Non veni pacem mittere sed gladium. (Mt 10,34)
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von Martin Lichtmesz

besetzt2 150x104 Identitäre Basisarbeit (7): Occupy VotivkircheHut ab: die „Identitären“ Wiens haben die Masken fallen lassen und diesen Sonntag einen Coup gelandet, der mit Sicherheit nicht unbeachtet bleiben wird. Zur Vorgeschichte: die Wiener Votivkirche wird seit zwei Monaten unter erheblicher Medienaufmerksamkeit von etwa 40-50 Asylbewerbern besetzt, die damit gegen angeblich „menschenunwürdige“ Bedingungen im niederösterreichischen Flüchtlingslager Traiskirchen protestieren wollen und auch zusätzlich allerlei politische und finanzielle Forderungen stellen.

Daß diese Aktion keine Idee der kaum bis gar nicht deutsch sprechenden Flüchtlinge selbst war, sondern von diversen linken bis linksradikalen Anstiftern und Drahtziehern eingefädelt wurde, ist in Österreich seit Wochen bekannt und wird zuweilen auch zaghaft kritisch angemerkt, wie auch die zum Teil als überzogen erkannten Forderungen. Die unbekannten Autoren der gendergerecht formulierten Liste bleiben zwar im Hintergrund, die Stoßrichtung ist jedenfalls wie üblich die Aushebelung von Bürgerrechten zugunsten von sehr weit gefaßten „Menschenrechten“ sowie von als „menschenverachtend“ gebrandmarkten Einwanderungs- und Asylbeschränkungen.

Nichts anderes also, als was die Antifanten unter dem Slogan „No border, no nation“ oder „Kein Mensch ist illegal“ (ist er auch nicht… nur sein Aufenthalt kann es sein) zusammenfassen. Nachhaltig mischt dabei die linkslastige katholische Hilfsorganisation „Caritas“ mit. In dieser Inszenierung sind die Flüchtlinge (auf linken Seiten nur mehr als „die Refugees“ tituliert), die immerhin zum Teil in Hungerstreik getreten sind, am Ende nur Schach- und Devotionalfiguren linker Strategien und Befindlichkeiten. Das Ganze ist schon längst in eine der üblichen Feelgood-Stücke „gutmenschlicher“ Selbstherrlichkeit resp. in ethnomasochistisches Selbst-Bashing ausgeufert. Wobei ich jede Wette eingehe, daß keiner der einschlägigen Akteure Lust hätte, neben einem „refugee camp“ wie in Traiskirchen wohnen zu wollen.

Daß diese Nummer mit anderen Worten nicht ganz koscher ist, ist also allgemein bekannt. Ihre politischen Akteure und Unterstützer verschanzen sich indessen hinter einer Rhetorik, die geschickt auf dem guten und schlechten Gewissen gesellschaftlicher Konsenswerte spielt. Kritik hieran zu formulieren ist ebenso schwierig wie sozial riskant, und nun haben eine Handvoll „Identitäre“ Wiens es eben doch gewagt: für einige Stunden „besetzten sie die Besetzung“, und schafften durch diese Provokation den Sprung in mehrere große Medien, darunter die Presse, der Standard, der ORF, OE24 und vor allem der Kurier.

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Martin Lichtmesz auf Sezession im Netz
Kategorie(n): Ereignis, Heute
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