Non veni pacem mittere sed gladium. (Mt 10,34)
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Der Faschismus Kaum ein Begriff ist so belastet und so umstritten wie der des Faschismus. Gleichwohl muß der Versuch unternommen werden, ihn zu erhellen, wenn der geplante Blick auf die europäische Geschichte der Neuzeit unter dem Gesichtspunkt eines Weltbürgerkrieges gelingen soll. Dazu frage ich nach dem Wesenskern des Faschismus – wohl bewußt, daß dieser Begriff schon für alles mögliche benutzt worden ist, vor allem zur Abqualifizierung von politischen Gegnern. Vom Wesen einer Sache zu sprechen macht nur Sinn, wenn die Welt nicht aus lauter individuellen Dingen besteht, wie der Nominalismus meint. Wenn es verschiedene Vertreter einer Art gibt, seien es Fasane, Flüsse oder Faschismen, dann kann nach dem gesucht werden, was sie zu dem macht, das sie sind; dies muß etwas sein, das den Vertretern einer Art gemeinsam ist, doch muß ihr Wesen nicht mit dem deckungsgleich sein, was wir als Gemeinsames wahrnehmen, denn es mögen auch nicht-wesentliche Züge in den Blick geraten, oder es mag etwas Wesentliches bei einem der Vertreter fehlen, ohne daß er deshalb nicht zu der Art gehört: So läuft ein Fasan auf zwei Beinen, doch bleibt er ein solcher, zumindest für geraume Zeit, auch wenn ihm eines abhanden kommt.

Eine Gegenposition sucht der oft genannte Aufstaz “Der faschistische Stil” von Armin Mohler einzunehmen, der sich auf den Nominalismus beruft, doch er sieht im Faschismus nur einen Bestandteil des “rechten Totalitarismus” neben Nationalsozialismus und Etatismus und definiert den Faschismus gerade durch Abgrenzung zum Nationalsozialismus; der Etatismus wird nicht weiter berücksichtigt. M.a.W. was gewöhnlich Faschismus genannt wird, nennt Mohler rechten Totalitarismus, und er versteht unter Faschismus einen Aspekt desselben, der gemischt ist aus Futurismus, Expressionismus, soldatischer Standesethik und jugendlichem Überschwang. Mohlers Aufsatz trägt also lediglich dazu bei, einen der Bestandteile des rechten Totalitarismus bzw. des Faschismus zu erhellen, nämlich die – stark von ihrer Zeit geprägte – militaristische Komponente in Verbindung mit einzelnen Kunstrichtungen derselben Epoche.[…]

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