Non veni pacem mittere sed gladium. (Mt 10,34)
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von virOblationis 1954 promovierte Jürgen Habermas in Bonn mit einer Dissertation über Schelling*, dessen einhundertsten Todestages man in jenem Jahr gedachte. Habermas‘ für damalige Verhältnisse recht umfangreiche Arbeit – sie umfaßt über vierhundert Seiten – trägt den Titel „Das Absolute und die Geschichte. Von der Zwiespältigkeit in Schellings Denken“. Die Zwiegespaltenheit, die Habermas bei Schelling […]

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2 Antworten auf Nach der Frankfurter Schule 1b: Habermas (2. Teil)

  • „Nach Habermas ist der Diskurs durch Vernunft bestimmt; er darf also nicht durch Autoritäten oder Traditionen bevormundet werden.“

    Das ist inhaltsleer. Voraussetzung für den Diskurs ist die Meinungsfreiheit. Was vernünftig ist kann man ja nicht letztbegründen. Dass Habermas die Vernunft an den Anfang stellt statt einfach nur im Rahmen der Meinungsfreiheit seine Meinung zu äußern, zeigt, dass er totalitärem Denken verhaftet ist. Natürlich gibt es (eigentlich) Regeln für die Argumentation, aber die können in der Praxis nicht erzwungen werden (es sei denn durch die ungeschriebene Anwendung der Regeln durch die Diskutierenden). Es muß nur die Meinungsfreiheit gewährleistet sein, im Rahmen eine Verfassung, bis hinunter zum bürgerlichen Recht.
    Was Habermas und allen Totalitaristen gemein ist, ist dass sie statt einfach nur ihre Meinung zu sagen, eine philosophische (u. U. versteckte) a priori Begründung für ihre (richtige) Meinung geben wollen. Die richtige Meinung soll aus der richtigen Methode folgen. Die Ansichten von Habermas sind also vor dem Diskurs bereits richtig. Aber eine solche Haltung gegenüber den eigenen Ansichten ist natürlich unvermeidbar, weshalb es auch keiner philosophischen Grundlegung bedarf, sondern einfach nur des Diskutierens. Was sich durchsetzt ist eine politische Machtfrage. Habermas hätte sich also seine gesamte Philosophie sparen können. Komplett überflüssig.
    Er hätte sich lediglich für die Meinungsfreiheit stark machen sollen.

  • Ach so, jetzt hatte ich den 2, Teil der Habermasschen Ansichten vergessen und den zweiten schwerwiegenden Fehler vergessen. Natürlich müssen „über“ dem Diskurs Autoritäten und Traditionen schweben. Natürlich muß eine Gesellschaft so verfaßt sein, dass ein Aristoteles als Autorität gilt oder auch ein Bertrand Russell. Wobei man dann diese Autoritäten dann natürlich in Frage stellen kann. Aber zunächst mal hat man sie ja natürlicherweise als Vorbilder und orientiert sich an ihnen (fängt u. U. mit 12 Jahren an, oder eher). Aber auch diese Haltung kann man wieder nicht verordnen, geschweige denn, dass man sie explizit ablehnen darf (das ist tödlich) Wenn Habermas Autoritäten und Traditionen ablehnt (was praktisch eigentlich gar nicht geht! und wenn es zwanghaft propagiert wird, im Desaster endet) dann stecken darin also zwei gravierende Fehler, die sich wechselseitig ergänzend, die Grundlage totalitären Denkens bilden. Habermas lehnt die Bevormundung ab und erntet dafür natürlich die Zustimmung des Gutmenschen, führt aber die Bevormundung dadurch wieder ein, dass er sich durch die richtigen Methode im Besitz der „totalen Vernunft“ (->Hans Albert) wähnt und diesen Götzen als Autorität etabliert. Ich dachte 1980 das wäre klar und die Gesellschaft (Wirtschaft und „kapitalistischer“ Journalismus) würden sich davon nicht beeindrucken lassen. Aber es kam zu 100% anders.

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