Non veni pacem mittere sed gladium. (Mt 10,34)
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[Zur Reaktion auf das Beschneidungsurteil des Landgerichts Köln. Übernommen mit geringfügigen redaktionellen Änderungen von „Vaterland“ (Autorin: Judith):

Der Schweizer Geschäftsmann und jüdisch orthodoxe Multimillionär Edi Gast hat die Gründung eines Fonds zum Kampf gegen das Beschneidungsurteil des Landgerichts Köln [ Az.: 151 Ns 169/11], bekannt gegeben.  Wie das weltgrößte Online-Portal für ultraorthodoxes Judentum, Behadrei Hareidim, berichtet, sollen aus dem von Edi Gast eingerichteten Fonds Aktivitäten von Rechtsanwälten und Lobbyisten im europäischen Parlament und der Europäischen Union bezahlt werden – außer den 10 Millionen, die Gast  in den Fonds einbringt, kommen weitere geldschwere Spenden aus den USA und Israel. [Die Kölner Richter urteilten, die Beschneidung eines Kindes aus rein religiösen Gründen sei eine strafbare Körperverletzung und verstoße gegen das Menschenrecht auf körperlichen Unversehrtheit nach Artikel 2 des GG].

DITIB und European Jewish Parliament ziehen an einem Strang

Gegen das Beschneidungsurteil: DITIBGegen das Beschneidungsurteil: European Jewish Parliament

Und nicht nur wurde ein millionenschwerer Fond aufgelegt:  Zusammen mit Prof. Ali DERE, dem Vorstandsvorsitzenden des DITIB-Dachverbands, trafen sich Anfang Juli verschiedene Vertreter der muslimischen und jüdischen Glaubensgemeinschaften Europas mit weiteren Akteuren in Brüssel.  Mit dabei: Herr Joël Rubinfeld, Co-Präsident des Europäischen Jüdischen Parlament [konstituierte sich im Februar dieses Jahres und fördert und vertritt die jüdischen Interessen in der EU].  Alle zusammen verfassten ein Statement, in dem sie das Beschneidungsurteil u.a. als Affront ihrer religiösen Rechte, Eltern- und  Menschenrechte anprangerten.

Beschneidungsurteil: Worum geht es?

Damit keine Legenden in die Welt gesetzt werden: Es geht in dem Kölner Beschneidungsurteil gar  nicht um die Verhinderung religiöser Traditionen, geschweige denn um einen “Angriff auf jüdisches Leben” wie der ZDJ einmal mehr faktenbefreit rumkrakeelt.  Zudem gibt es kein ”Elternrecht” auf die religiös determinierte Verstümmelung der eigenen Kinder. Das Gerichtsurteil untersagt die zwangsweise Abtrennung der Vorhaut bei Buben vor dem vierzehnten Lebensjahr. Ab dem 14 Lebensjahr gelten Menschen als religionsmündig und können dann selbstständig entscheiden. Das Urteil des Kölner Landgericht fußt auf der Erkenntnis, dass sich eine Beschneidung nicht rückgängig machen, aber sehr wohl nachholen lässt. Das unterscheidet sie auch signifikant von der christlichen Tradition der Taufe. Letztere ist kein operativer Eingriff, verletzt also nicht das Recht auf körperliche Unversehrtheit und ist zudem reversibel.

Darum stellt sich die Frage, warum Edi Gast, amerikanische und israelische Spender, die DITIB und das Europäische Jüdische Parlament mit seinen Vertretern Ali DERE und  Joël Rubinfeld so massiv gegen das Beschneidungsurteil aufrüsten. Fürchten sie, dass 14-jährige moslemische und jüdische  Jungs die Beschneidung mehrheitlich ablehnen werden? Haben sie so wenig Vertrauen in die Bindekraft ihrer Religionen?

[Ich vermute eher, sie haben Angst, dass das Urteil Moslems effektiv davon abhalten könnte, sich in Deutschland niederzulassen. MKH]

 

40 Antworten auf Beschneidungsurteil: Jüdische und muslimische Organisationen machen mobil

  • Es hat schon etwas schamlos Verlogenes, wenn in einer Gesellschaft, in der jährlich seit Jahrzehnten fast 150.000 Kinder im Mutterleib getötet werden (rechtlich straffrei gestellt und größtenteils bezahlt von den gesetzlichen Krankenkassen), in einer Gesellschaft, in der ein Viertel aller Frauen lebenslang gewollt kinderlos bleiben, in einer Gesellschaft, die auf widerlichste Weise, um des Profits und der Ideologie willen, bereits die Jüngsten täglich mit einer viehischen Sexualität konfrontiert, wenn in einer derart amoralisch, verrotteten Gesellschaft RichterINNEN begründend das „Kindeswohl“ überhaupt in den Mund zu nehmen wagen.

  • Herr Mogel!

    Wissen Sie überhaupt WIE beleidigend es ist … ‚RichterINNEN‘ zu schreiben – statt ‚Richter_innen‘? Sie schließen damit sämtliche möglichen, und damit meine ich selbstredend auch die zukünftig vielleicht erst noch entdeckt werdenden, sexuellen Identitäten in der BRD-Richterschaft aus!! Können Sie das mit ihrem Gewissen vereinbaren?? DAS sind die wahren Probleme dieses Landes … nicht die von ihnen erwähnten Abtreibungen/Kindstötungen – das sind doch nur … Petitessen. 😥

  • in der ein Viertel aller Frauen lebenslang gewollt kinderlos bleiben, in einer Gesellschaft, die auf widerlichste Weise, um des Profits und der Ideologie willen, bereits die Jüngsten täglich mit einer viehischen Sexualität konfrontiert, wenn in einer derart amoralisch, verrotteten Gesellschaft …

    Ihnen als Mitglied des Swiss Puritan Clubs muss es doch aufgefallen sein, dass Sexualität stets viehisch ist und viehisch sein etwas Anderes darstellt, als amoralisch zu sein. Es wiederum besonders amoralisch ist, Frauen zu Legebatterien umfunktionieren zu wollen, was in etwa das genaue Gegenteil von gewollter Kinderlosigkeit darstellt, ein Gebährzwang.

    Besonder viehisch und widerlich ist es, kleinen Buben im Windschatten religiöser Tradition das Zupferl zu verstümmeln oder gar Menschen zu opfern. Wenn religiöse Handlungen gegenüber anderen privelligiert werden und dadurch „Staatsbürgerrechte“ negiert werden, weil über ihnen ziemlich grausame, religiöse Rituale „tronen.“

  • Ich habe bereits in verschiedenen Blogs meine Zustimmung zu dem Urteil des Kölner Landgerichts ausgesprochen. Necla Kelek hat in ihrem Buch „Die verlorenen Söhne“ die Barbarei beschrieben um die es dabei geht (…4 Männer hielten ihn, ein vierjähriges Kind fest… man hatte ihm einen Stofflappen zwischen die Zähne geschoben…es dauerte 3 Wochen bis er wieder schmerzfrei zur Toilette gehen konnte). Man muß nicht Psychologie studiert haben um zu schlußfolgern, daß die Gewalt, die wir auf unseren Straßen beobachten mit diesen traumatischen Erlebnissen zusammenhängen. Dem Jungen wird beigebracht, daß andere über seinen Körper verfügen können und daß er erst dann „ein Mann“ ist und „dazu gehört“.
    Der zweite Aspekt dieser Angelegenheit ist die Reaktion der jüdischen Verbände. Hat man dort keine PR-Berater? Begreift denn keiner, welch VERHEERENDER Eindruck in der deutschen Öffentlichkeit entsteht, wenn sich Juden auf die Seite der Muslime stellen und auch in Fernsehrunden optisch zu sammen sitzen ( die und wir)? Jüdischen Pressesprechern und Öffentlichkeitsbeauftragten kann es doch unmöglich entgangen sein, daß selbst in der TAZ kommentiert wird, daß man glaubt, man sei auf PI. Warum ist es dort unmöglich zu begreifen, daß diese Gesellschaft Probleme mit islamischen Migranten hat, daß diese Migranten zu Gewalt neigen und diese Gewalt Ursachen hat? Warum gibt es keine Solidarität ?

    • Also ich für meinen Teil kann es nur begrüßen, wenn die Aktionen und/oder Reaktionen der jüdischen Verbände dazu führen sollten, daß die Deutschen in der BRD sich vielleicht mal zumindest teilweise aus ihrer mittlerweile jahrzehntealten, völlig unreflektierten Unterwürfigkeit frei machen können. Vielleicht klappt dann ja endlich auch mal dieses Wir-haben-die-Juden-umgebracht-Mem zusammen, daß jede andere Überlegung erstickt, bevor sie aufkommen könnte. Wer ist beispielsweise dieses ‚Wir‘? Meint dieses ‚Wir‘: Wir … die wir in einer Volksabstimmung mit … sagen wir 78% Ja-Stimmen dafür gestimmt haben, Juden zu vergasen?? Ach was … die hats gar nicht gegeben, diese Volksabstimmung? Ja, das ist jetzt aber komisch … wieso haben denn dann wir ‚die Juden vergast‘?? Ich meine, man kommt ja nicht mal mit den einfachsten Fragen noch an das Bewußtsein der Leute ran, so trainiert sind sie, sich mit den Mauern zu identifizieren, die andere um sie herum gebaut haben…

  • In der Asiatimes hat der Kommentator Sprengler alias David P. Goldman sich in unglaublicher Weise zu diesem Urteil geäussert.
    http://www.atimes.com/atimes/Global_Economy/NG03Dj02.html

    Der Kommentar endet mit einer unverhüllten Drohung:

    „…You no longer have the power to destroy us, but you yet may destroy yourselves. We, the Eternal People, who have seen so many good things disappear from under the sun, will view this with sadness.““

    Diesen Kommentar muss man gelesen haben, um zu verstehen, was unsere „Freunde“ in Wirklichkeit über uns denken, und wie weit es mit der „Versöhnung“ gekommen ist.

    • Bei näherem Hinsehen sind Goldmanns Drohungen nicht viel mehr als mystisches Gefasel. Trotzdem – oder gerade deshalb – ist es bestürzend: nicht nur, zu was für einem Maß an idiotischem Geschwurbel sich ein sonst aufgeräumter Kopf hinreißen lässt, sondern vor allem wegen des krassen Missverhältnisses von Anlass und Reaktion. Ich habe da ein Déjà-vu-Erlebnis: Dasselbe hatten wir vor einem guten Jahr mit Lawrence Austers Reaktion darauf, dass die Deutschen sich nicht hinreichend für die Ermordung Bin Ladens begeisterten:

      http://korrektheiten.com/2011/05/09/aus-deutscher-perspektive-eine-antwort-auf-lawrence-auster/

      Dieselbe Maßlosigkeit. Offenbar genügt der nichtigste Anlass, um einen manischen Deutschenhass zu entfesseln.

    • …/atimes/Global_Economy/NG03Dj02.html

      „Global Economy“?

      Was haben Beschneidungen denn mit globaler Wirtschaft zu tun?
      Weil der freie Handel an Arbeitnehmern eingeschränkt wird?
      Oder ist das als Einleitung eines Boykotts gedacht?

  • Idiotenrepublik: abschneiden, rausschneiden, ausweiden für die Götter

    Blut für die Götter

  • Das GRUNDGESETZ der BRD sollte dafür sorgen das zum Beispiel „Medizin ohne Menschlichkeit“ ( Autor: Alexander Mitscherlich) in Deutschland nie wieder möglich ist. Nun geben sich Ärzte dafür her, völlig sinnfreie Schmerz- und Risikobehaftete Eingriffe am lebendem unbetäubten Kindern vorzunehmen. „Doktor“ Mengele läßt grüssen.

  • Der medizinisch-juristische Rahmen:

    „…
    Kinderrecht vs. Elternrecht

    Viele Kritiker werfen den Richtern vor, bei ihrer Abwägung das Elternrecht und die Religionsfreiheit gegenüber dem Recht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit nicht ausreichend berücksichtigt zu haben. Diese Kritik zeugt von Unkenntnis: In Juristenkreisen wurde dieses Thema in den letzten Jahren ausführlich diskutiert, und zwar sowohl von Gegnern als auch von Verteidigern der religiösen Beschneidung. Dabei hat sich die Auffassung durchgesetzt, dass es sich bei der Beschneidung nicht einwilligungsfähiger Kinder ohne medizinische Notwendigkeit in der Tat um Körperverletzung handelt. Wer will, kann sich dazu den 40-seitigen Artikel des Strafrechtlers Dr. Holm Putzke durchlesen, der die Diskussion 2008 angestoßen hat und in dem das Thema sehr umfassend und ausführlich abgehandelt wird. Darin werden auch praktisch alle – zumindest juristisch relevanten – Einwände, die jetzt gegen das Kölner Urteil vorgebracht werden, erörtert und entkräftet.

    Natürlich haben die Richter am Kölner Landgericht bei ihrem Urteil das Recht des Kindes und das der Eltern gegeneinander abgewogen. Dabei geht es um das Recht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit auf der einen Seite (Art. 2 (2) GG) und das Recht der Eltern auf Religionsfreiheit (Art. 4 GG) und das Erziehungsrecht der Eltern (Art. 6 (2) GG).

    Die Religionsfreiheit entbindet allerdings nicht von den staatsbürgerlichen Pflichten (Art. 140 GG i.V.m. Art. 136 (1) WRV), d.h. hier: von der Pflicht, seinen Mitmenschen keine Körperverletzung zuzufügen (§ 223 StGB). Vielmehr muss sich die Religionsausübung im Rahmen der für alle geltenden Gesetze bewegen. Deshalb kann, wenn die Beschneidung die Tatbestandsmerkmale der Körperverletzung erfüllt, die Religionsfreiheit nicht zur Rechtfertigung angeführt werden. Dies ist bei jedem anderen Thema auch gesellschaftlicher Konsens, wenn es z.B. um die Beschneidung vom Mädchen, „Ehrenmorde“, Zwangsheiraten oder die körperliche Züchtigung der eigenen Kinder unter Berufung auf die Bibel geht. Ebenso wenig können sich Zeugen Jehovas auf die Religionsfreiheit und das Elternrecht berufen, um die Verabreichung lebensnotwendiger Bluttransfusionen an ihr Kind zu verhindern. …

    Das Wohl des Kindes geht vor

    Was das Elternrecht angeht, so deckt dieses nur Erziehungsmaßnahmen, die dem Wohl des Kindes dienen (§ 1627 BGB). Weiterhin hat das Kind das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung ohne körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und anderer entwürdigende Maßnahmen (§ 1631 (2) BGB „Inhalt und Grenzen der Personensorge“). Außerdem hat Deutschland die UN-Kinderrechtskonvention unterzeichnet, der zufolge „überlieferte Bräuche, die für die Gesundheit der Kinder schädlich sind, abzuschaffen“ sind (Art. 24 (3) des Übereinkommens über die Rechte des Kindes). Außerdem ist der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zu beachten, und die Kölner Richter fanden es unverhältnismäßig, dass die Beschneidung dem Kind ein dauerhaftes und irreparables sichtbares Zeichen der Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft verpasst und damit dem Interesse des Kindes zuwiderläuft, das sich später unter Umständen gegen diese Religion entscheidet. Vielmehr hält das Gericht es den Eltern für zumutbar, mit der Beschneidung abzuwarten, bis das mündige Kind diese Entscheidung selber treffen kann.

    Fazit: Wer behauptet, das Landgericht Köln hätte „eindimensional“ entschieden oder die Religionsfreiheit und das Elternrecht nicht ausreichend gewürdigt, der hat sich offenbar mit der juristischen Argumentation nicht auseinandergesetzt, zumindest vertritt er eine Mindermeinung.

    Von daher geht auch die Kritik ins Leere, das Kölner Urteil sorge für „Rechtsunsicherheit“. Rechtsunsicherheit gab es vorher, denn die herrschende juristische Meinung beurteilte die religiöse Beschneidung als Körperverletzung, es gab aber kein Urteil dazu. Nach dem Kölner Urteil kann praktisch kein seriöser Arzt mehr Beschneidungen ohne medizinische Notwendigkeit vornehmen. Zwar ist die Frage noch nicht abschließend entschieden, die Rechtssicherheit hat sich aber durch das Urteil verbessert.

    Einschränkung der Religionsausübung

    Nachvollziehbarerweise empfinden Juden und Muslime das Urteil als Einschränkung der Religionsfreiheit – genauer müsste man aber wohl von einer Einschränkung der Religionsausübung sprechen, denn die Religionsfreiheit erstreckt sich nur auf gesetzlich zulässige Handlungen. Das Urteil richtet sich aber nicht gegen die Religionsausübung als solche, auch nicht gegen die Beschneidung an sich, sondern hält lediglich die Beschneidung nicht einwilligungsfähiger Kinder für unverhältnismäßig. Zwar wird die Religionsausübung eingeschränkt, dies geschieht aber, um einem höherrangigen Recht Geltung zu verschaffen, nämlich dem Recht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit. Man muss dies nicht mögen, es ist aber nicht zu beanstanden.

    Und wer das Strafrecht nicht als „triftigen Grund“ für eine Verschiebung der Beschneidung anerkennen will, der kann von einem Rechtsstaat kaum Verständnis oder gar Entgegenkommen erwarten.

    Das Ende der Integration?

    Der integrationspolitische Sprecher der FDP, Serkan Tören, kritisierte: „Sollte die Beschneidung aus religiösen Gründen in Deutschland verboten sein, kann sich das Land jede weitere Integrationspolitik sparen“. Unter Integration versteht man allerdings üblicherweise, dass diejenigen, die in ein Land kommen, ihr Verhalten an die dort geltenden Gesetze anpassen, und nicht, dass die Gesetze an das Verhalten von Einwanderern angepasst werden. Jedenfalls nicht, wenn es um Körperverletzung an nicht einwilligungsfähigen Kindern aus religiösen Gründen geht, ebenso wenig wie dies bei „Ehrenmorden“, Zwangsheiraten oder der Genitalverstümmelung an Mädchen getan wird.

    Das Recht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit hat allerdings Verfassungsrang und es gibt keine Ausnahmen für Körperverletzung aus „Gründen des Herkommens und der gesellschaftlichen Akzeptanz“. Und es sollte auch keine geben.

    Quelle: http://hpd.de/node/13684

    Im Zuge der weiteren Entwicklung, was die Frage des Grundrechts auf körperliche Unversehrtheit hier im Land anbelangt, sollten wir über Lobbyismus, Interessenverbände/-gruppen, Pressure Groups, Ingroups, Outgroups, Hegemonialgruppen und ihre Ansprüche, ganz generell über Macht und Herrschaft nachdenken.

  • Ehrlich gesagt, ich finde diese Aufregung unsinnig. Die Juden führen Beschneidungen seit ewigen Gedenken in Deutschland durch und sonst seit ca. 4000 Jahren. Niemand hat es je gestört, niemand hat sich darüber beschwert. Plötzlich regt man sich darüber auf?

    • Was Recht ist, muss Recht bleiben, hier gilt schließlich nicht angelsächsisches Gewohnheitsrecht.

      Ich gebe zu, ich habe auch eine Weile überlegt, ob hier nicht ein unzulässiger Übergriff des Staates vorliegt. Ich habe mich gefragt: Wenn ich der Meinung bin, dass der Staat, also sowohl das Recht als auch die Politik, die Eigenlogik nichtpolitischer Lebensbereiche zu respektieren hat, insbesondere die der Religion, muss ich ihm dann nicht verbieten, religiösen Bürgern zuzumuten, die Gebote Gottes (oder was sie dafür halten) als Verhandlungssache anzusehen? Müsste man nicht, dem Böckenförde-Diktum folgend, fordern, dass er die Religion schont, weil sie zu den Quellen staatlicher Ordnung und bürgerlicher Loyalität gehört, die der Staat selbst nicht garantieren kann, von denen er aber lebt? Und muss man nicht, wenn man dies fordert, diese Schonung auch der islamischen und der jüdischen Religion angedeihen lassen?

      Die Fragen sind legitim, die Antwort lautet aber dreimal Nein.

      Ich kann die Dinge vom christlichen Standpunkt oder von dem des säkularen Staates ansehen. Vom christlichen Standpunkt sind Judentum und Islam schlicht und einfach Irrlehren, dessen Anhängern der Staat keine Extrawürste braten muss. Vom säkularen Standpunkt kann Schonung im Sinne der Zulassung von Ausnahmen, die dem Rechtssystem fremd sind, nicht der Religion schlechthin gelten, sondern nur derjenigen Religion, deren Gebote, als Selbstverständlichkeiten verinnerlicht, den freiheitlichen Rechtsstaat erst ermöglichen. Diese Religion ist das Christentum (das solche Ausnahmen aber im Gegensatz zu Islam und Judentum gar nicht fordert), weil die weltanschauliche Neutralität des Staates und freiheitliche Demokratie nur dort möglich sind, wo Religionszugehörigkeit keine Vorentscheidungen für politische Loyalitäten impliziert, wo insbesondere keine politisch verstandene Gruppenloyalität religiös abgesegnet wird und gegen die Loyalität gegenüber der Nation ausgespielt werden kann. Wir brauchen gar nicht darüber zu diskutieren, inwiefern Moslems und Juden tatsächlich illoyal gegenüber der Nation sind, es genügt die Feststellung, dass diese Religionen fordern, Solidarität habe in erster Linie Glaubensbrüdern zu gelten, notfalls auch auf Kosten der Nation, deren Pass man innehat; dass sie also Ethnoreligionen sind. Beim Islam kommt noch hinzu, dass es empirisch nachgewiesen eine positive Korrelation zwischen Frömmigkeit und Gewalttätigkeit gibt (je islamischer, desto gewalttätiger), dass der Islam also – anders als das Judentum – nicht einmal in seiner Eigenschaft als alltagsethisches Normensystem dazu beiträgt, den Staat in seiner Ordnungsfunktion zu entlasten und damit zugleich seine verfassungsmäßige Ordnung zu stützen, sondern diese eher gefährdet.

  • Ich sage Ihnen sicher nicht Neues, geehrter Herr Lichtmesz.
    Wenn formaljuristisch ein Standard gesetzt wurde, wie hier das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit, dann gilt es grundsätzlich für alle, es sei denn, es wurden von vornherein Ausnahmen festgelegt. Das scheint jedoch nicht der Fall zu sein.
    Nichtsdestotrotz gab und gibt es Ausnahmen, wobei nun gerichtlich geprüft wurde, ob diese zulässig sind. Wir haben jetzt ein Urteil, wobei das letzte Wort ja noch nicht gesprochen ist, zumal sich die Politik handfest einmischt und klar Position bezieht.

    • Ich habe auch den berechtigten Einwand von Herrn Mogel bedacht, daß Jahr für Jahr ca. 150.000 Kinder im Mutterleib getötet werden. Das dies möglich ist, hat nicht zuletzt damit zu tun, daß man die Frage, ab welchem Zeitpunkt ist der Mensch ein Mensch, medizinisch-juristisch dahingehend beantwortet hat, daß diese Tötungen zumindest formaljuristisch rechtens sind.

  • Ich verstehe es beim besten Willen immer noch nicht. Mir scheint hier doch ein allzu jakobinisches Staatsverständnis hineinzuspielen. Vor allem, wieso wird das gerade jetzt ein Problem? Juden leben seit Jahrhunderten in Deutschland (man kann mit historischem Recht sagen, „das Judentum gehört zu Deutschland“), und bei allen Restriktionen, die sie in der Geschichte erdulden mußten, auf die Idee ist bisher noch keiner gekommen.

    Warum ein säkularer Rechtststaat theoretisch nicht die religiöse Praxis schlechthin schützen kann, will mir auch nicht einleuchten. Als einziger Einwand fiele mir die Gefährdung der öffentlichen Ordnung ein (wie etwa durch Burkatragen gegeben). Das ist aber durch Beschneidung meines Erachtens nicht der Fall.

    Was Minderheitengruppen an sich betrifft, so steht die Frage nach der Loyalität im Ernstfall immer im Raum. Und, nur mal eingeworfen: jeder religiöse Mensch steht unter dem Gebot des Vorbehalts gegenüber dem Staat. Als Christ bin ich auch in erster Linie Gott unterstellt und nicht dem Staat oder der Nation, erst recht nicht, wenn sie nicht bereit ist, mich zu schützen.

    Um bißchen tiefer in die Aporie zu gehen: das Thema wäre wohl niemals problematisiert worden, wenn es wie bisher nur unter Juden praktiziert würde. Das gehört zu dem ganzen Knäuel von hochkochenden Islam-Problemen (Kopftücher, Schächten, etc), die man sich aufgehalst hat, weil man nicht nach außen diskriminieren wollte, und so wurschtelt und werkelt man halt nach innen weiter,

    • Vor allem, wieso wird das gerade jetzt ein Problem?

      Weil gerade jetzt ein Gericht dieses Urteil gefällt hat. Vorher ist eben kein Staatsanwalt auf die Idee gekommen, das zu verfolgen. Und der Gottesvorbehalt, der auch für Christen gilt, ist bei dem durch und durch unpolitischen Charakter der christlichen Religion nichts, was die Loyalität zum Gemeinwesen in Frage stellen würde. Das Christentum könnte Ausnahmen für sich fordern, tut es aber nicht, der Islam hat dieses Recht nicht, tut es aber.

      jeder religiöse Mensch steht unter dem Gebot des Vorbehalts gegenüber dem Staat. Als Christ bin ich auch in erster Linie Gott unterstellt und nicht dem Staat

      Verteidigung des Eigenen. Das Christentum ist unsere Religion, der Islam ist es nicht und das Judentum auch nicht.

      Das gehört zu dem ganzen Knäuel von hochkochenden Islam-Problemen (Kopftücher, Schächten, etc), die man sich aufgehalst hat, weil man nicht nach außen diskriminieren wollte, und so wurschtelt und werkelt man halt nach innen weiter,

      Das ist zwar richtig, aber nur bis zu einem gewissen Grade. Es stimmt schon: Wer an den Außengrenzen nicht diskriminieren will, muss irgendwann nach innen diskriminieren, und wer das nicht will, muss an den Außengrenzen filtern. Nur handelt es sich hier nicht um Diskriminierung, sondern um Gleichbehandlung: Das Beschneidungsverbot gilt für alle, also z.B. auch für protestantische Sekten. Zugleich aber ist es ein Signal gegen die qualitative Islamisierung: Ein so deutlich hervorgehobener Vorrang des säkularen Rechts gegenüber archaischen Beduinenbräuchen kann für manchen Moslem den Unterschied zwischen Einwandern und Nichteinwandern ausmachen, den Zuzug also ein wenig bremsen, und allein deshalb lohnt es sich schon, das säkulare Recht konsequent durchzusetzen. Wir haben schlicht ein Interesse: Keine Kompromisse, null Toleranz.

      (Und das hysterische Gekreische jüdischer Organisationen sollte erst recht ein Grund sein, daran festzuhalten – einfach nur um deutlich zu machen, dass man sich von der infamen Demagogie dieser impertinenten Lobbyorganisationen nicht länger erpressen lässt. Also wenn Du so willst: aus Daffke.)

      • Präputialluxus

        Das wird nun eine recht „deutsche“ Diskussion von fast scholastischem Charakter. Die Juden mögen das Präputium ihrer Neugeborenen weiterhin rituell beschneiden, was sie sicher auch tun werden, wenn sie das aus religiösen Gründen für notwendig halten. Ein Landgericht der „BRD“ wird mit einer sophistischen Rechtsgüterabwägung die Juden und Moslems, die ja zu Deutschland gehören, wie wir wissen, nicht daran hindern ihren XY- Nachwuchs zu beschneiden. Wer an den Bestand dieses zeitgeistigen Gerichtsurteils glaubt, hat in den letzten 30 Jahren nicht in Rest-Deutschland gelebt.
        Für die Kosten einer ärztlich vorgenommenen kultischen Circumcision – ob im Neugeborenen – oder Kleinkindesalter – hat der gesetzliche Vertreter aufzukommen. Eine rituelle Beschneidung bei Juden und Moslems hat keine medizinische Indikation und ist somit keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Auch für die Behandlung der (seltenen) Komplikationen des Eingriffs ist in den Geldbeutel des Auftraggebers zu greifen. Ob nicht dann doch, wie beim gesetzlich geduldeten Embryozid und der Fertilisationstherapie (Abtreiben und künstlich Befruchten sind kurioserweise in diesem Staat Kassenleistungen !), letztlich die solidarisch-gesetzliche Krankenversicherung zur Kasse gebeten wird, muß man als gutwilliger Beitragszahler fürchten.
        Zur Weisheit hiesiger höchstrichterlicher Entscheidungen wurde uns aktuell mit der menschenrechtlichen Erhöhung der geldlichen Alimentierung von zugereisten Asylbewerbern ein treffliches Beispiel geboten.
        Im übrigen hat dieses Land jenseits des bizarren Luxusproblems der rituellen Circumcision von Juden und Moslems weiß Gott genug existentielle Schwierigkeiten, die einer (chirurgischen) Lösung zugeführt werden müßten.

        • Es ist keineswegs ein Luxus. Vielmehr ist es ein öffentliches Kräftemessen. Die läppische Gerichtsbarkeit der verachteten Eingeborenen, der „Ungläubigen“, der Schwächlinge vs. die vitalen, kraftvollen Vertreter der wahren, mächtigen, ewigen Religionen, die wahren Herrscher. Und wir wissen, wer am Ende wieder zufrieden grinsen wird.
          Und wenn denn aufgrund des rein hypothetischen Durchsetzen dieses Urteils, tatsächlich besagte Gruppen massenhaft dieses Land verlassen würden (da kriegen wir aber Angst, greifen uns dann Netanjahu und Erdokahn glatt gemeinsam an?), wäre dies auch keineswegs nur zu dessen Nachteil. Obwohl… gaaanz schlimm würde es dann natürlich unserer Sozialintegrationsmafia ergehen. (Nee, Arbeitslose sind bedeutend preiswerter.)

          • Zumindest ‚Bibi‘ würde uns wohl kaum angreifen, sondern uns bestenfalls dankbar sein – wenn auch nur im stillen Kämmerlein – , denn wir würden damit ja den Bestand an ‚menschlichen Ressourcen‘ seines Staates stärken – wohl kaum ein Grund uns zu bekämpfen.

        • Geehrter Herr Mogel, ich spiele jetzt einmal den advocatus diaboli und frage: „Welchem Gott oder besser welchem Dämon wurden bzw. werden die Millionen Ungeborenen (im Mutterleib) geopfert ?“

          • @ Konservativer:

            Ich glaube, ich muß nicht versuchen, gerade Ihnen, darauf eine Antwort zu geben.
            Im übrigen ist die logische Konsequenz des hierzulande jahrzehntelang betriebenen Embryozids (ohne den leisesten Protest aus dem Lager der sonst so skrupulösen „Gutmenschen“ ) die Euthanasie.
            So wie man sich an die „Empfängnisverhütung“ durch Abruptio gewöhnt zu haben scheint, wird man dieser „säkularen“ Gesellschaft auch die Lösung des Alten(pflege)problems durch das Mittel der Euthanasie nahebringen.

      • Ich bin aber nicht für die Gleichbehandlung der Ungleichen. Die Gerichte in Deutschland urteilen viel, wenn der Tag lang ist, und zwar eher als Ärgernis. Ein einziges Urteil kann nicht aufheben, was eben doch durch eine lange Tradition verankert ist und traditionell auch auf deutschem Boden geduldet ist, und zwar seit es hier Juden gibt. Nun plötzlich zu entdecken, daß es hier ein Problem gibt, ist ein „Dealbreaker“, der nach grundsätzlicheren Klärungen verlangt. Man kann nicht in einer (für die Betroffenen wesentlichen) Detailfrage eine Hürde aufrichten, und dabei das große Ganze aus den Augen verlieren. Dem muß man schon Rechnung tragen. Es bringt an dieser Stelle auch nichts, nun den Maximalbogen aufspannen und die Judenfrage grundsätzlich wieder aufrollen zu wollen. Genausogut könnte man gegen die Schwerkraft revoltieren. Man muß akzeptieren, daß es sich hier um eine (im Gegensatz zu den Moslems) historische legitimierte Gruppe und deutsche Staatsbürger handelt. Freilich reagieren viele jüdische Organisationen nun hysterisch, und Leute wie Goldman sind in der Tat komplett wahnsinnig und entlarvend. Aber im Kern ist ihr Anliegen legitim: die Beschneidung gehört nun mal zu den wesentlichen Bestandteilen des jüdischen Lebens, und die Juden leben nunmal hier in Deutschland, sind Staatsbürger, und dem muß der Staat Rechnung tragen. Ein Verbot wäre eine bloße Schikane, die niemandem etwas bringt. Es bringt auch in Hinblick auf die Moslems nichts. Die Hoffnung, daß sie angesichts eines solchen Nadelstichs nun rausgeekelt würden, ist angesichts der Gesamtlage vergeblich. Sie wird dadurch nur noch verkorkster. Überhaupt müßte da eher an die Wurzel gegangen werden, statt im Einzelnen herumsekkiert und herumgedoktert.

        Und: Soviel erwarte ich mir schon vom angeblich „weltanschaulich neutralen“, zumindest vom säkularen Rechtsstaat, daß er im Gegensatz zu einem Gottesstaat auch imstande ist, einen gewissen Pluralismus zu gewährleisten und zu ordnen. In erster Linie soll er ja den Bürgerkrieg verhindern und die verschiedenen Interessen ausbalancieren, nicht aber sie abschaffen, indem allen ein einziges Interesse aufgezwungen wird. Mir ist ein solcher Staat durchaus vorstellbar, der das Eigene fest bewahrt und in Form hält und gleichzeitig „suum cuique“ gibt, nach dem Modell Preußen eben. Einen solchen gibt es nun heute nicht, aber genausowenig den Staat, der das Eigene verteidigt. Und solange es den nicht gibt, triumphiere ich nicht über ein solches Urteil und eine solche Kampagne. Denn stattdessen hat das eher den Geschmack von jakobinischem Eingriff, wo man nun auf Teufel kaum raus im Namen der „Menschenrechte“ usw. Traditionsgemeinschaften aufbricht und stromlinienförmig angleichen will. Es schmeckt auch nach Unehrlichkeit gegenüber der Gesamtverkorksung, die sich an einem Einzelbereich abarbeitet (ein ähnliches Spiel hatte man ja schon mal mit der Kopftuchfrage) und dadurch ein Ventil schafft. Viele der Leute, die sich nun über die Beschneidung echauffieren, erinnern mich an jene PI-Fans, die sich mit Leidenschaft gegen den Islam aufhitzen, weil seine Praxis „gegen die Menschenrechte“ usw. verstoße. Jene also, die sich nicht einzugestehen wagen, daß nicht der Islam, sondern die Einwanderung „das“ Problem ist.

        • Hm. Verzeihung, aber irgendwie habe ich nicht das Gefühl, dass Du auf meine Argumente eingegangen bist.

          Man muss den allzu unverorteten, allzu rationalistisch traditionslosen Staat nicht lieben, um von ihm zu verlangen, dass er wenigstens das leistet, was er leisten kann: Wenn er uns wenigstens ein paar muslimische Einwanderer vom Hals hält, und zwar gerade weil er so ist, wie er ist, dann ist das gut so.

          Vielmehr: Es wäre gut so, wenn die Politik nicht angekündigt hätte, das Gesetz zu ändern, und zwar ausdrücklich mit der Begründung, das Moslems sich willkommen fühlen (und das heißt implizit: weiterhin in Massen einströmen) sollen. Am Ende wird es nicht mehr als ein Sturm im Wasserglas gewesen sein, aber einer, der wieder einmal die tatsächliche Lage öffentlich sichtbar gemacht hat: Die Politik beschließt etwas, was das Volk nicht will, um Leute anzulocken, damit dieses Volk durch ein anderes, bzw. viele andere ersetzt wird.

        • Auch ich hätte mir zunächst den „Spatz in der Hand“ gewünscht, doch selbst der wird uns genommen.

          Großartig der letzte Beitrag von Thorsten Hinz in der Jungen Freiheit, der zwar ein anderes Thema behandelt (Verschwörer des 20.Juli 1944), dennoch paßt das folgende Zitat auch hier:

          „…
          Der scharfblickende Oswald Spengler beschrieb 1924 die Gefahr, daß in der politischen Klasse eines Landes „ein letzter heimlicher Wunsch“ aufdämmern kann, „schurkischer als alle, die vorausgegangen sind: der Wunsch, sich den Folgen einer Umstimmung des Volkes endgültig dadurch zu entziehen, daß man (…) sich als Vollzugsorgan von den Gegnern legitimieren und seine Stellung damit von jeder inneren Krise unabhängig machen läßt“.

          Dann ist es sinnlos geworden, weiterhin auf die Vernunft der Mehrheitsbeschlüsse zu setzen, der Entschluß zur Gegenwehr legitimiert sich dann wie am 20. Juli 1944 ausschließlich aus einem unanfechtbaren Ich.“

          JF 29/12

          Quelle: http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-mit-Komm.154+M5e39e2140d9.0.html

          Wenn ich auch Meyer zustimme, daß gegenwärtig kein „Fürst“, der gegen den Macht- und Herrschaftschaftsblock hier im Land opponiert, in Sicht ist, so muss doch (wenigstens) einer da sein, es geht gar nicht anders, denn niemals in der Geschichte gab es nur eine „Parteiung“ von Gewicht (ohne echte Opposition), ausgenommen (zumindest ein gutes Stück weit) die Sowjetunion unter Stalin (nachdem Leo Trotzki 1929 aus der SU flüchtete, der zwar bis zu seiner Ermordung 1940 weiterhin gegen Stalin agitierte, aber innerhalb der SU ohne Wirkung blieb), doch der ließ seine (echten oder vermeintlichen Gegner) am „laufenden Band“ liquidieren, so daß sich eine gewichtige Gegenströmung nicht wirklich ausbilden konnte.

          • … ausgenommen (zumindest ein gutes Stück weit) die Sowjetunion unter Stalin (nachdem Leo Trotzki 1929 aus der SU flüchtete, der zwar bis zu seiner Ermordung 1940 weiterhin gegen Stalin agitierte, aber innerhalb der SU ohne Wirkung blieb), doch der ließ seine (echten oder vermeintlichen Gegner) am “laufenden Band” liquidieren, so daß sich eine gewichtige Gegenströmung nicht wirklich ausbilden konnte.

            Das ist heute hierzulande doch schon nicht SO VIEL anders – und wird sich in Zukunft nur noch verstärken. Man ‚liquidiert‘ halt heute nur anders – z.B. wie ich es heute morgen auf der t-online-Startseite fand (mittlerweile ist es wieder verschwunden, aber das gehört zur Praxis … man läßt die entsprechenden Botschaften ‚immer mal wieder‘ auftauchen – seine Wirkung tut das dann über kurz oder lang schon)…

            http://wirtschaft.t-online.de/steuer-cd-wer-die-steuersuender-sind/id_57982182/index

            Bis jetzt werden noch keine Namen genannt. Bis jetzt! Aber – und das wissen die Betroffenen natürlich am besten – das kann sich ja ändern. Und was Steuersündern recht ist … das dürfte anderen mißliebigen Gruppen in Zukunft eben billig sein…

    • Juden leben seit Jahrhunderten in Deutschland (man kann mit historischem Recht sagen, “das Judentum gehört zu Deutschland”), und bei allen Restriktionen, die sie in der Geschichte erdulden mußten, auf die Idee ist bisher noch keiner gekommen.

      Von welchen Restriktionen genau sprechen Sie hier bitte? Dann: Wenn sie ein solches Übermaß an Restriktionen erdulden mußten … finde ich es schon erstaunlich, daß sie immer noch hier sind – Sie nicht auch? Ich meine, wenn ich beispielsweise das Meer liebe … ist dann die Wüste wirklich der richtige Aufenthaltsort für mich? Oder sollte ich mich dann nicht besser aufmachen, um ans Meer zu gelangen und dort zu siedeln??

      Juden leiden also seit Jahrhunderten unter all den Restriktionen – hier. Ja, also warum sind sie denn dann nicht dahin gegangen, wo sie doch – angeblich – beheimatet sind: Nach ‚Judäa und Samaria‘, oder wie auch immer ihr Land in ihrer Sprache heißt? Die Römer sind doch schon einige Zeit aus der Geschichte verschwunden, da hätte es ihnen doch freigestanden wieder in ihre Heimat zurückzukehren – oder verstehe ich hier etwas grundsätzlich falsch??

      Dann ihre Behauptung, daß man mit historischem Recht sagen könne, die Juden, weil sie seit Jahrhunderten in ‚Deutschland‘ leben, gehörten zu ‚Deutschland‘. Lassen Sie mich versuchen es in einer Analogie auszudrücken: Ein Mensch leidet seit Jahrzehnten an Colitis ulzerosa. Er mag diese Krankheit nicht, er hat nicht um sie gebeten … aber er hat sie dennoch bekommen. Und er bedauert, daß er sie nicht loswerden kann, denn … er würde sie eigentlich gerne loswerden.

      SIE müßten nun – staunend! – ausrufen: Ja, aber … warum denn um alles in der Welt … will dieser Mensch diese Krankheit denn loswerden??? Er lebt doch seit Jahrzehnten damit – die Krankheit gehört doch zu ihm! Und noch mehr scheint sie auch nur der Gedanke zu erstaunen, daß er sie ganz einfach deshalb loswerden möchte, weil er sich ohne sie …. gesund fühlt. Statt krank. Was daran liegen könnte, daß er ohne die Krankheit … gesund ist/wäre?! Wenn Sie nun darauf verweisen möchten, daß doch niemand in ‚Deutschland‘ die Juden loswerden möchte … weil er sie etwa als die Analogie zu einer Krankheit erlebe, möchte ich meinerseits einfach auf mich verweisen: Doch – ich!

      Worauf Sie antworten müßten: Aber Sie … sind ja nur einer. Was zwar zutreffend sein mag, aber immerhin bin ich auch schon mal nicht ‚Keiner‘. Und vielleicht bin ich eben noch mehr, nämlich einer, der in einem bestimmten Punkt schon ein bischen bewußter ist … und der deshalb umso deutlicher empfindet, daß sie (die Juden) eben kein Teil von ihm sind – so wie übrigens auch ALLE anderen Einwanderer/Migranten, die zwar anwesend sind, von denen aber MIR – und allen anderen, die tatsächlich Deutsche sind (also diejenigen, die an das Empfinden einer ganz bestimmten kollektiven Erfahrung, die, als sie geschichtlich zum Ausdruck kommen konnte, sich in dem ausdrückte, was Sie zwar falsch, aber letztlich doch das richtige meinend, ‚Deutschland‘ bezeichneten, gebunden sind) jegliche Erfahrung FEHLT, daß sie sie eingeladen hätten zu kommen und zu bleiben.

      Und damit: JA … ich halte die Anwesenheit der Juden hier für … eine Art ‚Schicksalserkrankung‘, deren Sinn ich darin sehe, daß sie wohl eine Art Katalysator sein sollen, der zu einer bestimmten Zeit und in einer bestimmten Entwicklungsphase einer bestimmten kollektiven Identität auf diese trifft, von dieser nicht abgewehrt werden kann – egal welche Gründe das nun jeweils haben mag – und nun innerhalb dieser kollektiven Identität bestimmte Wandlungen katalysieren soll. Sind diese Wandlungen aber durchlaufen und die kollektive Identität hat die zu erreichende Entwicklungs- oder Wandlungsstufe X erreicht, die durch die katalysierte Entwicklung erreicht werden sollte … – wird der Katalysator überflüssig. Das heißt: Er verliert seine Schicksalsberechtigung weiter in dieser kollektiven Identität anwesend zu sein – Zeit gibt das Recht auf etwas, Zeit nimmt aber dieses Recht auch wieder! – und wird diese kollektive Identität verlassen. Müssen.

      Und der Grund dafür ist dann letztlich das gewandelte Bewußtsein der Identitätsträger einer bestimmten kollektiven Identität. Dieses Bewußtsein kann ja gegenüber einem bestimmten, eigentlich skandalösen Inhalt jahrhundertelang völlig inaktiv sein – weil das Problem, das dieser Inhalt eigentlich darstellt, für das sich entwickelnde kollektive Bewußtsein erst ab einem bestimmten Punkt in seiner Eigenentwicklung überhaupt erst ’sichtbar‘ wird … in dem Sinne, daß es ‚resonant‘ wird, sich innerlich mit diesem Inhalt auseinanderzusetzen und sich zu fragen beginnt Bin ich das jetzt eigentlich? Dieses … Geschehen? Oder bin ich das vielleicht gar nicht? Und wenn ich es nicht sein sollte… – was tut dann dieseser Inhalt in meinem Körper … in einem Außen, das doch mein Innen spiegeln und repräsentieren soll??? Und so kommt es dann, daß etwas, das – scheinbar – jahrhundertelang kein Problem war, ‚plötzlich & unerwartet‘ doch eines wird!

      Zum Abschluß noch ein Gedanke: Wenn Juden nicht beschnitten würden, dann während des Nationalsozialismus in KZs gekommen wären und ein Dr. Mengele hätte bestimmte medizinische Experimente mit ihnen gemacht – sagen wir mal … 8 Tage alten Kleinstkindern ohne Betäubung die Vorhaut abgeschnitten … was glauben Sie, HÄTTEN JUDEN DANN GESAGT, WENN SIE DAVON ERFAHREN HÄTTEN? WIE WÜRDEN SIE DAS DANN BEWERTET HABEN??

  • 99% der Nicht-Juden und Nicht-Moslems, die gegen dieses Urteil sind, wollen sich nur bei mind. einer dieser Gruppen einschmeicheln. Dennoch werden auch fast alle Anbiederer in Wirklichkeit die Prozedur als das ansehen, was sie ist: Eine brutale, archaische Schweinerei.

    Wenn man diesen Gruppen jetzt entgegen dem vollkommen vernünftigen Urteil dennoch die Prozedur erlaubt, ist das vor allem wieder ein Angriff auf die verachtete Urbevölkerung.
    Aber dann kann man vieleicht zumindest ganz offiziell sehr deutlich stänkern, daß man selber nicht mal im Parkverbot stehen darf, während die ungestraft Kindern Körperteile abschneiden dürfen.

    Ach ja, auch wenn’s wieder Lügen ohne Ende dazu gäbe, ohne Jungenbeschneidung gäbe es auch keine Mädchenbeschneidung.

    Der eigentliche Grund für diesen Schmarr’n ist mit Sicherheit auch keineswegs ein ach so transzendenter „religiöser“ – was für ein Unsinn, sondern im Gegenteil ein höchst ordinärer, ja vulgärer. Weshalb man ihn politisch korrekt auch am allerwenigsten benennen darf. Die wollen einfach länger **** können, bzw. sie wollen, daß ihre Söhnchen es später (auch) können. (Oh, jetzt hab‘ ich’s gesagt, schlimm.) Weshalb mich die Sache und die Lügerei dazu noch mehr anwidert.

    • Sind Juden denn für ihre diesbezügliche Standfestigkeit weltweit so bekannt? Beziehungsweise: Sind Beschnittene denn für diesbezüglich außergewöhnliches Durchhaltevermögen bekannt?? Das wäre dann wiederum mir noch nicht bekannt gewesen… – man lernt halt immer noch dazu …

  • Von welchen Restriktionen genau sprechen Sie hier bitte?

    Einfach mal eine Beruhigungstablette nehmen und ein bißchen Geschichte lernen.

  • Ich möchte die Diskussion ein wenig erden. Es wird m.E. zu ausschweifend diskutiert. Meine örtliche Tageszeitung widmet dem Thema eine ganze Seite mit 12 Leserbriefen, die sich alle für das Urteil und gegen die Beschneidung aussprechen.
    Zitieren möchte ich einen Psychologen und Psychotherapeuten, der folgendes schreibt:
    „Eine Beschneidung im Alter von 5 bis 7 Jahren oder später stellt – wie schon Sigmund Freund vermerkte- neben der bewußt erlebten Gewalteinwirkung für das Unbewußte eine Kastrationsdrohung dar. Diese sexualtraumatische Erfahrung stört die Konsolidierung der sexuellen Identitätsbildung des Jungen in unterschiedlichem Ausmaß. Als unbewußte Gegenbewegung kann die männliche Sexualität eine Überbewertung erfahren (..ich füge hinzu und kann die Gewaltentfaltung der islamischen jungen Männer, die wir auf der Straße erleben müssen, erklären) und so kann es zu der in muslimischen Kulturen verbreiteten bewußten überstarken Kontrolle der weiblichen Sexualität und der unbewußten Entwertung der sexuellen Frau kommen.
    Es geht um Politik. Es geht darum, daß diese Gesellschaft Probleme mit Gewalt, Kriminalität und Frauenunterdrückung hat und zu Recht die Frage stellt: wo kommt das her?

  • Es gibt nur ein einziges Menschenrecht: das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Wenn sich ALLE daran halten würden, gäbe es weder Syrien noch die Juden noch die Muslime und der ganze Blödsinn überall auf dieser idiotischen Welt hätte ein Ende..

    Aber leider werde ich nie eine intelligente Zivilisation erleben, sondern nur diesen jüdisch-christlich-muslimischen Blödsinn überall.. (mit einem IQ weit unter 200) ’

  • Von welchen Restriktionen genau sprechen Sie hier bitte?

    Einfach mal eine Beruhigungstablette nehmen und ein bißchen Geschichte lernen.

    Ja, so blockt man eine Beschäftigung mit Themen ab, mit denen man sich nicht beschäftigen will. Wie nennt sich das gleich noch … – Kompensation durch Überlegenheit?

    Sie wissen doch genau worauf ich hinaus will. Mit dem Verweis darauf, daß die Juden als ethnische Gruppe in dem was sie ‚Deutschland‘ nennen, geschichtliches Sitzfleisch bewiesen haben, behaupten sie einfach eine ‚historische Legitimation’ der Juden. Eine ‚historische Legitimation’ auf was? Auf physische Weiterexistenz samt ungebrochener Tradiierung ihres religiösen Kultus in einem bestimmten geographischen Raum, den sie ‚Deutschland’ zu nennen belieben, der aber nicht Deutschland ist.

    Und was heißt überhaupt ‚historische Legitimation’? Das bedeutet doch nichts anderes als: Sie sind über einen langen geschichtlichen Zeitraum in ihrer Existenz in einem bestimmten Raum unter einem bestimmten Volk von „der Geschichte“ bestätigt worden. Gut. Aber das heißt doch nicht, daß diese ‚geschichtliche Bestätigung’ nicht von einem Tag auf den anderen enden könnte!

    Die bloße Berufung auf ‚Tradition’ (Graumann antwortete Tom Buhrow in irgendeinem Interview, das auch im Netz zu sehen war, auf dessen Frage, ob man denn nicht irgendeinen Kompromiß … blablabla, in einer schon sagenhaften Blasiertheit: (sinngemäß)“Aber Herr Buhrow … wir machen das jetzt seit 4000 Jahren so … blablabla.“) ist in diesem Fall doch einfach nur die totale geistige Bankrotterklärung!!

    Und wenn ‚unsere’ Bankenkanzlerin – mit der gesamten politischen Klasse im eilfertigen Kniefall hinterher – dem ergriffen lauschenden Volk verkündet, daß ‚sie nicht wolle, daß ‚Deutschland’ (die kapiert es natürlich auch nicht!) das einzige Land in der Welt sei, in dem Juden nicht ihre blutigen Rituale prakizieren könnten … da man sich ja ansonsten zur Komikernation mache!’, dann heißt das doch im Umkehrschluß: Juden haben mittlerweile eine derartige Macht, daß sich kein Land der Welt mehr traut ihnen irgendwelche Grenzen zu setzen, was die Praxis ihrer kulturellen Traditionen in fremden Ländern betrifft – Das ist doch Irrsinn im Quadrat!

    Was heißt es noch weiter? Juden – man denke nur im deutschsprachigen Bereich an die ‚berühmte’ „Frankfurter Schule“ – haben maßgeblich dafür gesorgt, daß alles und jedes h-i-n-t-e-r-f-r-a-g-t werden dürfe … und solle. Und haben es auf diese Weise geschafft, so ungefähr jede Tradition im deutschsprachigen Bereich zu schächten! Aber für ihre eigenen Traditionen gilt das Gesetz, mit dem sie uns beschenkt haben, selbstredend nicht!

    Wenn die auch nur zart eingeschränkt werden sollen, dann wird umgehend mit den ‚rauchenden Schloten von Auschwitz’ möglichst weltweit hausieren gegangen, um in kürzester Zeit eine ebenfalls möglichst weltweite antideutsche Stimmungkoalition zusammenzubekommen, die den eigenen Machtanspruch erpresserisch durchsetzen soll.

    Und mit ihrer Rede von den ‚Restriktionen‘, denen die Juden ausgesetzt waren, versuchen Sie den Deutschen (was die Österreicher in diesem Fall mit einschließt, da die sich ja den größten Teil ihrer Geschichte – und vor allem eben dieser Geschichte – ebenfalls als Deutsche verstanden) eine Position wenigstens moralischer Bringschuld zuzuschreiben, weil diese ‚Restriktionen’, wie Sie stillschweigend unterstellen, natürlich alle unbegründet waren und Juden in ‚ihren Rechten’ unbegründet verletzten.

    Dazu ist anzumerken: Erstens müsste da untersucht werden, was denn die jeweilige Ursache für die von Ihnen behaupteten ‚Restriktionen’ war – ob es sich dabei also jeweils um reine Willkür gehandelt hat, oder ob vielleicht – Gott bewahre – tatsächliches jüdisches Verhalten ebenfalls eine (mit-)verursachende Rolle gespielt haben könnte? Zweitens ist zu fragen, mit wem die hier anwesenden Juden eigentlich irgendeinen Vertrag geschlossen haben bzw. WER – welches politische Subjekt also – ihnen eigentlich irgendetwas zugesagt hat?

    Das können Repräsentanten des ‚Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation’ gewesen sein … aber wo, bitte schön, sind die jetzt? Weg! Sind sie … und zwar alle; nur die Juden und ihre ‚Tradition’ sind unverändertermaßen da – bischen seltsam, finden Sie nicht? Und inwiefern sind ‚wir’ an Verträge gebunden, die mit einem politischen Subjekt bzw. politischen Subjekten abgeschlossen wurden, die seit – politischen – Ewigkeiten nicht mehr existieren? Ach ja, und wer, bitte schön, ist eigentlich dieses … ‚wir’? … – womit wir bei der Frage wären, ob es eigentlich ein handlungsfähiges, organisiertes politisches Subjekt ‚die Deutschen’ überhaupt gibt? Dazu, als Hinweis zur Rechtslage, der Verweis auf zwei Interviews…

    http://www.youtube.com/watch?v=rh4O3X8LCP0

    http://www.youtube.com/watch?v=hHXH6iC-c_Q

    Meine persönliche Meinung: Ein nicht existierendes politisches Subjekt kann überhaupt nichts garantieren! … und ist letztlich auch an gar nichts gebunden.

    Und drittens geht es um eine grundsätzliche Machtfrage: Wer ist eigentlich der Herr in welchem Revier – und wer hat sich daher ganz prinzipiell wem unterzuordnen? Und wenn dann ein Kollektiv, das ein anderes – und zwar bestenfalls als ‚Gast’ – beherbergt, in seiner emotionalen und mentalen Eigenentwicklung einen Stand erreicht, in dem die Differenz zwischen den eigenen kulturellen Positionen und den kulturellen Traditionen eines -bestenfalls ertragenen – ‚Gastes’ so groß geworden ist, daß eine Identifikation des Revierhalters mit dem was durch den ‚Gast’ in seinem Revier praktiziert wird, so groß geworden ist, daß sie dem Revierhalter Schmerzen – und zwar permanent – verursacht, dann gibt es drei Möglichkeiten der Reaktion:

    – der Revierhalter ‚verzichtet’ auf weitere Eigenentwicklung und unterwirft sich dem
    Machtanspruch des ‚Gastes’ auf ewige (‚ewig’ zu verstehen im übelstmöglichen Sinne,
    nämlich dem von ‚endloser Zeit’) unveränderliche Gültigkeit der eigenen Tradition.

    – der ‚Gast’ passt sich der Entwicklung des Revierhalters an und modifiziert seine eigene
    Tradition in den strittigen Punkten, d.h. gibt sie zumindest in diesen Punkten auf!

    – der Revierhalter und der ‚Gast’ akzeptieren ihre Unvereinbarkeit … und trennen sich.
    Das heißt konkret: Der Revierhalter trennt sich – und schmeißt den ‚Gast’ schlicht und
    einfach aus seinem Revier hinaus!

    Das die beiden letztgenannten Varianten in dem … ‚Gebilde’, das sie ‚Deutschland’ zu nennen belieben, – zumindest was die offizielle Politik betrifft – nicht mal mehr denkmöglich sind, sagt für jeden tatsächlichen Deutschen, der hören und sehen kann und will eigentlich alles aus, was er über seine kollektive Verfasstheit wissen muß und kann.

    • Denn der HERR, dein Gott, wird dich segnen, wie er dir verheißen hat; so wirst du vielen Völkern leihen, und du wirst von niemanden borgen; du wirst über viele Völker herrschen, und über dich wird niemand herrschen.

      5. Mose 15.6

      • Amen! 😆

      • Übrigens habe ich – da Sie gerade von Mose sprechen – nach einer Ewigkeit mal wieder das Kapitel über Mose in ‚Die großen Eingeweihten‘ von Eduard Schure´ (erschienen Anfang des 20. Jahrhunderts) gelesen – und fand relativ einleuchtend erklärt, daß die jüdische Geistlichkeit den Sinn der mosaischen Hinterlassenschaften – etwa der Genesis -, die dieser, Schure´ zufolge, in ägyptischen Hieroglyphen niederschrieb (da er Eingeweihter der ägyptischen Mysterien war), bei späteren Redigierungen bzw. Übersetzungen etwa ins Chaldäische schon nicht mehr erfaßen und damit natürlich auch nicht mehr tradieren konnte. Umso viel weniger natürlich war vom ursprünglichen Sinn bei der Übersetzung ins Griechische vorhanden – und als der Heilige Hieronimus das eine lateinische Übersetzung anfertigte, war trotz guten Willens nichts mehr vom eigentlichen Sinn vorhanden. (Entsprechendes darf für das Bewußtsein für die hier diskutierten Beschneidungsrituale gelten) Das Käsmannsche Theologieuniverum unserer Tage wiederum … beschreibt dabei nicht mehr eine spezielle Stufe des Sinnverlustes als Fortschreibung der obigen Stufen, sondern eine eigene Matrix, in der es nicht mehr um den zunehmenden Verlust von Sinn, sondern das zunehmende Wachstum von Un-Sinn geht. 😆

  • Entschuldigung – Formatierungsfehler. Der folgende Abschnitt sollte SO aussehen:

    Und mit ihrer Rede von den ‘Restriktionen’, denen die Juden ausgesetzt waren, versuchen Sie den Deutschen (was die Österreicher in diesem Fall mit einschließt, da die sich ja den größten Teil ihrer Geschichte – und vor allem eben dieser Geschichte – ebenfalls als Deutsche verstanden) eine Position wenigstens moralischer Bringschuld zuzuschreiben, weil diese ‚Restriktionen’, wie Sie stillschweigend unterstellen, natürlich alle unbegründet waren und Juden in ‚ihren Rechten’ unbegründet verletzten.

    Dazu ist anzumerken: Erstens müsste da untersucht werden, was denn die jeweilige Ursache für die von Ihnen behaupteten ‚Restriktionen’ war – ob es sich dabei also jeweils um reine Willkür gehandelt hat, oder ob vielleicht – Gott bewahre – tatsächliches jüdisches Verhalten ebenfalls eine (mit-)verursachende Rolle gespielt haben könnte? Zweitens ist zu fragen, mit wem die hier anwesenden Juden eigentlich irgendeinen Vertrag geschlossen haben bzw. WER – welches politische Subjekt also – ihnen eigentlich irgendetwas zugesagt hat?

    Das können Repräsentanten des ‚Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation’ gewesen sein … aber wo, bitte schön, sind die jetzt? Weg! Sind sie … und zwar alle; nur die Juden und ihre ‚Tradition’ sind unverändertermaßen da – bischen seltsam, finden Sie nicht? Und inwiefern sind ‚wir’ an Verträge gebunden, die mit einem politischen Subjekt bzw. politischen Subjekten abgeschlossen wurden, die seit – politischen – Ewigkeiten nicht mehr existieren? Ach ja, und wer, bitte schön, ist eigentlich dieses … ‚wir’? … – womit wir bei der Frage wären, ob es eigentlich ein handlungsfähiges, organisiertes politisches Subjekt ‚die Deutschen’ überhaupt gibt? Dazu, als Hinweis zur Rechtslage, der Verweis auf zwei Interviews…

    http://www.youtube.com/watch?v=rh4O3X8LCP0

    http://www.youtube.com/watch?v=hHXH6iC-c_Q

    Meine persönliche Meinung: Ein nicht existierendes politisches Subjekt kann überhaupt nichts garantieren! … und ist letztlich auch an gar nichts gebunden.

  • Ab dem 14 Lebensjahr gelten Menschen als religionsmündig und können dann selbstständig entscheiden.

    Auch das ist in der Praxis einigermaßen zu bezweifeln. In den Kommentaren zu den Artikeln in der FAZ, die sich mit diesem Urteil bzw. den Reaktionen darauf beschäftigten, erinnere ich einen Kommentar eines Juden (oder jedenfalls jemandem, der sich als Jude ausgibt), der sich ebenfalls negativ zur Beschneidung geäußert hat und zur Situation in Israel anmerkte, daß dreiviertel der Bevölkerung dort laizistisch seien und die Beschneidung ablehnen würden … sich aber aufgrund sozialen Gruppendrucks nicht trauten dazu zu stehen.

    Wenn das also bei Erwachsenen schon der Fall ist – und, wie früher schon bemerkt, Miss Merkel stolz verkündet, daß kein Staat in der Welt sich traue, Juden in ihrer religiösen Praxis irgendwie einzuschränken, dann ist wohl kaum anzunehmen, daß ein 14jähriger Jugendlicher sich der Macht der Tradition erfolgreich widersetzen bzw. überhaupt widersetzen würde bzw. könnte. Insofern sollte die Aussetzung eigentlich wenigstens bis zum früheren Volljährigkeitsalter von 21 Jahren heraufgesetzt werden, wenn wenigstens eine ansatzweise realistische Chance bestehen soll, daß sich ‚Mitglieder‘ der entsprechenden Gruppe die Folgen ihrer Entscheidung halbwegs realistisch einschätzen und dann auch eine überblickte Entscheidung treffen können.

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