Non veni pacem mittere sed gladium. (Mt 10,34)
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Der Konservative kann sich konformistisch verhalten: So könnte man meinen, Konservatismus und Konformismus seien miteinander identisch. Doch diesem Schluß widerspricht die Tatsache, daß der Konservative ebenso in einen Gegensatz zu den Konformisten geraten kann, gerade in unserer Zeit, denn was heute – nach Vorgabe der Politischen Klasse – als gesellschaftlich akzeptabel gilt, ist alles andere als konservativ. Man erinnere sich des Falles Buttiglione: Der italienische Politiker konnte 2004 nicht EU-Komissar werden, da er mit seinem Verständnis von Ehe, Familie, Moral und Sünde der gegenwärtig auch im EU-Parlament verbreiteten Homosexuellenideologie nicht gerecht zu werden vermochte. Wer sich heute konformistisch verhält, ist also überhaupt nicht konservativ; das Umgekehrte gilt entsprechend.

Früher war dies freilich anderes: Unter den Vorzeichen einer konservativen Gesellschaftsordnung erschien konformistisches Verhalten konservativ. – Der Begriff des “Konservativen”, der von lateinisch “conservare” bewahren, abgeleitet ist, tauchte während der Französischen Revolution auf und kennzeichnete seit der Wiederherstellung des französischen Königtums die Anhänger der vorrevolutionären Gesellschaftsordnung. Später wurde er auch für deren Geistesverwandte gebraucht. Doch inzwischen ist der Begriff des Konservativen so erweitert, daß er nicht mehr für eine spezielle politische Richtung steht, sondern für eine Lebenshaltung, die unter Menschen aller höheren Kulturen zu finden ist; so wird der ältere Cato immer wieder konservativ genannt, weil er die hergebrachte römische Lebensform und altrömische Tugend, virtus, gegen den Einfluß des Griechischen zu schützen suchte, wobei anzumerken ist, daß er selbst griechisch sprach, d.h. er kapselte sich nicht einfach ab, sondern gelangte zu seiner Ablehnung durch kritische Auseinandersetzung mit dem für ihn Neuen. – Was Cato griechisch nannte, war nicht mehr die Kultur der Klassik, sondern die des Hellenismus, die Cato als verwöhnt durch die Reichtümer des Orients und verweichlicht empfand.

Gewiß, ohne Konformismus ist keine gesellschaftliche Stabilität zu erreichen; insofern erscheint er fast als eine Tugend. Doch wie verhält es sich unter den Bedingungen eines Unrechtsregimes? Natürlich wird der Konformismus in diesem Falle zu einer Unterstützung des Unrechts, und sein Verhalten verliert den Schein des Guten. Der Konformismus ist beliebig. – Der Konservatismus hingegen folgt einer eigenen Devise, unabhängig von den jeweils herrschenden Rahmenbedingungen. Aber worum handelt es sich dabei? Was zeichnet den Konservativen aus? – Es sind schon so viele Antworten darauf gegeben worden, daß es schwierig ist, dafür eine präzise, einleuchtende Lösung zu präsentieren. Mir scheint es am überzeugendsten, den Konservatismus als Bewahrung naturrechtlicher Ordnung zu verstehen.[…]

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