Non veni pacem mittere sed gladium. (Mt 10,34)
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Sicherlich sollte man dem gewählten Papst Franziskus zugestehen, was man auch jedem Regierungschef zugesteht, nämlich eine gewisse Zeit der Einarbeitung – die vielzitierten "100 Tage" -, bevor man sich an eine erste Einschätzung wagt, was von ihm zu befürchten … pardon: zu erwarten ist. Vielleicht gelingt ihm ja, was dem Bundespräsidenten Gauck nicht gelungen ist, nämlich sich von den Erwartungen derer freizumachen, denen er sein Amt verdankt.

Trotzdem zeichnet sich immer deutlicher ab, welches diese Erwartungen sind, und dass Bergoglios Wahl tatsächlich als das Anti-Ratzinger-Pontifikat gedacht ist, das ich von Anfang an – noch auf einer wesentlich schmaleren Informationsgrundlage – darin gewittert habe.

Sage mir, wer dich unterstützt, und ich sage dir, wer du bist. Zu denen, die hohe Erwartungen an Franziskus hegen, gehört unter anderem der italienische Journalist und Vatikankenner Marco Politi, dessen Standpunkt man bereits an Berichten wie diesem des Deutschlandfunks ablesen kann:

Zu den Baustellen, die Benedikt, der 16., hinterlassen hat, gehört die Pius-Bruderschaft. Hier müsse eine klare Entscheidung getroffen werden, sagt Marco Politi. Die konservative Splittergruppe müsse zentrale Positionen des Zweiten Vatikanischen Konzils wie Gewissensfreiheit, Religionsfreiheit, Ökumene und die Beziehungen zu den Juden endlich anerkennen.

Die "konservative Splittergruppe", wie er sie nennt, betont, getreu dem katholischen Glauben, die überzeitliche Wahrheit der christlichen Botschaft; sie betont, dass die Wahrheit, die die Ersten und Letzten Dinge betrifft, entweder eine ewige Wahrheit ist oder überhaupt keine, und dass eine Kirche, in der Glaubenswahrheiten sich nach dem Zeitgeist richten, keine katholische ist,  sondern eine protestantische wäre: eine religiöse Vereinigung, die das, was ihre Mitglieder zu einem gegebenen Zeitpunkt mehrheitlich zu glauben belieben, also bloß subjektive Meinungen, "Wahrheiten" nennt.

Die Kirche hat es zugelassen, dass der Kern des Katholischen verdunkelt wurde; sie hat die Autorität, die sie nur deshalb und nur insofern hat, als sie selbst institutionalisierte Wahrheit ist, zu Akten missbraucht, durch die diese Wahrheit in Frage gestellt wurde, und fragt sich nun verzweifelt, wo denn nur ihre Autorität geblieben sei. Nun, sie ist zum Beispiel bei einer gewissen konservativen Splittergruppe gelandet: 

Dass es so weit gekommen ist, dass man die Frage nach katholischen Glaubenswahrheiten lieber an die Piusbrüder als an den Vatikan richtet, ist nicht schuld der Piusbrüder, die sich nach einer solchen Rolle fürwahr nicht gedrängt haben, sondern der Gesamtkirche. Wenn aber Politi allen Ernstes darauf wartet, dass diese Bruderschaft irgendetwas "anerkennt", was zweitausend Jahren katholischer Theologie ins Gesicht schlägt, dann kann er warten, bis die Hölle zufriert. Dass er darauf wartet, sagt freilich alles über ihn selbst.

Ebenso bezeichnend ist freilich die Kurzbiographie bei The European:

Der deutsch-italienische Journalist schrieb 20 Jahre lang für die italienische Tageszeitung „La Repubblica“ und berichtete dort aus dem Vatikan. Derzeit arbeitet er für die Zeitung „Il Fatto Quotidiano“. 2012 veröffentlichte Politi das Buch „Benedikt: Krise eine Pontifikats“ im Rotbuch Verlag. Politi ist außerdem Gastautor für „Die Zeit“ und die „FAZ“.

Noch Fragen?

Dass er Vatikankenner ist, bezweifle ich allerdings nicht. Umso beachtenswerter ist, was dieser, im negativen Sinne des Wortes liberale, Vatikankenner in einem Interview mit The European über die Hintergründe des Wechsels von Benedikt zu Franziskus sagt. Im Grunde bestätigt er alles, was ich schon in "Habemus – was eigentlich?" geschrieben hatte:

The European: Wie schätzen Sie die Wahl des neuen Papstes ein?

Politi: (…) Man hat den Sprung außerhalb Europas gewagt. Es ist auch eine Öffnung und eine Botschaft an die dritte Welt. Obwohl Argentinien kein Entwicklungsland ist, hat diese Wahl einen sehr starken Symbolcharakter.

The European: Wieso hat das Konklave diese strategische Wahl getroffen?

Politi: (…) Die Vatileaks-Affäre des vergangenen Jahres hat … zu einer starken Überzeugung unter den Bischöfen geführt, sich gegen einen italienischen Papst auszusprechen.

The European: … und stattdessen einen Argentinier zu wählen?

Politi: (…) Man hat … auf einen Kandidaten wie Kardinal Bergoglio gesetzt, der aus der Mitte kommt und eine gemäßigte Haltung vertritt. Auch wenn er 2005 an der Speerspitze der kleinen Reformgruppe um Kardinal Martini stand. Es ist sehr symbolisch, dass gerade er als Kompromisskandidat gewählt wurde. Er, der doch 2005 der Widersacher von Benedikt war. Daran sieht man, dass man das Experiment Ratzinger, samt der starken konservativen Lobby, die ihn zum Papst machte, und dem Fokus auf Tradition, Identität und Misstrauen gegenüber der modernen Gesellschaft als beendet betrachtet.

Es handelte sich also in der Tat um einen Machtkampf, der gegen den alten  Papst geführt wurde, vor allem aber gegen alles, wofür dieser Papst stand.

Man spürt geradezu das Aufatmen: Endlich sind wir diesen alten Knochen los, der uns mit solchen Lästigkeiten wie Gott und der Bibel piesackte. Endlich können wir Tradition und Identität über Bord werfen und uns in die moderne – gottlose – Gesellschaft eingliedern. Klimbim ist unser Leben, der Glaube ist jetzt auch als dekorativer Klimbim anerkannt. Endlich! 

The European: Franziskus muss erzkonservative Katholiken wie auch Reformer und Liberale zufriedenstellen. Wie kann er diesen Spagat meistern?

Politi:(…) Es gibt aber unter den Bischöfen und dem Kirchenvolk einen sehr großen Wunsch nach einem Neuanfang. Die Ernennung von Franziskus ist ein Symptom dieser Haltung. Er wird die Wende nicht alleine voranbringen, er wird sie aber sicherlich symbolisieren. Die Erzkonservativen werden deutlich weniger Spielraum haben als unter Benedikt. (…)

Im Klartext: Es gibt keinen Spagat. Die Konservativen sollen nicht nur keine Macht haben, sondern nicht einmal "Spielraum". Sie sollen nicht nur nichts zu bestimmen haben, sie sollen nicht einmal ihre Meinung sagen dürfen, es sei denn, sie wären bereit, den neuesten Zeitgeistklimbim "anzuerkennen".

The European: Wie wichtig ist die Herkunft des neuen Papstes?

Politi: Argentinien ist ein sehr entwickeltes und fortschrittliches Land und trägt viele europäische Züge. Kulturell könnte man von einem „erweiterten Europa“ reden. Dass er ein Jesuit ist, wird sicherlich auch eine besondere Rolle spielen. Er ist zwar ein einfacher Mann, aber sicher nicht einfältig. Deshalb weiß er ganz genau, welche kirchlichen und gesellschaftlichen Kräfte agieren. Die Jesuiten sind einer der intellektuellsten und politischsten Orden in der katholischen Kirche.

"Politisch" ist sicherlich richtig: Teile des Jesuitenordens gelten als so weit links, dass Viele sich fragen, was an ihnen noch katholisch sein soll. Und wer nicht in diesem Sinne "politisch" ist, der kann nur "einfältig" sein, ein ahnungsloser Trottel:

Das steht im krassen Gegensatz zu Papst Benedikt XVI., dessen größte Schwäche die fehlende Regierungserfahrung war.

Wie muss er diesen Papst gehasst haben, dass er sich noch nach seinem Rücktritt diesen Ton herausnimmt.

The European: In Lateinamerika leben mehr als 40 Prozent aller Katholiken. Doch auch dort steht die Kirche unter hohem Druck. Wird das Pontifikat von Franziskus die dortige Situation verbessern?

Politi: Das kann ich jetzt noch nicht sagen. Ich glaube aber, dass er eine spannende Beziehung zu Kirche und Moderne hat. Er hat bestimmt keine Sehnsucht nach alten Zeiten. Franziskus kennt die multikulturelle, säkularisierte Gesellschaft und er will eine Kirche, die sich nicht vor dieser Gesellschaft verbarrikadiert.

Genau darum geht es: Die katholische Kirche, obwohl sie sich nie explizit gegen Multikulti ausgesprochen hat, ist allein dadurch, dass sie alle säkularistischen Utopien ablehnt, implizit auch ein Hindernis für Multikulti-Utopien. Es ist interessant, dass Politi "multikulturell" und "säkularisiert" in einem Atemzug nennt: Offenbar weiß er ganz genau, dass eine entchristlichte ("säkularisierte") Gesellschaft eine ist, der man jeden Götzen aufschwatzen kann, vorzugsweise eine politische Utopie.

Nun wissen wir auch, warum oben von "Identität" die Rede war, an der der alte Papst sich orientiert habe – obwohl Benedikt sich doch nie besonders für Identitätsthemen interessiert hat. Seine Feinde aber interessieren sich dafür sehr wohl, ihnen ist der Zusammenhang zwischen Säkularismus, Multikulti und Identitätszerstörung ebenso geläufig wie der Zusammenhang zwischen authentischem Katholizismus und "Tradition, Identität und Misstrauen gegenüber der modernen Gesellschaft".

The European: Franziskus ist der erste nichteuropäische Papst der Neuzeit. Hat die europäische katholische Kirche an Einfluss verloren und erleben wir gerade das Ende des kirchlichen Eurozentrismus?

Politi: Ganz bestimmt. Benedikt hatte darauf gesetzt und dafür gesorgt, dass im Konklave mehr Europäer sitzen und dass die Italiener überrepräsentiert sind. Doch eigentlich ist Europa seit Jahren mehr ein Krisenzentrum des Glaubens als eine Säule der katholischen Kirche. Mit der Wahl von Papst Franziskus wird die Internationalisierung vorangetrieben, man setzt auf die Globalisierung und die neuen Kräfte der anderen Kontinente.

(…)

In Europa herrscht die Glaubenskrise, also wird es aufgegeben; die Wurzeln können eingehen, der Baum wird trotzdem sprießen, zumal wenn man ihn mit nichtchristlichen Ideologien ("Man setzt auf die Globalisierung") düngt. Und wenn er trotzdem umfällt, wird es einen Politi nicht stören.

The European: Wie problematisch ist es für Papst Franziskus, dass sein Vorgänger noch lebt und theoretisch Einfluss auf sein Pontifikat nehmen könnte?

Politi: Die noble und revolutionäre Geste von Benedikt deutet auf eine mönchhafte Haltung hin…

Dass einzig positive Wort, das er sich über Benedikt abringen kann, ist das Lob dafür, dass er zurückgetreten ist – zumal das "revolutionär" war, das heißt die Kirche erschüttert und auf den Kopf gestellt hat.

… Ich denke, er wird extrem zurückgezogen leben und nicht den Hauch eines Schattens auf seinen Nachfolger werfen. Franziskus muss aber aufpassen, dass die Freunde von Benedikt nicht Gerüchte und Zitate streuen und so versuchen, Fehler zu provozieren.

Ja, die gefährlichen Freunde von Benedikt, die so unglaublich mächtig waren, dass sie den Papst nicht vor den gegen ihn gerichteten Machenschaften schützen konnten. Da schließt der Apologet einer intriganten Kamarilla wohl von sich und seinen Freunden auf andere – ganz im Geiste seiner linken Gesinnungsfreunde in der Politik, die seit 1968 derart viel gelogen, betrogen und unterwandert haben, dass sie auch in Anderen, auch in noch so harmlosen Konservativen nur Wölfe im Schafspelz sehen können.

The European: War Benedikt ein Interimspapst?

Politi: Ja. Eigentlich sollte während seines Pontifikats ein Übergang stattfinden, am Ende war es aber lediglich eine Phase der Stagnation. Jetzt haben wir einen Papst von 76 Jahren, der diesen Übergang schaffen kann.

Wohin dieser "Übergang" führen soll, darüber sollte man wohl keinen Zweifel mehr haben.

The European: Welche Folgen hat der Rücktritt des alten Papstes für die Kirche?

Politi: Die Konservativen waren schockiert. Das Papsttum war ja schließlich etwas Halbgöttliches und Ewiges. Benedikt hat das Amt vermenschlicht und es damit fragiler gemacht. (…)

So ist es. Einen wie Politi kann das natürlich nur freuen. Endlich nichts "Ewiges" mehr, nur noch Dinge, die man nach belieben manipulieren kann. Endlich kein Stellvertreter Christi mehr, nur noch einer, den man herumschubsen kann.

Es ist schon merkwürdig: All diese Leute, die geflissentlich so tun, als wüssten sie nicht, worauf der Katholizismus beruht und wie er funktioniert, kapieren just dies plötzlich ganz genau, wenn es gilt, ihn zu zerstören.

12 Antworten auf Eine Art Gegenpapst. Marco Politi über Franziskus

  • Mein herzliches Beileid zu diesem Papst! Als Protestant kann ich wenigstens denken und es bei Gelegenheit laut hinaus schreien, dass säkularer Globalismus und Multikulti „Mist“ sind und uns Christen nur die Orientierung an den „ewigen“ Glaubenswahrheiten retten kann. Aber wenn diese modernen säkularen liberalen Ideologien auch noch mit dem ganzen Gewicht, der Autorität und dem „Segen“ eines Papstes daher kommen und quasi als Glaubenswahrheit „verordnet“ werden, dann wird mir auch als Nicht-Katholik schwarz vor Augen.

  • Joseph von Sternberg

    Jetzt will ich noch folgendes Wissen:
    wieso gibt es außer an diesem Ort und wenigen andren nur Jubelberichterstattung über Versager-Franz? Beim Vatican Magazin kann ich das verstehen – die müssen ja positiv berichten – und ihre Brötchen nach Hause bringen, Tagespost dito. Kath.net würde Franz-feindliches nie publizieren. Aber was ist mit den Matthuseks, Kisslers und Seewalds. Die sind doch unabhängig? Was ist mit dem typ aus dem Untersberg? Pat B.? Keiner läutet die Glocke?

    „Midnight mare and blood red roan,
    Fight to Keep this Church Your Own
    Sound the horn and call the cry,
    How Many of Them Can We Make Die!“

    Problematischer Autor – lyrischer Text – und eine Interpolation :-)

  • Beantwortung der Frage „Habemus … ja was eigentlich?“:

    HABEMUS VITRICUM.

    (Wir haben einen Stiefvater.1)

  • Ein Fremder aus Elea

    Unterstützen?

    „Halte deine Freunde nah, und deine Feinde noch näher.“ oder irgendwie sowas.

    „Vereinnahmen“ ungleich „unterstützen“.

    Wer ihn „unterstützt“ hat, das ist das Conclave.

    Abgesehen davon ist der Bundespräsident eh eine Marionette und der Papst nicht.

    Etwas mehr analytische Schärfe, bitte.

  • http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/papst-franziskus-haelt-am-gruendonnerstag-messe-im-petersdom-a-891450.html

    Irgendwie ist mir nicht wohl dabei, dass Papst Franziskus in diesem Kontext auch Anhängern anderer Religionen die Füße waschen möchte.

    • Und nicht nur denen, sondern auch Insassen eines Jugendgefängnisses, über deren Religionszugehörigkeit ich gar nicht erst zu spekulieren wage. Dieser Inbegriff aller Demut und Bescheidenheit weiß natürlich alles viel besser als Jesus Christus, der nur seinen Jüngern die Füße gewaschen hat.

  • Ich fürchte über deren Religionszugehörigkeit muß man auch nicht spekulieren, da sie im verlinkten Artikel erwähnt wird :). Ja, Moslems sind dabei. Ich kotze. Da fällt einem nichts mehr zu ein.

    Als es gleich nach der Wahl bereits der neue Papst von Rechten kritisiert wurde dachte ich ja zuerst, es handelte sich um das übliche Herumgejammere unserer Szene. Es ist ja nun mal so, daß uns häufig, nun ja, der Papst nicht päpstlich genug sein kann (haha). Aber so etwas hätte ich nun auch nicht gedacht. EIN JUGENDGEFÄNGNIS!? Hätte es nicht auch ein Obdachlosenheim getan?

    Ich pack’s nimmer. Bin ich auf meinem langen Marsch nach rechts zu sensibel geworden? Gab es früher auch so viel Scheiß` und ich hab’s bloß nicht wahrgenommen? Ist es vielleicht doch gar nicht so schlimm?

    Wer hätte noch bis vor kurzem gedacht, daß ein Papst freiwillig einem Moslem die Füße wäscht (es steht auf Spiegel Online aber ich kann es immer noch nicht glauben)

    Was kommt als nächstes? Wird er das nächste Mal eine Romasiedlung besuchen und sich dort -total bescheiden und demütig- im Kot wälzen? Zumindest würde er damit nur sein Amt besudeln und nicht gleichzeitig den dutzenden (hunderten?) von Millionen toten Christen die der Kampf gegen den Islam über die Jahrhunderte gefordert hat aufs Grab scheißen.

    So, nochmal gegoogelt: einmal Benedikt letztes Jahr:

    http://www.n-tv.de/panorama/Papst-zelebriert-Fusswaschung-article5966536.html

    und einmal FrancyOne heute:

    http://www.br.de/nachrichten/papst-gruendonnerstag-fusswaschung-100.html

    Oh Benedikt, was hast du getan?

  • Merkwürdig, dass man vor allem oder nur damit Probleme zu haben scheint, dass Frauen unter den Zwölfen waren:

    http://www.spiegel.de/panorama/papst-franziskus-frauen-fusswaschung-veraergert-konservative-katholiken-a-891727.html

    Es ist eine große Gefahr für das Christentum, wenn es sich ideologisch vereinnahmen lässt: Man geht nur von dem Ziel oder der Agenda aus, die man verfolgt, und sucht sich zur Untermauerung „Gründe“ oder Gelegenheiten. Ein Papst, der sich nicht an den Kontext der Schrift (z.B. Fußwaschung) hält, verliert schnell seine Glaubwürdigkeit.

    Seine Bewerbungsrede wird inzwischen immer mehr als Abrechnung mit seinem Vorgänger verstanden:

    http://www.spiegel.de/panorama/interview-theologe-georg-schwikart-ueber-rede-von-papst-franziskus-a-891557.html

  • Die Aufregung über die Frauen finde ich nicht so merkwürdig. Es ist halt der übliche linksliberale Spin der jeder Meldung in den Mainstream-Medien mitgegeben wird: da schreibt man natürlich lieber von konservativen Katholiken, die die Fußwaschung an Frauen ablehnen (Ewiggestrig! Mysogynistisch! Reaktionär!) als von konservativen Katholiken, die die Fußwaschung an Moslems ablehnen, weil letzteres auch Nichtkatholiken wie mir als absolut abartig und nicht wiedergutzumachen erscheint. Ich möchte sogar so weit gehen zu schreiben, daß dies jedem einzelnen Europäer der nicht vollkommen degeneriert ist Übelkeit verursachen muß.

    Ich denke dem Establishment ist durchaus klar, daß es auch unter Nichtkatholiken eine Menge Menschen gibt die ganz froh darüber wären wenn unsere Eliten endlich mal aufhören würden die Füße der Moslems zu waschen (bildlich gesprochen). Daher berichtet man lieber über die Frauen. So macht man aus „der Papst fällt buchstäblich vor ausländischen Kriminellen auf die Knie“ ein „konservative Katholiken lehnen die Fußwaschung an Frauen ab.“

    Insofern verwundern mich die Mainstream-Medien nicht so sehr, seltsam nur, daß sonst noch keiner was gebracht hat. PI ist doch eigentlich immer sehr schnell was sowas angeht.

    Und noch was: wenn ich sehe wie der neue Papst in nur wenigen Wochen alles durcheinander wirbelt, muß ich mich im Nachhinein schon fragen ob das vorsichtige Anzweifeln einiger weniger moderner Glaubenssätze wirklich alles war was Benedikt XVI. aus seinem Pontifikat herausholen konnte, oder ob nicht ein bißchen mehr Aktivität machbar gewesen wäre. Wie gesagt, ich bin kein Katholik und habe keine Ahnung von kirchlichen Angelegenheiten, aber der zuerst nur etwas schale Beigeschmack der jüngsten Ereignisse bekommt eine zunehmend bittere Note.

  • Vielleicht kann man, wenn man nicht nur Konservativer, sondern auch Christ ist, manche Entwicklung etwas gelassener nehmen. Denn es geschieht nichts was Gott nicht zulässt. Gott kann selbst Böses für seine Pläne verwenden (z.B. Verrat durch Judas, Pharisäer setzen Kreuzigung Jesu bei Pilatus durch, Verkauf Josefs im AT), die schlussendlich gut ausgehen bzw. etwas Gutes bewirken. Als Konservative beklagen wir z.B. die Masseneinwanderung. Zur Zeit geschieht aber eine ziemliche Erweckung unter Iranern in Deutschland, während immer weniger Deutsche vom Evangelium wissen wollen. So hat z.B. allein die St. Mariengemeinde in Berlin-Zehlendorf (www.lutherisch.de), von der auch Idea berichtete, innerhalb relativ kurzer Zeit ca. 200 iranische Gemeindeglieder hinzugewonnen. Dass soll jetzt natürlich kein Pladoyer dafür sein, weniger gegen die Masseneinwanderung Stellung zu beziehen.

  • @Wolfgang
    An einen Gott, der in den Weltlauf eingreift, WILL ich nicht glauben. Als Christ glaube ich allerdings sehr wohl, daß der große Gasförmige PERSÖNLICH auf diesem winzigen Planeten vorbeigeschaut hat, um den Menschen zu sagen, daß sie ihn falsch verstanden hatten.

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