner, Sigmund Freud)

  • Pardon für die viele Fehler, aber ich bin müde und schreibe sehr schnell:-)

  • Sehr geehrter Herr Kleine-Hartlage,
     
    ich habe in den letzten Tagen Ihr Buch gelesen und fühle mich dazu veranlasst, einige Worte dazu zu schreiben. Zunächst einmal möchte ich Ihnen sagen, dass ich die Herangehensweise und die Entwicklung ihrer These ausgezeichnet finde: Mit Recht stellen sie einige Prämissen der Diskussion über den Islam in Frage, etwa die nie hinterfragte „scharfe“ Trennung zwischen „Islam“ und „Islamismus“ und gelangen mit ihrer sozialwissenschaftlichen Betrachtungsweise zu interessanten neuen Ergebnissen, die die katastrophale Diskussion über den Islam bereichern. In einigen Punkten kann ich jedoch nicht mit Ihnen übereinstimmen; diese möchte ich im Folgenden ansprechen.
     
    1. Zunächst ein formaler Aspekt: Obwohl einige den Stil des Buches zu anstrengend finden und es gern einfacher hätten, muss ich gestehen, dass ich das Buch für zu wenig „wissenschaftlich“ halte. Nach dem Lesen der Rezensionen auf amazon.de (denen es zu verdanken ist, dass ich das Buch gekauft habe) hatte ich eine solide sozialwissenschaftliche Studie erwartet (immerhin möchte ein Rezensent ihnen einen Ehrendoktor verleihen!), aber Ihr Buch hat doch eher den Charakter einer Streitschrift. Nicht dass das ein Problem ist (und vielleicht war es ja auch ihre Absicht), nur wird es dazu führen, dass man das Buch ignorieren wird: Kein Wissenschaftler wird es kommentieren oder rezipieren; man wird sich kaum auf Sie berufen können, ohne dass mit einem Verweis auf die fehlende „Wissenschaftlichkeit“ jede Diskussion zumindest erschwert wird. Warum halte ich das Buch für zu wenig wissenschaftlich? Mir fehlen die Belege! Die Literaturgrundlage ist zu dürftig für das Thema, erst recht, weil so viele Aspekte in die Argumentation aufgenommen werden, die ihrerseits sehr voraussetzungsreich sind. Sie werden vielleicht sagen, dass das eine „ökonomische“ Entscheidung war und dass die These auch ohne „gelehrigen Apparat“ gut entwickelt werden konnte. Ja, das stimmt und ich bin sicher, dass man die meisten „Behauptungen“ gut belegen könnte, dass Sie also nachvollziehbar argumentieren. Aber das ändert nichts daran, dass Ihr Buch allein deswegen in der Wissenschaft ignoriert werden wird (zugegeben: auch mit „gelehrigem Apparat“ hätte ihr Ansatz es schwer, aber er wäre nicht allein durch einen Hinweis auf die fehlende „Wissenschaftlichkeit“ zu disqualifizieren). Die mangelnde Wissenschaftlichkeit bezieht sich leider nicht nur auf diesen formalen Aspekt, er betrifft auch inhaltliche Aspekte, worauf ich nun eingehen werde.
     
    2. Sie kritisieren in Ihrem Buch unhinterfragte Selbstverständlichkeiten auch und gerade derjenigen, die sich – wissenschaftlich oder nicht – mit dem Islam auseinandersetzen. Sie haben in den meisten Fällen sicherlich recht, doch wird die Diskussion dieser Selbstverständlichkeiten zum einen häufig polemisch (und damit unwissenschaftlich), zum anderen könnte man sich fragen, ob Sie einige Aspekte nicht ohne Schaden für die Argumentation hätte außenvor lassen können; es ist ja nicht nötig, dass Sie Ihr ganzes Weltbild ausbreiten! Zudem gehen auch Sie von „kulturellen Selbstverständlichkeiten“ aus: Das werden Sie sicherlich nicht abstreiten und es ist ja auch schlicht unmöglich, nur fehlt eine entsprechende Reflexion ihrer eigenen Prämissen.
    Da Sie durch den Ansatz Ihres Buches dazu gezwungen sind, viele Aspekt anzuschneiden (Welcher fachliche/sachliche Aspekt ist denn nicht in die Argumentation eingeflossen? Von der vergleichenden Theologie bis in die moderne Statistik findet so gut wie alles seinen Platz!), laufen Sie Gefahr, nicht alle Aspekte mit der nötigen wissenschaftlichen Seriosität anzugehen. Das wird nirgends so deutlich wie dort, wo sie über das Christentum sprechen. Zwei dieser Stellen möchte ich herausgreifen:
    Zum Exkurs: Zunächst einmal muss ich zugestehen, dass Sie in vielen Aspekten Recht haben: es gibt entscheidende Unterschiede zwischen dem Christentum und dem Islam, aber wenn Sie über das Christentum sprechen, setzten sie eine naive rosarote Brille auf. Sicher finden sich einige Stellen im Neuen Testament, aus denen wahre Humanität spricht, aber das ist ja nicht alles. Sie konstruieren sich ein Christentum nach Ihren Wünschen. Alles was Sie gut finden, das ist (individueller) „Glaube“, das Negative aber gehört zur (institutionalisierten) „Religion“. Zu fragen wäre etwa, inwiefern die Institution Kirche aus der „jesuanischen Ethik“ erwächst, die ja nicht nur auf „Liebe“ beruht. Außerdem und das ist viel wichtiger: es gibt den „reinen“ Jesus ja gar nicht. Wie Sie selbst sagen, stammen die Nachrichten über Jesus aus einer Zeit der „Transformation des Christentums zu einem sozialen System“ (S. 141). Aber der „Text“, sagen Sie, stehe nicht im Zentrum, sondern die „Person Christi“. Wo, frage ich Sie, haben sie diesen „Christus“ her, wenn nicht aus dem „Text“? Ich halte Ihre Unterscheidung für eine unhaltbare Konstruktion, die beiden Seiten sind nicht zu trennen! (Außerdem: Was bringt eine noch so „humane“ Ethik, die dann, wenn es darauf ankommt, nämlich dann, wenn es zur Vergesellschaftung kommt, ihre eigenen Prinzipien verrät?)
    Sodann behaupten Sie, unsere modernen Werte wie „Säkularität, Toleranz, Rationalität, Liberalität, Menschenrechte, Freiheit, Gleichheit, Demokratie“ (S. 134) beruhten auf dem Christentum – natürlich nicht auf der „Institution“, sondern auf der „Botschaft“. Dass diese Unterscheidung problematisch ist, habe ich gerade gezeigt. Was ich hier ansprechen möchte, ist Folgendes: Sie tun so, als sei das Christentum im luftleeren Raum entstanden (dass es jüdische Wurzeln hat, geben Sie ja zu). Humanismus und Aufklärung sind sicher auch von Menschen getragen worden, die dies aufgrund ihrer Sicht des Christentum meinten tun zu müssen (wie gesagt: es gibt durchaus diese Ansatzpunkte im NT!), aber es gehört doch viel mehr dazu als eine „Ethik der Liebe“. (Auch diese ist ja nicht exklusiv christlich! Lesen sie mal das Gilgameschepos: schon in früheren Hochkulturen finden sie die „Feindesliebe“!) Viel wichtiger waren die Traditionen der Antike. Nicht umsonst hat sich die christliche Welt gewandelt (nachdem sie tausend Jahre dahinsiechte), als man die Antike „wiederbelebte“. Kritisches Argumentieren finden Sie nicht im NT, sondern bei Aristoteles! Und das Christentum zur „alleinige[n] Quelle der ethischen und moralischen Orientierung abendländischer Gesellschaften“ (S. 143) zu erklären, zeugt schlicht von Ignoranz gegenüber der nichtchristlichen Geschichte!
    Zudem: was ist für sie christlich? Wenn ich zu den oben genannten modernen Werten stehe, aber weder an die heilige Dreifaltigkeit glaube noch an irgendeine andere übernatürliche Entität, wollen Sie mich dann allen Ernstes als „christlich“ bezeichnen? Mit gleichem Recht, ist das Christentum nicht christlich, sondern jüdisch. Es muss doch möglich sein, eine Grenze zu ziehen. Diese universalistische Ausweitung des Christlichen ist ein Taschenspielertrick!
     
    3. Zu Kap. V.10.1: Die Re-Interpretation des christlichen Glaubens durch Küng und Co. sowie die Einbeziehung des Islams in das „Weltethos-Projekt“ ist in der Tat naiv, aber dies vor allem, weil man eben den „letzten Schritt“ zum Atheismus nicht geht! Die Entchristianisierung unserer Gesellschaft ist etwas, was ich – Sie werden es ahnen – begrüße. Die Konsequenzen, die Sie anführen, finde ich wenig überzeugend. Warum kann nur ethisches Verhalten mit Bezug zum Glauben funktionieren? In Ihrer Antwort, dass es bei Vertrauenskrisen „nach der Abschaffung Gottes keinen Grund mehr [gibt], das Gute deshalb zu tun, weil es das Gute ist“, ja dass es „keinen Grund [gibt] es überhaupt noch zu tun“ (S. 264), strotzt nur so von unhinterfragten Selbstverständlichkeiten: Was ist „das Gute“? Was hat „Gott“ mit „dem Guten“ zu tun? Was ist überhaupt „Gott“? Sie werden jetzt wahrscheinlich die Fragen unsinnig finden; das kommt daher, dass Sie diese Fragen nicht stellen. Wenn Sie diese Fragen aber nicht stellen und darüber Auskunft geben können, dann kann Ihre Antwort keinen Erklärungswert haben. Es gibt in der Tat viele Gründe, warum am ethisch handeln sollte bzw. auch wirklich ethisch handelt, egal ob man an einen Gott glaubt oder nicht. Machen Sie sich nur einmal vertraut mit der Soziobiologie! Die bisherige Geschichte zeigt im Übrigen nicht gerade, dass nur Menschen mit „Bezug zum Glauben“ in Krisenzeiten weiterhin ethisch handeln würden.
    Aufgrund dieser Selbstverständlichkeiten können Sie den Atheismus auch gar nicht würdigen. Natürlich sind viele in letzter Zeit erschienen Bücher zum Atheismus reißerisch, aber es sind auch Streitschriften! Zudem enthalten sie ja auch nicht hohles Gerede von „Gott ist tot“. Es wäre also förderlich, wenn man sich ernsthaft damit auseinandersetzen würde. Ihre „elementare[n] Geschichtskenntnisse“ (S. 264) sind kein gutes Argument gegen die These, dass Religionen prinzipiell intolerant seien und eine Abschaffung zum Weltfrieden führen werde. Ich gebe zu: die Verfechter des Atheismus drücken sich manchmal nicht deutlich genug aus und vielleicht vertreten einige auch meine Interpretation des Atheismus nicht. Das Problem ist nämlich nicht die Religion, sondern jegliches Offenbarungsmodell der Wahrheit, worunter sich aber viele Religionen finden. Problematisch ist es, wenn man von Voraussetzungen ausgeht, die nicht hinterfragt werden dürfen, sprich: von Dogmen. Mehr besagt eine vernünftige Weltsicht nicht! Die Trennlinie verläuft also nicht zwischen Gottgläubigkeit und Atheismus, sondern zwischen Dogmatismus und Kritizismus. Davon einmal abgesehen, dass der Nationalsozialismus nun wirklich nicht atheistisch war (Gottgläubigkeit war Voraussetzung für die Mitgliedschaft in der SS; die Wehrmachtssoldaten hatten einen Gürtel mit der Aufschrift „Gott mit uns“ etc. etc.), trifft Ihr Geschichtsargument zwar eine religionsfeindliche Ideologie, die „selber zur Religion“ (S. 265) wird (wie z.B. den Sowjetkommunismus), aber nicht den Kritizismus, der den meisten atheistischen Positionen zugrunde liegt. Es geht also nicht darum „die Frage zu verbannen, auf die Gott die Antwort war“ (S. 265). Das wäre in der Tat dogmatisch und gerade Atheisten stellen diese Frage ja. Es geht gar nicht darum, irgendetwas zu verbannen; der Atheismus/Kritizismus bezweifelt nur die Antwort, die Hypothese „Gott“. Der „Platz, den Gott verlässt“, bleibt − da haben Sie Recht − „nach seinem Abgang nicht etwa leer“ (S. 265); den Platz nimmt im Atheismus/Kritizismus eine neue Hypothese ein, eine Antwort, die, weil sie auf die „Sinnfrage“ antwortet, ebenso viel „Sinn“ ermöglichen kann, wie die vermeintlich „sinnvolle“ Antwort „Gott“.
    Wenn Sie die Auflösungserscheinungen des Christentums im Zuge der Suche nach einem „Weltethos“ beklagen, dann frage ich mich, was Sie gerne hätten. Um es noch einmal aufzugreifen: Wie sieht Ihr Christentum aus? Was gehört dazu, was nicht? Wenn dieses „moderne“ Christentum Ihnen nicht zusagt und das „tradierte“ Christentum, das Sie selbst in Konkurrenz zur „Tolerierung, Legalisierung, bisweilen sogar Propagierung von Dingen wie Abtreibung, Ehebruch, Pornographie, Prostitution oder öffentlicher Zuschaustellung von Homosexualität“ (S. 261) stellen, doch offensichtlich nicht mit den von Ihnen hochgehaltenen „europäischen Werten der Toleranz, des Ethos der Selbstkritik, der Ächtung von Gewalt, der Heiligung des menschlichen Lebens, des intellektuellen Zweifels, des reflexiven Rechts, der Gleichheit aller Menschen“ (S. 288) in Einklang zu bringen ist: dann kann ich mir als Leser die Antwort nicht selbst erschließen.
     
    Ich entschuldige mich für die Länge des Beitrags. Ich würde mich freuen, wenn Sie zumindest auf einige meiner Fragen eingehen. Danke!

    • @ kritischer Leser:

      1. Dieses Buch ist für das breite Publikum geschrieben, nicht für den wissenschaftsinternen Gebrauch. Die Theorie genügt allen wissenschaftlichen Ansprüchen, aber das Buch ist nicht als Dissertation oder Habilitation geschrieben worden. Ihre Behauptung, meine Thesen seien zu wenig belegt, weise ich zurück. Alle Tatsachenbehauptungen, die ich vorbringe, sind unstritttig. Selbstverständlich habe ich darauf verzichtet, jegliche Tatsachenbehauptung zu belegen, insbesondere solche Behauptungen, die zum selbstverständlichen Tatsachenwissen gehören. Wenn ich etwa mit Literaturverweisen hätte belegen wollen, dass die Araber Spanien erobert haben, dann hätte ich mich nur lächerlich gemacht. Von Studenten fordert man dies; das ist auch sinnvoll und gehört zur Ausbildung. Als fertiger Wissenschaftler erspart man es sich und seinen Lesern. Was nun die angeblich zu schmale Literaturbasis angeht, so halte ich es mit den Usancen von guten Politikwissenschaftlern, nur solche Literatur ins Literaturverzeichnis aufzunehmen, auf die ich mich im Text konkret beziehe, nicht aber jedes Buch, das ich jemals zum Thema gelesen habe.

      2. Wie Sie selber zugeben, hat das Buch von vornherein keine Chance, vom Wissenschaftsbetrieb rezipiert zu werden, aber nicht wegen seiner “Unwissenschaftlichkeit”, sondern weil die darin vertretene Theorie die Unwissenschaftlichkeit des Vorgehens speziell des Mainstreams der Islamwissenschaftler aufdeckt (die sehr genau wissen, dass das, was ich schreibe, wahr ist). Und da ich wissenschaftssoziologisch hinreichend bewandert bin, mir darüber keine Illusionen zu machen, werde ich keinen Tausend-Seiten-Wälzer schreiben (was ich in der Tat müsste, um meinen Gegnern auch noch den letzten billigen Vorwand zu nehmen) und dafür in Kauf zu nehmen, dass kein Mensch mein Buch liest. Ich halte nichts von der Marotte deutscher Gelehrter, so zu schreiben, dass sie nur von den Fachkollegen verstanden werden. Was immer ich sonst von den Angelsachsen halte: In diesem Punkt bin ich ein glühender Verehrer angelsächsischer Geisteskultur und halte das Vorbild britischer und amerikanischer Autoren, die gleichzeitig auf der Höhe wissenschaftlicher Erkenntnis und elegant und verständlich zu schreiben verstehen, für ausgesprochen beherzigenswert.

      3. Sie halten zu Recht fest, dass ich in meinem Buch Erkenntnisse aus sehr verschiedenen Wissenschaftsgebieten zu einer Synthese zusammenführe, dass ich mich also nicht an den Leitplanken des deutschen Fakultätschauvinismus orientiere. Ein Gelehrter, der sich deswegen die Blöße geben würde, mich der “Unwissenschaftlichkeit” zu bezichtigen, würde nur seine eigene geistige Impotenz dokumentieren.

      4. Ich lege keinen Wert darauf, von einem Wissenschaftsbetrieb anerkannt zu werden, dessen Protagonisten das Gegenteil von dem schreiben würden, was sie heute schreiben, wenn ihre Drittmittel aus anderen Quellen stammten. Wenn Sie meinen Blog öfter lesen würden, würden Sie feststellen, dass ich die offizielle Selbstbeschreibung des Systems “Wissenschaft” (wie auch des Mediensystems) für eine Ideologie halte, die in rasant zunehmendem Maße an Realitätsbezug verliert und zum bloßen Mäntelchen wird, das das Publikum über den tatsächlichen Charakter dieser Systeme hinwegtäuschen soll. Ich kläre darüber auf, dass wir es mit Ideologiefabriken zu tun haben, deren Ideologie auf die Zerstörung der Gesellschaft hinausläuft. Ich ermutige die Menschen, mit ihrem eigenen Kopf zu denken, und ich gehe mit gutem Beispiel voran.

      5. Wenn Sie schon der Meinung sind, ich würde in zu einfacher Sprache schreiben, dann sollten Sie wenigstens verstehen, was ich in klarer deutscher Prosa geschrieben habe. Sie behaupten:

      Alles was Sie gut finden, das ist (individueller) „Glaube“, das Negative aber gehört zur (institutionalisierten) „Religion“.

      Wenn ich das so sähe, wäre ich wohl kaum der erzkatholische Verteidiger der Kirche, der ich bin. Ich bin weit entfernt von der vulgäraufklärerischen oder auch vulgärprotestantischen Position “Jesus hui – Kirche pfui”. Ich habe vielmehr geschrieben:

      Wunderbar, nicht wahr? Wenn es einfach dabei geblieben wäre, dann – würde das Christentum schon lange nicht mehr existieren!

      Die Pointe meiner Argumentation, die Ihnen entgangen zu sein scheint, lautet, dass Glaube und Religion, also das subjektive und das objektive Moment des Christentums, nicht etwa die “gute” und die “böse” Seite des Christentums verkörpern, sondern gerade in ihrer dialektischen Spannung aufeinander angewiesen sind, und dass es dieses Spannungsverhältnis im Islam nicht gibt. Das Christentum kann weder im bloß individuellen Glauben noch in seiner sozialen Verwirklichung restlos aufgehen; der Islam dagegen sehr wohl, und dies nicht, weil er “böse” wäre, sondern weil er im Unterschied zum Christentum eine Gesellschaftsideologie ist.

      6. Sie behaupten, ich würde von Prämissen ausgehen, die ich nicht offenlege bzw. die nicht konsensfähig sind. Das einzige konkrete Beispiel, das Sie nennen, ist mein christlicher Glaube. Dieser Glaube spielt aber keine Rolle für die Richtigkeit meiner Argumente. Er spielt keine Rolle im Exkurs über das Christentum. Die dort gelieferte Analyse ist rein objektiver Natur. Selbstverständlich kann man anderer Meinung sein; man kann aber nicht behaupten, dass die Argumentation nur vom christlichen Standpunkt aus nachvollziehbar sei. Dasselbe gilt für den Abschnitt über den Synkretismus. Dort habe ich unter anderem geschrieben:

      Die totalitären Systeme des zwanzigsten Jahrhunderts – Kommunismus und Nationalsozialismus – haben mehr Menschen getötet als alle Religionen der Weltgeschichte zusammen.
      Diese totalitären Systeme aber tauchten genau in dem Moment auf, wo das Christentum durch die spektakulären Erfolge von Aufklärung und Wissenschaft in seiner gesellschaftlichen Verbindlichkeit und Deutungsmacht erstmals ernsthaft erschüttert war, und sie erhoben von Anfang an den Anspruch, das Christentum als ein das Leben des Einzelnen transzendierendes sinnstiftendes System, sprich: als Religion, abzulösen.
      Der Versuch, Gott aus der Gesellschaft zu verbannen, kann also gelingen, nicht aber der Versuch, die Frage zu verbannen, auf die Gott die Antwort war, nämlich die Sinnfrage. Der Verlauf des zwanzigsten Jahrhunderts ist der denkbar stärkste empirische Beleg dafür, dass der Platz, den Gott verlässt, nach seinem Abgang nicht etwa leer bleibt, sondern sehr schnell wieder gefüllt wird, und sei es mit einem totalitären Wahnsystem. Die empfindlichste Achillesferse des Atheismus ist die Tatsache, dass er als die linke Ideologie, die er ist, die Herrschaft Gottes ebenso abschaffen will wie jede andere Herrschaft; dass er nie begriffen hat, wie sehr Herrschaft – und ganz gewiss diese! – den Bedürfnissen der „Beherrschten“ entspringt; und dass er deshalb stets aufs Neue überrascht sein muss, wie schnell der Totalitarismus von gottverlassenen Gesellschaften Besitz ergreift.

      Selbstverständlich können Sie das alles bestreiten; sie können aber nicht behaupten, es sei nur vom Glauben her nachvollziehbar.

      Nebenbei: Die sogenannte “Gottgläubigkeit” der SS bedeutete die Bejahung eines “Allmächtigen”, über den keine konkreten theologischen Aussagen getroffen wurden außer der, dass sein Messias auf Erden Adolf Hitler war; ein stärkeres empirisches Beispiel für die Richtigkeit meiner These, dass gerade religionsfeindliche Ideologien selber dazu tendieren zu Religionen zu mutieren, hätten Sie kaum liefern können. Im Grunde läuft ihre These darauf hinaus zu sagen: Wenn die Menschen nur an den wahren Atheismus glauben würden, der nicht von irgendeiner Ideologie verfälscht wird, die dann ihrerseits zur Religion erhoben wird, dann wäre alles gut. Tja, mein Lieber, hätte, wenn und aber – alles nur Gelaber. Es hat seinen Grund, warum die Menschen jede Ideologie – notfalls auch den Atheismus – zur Religion erheben. Dieser Grund lautet, dass sie ohne Religion nicht leben können. (Und die wenigen, die es können, tendieren dazu, sich nicht zu fortzupflanzen – wozu auch? – sodass der Atheismus auf darwinistischem Wege widerlegt wird.) Und sie entschuldigen schon: Da ist mir eine Religion wie das Christentum, das die Unvollkommenheit und Sündhaftigkeit des Menschen von vornherein einkalkuliert, allemal lieber, als solche Religionen, die nicht wahrhaben wollen, dass sie das sind, und für ihre totalitären Welterlösungsversprechen “Wissenschaftlichkeit” beanspruchen. Derjenige, der weiß, dass die Erlösung nicht in dieser Welt stattfinden wird, weil das Reich Gottes nun einmal nicht von dieser Welt ist (dies ist nun in der Tat eine Glaubensaussage von der Sorte, wie ich sie in meinem Buch nicht getroffen habe), wird weniger geneigt sein, Millionen von Menschen zu Versuchskaninchen für irgendwelche Heilslehren zu machen.

      7. Selbstverständlich können Sie sich jede nur erdenkliche Begründung für ethisches Verhalten zurechtlegen. Sie können auch ganz leicht beweisen, dass solches Verhalten der Normalfall sein muss, wenn die Gesellschaft als zivilisierte, geordnete und friedliche Gesellschaft existieren soll. Es gibt aber kein rationales Argument, mit dem Sie dem Einzelnen beweisen können, dass es für ihn rational ist, sich individuell an ethischen Normen zu orientieren, die doch ziemlich lästig sind. Einem intelligenten Egoisten gegenüber werden Sie schlechte Karten haben. Wenn Sie selber für sich den puren Egoismus ablehnen, dann tun Sie das deshalb, weil Sie es wollen. Warum wollen Sie es? Weil Sie so erzogen worden sind. Warum sind Sie so erzogen worden? Weil bestimmte ethische Normen gesellschaftlich akzeptiert sind und deshalb im Sozialisationsprozess vermittelt worden sind. Und wo hat die Gesellschaft diese Normen her? Die Frage stellen heißt sie beantworten.

      8. Und nun fragen Sie mich, welche Art von Christentum ich will? Nun, ich will das, was 2000 Jahre das Christentum war, was denn sonst? Mir kommt es nicht darauf an, dass alle Menschen Christen sind (es sei denn, um ihrer selbst, also der Menschen willen, aber nicht der Gesellschaft willen). Mit kommt es darauf an, dass da, wo “Christentum” draufsteht, auch Christentum drin sein muss. Solange das Christentum eine gesellschaftliche Kraft ist, liefert es die Normen und Werte, von denen atheistische Schlaumeier sich einbilden, sie entstammten bloß ihrem eigenen gesunden Menschenverstand – diese Illusion lasse ich ihnen (und Ihnen) gerne. Ohne das Christentum – bzw. mit einem verlotterten Käßmannchristentum – wird die europäische Zivilisation untergehen. Es kommt gar nicht darauf an, den Atheismus zu widerlegen. Sie müssen das nämlich dialektisch sehen: Wenn der Atheismus sich durchsetzt, wird er widerlegt werden. Mit dem Krummsäbel.

  •  
    @kritischer Leser;
     
    Nachdem Pat Condell von der atheistischen Gemeinde quasi “exkommuniziert” worden war (wegen seiner Islamkritik), sagte er (die Videos gibt es auf youtube): “Ich bin Atheist, aber ich liebe den Atheismus nicht. Aber ich liebe die Freiheit.”
     
    Dieser Spruch und viele Diskussionen hier und an anderer Stelle haben meinen verbohrten atheistischen Geist für Manfreds Argumentation in diesem Punkt geöffnet.
     
    Wenn ich mich – erzkatholisch erzogen, in der Pubertät rebelliert, die Bibel mehrmals gelesen (später zu Widerlegungszwecken), mit 18 ausgetreten – vergleiche mit Menschen, die areligiös aufwuchsen, dann stelle ich fest, dass diese Menschen mir oft sattsam ungebildet vorkommen, einem mir unerklärlichen Egoismus huldigen, sich kein Stück für andere interessieren.
     
    Wenn ich mich nun nicht mehr als den Vorkämpfer für den Atheismus begreife, sondern als letztes Glied in der christlichen Kette, dann wäre das, was ich an die Nachkommen weitergäbe ja genau diese Areligiösität, die mir bei Zeitgenossen so auf den Senkel geht.
     
    Ohne Religion keine Verbindlichkeit. Kant ist in einer ähnlichen Situation wie ich, seine Ethik ernährt sich von den Nachwehen der Scholastik. Es hat einen Grund, dass die atheistische Ethik unserer Tage zu “Fairness” und “Ausgleichs”- Diskussionen Zuflucht nimmt.
     
    Ich habe von einem ähnlichen Standpunkt wie Sie, “kritischer Leser” aus das “Dschihadystem” kritisiert, Manfreds Antwort darauf ist lesenswert.
     
    Der Atheismus tappt tatsächlich in die gleiche Falle wie der Kommunismus: Alles, was nicht der “reinen” atheistischen Lehre entspringt, kann ihn nicht ankratzen, weshalb Sie Hitler auch nicht als Blasphemiker sehen, sondern als Christen.
    Ich empfehle Ihnen die Aufsätze auf meinem Blog, an denen Sie meine Denkgeschichte nachvollziehen können und vielleicht einsehen, dass der Atheismus kein Allheilmittel ist.
     
    Dabei geht es auch gar nicht um die Frage, ob Gott existiert. Theologisch habe ich kein Problem mit Dawkins. Es geht um die Frage, wie Europa überlebt. Und ein atheistisches Europa wird untergehen.
     

    Wenn der Atheismus sich durchsetzt, wird er widerlegt werden. Mit dem Krummsäbel.

     

  • Lieber Herr Kleine-Hartlage,
     
    haben Sie Dank für Ihre ausführliche Antwort. Ich kann Ihre Ausführungen zum Wissenschaftsbetrieb nachvollziehen. Ich hatte ja auch angedeutet, dass es an meinen Erwartungen lag…
     
    Sie schreiben:
     

    „Wenn ich etwa mit Literaturverweisen hätte belegen wollen, dass die Araber Spanien erobert haben, dann hätte ich mich nur lächerlich gemacht. Von Studenten fordert man dies; das ist auch sinnvoll und gehört zur Ausbildung. Als fertiger Wissenschaftler erspart man es sich und seinen Lesern.“

     
    Das ist natürlich eine Verballhornung meiner Kritik. In keinem Seminar muss man belegen, dass die Araber Spanien erobert haben: Das ist natürlich eine Selbstverständlichkeit. Es gibt aber andere Stellen, wo ein Beleg angebracht gewesen wäre; nicht unbedingt weil die Aussage strittig wäre, sondern um dem Leser eine weitere Überprüfung und Erweiterung zu ermöglichen. Aber: es war ja nicht Ihre Absicht, also ist meine Kritik in der Tat müßig und billig!
     
    Sie schreiben:
     

    „Die Pointe meiner Argumentation, die Ihnen entgangen zu sein scheint, lautet, dass Glaube und Religion, also das subjektive und das objektive Moment des Christentums, nicht etwa die “gute” und die “böse” Seite des Christentums verkörpern, sondern gerade in ihrer dialektischen Spannung aufeinander angewiesen sind, und dass es dieses Spannungsverhältnis im Islam nicht gibt.“

     
    Dass beide Momente nach Ihrer Argumentation aufeinander verwiesen sind, habe ich wohl verstanden. Dennoch kann ich nicht nachvollziehen, wie Sie die Momente analytisch voneinander abgrenzen, wie sie also auf die „Person Christi“ kommen, auf der das subjektive Moment basiert, wenn – wie ich bereits schrieb – einerseits die Nachrichten über Jesus aus einer Zeit der „Transformation des Christentums zu einem sozialen System“ (S. 141) stammen, Sie andererseits die „Person Christi“ dem „Text“ gegenüberstellen. Deshalb bleibt meine Frage: Wo haben Sie diesen „Christus“ her, wenn nicht aus dem „Text“, der auch das „soziale System“ begründet? Ich finde ja, dass Sie Recht haben mit Ihrer Unterscheidung zwischen Christentum und Islam! Aber könnte man nicht besser sagen, dass in den Nachrichten über Jesus Anknüpfungspunkte für eine Kritik an der Institutionalisierung zu finden sind, ohne einen vorkanonischen Jesus zu konstruieren?
     
    Sie schreiben:
     

    „Sie behaupten, ich würde von Prämissen ausgehen, die ich nicht offenlege bzw. die nicht konsensfähig sind. Das einzige konkrete Beispiel, das Sie nennen, ist mein christlicher Glaube. Dieser Glaube spielt aber keine Rolle für die Richtigkeit meiner Argumente. Er spielt keine Rolle im Exkurs über das Christentum. Die dort gelieferte Analyse ist rein objektiver Natur.“

     
    Das sehe ich nicht so. Schließlich ignorieren Sie schlichtweg alle nichtchristlichen Traditionen Europas – und auch meinen Hinweis darauf. Damit vermitteln Sie mir wieder den Eindruck, es gäbe jenseits des Christentums in Europa gar nichts!?
     
    Sie schreiben:
     

    „Und nun fragen Sie mich, welche Art von Christentum ich will? Nun, ich will das, was 2000 Jahre das Christentum war, was denn sonst?“

     
    Ja, das ist deutlich (zumindest auf den ersten Blick). Und ich kann es schwer glauben, wie jemand sich das Mittelalter zurückwünscht!? Ja, Sie werden sofort einwenden, dass Sie das ja gar nicht gemeint haben, dass die Moderne auch dazu gehört, deren Werte Sie ja auch hochhalten. Geschenkt! Aber meinen Sie nicht, dass diese Werte, die (auch) auf dem Christentum aufbauen, notwendigerweise ebendieses Christentum zerstören werden? Das lässt sich nur aufhalten, indem man wieder zum Dogma steht und damit zu allem, was sich im Mittelalter abgespielt hat.

    Außerdem: Sie und Kairos vertreten offensichtlich eine funktionale Theorie der Wahrheit. Die Frage nach dem Sinn ist eine Frage wie jede andere auch, und nach heutigem Weltwissen ist der Glaube an Gott meiner Meinung nach höchstens als individuelle Erfahrung (Spiritualität), kaum aber in Form der Dogmen irgendeiner Religion nachzuvollziehen. (Es handelt sich, wie sie bezüglich des Hexenglaubens ja richtig schreiben, um „Stuss“, um nicht falsifizierbare Aussagen) Das ist das Ergebnis eines Erkenntnisprozesses, der auf der kritisch-historischen Forschung und den Naturwissenschaften beruht. Wenn sich diese Erkenntnis in einer Gesellschaft durchsetzen und wenn dies dazu führen sollte – was ich nicht ausschließen will, aber auch nicht, wie Sie, für notwendig halte −, dass diese Gesellschaft untergeht, weil – was ich immer noch nicht nachvollziehen kann und worauf Sie nicht eingegangen sind! – die Menschen ohne Gott amoral würden, dann ändert dies nichts an der (vorläufigen) Wahrheit dieser Erkenntnis. Das Widerlegen durch den Krummsäbel ist in der Tat ein großes Problem, aber der atheistische bzw. agnostische Standpunkt als Hypothese ist dadurch nicht widerlegt. Um die Durchsetzung dieser Erkenntnisse zu verhindern, damit Europa gerettet wird, müssen Sie zurück zum Dogma mit all seinen Konsequenzen; auch auf diese Weise wird das moderne Abendland untergehen!

  • “Damit vermitteln Sie mir wieder den Eindruck, es gäbe jenseits des Christentums in Europa gar nichts!?”

    Denken Sie sich ein Europa OHNE Christentum. Was bleibt dann?
    Aber bitte konsequent denken!

  • Kritischer Leser:
     
    Ich vertrete keinesfalls eine funktionalistische Theorie der Wahrheit. Entweder es gibt Gott oder es gibt ihn nicht. Ich glaube, es gibt ihn nicht, Manfred glaubt, es gibt ihn.
     
    Es geht hier aber nicht um theologische Spekulationen, sondern um den spirituellen Zusammenhalt unserer Geselslchaft. Weder ein Neoheidentum, noch das zahnlose Käßmannchristentum und schon gar nicht der Atheismus kann diesen Zusammenhalt gewährleisten. Und da kommt der Krummsäbel ins Spiel…
     

  • An Kairos
     
    Und wer gewährleistet den Zusammenhang? Das Christentum? In welcher Form? Und was ist dann mit den Millionen Menschen, die keine Christen mehr sind, wie z.B. ich? Muss ich meine Meinung zurückhalten, damit die Gesellschaft nicht auseinanderbricht? Genau das meine ich mit funktionalistisch. Wir kommen nicht mehr zurück (und ich habe, ehrlich gesagt, kein Problem damit), also sollten wir nach einer Leitkultur suchen, mit der Christen wie Atheisten leben können!

  • Das Christentum HAT den Zusammenhalt gewährleistet. DAMALS, als der Atheismus noch nicht salonfähig war. Der Verfall der Werte, den wir so gerne beklagen, die Atomisierung der Gesellschaft – das sind keine Naturkatastrophen.
     
    Wenn Sie schreiben “Millionen von Menschen wie z.B. ich” scheint Ihnen ja auch entgangen zu sein, dass ich ebenfalls Atheist bin.
     
    Es geht hier nicht darum Ihnen Ihre Meinung zu verbieten. Es geht um eine Analyse der negativen sozialen Auswirkungen der Gottlosigkeit. Und warum können Sie als Atheist nicht mit einer christlichen Leitkultur leben? Ziehen Sie eine islamische Leitkultur vor?
     
    Jetzt weiß ich wie Manfred sich gefühlt hat als ich ihn mit solchen Fragen genervt habe.

  • @Kritischer Leser
    Das Problem bei der “gemeinsamen Leitkultur” stellen wohl kaum die Christen dar, die sich erfahrungsgemäß an verschiedene politische Systeme anpassen können. In der Praxis wird dieses hehre Ziel regelmäßig von den radikalen und destruktiven Atheisten untergraben.
    Oder erfährt die RKK mehr Anerkennung und Respekt von den Linken, seitdem sie jeden weltlichen Machtanspruch aufgegeben hat?
     

  • An Kairos (und natürlich an Herrn Kleine-Hartlage).
     
    Schade, dass Sie, Kairos,  meine Fragen als nervig empfinden. Ich denke, sie sind berechtigt. Ich würde mich also freuen, wenn Sie und auch Herr Kleine-Hartlage etwas Geduld mit mir hätten. Ich möchte nur Ihren Standpunkt verstehen!
     
    Sie schreiben:
     

    „Das Christentum HAT den Zusammenhalt gewährleistet. DAMALS, als der Atheismus noch nicht salonfähig war. Der Verfall der Werte, den wir so gerne beklagen, die Atomisierung der Gesellschaft – das sind keine Naturkatastrophen.“

     
    Ja, das Christentum hat den Zusammenhalt gewährt. DAMALS. HEUTE gibt es aber Millionen hier geborene Menschen, die keine Christen mehr sind, die – um Missverständnisse zu vermeiden – zumindest mit Teilen einer christlichen Ethik kein Problem haben, die aber auf den Mythos getrost verzichten können. (Und mir ist nicht entgangen, dass Sie auch Atheist sind; ich gehe hier aber von mir aus und wollte Ihnen nichts unterschieben, was Sie vielleicht nicht anerkennen.)
     
    Mit der Aussage, dass der Atheismus salonfähig geworden ist, meinen Sie doch eine Auswirkung der Aufklärung, in deren Zuge unsere modernen Werte, die Herr Kleine-Hartlage hochhält, entstanden sind, oder? Diese Werte, hinter die wird doch wohl nicht zurückfallen wollen, entspringen der Kritik. Wie wollen Sie rechtfertigen, dass diese Kritik vor der Religion halt macht? Ihr Argument, dass die Gesellschaft dadurch vielleicht nicht überleben wird, kann ich nicht nachvollziehen, weil es – entschuldigen Sie die Wiederholung – funktionalistisch ist. Es würde nichts an ihrer Berechtigung auf der Erkenntnisebene ändern, und ich sehe daher keinen Weg, ihre Tabuisierung vor dem Hintergrund demokratischer Werte zu rechtfertigen. Und meinen Sie nicht, dass diese Religionskritik auch heilsam war?
     
    Zum „Verfall der Werte“: Ich finde, wir haben HEUTE bessere Werte als DAMALS, wo man für Kritik an der Religion auf den Scheiterhaufen kam. Aber ich gebe zu: Die Atomisierung der Gesellschaft ist ein großes Problem. Ich sehe ihre Ursachen aber nicht in der Aufklärung, sondern in einer halbierten Aufklärung, in der Tatsache, dass die „ethisch-reflexive Vernunft“ mit der „instrumentell-technische Vernunft“ nicht Schritt hält. Und das liegt m. E. daran, dass bis heute die umfassende Kritik verteufelt wird. Hier kommt Ihr und Herr Kleine-Hartlages Einwand, der berechtigt ist und über den ich noch nachdenken möchte: Mein Verständnis von Kritik sei eine „Heilslehre“, eine Utopie wie der Kommunismus, die sich nicht durchsetzen lässt, weil die Menschen nun einmal so sind, wie sie sind, und die ein gefährliches Sozialexperiment darstellt. Als begeisterter Popper-Leser nehme ich diesen Vorwurf ernst und werde, wie gesagt, mir darüber Gedanken machen.
     
    Das ändert aber nichts daran, dass die Zeiten sich geändert haben und ein Christentum wie DAMALS nicht mehr existiert und auch nicht mehr gesellschaftlich durchsetzbar ist. Das heißt: ich sehe nicht, welche Alternative Sie mir vorschlagen wollen.
     
    Sie schreiben:
     

    „Und warum können Sie als Atheist nicht mit einer christlichen Leitkultur leben? Ziehen Sie eine islamische Leitkultur vor?“

     
    Sie müssen mir eben erst einmal sagen, wie diese christliche Leitkultur aussieht; erst dann kann ich das beantworten. Deshalb frage ich noch einmal und hoffe, Sie geben mir endlich eine Antwort, denn ich halte sie – entschuldigen Sie − nicht für selbstverständlich: Was soll dieses Christentum beinhalten? Die „Goldene Regel“? Ja, das ist prima! Die Heilige Dreifaltigkeit, die Jungfrauengeburt, die Himmelfahrt, die Erschaffung der Erde in 6 Tagen, das Fegefeuer, und das alles als Dogma, für dessen Kritik ich mir den Vorwurf einhandele, die Gesellschaft zu zerstören? Halten sie diese Glaubenselemente wirklich für gesellschaftlich notwendig??? Nur weil ich in einer islamischen Leitkultur nicht leben möchte, heißt das ja nicht automatisch, dass ich in einer christlichen leben muss!
     
    Ich hoffe, dass Sie mir meine Fragen beantworten. Es interessiert mich wirklich!

  • Kritischer Leser: Ich kann natürlich nicht für Manfred sprechen.
    Was mich angeht, ich kenne Ihre Argumentation sehr genau, weil ich bis vor einigen Monaten ähnlich argumentiert habe. Das können Sie auf meinem Blog unter “Christentum und Atheismus” nachlesen. Viele der damals vertretenen Positionen teile ich nicht mehr.
     
    Das liegt vor allem an der Erkenntnis, dass wir einer tagtäglichen Gehirnwäsche ausgesetzt sind. Nehmen wir ein Beispiel heraus: Die Kreuzzüge.
     
    Schauen Sie sich an, was vor dem 6. Jahrhundert von Nordafrika bis nach Kleinasien für eine Religion herrschte und wie es 400 Jahre später in dieser Region um das Religiöse bestellt war. Und jetzt erklären Sie mir, warum wir in der Schule gelehrt bekommen, dass die Kreuzzüge einer der großen Beweise für das Böse im Christentum sind, aber nichts über arabische Seeräuber, Sklavenhändler, Eroberer und einfallende Türkenbanden im Österreich des 17. Jh. (im Gegensatz zur Schule informieren wir auf dem “Counterjihad” über solche Phänomene).
     
    Wenn Sie mit der christlichen Ethik kein Problem haben und nur auf die Mystik verzichten wollen, was ist dann ihr Problem? Werden Sie etwa gezwungen Sonntags in die Kirche zu gehen?
     
    Sie müssen sich von der Vorstellung lösen, dass wir heute besser wären als die Leute “damals”, dass unsere modernen Werte das Nonplusultra wären. Das sind sie nicht. Ohne das Fundament Christentum wäre die Aufklärung nicht möglich gewesen und je mehr sie sich von diesem entfernt hat, desto mehr ist sie in die Beliebigkeit abgerutscht.
     
    Das Christentum lässt ja auch eine Kritik, z.B. eine Bibelkritik, durchaus zu. Was von atheistischer Seite kommt ist aber keine konstruktive Kritik, sondern Herumgemosere mit dem Ziel das Christentum zu zerstören. Warum sollte das gerechtfertigt sein? Niemand tabuisiert hier irgendwas, außer vielleicht Sie.
     
    Manfred hat Recht, Sie glauben an die Aufklärung und schlimmer, an den Atheismus, wie andere an Jesus. Das ist heilbar. Man muss nur eben nicht immer nur den anderen auffordern die Grundlagen seines Denkens infrage zu stellen, sondern das selbst auch mal tun.
    Eine Alternative kann ich Ihnen nicht nennen, ich bin kein Prophet. Entweder wir gestalten zusammen mit der Rückeroberung unserer Kultur und unserer Straßen eine “renovatio christiana” oder wir finden einen neuen spirituellen Weg. Aber ohne spirituellen Zusammenhalt sind wir atomisiert. Die große Stärke des Islam ist unsere spirituelle Schwäche und Leere, die gefüllt werden will, egal mit was.
     
    Ich halte überhaupt keine “Glaubenselemente” für “notwendig.” Aber wenn katholische Priester mir augenzwinkernd zu verstehen geben, sie könnten sich schon vorstellen, dass Josef ein wenig nachgeholfen habe, dann ist das schon ein komisches Gefühl. Eine Religion, die ihren Anspruch auf Wahrheit aufgibt, ist keine Religion mehr im eigentlichen Sinne des Wortes.
     

    Nur weil ich in einer islamischen Leitkultur nicht leben möchte, heißt das ja nicht automatisch, dass ich in einer christlichen leben muss!

    Doch, genau das ist der Punkt. Entweder oder. Christliche Leitkultur bedeutet tatsächlich goldene Regel, soziale Verantwortung (Nächstenliebe), Nachhaltigkeit (Bewahrung der Schöpfung), technische Innovation (macht euch die Erde untertan) und demographische Stabilität (“seid fruchtbar” bzw. die gesamte Lebensbejahung).

    Sie können es wie Nietzsche machen und die destruktiven Strömungen des Christentums für ihre lebensfeindlichen, die konstruktiven aber  für ihre “Schwäche” kritisieren. Sie können auch weiter darüber lamentieren, dass Sie nicht an die Auferstehung glauben können. Toll! Kann ich auch nicht. Glaub ich nicht. Aber in einer christlichen Leitkultur zu leben bedeutet ja eben nicht, dass Sie auf dem Scheiterhaufen landen. Es bedeutet, dass Apostasie nicht mit dem Tode bestraft wird. Es bedeutet einen ethischen Kanon, 2000 Jahre Kunst, Wissenschaft und Technik, sowie Philosophie als sein eigen zu betrachten.
    Zudem ist das Christentum nicht aus dem Nichts entstanden. Das römisch- griechische Erbe gehört ebenfalls zu Europa. Unsere ganze Geschichte gehört zu uns, inkl. des Nihilismus und dieser bestimmten 12 Jahre. Die Frage ist was wir wie daraus machen.
    Wenn wir das Christentum kriminalisieren, dem Islam aber die Tore aufsperren, dann werden wir verlieren. Wenn wir unsere Kinder im Namen der “Emanzipation” durchgendern und frühsexualisieren, ihnen predigen, dass Gewalt Autobahn ist und Krieg nur dann gut ist, wenn er nicht vom weißen Mann ausgeht, dann werden wir verlieren. Wenn wir unser christliches Erbe vergessen, dann werden wir verlieren.
    Ich denke, ich bin auf Ihre Fragen eingegangen, jetzt tun Sie mir doch mal den Gefallen und gehen Sie auf meine Argumente ein! Was können Sie denn zum Beispiel dagegen sagen, dass wir Atheisten, welche die Religion noch aus erster Hand mitbekommen haben, ethische Normen verinnerlicht haben, die Areligiösen in der Regel völlig abgehen? Was können Sie denn der Atomisierung der Gesellschaft entgegensetzen? Den Atheismus, die Aufklärung? Wie soll ein liberales, unverbindliches “wenn sich alle an die Gesetze halten können sie machen was sie wollen” mehr als ein oder zwei Generationen überleben? Oder ist es ihnen egal wie es in 100 Jahren in Deutschland und Europa aussieht?

     
     
     

  • @ kritischer Leser:

    Missverstehen Sie mein langes Schweigen bitte nicht als Desinteresse. Ich möchte Ihnen durchaus in der gebotenen Ausführlichkeit antworten und werde das auch noch tun – wobei Kairos vieles Wesentliche bereits gesagt hat. Ich habe nur nicht so viel Zeit, wie ich gerne hätte. Ich hoffe, dass ich Donnerstag oder Freitag dazu komme.

  • An Kairos
     
    Danke für die Antwort. Ich meine aber immer noch, dass Sie auf einige Aspekte nicht eigegangen sind (dazu unten); ich werde versuchen, Ihre Argumente zu beachten. Daher der Reihe nach:
     
    Sie schreiben:
     

    „Das liegt vor allem an der Erkenntnis, dass wir einer tagtäglichen Gehirnwäsche ausgesetzt sind. Nehmen wir ein Beispiel heraus: Die Kreuzzüge.“

     
    Ja, das sehe ich auch so. Aber das liegt ja nicht an Atheisten. Fragen Sie mal Atheisten; meines Sie, die würden so etwas teilen?
     
    Sie schreiben:

    „Schauen Sie sich an, was vor dem 6. Jahrhundert von Nordafrika bis nach Kleinasien für eine Religion herrschte und wie es 400 Jahre später in dieser Region um das Religiöse bestellt war.“

     
    Ja, das stimmt. Genauso kann ich Ihnen aber sagen: Schauen Sie sich mal das Römische Reich von Spanien bis in den Nahen Osten im 1. Jh. an und schauen sie es sich 400/500 Jahre später an. Das Christentum hat sich ja nicht nur verbreitet, weil es die spirituelle Leere der Menschen füllte! Warum musste 529 in Athen die Akademie schließen, während Benedikt in Italien ein Kloster gründete?
     
    Sie schreiben:
     

    „Wenn Sie mit der christlichen Ethik kein Problem haben und nur auf die Mystik verzichten wollen, was ist dann ihr Problem? Werden Sie etwa gezwungen Sonntags in die Kirche zu gehen?“

     
    Ich habe aber Probleme mit der christlichen Ethik. Nicht mit allem, aber mit einigem. Und ich frage Sie nochmals: WAS BEINHALTET IHRE VERSION VON DER CHRISLICHEN LEITKULTUR? Ich habe überhaupt geschrieben, weil ich eine Diskrepanz zwischen den modernen Werte sehe, die Herr Kleine-Hartlage hochhält, und seiner massiven Kritik an der Entchristianisierung auch und gerade in der Kirche selbst. Ich hatte geschrieben:
     

    Diese Werte, hinter die wird doch wohl nicht zurückfallen wollen, entspringen der Kritik. Wie wollen Sie rechtfertigen, dass diese Kritik vor der Religion halt macht? Ihr Argument, dass die Gesellschaft dadurch vielleicht nicht überleben wird, kann ich nicht nachvollziehen, weil es – entschuldigen Sie die Wiederholung – funktionalistisch ist. Es würde nichts an ihrer Berechtigung auf der Erkenntnisebene ändern, und ich sehe daher keinen Weg, ihre Tabuisierung vor dem Hintergrund demokratischer Werte zu rechtfertigen.

     
    Ich glaube nicht, dass Sie mir darauf ausreichend geantwortet haben. WAS WOLLEN SIE TUN? Ich bin der Meinung, dass diese Werte zwangsläufig darauf hinauslaufen, dass das Christentum untergehen wird (das ist eine neutrale Aussage!). Seit die Pforten der Kritik offen sind, d.h. seitdem – meinetwegen − mit tatkräftiger Unterstützung des Christentums die Moderne eingeläutet wurde, gibt es kein Zurück. Sie werfen mir vor, ich würde einer Utopie frönen; wie utopisch ist Ihre Position? Deshalb nochmal: WAS WOLLEN SIE TUN?
     
    Sie schreiben (eine Teilantwort auf meine Frage):
     

    „Eine Alternative kann ich Ihnen nicht nennen, ich bin kein Prophet. Entweder wir gestalten zusammen mit der Rückeroberung unserer Kultur und unserer Straßen eine “renovatio christiana” oder wir finden einen neuen spirituellen Weg. Aber ohne spirituellen Zusammenhalt sind wir atomisiert.“

     
    Schön gesprochen. Aber WIE sieht diese renovatio aus? Was machen Sie mit den 30 Millionen Nicht-Christen?
     
    Sie schreiben (auch eine Teilantwort):
     

    Christliche Leitkultur bedeutet tatsächlich goldene Regel, soziale Verantwortung (Nächstenliebe), Nachhaltigkeit (Bewahrung der Schöpfung), technische Innovation (macht euch die Erde untertan) und demographische Stabilität (“seid fruchtbar” bzw. die gesamte Lebensbejahung).

     
    Schön, und was ist Ihr Problem mit der heutigen Zeit? Außer der demographischen Stabilität sehe ich gute Ansätze!
     
    Sie schreiben:
     

    „Aber in einer christlichen Leitkultur zu leben bedeutet ja eben nicht, dass Sie auf dem Scheiterhaufen landen. Es bedeutet, dass Apostasie nicht mit dem Tode bestraft wird. Es bedeutet einen ethischen Kanon, 2000 Jahre Kunst, Wissenschaft und Technik, sowie Philosophie als sein eigen zu betrachten.“

     
    Schon wieder schön! Herr Kleine-Hartlage wünscht sich das Christentum, wie es 2000 Jahre existiert hat. Gut, in 1800 Jahren davon landete man ja gerade auf dem Scheiterhaufen! Ich sehe diese Kontinuität nicht. Es gab Jahrhunderte das Christentum und Sie und ich als Atheisten können froh sein, dass es das nicht mehr gibt. Dann kam die Moderne (sie entwickelte sich aus dem Christentum!) und auch ihre Probleme. Gut. Und jetzt? Wieder zurück? Kritik anhalten? Außerdem: Ich stehe zur europäischen Geschichte (zu „Kunst, Wissenschaft und Technik, sowie Philosophie“, wie Sie schreiben). Das heißt aber nicht, dass ich nicht auch einiges, vieles daran kritisieren kann, ohne dass gleich die Welt untergeht.
     
    Sie schreiben:
     

    „Das Christentum lässt ja auch eine Kritik, z.B. eine Bibelkritik, durchaus zu. Was von atheistischer Seite kommt ist aber keine konstruktive Kritik, sondern Herumgemosere mit dem Ziel das Christentum zu zerstören. Warum sollte das gerechtfertigt sein? Niemand tabuisiert hier irgendwas, außer vielleicht Sie.“

     
    Ja, und aus ebendieser Biebelkritik, d.h. aus dem Wechsel vom Offenbarungs- zum Vernunftmodell, resultiert ja der Abstieg des Christentums! Ich habe nicht das Ziel, das Christentum zu zerstören! (Und ja: einige Atheisten hegen Religions- und Christenhass, aber die vertrete ich nicht − wie auch Sie nicht alle Christen vertreten!) Ich suche nach der Wahrheit (um Missverständnisse auszuschließen: ich fasse Wahrheit im Sinne des Kritischen Rationalismus als Regulativ!). Sie können doch nicht von mir verlangen, dass ich konstruktiv in dem Sinne bin, dass ich im Rahmen der Kirche argumentiere. Und was heißt hier „nicht konstruktiv“. Sie tun so, als habe die Aufklärung und der Humanismus nur aus Zerstören bestanden. Heutige Humanisten machen sich ja gerade viele Gedanken über Ethik. Und das aus gutem Grund. Sie erkennen, dass unser Streben fehlbar ist und dass man aus Fehlern lernen muss. Dies berührt einen Punkt meiner Kritik, der auch noch nicht beantwortet wurde. Ich schrieb an Herrn Kleine-Hartlage:
     

    Warum kann nur ethisches Verhalten mit Bezug zum Glauben funktionieren? In Ihrer Antwort, dass es bei Vertrauenskrisen „nach der Abschaffung Gottes keinen Grund mehr [gibt], das Gute deshalb zu tun, weil es das Gute ist“, ja dass es „keinen Grund [gibt] es überhaupt noch zu tun“ (S. 264), strotzt nur so von unhinterfragten Selbstverständlichkeiten: Was ist „das Gute“? Was hat „Gott“ mit „dem Guten“ zu tun?

     
    Ich finde nicht, dass „das Gute“ selbstverständlich ist und uns irgendwie in den Sinn kommt. Die christliche (und natürlich auch die nicht-christliche) Geschichte ist voll von Beispielen, wo glaubensfeste Menschen etwas taten, was sie mit Selbstverständlichkeit als „das Gute“ ansahen, was wir aber heute nicht mehr so sehen. Auch das AT: hat Abraham das „Gute“ getan, als er Isaak töten wollte? Ich (und wahrscheinlich auch viele andere) glaube nicht. Weil unser Streben fehlbar ist, bedürfen wir der Kritik und Aufklärung über unser biologisches und kulturelles Sein, um es hoffentlich besser zu machen. Ich tabuisiere nicht den christlichen Glauben, ich beschäftige mich ja gerade damit (anders als viele nominelle Christen). Ich würde aber das Gegenteil behaupten: Haben Sie und andere Christen sich schon einmal mit dem Naturalismus auseinandergesetzt, ich meine konstruktiv (um Ihre Forderung aufzugreifen), und kam dabei etwas mehr raus als das Totschlagargument, dass unsere Gesellschaft zugrunde geht? (Um Missverständnisse zu vermeiden: ich bestreite keineswegs das Argument, dass man die Voraussetzungen unserer Existenz beachten muss!!!)
                                                                                                     
    Sie schreiben:
     

    „Manfred hat Recht, Sie glauben an die Aufklärung und schlimmer, an den Atheismus, wie andere an Jesus. Das ist heilbar. Man muss nur eben nicht immer nur den anderen auffordern die Grundlagen seines Denkens infrage zu stellen, sondern das selbst auch mal tun.“

     
    Ich glaube doch nicht an den Atheismus! Der ist mir völlig schnuppe. Ich glaube, es gibt keinen Gott und keine Götter. Punkt und Ende. Selbst wenn es einen gäbe, würde das an meinem Streben nichts ändern. Ich war mir nie so sehr über mein ethisches Bewusstsein und mein Handel bewusst wie heute (und es ist für mich selbstverständlich, das weiter zu verbessern und zu reflektieren; deshalb schreibe ich ja auch hier und bete nicht zum Atheismus!) Ich glaube auch nicht an die Aufklärung im landläufigen Sinne von Glauben. Ich bin ja gerade bereit, sie in Frage zu stellen. Mein einziger Grundsatz ist der oben erläuterte, dass ich unser Streben für fehlbar halte und nur Reflexion unser Streben verbessern kann (und kein geschriebenes Wort)! Deswegen finde ich Ihren Vorwurf lächerlich!
     
    Sie schreiben:
     

    „Eine Religion, die ihren Anspruch auf Wahrheit aufgibt, ist keine Religion mehr im eigentlichen Sinne des Wortes.“

     
    Ja, das stimmt und deswegen halte ich Küng und Co. (obwohl sie natürlich auch einen Anspruch auf Wahrheit erheben) für inkonsequent. Aber meine Problem ist: Ich halte gerade dieses Wahrheitsverständnis für höchst problematisch. Sie werden jetzt wieder sagen, dass nur solch ein Dogmatismus den gesellschaftlichen Zusammenhang gewährt. Ja: funktionalistisch argumentiert! Das ändert aber nichts daran, dass das Dogma vielleicht falsch ist. Wenn wir die SUCHE nach der Wahrheit (als Regulativ) aufgeben, dann geben wir alles auf, wofür die Moderne steht. Und da kann ich nicht mitmachen! Deshalb kann ich auch Ihre Alternative Christentum oder Tod nicht verstehen!
     
    Sie schreiben:
     

    „Zudem ist das Christentum nicht aus dem Nichts entstanden. Das römisch- griechische Erbe gehört ebenfalls zu Europa. Unsere ganze Geschichte gehört zu uns, inkl. des Nihilismus und dieser bestimmten 12 Jahre. Die Frage ist was wir wie daraus machen.“

     
    Wohl gesprochen! Endlich!
     
    Sie schreiben:
     

    „Wenn wir das Christentum kriminalisieren, dem Islam aber die Tore aufsperren, dann werden wir verlieren. Wenn wir unsere Kinder im Namen der “Emanzipation” durchgendern und frühsexualisieren, ihnen predigen, dass Gewalt Autobahn ist und Krieg nur dann gut ist, wenn er nicht vom weißen Mann ausgeht, dann werden wir verlieren. Wenn wir unser christliches Erbe vergessen, dann werden wir verlieren.“

    Kriminalisieren ist Blödsinn. Es geht um Kritik. Dem Islam will ich auch nicht die Tore aufsperren. Können Sie mir erläutern, was sie mit „durchgendern und frühsexualisieren“ meinen? Dann kann ich darauf antworten. „Blöder weißer Mann, guter Brauner (?)“ ist Blödsinn, hat auch nichts mit Kritik zu tun! Ich will nicht das christliche Erbe vergessen, sondern kritisch damit umgehen!
     
    Sie schreiben:

    „Was können Sie denn zum Beispiel dagegen sagen, dass wir Atheisten, welche die Religion noch aus erster Hand mitbekommen haben, ethische Normen verinnerlicht haben, die Areligiösen in der Regel völlig abgehen? Was können Sie denn der Atomisierung der Gesellschaft entgegensetzen? Den Atheismus, die Aufklärung? Wie soll ein liberales, unverbindliches “wenn sich alle an die Gesetze halten können sie machen was sie wollen” mehr als ein oder zwei Generationen überleben? Oder ist es ihnen egal wie es in 100 Jahren in Deutschland und Europa aussieht?“

     
    Ich bin nicht religiös erzogen worden. Ich mache mir trotzdem Gedanken, „was ich tun soll“. Es gibt – tut mir Leid, ich finde Ihrer Argumente nicht überzeugend – auch andere Quellen des ethischen Verhaltens (und wie gesagt, nur weil man an Gott glaubt, tut man ja nicht immer „das Gute“). Es gibt etwa Empathie und die ist uns sogar in die Natur eingebrannt. Ich halte es daher, wie schon gesagt, für wichtig sich über sich aufzuklären. Es ist vielleicht ein Weg, der am Ende in eine Sackgasse führt, aber einen anderen Weg sehe ich nicht. Das Dogma hilft uns bestimmt nicht. Aber auch hier muss ich wieder sagen, dass ich immer noch nicht weiß, WAS SIE EIGNENTLICH WOLLEN!
     
    Ich hoffe, dass meine Antwort weiterführt (Kommunikation ist nicht einfach!). Und ich hoffe, dass unsere Diskussion weitergeht. Dass ich hier meinen Vormittag damit verbringe, zu schrieben, reicht hoffentlich als Beweis, dass es mich interessiert. „Herummosern“ ist das nämlich nicht! Wenn ich etwas deutlicher war, dann nur um meinen Standpunkt klar zu machen, nicht um Sie anzugreifen! Danke auch an Herrn Kleine-Hartlage, dass er noch mitmischen will!

  • Gut, in 1800 Jahren davon landete man ja gerade auf dem Scheiterhaufen!

    Wer eigentlich? Und wann, wo und wieviele?

  • 26,6 Millionen Menschen in Deutschland gehören der evangelischen Kirche an, 26,8 Millionen der römisch-katholischen. Zu den orthodoxen Kirchen bekennen sich 1,2 Millionen Menschen. Anderen christlichen Kirchen gehören 360 000 Personen an.

    Etwa 55 Millionen  Deutsche, also die Mehrheit, gehören damit christlichen Kirchen an.

    Wobei der Anteil der Konfessionslosen , etwa 70% der Bevölkerung, aus der kommunistisch-sozialistischen ehemaligen DDR stammt, die eine Bevöllkerung von etwa 16 Millionen (1989) darstellte.

    Es leben etwa 12-14 Millionen Menschen in Deutschland mit muslimischem Hintergrund.

    Muslime  ca. 12-14 Millionen und ehemalige konfessionslose DDR Bürger ca. 11 Millionen, stellen damit etwa 23-25 Millionen der Menschen in Deutschland dar, die mit dem christlichen Glauben nicht verbunden sind.
    Andere Religionen und Weltanschauungen spielen in Deutschland, gemessen am Anteil an der Gesamtbevölkerung, nur eine untergeordnete Rolle.
    Gehen wir davon aus, dass 9,2 % aller 2004 geborenen Kinder  muslimische Eltern, und 10 % aller 2005 Geborenen eine muslimische Mutter haben, muss jedem klar sein, dass es in spätestens 15-20 Jahren, Diskussionen wie diese zwischen “Kairos” und “kritischer Leser” nicht mehr geben wird, ohne wegen Apostasie bestraft bestraft zu werden.

    Dazu heißt es an der Koranstelle:

    „Sie werden zum Höllenfeuer verdammt um (ewig) darin zu weilen, ohne daß ihnen Straferleichterung oder Aufschub gewährt wird – ausgenommen diejenigen, die danach umkehren und sich bessern. Gott ist barmherzig und bereit zu vergeben. Diejenigen (aber), die ungläubig geworden sind, nachdem sie gläubig waren, und hierauf dem Unglauben immer mehr verfallen, deren (verspätete) Buße wird nicht angenommen werden. Das sind die, die (endgültig) irregehen.” 

    Hier noch ein Link für „kritischer Leser“ zur Frage Genderismus.

    Die Gender Mainstreaming-Strategie
    von Bettina Röhl

    http://www.cicero.de/97.php?item=581&ress_id=7<br

    „Gender Mainstreaming“ Politische Geschlechtsumwandlung
    http://www.faz.net/s/RubFC06D389EE76479E9E76425072B196C3/Doc~E19A6FC7720554E81829007B25E33D7E4~ATpl~Ecommon~Scontent.html
    und hier ein Link über die Sexualisierung von Kindern zwischen 1- 3 Jahre
    http://www.kheck.info/quelltexte/koerper_liebe_doktorspiele_1-3.pdf
    Vor mehr als drei Jahren meine Beurteilung:

    Welches sind die Werte, die wir gegen die Islamisierung Europas verteidigen wollen. Verteidigen müssen?Wenn wir Europäer uns selbst unsere 2000 jährigen Wurzeln im Christentum abschneiden, haben wir keine, und der Islam, dieser Orkan der sich anschickt über Europa zu wüten, wird uns alle umwerfen.

    Ohne unsere Wurzeln sind wir NICHTS. Das sollte uns sehr klar sein.
    http://karlmartell732.blogspot.com/2007/08/2000-jahre-abendland.html

  • Wenn Sie mir jetzt mit Rom kommen, dann kann ich entgegnen, dass das Reich ebenfalls eine expansive Militärmacht ohne Skrupel war. So kommen wir nicht weiter. Ich glaube übrigens weiterhin, dass (West)rom auch daran zugrunde ging, dass das Christentum nicht zur römischen Kultur passte.
    Aber Sie vergleichen doch Äpfel mit Birnen. Ich habe nicht bestritten, dass sich das Christentum vom Jahre 100 bis zum Jahre 600 an ausgedehnt hat, das wäre ja Geschichtsfälschung. Ich habe gesagt, dass wir in der Schule zwar viel von den pöhsen Kreuzzügen hören, aber nichts von ihren Ursachen (die vorhergehende islamische Expansion macht es ja auch nicht unmöglich, dass die Kreuzritter aus heutiger Sicht einen Sockenschuß hatten. Aber sie waren keine urbösen „orkischen“ Eroberer, so wie wir das lernen, sondern Menschen, die sich das spirituelle Zentrum ihrer Kultur (Jerusalem) zurückholen wollten. Es ist meiner Meinung nach bezeichnend, dass die Christen heute keinerlei Ansprüche mehr auf Jerusalem erheben).
    Allgemein habe ich angemerkt, dass wir in Bezug auf das Christentum viele Unwahrheiten erzählt bekommen. Diese Unwahrheiten aufzudecken, zu schauen was stimmt und was nicht ist eines meiner Anliegen.
    Ich muss nochmal wiederholen, dass ich keine Ahnung habe wie eine evtl. renovatio christiana aussehen sollte. Ich glaube, wenn man sich an die Christen hält, die in den MSM als “fundamentalistisch” verunglimpft werden hat man die besten Chancen auf Antworten.
    Mein Problem mit der heutigen Zeit? Abgesehen vom demographsichen Suizid? Habe ich doch genannt: Werteverfall, Atomisierung der Gesellschaft, spirituelle Leere.
    Die liberale „Emanzipation“ deutet Freiheit von Bindung als generell positiv. Egal ob man sich von einem Tyrannen löst oder von familären Strukturen. Diese Emanzipation führt dazu, dass die Menschen auf sich selbst zurückgeworfen werden und (bewusst oder nicht) eine tiefe Sinnleere fühlen.
    Wenn Sie fragen, was ich will, ich dachte ich hätte klargemacht, dass ich mir eine Rückeroberung unserer Kultur wünsche. Dabei ist der spirituelle Aspekt nur ein Pfeiler, wir müssen auch auf politischem und gesellschaftlichem Gebiet eine Reconquista betreiben.
    Submarine hat ja schon Links geliefert, geben Sie nur mal „Gender Mainstreaming“ bei Google ein, dann haben Sie ein paar Wochen zu tun. Danach sind Sie ein anderer Mensch. In den staatlichen Kindergärten und Schulen werden Klein- und Kleinstkinder frühsexualisiert, d.h. ihnen wird vor der Zeit ein „emanzipatorischer“ Umgang mit Sexualität, der sich nur am Lustprinzip orientiert, beigebracht. Grundschulkinder lernen wie man Kondome aufzieht. In einer RTL2 Sendung sagte eine Mutter ihrer 14- jährigen Tochter, sie sei sehr stolz auf sie, weil sie erst drei Sexualpartner gehabt habe! Das ist Frühsexualisierung. Lesen Sie „Deutschlands sexuelle Tragödie“ vom Arche- Gründer.
    Kriminalisierung ist auch nicht „Blödsinn“, in NRW werden christliche Eltern ins Gefängnis gesteckt, wenn sie nicht möchten, dass ihre Kinder „Sexualerziehung“ in der Grundschule belegen, während muslimische Kinder… ich glaube, ich brauche nicht weiterschreiben. Lesen Sie nach, z.B. bei Kopp. Eva Herman schreibt ausgezeichnete Texte zu diesem Thema.
    Wenn Sie schreiben die „heutigen Werte“ seien doch toll, dann scheinen Sie ja noch der Illusion anzuhängen, Sie lebten in einer Demokratie, welche Ihnen Ihre bürgerlichen Freiheiten gewähren würde. Leider stimmt das nicht mehr, wir werden von Kleptokraten aus Brüssel regiert, welche die europäischen Völker vernichten wollen (ich empfehle meinen Text „das schlimmste Verbrechen aller Zeiten“). Der Plan unsere Kultur zu zerstören beinhaltet die Erosion ALLER natürlichen Bindungen: Familie, Nationalität und eben Religion.
    Um eine chr. Leitkultur anzuerkennen müssen Sie als Einzelner keines der Dogmen der katholischen Kirche anerkennen und keinen Schwur auf den Papst leisten. Es reicht völlig aus, wenn Sie nicht anfangen Kreuze in Gerichten abzuhängen, aber Fußbäder für Moslems einzubauen, Gipfelkreuze rauszureißen und Kopftücher an den Schulen zuzulassen. Sie müssen nicht jeden Sonntag in die Kirche, es reicht wenn Sie das denen gönnen, die glauben und sie nicht dafür, dass Sie ihre Spiritualität leben als mittelalterliche Hohlköpfe ansehen.
    Sie müssen das Fundament Europas (ja, inkl. gr./röm. Antike und auch der Aufklärung) und die Lebensheiligkeit anerkennen. Niemand zwingt Sie an den auferstandenen Christus zu glauben.
    Wenn Ihre „modernen Werte“ bestimmte „Freiheiten“, wie das Recht auf Faulheit, Kinderlosigkeit und Egomanie einschließen, dann widersprechen sie tatsächlich dieser christlichen Leitkultur, welche die Familie heiligt, die Arbeit als Dienst an der Gemeinschaft und an Gott begreift und Altruismus einfordert. Wie ich schon sagte halte ich diese „Freiheiten“ aber nicht für Freiheit. Das ist aber ein anderes langes Thema.
    Der Verfall des Christentums resultiert nicht aus dem Wechsel vom Offenbarungs- zum Vernunftmodell. Wie kommen Sie darauf so einen Blödsinn zu schreiben? Lesen Sie die Kirchenväter und die Scholastiker. Die christlichen Gelehrten hielten das Christentum für die erste und einzige Religion die vollkommen mit der Vernunft übereinstimmt. Für viele Christen ist Jesus schlicht die Wahrheit. Ja, auch ich finde das schwer zu verstehen. Aber ich bitte nochmal darum das mit dem säbelrasselnden Beduinen zu vergleichen.
    Insofern ist mein Vorwurf an Sie auch nicht „lächerlich.“
    Ich bin ebenfalls jemand, der viel für Poppers Falsifikationsismus und den kritischen Rationalismus übrighat. Ich bin Skeptiker im alten Sinne des Wortes. Aber dass wir die Wahrheit „nicht in der Tasche“ haben, wie Popper so schön sagt, bedeutet ja nicht, dass es keine Wahrheit gäbe oder Wahrheit beliebig wäre. Uns ist nur der Zugang zu den „Dingen an sich“ verstellt. Dort schließt sich die nächste kantische Frage an, „was darf ich hoffen?“ Nun, wenn Sie alle Hoffnung aufgeben und in den Abgrund des Nihilismus stürzen, dann ist das kein Jahrmarkt.
    Es mag andere Quellen als Spiritualität für ethisches Verhalten geben, aber ich kann immer nur wieder betonen, dass bei den atheistischen Denkern ein halbseidener „Fairness“ und „Kosten/Nutzen“ Blödsinn dabei rauskommt, der eines nicht hat: Verbindlichkeit. Ohne Verbindlichkeit aber keine Ethik. Lesen Sie Manfreds neuen Artikel: Gesetze genügen nicht, die schreiben nur vor, was man nicht machen darf.
     
    Wenn Sie sagen Sie sind keiner von diesen christenhassenden Kulturzersetzern, dann entgegne ich: Wusste ich, war ich auch nie, macht aber nichts. Es kommt im Endeffekt nicht darauf an, wohin der Einzelne will, sondern in welche Richtung das ganze Schiff fährt. Wenn auf dem Schiff „Atheismus“ steht, dann geht es ab Richtung Wasserfall.
     
    Und nochmal: Es geht hier nicht um theologische Dogmen, sondern um gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ich verlange von Ihnen nicht sich in die Kirche zu setzen und auf eine Antwort von einem Gott zu warten, an den Sie nicht glauben. Sie können diesen Gott doch ohne Schaden ignorieren, statt ihn öffentlich hinzumorden (Entschuldigung, wenn der Schluß ein wenig pathetisch geraten ist).

  • Ich stimme der Einschätzung nicht zu, unser Problem sei ein Mangel an christlicher Religion. Es gibt sehr vieles an den Kirchen, und am Neuen Testament, zu kritisieren. Ich werde hier nicht Feuerbachs, B. Russels usw. Arbeiten wiederholen, diese Arbeit wurde bereits getan. Ich behaupte, daß wir unsere Probleme lösen können: gerade mit kritischem Verstand. Und daher resultieren unsere Probleme auch nicht aus zuviel, sondern aus zuwenig kritischem Verstand.

    Unser Problem ist die Masseneindringung. Meine Behauptung ist: was uns stört, was wir nicht wollen, was wir als Unrecht und als unakzeptabel empfinden, ist die Ansiedlung fremder Ethnien auf unserem Territorium. ich glaube, daß die
    wenigsten den Mut haben, dies öffentlich auszusprechen. Auch ich tue es nicht unter Klarnamen, kein Vorwurf also an die hier, die mit Klarnamen oder identifizierbar unterwegs sind.

    Sorry guys, wir haben es mit einer ethnischen Frage zu tun: wir haben es nicht mit vornehmen philosophischen Erörterungen zu tun. Wir haben es mit grundlegenden animalischen Dingen zu tun.  Kann man das öffentlich sagen? Kostet es Mut, so etwas öffentlich zu sagen? Wer tut es? Wer wagt es, es öffentlich zu sagen?

    Das ist das zentrale Problem, und das einzige Problem, das und nichts anderes.

    Ich möchte nicht mehr über die philosophische Basierung unserer Kultur diskutieren. Ich will mir diese Zeit nicht mehr nehmen. Meine Sicht auf die Lage ist eine ethnische, und ich glaube damit eine Wahheit auszusprechen, welche alle denken aber keiner zu sagen wagt. Das ist mein Diskussionbeitrag zur Erörterung der geistigen Grundlagen Europas in der heutigen Zeit.
    Die Lösung unserer Probleme ist Eindringungsstop und Rückführung der Ausländer. Unsere Geburtenschwäche würde sich nach 1 Generation in einer normalen Gegenbewegung wieder normalisieren, wenn unser Land dann noch für Deutsche bewohnbar wäre. Das ist also kein entscheidendes Problem. Und der Mohammedanismus ist ebenfalls nicht das Problem. Beweis: würden wir über den Mohammedanismus reden, wenn es 300 Mohammedaner in Deutschland gäbe? Nicht der Mohammedanismus, sondern die Masseneindringung ist das Problem. Und das wird uns als Deutsches Volk umbringen, wenn wir nicht eine ethnische Antwort geben. So einfach so häßlich. Haben wir den Mut dazu? Haben wir den Mut so häßlich zu sein wie es nötig ist, um als Deutsches Volk zu überleben?

    • Kritischer Leser,

      Sie fragen,welche christlichen Glaubensartikel unverzichtbar seien, da

      unsere modernen Werte, die Herr Kleine-Hartlage hochhält

      doch „der Kritik“ entsprängen. Mit Verlaub, Kritischer Leser, das ist Unsinn. Haben Sie sich wirklich noch nie gefragt, warum gerade das christliche Abendland und keine andere Zivilisation die freiheitliche Demokratie hervorgebracht hat? Warum der Islam es beispielsweise nicht geschafft hat, obwohl er im Mittelalter über eine hochentwickelte rationalistische Philosophie verfügte? Warum die Philosophie in der islamischen Welt der religiösen Orthodoxie zum Opfer gefallen ist, im Westen aber nicht?

      Was sind denn „unsere modernen Werte“? Die Gleichheit aller Menschen und die sittliche Autonomie des Einzelnen zum Beispiel. Basiert auf der Idee der Gottesebenbildklichkeit des Menschen. Einer Idee, die es im Islam nicht gibt, weswegen der Islam auch weder die Gleichheit aller Menschen kennt (der Wert eines Menschen hängt vom Maß seiner Unterwerfung unter Allah ab), noch – und erst recht nicht – ihre sittliche Autonomie.

      Toleranz, ein moderner Wert. Aber wie kann eine Gesellschaft Toleranz denn als Tugend auffassen, wenn sie nicht die Warnung vor der Selbstgerechtigkeit als Tugend verinnerlicht hat: Richtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werdet, suche nicht den Splitter im Auge deines Bruders, wenn der Balken in deinem eigenen Auge steckt. Wie hieß nochmal der Kerl, der das gepredigt hat? (Und wieder ist die islamische Welt, der solches nie gepredigt worden ist, die Kontrastfolie.)

      Oder nehmen wir die Glaubens- und Gewissensfreiheit. Das christliche Glaubensbekenntnis beginnt mit den Worten Ich glaube an Gott…“, das islamische mit Es gibt keinen Gott außer Allah…“. Fällt Ihnen etwas auf? Für das Christentum ist der Glaube ein Akt der Hinwendung, den der Mensch auch unterlassen kann, wenn auch nur zum eigenen Schaden; für den Islam ist er die Bejahung einer Selbstverständlichkeit, die nur ein Idiot abstreiten kann. Entsprechend ist es um Freiheit und Toleranz bestellt.

      Nächstenliebe, ein weniger moderner als traditioneller Wert, aber doch etwas, was zweifellos auch Sie als Maßstab für einen „guten Menschen“ ansehen würden. Wie kommen Sie darauf? Warum soll es gut sein, dem Anderen Rock und Mantel zu lassen, auch wenn dies gar nicht gesellschaftlich gefordert wird, also über das Maß an Anstand und Ehrlichkeit hinaus, das die Gesellschaft benötigt, um zu existieren? Warum soll Liebe etwas Gutes sein? Dafür gibt es keine im weltlichen Sinne rationale Begründung; die einzige Begründung lautet, dass Gott alle Menschen liebt und dass sie deshalb auch einander lieben sollten. Wie kommen wir aber darauf, dass Gott die Menschen liebt, wo es doch so viel Leid in der Welt gibt? Weil er sich in der Person Christi für uns geopfert hat.

      Sie sehen, die Werte, auf denen unsere Gesellschaft beruht, entspringen keineswegs „der Kritik“. Sie haben vielmehr umgekehrt dieser Kritik erst die Maßstäbe geliefert. Es wäre ganz sinnlos gewesen, etwa der Kirche ihre repressiven Züge vorzuwerfen, wenn die Autonomie des Einzelnen nicht den Wertmaßstab vorgegeben hätte. Es wäre sinnlos gewesen, Toleranz zu fordern, wenn Toleranz nicht von vornherein als etwas Gutes gegolten hätte etc. Es hätte ohne die christliche Wertebasis die aufklärerische Kritik am Christentum nicht gegeben, und wenn, wäre sie gesellschaftlich nicht akzeptiert worden – so wie in der islamischen Welt!

      Aber nicht nur die modernen Werte, auch die Friedfertigkeit der Gesellschaft hängt am Glauben:

      Sie lassen sich zu einem Fehlschluss verleiten, wenn Sie aus der Tatsache, dass Sie das Christentum zur Begründung von Ethik nicht nötig zu haben glauben, schließen, dass auch die Gesellschaft es nicht nötig habe. Ethisches Verhalten basiert auf Solidarität, d.h. auf Gegenseitigkeit.

      Je mehr Menschen es gibt, die der Meinung sind, sich nicht ethisch verhalten zu müssen, desto unwahrscheinlicher ist die Akzeptanz von Ethik bei allen anderen. Es droht stets ein Teufelskreis nach unten. Zwar haben ethische Normen, da als kulturelle Selbstverständlichkeit im Sozialisationprozess verinnerlicht und über die Generationen hinweg weitergegeben, eine Tendenz zur Selbststabilisierung. In dem Maße aber, wie es gesellschaftlich akzeptiert wird, dass jeder Einzelne selbst sich aussucht, an welchen Werten er sein Leben ausrichtet, wächst mit mathematischer Notwendigkeit die Anzahl derer wachsen, die sich nur dann und nur so weit ethisch verhalten, wie es sie selbst nicht stört. Da ethisches Verhalten normalerweise für den Einzelnen ein schlechtes Geschäft ist, verringert sich die Loyalität gegenüber solchen Normen gesellschaftlich in dem Maß, wie die Anzahl derer wächst, die ihr Verhalten von einem Kosten-Nutzen-Kalkül abhängig machen, und die Anzahl derer schrumpft, die ganz selbstverständlich von der Existenz eines höheren Gesetzes ausgehen, das nicht zur Disposition des Einzelnen steht.

      Da diese Annahme unbewusst vorhanden sein kann, ist sie nicht zwangsläufig im Einzelfall an die bewusste Bejahung des christlichen Glaubens gebunden. Ihre Bejahung ist aber umso unwahrscheinlicher, je weiter der Einzelne von der Religion sozial entfernt ist. Dabei ist die soziale Distanz nicht dasselbe wie die ideologische Verneinung. Ein Atheist, der sich mit dem Christentum bewusst auseinandersetzt, ist nur einen winzigen Schritt von ihm entfernt; in der bewussten Kritik ist das Kritisierte ja stets latent enthalten. Wer aber gar nicht weiß, was Glaube überhaupt ist, weil er weder gläubige Menschen kennt, noch in einer christlichen Umgebung großgeworden ist, noch sich mit der Religion auseinandergesetzt hat, dem muss die Vorstellung eines höheren Gesetzes spätestens in dem Moment grotesk erscheinen, wo er sich bewusst danach fragt.

      Damit gerät aber auch die freiheitliche Demokratie ins Rutschen. Gewiss hat auch ein freiheitlicher Staat Gesetze und ein Gewaltmonopol zu ihrer Durchsetzung. Er kommt damit aber nur deshalb aus, weil die Gesellschaft ihm Friedfertigkeit, Ehrlichkeit und Zivilität als Normalfall frei Haus liefert, sodass Gewalt und Kriminalität die Ausnahme sind und nur diese Ausnahmen durch Polizei und Justiz bearbeitet werden müssen. Auch der effizienteste Rechtsstaat wäre aber überfordert, wollte eine Gesellschaft pazifizieren, in der Jeder des Anderen Wolf wäre. In einem solchen Fall würde ein elaboriertes Justizsystem den Staat selbst ersticken; er könnte gar nicht anders, als mit roher Gewalt wenigstens einen Rest an Ordnung aufrechtzuerhalten. Der Rechtsstaat müsste zwangsläufig zum Gewaltstaat regredieren, um überhaupt noch existieren zu können.

      Entsprechendes gilt für die Fortpflanzung: Wenn die Frage, ob man Kinder haben will, eine solche der „Selbstverwirklichung“ ist, also nicht der natürlichen Bestimmung des Menschen, stirbt die Gesellschaft aus, die das so sieht. Der Gedanke der natürlichen Bestimmung impliziert aber ebenso wie der eines höheren Gesetzes, dass es Dinge geben muss, die nicht zur Disposition des Individuums stehen, sondern vom Einzelnen vorgefunden werden. Man muss das als Einzelner nicht glauben, aber wenn es die ganze Gesellschaft nicht glaubt, hat sie keine Zukunft.

      Und nun sagen Sie:

      Ihr Argument, dass die Gesellschaft dadurch vielleicht nicht überleben wird, kann ich nicht nachvollziehen, weil es … funktionalistisch ist.

      Kritischer Leser, sie werfen hier zwei Dinge durcheinander: nämlich die Frage nach der Wahrheit des christlichen Glaubens mit der Frage nach der Notwendigkeit seiner gesellschaftlichen Präsenz. Nur von letzterer spricht Kairos (und spreche im vorliegenden Zusammenhang auch ich); die Feststellung, dass seine Argumentation „funktionalistisch“ sei, ist mithin kein Gegenargument, sondern eine Tautologie.

      Die Wahrheit des christlichen Glaubens kann man nicht beweisen. Könnte man es, wäre es kein Glaube mehr, sondern eine empirische Tatsachenbehauptung. Sie können die Existenz Gottes so wenig beweisen wie widerlegen. Die Feststellung der Notwendigkeit beinhaltet streng logisch nicht den Beweis der Wahrheit, kann ihn auch nicht beinhalten.

      Freilich ist es naheliegend, dass das, was sozial notwendig ist, auch inhaltlich wahr ist. Wäre es nicht so, so würde es bedeuten, dass der Glaube an eine Unwahrheit eine soziale Notwendigkeit wäre, und ein solcher Gedanke beleidigt mein ästhetisches Empfinden. Er ist ganz einfach hässlich. Das ist nicht so subjektiv-geschmäcklerisch, wie es sich vielleicht anhört. Mathematiker und Physiker kennen das Erlebnis: „Diese Formel muss wahr sein, denn sie ist schön!“ Der Beweis, dass sie auch wahr ist, bleibt ihnen nicht erspart, aber sie würden nach dem Beweis gar nicht erst suchen, wenn die Intuition ihnen nicht die Richtung gewiesen hätte.

      Für den Christen steht der Glaube dort, wo für den Mathematiker der Beweis steht; das ist kein Argument gegen das Christentum, es liegt einfach in der Natur der Sache, weil Gotteserkenntnis nun einmal etwas grundlegend Anderes ist als Welterkenntnis. Sie können aber nicht behaupten, dass dieser Glaube die willkürliche Bejahung von bloß irgendetwas sei, eine Entscheidung, die ebenso gut oder ebenso schlecht auch anders hätte ausfallen können.

  • “Die Wahrheit des christlichen Glaubens kann man nicht beweisen. Könnte man es, wäre es kein Glaube mehr, sondern eine empirische Tatsachenbehauptung.”

    Wie wahr. Es ist das Geheimnis des Glaubens.

    Kardinal Martini hat sich darüber geäussert:

    Im Angesicht des Todes kommt der Kardinal auch ins Hadern: „Ich habe mich zum Beispiel schon verschiedentlich beim Herrn beklagt, weil er uns durch seinen Tod nicht die Notwendigkeit des Sterbens weggenommen hat.“

    Vielmehr habe Gott gewollt, „daß wir durch diesen harten schmalen Weg des Todes schreiten und in die Dunkelheit eintreten, die immer etwas Angst macht.“

    Doch der Kardinal gibt sich nicht geschlagen: „Ich habe mich mit dem Gedanken des Sterbenmüssens versöhnt, als ich verstand, daß wir ohne den Tod nie die Möglichkeit hätten, einen Akt des vollen Vertrauens in Gott zu setzen.“

    http://www.kreuz.net/article.7971.html

  • An submarine
     
    Wow! Woher haben Sie denn diese Zahlen? 12-14 Millionen Muslime? Das glauben Sie doch wohl selbst nicht!!!

  •  
    Sehr geehrter Herr Kleine-Hartlage,
    auch ich habe in letzter Zeit Ihr Buch mit großem Gewinn gelesen.
    Ich stimme mit Ihnen darin überein, dass einerseits der Islam eine Gefahr für unsere freiheitliche Gesellschaft darstellt und sehe zum anderen auch die Gefahr, die die gegenwärtige demographische Entwicklung mit sich bringt.
    Diesen beiden Gefahren muss entgegengetreten werden. Allerdings sehe ich nicht, wieso dies ausschließlich oder überhaupt in einer christlichen Gesellschaft geschehen könnte. Altruismus und Mitgefühl sind universelle Werte, die allen Menschen von Natur aus gegeben zu sein scheinen.
    Altruismus ist zum Teil genetisch bedingt. Es gilt, diesen zusammen mit anderen modernen Werten – den Errungenschaften unser modernen Gesellschaft -  (Säkularität, Toleranz, Rationalität, Liberalität, Menschenrechte, Freiheit, Gleichheit, Demokratie) in unserer Gesellschaft zu fördern. Warum einzig das Christentum, das diese Werte ja lange genug bekämpft oder eben Krieg und Inhumanität im letzten Jahrhundert nicht verhindern konnte und wollte, die einzige Hoffnung auf eine lebenswerte Gesellschaft sein soll, kann ich nicht nachvollziehen.
    Die Entchristianisierung unser Gesellschaft in unser heutigen Zeit liegt (noch) nicht in dem Erstarken einer andereren Religion begründet, die Mehrheit der Deutschen ist heute schon konfessionslos (http://de.wikipedia.org/wiki/Konfessionslosigkeit). Das ist eine Entwicklung, die sich kaum aufhalten lassen wird.

  • An alle Interessierten
     
    Ich habe immer noch das Gefühl, dass Sie meine Argumentation nicht verstehen. Deshalb noch einmal allgemein und im Detail. (Ich halte es im Übrigen für sinnvoll, wenn Sie durch Zitate anzeigen, worauf Sie sich beziehen.):
     
    Vorweg zu einigen Details:
     
    Kairos, Sie schreiben:
     

    „Wenn Sie mir jetzt mit Rom kommen, dann kann ich entgegnen, dass das Reich ebenfalls eine expansive Militärmacht ohne Skrupel war. So kommen wir nicht weiter. Ich glaube übrigens weiterhin, dass (West)rom auch daran zugrunde ging, dass das Christentum nicht zur römischen Kultur passte. Aber Sie vergleichen doch Äpfel mit Birnen. Ich habe nicht bestritten, dass sich das Christentum vom Jahre 100 bis zum Jahre 600 an ausgedehnt hat, das wäre ja Geschichtsfälschung. Ich habe gesagt, dass wir in der Schule zwar viel von den pöhsen Kreuzzügen hören, aber nichts von ihren Ursachen…“

     
    Wir scheinen zu einem Großteil aneinander vorbeizureden. Mein Hinweis auf die Zeit vor dem Christentum sollte eben nur darauf hindeuten, dass wir nicht von einem Geschichtsmythos in den nächsten rutschen sollten. Was an den Schulen gelehrt wird, können Sie gar nicht eindeutig sagen, weil Ihnen die empirischen Daten fehlen. Das ändert aber nichts daran, dass ich ja gerade mit Ihnen darin übereinstimme, dass das Gelaber von den bösen Kreuzzüglern und den armen friedfertigen Muslimen unerhört ist. Was können wir also tun? Unsere Stimme erheben, die der Kritik! Mein Anliegen ist es nicht, Unwahrheiten in Bezug auf das Christentum aufzudecken, sondern Unwahrheit in Bezug auf egal was!
     
    (Im Übrigen sind Ihre Mutmaßungen zum Untergang Westrom kaum haltbar. Der Untergang Westroms ist so komplex und das Christentum eine fast zu vernachlässigende Größe. Sie sind gezwungen zwischen römischer Kultur in Westrom und griechischer in Ostrom zu unterscheiden. Nun, diese Unterscheidung ist reine Konstruktion; um diese Zeit gab es nur eine römisch-griechische Kultur. Und außerdem wurde doch darauf hingewiesen, dass das Christentum sehr anpassungsfähig ist. Richtig. Das Christentum hat sich wunderbar in die (west)römisch Kultur eingepasst. Lesen Sie mal M. R. Salzman: The Making of a Christian Aristocracy. Social an Religious Change in the Western Roman Empire, dann werden Sie sehen, dass Ihre These auf wackeligen Beinen steht.)
     
    Der „Leser“ schreibt:
     

    Gut, in 1800 Jahren davon landete man ja gerade auf dem Scheiterhaufen! Wer eigentlich? Und wann, wo und wieviele?“

     
    Jetzt glaube ich doch, dass da etwas in der Schule falsch läuft. Diese Aussage ist einfach nur peinlich! Sie, Kairos, beklagen die Verdummung. Ja, ich auch!
     
    Aber noch einmal zu einer älteren Äußerung von Kairos, zu der ich einen Kommentar von Herrn Kleine-Hartlage erwartet hätte:
     

    „Ich halte überhaupt keine “Glaubenselemente” für “notwendig.” Aber wenn katholische Priester mir augenzwinkernd zu verstehen geben, sie könnten sich schon vorstellen, dass Josef ein wenig nachgeholfen habe, dann ist das schon ein komisches Gefühl.“

     
    Ja, komisch. Zumindest auf den ersten Blick. Wenn man aber einmal nachdenkt, ist so eine Aussage höchst unredlich! Vor den Schäfchen von Jungfrauengeburt reden und selbst nicht daran glauben, ist heuchlerisch und bevormundend! Und wenn ich Herrn Klein-Hartlage richtig verstanden habe, dann ist es ja gerade das, was er kritisiert. Er möchte ja gerade wieder zum Dogma stehen, oder nicht?
     
    Kairos, Sie schreiben:
     

    „Wenn Sie fragen, was ich will, ich dachte ich hätte klargemacht, dass ich mir eine Rückeroberung unserer Kultur wünsche. Dabei ist der spirituelle Aspekt nur ein Pfeiler, wir müssen auch auf politischem und gesellschaftlichem Gebiet eine Reconquista betreiben.“

     
    Ist es so schwer zu verstehen, was ich will: Ich habe doch kapiert, dass Sie eine renovatio christana wollen. Nur: WIE? Blogs veröffentlichen, Bücher schreiben? Also Aufklären? Oder wollen sie, wie „Pit“ schreibt:
     

    „Eindringungsstop und Rückführung der Ausländer“?

     
    Wollen Sie Unwahrheiten auslöschen − also aufklären und kritisieren wie ich − oder nur in Bezug auf das Christentum? Halten Sie es also für sinnvoll, wenn ich meine Klappe halte, egal, ob ich mit meiner Kritik vielleicht Recht habe??? Hegen Sie auch solche „praktischen Überlegungen“, wie oben zitiert? Wie, lieber Pit, soll das gehen? Einwanderungsstop: kein Problem; Rückführung: schon schwieriger. Aber das eigentliche Problem sind ja nicht Ausländer; die meisten sind doch schon längst deutsche Staatsbürger! Wie wollen Sie mit diesen verfahren. Abgesehen davon: Sie scheren jeden über einen Kamm; finden Sie das nicht auch problematisch?
     
    Kairos, Sie schreiben:
     

    „Um eine chr. Leitkultur anzuerkennen müssen Sie als Einzelner keines der Dogmen der katholischen Kirche anerkennen und keinen Schwur auf den Papst leisten. Es reicht völlig aus, wenn Sie nicht anfangen Kreuze in Gerichten abzuhängen, aber Fußbäder für Moslems einzubauen, Gipfelkreuze rauszureißen und Kopftücher an den Schulen zuzulassen. Sie müssen nicht jeden Sonntag in die Kirche, es reicht wenn Sie das denen gönnen, die glauben und sie nicht dafür, dass Sie ihre Spiritualität leben als mittelalterliche Hohlköpfe ansehen.“

     
    Immer noch bleibt meine Frage: WAS BEINHALTET IHRE CHRISTLICHE LEITKULTUR? Und warum oder besser WIE sollen Millionen Nicht-Christen diese anerkennen. Sie tun so, als hätten diese keine oder nur schlechte Vorstellungen von Leitkultur. Und wenn Sie wirklich meinen, das unsere Gesellschaft überlebt, weil Kreuze in Klassenzimmern und Berggipfeln stehen, Muslime kein Fußbad nehmen und an Schulen keine Kopftücher erlaubt sind, dann pack ich schon mal meine Sachen!!! Und: Ich bezeichne Christen nicht als Hohlköpfe, sondern ich kritisiere Praktiken und Ansichten, auch aufgrund der Bibelkritik, die Sie ins Herzen des Christentums legen. Ich habe aber, wie gesagt, den Eindruck, dass Sie wollen, ich sollte eben dieses unterlassen, weil sonst der Krummsäbel schwingt. IST DAS IHRE ANSICHT?
     
    Kairos, Sie schreiben:
     

    „Wenn Ihre „modernen Werte“ bestimmte „Freiheiten“, wie das Recht auf Faulheit, Kinderlosigkeit und Egomanie einschließen, dann widersprechen sie tatsächlich dieser christlichen Leitkultur, welche die Familie heiligt, die Arbeit als Dienst an der Gemeinschaft und an Gott begreift und Altruismus einfordert. Wie ich schon sagte halte ich diese „Freiheiten“ aber nicht für Freiheit.“

     
    Auch hier stellt sich nur immer wieder meine Frage: WIE WOLLEN SIE DAS DURCHSTZEN? Wollen Sie jeder Frau vorschreiben, sie müsse Kinder kriegen? Und das ist dann die wahre Freiheit? Dass die Kinderlosigkeit ein Problem darstellt, kann ich nachvollziehen. Dann müssen wir das Problem angehen! Ich glaube aber kaum, dass Sie es durch eine renovatio christiana lösen, indem Sie allen predigen: „Und mehret euch!“!
     
    Kairos, Sie schreiben:
     

    „Der Verfall des Christentums resultiert nicht aus dem Wechsel vom Offenbarungs- zum Vernunftmodell. Wie kommen Sie darauf so einen Blödsinn zu schreiben? Lesen Sie die Kirchenväter und die Scholastiker. Die christlichen Gelehrten hielten das Christentum für die erste und einzige Religion die vollkommen mit der Vernunft übereinstimmt. Für viele Christen ist Jesus schlicht die Wahrheit. Ja, auch ich finde das schwer zu verstehen. Aber ich bitte nochmal darum das mit dem säbelrasselnden Beduinen zu vergleichen.“

     
    Genau: Sie „hielten“. Offensichtlich haben Sie die Kirchenväter und Scholastiker nicht gelesen, dann würden Sie auch einsehen, dass ihre Argumentationen haarsträubend sind. Jahrhunderte hat man versucht, Gott zu beweisen. Herr Kleine-Hartlage würde jetzt sagen, dass man es nicht kann. Richtig. Aber die Kirchenväter und Scholastiker glaubten felsenfest, sie könnten es. „Jesus ist die Wahrheit“. Schön. Und was soll mir das sagen? Genau das ist eine Aussage, die auf dem Offenbarungsmodell beruht. Woher meinen diese Leute, dass es so ist? Weil es ihnen geoffenbart wurde − in der Bibel!
     
    Kairos, Sie schreiben:
     

    „Ich bin Skeptiker im alten Sinne des Wortes. Aber dass wir die Wahrheit „nicht in der Tasche“ haben, wie Popper so schön sagt, bedeutet ja nicht, dass es keine Wahrheit gäbe oder Wahrheit beliebig wäre.“

     
    Ja, genau das sage ich doch! Popper ist gerade ein entschiedener Gegner des Relativismus, und ich meine, er hat Recht. Aber nur weil wir uns einig sind, dass es eine Wahrheit gibt, heißt es ja nicht, dass sie uns mit der Gute-Nacht-Bibel in die Krippe fällt!
     
    Kairos, Sie schreiben:
     

    „Es mag andere Quellen als Spiritualität für ethisches Verhalten geben, aber ich kann immer nur wieder betonen, dass bei den atheistischen Denkern ein halbseidener „Fairness“ und „Kosten/Nutzen“ Blödsinn dabei rauskommt, der eines nicht hat: Verbindlichkeit. Ohne Verbindlichkeit aber keine Ethik.“

     
    Toll, dann haben Sie eine Moral mit Verbindlichkeiten und glauben, dass Sie „das Gute“ tun. Sie sind aber wieder nicht auf meinen Kritikpunkt eingegangen. Ich finde nicht, dass „das Gute“ selbstverständlich ist und uns irgendwie in den Sinn kommt. Was nützt uns Verbindlichkeit, wenn wir unsere Fehler nicht verbessern?
     
    Herr Kleine Hartlage, ich kann Ihre Argumentation zu den Unterschieden zwischen Christentum und Islam doch nachvollziehen! Aber die „freiheitlich Demokratie“ ist ja ein neues Produkt. Die meiste Zeit gab es sie im christlichen Abendland nicht. Warum? Es liegt doch ein Bruch vor. Dass man mit der Bibel „lockerer“ umgeht als mit dem Koran, liegt auch daran, dass man sich (auch schon im Mittelalter) die Methoden der Homerphilologie zu Eigen gemacht hat. Indem man den Text interpretiert und kritisiert, passt man ihn der Zeit an. Das man diese nach vielen Jahrhunderten in der heute vorherrschenden freien Form tut, beruht auch auf der jesuanischen Ethik! OK. Und im Islam gibt es so etwas nicht (es gibt aber auch Ausnahmen). OK. Aber es hat sich doch einiges gegenüber dem Mittelalter geändert. Das liegt daran, dass man alles in Frage gestellt hat. Dann erklären Sie doch diese Kritikaster und Atheisten zu Christen, ja und? Dann hat halt das Christentum sein eigenes Grab geschaufelt.
     
    Sie schreiben:
     

    „Warum soll Liebe etwas Gutes sein? Dafür gibt es keine im weltlichen Sinne rationale Begründung; die einzige Begründung lautet, dass Gott alle Menschen liebt und dass sie deshalb auch einander lieben sollten. Wie kommen wir aber darauf, dass Gott die Menschen liebt, wo es doch so viel Leid in der Welt gibt? Weil er sich in der Person Christi für uns geopfert hat.“

     
    Selbst wenn sie so etwas glauben, ist Ihre Liebe nicht grenzenlos. Meistens hört sie schon hinter der Verwandtschaft auf. Und wenn es hart auf hart kommt, dann wird auch eine Person, die solches glaubt, zum Hasser. Die Geschichte ist, wie schon gesagt, voll davon. Sie können zwar immer wieder Sagen, dass nur Gott Verbindlichkeit bietet. Tut er aber faktisch nicht! (Das hat auch biologische Ursachen; aber damit will sich etwa Kairos ja nicht beschäftigen, weil er das für unverbindliches Gelaber hält.) Oder waren die Menschen im Mittelalter zivilisierter als heute, wo angeblich alle areligiös sind. Mitnichten. (Außerdem war ihr Bezug zu Gott gewiss nicht so individuell wie der Ihre. Und um Missverständnisse zu vermeiden: diese Aussage bedeutet nicht, dass heute alles „toll“ ist!) Daher meine Forderung nach Aufklärung über unser natürliches und kulturelles Sein. Sie können natürlich weiter sagen, dass ein Mörder so handelt, weil er „fern von Gott“ ist. Das ist aber keine Erklärung. Mich interessiert, welche Mechanismen dazu führen und darüber finde ich viele in der Wissenschaft. (Und um Missverständnisse zu vermeiden: Zu versuchen, eine Phänomen wie Mord zu erklären, heißt nicht es zu rechtfertigen!)
     
    Sie sagen, „die einzige Begründung lautet, dass Gott alle Menschen liebt und dass sie deshalb auch einander lieben sollten“. Das ist vielleicht für Sie eine Begründung. Ich könnte auch sagen, der Grund läge darin, weil die Sonne schön ist. Das hat genauso wenig Erklärungswert. Es besteht auch gar keine logische Verbindung zwischen der Liebe Gottes und der Forderung, die Menschen sollten sich lieben!
     
    Sie sagen: „Wie kommen wir aber darauf, dass Gott die Menschen liebt, wo es doch so viel Leid in der Welt gibt? Weil er sich in der Person Christi für uns geopfert hat.“
     
    Toll, wie sie die Theodizee-Frage mit wenigen Worten vom Tisch fegen. Das können Sie wiederum glauben, ich halte es für nichtig. Sie kritisieren mit Recht kulturelle Selbstverständlichkeiten; mit was für einer Selbstverständlichkeit sagen Sie, dass Gott sich in der Person Christi geopfert hätte! Das glaube ich nicht, genauso wie ich nicht an Hexen glaube!
     
    Herr Kleine-Hartlage, Sie schreiben:
     

    „Der Gedanke der natürlichen Bestimmung impliziert aber ebenso wie der eines höheren Gesetzes, dass es Dinge geben muss, die nicht zur Disposition des Individuums stehen, sondern vom Einzelnen vorgefunden werden.“

     
    Ich weiß wirklich nicht, warum Kairos Probleme mit meiner Unterscheidung von Offenbarungs- und Vernunftmodell hat. Genau das, was sie schreiben, basiert auf einem Offenbarungsmodell. Ich hatte gefragt und ich frage Sie: WOHER ENTSPRINGT DAS, WAS SIE „DAS GUTE“ NENNEN? Sie können von höheren Gesetzen sprechen: Wie wollen sie dieser erkennen?
     
    Dann schreiben Sie:
     

    „Die Wahrheit des christlichen Glaubens kann man nicht beweisen. Könnte man es, wäre es kein Glaube mehr, sondern eine empirische Tatsachenbehauptung. Sie können die Existenz Gottes so wenig beweisen wie widerlegen. Die Feststellung der Notwendigkeit beinhaltet streng logisch nicht den Beweis der Wahrheit, kann ihn auch nicht beinhalten.“

     
    Ja, das stimmt! Es ist wie mit Ihren Hexen. Die Aussage, es gebe Hexen, ist „Stuss“ (d.h. nicht falsifizierbar), die gegenteilige nicht. Die Aussage, es gebe einen Gott, ist auch „Stuss“, zumindest muss ich mich nicht rechtfertigen, warum ich nicht an ihn glaube, wie ich auch nicht an Hexen glaube. Ich will Ihnen gar nicht verbieten, an Gott zu glauben, noch halte ich die Annahme der Existenz für „Stuss“. Sie ist halt nicht falsifizierbar. Punkt. Daher weiß ich ja gerade nicht, wie sie ihre renovatio christiana bewerkstelligen und rechtfertigen wollen!
     
    Schließlich schreiben sie aber:

    „Freilich ist es naheliegend, dass das, was sozial notwendig ist, auch inhaltlich wahr ist. Wäre es nicht so, so würde es bedeuten, dass der Glaube an eine Unwahrheit eine soziale Notwendigkeit wäre, und ein solcher Gedanke beleidigt mein ästhetisches Empfinden. Er ist ganz einfach hässlich.“

     
    Die Verwechselung, die Sie mir vorwerfen (ich hatte aber gerade den Unterschied aufgezeigt!), nehmen Sie damit selber vor. Dass es ihr „ästhetisches Empfinden“ beleidigt, bringt mich zum Schmunzeln. (Und der Verweis auf die Wissenschaftler, die ebenso denken, macht die Sache nicht besser.) Ich sehe hier keine logischen Gesetze gebrochen. Und es könnte doch durchaus sein, dass Sie sich im Hinblick auf die Notwendigkeit irren.
     
    Sie schreiben:
     

    „Für den Christen steht der Glaube dort, wo für den Mathematiker der Beweis steht; das ist kein Argument gegen das Christentum, es liegt einfach in der Natur der Sache, weil Gotteserkenntnis nun einmal etwas grundlegend Anderes ist als Welterkenntnis. Sie können aber nicht behaupten, dass dieser Glaube die willkürliche Bejahung von bloß irgendetwas sei, eine Entscheidung, die ebenso gut oder ebenso schlecht auch anders hätte ausfallen können.“

     
    Ich halte Ihren Standpunkt für eine Immunisierungsstrategie gegen Kritik. Es bleibt ja nicht dabei, dass „der Christ“ Aussagen über Gott macht, er macht ja andauernd Aussagen über die Welt. Aber es wird immer weniger, weil er sich der Tatsache bewusst ist, dass er dann widerlegt werden kann. Was wir sehen ist ein Rückzuggefecht. „Der Christ“ zieht sich zurück auf das, „was jenseits unserer (Welt)Erkenntnis liegt“. Aha, und wie erkennt er es dann außer durch Offenbarung. Nur: Offenbarung ist in dieser Form nicht kommunizierbar. Genau deshalb schreibe ich: WAS WOLLEN SIE TUN, außer ihren Glauben mit Gewalt oder Gutzureden zu verbreiten? Wenn Sie meinen, dass das die einzige Alternative ist, dann sehe ich schwarz. Sie sagen, ich könne „nicht behaupten, dass dieser Glaube die willkürliche Bejahung von bloß irgendetwas sei, eine Entscheidung, die ebenso gut oder ebenso schlecht auch anders hätte ausfallen können“. Warum nicht? Warum haben die meisten Christen christliche Eltern, die meisten Moslems muslimische etc.? Welches Argument sollte mich dazu bewegen, an Ihren Gott zu glauben, außer „die Notwendigkeit“ (die, wie wir ja festgestellt haben, nichts mit der „Wahrheit“ zu tun hat)?
     
    Ich freue mich auf eine Antwort!

  • @Kritischer Leser

    Fuchsbriefe 61. Jahrgang / 86 Vom 29.10.2007:

    “Besonders die türkische Nahrungsmittelindustrie
    setzt auf ihre Landsleute (alleine 8 Mio. in
    Deutschland) und deren eigenständige Verkaufsinfrastruktur
    in Europa.”


    Das war im Jahr 2007. Und Sie können sicher sein, dass die türkische Nahrungsmittelindustrie weiss, wieviele Türken in Deutschland leben, im Gegensatz zu dem, was uns deutsche “Eliten” erzählen.

    Zu den 8 Millionen Türken können Sie leicht noch drei bis vier Millionen Muslime aus anderen islamischen Staaten,  Libanesen, Iraner, Iraqer, Marokkaner , Kossovaren usw. usw., hinzuaddieren.

  • @miles christianus:

    Sie sagen, dass die Mehrheit in Deutschland konfessionslos ist.
    Das stimmt nicht. Lesen Sie meinen Beitrag weiter oben, oder belegen Sie Ihre Behauptung.

  • @ kritischer Leser

    Sie glauben nicht an Gott. Gut. Wer sagt, dass Sie an Gott glauben müssen? Niemand! Glauben Sie, oder glauben Sie nicht. So what.
    Dass was ich hier lese, habe ich von Atheisten schon zigmal gelesen und diskutiert. Es ist, wie eine Diskussion mit einem Muslim.
    Als Beispiel, wie erklärt man jemand, der nie ein Konzert gehört hat, Beethovens neunte Symphonie. Der Versuch ist sinnlos, auch wenn sich der Erklärende noch so viel Mühe gibt.
    Es IST sinnlos!
    Die Freiheit-produzierende christlich-basierte Weltsicht muss verschwinden, wird ersetzt durch utopischen Globalismus , den marxistischer Sozialismus, darwinistischen Szientismus, Fortschrittsglaube, positivistischen Materialismus, Sex-Positivismus, Rationalismus, Idealismus, Feminismus, Atheismus, Okkultismus, Empirismus, Relativismus , Nihilismus, Heterosexismus, Normativismus, Sexismus, Homosexualismus Humanismus und Altersdiskriminierung. Diese metastasenbildenden ideologischen “Ismen” entstanden hauptsächlich aus der Aufklärung in Frankreich und Deutschland, sie haben sowohl den marxistischen Sozialismus als auch Hitlers Nationalsozialismus ausgespien und verbreiten heute weiterhin schamlos ihre tödlichen Zellen, okkult, pantheistisch, politisch korrekt, in den exklusiven globalistischen Salons, frech luziferisch , weil die verdammten Bastarde sich gottgleich fühlen. Menschengötter , deren Stolz” auf satanische Dimensionen angeschwollen ist und die Gott als Schöpfer usurpieren, um seine “Fehler zu korrigieren” ,wie Barbara Marx Hubbard zum Beispiel: “Wir sind unsterblich. Wir können neue Lebensformen und neue Welten schaffen. Wir sind Götter!”

  • Kritischer Leser:

    Es tut mir sehr leid, diese Diskussion sprengt den Rahmen dessen, was ich lesen kann. Ich habe einen Vollzeitjob, einen Nebenjob und eine Familie. Zudem betreibe ich selbst einen Blog, dessen letzter Artikel „das allerletzte Wort zum Feminismus“ (lesen!!!) eine Woche alt ist.

    Bitte verzeihen Sie mir, wenn ich hier nur sehr kurz und unzureichend auf Ihre neuen Einwände antworte. Ich empfehle Ihnen, wenn Sie meine Denkgeschichte und meine Argumentation nachvollziehen wollen, die Lektüre der Texte auf meinem Blog. Gerne nehme ich auch Mails in Empfang, ich muss Sie eben nur um Geduld bitten, weil ich nicht immer alles sofort beantworten kann.

    Also in aller Kürze:

    „Was an den Schulen gelehrt wird, können Sie gar nicht eindeutig sagen, weil Ihnen die empirischen Daten fehlen.“

    Doch kann ich. Ich bin Lehrer, ich kenne die Lehrpläne von NRW und ich weiß, dass es in den meisten andern Bundesländern auch nicht anders aussieht. Haben Sie persönlich denn viel über die islamische Piraterie und wie sie die europäischen „dark ages“ einläutete, gelernt? Nicht? Dann bitte den neuen Artikel auf unserem „Counterjihad“ anschauen!

    „Mein Anliegen ist es nicht, Unwahrheiten in Bezug auf das Christentum aufzudecken, sondern Unwahrheit in Bezug auf egal was!“

    Meines ebenfalls. Aber die Unwahrheiten über das Christentum gehören dazu. Was meinen Sie, egal was, oder egal was, außer das Christentum?

    Ihre historischen Ausführungen zu Rom halte ich für unstimmig. Aus Zeitgründen möchte ich dieses Thema aber nicht weiter diskutieren.

    Wenn wir überleben wollen muss der Moslemanteil auf ein Minimum beschränkt werden. Ich rede nicht aus dem Elfenbeinturm, ich arbeite jeden Tag mit muslimischen Jugendlichen. Es geht nicht um Hass auf die einzelnen Personen, es geht um einen unvermeidlichen Zusammenprall der Kulturen, der mit unserer Auslöschung endet, wenn wir nicht (mindestens) Pits Vorschlag, den Sie zitieren, umsetzen.

    Ihre erneute Frage, was chr. Leitkultur sei, empfinde ich als unhöflich. Sie zitieren das negative, was ich sagte (was Sie nicht machen müssen) aber nicht das, was Sie machen müssen, um eine chr. Leitkultur anerkennen.

    Ich will nicht jeder Frau vorschreiben, dass sie Kinder kriegt, das wäre totalitär. Es reicht die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen so zu ändern, dass nicht mehr „Sex and the City“ als en vouge und Leitbild gilt, sondern das alte Rollenmodell.

    Da Sie sagen, ich hätte Kirchenväter und Scholastiker „offensichtlich nicht gelesen“ erübrigt sich jeder weitere Dialog über dieses Thema mit Ihnen. Soll ich Ihnen jetzt meine Arbeiten über Anselm als Beweis schicken? Oder die über Augustinus? So kommen wir doch nicht weiter! So eine Arroganz ist mir das letzte Mal untergekommen, als ich noch so gedacht habe wie Sie! Nur deshalb habe ich Nachsicht mit Ihnen – weil ich auch früher alles Christliche mit der tiefschwarzen Brille des dekadenten Atheistmus las. Ich bin kein “wiedererweckter Christ”, ich habe nur eingesehen, dass der Christenhass, den Sie praktizieren, falsch ist. Ihre “Kritik” ist Hass.
    Wenn Sie den kritischen Rationalismus wirklich schätzen, dann sprechen Sie mir zumindest zu, dass ich das, was ich sage, nicht aus Jux und Dollerei tue. Sonst kann ich auch schweigen.
    Unsterstellen Sie mir doch bitte nicht, ich wäre ein christlicher Fundamentalist, nur weil ich Ihren Christenhass nicht (mehr) teilen kann. Ich bin durchaus noch immer ein großer Kritiker des Christentums, aber mit ganz anderen Vorzeichen als Sie.

  • Und submarines Kommentar (18:52) unterstreiche ich.

  • @ kritischer Leser:

    Ich freue mich auf eine Antwort!

    Zu Unrecht, sie bekommen nämlich keine mehr. Wenn Ihnen das, was ich im Dschihadsystem und nun hier in zwei langen Kommentaren in aller wünschenswerten Ausführlichkeit geschrieben habe, und obendrein das, was Kairos geschireben hat, nicht genügt, weil Sie es offenkundig schlicht und einfach nicht verstehen (wollen?), dann bedaure ich, dass ich an einen wie Sie so viel Zeit und Arbeit verschwendet habe. Ich bitte Sie, von weiteren Kommentaren abzusehen.

  • Ein wirklich großartiges Buch, welches mich anhaltend beschäftigt und, als Atheistin, sogar zum (kritischen) Bibel- und Koranlesen gebracht hat. Bitte mehr davon :)   

  • Dafür kann ich einiges sagen. Herr “Kritischer Leser”, ihr Problem ist das klassische Problem. Sie sind völlig pseudorationalisiert. Sie glauben (glauben!) das sie vernünftig sind, aber sie sind nicht vernünftig.
    Wie die Kirchenväter und andere es richtig erkannten, ist “Vernunft” für sich alleine gar keine Vernunft. Das was Sie als Vernunft ansehen, ist eingerahmt von ihren Gefühlen. Bewusst oder unbewusst. Daher auch Anselms ausspruch, das er glaubt um zu verstehen.
    Gott ist keine Figur, Gott ist kein Wesen in unserem Sinne. Gott ist (ich habe Erklärmodelle für eine Annäherung.. natürlich ist das keine Erklärung..) eine Art Geist. Wenn Sie die Kirchenväter gelesen hätten, würden Sie das wissen.
    Mir sind einige Aussagen aufgefallen:
    “Es besteht auch gar keine logische Verbindung zwischen der Liebe Gottes und der Forderung, die Menschen sollten sich lieben!”
    Doch es gibt eine logische Verbindung. Menschen sind biologisch gesehen Tiere. Sie haben die Instinkte der Tierwelt in sich, darunter fällt natürlich das Revierverhalten und auch das Verhalten was zur weiterentwicklung der Spezies führt. Profan gesagt, wir haben ein eingebautes “Rangordnungssystem” was uns dazu führt “nach oben” zu schauen. Darum funktioniert so etwas wie Alpha-Verhalten auch bei Menschen.
    Gott und das Christentum sind ein System der Sublimierung dieser Triebe. Man verlagerte das ganze ins “Geistige”. Unsere Gesellschaft hat gewisse “höhere Ideen” als Alpha eingerichtet, dies hat auf alle Menschen gewirkt. Jesus ist der Inbegriff dieses Alphagefühls, durch sein Sterben am Kreuz und das wiederauferstehen ist eine Symbolik in die Welt gesetzt worden, die zeigt das Liebe, Zuneigung, Freundschaft stärker und tiefer sind als die Tod und die Angst vor dem Tod. Einfach gesagt ist Jesus das Blutopfer der höheren geistigen Ebene der Perfektion in ALLEN Bereichen die uns vermittelt das diese höhere Ebene ein Teil unseres Leben sind und wir durch Liebe mit diesen Ebenen verbunden sind.
    Das obere Alphawesen sagt uns das wir uns lieben sollen, dadurch organisieren wir uns instinktiv danach. Wenn das nicht mehr existiert, versucht jeder Mensch das obere Alphawesen zu werden, Mord und Totschlag ist die Folge. Genau das passiert. Wir suchen nach dem Messias einer brauchbaren Transzendenz nach welcher wir als Gesellschaft uns orientieren.
    Aber nur ein Alphawesen, das NICHT biologisch in Konkurrenz mit uns steht, fördert den Frieden. Sonst gehen die Instinkte mit uns durch.
     
    Das nächste:
    “Auch das AT: hat Abraham das „Gute“ getan, als er Isaak töten wollte? ”
    Sie haben nicht verstanden worum es geht. In der damaligen Zeit war es normal den erstgeborenen Sohn einem Gott zu opfern. Das was Gott mit Abraham gemacht hat, war ein Brainfuck. Er führte den Mann zu einer krassen Situation, forderte seine Liebe zu ihm heraus UND negiert die gesamte alte Weltsicht. Die Leser bzw Hörer dieser Nachricht wurden ebenso überwältigt.
    Sie sehen nur den einen Teil der Geschichte, aber den anderen Teil, den entscheidenden, die Pointe, blenden sie aus. Sie blenden auch aus das die Menschen diese Pointe KAPIERT haben und die Menschenopfer beendeten. Das sie das ignorieren zeigt das ihre Vernunft falsch und verlogen ist. Sie ist nicht an der liebe zur Wahrheit orientiert, sondern am Hass.
    Sie hassen, und sie merken es nicht mal.
     
    Templarii
     
     
     

  • Ach noch ein Zusatz:
    So wie es sich in der Bibel darstellt, kam die Idee der Sublimierung nicht von den Menschen selbst. Sie haben sich sogar dagegen gewehrt.
     
    Templarii

  • Da wir ja an dieser Stelle viel über das Christentum diskutiert haben, stelle ich hier den Hinweis auf meinen neuen Artikel ein:
     
    http://kairostheos.blogspot.com/p/wesen-des-christentums.html

  • @Manfred
     
    Kurz noch etwas, ich habe Ihr Buch noch nicht gelesen, aber allein schon wegen Ihrer Aussagen hier im Kommentarbereich kann ich ihnen sagen, das ihre Worte noch sehr berühmt werden. Da gibt es Aussagen die wirklich “treffen”. Ich Prophezeihe Ihnen Berühmtheit. Noch ist die Zeit nicht ganz da.
    Danke für das Buch, das wird schon was! ich bestelle es mir so bald wie möglich (also nach dem nächsten Lohneingang *g*)
    Templarii

  • Stimmt es, dass es das Buch “Das Dschihadsystem” jetzt auch in englischer Sprache gibt?
     

  • Aha, dann war die Info, dass es eine englischsprachige Ausgabe gäbe, offensichtlich falsch. Sie können mich gerne per E-Mail kontaktieren dann werde ich Ihnen meine Tel-Nr. mitteilen. Ich würde nämlich gerne diesbezüglich kurz mit Ihnen sprechen (Zeitbedarf ca. 5 bis 10 Minuten).
     

  • Heureka! Bin am 21.12. auf eine Besprechung Ihres Buches gestossen, und tags darauf hat mir jemand ein Exemplar gebracht! Habe es über Weihnachten gelesen und bin überwältigt. Seit 20 Jahren plagt mich nämlich die Suche nach einer Formel, die ich (als gelernter Bauarbeiter) nie finden würde; zwischenzeitlich machte sie mich fast krank, so dass ich mir 5 Jahre Pause gönnte um mich mit erbaulicheren Themen als dem Islam abzugeben. Es ist die Suche nach der Formel, die es fertig bringt, den Islam zwischen zwei Buchdeckeln zu erklären. Dass sie nicht von Orientalisten oder Islamwissenschaftlern gefunden würden, war mir längst klar, denn diese sind in ihr exotisches Studienobjekt zu sehr verliebt, um Kritik zu äussern. Zur Sache kamen zwar Leute wie Bernhard Lewis und Bassam Tibi, dem ich ewig dankbar bin, aber sie brauchen dafür mehrere Bände.
    Nun ist es geschrieben, mektoub! Der Islam ist erklärt! Herzliche Glückwünsche dem Schreiber M. K.-H.und all denen, die’s nun wissen können – und auch wollen! Ich werde mehrere Exemplare kaufen und gezielt verschenken! Bloss ein kleiner Punkt, wo ich es anders sehe: Islam und Ethik? – Gibt es das? Wenn man Ethik als das geistige Ringen nach dem guten, richtigen Handeln definieren kann, dann, glaube ich, ist Ethik im Islam schlicht inexistent, denn gut ist dort, was der Koran vorschreibt, und schlecht, was er verbietet – punktum, basta, damit hat es sich!, und dies zu hinterfragen gilt bei Kindern nämlich als unstatthafter Vorwitz und bei Erwachsenen als Ketzerei – man tamantaqa tazandaqa! Was eigentlich nur unterstreicht, wie Recht Sie mit Ihrer These haben! Wie man dem beikommt ist nun die andere Frage. Aber wichtig ist erst einmal, dass man das Zeug durchschaut! Einen riesigen Dank an Manfred Kleine-Hartlage!
    Wie dem beizukommen ist, wird uns noch beschäftigen müssen, und zwar bald! In der Schweiz gilt ab sofort die Volksweisheit, „Dr Gschyder git nah, dr Esel blybt stah“, nicht mehr. Die Idee, dass der Gescheitere nachgeben solle, basiert auf der Annahme der christlichen Vorbildfunktion, die diesem so zufalle; der Kontrahent (Esel) würde sich dann überlegen, ob er wirklich so stur sein müsse, und schliesslich „stah“ bleiben mit seinen Forderungen. Damit wurde in der Vergangenheit mancher Konflikt erfolgreich entschärft. Das geht aber gegenüber dem Islam nicht, weil der vermeintlich „Gschydere“ dann der Geprellte ist, wenn der Esel gleich in Vakuum nachrückt, um seine nächsten Forderungen zu stellen, womit das ganze wieder von vorn beginnt, usw., usf.
     
    Demokratie, Menschenrechte und Gleichberechtigung von Mann und Frau sind Werte, die unsere Kultur ausmachen, erkämpfte Werte, die unseren Vorfahren nicht in den Schoss gefallen sind. Diese kommen schneller ins Wackeln, als wir meinen, weil Demokratie sich demokratisch abschaffen lässt, weil man den Menschenrechten ein so genanntes „Gottesrecht“ voranstellen kann und der Emanzipation der Geschlechter die Emanzipation der Kulturen beigesellen kann – Kulturen zum Beispiel, welche die Frauen unterdrücken, weil die Scharia es so will.
     
    Wir haben die Wahl zwischen nachgeben und uns vom Islam überrennen zu lassen oder nicht nachgeben und genau dadurch noch so zu werden wie der Islam. “Indem sich der Islam zwischen den Buddhismus und das Christentum schob, hat er uns islamisiert, nämlich als der Westen sich von den Kreuzzügen verleiten liess, sich dem Islam entgegenzustellen und damit ihm ähnlich zu werden, statt sich, als hätte der Buddhismus nie existiert, zu jener langsamen Osmose mit ihm bereitzufinden, die uns noch mehr christianisiert hätte, und zwar in einem umso christlicheren Sinn, als wir zu den Wurzeln des Christentums selbst vorgedrungen wären.” Also sprach ein anderer Soziologe, einer der übrigens weder Christ noch Mohammedaner war (Claude Levi Strauss in den Traurigen Tropen). Oder – Frage an uns alle – gibt es einen dritten Weg?
     

  • Es gibt eine klasse , etwa 8 – 10-seitige Ausarbeitung des Unterschiedes bei der abraham’schen Sohn-Opfergeschichte  von
    Bekenntnisbewegung “KEIN ANDERES EVANGELIUM” e.V. ( bitte googeln), in der im Bibel-Koran-Textvergleich Schritt für Schritt gezeigt wird, dass es sich bei dem islamischen “Geist”, der mit Abraham spricht, um eine völlig andere Qualität handelt, als bei dem GOTT der Juden/ Israeliten und dann folgend auch der Christen !  EMPFEHLENSWERT.
    Diese leute haben auch Ausarbeitungen über das Entstehen des islam. Rechts, über die Frage der DREIEINIGKEIT und über falsch-christliche Lehre/ Grundlage zu ANTIJUDAISMUS, der “ERSATZTHEOLOGIE”  geschrieben, die ich äußerst lesenwert und lehrreich fand,  zumindest erstgenanntes kann man gesondert bestellen !
    Das Scharia-Buch hier muss ich mir erst noch angucken
    ~~~   ~~~   ~~~   ~~~  ~~~  WIR MÜSSEN EINE EIGENE  STRATEGIE  ENTWICKELN !!
    ENDLICH MAL JEMAND hier, DER DAS BUCH  > WARUM AUSCHWITZ ? <  KENNT. Dies ist besonder wichtig, wenn in den letzten Jahren un d Monaten immer mal wieder und anscheinend etwas rat- und wurzellos von der  JÜDISCH-CHRISTLICHEN TRADITION  oder  Leitkultur  zu lesen ist, – oder “unsere Werte” und ann meist nichts Genaues dazu ausgeführt wird.
    - Nur was soll
    nach GLAGOW denn DEUTSCHE IDENTITÄT sein, – mit manchen Ausländern hab ich mehr gemeinsam als mit einer reihe von Deutschen.
    Deutsche Identität ist verworren und wurzellos, nachdem was diese NATION in der Welt angerichtet hat, – und bis heute
    NICHT  WEISS  W A R U M  !!

    Ein bloßes Propagieren  von “nationaler Identität”  ohne klar zu sagen was dies sein soll und was nicht,  ist besonders  HEUTE in Deutschland im negativen WECHSELSPIEL mit den pro-islamisierenden LINKisten saugefährlich, weil es den Beschränkesten und Ideologen unter ihnen genau das Futter geben, was sie brauchen um zu verdängen, das wir es mit einer NEUEN PRO-FASCHISTISCH/islamisierenden HERAUSFORDERUNG zu tun haben, an der die deutsche ELITE und  DEUTSCHE FINANZORLIGARCHIE zumindest teilweise beteiligt ist !

    Und
    Übrigens : Islamisierung ist KEIN originär LINKes Projekt !  Ideologische und naive LinkGrüne und Pseudokommunisten sind höchsten die “besten” Werbeträger dafür; denn Menschen neigen leider zu an-konditioniertem, zwei-poligem Denken-Verhalten, und “müssen” dann die Islamisatoren als arme unterdrückte “Minderheit” verteidigen, wie sie es früher zurecht in Sachen Ausländer, Behinderte oder Homos usw. gegen Neonazimörder gelernt haben.  
    Und das sowohl  eine fatale Eigendynamik entfaltet oder wird bewußt von wenigen führende Ideologen ausgenutzt, welche ebenfalls eher ganz “Oben” als “links” sitzen ( Stichworte Erdöl und NABUCCO-Pipelineprojekt). Leute, Polit-Berater wie Claus Leggewie und  Energiemonopolisten haben da sicher mehr zu sagen, als früher deutschlinksfeindlich Überdrehte, die von Ausdünnung des deutschen Volkes faselten . . . Gibt es nicht in England, Schweden oder Frankreich ohne Antifrasisten eine ganz ähnliche, ja schlimmere Entwicklung ?!
    Wahre Antifaschisten kämpfen mehr als doppelt so lange, wie “Pi-ler” und gemobbte CDUler gegen Islammacht-Verdummung in Deutschland, insb. Broder, Schwarzer, antideutsche Antifa !

    Wenn ich also in D-Land im Bewußtsein um die Grundlage der jüdisch-christlichen Tradition Deutscher und Gegen-Islamisierer bin, dann vor allem wegen der ethischen Wert(maßstäb)e und so letztlich auch hinsichtlich der Gesetze,   so wäre ich das in GB oder Dänemark “genauso” nicht-republikanisch im Rahmen der parlamentarisch-demokratischen Monarchie. -   Denn
    AUF  DAS  BEWUSSTSEIN  KOMMT  ES  AN  !

    Glaubt Ihr nicht, daß der Hintergrund der Versuch ist, weiter “billig” und “sicher” auf Basis der alten Industrie-Energietechnologie an Erdöl- und Gas zu kommen , – Richtung Kaspisches Meer und IRAN !
    Bat Ye’or hat für die Islamkritiker dazu u.a. den “… euro-arabische Dialog und die Geburt Eurabias “  dokumentiert.
    - WARUM  DISKUTIERT IHR DAS NICHT HIER ??
    - dubax@ich.ms -

    **( feinverteilte Radioaktivität, auch durch die Gas- und Ölindustrie (!), in der Athmosphäre sorgt für Ausbreitung des Wüstenklimas; die Erkenntnisse aus diesem Zusammenhang positiv angewendet ergeben das Gegenteil,
    - hier -> http://www.desert-greening.com !

  • Nochmals: Ihr Buch Das Dschihadsystem ist so gut, dass Sie jetzt am besten 10 Jahre zurücklehnen und garnichts mehr schreiben würden. Denn es wird an dem gemessen werden, was Sie jetzt noch schreiben und bloggen und nicht “an und für sich”.  Man wird nicht mehr Ihr Buch beurteilen, sondern alles Andere. Man wird es sich einfach machen. Leider!

    • Danke. Aber bevor man mein nächstes Buch am “Dschihadsystem” misst, muss das Dschihadsystem erst noch bekannter werden, als es momentan ist. Die Medien schweigen es ja buchstäblich tot.

  • In einer umfangreichen Einlassung zu ihrem Prozess zieht E. Sabaditsch-Wolff das “Dschihadsystem” als hauptsächliches Referenzwerk über den Islam heran!!!

    Englische Übersetzung der Einlassung bei Gates of Vienna:

    http://gatesofvienna.blogspot.com/2011/01/esw-submission-to-court-in-vienna.html 

    (Manfred, ich geh mal davon aus, dass es Dir bekannt ist, aber ich finde, alle Leser Deines Blogs sollten es wissen.)

  • Manfred, Ihr Buch ist großartig … es ist gut zu lesen, insofern auch für Nichtakademiker geeignet … inhaltlich stringent und schlüssig … insgesamt erhellend und erkenntnisfördernd. Ich habe es überall dort empfohlen, wo ich es empfehlen kann.
    Ich selbst bin eher zufällig (gibt es Zufälle ?) über ein Buch von Hans-Peter Raddatz (inzwischen habe ich alle Texte von Raddatz gelesen und durchgearbeitet) zur Islamkritik gestoßen und zum Islamisierungsgegner geworden. Als Sozialwissenschaftler bin ich bildungstechnisch und akademischerseits links sozialisiert, habe aber mittlerweile einen Positionswechsel vollzogen (bin politisch ins konservative Lager gewechselt). Doch das nur nebenbei bemerkt.
    Daß Ihr Buch von den einheimischen “Dressureliten” (Zitat Raddatz) totgeschwiegen wird erstaunt mich nicht gerade. Würde man es zur Kenntnis nehmen, dann müsste man sich inhaltlich damit auseinandersetzen und zumindest versuchen, Sie zu widerlegen. Das dürfte problematisch sein. Darüberhinaus würde man Ihr Buch auf diese Weise öffentlich bekannt machen und das scheint das Letzte zu sein, was unsere “Dressureliten” wollen.
    Ihr Buch “Das Dschihad-system” ist Referenz. Ich freue mich auf Ihr nächstes Buch.
    Meinen Dank an Sie, Manfred, und an alle anderen Islamisierungsgegner für ihr Engagement und ihr Herzblut, das sie in unsere Agenda investieren.
     
     
     

  • Auf jeden Fall! – Es bleibt allerdings abzuwarten, ob ESWs Richter sich auch dazu durchringen kann (oder darf), Dein Buch als maßgeblich anzusehen. Wenn ja, dürfte das dem Renommee des Buches zugute kommen.

    Wird es denn auch noch eine englische Ausgabe geben? Immerhin ist ja nun schon der englische Titel des Buches im Umlauf.

  • Danke. Aber bevor man mein nächstes Buch am “Dschihadsystem” misst, muss das Dschihadsystem erst noch bekannter werden, als es momentan ist. Die Medien schweigen es ja buchstäblich tot.

     
    Beim Perlentaucher wird es immerhin in den Kommentaren zum Artikel “Falsche Alternativen” erwähnt. Dem Autor passt allerdings schon der Titel des Buches nicht und er antwortet dort:

    Die Grenze zwischen Kritik und Ressentiment lässt sich nicht abstrakt und ein für alle Mal eindeutig definieren, es kann keinen Lackmustest geben, der jeden Text, und alle Autor_innen der einen oder anderen Seite zuschlägt. Letztlich kommt man dabei nicht darum herum die entsprechenden Islambilder im Einzelnen mit den islamischen Realitäten abzugleichen. Solche Bilder, die diese Realitäten entweder systematisch ins Negative verzerren und/oder falsch generalisieren, können getrost dem Ressentiment zugeschlagen werden. Dies gilt etwa für solche, die behaupten „der Islam“ insgesamt sei ein „Dschihadsystem“. Solche Literatur kenne ich leider zu Genüge.

    http://www.perlentaucher.de/artikel/6691.html

    • Kennt er zur Genüge, nur gelesen hat er es offenbar nicht. Setzt sich mit den Argumenten nicht auseinander, aber “kennt es zur Genüge”. Diese Art von Borniertheit kennt man allerdings. Zur Genüge.

  • Sehr geehrter Herr Kleine-Hartlage,

    vielen Dank fuer Ihr Buch! Ich habe mit grossem Interesse gelesen und bin der Meinung, dass es zur Pflichtlektuer werden muss. Ich war und bin fest ueberzeugt, dass die Buerger dringend etwas gegen Islamisierung und auch gegen die unklare und zu liberale Politik der eigenen (westeuropaeischen) Regierungen machen muessen. Das Buch hat mir einiges erklaert, was ich fuer sich selbst noch in der Schule versucht zu erklaeren (Geschichte ist mein Hobby).

    Das einzige Problem, was ich bemerkt habe, ist folgende. Meiner Meinung nach ist die Zielgruppe des Buchs die Mittel- und Oberschicht bzw. die Menschen, die ueber 30-35 Jahre alt sind und nach guter Ausbildung erfolgreich Ihr Berufsleben angefangen haben. Aber im Kontext der Anti-Islamisierungsmassnahmen ist diese Gruppe wenig geeignet. Das Eizige, was sie noch wg. ihres Alters und sozialen Statuses leisten kann, ist ihr Engagement in der Politik (Gesetzgebung usw.). Allein mit diesen Massnahmen hat man keine Chance auf Erfolg gegen das “Dschichad-System”. Die Ideen und Erklaerungen, die in Ihrem Buch aufgefuehrt worden sind, muessen unbedingt in den breiten Massen der Bevoelkerung verbreitet werden. Errinern Sie sich an das Roman “1984″: “the future belonged to the proles”… Genau das ist der Punkt: es waere dringend notwendig die Ideen und Thesen Ihres Buchs in eine kleine Broschuere mit max. 10 Seiten kurz und kompakt zu formulieren und an den Schulen, Unis, Fabriken und Werken zu verteilen, damit ein durchschnittlicher “Max Mustermann” mit einer bescheidenen Ausbildung oder ein Schuler aus der Realschule Ihre Thesen verstehen kann (Die Sprache Ihres Buchs ist etwas kompliziert und fuer einen Repraesentant der Unterschicht und der unteren Mittelschicht nicht einfach zu “verdauen”). Damit wird es moeglich sein, die Anti-Islamisierung nicht “von oben” zu steuern, sondern “horizontal”. Genau so funktioniert ja der Dschichad, der als ein Netz ohne stark ausgepraegten Zentren agiert. Die Schwerpunkte der Broschuere sollten die Erklaerung der Konzepte des Islam und des Christentums, die Bedeutung der Religion fuer die Ethik und Moral der Gesellschaft und auch die Beschreibung der demographischen Lage in diesem Lande, damit ein einfacher (einheimischer) Buerger mehr motiviert wird, die eigene “Population” zu vergroessern.

    Beste Gruesse,

    Dmytro Muravov
    PS: kurz ueber mich selbst. Jahrgang 1979, geboren in der Ukraine. Abitur inder Ukraine, abgeschlossenes Informatik-Studium in den USA. Seit Okt. 2000 arbeite ich als Programmierer in Deutschland (“Green-Card” Programm).

    • Für jedes intellektuelle Niveau gibt es eine passende Versorgungsstation.
      Massenkompatible Lektüre gibt es gar nicht wenig.
      Sie könnten auch noch welche produzieren.
      Unterbesetzt ist eher das Segment, das Manfred bedient.
      Wer massenkompatibel über Dschihad im Zusammenhang mit Einwanderung schreiben will, kommt aber auch leichter in den Gerucht der Volksverhetzung und wird eventuell dann, um diesem auszuweichen, unangenehme Wahrheiten verbiegen müssen.
      Eventuell ist es wirksam, sehr anspruchsvoll, klar und gerade zu schreiben und dafür nur eine wenige aber vielleicht um so entscheidendere Bastionen zu stürmen.
      Man kann nicht mit allen Orgelregistern gleichzeitig spielen.

      • > Für jedes intellektuelle Niveau gibt es eine passende Versorgungsstation.
        > Massenkompatible Lektüre gibt es gar nicht wenig.

        Ich wiederhole es nochmals: “the future belonged to the proles”. Denken Sie daran. Wissen Sie, was war ein der Hauptgruende fur den Erfolg der Kommunisten im russischen Buergerkrieg? Sie hatten ein einfaches und leicht zu verstehendes Programm: die Reichen muessen weg, und das Reichtum des Landes wird gerecht zwischen den Armen verteilt. Das komplizierte Plappern von russischen Monarchisten und Demokraten ist damals bei der Bevoelkerung einfach nicht angekommen.

        > Sie könnten auch noch welche produzieren.

        Glauben Sie es oder nicht, aber ich habe vor einiger Zeit an der lokalen Uni von mir selbst verfassten Fluegblaettchen mit einigen Thesen von Thilo Sarrazin verteilt. Hier meine ich sein sehr gutes Buch “Deutschland schafft sich ab”, das meine Beobachtungen des Lebens in der BRD bestaetigt hat.
        Mit Volksverhetzung hat es nichts zu tun. Eine solche Brochuer muss einen *zwingen* in den Spiegel zu schaeuen, und sich zu fragen: “Was mache ich, damit dieses Land weiter, auch in 50 oder 100 Jahren prosperiert?”. Die Veraenderung des eigenen Verhaltens muss der Hauptzweck der Brochuer sein. Mit einem naechsten Kreuzzug hat’s nichts zu tun…

        Die Zeit der gemuetlichen Lesestunden aufm kuscheligen Sofa sind vorbei! Die Gesellschaft muss sich dringend veraendern und endlich etwas tun!

        > Man kann nicht mit allen Orgelregistern gleichzeitig spielen.

        Doch, man kann das! Denken Sie an Ihren Grossvater bzw. an die Generation Ihres Grossvaters. Diese Menschen haben Deutschland nach dem Krieg wiederaufgebaut, sie haben mehr als 40 Std. pro Woche gearbeitet. Und der Urlaub war nicht mehr als 10..14 Tage pro Jahr. Damals lebten Menschen aufm Niveau des heutigen Harz-IV-Empfaengers. Trotzdem konnten sie, zusaetzlich zu ihren Anstrengungen im Berufsleben, mit Erfolg noch 3..4 Kinder erziehen.

        Vor 3-4 Jahren habe ich parallel zu meiner Vollzeit-Arbeit, mein zweites (Fern)Studium gemacht. In dieser Zeit war mein Sohn geboren. Meine Frau besuchte damals FH (vollzeit). Alles klappte mit dem “Multitasking” wunderbar! Ich spruere jetzt, dass mein Leben deutlich erfuellter ist, als das vieler meiner Altersgenossen, die bis zum 30. Lebensjahr ganz locker und entspannt studieren (dazwischen kommt regelmaessig Urlaub auf Mallorca, natuerlich auf Daddys Kosten), die dann jahrelang mit ihrer Freundin “Haendchen halten” und nur mit 40..45 sich endlich fuer ein Kind entscheiden.

        Generell finden Sie es nicht grotesk, dass ein Auslaender wie ich (ja, ich besitze den ukrainischen Pass) sich um die Zukunft dieses Landes mehr Sorgen macht ein durchschnittlicher Einheimischer?

        Beste Gruesse,
        Dmytro Muravov

        • Wunderbar, machen Sie weiter!
          Ich sehe Sarrazins Buch als den maßgeblichen Bericht zur Lage der Nation, und jeden Versuch, dieses Buch zu disqualifizieren, als eine Selbstdisqualifizierung dessen, der den Versuch unternimmt.
          Dummerweise findet dieses Buch nach wie vor in qualitativer Hinsicht nicht das Echo, das es verdient.
          Die “Eliten”, die glauben, einen Diskurs auf hohem Qualitätsniveau zu führen, glauben weiterhin, sich um das Buch herumzumogeln und zu -schmähen zu können.
          Aber man kann dafür sorgen, dass sie dafür den verdienten Preis an Glaubwürdigkeit zahlen.
          Das tun Blogger wie Manfred sehr gut, und es ist Gold wert.
          Der Kreis derer, der mit guten Argumenten auf das Kindergarten-Niveau unserer Eliten herabguckt, wird immer größer und irgendwann bleibt das nicht mehr ohne Folgen.

    • Sehr geehrter Herr Muravov, Sie haben völlig recht:

      Bibel – Der kleine Katechismus.

      Kritk der reinen Vernuft – Was ist Aufklärung.

      Das Kapital – Das Manifest der kommunistischen Partei / Grundsätze des Kommunismus.

      Die jeweils kleinere der Schriften war sicherlich wirksamer bei den durchschnittlichen Alphabeten.

      Es wäre tatsächlich ein großer Schritt, eine kleine Scghrift zu verfassen, die auf die jüngeren Zielt und die existenziellen Ansatzpunkte eines zeit- und raumübergreifenden Konservativsmus zu klären:

      “Was es bedeutet, konservativ zu sein?”

      “Grundsätze des Konservativen”

      “Konservativ”

      “Warum Konservativ”

      Eine solche Schrift – in sehr hoher Qualität – wäre ein Meilenstein!

      Gute Idee!

  • Lieber Herr Kleine-Hartlage ,
    Ihr in der “Sezession” vom April veröffentlichter Beitrag “Betrachtungen über die Revolution in Nordafrika” ist uneingeschränkt zur Lektüre zu empfehlen.
    “Warum die Demokratie in Nordafrika uns wichtiger sein soll als die Existenz der Völker Europas”, ist die unabdingbar zu stellende Frage und eine schlüssige Antwort darauf wird uns nicht gegeben.

  • Ich habe gerade die Zusammenfassung oder Ankündigung des Buches gelesen und muss sagen – bis auf das Thema “Integration” -
    wow, das ist es. Das ist eine gute Analyse auch dass es den Ausführenden oft gar nicht so bewusst ist… und ich finde, genau so eine Art der Analyse passt auf fast alle Machtsysteme, auch gerade die, die sich anmaßen zu entscheiden, was “Integration” zu bedeuten hat.
    Ich stimme voll und ganz zu, wenn Religion und Kultur hier endlich mal vernünftig ver- und entmischt werden, selten so klar bei jemandem gefunden wie hier. Das Buch ist sicher interessant, lese es gewiss mal, habe es aber noch nicht.
    Deswegen nahm ich zuvroderst das Thema Integration heraus, weil ich nicht weiß, ob der Autor die Begriffe des Mainstreams benutzt und welches Wirtschaftlich-gemeinschaftliche Menschenbild er hat.
    Gerade in Hinblick auf das Erwerbsleben und die Wirtschaft, die Ausbeuterischen Strukturen… da ist ein noch viel tiefgreifender Dschihad im Gange!
    Aber genau daher kann eine systemisch gut konzipierte Problemerfassung wie am Beispiel Dschihad und der erlebte und beobachtete Dschihad im Umfeld helfen (und anleiten, sich selbst zu hüten ;-)): sich persönlich stark zu machen für ein freies selbstbestimmtes Leben in allen Bereichen.
    Auch unser Grundgesetz wird vom Dschihad eines unreflektierten Geldsystems erschüttert, gut dargestellt in grundrechte-brandbrief punkt de.

    Liebe Grüße von Frigga aus Berlin

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