Non veni pacem mittere sed gladium. (Mt 10,34)
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Schuhe 107x130 Die Schuhe des Fischers (1)Inzwischen hat sie wohl jedermann gesehen, die von den Massenmedien mit auffälliger Lautstärke hervorgehobenen „schlichten“ schwarzen Schnürschuhe von Papst Franziskus I., die sich so deutlich von der edlen, leuchtend roten Fußbekleidung seines Vorgängers abheben. Diese wurde schon vor Jahren gelegentlich Gegenstand von Presseberichten, unter anderem von dem Gerücht begleitet, der Papst „trage Prada“ – wohl mit dem Ziel, ihn in den Ruch des unangemessen Luxuriösen zu bringen.

Des „Papstes Schuster“ erläuterte im Mai 2010 der Süddeutschen Zeitungdie Bedeutung der Farbenwahl:

Das päpstliche Schuhwerk ist seit Jahrhunderten rot. Die Farbe soll an die Kreuzigung und das Blut Christi erinnern. Nur der Farbton ändert sich manchmal. Benedikt XVI. hat sich für ein schönes Feuerrot entschieden.

Und auch die BILD-Zeitung weiß zu berichten:

Seit dem 15. Jahrhundert tragen Päpste die rötlichen Schuhe. Die rote Farbe, heißt es, soll an die Kreuzigung und das Blut Christi erinnern.

Aus nämlicher Zeitung erfahren wir auch, daß der Namenspatron des Papstes, der Hl. Franz von Assisi, „tierlieb“ gewesen sein soll und „Einfachheit vorgelebt hat“.  „Wie gern ich eine arme Kirche für die Armen hätte“, wird Franziskus zitiert. Dieser fahre mit Bus, Bahn und Taxi, wirke „wie ein einfacher Priester“. Er „verzaubere“ die Christen mit „Demuts-Gesten“ wie der „spontanen“ Segnung eines Blindenhundes. Und auch die Schuhe seien Ausdruck seines „schlichten, demütigen Stils“:

Er weigerte sich, sein schlichtes Eisenkreuz gegen eines aus Gold zu tauschen. Er trägt schwarze statt rote Schuhe, weil er sich nicht in den Mittelpunkt stellen möchte: „Christus ist das Zentrum der Kirche, nicht der Nachfolger Petri“, sagt er.

Auf diese und ähnliche Weise wird zur Zeit unablässig das Mantra von der vorgeblichen „Demut“, „Schlichtheit“ und „Bescheidenheit“ des neuen Papstes auf allen nur erdenklichen Ätherwellen gesungen, sekundiert von Refrains wie „Aufbruchsstimmung“, „Neuanfang“ und ähnlichem, mit all der Einstimmigkeit, die inzwischen ebenso üblich wie unheimlich geworden ist. Inmitten dieser Flut aus stromlinienförmigem Info- und Desinfotainment frage ich mich unaufhörlich, ob ich wirklich der einzige Mensch auf der Welt bin, dem auffällt, wie penetrant die Dauerrede von der „Bescheidenheit“des neuen Papstes stinkt. (Ich bin es glücklicherweise nicht:  hier Alexander von Schönburg in der Welt).

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Martin Lichtmesz auf Sezession im Netz
Kategorie(n): Heute
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Zum Originalartikel: Die Schuhe des Fischers (1)

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