Non veni pacem mittere sed gladium. (Mt 10,34)
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Kubrick2 150x95 Dreimal Stanley Kubrick (2)   Uhrwerk OrangeAuch A Clockwork Orange (Uhrwerk Orange, 1971)  hat wie Odyssee im Weltraum“ den Status eines „Klassikers“ erlangt. Über dieser Schublade wird schnell vergessen, was für eine immens verstörende Wirkung der Film bei seinem Erscheinen hatte. Seine subversive Kraft hat er jedoch auch nach über vierzig Jahren noch bewahrt.[weiter, noch 2,770 Wörter]


Martin Lichtmesz auf Sezession im Netz
Kategorie(n): Revisionen, Schönes
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2,818 Wörter | Keine Kommentare

Eine Antwort auf Dreimal Stanley Kubrick (2) – Uhrwerk Orange

  • Konservativer

    Eine interessante Analyse eines Films, den ich zweimal gesehen habe.
    Martin Lichtmesz hat deutlich den Aspekt Sozialtherapie herausgearbeitet, der in diesem Film eine große Rolle spielt. Sozialtechniker (im weitesten Sinne) sind ja der Meinung, der Mensch als solcher sei unbegrenzt therapierbar und da wir diese Sozialtechniker überall am Werk sehen ist es richtig, sich damit zu befassen.
    Da ich im Bereich Sozialtherapie tätig bin, habe ich viel darüber nachgedacht, die Theorien mit der Wirklichkeit abgeglichen und bin so zu der Überzeugung gelangt, daß der Wunsch der Vater der Vorstellung ist, man könne Menschen in ihrem Innersten so ummodeln, wie es die Sozialtechniker und ihre Apologeten gerne hätten. In Wirklichkeit funktioniert das nämlich so gut wie nicht.
    Das ist jedoch gleichgültig, weil sich inzwischen eine sozialtherapeutische Industrie mit vielen hundertausenden Mitarbeitern entwickelt hat, die ihre Pfründe zu schützen weiß.

    Wie Martin Lichtmesz richtig herausgearbeitet hat, beinhaltet der Film von Stanley Kubrick eine Absage an derartige Sozialtechniken, selbst dann, wenn sie funktionieren würden (wie im fiktiven Fall Alex).
    Leider beantwortet Stanley Kubrick in „Uhrwerk Orange“ nicht die Frage, was dann mit derartigen Verbrechern geschehen sollte. Sicherlich nicht, sie unbehelligt zu lassen. Was ist also für uns Rechte die Moral von der Geschichte?

    Die Antwort gibt Günter Maschke:

    „…
    Frage: Was ist eigentlich heute „links“‚ was ist „rechts“? Haben diese Begriffe noch eine Bedeutung?

    Günter Maschke: Sie spielen noch eine Rolle, wenn auch nicht sozialpolitisch. Als Rechter muß ich die kapitalistische Struktur ablehnen, weil sie die permanente Zerstörung ist. Das Komische ist, daß sich bei der Rechten immer Leute bereit finden, ein zerstörerisches, nihilistisches „Weiter voran“-System zu fordern und zu verteidigen. Als Linker glaube ich an die Emanzipation und Emanzipierbarkeit der Menschen und finde das gut und schön. Ich glaube in diesem Fall eben, daß der Mensch sein eigener Herr ist, daß es Menschenrechte gibt, wie sie ursprünglich als Revolte gegen die göttliche Autorität verkündet wurden. Ich glaube, daß zu dieser Gruppe heute auch alle Kirchen zählen. Sogar viele Rechte, ob sie nun „linke Leute von rechts“ sind oder Nationalsozialisten oder Peronisten, sagen, der Mensch ist gut, nur die Parteienwirtschaft ist schlecht, der Kapitalismus ist schlecht, die Massenmedien sind schlecht… Aber sie können nicht sagen, daß der Mensch böse und gefährlich sei und Autorität, Kontrolle und Strafe brauche. Man wird immer wieder feststellen, daß es heute nur noch Linke gibt — es gibt gar keine Rechten mehr bei uns. Sie können heute nicht sagen, dass der ganze menschliche Prozeß ein Jammertal ist, in dem man mühselig der menschlichen Anarchie nur durch Autorität, Ordnung und Repression Herr werden kann. Allein das wäre rechts, und da bleibt bei genauer Betrachtung heute im Lager der Rechten nicht viel übrig.
    …“ (in „Bye-Bye 68…“ von C. M. Wolfschlag, 1998)

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