Non veni pacem mittere sed gladium. (Mt 10,34)
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lambda2 130x130 Identitäre Basisarbeit (3): Beschreibung eines aufziehenden Sturmsvon Julian Fosfer

Seit langem herrscht in den rechten Kreisen Wiens ein stickiger Burgfrieden, eine gemütliche Atmosphäre des „Nichtansprechens“ und „Nichtanpatzens“. Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus, einer besucht die Veranstaltungen des anderen. Und in bierseeliger Gemütlichkeit präsentiert sich Wien immer mehr als Paradies für Szenerechte jeglicher Couleur, als politisches Wunderland für bundesrepublikanische Besucher, die immer mit erwartungsvoll leuchtenden Augen ankommen und neidisch von ihrem Wienbesuch heimkehren.

Besonders angetan sind die Gäste stets von der Aura der politischen Macht, die in Wien die rechten Zusammenhänge umweht. Man trifft Nationalratsabgeordnete auf Partys, starrt auf großformatig plakatierte Botschaften, die „in Deutschland undenkbar wären“, und das gilt wohl auch für die Ergebnisse von Wahlen und Meinungsumfragen.

Wenn man die parteipolitische Szenerie in Wien vor einigen Jahren mit einem Bild beschreiben wollte, man müßte zum großen alljährlichen Stadtfest der FPÖ im Rathaus-Innenhof pilgern: Freibier im Vorhof der Macht, Schunkel-Musik, ein gemütliches Plaudern, Lachen und Raunzen. Alle politischen Ansichten und Gruppen, die man im weitesten Sinne als „rechts“ bezeichnen kann, sind hier vereint und teilen die Grundstimmung „daß ja alles doch nicht so schlecht sei“.

Dieses gemütliche Biotop, in dem jeder seinen Platz findet, dieses Potpurri aus verwachsenen Subkulturen, an dem man fast jeden Abend zu einer anderen „internen“ Veranstaltung gehen könnte, hat einen gewaltigen Nachteil: Es kann junge Idealisten nicht integrieren, einbauen, unterbringen und dulden, ohne sie vorher korrumpiert zu haben. Denn wer die absolute Wirkungslosigkeit und Selbstbespaßung, das totale Scheitern auf metapolitischer und kontrakulturelle Ebene durchschaut hat, kann nicht mehr mittun: Er will ändern, was er da sieht.

Unabhängig davon wächst in Wien seit einigen Jahren in der „Szene“ ein seltsamer Typ junger Männer heran. Sie tun nicht mit. Ihre Blicke sind nicht auf Posten oder private Karrieren gerichtet. Sie lesen viel, lesen querbeet, auch ganz seltsame Bücher, die es in deutscher Übersetzung gar nicht gibt, oder solche, die zur „kulturmarxistischen Feindliteratur“ zählen und in der „Szene“ nie angefaßt werden. Sie sind keine Außenseiter und Randfiguren, sondern oft in ihren jeweiligen Kreisen Nachwuchshoffnungen, denen man Karrieren in Aussicht stellt. Das interessiert sie aber nicht, und wenn sie studieren, dann ganz seltsame Richtungen, mit denen man „sicher kein Geld machen kann“.

Diese seltsamen jungen Männer fühlen sich in keiner der jeweiligen Gruppen, in die sie Schicksal, Geburt oder naive Suche gebracht hatte, richtig zuhause. Sie sind immer auf der Suche, voller Tatendrang, absolut, rastlos und politisch so recht eigentlich heimatlos. Weiß man bei ihnen je genau, was sie als nächstes planen? Und wird es unterhalb der Schaffung eines neuen Mythos und der Rettung Europas zu machen sein? [...]

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Gastbeitrag auf Sezession im Netz
Kategorie(n): Tage und Taten, Wir
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