Non veni pacem mittere sed gladium. (Mt 10,34)
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Einer Theorie zufolge, die in linken antiimperialistischen wie rechten antiglobalistischen Kreisen gleichermaßen populär ist, sind die USA so etwas wie der Handlanger ihrer „Israel-Lobby“ und lassen sich in ihrer Nahostpolitik vor allem von den Interessen Israels leiten. Demnach haben wir uns Washington im Großen und Ganzen als Filiale Jerusalems vorzustellen; diese These wird nicht immer so grobschlächtig, sondern auch in differenzierter Form vertreten, aber allein das Schlagwort „Israel-Lobby“ macht deutlich, worum es im Kern geht.

Eine Israel-Lobby auf anti-israelischem Kurs?

Wer mit dieser Theorie im Kopf die amerikanische Nahostpolitik der letzten Jahre betrachtet und sie dem Wirken der „Israel-Lobby“ zuschreiben will, kommt allerdings in arge Erklärungsnöte:

iranische flagge, iranische rakete, atomprogrammDer Westen hat in einer ganzen Reihe von islamischen Ländern militärisch interveniert, nur nicht in dem einen, vor dem Israel sich wirklich fürchtet, nämlich dem Iran. Die USA haben zwar stets betont, dass „alle Optionen auf dem Tisch liegen“, die außenpolitische Community führt regelmäßig Debatten über das Für und Wider eines Krieges gegen den Iran, im UN-Sicherheitsrat wurden – relativ milde – Sanktionen durchgesetzt.

Wer aber so lange das Damoklesschert über Teheran kreisen lässt, ohne es niedersausen zu lassen, bewirkt zweierlei: zum einen überzeugt er auch die moderaten und eventuell verständigungsbereiten Elemente in der iranischen Führung – die im Wesentlichen eine kollektive Führung ist, der Präsident ist kein allmächtiger Diktator – davon, dass ihr Land bedroht ist und Atomwaffen benötigt, zum anderen signalisiert er, dass er vor dem Äußersten zurückschreckt.

Anders gesagt: Die amerikanische Iranpolitik lautete, Teheran keine Alternative zum Bau von Atomwaffen zu lassen und ihm zugleich quasi offiziell zu erklären, dass es sie auch bekommen wird, wenn es unbedingt will; dies in dem Wissen, dass zumindest ein Teil der iranischen Führung um Präsident Ahmadinedschad durchaus mindestens mit dem Gedanken spielt, sie gegen Israel einzusetzen und zum höheren Ruhme Allahs und als direkten Weg als Märtyrer ins Paradies einen israelischen Vergeltungsschlag in Kauf zu nehmen. Unter der Prämisse, dass die USA von einer Israel-Lobby beherrscht werden, eine eigenartige Politik.

Recep Tayyip Erdogan (Türkei), Shimon Peres (Israel), Weltwirtschaftsforum Davos

Recep Tayyip Erdogan und Shimon Peres 2009 beim Eklat auf dem Weltwirtschaftsforum Davos

Die USA haben des weiteren ruhig zugesehen, wie die türkischen Islamisten das kemalistisch orientierte Militär mattgesetzt haben und auf Konfrontationskurs gegen Israel gegangen sind, wodurch Israel seinen einzigen wirklich bedeutenden Verbündeten in der Region verloren hat. Von irgendwelchen Demarchen oder sonstigen Initiativen Washingtons gegen diese Politik ist nichts bekannt geworden.

Der „arabische Frühling“, also die Revolutionen gegen arabische Potentaten, wird vom Westen unter Führung der USA mit allen Mitteln unterstützt. In Libyen und Syrien ist dies offenkundig, für Ägypten kann man es rückblickend zumindest plausibel annehmen. Allein die Berichterstattung westlicher Medien über Syrien schlägt allen Standards journalistischer Sorgfalt und Objektivität derart ins Gesicht und ist zugleich quer durch alle Länder und Medien derart einförmig, dass kein Weg daran vorbeiführt, eine systematisch koordinierte Kampagne gegen den syrischen Präsidenten Assad zu unterstellen. Die militärische Unterstützung der „bewaffneten Opposition“ und die immer konkreteren Kriegsvorbereitungen sprechen eine deutliche Sprache: Das Libyen-Szenario soll wiederholt werden.

Die USA tun dies ausgerechnet in dem Moment, wo Israel durch den Schwenk der Türkei und die Atompolitik des Iran stärker gefährdet ist denn je; sie tun es, obwohl offenkundig ist, dass sie damit in Syrien, wie zuvor schon in Ägypten, die Muslimbrüder an die Macht bringen werden, deren palästinensischer Zweig niemand anders als die Hamas ist. Oder glaubt irgendjemand, die USA würden solche Ländern mal eben durchschütteln, nur um auszuprobieren, wer dann an die Macht kommt, nach dem Motto: Schaun ma mal? Es liegt auf der Hand, dass sie mit den wichtigsten islamistischen Organisationen, einschließlich der Muslimbrüder, ein Abkommen getroffen haben, auch wenn dessen genauer Inhalt unbekannt ist.

Der Westen mitsamt seiner angeblichen Israel-Lobby hat also in den wichtigsten Nachbarländern Israels dessen Todfeinde an die Macht gebracht, die einen Frieden mit Israel bereits aus religiösen Gründen (und damit ist es diesen Leuten bitter ernst!) vehement ablehnen müssen, ihn also selbst dann nicht schließen könnten, wenn sie ihn aus politischen Gründen schließen wollten – wovon nicht die Rede sein kann.

Sagen wir es so: Wenn die USA darauf ausgingen, Israel zu zerstören (oder seine Zerstörung als Kollateralschaden mindestens billigend in Kauf zu nehmen), möglichst ohne sich dabei erwischen zu lassen, dann müssten sie genau die Politik verfolgen, die sie tatsächlich verfolgen.

Doch halt! wird mancher sagen: Ist denn die Macht der Israel-Lobby nicht hinreichend bewiesen? Haben die USA nicht in der Vergangenheit sehr deutlich demonstriert, wie wichtig ihnen die Interessen Israels sind? Haben nicht speziell die Republikaner – die Demokraten sind da etwas schwankender – stets in Treue fest an der Seite Israels gestanden?

Nun ja, so fest war die Treue auch der Republikaner zu Israel nun auch wieder nicht. Selbst zu Zeiten, als ich die Welt noch durch die rechtsliberal-prowestliche Brille sah und Bush noch an der Macht war, musste ich ein eigenartiges Schwanken konstatieren (Vgl. meine Artikel von 2007 und 2008: „Viel Lärm um Nichts?“ und „Wie vertrauenswürdig ist Amerika?“), und unter Obama hat sich das amerikanisch-israelische Verhältnis deutlich abgekühlt. Eine Israel-Lobby, oder etwas, das man so nennen kann, gibt es bestimmt; dass die USA ihre Interessen denen Israels unterordnen, ist eine Legende.

„Israel-Lobby“ oder „jüdische Lobby“?

Die Hartnäckigkeit, mit der sich die Legende hält, die amerikanische Außenpolitik sei eine abhängige Variable der israelischen, dürfte viel mit einem Faktor zu tun haben, den praktisch Jeder im Hinterkopf hat, aber aus Angst vor der Antisemitismuskeule keiner ausspricht, nämlich mit dem starken Einfluss jüdischer Persönlichkeiten auf die amerikanische Politik, speziell die Außenpolitik. Das Wort „Israel-Lobby“ dürfte, so gesehen, die politisch korrekte Umschreibung für „jüdische Lobby“ sein.

Diese Vorstellung ist durchaus nicht nur in den Köpfen von Israelgegnern oder gar Antisemiten verankert: Die naive Vertrauensseligkeit, mit der gerade Zionisten (ich denke zum Beispiel an Bat Ye’or) über die USA schreiben und sprechen, könnte damit zu tun haben, dass sie insgeheim glauben, deren Politik werde nicht ausschließlich, aber doch maßgeblich mitgestaltet von Leuten, die sozusagen von Natur und von Hause aus für Israel sein müssten.

Stimmt es überhaupt, dass die US-Außenpolitik unter so starkem jüdischen Einfluss steht, wie behauptet wird?

Der Council on Foreign Relations ist eines der bei weitem einflussreichsten, wenn nicht überhaupt das einflussreichste Gremium der amerikanischen außenpolitischen Community. Seine Bedeutung wird von einem, der es wissen sollte, nämlich dem ehemaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt, so beschrieben:

Helmut Schmidt über den Council on Foreign Relations

Helmut Schmiidt, AltbundeskanzlerZum anderen gab es ein großes Reservoir von urteilsfähigen, außenpolitisch engagierten Privatpersonen, die schon früheren Administrationen gedient hatten.

Dieses Reservoir, früher häufig das „Establishment“ genannt, hatte sein Forum und zugleich sein Zentrum im Council on Foreign Relations in New York. (…) Der Council on Foreign Relations zog mit Erfolg sorgsam ausgewählte jüngere Leute in seine Diskussionen und bereitete sie zunächst auf bescheidene Aufgaben vor; im weiteren Verlauf ihrer Karriere übernahmen sie oft Spitzenaufgaben im State Department, im Pentagon, im Weißen Haus oder an anderen Schaltstellen der internationalen Politik …

(…)

Dieses Establishment hat eine große Zahl ausgezeichneter Leute hervorgebracht … . Sie waren in der Mehrheit Republikaner, aber es gab auch viele Demokraten darunter; entscheidend war: es mussten „linke“ Republikaner oder „rechte“ Demokraten sein … (…)

Wenn man als deutscher Politiker nach New York kam und in den Council eingeladen wurde, empfand man dies nicht nur als eine Ehre, sondern man konnte sich hier auch ohne große Mühe ziemlich rasch orientieren, wie die amerikanische Regierung über die Lage im Nahen Osten dachte, über ihre Beziehungen zur Sowjetunion oder über Berlin, was ihre Absichten waren, oder was wahrscheinlich demnächst ihre Absichten sein würden.

(…)

Die außenpolitische Elite, die sich auf ziemlich geräuschlose, aber wirksame Weise selbst ergänzte, war … weitgehend eine Sache der Ostküste. Natürlich gehörten einige Spitzenleute aus Harvard und dem M.I.T. in Cambridge (Massachusets) dazu, ebenso aus de Ivy-League-Universitäten … (…) Zu diesem klubartigen, durchaus losen Geflecht vor Personen … gehörten auch … einige herausragende Gewerkschaftsführer …

Wer als Europäer in den fünfziger und sechziger Jahren über das außenpolitische Denken der USA Auskunft brauchte, dem genügten wenige Tage und ein paar Gespräche mit Angehörigen dieses Kreises.

Helmut Schmidt, "Menschen und Mächte"[Helmut Schmidt, Menschen und Mächte, Siedler Verlag Berlin 1987, zit. nach Taschenbuchausgabe Goldmann Verlag, S. 265 ff.]

Anders gesagt: Wer dort nicht drin ist, hat in der US-Außenpolitik nichts zu melden. Falls es stimmen sollte, dass Juden besonders starken Einfluss auf eben diesen Politikbereich haben, müssten sie in den Leitungsgremien des Council on Foreign Relations weit überproportional vertreten sein.

Und in der Tat, das sind sie, wie aus der hier verlinkten Aufstellung hervorgeht. Selbst wenn man einige Zweifelsfälle abzieht, machen Juden (zum Christentum konvertierte Juden inbegriffen) rund die Hälfte der Führungsmannschaft (Vorstand und Board of Directors zusammen) aus.

Die müssten wohl zu jener Israel-Lobby gehören; ihre aktuelle Politik aber ist offensichtlich gegen die Interessen Israels gerichtet, nimmt zumindest wenig Rücksicht auf den kleinen Verbündeten.

Es gibt zwei denkbare Erklärungen für diesen Sachverhalt. Die eine, nennen wir sie die politisch korrekte, lautet, dass Alle – linke Antiimperialisten, rechte Antiglobalisten, Zionisten, Antisemiten – sich irren, jüdischer Familienhintergrund mithin politisch keine Rolle spielt, und dass Juden in solchen Positionen sich von ihrem Jüdischsein und von eventuellen persönlichen Sympathien für Israel nicht dazu verleiten lassen, in Israel mehr zu sehen als einen wenn auch vielleicht wichtigen Bauern auf dem Grand Chessboard der Supermacht USA. Wer sich damit zufriedengeben möchte, kann an dieser Stelle aufhören zu lesen.

Nehmen wir aber hypothetisch an, die jüdische Fraktion des amerikanischen Establishments würde sich, bewusst oder unbewusst, an spezifisch jüdischen Interessen orientieren. Wäre eine solche Orientierung mit ihrer beobachtbaren Politik vereinbar? Müsste sie nicht vielmehr automatisch Israel unterstützen? Letzteres ist ungefähr die Denkfigur, die unausgesprochen der Vorstellung zugrunde liegt, die „Israel-Lobby“ (womit unausgesprochen gemeint ist: die jüdische Lobby) würde dafür sorgen, dass die Bedürfnisse Israels die US-Außenpolitik diktieren.

 

Jüdische Interessen und israelische Interessen

Dem liegt ein Missverständnis zugrunde: Für Europäer und weiße Amerikaner bilden Volk, Nation und Nationalstaat ein zusammenhängendes begriffliches Syndrom; ihre Vorstellung von einem Volk basiert, boshaft formuliert, auf der Einheit von Blut und Boden. Die Interessen etwa des deutschen Vokes unabhängig von den Interessen Deutschlands zu denken ist unmöglich. Es gab zwar bis zum Zweiten Weltkrieg so etwas wie eine deutsche „Diaspora“, also eine Vielzahl deutscher Enklaven in ganz Osteuropa, aber deren Interessen waren niemals, auch nicht unter Hitler, maßgeblich für die Politik Deutschlands und spielten im politischen Denken der Deutschen keine Rolle. Demgemäß setzen nicht nur die Deutschen, sondern nahezu alle westlichen Beobachter zwischen jüdischen und israelischen Interessen im Geiste ein Gleichheitszeichen.

Das jüdische Volk hat aber fast zweitausend Jahre lang (und da nicht zum ersten Mal) ohne eigenes Territorium und ohne eigenen Staat existiert. Die Interessen des jüdischen Volkes waren vom Bar-Kochba-Aufstand bis zur Gründung Israels die einer Abstammungsgemeinschaft, nicht eines Staates oder Landes, und die dadurch geprägte politische Mentalität dürfte als kulturelle Selbstverständlichkeit verinnerlicht worden sein.

Ich halte es daher für vollkommen plausibel, dass amerikanische Juden, die die Unterstellung vehement zurückweisen, sie würden amerikanische Interessen israelischen unterordnen, dies nicht nur subjektiv aufrichtig meinen, sondern damit auch objektiv die Wahrheit sagen – im Großen und Ganzen jedenfalls.

Die Interessen des jüdischen Volkes sind mithin nicht automatisch identisch mit denen des israelischen Staates, und Juden, die sich an einem ethnisch verstandenen jüdischen Interesse orientieren, wie wir hier als Arbeitshypothese unterstellen, müssen deshalb noch lange keine Israel-Lobby bilden.

Was aber sind die Interessen des jüdischen Volkes? Zu allererst natürlich das Interesse an der eigenen Fortexistenz. Dies ist nicht nur eine triviale Feststellung, die für Juden ebenso wie für andere Völker gilt: Da die jüdische Religion auf dem Gedanken des Bundes zwischen Gott und dem Volk Israel aufbaut, ist dessen Überlebensinteresse in einer Weise sakral aufgeladen, wie es bei anderen Völkern selbst dann nicht der Fall ist, wenn deren Nationalismus starke religiöse Obertöne hat. Andere Völker wollen sich nicht auflösen, das jüdische darf es nicht, weil dies seinem eigenen Glauben nach den Abfall von Gott implizieren würde. Zwar sind nicht alle Juden gläubig, aber wer in eine jüdische Umgebung hinein sozialisiert wird, kommt gar nicht darum herum, diese Disposition als kulturelle Selbstverständlichkeit zu verinnerlichen. (Was unter „kulturellen Selbstverständlichkeiten“ zu verstehen ist, habe ich am Beispiel des Islam in meinem Buch „Das Dschihadsystem“ ausführlich analysiert und erläutert.)

Unter den Bedingungen der Diaspora droht dem jüdischen Volk jederzeit der Untergang als Volk, weil Völker, die als Minderheiten existieren, dazu tendieren, sich in der Mehrheitsgesellschaft aufzulösen – man denke zum Beispiel an die Sorben. Außer den Juden haben in Europa nur die Zigeuner es geschafft, sich als Volk (oder, wenn wir Sinti und Roma getrennt betrachten, als Völker) zu behaupten.

Der Konversions- und Assimilationsdruck in Verbindung mit den häufigen Verfolgungen, Vertreibungen, Pogromen und ethnischen Säuberungen bis hin zum Genozid, denen Juden in muslimischen wie christlichen Gesellschaften ausgesetzt waren, war eine dauernde Gefahr. Vom Standpunkt des jüdischen Überlebensinteresses aus betrachtet besteht zwischen Pogrom und Assimilation kein grundsätzlicher Unterschied.

Das Überleben des jüdischen Volkes ist also gefährdet, weil und soweit es als Minderheit jeweils einem kompakten Mehrheitsvolk gegenübersteht, das in den Juden eine Fremdgruppe sieht. Die Beziehungen zwischen Mehrheit und Minderheit müssen nicht gespannt sein, aber die Geschichte lehrt, dass sie es häufig waren. Für das jüdische Volk gibt es grundsätzlich zwei Wege, dieser misslichen Situation zu entgehen:

Erstens die Gründung eines eigenen Staates, in dem es selbst die Mehrheit stellt und nicht mehr verfolgt werden kann; diesen Staat gibt es seit 1948.

Zweitens die aktive Umgestaltung der Umgebung, in der Juden leben: Wenn die Gefahr von der Existenz kompakter Mehrheitsvölker ausgeht, die durch ethnische und religiöse Bande als Völker zusammengehalten werden, dann kann diese Gefahr dadurch beseitigt werden, dass eben diese Bande zerschnitten werden oder ein Zustand herbeigeführt wird, in dem das ehemalige Mehrheitsvolk (wie die Juden selbst) bloß eine von zahllosen Minderheiten ist. Eine ethnisch und religiös zersplitterte Gesellschaft stellt für das Überleben des jüdischen Volkes keine Gefahr mehr dar; für den Fall, dass es, wider Erwarten, doch zu Verfolgungen kommt, liegt es darüber hinaus in dessen Interesse, dass die Grenzen offen sind und globale Migrationsfreiheit gewährleistet ist, damit nicht wieder die Situation wie in den dreißiger und vierziger Jahren eintreten kann, als Juden unter dem Zugriff Hitlers in Europa festsaßen, weil es zu wenige Aufnahmeländer gab.

 

Zionismus und Globalismus: zwei alternative Überlebensstrategien des jüdischen Volkes

Die beiden Optionen des jüdischen Volkes lauten also, kurz gesagt, Zionismus und Globalismus. Dabei stehen diese beiden Optionen im Konflikt miteinander, obwohl viele Juden mit beiden mehr oder weniger sympathisieren und den Konflikt daher nicht wahrhaben wollen. Sie hätten gerne ein Sowohl-als-auch, stehen aber faktisch einem Entweder-oder gegenüber:

Die Existenz Israels, das rund ein Drittel des jüdischen Volkes an sich bindet, schwächt die jüdischen Minderheiten anderswo, was speziell in Europa und Amerika von Bedeutung ist. Dabei entzieht Israel der Diaspora nicht nur Masse, sondern auch Klasse: Gerade Menschen, die sich sehr bewusst als Juden definieren, für die also die Zugehörigkeit zu ihrem Volk subjektiv besonders wichtig ist, und die sich, wenn sie in der Diaspora lebten, besonders stark mit jüdischen Kollektivinteressen identifizieren würden, werden dazu tendieren, nach Israel zu gehen.

Darüberhinaus stachelt die Existenz Israels den ohnehin vorhandenen muslimischen Antisemitismus weiter an; dadurch werden in Europa lebende Juden zunehmend Zielscheibe muslimischer Übergriffe, sie werden sozusagen für Israel in Sippenhaft genommen, womit eine Politik der Masseneinwanderung, wie sie an sich im jüdischen Kollektivinteresse läge, auf Akzeptanzprobleme in den eigenen Reihen stößt.

(Nicht Arbeitshypothese, sondern hartes Faktum ist übrigens, dass diese Politik von jüdischen Organisationen in der westlichen Welt tatsächlich systematisch verfolgt und propagiert wird, wie im Grunde jeder weiß, der die Zeitung liest. Wer es mit aller wissenschaftlichen Akribie dokumentiert sehen möchte, dem empfehle ich Kevin MacDonalds Text über die jüdische Beteiligung an der Gestaltung der Einwanderungspolitik der USA. Der einschlägige Abschnitt aus MacDonalds Buch „The Culture of Critique“ kann hier heruntergeladen werden.)

Und schließlich zwingt der innerjüdische Erwartungsdruck, sich mit Israel zu solidarisieren, globalistisch orientierte Juden, ihre gegen den Nationalstaat gerichtete Ideologie zugunsten Israels zu kompromittieren und sich damit von rechts wie links den Vorwurf der Doppelmoral einzuhandeln. Die Diaspora ist aufgrund ihrer eigenen Interessen zu einer Politik gezwungen, die Israel das Wasser abgräbt (Siehe meinen Artikel „Wer delegitimiert Israel?“), auch wenn ihre Vertreter sich und Andere gerne darüber hinwegtäuschen.

Noam Chomsky, Linguist, jüdischer Israelgegner

Noam Chomsky

Dass unter den militantesten Israelhassern der westlichen Welt ausgerechnet Juden so prominent vertreten sind – Leute wie Noam Chomsky auf der Linken oder die Ultraorthodoxen auf der Rechten -, ist daher keineswegs nur ein Kuriosum am Rande, sondern Ausdruck dieses Interessenkonflikts (sehr klar artikuliert in Philip Weiss‘ Essay „Israel isn’t good for the Jews anymore“).

Zugleich ist es ein Konflikt über das jüdische Selbstbild: Beide Flügel antiisraelischer Juden werfen Israel letztlich vor, vom messianischen Selbstverständnis des Judentums abgefallen zu sein: die Ultraorthodoxen ganz wortwörtlich, indem sie die Gründung eines jüdischen Staates dem erwarteten Messias anheimstellen und es für sündhaft halten, diesem vorzugreifen; die Linken, die den jüdischen Messianismus als weltlichen Utopismus säkularisiert haben, kreiden dem jüdischen Staat an, sich in Form von Krieg, Menschenrechtsverletzungen, Besetzung arabischen Territoriums mit dem Schmutz der Nationalstaatlichkeit befleckt zu haben. Hintergrund solcher Vorwürfe ist die Idee, die Juden hätten als das „Licht der Völker“ die Welt grundlegend zu verbessern, statt sich mit einem Nationalstaat, wie andere Völker ihn auch haben, häuslich in ihr einzurichten. Linke wie rechte jüdische Israelhasser schreiben dem jüdischen Volk eine messianische Sendung zu, der es nur in der Diaspora gerecht werden kann.

Die Chomskys wie die Ultraorthodoxen sind innerhalb des Judentums zwar jeweils eine kleine Minderheit, aber sie sind nicht einfach isolierte Spinner. Zu tief sind ihre Ideen in einer in zweitausend Jahren gewachsenen Mentalität verankert, und zu sehr entspricht ihre Israelfeindschaft den Interessen einer globalistisch orientierten Diaspora. Sie bilden die Spitze eines Eisbergs aus latentem jüdischem Unbehagen über Israel, das zwar nicht so stark ist, dass seinetwegen das gesamte Diasporajudentum sich offen gegen Israel stellen würde – Gefühle des Stolzes und der Loyalität dürften immer noch bei weitem überwiegen -, seine Angehörigen aber veranlasst, im Zweifel ihr Hemd dem israelischen Rock vorzuziehen.

Islamkritiker, die sich darüber wundern, dass ihr Engagement für Israel von jüdischen Organisationen mit blanker Feindschaft quittiert wird, verkennen, dass deren Loyalität gegenüber Israel (sofern sie überhaupt echt und nicht nur eine Konzession an die Erwartungen ihrer Basis ist) im Wesentlichen auf Sentimentalität und sozialem Druck beruht und dort endet, wo ihr eigenes Interesse, nicht zuletzt das an verstärkter Einwanderung, beginnt.

Zionismus und Globalismus sind zwei alternative Wege, das grundlegende Existenzproblem des jüdischen Volkes zu lösen, und der eine wird in dem Maße überflüssig, wie der andere erfolgreich ist. Während Israel noch um seine Existenz kämpfen muss, ist der Globalismus bereits auf der Zielgeraden: Es bedarf nur noch weniger Jahrzehnte, in denen die bisherigen Trends sich fortsetzen, und die ethnische Durchmischung Europas ist ebenso vollendete Tatsache wie die globale Migrationsfreiheit.

Eines darf auch nicht übersehen werden: Die Anstrengungen des Zionismus, Juden in Israel zu versammeln, bedeuten zugleich, alles auf eine Karte zu setzen. Würden wirklich alle Juden in Israel leben, und Israel würde vernichtet – was als Ziel seiner muslimischen Nachbarvölker nach wie vor auf der Tagesordnung ist -, dann wäre sein Ende zugleich das des jüdischen Volkes.

Vom Standpunkt des jüdischen Überlebensinteresses ist der Zionismus daher ganz objektiv eine zweitrangige Option, die die globalistische nur ergänzen, nicht aber ersetzen kann, während der Globalismus dies umgekehrt sehr wohl kann: Der Zionismus diente dazu, verfolgten Juden ein Rettungsboot zu verschaffen, und wird deshalb in dem Maße obsolet, wie das Rettungsboot nicht mehr gebraucht wird.

Ob solche Überlegungen in den Köpfen jüdischer amerikanischer Strategen tatsächlich eine Rolle spielen, wissen wir nicht. Wer aber glaubt, Israel habe allein aufgrund des bedeutenden Einflusses von Juden auf die amerikanische Außenpolitik eine Lebensversicherungspolice in der Tasche, dürfte sich täuschen.

 

61 Antworten auf Zionismus, Globalismus und die „Israel-Lobby“

  • … nur nicht in dem einen, vor dem Israel sich wirklich fürchtet, nämlich dem Iran.

    Wieso sollte Israel sich vor dem Iran fürchten?

  • Sehr schön und umfassend das Konzept der kulturellen Selbstverständlichkeit auf Juden angewandt. Nur: Was ist das genau bei den Juden?
    Juden mußten die Erfahrung machen, daß sie mit ihrer Gruppe auch dann identifiziert werden, wenn sie ihrem Glauben gar nicht mehr anhängen, ihn ablehnen oder sogar ihre Gruppe ablehnen (Chomsky). Vermutlich sind die Juden ein ganz normales Volk mit dem ganz normalem Anteil von Idioten und Verbrechern. Und genau so wie es auch Deutsche gibt die deutsche Interessen vernachlässigen und sich deswegen sogar für was Besseres halten (Gutmenschen eben) wird dasselbe auch für Israelis UND Juden gelten.

    Dies zum einen.

    Zum anderen ist die Frage zu stellen ob Länder wie die USA (oder Deutschland) wirklich in der Lage sind immer kohärente Politiken zu realisieren. Manchmal werden da eben Dummheit und Irrtum (und Kompromisse) eine Rolle spielen.
    Mit dem Konzept der kulturellen Selbstverständlichkeiten kann man die Verhaltensweisen von Gruppen erklären und vorhersagen. Politiken von Staaten lassen sich damit vielleicht noch erklären (meist wohl nicht) aber keinesfalls vorhersagen.

    Mir ist auch nicht klar wie man diese Überlegungen in Politik umsetzen will. Ganz unabhängig von der Religion kann man ja nicht die Vernichtung eines Staates (mit 8 Millionen Angehörigen) einfach so tolerieren. Im übrigen zeigt doch die allgemeine Erfahrung, daß diejenigen die (vordergründig) „nur“ Juden umbringen wollen im weiteren dann uns allen Anderen auch an den Kragen wollen – der Haß der Muslime richtig sich ja nicht nur gegen Juden sondern insbesondere auch gegen Christen. Das Verhältnis zu den Juden ist insofern ein ganz guter Lackmustest (siehe dazu: http://www.americanthinker.com/2012/08/why_muslims_must_hate_jews.html).

    Wenn es das Ziel dieses „OpEd“ war die Theoretiker der jüdischen Weltherrschaft anzusprechen oder zu widerlegen – das wird so nicht gelingen. Verschwörungstheoretiker lassen sich durch vernünftige Überlegungen überhaupt nicht erreichen. Diese Leute werden immer irgendeine Gruppe finden, die der Erreichung des Paradieses auf dieser Welt im Wege steht – und deshalb zu vernichten ist.

  • @Manfred

    Die amerikanische Nahostpolitik ist in der Tat verwirrend und oft nicht nachvollziehbar. Unbegreiflich das Verhalten gegenüber Mubarak, der während seiner ganzen Laufbahn immer ein treuer Vasall der USA war.

    Die einzig halbwegs plausible Erklärung für diese Politik, die ich gefunden habe besagt, dass Israel seine Sicherheit nur dann gewährleistet sieht, wenn in allen Nahoststaaten Chaos herrscht, und sie zu mehr oder weniger zu „Failed States“ degeneriert sind. Mit dem Irak hat es angefangen, mit Libyen ging es weiter, und jetzt ist Syrien an der Reihe. Sowie dieses Kapitel im Sinne der USA und Israels erfolgreich abgeschlossen ist, wird man sich nach meiner Ansicht um den Iran kümmern. Die ganze Rhetorik von US-Politikern von Obama bis Mittney zu diesem Thema lässt doch nur diesen Schluss zu.

    • Das ist genau das, was ich bestreite. Dies Politik findet nicht im Interesse Israels statt. Die Israelis sind nur nicht in der Position, sich den USA zu widersetzen. Ich behaupte, dass kein israelischer Politiker so verrückt wäre Mubarak oder Assad zu stürzen. Selbst Saddam war so im Schwitzkasten, dass er für Israel keine Gefahr mehr darstellte. Die Israelis haben den Irakkrieg demgemäß auch mehr aus Loyalität gegenüber den USA als aus eigener Überzeugung mitgetragen. Sie haben sich von den Neocons überreden lassen zu glauben, dass der Nahe Osten nur demokratisiert werden müsse, damit sie Sicherheit bekommen. Meines Erachtens haben dies weder die Neocons noch die israelischen Entscheidungsträger jemals wirklich geglaubt.

  • Die Juden sind das merkwürdigste Volk der Weltgeschichte, weil sie, vor der Frage von Sein und Nichtsein gestellt, mit einer vollkommen unheimlichen Bewußtheit das Sein um jeden Preis vorgezogen haben: dieser Preis war die radikale Fälschung aller Natur, aller Natürlichkeit, aller Realität, der ganzen inneren Welt so gut als der äußeren. Sie grenzten sich ab gegen alle Bedingungen, – sie haben, der Reihe nach, die Religion, den Kultus, die Moral, die Geschichte, die Psychologie auf eine unheilbare Weise in den Widerspruch zu deren Natur-Werten umgedreht. Wir begegnen demselben Phänomene noch einmal und in unsäglich vergrößerten Proportion, trotzdem nur als Kopie: – die christliche Kirche entbehrt, im Vergleich zum „Volke der Heiligen“, jedes Anspruchs auf Originalität. Die Juden sind, eben damit, das verhängnisvollste Volk der Weltgeschichte: in ihrer Nachwirkung haben sie die Menschheit dermaßen falsch gemacht, daß heute noch der Christ antijüdisch fühlen kann, ohne sich als die letzte jüdische Konsequenz zu verstehen.
    Ich habe in meiner „Genealogie der Moral“ zum ersten Mal den Gegensatz-Begriff einer vornehmen Moral und einer Ressentiment-Moral psychologisch vorgeführt, letztere aus dem Nein gegen die erstere entsprungen: aber dies ist die jüdisch-christliche Moral ganz und gar. Um Nein sagen zu können zu allem, was die aufsteigende Bewegung des Lebens, die Wohlgeratenheit, die Macht, die Schönheit, die Selbstbejahung auf Erden darstellt, musste hier sich der Genie gewordene Instinkt des Ressentiments eine andere Welt erfinden, von wo aus jene Lebens-Bejahung als das Böse, als das Verwerfliche an sich erschien. Psychologisch nachgerechnet, ist das jüdische Volk ein Volk der zähesten Lebenskraft, welches, unter unmögliche Bedingungen versetzt, freiwillig aus der tiefsten Klugheit der Selbst-Erhaltung, die Partei aller Décadence-Instinkte nimmt,- nicht als von ihnen beherrscht, sondern weil es in ihnen eine Macht erriet, mit der man sich gegen „die Welt“ durchsetzen kann. Sie sind das Gegenstück aller Décadents: sie haben sie darstellen müssen bis zur Illusion, sie haben sich, mit einem Nonplusultra des schauspielerischen Genies, an die Spitze aller Décadence-Bewegungen zu stellen gewußt (- als Christentum des Paulus -), um aus ihnen Etwas zu schaffen, das stärker ist als jede Ja-sagende Partei des Lebens. Die Décadence ist, für die im Juden- und Christentum zur Macht verlangende Art von Mensch, eine priesterliche Art, nur Mittel: diese Art von Mensch hat ein Lebens-Interesse daran, die Menschheit krank zu machen und die Begriffe „gut“ und „böse“, „wahr“ und „falsch“ in einen lebensgefährlichen und weltverleumderischen Sinn umzudrehen.

    Friedrich Nietsche

  • Der Artikel geht von der Grundannahme aus, dass Menschen vor allem nach rationalen Interessen handeln und zwar nicht nur in Bezug auf ganz konkrete und greifbare, zeitnahe Vor- und Nachteile, sondern auch in ihrem strategischen Denken.

    Das ist meines Erachtens aber eine Fehlannahme. Besonders was Fernziele angeht, sind Menschen eher von Weltbildern und Wertsystemen angetrieben und zwar auch von solchen, die ihren langfristigen Gruppeninteressen diametral entgegenstehen.

    Das heutige westliche Gutmenschentum ist des beste Beispiel für diese These.

    Die Zeiten, in denen Juden insgesamt der Assimilation und Vermischung mit den Bevölkerungen, zwischen denen sie leben, widerstanden, sind seit einiger Zeit vorbei. Überall im Westen ist die Zahl der Mischehen seit den 1970er Jahren stark angestiegen, so dass außer orthodoxen und ultra-orthodoxen Juden, die nur eine Minderheit der Juden bilden, die Mehrheit der Juden von einer Auslöschung ihrer Gruppenidentität durch Mischehen bedroht ist.

    Nur in Israel haben konservative, liberale und nichtreligiöse Juden eine Chance über mehrere Generationen ihre jüdische Identität zu wahren.

    Orthodoxe und ultra-orthodoxe Juden sind nicht selten den jüdischen Intellektuellen, die in den entsprechenden Elite-Gremien die us-amerikanische Politik beeinflussen, eher ein Greuel, auch wenn es natürlich so etwas wie eine jüdische Solidarität über solche Parteiungen hinweg gibt.

    Eine längerfristige Überlebenschance als identifizierbare Gruppe haben Juden – außer in Israel – nur als orthodoxe bis ultra-orthodoxe Minderheitengruppen im Westen, siehe hierzu auch diesen Link:

    http://www.aish.com/jw/s/48910307.html

    • Ob die Anzahl der Mischehen wirklich so existenzbedrohende Ausmaße annimmt, wie manchmal behauptet wird, bezweifle ich eher. Man sollte auch nicht unterschätzen, wie sehr das Holocaustnarrativ die Juden als Volk zusammenhält. Und wenn tatsächlich heutzutage mehr von der Fahne gehen als früher, so werden diese Verluste durch die hohe Geburtenrate bei den Orthodoxen ausgeglichen, sodass das Volk als solches erhalten bleibt.

  • @Mike_F
    „Die einzig halbwegs plausible Erklärung für diese Politik, die ich gefunden habe besagt, dass Israel seine Sicherheit nur dann gewährleistet sieht, wenn in allen Nahoststaaten Chaos herrscht, und sie zu mehr oder weniger zu „Failed States“ degeneriert sind.“

    Der natürliche Zustand für einen muslimischen Staat ist die Tyrannei oder die Anarchie. Das es für letzteres die USA/Israel nicht braucht kann man an Pakistan, Somalia, Yemen und Nigeria sehen.
    Israel hat im Gegenteil mit Tyrannen (Mubarak, Assad jun. + sen) beste Erfahrungen gemacht. Die sind zwar rein militärisch eine Gefahr aber zwischen den Waffengängen herrscht Ruhe, während von einem failed state eine ständige Gefahr ausgeht.
    Die USA konnten Mubarak nicht halten weil er
    1. alt und krank war
    und
    2. seinen Sohn gegen den Willen des Militärs als Nachfolger installieren wollte.

    Und die Syrien-Sache bietet nun mal die gute Gelegenheit einen der wenigen Freunde des Iran UND Rusßlands von der Bühne zu schicken und die Hisbollah zu isolieren. Jeder Geheimdienstmann, der sich solch eine Gelegenheit entgehen ließe, müßte sein Lehrgeld zurückzahlen. Im übrigen wird es wohl auch so sein, daß der Westen das gar nicht initiiert hat, sondern da bloß auf einen bereits fahrenden Zug aufgesprungen ist – wohl in beiden Fällen.

  • Vielleicht ist das Projekt Israel ja auch bereits gescheitert und ist zur Abwicklung frei gegeben:

    Anhaltende Unsicherheit und der Mangel an wirtschaftlichen Aussichten treibt die Israelis aus dem Gelobten Land. Viele bewerben sich um einen zweiten Paß, nur für den Fall. Rt.com hat bereits im Juni dieses Jahres eine Geschichte zu diesem Thema gebracht und kommt zum Schluß, daß jedes Jahr mehr Israelis nach Europa und in die Vereinigten Staaten weggehen als umgekehrt. Diejenigen, die gehen, sind diejenigen mit der Aussicht auf Beschäftigung anderswo, wobei die Armen zurückbleiben. Falls dieser Trend sich fortsetzt, wird Israel in einer Abwärtsspirale landen, die zur Implosion des Siedlerstaates führen kann: Die verbleibenden Juden werden zunehmend die mit relativ niedrigem IQ begabten religiösen Fanatiker sein, die zu wirtschaftlichem und militärischem Parasitentum neigen – eindeutig ein Rezept für politische Instabilität und wirtschaftliche Malaise.

    Ausgaben in Höhe von 25 % des BIP für das Militär sind unter diesen Umständen bald nicht mehr möglich.

    Die Juden der Diaspora haben daher vielleicht ganz andere Pläne mit Israel, als dem Normalsterblichen vorstellbar.

  • So weit ich es übersehe, sind es die Juden, welche sich gerne assimilieren würden, welche für ein kosmopolitisches Umfeld eintreten, weil sie darin weniger auffallen.

    Orthodoxe Juden hingegen grenzen sich ja bereits freiwillig durch ihre Kleidung aus und gewännen nichts durch ein solches Umfeld.

    Es ist also durchaus plausibel, daß Juden aufgrund echter und eingebildeter Verfolgung – das Mittelalter wird heute grundsätzlich zu dunkel dargestellt – zu dem Schluß gekommen sind, daß sie keinem Volk vertrauen können und deshalb alle Völker aufhören sollten zu existieren, damit dann auch sie einfach als Menschen integriert würden.

    Das ist aber eine Abkehr vom religiösen Judentum, und es umgekehrt darzustellen halte ich für bizarr.

    Es ist wohl wirklich die Hoffnung nicht weniger Juden, auf diese Weise ihren Frieden zu finden.

    Funktionieren wird es aber nicht, denn die Wahrheit ist ja, daß die Kirche die Juden nicht zuletzt aus dem Grund über Europa verteilt hat, um in der Distanz zu den Juden eine gemeinsame europäische Identität zu gründen. Das verhält sich heute nicht anders, so gemischt die Bevölkerung eines Landes auch sein mag, sie wird sich als nicht-jüdisch definieren. Nun, der Hauptgrund der Kirche war die Kontrolle des Finanzmarktes. Aber dieser andere Grund spielte schon auch eine wichtige Rolle.

    Aber das wird sich ja alles zeigen.

    Andererseits glaube ich nicht, daß diese Juden, welche diese Hoffnungen hegen, an den Hebeln der Macht sitzen.

    Es ist ja auch möglich, daß man einen Krieg aufgrund der Bevölkerungsexplosion in den arabischen Ländern für unvermeidlich hält und sich bemüht ihn zeitlich vorzuverlegen, weil er auf diese Weise leichter zu führen ist. Vielleicht zielt man auch auf einen arabisch-iranischen Krieg, das würde dann mehrere Probleme auf einmal lösen.

  • Danke für den interessanten Artikel. Da auch für mich die US-Außenpolitik sehr seltsam erscheint, bin ich immer dankbar für Ideen bzw Erklärungen. Hier:

    „Während Israel noch um seine Existenz kämpfen muss, ist der Globalismus bereits auf der Zielgeraden: Es bedarf nur noch weniger Jahrzehnte, in denen die bisherigen Trends sich fortsetzen, und die ethnische Durchmischung Europas ist ebenso vollendete Tatsache wie die globale Migrationsfreiheit.“

    muss ich allerdings widersprechen: „ethnische Durchmischung“ müsste in diesem Zusammenhang heißen, dass Menschen mit verschiedenen Kulturen, Religionen, Ethnien zu vergleichbar großen Teilen in Europa einwandern. Wer wüsste besser als Sie, dass aber stattdessen hauptsächlich Türken/Araber einwandern und eine Islamisierung stattfindet? Ich erinnere mich an einen Video-Bericht, in dem Juden erklärten, demnächst Schweden zu verlassen, weil sie sich dort mehr und mehr von Muslimen bedrängt sehen. Ich wüsste wirklich nicht, was sich Juden für ihre Diaspora schlimmeres antun könnten, als eine europaweite – oder sogar weltweite – Islamisierung!

    • Es gibt eine Rede von Jacques Attali vor der jüdischen Gemeinde Frankreichs, in der dieser feststellt, Juden hätten ein Interesse daran, die islamische Einwanderung zu fördern und den Muslimen behilflich zu sein, sich fest zu etablieren. Vermutlich wünschen solche Strategen sich ein Bündnis der Minderheiten, dem die Existenz Israels allerdings im Wege steht.

      Es ist übrigens nicht nur Islamisierung; in England sind viele Einwanderer nichtmuslimische Inder, Asiaten und Schwarze; in Frankreich viele ebenfalls nichtmuslimische Schwarzafrikaner. Außerdem sollte man nicht vergessen, dass solche Strategen in einer Gedankenwelt leben, in der Religion, ob christlich oder islamisch, nur eine Art Aberglauben darstellt, den man sozusagen folklorisieren kann. Anders gesagt: Sie gehen davon aus, dass die Moslems sich unter dem Eindruck von Hollywoodfilmen und ähnlichen Produkten der westlichen Kultur schon zu Liberalen (oder auch einfach zu hirnlosen Fresszellen) umerziehen lassen werden, so wie es mit vielen Christen ja bereits gelungen ist. Die Vorstellungen und Strategien der Muslimbrüder sind da meines Erachtens weitaus realistischer.

  • @ Karl

    „Die Juden der Diaspora haben daher vielleicht ganz andere Pläne mit Israel…“

    Heute ist das Judentum, egal ob in Israel oder der Diaspora in viele Fraktionen zerteilt, die sich mitunter heftig bekämpfen. Selbst die Orthodoxen und Ultraorthodoxen zerfallen in mehrere Richtungen (litauische Jeschiva-Orthodoxie (Mitnagdim), moderne Orthodoxie, Nationalreligiöse, Orientalisch-Orthodoxe, Hassidim die für gegen oder gegen Israel sind usw.)

    Bei den anderen Richtungen ist der Streit etwas abgemildert, weil dort die religiöse Komponente in den Hintergrund tritt, aber die große Einheit mit den einheitlichen jüdischen Interessen und entsprechendem Vorgehen (wenn es nicht gerade um Antisemitismus und Verfolgung geht), ist eine oft antisemitisch gefärbte Fiktion.

    Ein schönes Beispiel sind Broders Auseinandersetzungen anderen Juden. Das ist zwar alles relativ krass, aber durchaus nicht ganz untypisch.

    • Dass es viele Differenzen gibt, bestreitet niemand, allerdings sollte man die Einheit in der Vielfalt nicht unterschätzen. Ich habe zum Beispiel den Gegensatz zwischen Globalismus und Zionismus herausgearbeitet. Das sind rivalisierende Konzeptionen, aber ihr Verhältnis zueinander ähnelt mehr dem konkurrierender Parteien als dem von Todfeinden. Das steht alleridngs nicht meiner Hypothese entgegen, dass es innerhalb der strategisch denkenden Eliten durchaus ein Bewusstsein des grundsätzlichen Interessenkonfliktes und damit auch die Bereitschaft geben könnte, den Konflikt dadurch aus der Welt zu schaffen, dass man Israel aus der Welt schafft.

  • Lieber Herr Kleine.Hartlage, nun haben Sie sehr schön die Unterschiede zwischen Zionismus und (konstruktivistisch-normativen, sozusagen politischem) Globalismus erläutert…
    …aber inwiefern erklärt der die Unterstützung (radikal-)islamischer und antiisraelischer Bewegungen im Maghreb und im Orient? Was ist an den Muslimbrüdern „globaler“ als an Mubarak oder Assad? Zumal die Entwicklung dort alles andere als gelungene Werbung für die Verbreitung der ‚Menschenrechte’ ist und die Systemschergen bis zur Kenntlichkeit lügen (oder verschweigen) müssen.
    Das würde aber im Klartext bedeuten, dass einflussreiche jüdische Kreise die US Außenpolitik dahingehend steuern (wollen), den Staat Israel von der Landkarte verschwinden lassen zu wollen. Was -ebenfalls im Klartext- bedeutet, dass die US-Außenpolitik in jüdischer Hand ist, d.h. Nichtjuden / Yankees nur eine Statistenrolle spielen.
    Ist es das, was Sie sagen wollen?
    .
    Dieses „Sowohl als Auch“ kann man alternativ weniger als Kampf(?) von Zionisten vs. Diaspora sehen als vielmehr als Herrschaftsinstrument sui generi. Wenn ich beide Pole der Diskussion besetze bin ich, unabhängig vom Ausgang, der Gewinner. Geschwollen ausgedrückt geht es darum eine „Hegelianische Ebene“ zu errichten; mithin ein Diskussions- und Entscheidungsfeld, innerhalb dessen sich alle „zulässigen“ Meinungen und Ansätze bewegen.
    Tja, und wie wird bestimmt, wer und was auf diese hegelianische Ebene drauf darf…? Richtig, dafür gibt es Mittelsmänner, die als Wächter (Gatekeeper) fungieren. Das sind Nachrichtenagenturen, die Filmindustrie (Hollywood), akademische Institutionen.
    Und von wem werden die dominiert…? Eben. Eingeborene Europäer, z.B., sind in diesem Prozess lediglich Zuschauer bzw. allenfalls als Zuträger gestattet. Deshalb können sie sich auf den „offiziellen Kanälen“ zum paneuropäischen Genozid nicht äußern: der Zugang wird ihnen schlicht verwehrt.
    Wohin angesichts des Internets (das herkömmliche Mittelsmänner obsolet macht) und des unausweichlichen Niedergangs der USA die Reise geht ist eine spannende Frage. (M.E. ist der Umweltschutz -ohne hier dieses Anliegen als solches zu bewerten- auch so etwas, das nicht Sache von [ehemaligen] Wüstenbewohnern ist – die haben’s nicht so mit grünen Wäldern, sauberen Gewässern, Tierliebe etc..)
    Das Unterdrücken der Formulierung nationaler (europäischer) Interessen einerseits und das Maskieren nicht nur jüdischer Interessen, sondern auch jüdischen Einflusses andererseits bedingt sich gegenseitig, und zwar zwingend (denn wenn doppelte Standards offenkundig werden halten sie sich nicht lange).
    .
    Herr Kleine-Hartlage, bei Ihrem Auseinanderdividieren der Gemengelage habe ich Saudi Arabien vermisst. Denn die Saudis bleiben als Hauptfinanziers der islamischen Expansion und des islamistischen Terrors von den USA gänzlich ungeschoren – wie passt das zusammen?

    • Was ist an den Muslimbrüdern „globaler“ als an Mubarak oder Assad? Zumal die Entwicklung dort alles andere als gelungene Werbung für die Verbreitung der ‚Menschenrechte’ ist und die Systemschergen bis zur Kenntlichkeit lügen (oder verschweigen) müssen.

      Zunächst werden sie große Flüchtlingswellen auslösen, und das ist aus der Sicht der Globalisten wünschenswert. Wenn sie ihre Macht konsolidiert haben, werden die Zustände dann etwa denen in der Türkei ähneln. Das heißt es sieht alles irgendwie demokratisch aus, aber die Scharia schreitet täglich fort. Dieser Zustand wird, wie schon bei der Türkei dazu führen, dass man diese Staaten an die EU heranziehen und deren Grenzen für Masseneinwandeurng öffnen kann; diese Politik ist auch bereits auf dem Wege. Im Gegenzug widersetzen sich die Islamisten nicht mehr der ökonomischen Durchdringung ihrer Länder. Anders gesagt: Sie unterwerfen sich den Interessen der USA und bekommen dafür die Macht im Inneren und außerdem Europa als islamisches Expansionsgebiet.

      Das würde aber im Klartext bedeuten, dass einflussreiche jüdische Kreise die US Außenpolitik dahingehend steuern (wollen), den Staat Israel von der Landkarte verschwinden lassen zu wollen.

      Das befürchte ich. Es könnte natürlich auch sein, dass es eine Absprache mit den Islamisten gibt, Israel in Ruhe zu lassen; eine solche Zusage können sie umso leichter geben, als sie ohnehin ihre Macht im Inneren erste inmal konsolidieren müssen, bevor sie sich gegen Israel wenden. Auf Dauer wird ein solches Arrangement aber nicht halten.

      Was -ebenfalls im Klartext- bedeutet, dass die US-Außenpolitik in jüdischer Hand ist, d.h. Nichtjuden / Yankees nur eine Statistenrolle spielen.

      Das heißt es nicht zwingend. Ich habe nur dargelegt, dass der jüdische Einfluss nicht automatisch zugunsten Israels in die Waagschale fällt.

      Herr Kleine-Hartlage, bei Ihrem Auseinanderdividieren der Gemengelage habe ich Saudi Arabien vermisst. Denn die Saudis bleiben als Hauptfinanziers der islamischen Expansion und des islamistischen Terrors von den USA gänzlich ungeschoren – wie passt das zusammen?

      Das passt hervorragend zusammen und unterstreicht, dass die USA und die Islamisten eben keine Feinde (mehr?) sind. Und der islamistische Terror zumindest gegen die USA wird sich erledigen, wenn die Islamisten im Einvernehmen mit den USA ihre Heimatländer regieren dürfen.

  • Washington eine Filiale Jerusalems ?
    Der damalige israelische Premier Ariel Sharon sagte am 3. Oktober 2001 im Yid Israel Radio: „I want to tell you something very clear: Don`t worry about American pressure on Israel. We, the Jewish people, control America, and the Americans know it.“
    Wie urteilte der Kanzler Konrad Adenauer in den 1950 er Jahren, wie Rudolf Augstein in „Der Spiegel“ vom 8.5. 1995 nochmals in Erinnerung rief:
    „..denn, meine Damen und Herren, dat Weltjudentum is eine jroße Macht“.
    „Amerika kontrolliert die Welt, wir kontrollieren Amerika. Nie zuvor haben Juden einen derart gewaltigen Einfluß auf das Zentrum der Weltmacht ausgeübt.“ (Uri Avnery, „The Day After“, in: Counter Punch vom
    10.4. 2003)

    • Die Authentizität des Scharon-Zitates bezweifle ich; ich vermute, es handelt sich um eines jener erfundenen Zitate, die im Internet bisweilen herumgeistern. Als Quelle wird meist eine Radiosendung von Kol Israel angegeben, also etwas, was man nicht überprüfen kann, es sei denn Kol Israel selbst würde die Echtheit bestätigen. Ich halte es für ganz unwahrscheinlich, dass ein alter politischer Fuchs wie Scharon, selbst wenn er so gedacht haben sollte, so töricht gewesen wäre, dies öffentlich zu sagen.

      Und was Avnery angeht, so genießt die Meinung eines oppositionellen linken Aktivisten bei mir kein besonderes Vertrauen.

    • Das Sharon-Zitat ist frei erfunden.

      Einen Tag, nachdem er angeblich behauptet haben soll, dass die USA ohnehin nach seiner Pfeife tanzen, sagte er nachgewiesenermassen etwas ganz Anderes:

      http://www.guardian.co.uk/world/2001/oct/05/afghanistan.israel

  • @Georg Mogel
    Uri Avnery das klassische Beispiel für einen jüdischen Israelhasser: http://www.idelberavelar.com/avnery-arafat.jpg

  • @ L.

    Und was ist mit Ariel Sharon???

  • @Karl
    Was soll mit ihm sein?
    Es ist halt Konsens in den USA ein kleines Volk gegen seine Nachbarn – die es vernichten wollen – zu unterstützen. Wer das nicht gut findet – und manche machen diesen Eindruck – würde wohl lieber Israel unter den Bus werfen.
    Es ist eine Sache die US-amerikanische Politik zu beobachten, die sich mühsam zwischen ihrer Sicherung der Ölimporte aus dem Nahen Osten und der Unterstützung Israels hindurchschlängelt oder zu denken, daß die US-amerikanischen Politikziele in Jerusalem formuliert werden.

    Es ist halt so, daß auch Juden irren können. Eben auch Ariel Sharon.

  • „Die Israel-Lobby und die amerikanische Außenpolitik“ („The Israel Lobby and U.S. Foreign Policy“) ist eine kontroverse Arbeit von John Mearsheimer, Politikprofessor an der Universität Chicago und und Stephen Walt, Dekan der „Kennedy School of Government“ der Harvard Universität. Das 2006 veröffentlichte Dokument erregte Aufmerksamkeit, weil es im Kern die These entwickelt, die Nahostpolitik der USA diene nicht ihren eigenen nationalen Interessen und fördere letztlich den Anti-Amerikanismus in der arabischen Welt. Ein US-amerikanisch-israelisches Netz aus Intellektuellen, Politikern, diversen Organisationen inklusive der christlichen Evangelikalen, arbeite aktiv daran, die US-Außenpolitik nach israelischen Interessen zu steuern. Der Einfluß dieser „Israel-Lobby“ sei bedeutend größer, als der anderer Lobby-Gruppen.

    Sie sei in der Lage abweichende Meinungen zu marginalisieren, Kongreßabgeordnete und Regierungsangestellte unter Druck zu setzen, um jede etwas kritischere Politik gegen Israel zu unterdrücken. Die Arbeit wurde ursprünglich im Jahre 2002 von der Zeitschrift „The Atlantic Monthly“ in Auftrag gegeben, die aber schließlich den Abdruck verweigerte.Im März 2006 wurde der Text im „London Review of Books“ abgedruckt. Eine erweiterte Fassung erschien im September 2007 in Buchform, zeitgleich in Englisch und in deutscher Übersetzung . Eine informative Lektüre.

  • @Georg Mogel
    „Eine informative Lektüre“
    Mag sein
    Allerdings: In ihrem Buch zeigen die Autoren die Existenz und Zusammensetzung einer proisraelischen Lobby und bemühen sich nachzuweisen, daß eine vorbehaltlose Unterstützung Israels durch die USA den Interessen der Vereinigten Staaten zuwiderlaufe.
    Allein die Existenz einer Lobbygruppe bzw. ihre Notwendigkeit widerlegt ja bereits die Behauptung von einer „natürlichen“ Handlangerschaft der USA zugunsten jüdischer Interessen.
    Im übrigen stehen in den USA vor allem die evengelikalen Christen und die Mormonen aus sehr spezifisch religiösen Gründen (Armageddon-Erwartungen und so was) auf der Seite Israels während die israelische Politik innerhalb der (auch viel kleineren) jüdischen Glaubensgemeinschaft kontrovers diskutiert werden (wie Manfred hier dargestellt hat).
    Und diese Lobbygruppen müssen auch stets gegen die viel mächtigere und zahlungskräftigere Lobby der Ölindustrie ankämpfen, so daß proisraelische Entscheidungen durchaus keine Selbstläufer sind.

  • Dass es US-Juden geben soll, die Israel vernichten wollen, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Nur ein Beispiel: Der frühere Stabschef im Weissen Haus Emanuel Rahm, jetzt Bürgermeister von Chicago, diente freiwillig im Israelischen Heer.

    Im Gegenteil immer mehr reiche und einflussreiche Juden bekennen sich zu „Israel First“. Darunter auch der Casinomagnat und Milliardär Shelton Adelson, der übrigens den Wahlkampf von Mitt Romney mit einer Spende von läppischen $ 100 Millionen unterstützt.

    Das dürfte auch der Grund für ihren Einfluss sein, dass man ohne jüdisches Geld keinen erfolgreichen Wahlkampf mehr führen kann.

  • Wer den Begriff „Israel First“ bzw. „Israel Firster“, für Personen, die dieser Doktrin anhängen noch nicht kennen. Sie besagt nicht anderes als das die primäre Loyalität nicht den USA sondern Israel gilt.

    Und sie sind nicht ohne Einfluss:
    „…The Israel Firsters are represented in Washington by AIPAC, which is Israel’s lobby in the United States. As this video demonstrates (just look at who is in attendance), it is perhaps the most powerful lobby in Washington and invariably gets what it wants…“

    http://www.huffingtonpost.com/mj-rosenberg/why-the-term-israel-first_b_1252789.html

  • Es sollte auch mal daran gedacht werden, dass die derzeitige amerikanische (westliche) Nahostpolitik, für die in arabischen Ländern lebenden Christen, schlichtweg eine Katastrophe darstellt. Es steht zu befürchten, dass das orientalische Christentum endgültig dem Niedergang geweiht ist.

    Die merkwürdige Differenz zwischen hier in Deutschland exsitierenden jüdischen Organisationen (ZDJ) und Israelis, ist mir bei meiner Israelreise aufgefallen. Die Israelis, soweit ich sie kennengelernt habe, ticken ganz anders, sind alles andere als deutschfeindlich, und sehr stolz auf ihr Land. (Nationalbewusst, hier in der Bunten Republik würde man sagen „Rächts“.) Durch den massiven Zuzug orientalischer Juden ist das Land keinesweg mehr so europäisch geprägt wie vielleicht noch vor einigen Jahrzehnten.

    Zumindest bietet Manfred einen guten Erkärungsansatz für meine Erfahrungen.

    Übrigens würde für viele protestantisch / charismatische Christen in Afrika eine Welt zusammenbrechen wenn der Staat Israel seine Existenz verlieren würde. Ich habe noch nie so viele Afrikaner auf einmal gesehen wie an der Taufstelle am Jordan. (Singend in weißen Gewändern) Das hat mich beeindruckt, einige konnten gut Englisch und haben das uns auch so gesagt.

  • Lieber Manfred,

    die Widersprüche zwischen Globalismus und Zionismus lösen sich dann auf, wenn man den Messianismus führender religiöser Kreise in den drei Weltreligionen in die Überlegungen miteinbezieht.

    Die Zeit des Messias wird insbesondere (aber nicht nur) in Teilen des Judentums nicht etwa bloß als die Wiederkehr einer Person, sondern durchaus als Zeit eines Weltzustandes begriffen, der sich herbeiführen lässt. Es sind also die Umstände herbeizuführen, die es bedarf, um die Endzeitprophezeiungen der heiligen Schriften wahr werden zu lassen:

    1. Jüdische Endzeitprophetie:
    Alle Völker dienen Israel mit seinem Zentrum Jerusalem. Dritter Tempelbau. Aber auch: Bei Harmageddon sterben 2/3 der Juden.

    2. Islamische Endzeitprophetie
    Die Muslime verkünden ihre Lehre in allen Ländern der Erde. Juden müssen sich verstecken, etc (siehe Videos memriTV)

    3. Christliche Endzeit
    Herrschaft des Tieres 666. Die Christen erfahren die schwerste Bedrückung seit 1000 Jahren. Es gibt wieder Märtyrer. Apokalypse (alles wird offenbar werden) Wiederkehr des Turmbaus zu Babel in der Weltzivilisation als Bote der Endzeit.

    Nun ist es doch durchaus plausibel, dass die Endzeitvisonen dieser drei Weltreligionen vor unseren Augen ZUGLEICH realiter herbeigeführt werden sollen.
    Der Staat Israel ist dabei aber nur einerseits Mittel zum Zweck, andererseits aber elementarer Bestandteil der Vorsehung.
    ——————
    Ein zweiter Aspekt noch:
    Bei der Schilderung Schmidts bezüglich der Auswahl der Teilnehmer des Council on Foreign Relations ist mir aufgefallen, dass es da deutliche Parallelen zur Politsteuerung in der BRD gibt.
    Linke Republikaner hier, rechte Demokraten da. Genau das findet seine Entsprechung in der bundesdeutschen Politik. Jetzt ganz aktuell: Die CDU (!) macht den Vorschlag bezgl. Homoehe, die CDU schafft die Wehrpflicht ab, die CDU gibt die D-Mark auf, …
    SPD/Grüne, führen Krieg, führen Hartz IV ein, …
    Jetzt wäre es interessant, ob die vorbereitenden Zirkel in Deutschland auch die Teilnehmer auswählen a´la linke Konservative und rechte Sozialdemokraten.

    • Bei der ganzen Offenbarung des Johannes geht es NUR um dieses:

      Und wenn sie ihr Zeugnis geendet haben, so wird das Tier, das aus dem Abgrund aufsteigt, mit ihnen einen Streit halten und wird sie überwinden und wird sie töten. Und ihre Leichname werden liegen auf der Gasse der großen Stadt, die da heißt geistlich „Sodom und Ägypten“, da auch der HERR gekreuzigt ist. Und es werden etliche von den Völkern und Geschlechter und Sprachen ihre Leichname sehen drei Tage und einen halben und werden ihre Leichname nicht lassen in Gräber legen. Und die auf Erden wohnen, werden sich freuen über sie und wohlleben und Geschenke untereinander senden; denn diese zwei Propheten quälten die auf Erden wohnten. Und nach drei Tagen und einem halben fuhr in sie der Geist des Lebens von Gott, und sie traten auf ihre Füße; und eine große Furcht fiel über die, so sie sahen. Und sie hörten eine große Stimme von Himmel zu ihnen sagen: Steiget herauf! und sie stiegen auf in den Himmel in einer Wolke, und es sahen sie ihre Feinde.

      Das herbeizuführen ist niemandes Ziel (es sei denn durch Untätigkeit), es wird passieren, weil man nicht fähig ist, es abzuwenden.

      Die Form, welche man für die Menschheit gewählt hat, ist inadäquat, inadäquat aus Inkompetenz, und erzeugt selbst die Kontorsionen, welche sie aufsprengen werden.

      Die Frage ist eher, was danach kommt. Naja…

      • Mir scheint, Sie bleiben manchmal nicht ganz beim Thema. Erstens stört mich das „nur“, weil es schon deshalb bestritten kann, sofern die Offenbarungsvision etwas länger ist, als der von ihnen zitierte Abschnitt.
        Zweitens geht es weniger um die Sicht auf die Endzeit aus der rechten christlichen Sicht. Vielmehr geht es um die feststellbaren Narrative, und ihre faktische politische Wirksamkeit. Die endzeitlichen Evangelikalen, die auf die Wiederkehr Christi hinarbeiten, haben sicher mehr mit der jüdischen Endzeitvision gemein, denn mit der römischen Dogmatik zum Thema, dessen ungeachtet werden sie als Christen bei Nichtchristen wahrgenommen. Sicherlich ist es für viele Muslime auch nicht ausreichend, wenn es in jedem land bloß eine muslimische Diaspora gäbe, um die Prophezeiung von der weltweiten Verkündung zu erfüllen. Darauf kommt es aber nicht an. Es reicht wenn es Muslime geben kann, die die Erfüllung der Prophezeiung behaupten. Innerhalb des Judentums allerdings halte ich den Messianismus für eine leitende politische Idee, die unabhängig von der Haltung zu dem Staat Israel und unabhängig von dem Gottesbild des Einzelnen einigend wirkt. Denn wenn die messianische Zeit gebaut werden kann, dann ist es egal, ob der einzelne Jude Atheist, Sozialist, Okkultist oder gläubiger traditioneller Monotheist ist. Jeder kann prinzipiell behaupten am Heil der Welt mitzubauen oder auf die Zeit warten.

        Es ging mir bei dieser Zusammenschau auch in erster Linie darum, den Scheinwiderspruch zwischen Zionismus und Globalismus aufzulösen. Weniger sollte hier der der Interpretation zugängliche eschatologische Sinngehalt der heiligen Schrift seziert werden.

        • Mir sind diese Erzählungen durchaus bekannt, aber ich halte ich es für naiv anzunehmen, daß es bei ihnen lediglich um die Bemantelung von materiellen Interessen geht, in dem Sinne, daß WOHL jemand allein aus solchen Interessen heraus sein Seemannsgarn spinnen mag, aber daß sich diese Erzählungen von so jemandem nicht bändigen lassen, daß ihr Ursprung nicht in solchen Interessen liegt und daß sie sich auf Prozesse beziehen, welche völlig unabhängig von ihnen stattfinden WERDEN.

          Deshalb ist es mir letztlich egal, wer was denkt, wobei ich nun gerade die jüdische Erzählung, wie sie heute vorgetragen wird, nicht kenne, sondern nur die evangelikale und die schiitische, wenn dieser Film authentisch ist:

          http://www.youtube.com/watch?v=WwiadYT-N9k

          Zwei Sorgen sollte man haben. Erstens, daß man aufrichtig versucht zu verstehen und zweitens, daß man das Gebotene tut, nichts unterläßt und nichts zu viel tut.

          Wie gesagt, die strategischen Aspekte, die Intrigen interessieren mich nicht. Treue zu Gott ist das einzige, was zählt. Wer immer die Sache aus niederen Motiven vorantreibt, bewirkt nur, daß der göttliche Maßstab, die göttlichen Ansprüche über ihn kommen.

  • Lieber Manfred, Vielen Dank für diese Analyse.
    Jetzt verstehe ich auch, weshalb in meiner Stadt der Rabbiner, übrigens eine promovierter Mensch, bei der Grundsteinlegung der Moschee neben den üblichen (Un) Honoratioren mit in der Baugrube stand.

  • Hallo Manfred,

    Deine Analyse wirkt ueberzeugend. Ich wuerde nur qualifizieren, dass vermutlich vieles nicht bewusst ablaeuft, dass also juedische Amerikaner, die eine israelfeindliche Politik vertreten, sich selber einreden, ihre Politik sei im wahren Interesse Israels.

    Die Globalisierung mag sich auf der Zielgeraden befinden, aber sie aus juedischer Sicht bewirken sollte, dass Juden nicht mehr als Minderheit verfolgt werden, dann ist sie dabei grandios das Ziel zu verfehlen.

    Tatsaechliche Auswirkung ist ja die Aufloesung des modernen Staates und die Regression auf regionale und ethnische und kulturelle Zusammenhaenge. Das erhoeht das Gewaltpotential enorm und die juedischen Gemeinden sind ja jetzt schon haeufig Ziel dieser Gewalt.

    Saekularer Messianismus ist auch eine Form, die Realitaet zu leugnen/

    • …dass vermutlich vieles nicht bewusst ablaeuft, dass also juedische Amerikaner, die eine israelfeindliche Politik vertreten, sich selber einreden, ihre Politik sei im wahren Interesse Israels.

      Das glaube ich auch. Auch, dass hier Milchmädchenrechnungen aufgemacht werden.

      • Manfred,
        nach nochmaligem Nachdenken wuerde ich doch differenzieren:

        Die Ultraorthodoxen, die den Staat Israel ablehnen, haben den Erhalt des juedischen Volkes im Sinn. Dabei defininieren sie „juedisch“ so, dass ein souveraener Staat nicht in Frage kommt, ausser er wird vom Himmel ohne menschliches Zutun gestiftet.

        Linke Juden, die den Staat Israel ablehnen, moechten gleichzeitig das juedische Volk aufloesen. Weil der Zusammenhalt so stark ist, meinen sie, dass erst die Volksidee als solche und die Realitaet von halbwegs homogenen Bevoelkerungen im Westen aufgeloest werden muessen, um dieses Ziel zu erreichen. Die gleichen Personen unterstuetzen dagegen arabische Nationalbewegungen, allen voran die Palaestinenser, weil sie Feinde Israels sind. Die Aufloesung des Staates Israel ist das Ziel, die Aufloesung der Volksidee ist nur Mittel zum Zweck und wird daher nur angewandt, wo sie dem Ziel dienen kann. Die Geburtenraten in dieser Gruppe ist nach meinem Dafuerhalten sehr niedrig. Das wuerde zu meiner These des Selbstaufloesungswunsches passen.

        • Ich bin da ein bisschen skeptisch. Die Bolschewiki zum Beispiel vertraten eine Ideologie, wonach Völker keine Rolle spielen und sich im Kommunismus auflösen würden, und die Juden unter ihnen haben das sogar mit besonderer Inbrunst vertreten. Trotzdem war die russische KP ein Sammelbecken vor allem der nichtrussischen Völker des Imperiums (und Juden waren unter diesen wiederum besonders stark vertreten); der revolutionäre Elan richtete sich vor allem gegen Russen und gegen das, was das russische Volk ausmachte und zusammenhielt. Was ich damit sagen will, ist, dass eine antinationale Ideologie sich zwar theoretisch gegen das Konzept „Volk“ schlechthin richtet, faktisch aber Minderheiten zugutekommt und zu Lasten des jeweiligen Mehrheitsvolkes geht. Dabei muss das noch nicht einmal bewusste Täuschung sein, eher die ideologische Rationalisierung eines ethnischen Interesses. Einer wie Noam Chomsky zum Beispiel hat meines Wissens nie die Idee vertreten, dass das jüdische Volk sich auflösen sollte. Es mag sein, dass es linke Juden gibt, die es vertreten, aber ich habe nicht den Eindruck, dass sie sehr zahlreich sind. Jedenfalls habe ich von solchen Leuten noch nie gehört.

          • Ein Beispiel: http://beer7.wordpress.com/2008/04/10/alibijuden-shlomo-sand/
            Natuerlich hast Du Recht damit, dass Angriffe auf die Mehrheitsgesellschaft tendenziell der Minderheit zugute kommen.

            Die juedischen Bolschewiki arbeiteten jedoch aktiv mit daran, das juedische Kollektiv zu zerstoeren:

            „From December 1918 to August 1919, the teaching of Hebrew was banned, religious instruction in Judaism was forbidden, the Kehillot (an umbrella organization of Jewish communists) was suppressed and the leaders of those organizations were rounded up and imprisoned.“
            http://www.freerepublic.com/focus/f-religion/1937648/posts

          • Diese Bemühungen galten aber eher der jüdischen Religion, weniger dem Kollektiv schlechthin. In den zwanziger und dreißiger Jahren gab es in der Sowjetunion ein sehr ausgeprägtes und von der Partei gefördertes jüdisches Kulturleben.

          • Unter Stalin setzte dann eine starke Russifizierungspolitik und Ansiedlung von Russen in den jeweiligen Republiken ein die bis 1985 anhielt. Kann man in Statistiken nachlesen.

  • Die USA tun dies ausgerechnet in dem Moment, wo Israel durch den Schwenk der Türkei und die Atompolitik des Iran stärker gefährdet ist denn je; …

    Verfügt der Blogger hier über neue Informationen? Meines Wissens hat der Iran gerade kein militärisches Atomprogramm.

  • Wer sich tiefergehende Einblicke in wahrhafte oder vermeintliche Abhängigkeiten der US-Administration gegenüber einer wie auch immer gearteten „Jüdischen Lobby“ bzw. „Israel-Lobby“ innerhalb der USA verschaffen will – Stichwort: AIPAC , Stichwort: JStreet , Stichwort: ADL -, sollte sich zwei erst in jüngster Zeit gezeigte Fernsehdokumentationen nicht entgehen lassen. Sie stehen, soviel sei vorweggenommen, mittlerweile als Standardwerke zu obigen Thema allein auf weiter Flur.

    Zum einen wäre hier der in Zusammenarbeit mit dem SWR 2010 entstandene Fernsehfilm Die jüdische Lobby des deutsch-israelischen Filmemachers Uri Schneider zu nennen; zum anderen der Dokumentarfilm Defamation des israelischen Filmemachers Yoav Shamir zu erwähnen, die beide völlig unabhängig voneinander, doch sehr nahe an jüdische Machtzirkel in den USA gelangen konnten und deren -vor allen für uns Außenstehende und Nichtjuden(!)- nicht sichtbaren und im sich verborgenen abspielenden Einflussnahmen und Entscheidungsprozesse bezüglich der US-Politik in einer noch nie dagewesenen Art und Weise dokumnetieren konnten.

  • “Meines Wissens hat der Iran gerade kein militärisches Atomprogramm.”

    Ihr Wissen ist unvollständig.

    Das mag sein. Deswegen hatte ich ja gefragt, ob diesbezüglich der Blogger – oder vielleicht auch die Kommentatoren – neuere Informationen haben als ich. Wobei ich mich beispielsweise auf diesen ASR-Artikel vom 26.02.2012 beziehe…

    http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2012/02/wieso-diese-warnungen-vor-einem.html

    … in dem es heißt:

    Aber am meisten die Luft aus der ganzen Kriegshetze hat die CIA zusammen mit den anderen 15 US-Geheimdiensten genommen. In ihrer neuesten Beurteilung haben sie gemeinsam gesagt, sie halten an der Meinung zu der sie 2007 gekommen sind fest, der Iran hat sein Atomwaffenprogramm 2003 aufgegeben. Es gebe keine Beweise, der Iran würde eine Atombombe bauen.

    In einer Senatsanhörung am 31. Januar sagte der Direktor der nationalen Geheimdienste, James R. Clapper Jr., ausdrücklich, es gibt keinen Beweis, der Iran hätte die Entscheidung getroffen, eine Atomwaffe zu bauen. CIA Direktor David H. Petraeus stimmte an der gleichen Sitzung dieser Aussage zu. Auch Verteidigungsminister Leon E. Panetta hat ähnliche Aussagen bei Fernsehauftritte gemacht.

    Damit bestätigen sie was auch die iranische Führung ständig von sich gibt, sie haben kein Interesse an Atomwaffen. Ayatollah Ali Khamenei, der oberste geistliche Führer des Landes, sagte sogar, der Iran strebe nicht danach, denn das wäre „eine Sünde“. Das Vorgehen des Westens hätte sowieso andere Motive, es gehe darum die Unabhängigkeit des Iran zu zerstören und eine Marionettenregierung zu installieren.

    Es sieht so aus, wie wenn die Verantwortlichen in der Regierung, dem Militär und in den Geheimdiensten in Washington genau wissen, der Iran hat kein Atomwaffenprogramm, sondern will einfach nur Strom aus Atomkraftwerken produzieren. Der Iran will alle Energieressourcen ausnutzen, denn der Bedarf ist bei 75 Millionen Einwohner sehr hoch. Wasserkraft ist mit 500 Dämmen schon voll ausgenutzt.

    Hier weiterlesen: Alles Schall und Rauch: Wieso diese Warnungen vor einem Irankrieg? http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2012/02/wieso-diese-warnungen-vor-einem.html#ixzz23AzUyHUa

    Nun mag man ja an ASR als Quelle seine Zweifel haben … und vielleicht sind die auch berechtigt. Aber im Artikel werden die Stimmen bzw. Aussagen von US-Offiziellen zitiert, die ja nun nicht gerade zur Truppe der Büroboten im Weißen Haus gehören. Von daher hatte ich diesen Aussagen schon Glauben geschenkt.

    • Zunächst mal ist ASR unabhängig von seiner fraglichen Seriösität keine zitierfähige Primärquelle.
      Zu den Fakten:
      1. Es gibt überhaupt keinen Beleg dafür, daß es ein Fatwa der Schiiten zur Frage der MVWs (oder gar ihrer Ablehnung gibt. Die Behauptung dazu ist einfach unwahr.

      2. „es gibt keinen Beweis, der Iran hätte die Entscheidung getroffen, eine Atomwaffe zu bauen“ ist keine Aussage darüber ob der Iran an Atomwaffen forscht. Es gibt im Gegenteil zahlreiche Veröffentlichungen des CIA (und einem Haufen anderer damit befaßter Organisationen) in denen nachgewiesen worden ist, daß es äußerst umfangreiche Vorkehrungen in industrieller Größenordnung gibt, die sich eben NUR durch die Entwicklung von Atomwaffen erklären lassen.
      Die zitierte Entscheidung ist eine Entscheidung im politischen Bereich, die hier irrelevant ist. Ihre Behauptung bezog sich nicht auf eine politische Entscheidung (die sich im übrigen auch durch eine Unzahl von Veröffentlichungen so gut wie jeden wichtigen iranischen Politikers belegen ließe) sondern auf die Existenz eines „militärischen Atomprogramms“ dessen Nichtkenntnis einzig und allein IHR Problem ist.
      Die Tatsache eines solchen Programms kann als gesicherte Erkenntnis gelten und dies umso mehr als der Iran auf einer ganzen Reihe von Konferenzen in allen möglichen Städten dieser Welt (Moskau, Istanbul, Bagdad) exakt darüber verhandelt.

      • … sondern auf die Existenz eines “militärischen Atomprogramms” dessen Nichtkenntnis einzig und allein IHR Problem ist.

        Ja, in der Tat … das ist MEIN Problem, denn irgendwie habe ich trotz ihrer dankenswerten Antwort noch nicht wirklich den Eindruck gewonnen, daß beispielsweise ihr nachfolgender Satz:

        Die Tatsache eines solchen Programms kann als gesicherte Erkenntnis gelten und dies umso mehr als der Iran auf einer ganzen Reihe von Konferenzen in allen möglichen Städten dieser Welt (Moskau, Istanbul, Bagdad) exakt darüber verhandelt.

        … eine, wie Sie es ausdrückten, zitierfähige Primärquelle ist. Oder darf ich ihre Aussage so verstehen, daß Sie sich selber als ‚zitierfähige Primärquelle‘ betrachten?

        Aber wie auch immer: Die Aussage des Bloggers, auf die ich mich bezog, behauptete eine stärkere Gefährdung Israels durch ‚den Schwenk der Türkei und die Atompolitik des Iran‘. Wenn der Iran, wie Sie, wenn ich das richtig verstanden habe, aber sehr wohl an einer Atombombe forscht, während er die Bestrebungen eine Atombombe zu bauen eingestellt hat, dann kann ich zumindest keine stärkere Gefährdung Israels erkennen als sie seit wenigstens 20 Jahren besteht.

        Und auch dieser Teil ihrer Antwort…

        Es gibt im Gegenteil zahlreiche Veröffentlichungen des CIA (und einem Haufen anderer damit befaßter Organisationen) in denen nachgewiesen worden ist, daß es äußerst umfangreiche Vorkehrungen in industrieller Größenordnung gibt, die sich eben NUR durch die Entwicklung von Atomwaffen erklären lassen.

        … läßt mich zugegebenermaßen etwas ratlos zurück, denn ich kenne leider keine einzige dieser zahlreichen Veröffentlichungen – die ich keineswegs bezweifeln will – … daher eben auch meine diesbezügliche Skepsis.

        Aber da Sie es nach meinem Eindruck so darstellen, als ob diese Veröffentlichung bzw. deren Kenntnis eigentlich Allgemeingut sind, möchte ich doch vielleicht noch eine Frage an die anderen Kommentatoren richten: Sind Ihnen allen diese zahlreichen Veröffentlichungen, von denen Kommentator L spricht, bekannt? Ja? Gut, könnte mir dann vielleicht irgendjemand mit einem Link zu wenigstens einigen dieser Veröffentlichungen weiterhelfen? Danke im voraus für ihre Mühe.

        Ach, und eine kleine Frage zum Abschluß vielleicht noch: Wie lange ‚forscht‘ der Iran jetzt eigentlich schon an Atomwaffen? Die USA haben es vor über 70 Jahren doch angeblich in einem halben Dutzend Jahren geschafft eine Atombombe nicht nur zu ‚erforschen‘, sondern auch zu bauen. Und einzusetzen. Und heute, 67 Jahre nach dem ersten Einsatz einer Atombombe, schafft der Iran es in … einem Dutzend? Jahren (oder noch mehr??) nicht, auch nur eine kleine Atombombe zu ‚entwickeln‘? Oder habe ich das schon wieder falsch verstanden und sie wurde zwar entwickelt, aber nicht gebaut? Also irgendwie finde ich das einfach nicht soo bedrohlich, daß ich daraus eine existentielle Gefährdung Israels ableiten könnte, die wesentlich über das Maß hinausginge, in dem dieser Staat seit Jahrzehnten gefährdet ist.

      • L.,

        bitte zurücklehnen und die Krawatte lockern, es besteht kein Grund zur Gereiztheit.

        Leser,

        Ob der Iran Atomwaffen baut, weiß niemand mit Bestimmtheit. Nur ergibt seine Politik, 1. Trägerraketen mit großer Reichweite zu entwickeln, 2. einen Verdacht im Raum stehen zu lassen, der für ihn tödlich sein könnte, ohne wenigstens den Versuch zu machen, ihn substaziell und nicht nur durch Dementis zu entkräften, 3. keinen Preis für den Verzicht auf Atomwaffen aufzurufen, m.E. nur unter der Voraussetzung Sinn, dass er es tatsächlich auf den Bau von Atomwaffen anlegt. Die gegenläufigen Behauptungen von US-Politikern sind so merkwürdig wie der NIE-Bericht von 2007.

        Ich verweise zum Thema „Iranisches Atomwaffenprogramm nochmals (wie schon im Text) auf meinen Artikel: http://korrektheiten.com/2007/12/07/viel-larm-um-nichts/

        • Bin nicht gereizt.
          Ihre Frage von 2007 „Ab welchem Ölpreis steht das Existenzrecht Israels zur Disposition?“ stellt sich überhaupt nicht mehr.
          Schon jetzt ist Israel das einzige stabile Land im Nahen Osten. Die muslimischen Länder zerfallen schneller als man zusehen kann. Ägypten wird noch in diesem Jahrzehnt seine Somalisierung erleben.
          Aber viel wichtiger :
          Mit dem Schiefergas und dem Öl-Peak in Saudi-Arabien wird dieses Land sich bald – in 20-40 Jahren – wieder auf den Status des Tschad zuentwickeln. Gleiches gilt für den Iran und die Iraner werden am Ende feststellen, daß sie ihr Öl nicht verkauft haben, als man noch was dafür bekam. Die Wirtschaft des Iran ist ja im völligen Niedergang, weil sie alles was sie haben in die Atomtechnologie investieren – und genau das bringt ihnen die Sanktionen ein.

          In http://bit.ly/NoADB1 (Neue Perspektiven durch Schiefergas – Wirtschaftswoche No 32 (PDF) ) und http://bit.ly/RGXADW (Schiefergas – die unkonventionelle Energiebonanza – The Economist.pdf) wird gezeigt, daß im Kern schon jetzt die USA und in absehbarer Zeit auch Europa völlig unabhängig von den Arabern sind. In http://www.science-skeptical.de/blog/die-energiewende-ist-schon-gescheitert/006460/ heißt es (in eigentlich einem ganz anderen Zusammenhang): „Das Beste am billigen Gas sind jene, denen es Kummer macht. Die Russen und die Iraner hassen es, weil sie glaubten, daß sie den Gasmarkt in den kommenden Dekaden kontrollieren würden.“

          Und bald werden Israel/Zypern/Griechenland bedeutende Gasanbieter sein. In 20 Jahren (spätestens) wird es keine US-amerikanischen Kriegsschiffe mehr im persischen Golf geben und nur noch Eingeweihte werden wissen wo der Meerenge von Hormuz liegt und wie schmal die ist.

          Einige der größten Schiefergasvorkommen liegen in der VR-China. In frühestens10 eher 20 Jahren werden die Iraner ihren Krempel noch nicht mal mehr an China verkaufen können. Keiner mehr wird sich für die Mullahs einsetzen.

        • Danke für den Hinweis auf den früheren Artikel. Ich kannte ihn nicht. Oder ich kannte ihn nicht mehr (also irgendwann mal gelesen, aber dann wieder vergessen). Und ja, es ist sicher richtig, daß man aus der Existenz bestimmter Teile auf die Ganzheit schließen kann, die sich aus diesen Teilen einmal konstituieren soll. Auch dieser Artikel…

          http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_11/LP23011_071211.pdf

          … spricht vom ‚Krieg gegen das Atomprogramm‘, das nach Angaben der schon früher genannten Geheimdienste, zumindest was den Bau der Bombe betrifft, ja gar nicht (mehr) existiert. Aber auch wenn beispielsweise der Mossad einen ziemlich legendären Ruf hat, glaube ich nicht, daß er allein zu diesen Taten in der Lage war.

          Wenn er das nicht war, muß er Helfer gehabt haben – unter ausländischen Diensten ‚befreundeter‘ Staaten. Das dürften dann nach Lage der politischen – und finanziellen – Machtverhältnisse wohl vor allem der CIA und MI 6 gewesen sein. Aber in diesem Fall haben sie zur Informationsgewinnung nicht nur die Möglichkeit iranische Telefongespräche abzuhören, sondern können Quellen im Land selber anzapfen. Zudem wird für mich die Lage nur noch verwirrender, denn wenn die Dienste einerseits in einem offiziellen Senatshearing ein iranisches Atombombenbauprogramm negieren, es andererseits aber aktiv bekämpfen, dann … paßt etwas nicht ganz zusammen.

          Mein Einspruch bezog sich aber im Prinzip nur auf eine Darstellung, die jetzt eine besondere Gefährdung Israels behauptet und basierend auf dieser Behauptung dann ein orientierendes Bild entwickeln will. Ich für meinen Teil kann auf beiden Seiten nur eher Widersprüchliches erkennen, denn wie paßt beispielsweise die Lieferung deutscher U-Boote neuester Technologie an Israel – zu … ‚ausgesprochen günstigen‘ Konditionen – ins Bild einer Politik, die Israel angeblich preisgeben will?

          Ich meine, wir sollten doch bitte einfach nicht vergessen, daß der Iran – mutmaßlich – etwas haben möchte … was Israel aber schon längst hat. Sie haben – wiederum mutmaßlich – wenigstens 200 atomare Sprengköpfe, und mit den U-Booten auf jeden Fall nicht nur eine sichere Erst- sondern auch eine sichere Zweitschlagskapazität. Und ich persönlich glaube nicht, daß der gegenwärtige Iran einen atomaren Schlagabtausch führen möchte. Das würde mMn nur in die Frühphase eines sich gerade etabliert habenden extremen Systems passen (diese Art von Selbstmordoption) … oder aber in die gerontokratische Phase eines untergehenden Systems (siehe UdSSR und SS 20). Den Iran sehe ich aber eher als unsympathisches, aber relativ stabiles System.

          Zudem fehlen uns als Deutschen – aufgrund unseres verinnerlichten Helotenbewußtseins – aber mittlerweile einfach bestimmte psychische Voraussetzungen, um eine Psychologie nachvollziehen zu können, die sich nicht damit abfinden will einfach nur fett und konsumgeil zu sein, sondern eben einen Anspruch auf Selbstachtung hat, zu dem wir, wie gesagt, keinen Zugang mehr haben. Und eben deshalb nach einem ebenbürtigen atomaren Abschreckungspotential wie Israel strebt, ohne die sofortige Auslöschung des Staates anzustreben, sobald man technologisch dazu in der Lage ist. Denn auch die Iraner wissen doch, daß sie in einem solchen Fall eben wirklich Geschichte wären. Komplett. Und mutmaßlich nicht nur sie.

          Vielleicht benötigen aber auch beide Kulturen – jüdische und muslimische – diese Erfahrung extremer Spannung über einen sehr langen Zeitraum, um eine psychologische Lösung aus der Klammer der Religion zu erreichen, ohne daß dies in ihrer bewußten Absicht läge. Wir haben uns beispielsweise daran gewöhnt Juden letztlich eben doch immer als durch die Religion definiert zu sehen. Solange und soweit dies der Fall ist, sind sie aber (noch) gar kein Volk, insofern ein Volk durch die Gebundenheit an das Empfinden einer gemeinsamen (kollektiven) Erfahrung definiert ist – die Juden bisher aber die Funktion einer Vorstellung (ihrer Religion nämlich) waren. Entsprechendes gälte natürlich auch für den zwar geschichtlich wesentlich jüngeren, in seiner grundsätzlichen Problematik (Vorstellung versus Erfahrung!) aber dem Judentum ähnlichen Islam.

  • Galgenberg

    Blödem Volke unverständlich
    treiben wir des Lebens Spiel.
    Gerade das was unabwendlich,
    fruchtet unserm Spott als Ziel.

    Magst es Kinder-Rache nennen
    an des Daseins tiefem Ernst;
    wirst das Leben besser kennen,
    wenn du uns verstehen lernst.

    Christian Morgenstern

  • Parsifal
    Gerade ging auf ARTE in einer Übetragung aus Bayreuth der erste Aufzug von Wagners „Parsifal“ in einer Inszenierung von Stefan Herheim zu Ende. Eine lächerliche Mixtur aus Wahnfried-Soap und sexualisierter, zwanghafter Präsentation schuldbeladener deutscher Geschichte mit singend in den Weltkrieg ziehenden deutschen Rittern. Der zweite und dritte Aufzug dieser Inszenierung von 2008 wird weiter alle Versatzstücke theatralischer deutscher Selbstbezichtigung abnudeln. Da war die Schlingensief – Inszenierung auch nicht abartiger.

    • Aufzug 2 und 3 von Wagners „Bühnenweihfestspiel“ konnten 1 noch steigern. Primitives Agitprop. Wie muß es im Kopf eines Inszenierers wie Herheim aussehen? Parsifal als Matrix für wirre, einschlägige Geschichtsdeutung. Zurecht war die Projektion von Wagners Totenmaske eines der Schlußbilder.

  • Nicht schlecht, Herr Klein-Hartlage. Ihre Diagnose ist noch nicht ganz 6 Wochen Wochen alt, da wird sie schon von der Wirklichkeit eingeholt.

    Zitat:

    „Iran’s President Mahmoud Ahmadinejad has been vilified in the Western media for daring to imagine “a world without Israel.”

    But according to news reports, Henry Kissinger and sixteen American intelligence agencies agree that in the near future, Israel will no longer exist.

    The New York Post quotes Kissinger “word for word”: In 10 years, there will be no more Israel.“

    http://fromthetrenchesworldreport.com/kissinger-us-intelligence-community-endorse-world-without-israel/22680/

  • Ich bringe hier mal das vollständige Zitat aus der New York Post:

    „…Henry KISSINGER. Former secretary of state. Current savant of the state of the world. Do not argue with Mr. Kissinger’s know-how. He already knows how.

    Middle East horror. Democratic party dissing Jerusalem. DC’s anti-Israel mentality. Obama, busy raising re-election funds, no time for beleaguered Netanyahu. The Oval Office attitude versus the Red Line. Iran’s oath to destroy our only friend in that part of the world.

    Reported to me, Henry Kissinger has stated — and I quote the statement word for word: “In 10 years, there will be no more Israel.”

    http://www.nypost.com/p/pagesix/cindy_adams/no_more_israel_h4kjPIab5EtBjAxsWoFYoO?utm_campaign=OutbrainA&utm_source=OutbrainArticlepages&obref=obinsite

    Das ist doch reine Stimmungsmache im jetztigen Wahlkampf für den Netanyahu-Freund Romney. Man sollte auch bedenken, dass die New York sehr pro Israel ist Dieses angebliche Äusserung nehme ich genauso wenig ernst, als wenn es Marc Pitzke, SpOn berichtet hätte, oder in der TAT stände.

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