Non veni pacem mittere sed gladium. (Mt 10,34)
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beides 150x99 Schreibtisch, Garten, Alltag (XI): Doppelte LektüreSäen, wachsen lassen, dann dazwischensäen: Das geht, wenn man die richtigen Gesellschaften bildet. Gelungenes Beispiel von diesem Jahr: Mais bis Anfang Juli aufwachsen lassen, dann an jeden Stengel zwei, drei Stangenbohnen stecken – sattes Ergebnis, sichtbar nur für jene, die nicht nur das wahrnehmen, was offensichtlich ist.

Mit Kositza zu einem ausführlichen Gespräch bei einem Schriftsteller, der aufs Wort und auf den reifen Klang der Sprache den allergrößten Wert legt. Kamen irgendwann nach Mitternacht auf einen Zustand zu sprechen, von dem ich hoffte, daß er eingetreten sei, und den ich nun an Beispielen bestätigt fand: Etliche Intellektuelle, Meinungsmacher, Feuilletonisten in diesem Land absolvieren ein doppeltes Lektürepensum.[weiter, noch 349 Wörter]

Götz Kubitschek auf Sezession im Netz
Kategorie(n): Heute, Krise
Schlagwörter: , ,
396 Wörter | Keine Kommentare

Zum Originalartikel: Schreibtisch, Garten, Alltag (XI): Doppelte Lektüre

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11 Antworten auf Schreibtisch, Garten, Alltag (XI): Doppelte Lektüre

  • Die Menschen, von denen/über die Götz Kubitschek schreibt, werden nachfolgend von Arena treffend charakterisiert. Mir wird übel und dazu überkommt mich die kalte Wut, wenn ich über diese Leute nachenke:

    „So this house is now on fire, let me warn myself
    The flames no longer burn me, there’s no danger to my health
    I can see the falling cinders, making ghosts upon the ground
    This place is the story of my life, and I see it burning down!

    Not much time left now, before my final bow
    I’ll let the fires rage, so I can clear the stage
    I need to purify if Iam going to rise
    Into a different place – into a different state

    This place is the story of my life and I see it burning down!

    Not much time left now, before my final bow
    So I must clear my head of any doubt or dread
    I need to sanitise if I am going to rise
    Into a different place, into a different state

    All signs are gone now of my previous existence
    All signs are gone now of my relevance significance of worth

    When this fire is truly over, there is nothing to be found
    This place is the story of my life, and I see it burning down!

    All signs are gone now of my previous existence
    All signs are gone now of my relevance significance of worth
    All signs are gone now of my tedious existence
    All signs are gone now of my innocence my childhood or my birth
    All signs are gone now of my previous existence
    All signs are gone now of my presence here of consenquence on earth

    BURNIG DOWN! BURNING DOWN!“

    • Geehrter Konservativer,

      die Gruppe „Arena“ war mir unbekannt und erinnern mich sehr an „Dream Theater“. Letztere liegen in Fach neun meines etwas antiquierten CD-Wechslers, ununterbrochen seit Einbau und haben schon unangefaßt zwei Autowechsel hinter sich. Ein Blick auf Wikipedia: Es wundert mich, daß mir „Arena“ unbekannt war, auch wenn sie es absehbar nicht auf einen der reservierten Plätze im Wechsler schaffen werden.

      • Sehr geehrter Herr Meyer

        Über den Musikgeschmack läßt sich schwerlich streiten. Jeder ist da irgendwie individuell geprägt und „vorbelastet“. Aufgewachsen bin ich von der Falie her mit deutschen Schlagern und, über den Onkel, mit vereinzelten Rock and Roll Schallplatten (u.a. Elvis Presleys „Hound Dog“), mir wurde seinerzeit ein ungeheures musikalisches Gedächnis bescheinigt, obgleich ich noch nicht lesen konnte, erkannte ich inhaltlich fast alle Schallplatten. Meine Lieblingsschallplatte war damals (50er/60er Jahre) „Charlie Brown“, hier eine, nicht ganz so gute spätere Version http://www.youtube.com/watch?v=LYVr-RcvE9U . Nun, ganz so schlimm wie mit Charlie war es seinerzeit nicht mit mir, doch ohne die schützende Hand meines rechtskonservativen Lehrers hätte ich meinen Hauptschulabschluss nicht bekommen (der wiederum die Voraussetzung für mein später gebautes Abitur über den 2. Bildungsweg war, vom bestandenen Diplom mit „sehr gut“ gar nicht erst zu reden).
        Da ich mit meiner Familie (Flüchtlinge aus Ostpreußen) einer ehemaligen Gastwirtschaft wohnte, entdeckte ich beim stöbern in einem Abstellraum (dort waren die Kohlen untergebracht) unzählige Schellackplatten aus den 20er/30er Jahren, die ich mir so im Alter zwischen 10 und 14 Jahren regelmäßig anhörte. Ein wahrer Schatz, den ich aber später verschenkte, als ich dann zur Beat Musik stieß. Schade, denn heute würde ich auch in diese alten Schätze gern wieder hineinhören.
        Wie auch immer, Musik begleitete mich mein ganzes Leben, wichtig ist für mich, daß sie atmosphärisch ist (etwa ähnlich der klassischen Musik, die Stimme(n) eher als Instrument eingesetzt), die Texte kann man leider zumeist vergessen, wobei Ausnahmen lediglich die Regel bestätigen.
        Das beste Album von Arena ist meiner Meinung nach „The Visitor“, ein Konzeptalbum

  • Mir wird übel und dazu überkommt mich die kalte Wut, wenn ich über diese Leute nachenke:

    Wie hat der Lehrer meiner Mutter, als sie sich sooo bemüht hatte – in ihrer kleinen Volksschule in den dreißiger Jahren – nicht über die Linie zu schreiben, gesagt … als er ihre hilflose Wut bemerkte als er ihr ein über-die-Linie-schreiben ankreidete, wo gar keines war: Was nutzt dem kleinen Mann sein Zorn? 😥 So isses, so bleibt es…

  • Ich denke Wut oder Zorn sind besser als Hass, Resignation oder Depression, und zwar weil man sie für sich als eine Art „Durchlauferhitzer“ und Energiespender nutzen kann.

    Ich selbst habe wohl kein Talent zum Schreiben, dafür fehlt mir wahrscheinlich die Begabung. Für den einen oder anderen Text aus dem Bauch heraus mag es gerade noch ausreichen.
    Doch glücklicherweise haben wir ja genug erstklassige rechte Autoren, die nicht nur gut schreiben können, sondern auch wirklich etwas zu sagen haben. Ich sehe meine Aufgabe darin, für die Bücher, Aufsätze und anderen Texte dieser vorzüglichen Autoren zu werben und auf diese zu verweisen, z.B. die von Manfred und Martin. Viel verdanke ich auch Armin Mohler, Klaus Kunze, Thorsten Hinz, Günter Maschke und vielen anderen, die ich jetzt zwar nicht erwähne (um eine ellenlange Aufzählung zu vermeiden), die ich dennoch für wichtig halte. Einen erwähne ich jetzt doch, und zwar Robert Hepp. Der wurde 2010 von der Jungen Freiheit interviewt, daraus einen Auszug (um den Bogen zu meinem ersten Beitrag zu schlagen):

    Über den Volkstod reden

    Hepp: (Sarazins) Ausdrucksweise ist mir deshalb suspekt, weil es nach meiner Beobachtung in der Rhetorik unserer politischen Klasse eine Tendenz gibt, die Volksherrschaft durch eine Territorialherrschaft zu ersetzen. Dahinter verbirgt sich nicht nur das Machtstreben einer Oligarchie, die sich über das Volk erhaben dünkt, sondern auch eine große Verlegenheit. Man kann nicht länger ignorieren, daß man von vielen Leuten, die sich auf unserem Territorium niedergelassen haben, nicht mehr verlangen kann, daß sie sich als Deutsche fühlen und Deutsche werden sollen. Man hat daher ja auch die Zumutung einer Assimilation, die die einzig demokratische Form einer Integration von Einwanderern wäre, aufgegeben.

    Man hofft eben, daß sich Einwanderer wenigstens, wie ein Cem Özdemir, als „Inländer“ mit dem „Standort Deutschland“ identifizieren.

    Hepp: Ja, und man gibt Millionen dafür aus, um sie durch Gerald Asamoah wissen zu lassen, daß sie „Deutschland sind“. Im Ersten Integrationsbericht der Bundesregierung wird der ganze Integrationszirkus mit der Notwendigkeit begründet, die „Zukunftsfähigkeit des Standortes Deutschland“ zu sichern. Kein „Verantwortlicher“ in diesem Land möchte Deutschland abschaffen, alle sind darauf erpicht, es um jeden Preis zu erhalten. Daß indessen das deutsche Volk allmählich aus Deutschland verschwindet, weil das Geburtenloch ständig mit Fremden aufgefüllt wird, die sich nicht assimilieren wollen oder können, kümmert keinen. Vom Volkstod zu reden, gilt als rassistisch. Mein Neologismus Genosuizid wurde daher nie populär. Sarrazin umschifft diese gefährliche „völkische“ Klippe mit seinem tellurischen Euphemismus. Ein richtiger Pfiffikus! Ich glaube aber nicht, daß er damit durchkommt.

    Übertreiben Sie jetzt aber nicht etwas mit Ihrer Schwarzmalerei?

    Hepp: Ich und übertreiben? Da Sie mir nicht genug Platz einräumen, um meine These zu beweisen, muß ich mich mit einem Beispiel begnügen, das für die Einstellung unserer „Elite“, die nur ihr Geschäft im Sinn hat, zu ihrem Volk typisch ist. In seiner Begrüßungsrede zu einem Symposium über „Integration durch Bildung“, das die Vodafone-Stiftung im Oktober 2007 mit einer nationalen und internationalen Starbesetzung in den Räumen des Auswärtigen Amtes ausrichten durfte, machte der Vodafone-CEO Friedrich Joussen die „Herausforderungen“, die auf den Standort Deutschland zukommen, an einem sehr persönlichen Beispiel deutlich: „Wenn in dreißig Jahren meine Enkel die gleiche Schule in Duisburg besuchen wie einst meine Frau und ich und heute meine Kinder, dann werden voraussichtlich nicht nur vierzig Prozent, sondern sogar sechzig Prozent der Kinder einen Migrationshintergrund mitbringen.“ Daß die eingeborenen Deutschen in seiner Heimatstadt schon in der nächsten Generation in die Minderheit geraten werden, stört diesen global vernetzten Weltbürger offenbar nicht. Daß sich kinderlose alte Jungfern wie Maria Böhmer und Anette Schavan, die der nächsten Generation nichts als ihre hohen Pensionsansprüche hinterlassen, krampfhaft an den Fetisch „Standort Deutschland“ klammern, ist psychologisch verständlich.

    Und was ist mit Ihnen?

    Hepp: Ich muß gestehen, daß mich das, was mit diesem Land passiert, wenn es nicht mehr das Land unserer Nachkommen, sondern das Land anderer Leute ist, nicht die Bohne interessiert. Zumindest in diesem zentralen Punkt bin ich absolut mit dem Ketzer Sarrazin einig, der sich in seinem Buch freimütig zu dem Wunsch bekennt, daß auch seine Urenkel „in hundert Jahren noch in Deutschland leben können, wenn sie dies wollen“, und der unmißverständlich erklärt, daß er nicht möchte, daß das Land seiner Enkel und Urenkel „zu großen Teilen muslimisch ist“. Thilo Sarrazin mag meinetwegen noch so links, liberal oder sonstwas sein, mit diesem Bekenntnis ist der Sozialdemokrat ein Nationalist in der besten Tradition eines Max Weber, der es in seiner Freiburger Antrittsvorlesung als die Hauptaufgabe des Politikers bezeichnete, dafür zu sorgen, daß sich auch noch „die Nachwelt zu uns als ihren Ahnen bekennt“.
    …“
    Quelle: http://www.jf-archiv.de/archiv10/201036090310.htm

    Ich bin nach dem Studium direkt in die eher praktische Arbeit gewechselt (wenn ich die unzähligen Gespräche als eine Art praktischer Arbeit werte, jedenfalls habe ich seitdem keine theoretischen Texte mehr verfasst), in die Arbeit mit Kriminellen (Deutsche und Migranten), um diese zur Vernunft zu bringen, auf den richtigen Weg zu(rückzu)führen, in ein nichtkriminelles Leben.
    Das ist eine wirkliche Sisyphusarbeit, denn zumeist sind die Bemühungen nicht erfolgreich. Hier und da gelingt es manchmal, in einzelnen Fällen, ein Umdenken mit anschließendem Umschwenken zu bewirken.
    Diese wenigen Erfolge tragen u.a. dazu bei, nicht gänzlich zu resignieren. Dazu braucht es eine gewisse Enttäuschungsresistenz, die ich mir angeeignet habe, weil es ohne eine solche einfach nicht geht.

    Meine Berufstätigkeit gleicht somit in gewisser Weise dem, womit wir uns u.a. auch hier beschäftigen, und zwar einen Weg zu finden, um unsere (wenigstens z.T. mafiösen) Eliten zur Vernunft zu bringen, sie auf den richtigen Weg zu(rückzu)führen. Wenn das keine Sisyphusarbeit ist, dann weiß ich nicht.

    .

  • Bremen ist stolz. Worauf ? Auf eine Schule.

    Die Schüler dieser Klasse kommen aus 9 Nationen
    Schulleiterin Sabine Jacobsen: „Wir sind wirklich international. … .“

    Nebenbei bemerkt, so international ist diese Klasse nun auch wieder nicht, denn 7 der 15 Schüler sind Türken. Lediglich zwei deutsche und ein österreichischer Schüler erinnern vage daran, daß es eine Schulklasse in Deutschland ist, von der hier berichtet wird.

    http://www.bild.de/regional/bremen/bremen/schueler-kommen-aus-9-nationen-26420704.bild.html

    Der Preis für diese türkisch dominierte „multikulturelle Idylle“ wird dem eingeweihten Leser unbeabsichtigt an anderer Stelle offenbart:

    „Bis zu 137 Prozent! Raub und Einbrüche nehmen in Bremen dramatisch zu!“

    http://www.bild.de/regional/bremen/raubueberfall/und-einbruch-nehmen-zu-in-bremen-26396464.bild.html

    Das ist den Politidioten und artverwandten Spießgesellen allerdings gleichgültig, hauptsache sie können die Inbesitznahme Deutschlands durch Ali Baba und seine 40 Räuber als großen Erfolg verkaufen.
    Wer sich da nicht mitfreut, gehört halt nicht zu dem erlesenen Kreis von Idioten, Irren, Wahnsinnigen, bösartigen Deutschenhassern, durchgedrehten „an meinem Wesen soll die Welt genesen“ Fanatikern und weltfremden „Niemand ist illegal“ Spinnern.

    Der letzte von uns sollte, wenn es an der Zeit ist, das Licht ausmachen.

  • Vielen Dank für die freundlichen Worte. Mir ging es einst ebenso unter anderem mit den Werken von Armin Mohler und Günter Maschke, die ich ja auch persönlich kenne bzw. kannte und schätze.
    Klaus Kunze

    • Gern geschehen, Sehr geehrter Herr Kunze.
      Auch ich habe Ihnen zu danken, für Ihre zwei Bücher („Der totale Parteienstaat“, „Mut zur Freiheit, Ruf zur Ordnung“), drei veröffentlichten Vorträge ( http://klauskunze.com/kanzlei/presse/db1.htm und http://klauskunze.com/kanzlei/presse/ddk3.html und http://www.danubia-muenchen.de/texte/Vortrag/Klaus%20Kunze.pdf ) und kürzeren Beiträge ( http://klauskunze.com/kanzlei/presse/au.htm ) und Ihr langjähriges großes Engagement.
      Leider wird Ihren Werken auf Seiten der Rechten nicht mehr die Beachtung zuteil, die Ihnen von Rechts wegen zusteht, die Sie aufgrund Ihres Erkenntnisgewinn bringenden Inhalts verdienen.
      Sie sind bedauerlicherweis etwas in Vergessenheit geraten, obgleich Sie gerade heute mehr als aktuell sind, da sich Ihre Prognosen als außerordentlich treffsicher werwiesen haben.
      Ich zumindest weiß, was ich Ihnen zu verdanken habe, sehr geehrter Herr Kunze.

      Übrigens, auf Seiten unseres gemeinsamen Feindes, namentlich der Linken, hat man Sie nicht vergessen. Die hetzen nach wie vor gegen Sie und Ihre Arbeit, u.a. mit Diffamierungen und haltlosen Unterstellungen. Immerhin bescheinigt man Ihnen von dieser Seite her eine herausragende Intelligenz, und zwar indem man schreibt „… er ist schlau…“

      Hochachtungsvoll und
      mit freundlichen Grüßen
      Ihr Konservativer.

  • Lieber Konservativer,
    konservativ sein heißt bekanntlich, aus dem heraus zu leben, das immer gilt. So gesehen müßte konservative Publizistik immer den Anspruch erheben, bleibende und immer gültige Einsichten zu vermitteln.
    Das typische Problem des Konservativseins besteht leider darin, daß sich der Konservative auf das Konservierenwollen gewöhnlich zu besinnen beginnt, wenn es schon gar nicht mehr oder fast nicht mehr existiert. Bismarck meinte einmal, die Deutschen würden immer königstreu bleiben, nur könne es einmal passieren, daß es keine Könige mehr gebe.
    Wer heute ein konservatives Selbstverständnis hat oder rechts verortet, müßte sich ernstlich fragen, ob noch existiert, was er hätte erhalten wollen. Vermutlich existiert es nur (noch) in seinem Kopf. Dies zu erkennen, schmerzt ihn, weshalb der philosophische Abschied von all den schönen verbalen Universalismen nur einer kleinen, denkenden Minderheit vorbehalten ist. Zu diesen normativen Universalismen gehört auch das Wort Deutschland, so wie er rechts verstanden wird: metaphysisch hoch aufgeladen nämlich.
    Die große Masse benötigt aber etwas, an das sie einfach glauben kann, und wohl nur durch solche Einstellung, wiewohl philosophisch unhaltbar, wurde bisher Geschichtliches bewegt.
    Mein Buch „Mut zur Freiheit“ war darum von Anfang an nur für diejenigen konzipiert, die hinter die unbedingt Kulissen aus Worten und Begriffen schauen möchten.
    Viele Grüße
    KK

  • Wer heute ein konservatives Selbstverständnis hat oder rechts verortet, müßte sich ernstlich fragen, ob noch existiert, was er hätte erhalten wollen. Vermutlich existiert es nur (noch) in seinem Kopf. Dies zu erkennen, schmerzt ihn, weshalb der philosophische Abschied von all den schönen verbalen Universalismen nur einer kleinen, denkenden Minderheit vorbehalten ist. Zu diesen normativen Universalismen gehört auch das Wort Deutschland, so wie er rechts verstanden wird: metaphysisch hoch aufgeladen nämlich.

    Solche Worte reizen mich natürlich zum Widerspruch. Ich selber verorte mich definitiv mehr rechts als konservativ – und in der Tat, Sie sprechen einen wichtigen Punkt an, in dem sich Konservative und Rechte unterscheiden: Konservative sind sozusagen auf das Vorhandensein von etwas angewiesen, das sie bewahren können. Linke erschaffen dauernd … nein, das ist nicht ganz richtig; richtig ist, sie basteln aundauern … nein, auch das ist nicht ganz richtig. Richtiger ist wohl: Sie werfen ständig Bauklötzchen um, die erstens nicht ihnen gehören, zweitens auch niemals ihnen gehören werden und die drittens von Anderen zu Formen gefügt wurden, die Linke dazu reizen … alles umzuwerfen und kaputt zu machen.

    Bleiben letztlich eigentlich nur Rechte übrig, um etwas Neues zu erschaffen. Oder auch etwas, das schon einmal Form angenommen hatte, die dann zerstört wurde, wieder zu neuer Form zu verhelfen. Und da ist mir ein Satz wie Vermutlich existiert es nur (noch) in seinem Kopf. entschieden zu resignativ! Nehmen wir als Beispiel doch das ominöse ‚Deutschland‘; was ist das? Nun, das ist – wie der Name schon sagt – das Land der Deutschen.

    Das ‚Land‘ als das zu einem bestimmten Zeitpunkt Vorgefundene ist dabei so etwas wie der Ton des Töpfers: Medium, um etwas zum Ausdruck zu bringen. Was bringt der Töpfer zum Ausdruck? Was in ihm ist. Was ist in ihm? Die Erfahrung, die er empfindet, wenn er dem ‚Land‘ als Herausforderndem begegnet. Und diese ERFAHRUNG nun ist die, die man das Deutsche nennen könnte. Sie tritt aber niemals an sich in Erscheinung, sondern an sich … verbleibt sie immer da, wo sie eben immer ist: In dem Bereich, den wir hilfsweise mit dem Begriff des Unbewußten umschreiben. In jedem Fall aber in einer Dimension vor oder jenseits von Zeit und Raum, in einem Bereich reiner Inhaltlichkeit.

    Die Schnittstelle IN Zeit und Raum ZUM Raum IN der Zeit … ist der Mensch. Aber eben nur BESTIMMTE Menschen, die in einem Bereich, der sich wissenschaftlichem Zugriff entzieht SO konstruiert sein müssen, daß sie in Resonanz zu beispielsweise DER Erfahrung sind, die die DEUTSCHE genannt werden kann. DIESE Erfahrung ist also immer, vergeht niemals – da, wo sie sie selber ist. Deshalb können ihre tatsächlichen Empfänger und damit Träger auch immer wieder neu, d.h. unter veränderten Umständen von Zeit und Raum, zu ihr in Kontakt treten. Und wenn der Kontakt hergestellt ist, dann kann sie umgesetzt werden. Beispielsweise als Song, als Videoclip…

    http://www.youtube.com/watch?v=IohSmLtaxAk

    … und irgendwann, wenn auch viiieeeel später, als Staat – als DEUTSCHER Staat, um genau zu sein. Wer den Clip gesehen hat, sollte nicht mehr daran zweifeln, daß es etwas gibt, das dem Zugriff – dem manipulativen Zugriff! – raumzeitlich weltlich gebundener Mächte VOLLKOMMEN entzogen ist … und bleibt. Und daß sich nach völliger Zerstörung unter völlig veränderten raumzeitlichen Bedingungen erneute zum Ausdruck bringen kann: In vollkommen anderer Form – und doch für alle eineindeutig als das erkennbar, das es schon vor seiner totalen Zerstörung innerhalb der Raumzeit war. Insofern also: Keine Macht der Resignation – alle Macht der Inspiration!

  • Das ist eine sympathische Metaphysik, die Sie sich hier zurechtgelegt haben. Sie erfüllt Ihren Zweck, indem sie Ihre Persönlichkeit ausdrückt und Ihnen Ihr Ziel und Ihre Richtung weist. So gesehen ist nichts dagegen einzuwenden. Es ist typisch menschlich, seine Persönlichkeit, sein tiefstes Empfinden und seine stärksten Sehnsüchte in eine metaphysische Sphäre zu erheben, wodurch dieser wertvolle Seelenschatz dem schnöden Zugriff irdischer Anfeindungen entzogen ist [vgl. Panajotis KONDYLIS, Macht und Entscheidung, S.63]. Alles politische Wollen und die edelsten kulturellen Errungenschaften speisen ihre Antriebskraft auf diesen Kunstgriff, nämlich der Illusion, der höchstpersönlichen, subjektiven Vorstellung entspräche ein überpersönliches, objektivierbares Objekt. Großartig am Menschen sind die Fähigkeit und die Bereitschaft, sich Wunschvorstellungen als reale Wesenheiten vorzustellen und für sie zu leben und zu sterben.
    Wenn viele Menschen halbswegs dieselben Vorstellungen teilen, entsteht aus ihrem gemeinschaftlichen Handeln eine geschichtliche Dynamik. Es kommt dann nicht mehr darauf an, daß die Begriffe auf ihren Fahnen keine realen Wesenheiten sind. Sie gewinnen dann als kollektive Verhaltensmaximen historische Durchschlagskraft.

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