Ich hab’s kommen sehen. Georg Diez, Stammautor des Spiegels, hat sich endlich entkrampft und seiner bisher vom demokratischen Über-Ich geknuteten Faszination für die bösen Jungs freien Lauf gelassen. Offenbar hat er lange dagegen angekämpft. Im Februar dieses Jahres hatte er noch die Klemmgouvernante gespielt und sich semi-hysterisch über angeblich „rechte“ Tendenzen in Christian Krachts Roman „Imperium“ ereifert.
Unerwarteterweise kam der altbewährte Schlager diesmal nicht an. Nachdem die literarischen peer groups beschlossen hatten, daß Diezens reflexartiges Alarmgebimmel reichlich uncool sei und er womöglich ein übler Banause, ruderte er schnell zurück und kam erstmal ins Grübeln. Das Ergebnis seines Lockerlassens ist lustigerweise eine im Spiegel vom 10. September erschienene hymnische Eloge auf einen russischen Schriftsteller, der um ein Zigfaches „böser“, „unkorrekter“ und noch dazu explizit „politischer“ und „antidemokratischer“ ist als der ungleich zahmere Christian Kracht: Eduard Limonow.
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Martin Lichtmesz auf Sezession im Netz
Kategorie(n): Ereignis, Heute
Schlagwörter: Alexander Dugin, Anders Breivik, Christian Kracht, Der Spiegel, Eduard Limonow, Frankreich, Gallimard, Georg Diez, Nationalbolschewismus, Richard Millet, Rußland, Sachar Prilepin
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Zum Originalartikel: Eduard Limonow und Richard Millet – Loblieder auf böse Jungs
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