Non veni pacem mittere sed gladium. (Mt 10,34)
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Zwei Anekdoten zur Lage der allgemeinen kulturellen Hegemonie. Szenerie 1: ein besonders von Studenten und akademischem Personal frequentiertes Café nahe der Wiener Universität. Die Tische stehen recht eng beieinander, sodaß ich nicht umhinkam, das Gespräch meiner beiden Tischnachbarn mitzuhören, zumal der Wortführer mit ziemlich lauter Stimme sprach.

Er fiel mir auf, weil er optisch einen sympathischen und eher „konservativen“, ja „neofolk“-artigen Eindruck machte: ein rotblonder, schon leicht ergrauender und tendenziell ins kräftig-korpulente gehender Wikinger mit einem Henriquatre-Bärtchen und einem dröhnenden, jovialen Lachen, dabei ganz in elegantes Schwarz gekleidet, mit einer altmodischen Weste über dem Hemd, in der eine goldene Taschenuhr an einem Kettchen steckte. Seinen Kragen zierte ein schmuck aussehender walisischer Drache in Silber.

Seine Gegenüber war ein grauhaariger Heer jenseits der Fünfzig. Beide waren offenbar Akademiker und berieten über die Lage ihrer Zunft. Stückweise drangen die Satzfetzen der feierlich vorgetragenen Ansprache des Wikingers zu mir herüber. Etwa so:

„Das Problem der heutigen Kulturvermittlung ist, daß man als Adressat ein Bildungsbürgertum von anno Metternich vor Augen hat, das es einfach nicht mehr gibt. In rudimentären Resten vielleicht noch, aber das ist nicht mehr relevant für die Gesellschaft… unsere ganze Bildungs-, Ausstellungs- und Museumspolitik muß sich den Bedürfnissen der Zeit anpassen. Wir dürfen den Leuten nicht zuviel zumuten, wir müssen sie da abholen, wo sie stehen.“ Meine Ohren wurden immer größer, und ebenso wuchs mein Aberwille.

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Martin Lichtmesz auf Sezession im Netz
Kategorie(n): Heute
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