Non veni pacem mittere sed gladium. (Mt 10,34)
Get Adobe Flash player

Fu21 128x130 Wir selbst in Europa   Identitäre Notizen (1)Wohin ist es verschwunden, das „Volk“, von dem nach unseren Verfassungen und Parteiprogrammen „alles Recht“ und „alle Staatsgewalt“ ausgehen soll? Der Demos hat sich in diesen Wochen der Finanzkrise und des „kalten Putsches“  allenfalls auf der Fanmeile gezeigt, und sein Kernpartikel, der mittelständische Bürger, blickt auf den ESM und ähnliche unbegreifbare Monstren wie das berühmte Kaninchen auf die Schlange.

[weiter, noch 1,973 Wörter]

Martin Lichtmesz auf Sezession im Netz
Kategorie(n): Erbe, Gestern, Heute
Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,
2,032 Wörter | Keine Kommentare

Zum Originalartikel: Wir selbst in Europa – Identitäre Notizen (1)

7 Antworten auf Wir selbst in Europa – Identitäre Notizen (1)

  • Das „Volk“ folgte jemanden. Dieser Jemand war Gott. Wenn niemand mehr Gott folgt – folgt er irgendwelchen Trieben.

    Dorthin ist das Volk verschwunden. In den Orkus. Sie sitzen alle besoffen vor dem Fernseher oder dem Internet und sind mit Masturbieren beschäftigt. Oder sie sitzen in Sitzungen und ergötzen sich gegenseitig am Hass auf die Welt und im Diskutieren über das Diskutieren..

    Zeit für neues…

    Templarii

  • Die Meinungsmacher haben indes sorgfältig darauf geachtet, daß dieses „Wir“-Gefühl nur unverfängliche und kontrollierbare Ventile findet, wie eben den Fußball-„Patriotismus“. Denn eine wirkliche „Wir-Findung“ würde unerwünschte machtpolitische Konsequenzen haben. Wer diesen Versuch unternimmt, wird von der herrschenden Klasse als „Populist“ gebrandmarkt; wie man oben sehen kann, bedient sie sich aber selbst auch „populistischer“ Mittel, wenn es ihren Zwecken dient.

    Das ist falsch! Denn es weist diesen ominösen ‚Meinungsmachern‘ eine Allmachtsrolle zu, die sie nicht haben. Ich erinnere mich ausgezeichnet an diese WM 2006, als dieser ‚Fußballpatriotismus‘ begann. Da haben nicht die Intendanten der BRD-Rotfunks beschlossen, jetzt mal Fähnchen und Wimpel zu verteilen und ein bischen Patriotismus zuzulassen; wieso auch? Haben sie doch jahrzehntelang in die genau entgegengesetzte Richtung gearbeitet.

    Nein, aus dieser Ecke kam erst mal gar nix, weil sie es nicht mal bemerkt haben. Das hier eine neue Entwicklung … einfach stattfand ohne, daß sie gefragt worden wären, hat sie schlicht auf dem falschen Fuß erwischt. Als sie es dann gemerkt haben, gab es sehr wohl den Versuch umgehender sozialer Ächtung. Nur – es hat plötzlich nicht mehr funktioniert. Das ‚Sesam-schließe-dich‘, das vorher jahrzehntelang verläßlich dafür sorgte, daß jegliche Äußerung tatsächlich eigener kollektiver Erfahrung unkontrolliert sich einfach ihren Ausdruck suchte … blieb urplötzlich wirkungslos!

    Man konnte das am Mittelbau sehr schön bemerken … die Sportberichter/-kommentatoren in der Regionalpresse (bei uns etwa ‚gw‘ in der Alsfelder/Gießener Allgemeinen waren vorher schon nicht durchgehend ‚pc‘ … ließen das aber immer nur mal höchstens andeutungsweise durchblitzen, aber gerade von dieser Ebene, die sich vorher keinen wirklichen Widerstand trauen konnte, weil von unten, von der Basis her eben nichts Autonomes kam, konnten plötzlich ‚gegenhalten‘ … indem sie einfach ’nicht in den gewünschten Chor einfielen‘, den die klassischen Vorsänger aus den BRD-Leitmedien bis dahin nur durch das Anstimmen der Melodie verläßlich zum Singen bringen konnten.

    Nein, die ‚Meinungsmacher‘ sind mächtig … aber aufgrund von Zusammenhängen über die sie sich letztlich täuschen. ‚Du glaubst zu schieben … und wirst geschoben‘, gilt mit Sicherheit eben auch hier. Ihre Macht – über deren Gegenwärtigkeit in der übrigen Gesellschaft ich mir keine Illusionen mache! – beruht eben letztlich auf Grundlagen, auf ‚psychischen Bewegungen‘, die sie nicht begreifen; auf denen sie zwar ‚reiten‘ wie der Surfer auf der Welle … aber im Gegensatz zu diesem glauben sie tatsächlich, sie hätten die Welle selber erzeugt … könnten sozusagen dem Wasser gebieten.

    • „Nein, aus dieser Ecke kam erst mal gar nix, weil sie es nicht mal bemerkt haben. Das hier eine neue Entwicklung … “

      Und darauf ist nun was gefolgt? Es ist vielmehr genau dort stehengeblieben, wo die WM 2006 aufgehört hat, und nicht nur das: es ist inzwischen bestens aufgefangen, umgedeutet und eingespannt worden, sodaß es heute als ein prima folgenloses Ventil dient. Das Ergebnis ist Partyotismus und Partidiotismus, ums mal so zu sagen. Nicht umsonst sind gewisse Bundestagsverhandlungen zeitgleich zur EM angesetzt worden.

      • Der Hinweis ist trotzdem interessant. Der Multikulti-Overkill im Zusammenhang mit Fußball setzte bei der EM 2008 ein; vorher hielt sich das in Grenzen. Offenbar hatten gewisse Leute bei der WM 2006 einen Schreck bekommen und wollten nicht, dass mit dem Patriotismus etwas missverstanden (sprich: richtig verstanden) wird. Und da sie den Fußballpatriotismus nicht bremsen konnten, mussten sie ihn eben umdeuten, mit Özil als Kapitän von Buntland.

        • Und da sie den Fußballpatriotismus nicht bremsen konnten, mussten sie ihn eben umdeuten, mit Özil als Kapitän von Buntland.

          Genau. Aber die Welle an sich entzog sich vollkommen ihrer Macht. Sie haben ihr Entstehen nicht mal im Ansatz bemerkt … und wenn die Theorie des Bloggers zu Özil richtig sein sollte, haben sie Monate gebraucht, um darauf reagieren zu können. Und Monate können, in einer vergleichbaren, aber ganz anders gelagerten Situation Ewigkeiten sein: Wenn sich die Geschichte beschleunigt, der träge Fluß der Geschichte scheinbar ansatzlos zum reißenden Strom wird, ist das die entscheidende Phase – und wir müssen einerseits darauf vertrauen, daß es so kommen kann – auch wenn wir nicht wissen WANN – und andererseits im Vertrauen darauf, aber vor allem auch, weil wir es einfach wollen … weil wir uns nämlich damit wohlfühlen, unsere eigenen Lebensformen schaffen!

          Wenn die gewohnte Ordnung großmaßstäblich zusammenbricht, ist der, der sowohl die Erklärung (= geistige und seelische Sicherheit) als auch eine lebbare Alternative anbieten kann, wiewohl gestern noch Habenichts und Bettelmann, plötzlich auf dem Königsthron. Und auf genau diese Chance muß man vorbereitet sein – ohne freilich sagen zu können, ob und wann sie denn nun kommen wird. Und ohne auch mit hängender Zunge jeden Tag darauf zu warten … nach dem Motto Wenn wir erstmal an der Macht sind … daaaann machen wir dieses und jenes und noch drittes gaaaanz anders. Sowas bringt natürlich lediglich Erschöpfung und Verdruß.

      • Und darauf ist nun was gefolgt? Es ist vielmehr genau dort stehengeblieben, wo die WM 2006 aufgehört hat, und nicht nur das: es ist inzwischen bestens aufgefangen, umgedeutet und eingespannt worden, sodaß es heute als ein prima folgenloses Ventil dient.

        Maybe. Das war aber nicht der Punkt. Der Punkt war: Kollektive Erfahrung wird nicht von Meinungsmachern g-e-m-a-c-h-t! Und auch die psychische Energie, die diese Erfahrung enthält, wird nicht ‚gemacht‘, sondern die Erfahrung und die in ihr enthaltene Energie sind vielmehr aus sich selbst. Und es kann ferner nicht von den ‚Meinungsmachern‘ bestimmt werden wann welche Art von kollektiver Erfahrung mit welchem Gehalt an psychischer Energie zu welchen gesellschaftlichen Gruppen resonant wird!

        Das sollte für uns eine ausgesprochene hoffnungsfroh stimmende Erfahrung sein, zeigt es doch: Es gibt Kräfte, die dem Kalkül und der manipulativen Nutzung entzogen sind. Nicht, daß sie nicht, nachdem sie sich artikuliert und manifestiert haben, auch wieder vom Kalkül und den manipulativen Kräften ‚eingefangen‘ werden könnten … das schon.

        Aber das ist eine spätere Entwicklungsstufe – das, für mein Verständnis, wichtigste aber ist: Das die Welt eigentlich bewegende – nämlich Efahrung – ist: Das Wasser eines Bächleins, eines Flusses und des mächtigsten Stromes kann seine Richtung ändern – ohne das ‚die Mächtigen‘ auch nur das Geringste dagegen tun könnten!

        Was heißt das nun für ‚uns‘: Wir haben natürlich nicht die Macht der ‚Meinungsmacher‘ … und wir können diesen Trendwechsel nicht nachträglich auf unsere Mühlen umleiten. Aber wir können erkennen: Unser Lebensgefühl, unser Denken, Erkennen, Begreifen … sind nicht einfach nur ein nutzloses Treiben in der Welt. Sondern es kann zur Mühle werden, die die Wasser eines sich ändernden Lebensgefühls auf ihre Räder leiten und (politischen) Nutzen daraus ziehen kann.

        Im Moment ist unsere – noch dazu noch nicht einmal gebaute, sondern nur potentielle Mühle – auch als Vision nur ein Objekt ohne jedes Wasser … oder bestenfalls eine vom inneren Anspruch her riesige Mühle, die bestenfalls an einem Bächlein steht, das selbst bei Hochwasser nicht in der Lage wäre ihr Mühlrad zu drehen.

        Die ‚Meinungsmacher‘ haben ihre Mühle aber an einem Fluß- oder Strombett gebaut, das sie n-i-c-h-t geschaffen haben! Und das ist ein Punkt, den sie gerne vergessen … den man, im Vollgefühl der Macht, vielleicht immer vergißt!! Wir können nicht anderes tun als unsere Mühle(n) einfach dort zu bauen, wo wir sie unserer inneren Befindlichkeit folgend eben bauen müssen. Und darauf vertrauen, daß der Strom der kollektiven Erfahrung sich irgendwann ein anderes Bett suchen/schaffen wird – und daß wir, wenn er das dann tun wird, plötzlich statt an einem winzigen Bächlein, mit unseren Mühlen plötzlich an einem mächtigen Strom liegen … während die seit Jahrzehnten Übermächtigen dann zwar im Besitz riesiger Mühlen sind … aber leider kein Wasser mehr haben, um ihre Mühlräder antreiben zu lassen.

        Das heißt dann aber für uns: Nicht ablenken und/oder irritieren lassen, welche lustigen Streiche den Mächtigen morgen wieder einfallen werden, um die Welt noch ein wenig ‚bunter‘ werden zu lassen, sondern stattdessen unbeirrt unsere eigenen Mühlen bauen. Wozu beispielsweise als Basis gehören sollte: Das Geldsystem verstehen … und ein eigenes Austauschsystem schaffen. Nicht, daß man dann komplett autonom wäre, aber so, daß man a) überlebensfähig und b) aufwachsfähig ist … um die Wasser der kollektiven Erfahrung nutzen zu können, wenn der Strom derselben denn irgendwann seine Richtung ändert. DASS er es kann, und das eben NICHT in der Hand der scheinbar Mächtigen liegt, hat dieser gravierende Stimmungswechsel der WM 2006 gezeigt!

        Wer argumentiert wie Sie, zeigt mMn., daß er einen falschen Volksbegriff hat; heimlich erwartet er immer noch, daß ‚das Volk‘ sich plötzlich erheben … und alles ändern werde. Das wird es aber nicht, denn das kann es gar nicht. Es kann sich vielleicht erheben … aber es kann keine Richtung ändern; es kann lediglich ein neues Richtungsangebot annehmen! Dazu muß dieses aber erst einmal existieren!! Und dafür zu sorgen … ist ‚unsere‘ Aufgabe.

  • daß jegliche Äußerung tatsächlich eigener kollektiver Erfahrung unkontrolliert sich einfach ihren Ausdruck suchte … blieb urplötzlich wirkungslos!

    Das sollte natürlich heißen: … daß jegliche Äußerung tatsächlich eigener kollektiver Erfahrung, die sich unkontrolliert einfach ihren Ausdruck hätte suchen können, verläßlich unterdrückt wurde … blieb urplötzlich wirkungslos!

Schreib einen Kommentar

Buchladen
 Meine Bücher können in meinem Netzladen bestellt werden, auch mit persönlicher Widmung:
NEU: Die Besichtigung des Schlachtfelds
manfred-kleine-hartlage_besichtigung-des-schlachtfelds_720x600
Die Sprache der BRD. 131 Unwörter und ihre politische Bedeutung
Die Sprache der BRD
Die liberale Gesellschaft und ihr Ende. Über den Selbstmord eines Systems
Die liberale Gesellschaft
Dschihadsystem kleine-hartlage 30_neue-weltordnung_285x255
 Außerdem verfügbar
kurtagic warum konservative immer verlieren Kurtagic: Warum Konservative immer verlieren
Neueste Kommentare
Kommentatorenregistrierung
Wer sich registrieren möchte, um kommentieren zu können, schicke mir bitte unter Kontakt eine kurze Mitteilung mit dem gewünschten Benutzernamen. Das Benutzerkonto wird dann so schnell wie möglich eingerichtet. Dieses Verfahren ist aus Sicherheitsgründen erforderlich.