Non veni pacem mittere sed gladium. (Mt 10,34)
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[Auszug aus dem Artikel von Heino Bosselmann:]

„(…) Ich denke, die Linke hat mittlerweile ein politneurotisches Problem und reagiert klassisch mit freudianischer Verschiebung: Sie macht es sich quasi kollektiv unbewußt zum Vorwurf, daß sie, um ihre rousseauschen oder blochschen oder nur unklar romantischen Vorstellungen von Demokratie und Freiheit wenigstens im Kompromiß verwirklicht zu sehen, ihren Frieden mit dem derzeitigen Kapitalismus in dessen Euro- bzw. Globalgestalt gemacht hat, ohnehin korrumpiert von der jahrzehntelangen Gewöhnung an den Ökonomismus und Konsumismus der Hülle und Fülle, wohlständig und angestellt bzw. beamtet saturiert, den demokratischen Beteiligungsschwund verdrängend. Ich meine damit weniger die Restbestände genuin politischer Linker, die sich durchaus nach wie vor mit Ersatzformen des Revolutionären und Anti-Atom abrackern, sondern die verbürgerlichte, folkloristische, intellektuelle Empfindungslinke in ihrer ambivalenten Angepaßtheit an den „Kapitalo-Parlamentarismus“ (Alain Badiou) der lobbyistisch bestimmten und ja vielleicht gar nicht besser zu habenden Schönwetterdemokratie. Die kleinbürgerliche Linke betreibt eine Nachahmung, der das Modell abhanden gekommen ist.

Weil sie den Status quo mehr oder weniger gutheißt und in all der ungenauen Leitliniensemantik der „politischen Mitte“ so mitschwimmt und damit bequem lebt, bleibt ihr als Gegner nur eine mystifizierte Rechte, und dazu gehört nach ihrer Definition jeder, der nicht erklärtermaßen „links“ ist oder sich mindestens zur „politischen Mitte“ bekennt. Thomas E. Schmidt bezeichnet im neuesten „Merkur“ die „Obsession des Mittigen“ als einen „Ausdruck historischer Veränderungsangst, kurzfristig so etwas wie politische Schmerzvermeidung.“ Der Fall Breivik und die NSU sollen beweisen, wohin es unweigerlich führt, wenn man diese Sicherstellungen versäumt. Simple Struwwelpeter-Didaktik.“

Zum Originalartikel: „Martin Mollnitz“ oder Kleines Toleranzstückchen

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