Non veni pacem mittere sed gladium. (Mt 10,34)
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SavetheQueen 106x130 No Future?1977 feierte Großbritannien das 25. Thronjubiläum von Queen Elizabeth II. Es war auch das große Blütejahr der Punkrockbewegung. Die zu diesem Zeitpunkt tonangebenden Sex Pistols brachten als kalkulierte Provokation die Single „God Save The Queen“ heraus, die trotz Boykott der BBC rasch die Hitlisten anführte: „Gott schütze die Königin und das Faschistenregime, das dich zum Volltrottel gemacht hat…“ [weiter, noch 1,536 Wörter]

Martin Lichtmesz auf Sezession im Netz
Kategorie(n): Dekadenz, Ereignis, Heute
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1,594 Wörter | Keine Kommentare

Zum Originalartikel: No Future?

18 Antworten auf No Future?

  • http://www.youtube.com/watch?v=8z2M_hpoPwk

    Man achte mal auf den Spaß, den Paul Cook so ab 1:36 hat … pure Freude. Am Zerstören. Von sinnlos Gewordenem. Und wenn es hieß There ist noooo fuuuture …, muß man auch den Fortgang der Zeile erwähnen: … in Englands dreaaamin…. Und wer wollte angesichts der Gegenwart von United Dhimmistan wirklich bezweifeln, daß die Pistols recht behalten haben??

  • Die Zustände auf der BUNT-Insel – früher Großbritannien – sind grauenhaft. Die Geschichte mit dem siebenjährigen Elliott Dearlove will ich nicht kommentieren. Wer die nicht versteht, kann es eh vergessen.
    Aber was ist denn schlimmer? Der Islam oder vollkommen perverse Weiße, die sich von Judith Butler und Dr. Frankenstein John Money – oder besser gesagt von den VN und der EU – ohne zu Murren die „Gender“-Hauptverströmung aufdiktieren lassen?
    Die brav im Sitzen ****en und sich nicht trauen, etwas anderers als „Lehrer und Lehrerinnen sowie Schüler und Schülerinnen“ zu schreiben.
    Haben die sich nicht schon vorher vom internationalistischen Humanismus ins Gehirnkoma schießen lassen ohne Widerstand? Bevor Millionen Kulturfremde in das Land geschleut worden sind?
    Wie kann man sich von bildungsfeindlichen durchgeknallten Jakobinern, die noch nicht einmal begreifen, daß DER „Mensch“ nicht nur Männer sondern auch Frauen meint, DIE Person auch ein Mann sein kann, der grammatikalische Genus also nicht der Sexus ist, Vorschrifen machen lassen? Haben die etwa mit Haftstrafen gedroht, wenn man mal das „innen“ ganz bewußt weggelassen hätte?

  • Breivik ist Punk.
    Nein? Die Sex Pistols waren v.a.D. eine Mischung aus Nihilismus und maximaler Provokation. Deshalb ist Breivik Punk. Es zu sagen ist Punk, maximale Provokation. Das absolute Gegenteil von PC ist Punk, es zu sagen ist Punk. Breivik ist klasse. Und dazu Lydon’s/Rotten’s genüssliches Grinsen. Er hat die ganzen dämlichen Gören weggeputzt, die einem schon in der Schule auf den Sack gingen, die uns hassen, diese Versager. Sie konnten ihre Meinung nicht mehr ändern? Pech gehabt. F*** die Musels, F*** die K***cken ist Punk. Nein? Ist mir doch egal. Ich hab‘ das Pack nicht geholt. Ich bin heute alles, was ich früher verteufelt habe, doofgelernt hatte zu verteufeln. Ihr habt mich belogen. Und je mehr ich als Rassist, Faschist, Naaziie usw. beschimpft werde umso besser. Das ist Punk.
    Lydon war intelligenter, Joe Strummer/The Clash waren absolut PC, die linksdoofen Retter der Witwen und Weisen, aber die Musik war gut. Links ist PC, links ist Scheiße und saudumm. Früher wurden die paar Punks von Skinheads verprügelt. Heute prügelt die saudumme SA-Antifa, die zehn-gegen-einen-Helden, und die verblödete bunte Gesellschaft grunzt dazu.
    Ihr habt uns um unser Land beschissen, habt uns an die K***cken verschachert. Alles wofür unsere Vorfahren gelitten und sich die Knochen kaputtgearbeitet hatten, alles was sie mühselig erforscht und erfunden hatten, steckt ihr denen in die haarigen faulen Ärsche. Ihr, die ihr selber nichts könnt und nichts tut, 68er-Gutmenschenabschaum und Nachgeburten. Ich freue mich über jeden von euch, den’s erwischt, am besten durch die Hand eines eurer Lieblinge, oder durch meine eigene. Nicht God save the Queen, God kill Tony Blair. Ich will das ganze korrupte Politpack baumeln sehen, das ganze Parteiengesocks und all die nutzlosen Sozialratten, diese verfluchten Parasiten und ihre verkommene, verlogene Importklientel. Ich will keine Demonstrationen. Ich will die „Eliten“, die Rockefeller-Roth(/Rotten)schilds&Co. und ihre willigen US-, GB- und EU-Knechte und lügenden Medienspeichellecker an den Laternen hängen sehen, als Futter für die Krähen.
    Das ist Punk.

    • Mist!, Waisen mit ai!

    • Lydon war intelligenter, Joe Strummer/The Clash waren absolut PC, die linksdoofen Retter der Witwen und Weisen, aber die Musik war gut. Links ist PC, links ist Scheiße und saudumm.

      Ja, Strummer war pc. Aber hier zählen auch die Jahre – Strummer war, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, 28 als er die Clash gründete, Rotten war 10 Jahre jünger. Strummer und Sir Bob waren sozusagen ‚eine Generation‘, die vom Denken und Fühlen her im Grunde noch ’68 waren – auch wenn sie mit einem Bein emotional schon in einer anderen Generation standen. Das hat dann ja auch zum Split geführt, weil Mick Jones das alles zu politisch wurde.

      Die Pistols haben ihre eigene Rolle – und vor allem die Reichweite ihrer selbst damals (und wohl auch heute noch nicht ganz) natürlich nicht realisieren können. Aber Lydon hat wohl instinktiv etwas richtig gemacht: Er hat sich beschränkt auf die Artikulation der eigenen Erfahrung – ohne sie zum Anhängsel irgendwelcher ideologischer Denkschablonen des damals wie heute herrschenden gleichen Pöbels zu machen! Und durch ihren split hatten sie glücklicherweise keine Chance das noch falsch machen zu können. Und diese eigene Erfahrung war die einzig mögliche und gleichzeitig erste Widerstandshandlung gegen das alles dominierende Falschdenk- und Falschfühl-System von ’68.

      Es war die radikale Formulierung UND das Leben des Anspruchs auf EIGENES Leben jenseits der Maßgaben der 68er. Und mehr war eben nicht drin. In der BRD sind dann natürlich alle positiven Ansätze durch den betonschädeligen Salonkommunisten Diedrichsen und seine Entourage endgültig aufs falsche Gleis gesetzt worden. Dazu fällt mir nur ein Interview ein, das da mal in der Spex (oder sogar noch früher in der Sounds) erschien: Vier Teddybären von der Müllkippe. Da war der Interviewer, als er mit dem (in der Tat naiven) Patriotismus der Ramones konfrontiert wurde, so fertig, daß man sozusagen zwischen den Zeilen seine Kinnlade immer weiter runterfallen sehen konnte. Köstlich.

      Aber was solls – wie sich jetzt ja recht deutlich zeigt ist damals eben doch ein Fundament gelegt worden, das heute bei nicht wenigen (und zweifellos den Besten 😆 ) zur Hinwendung zur einzig richtigen Seite in der Phase der Geschichte in der wir HEUTE stehen geführt hat. Besser als nichts!!

      • Die Punkrocker waren natürlich alle linke Zecken, aber die besten unter ihnen haben es auch den Trotteln auf dem eigenen Ufer tüchtig gegeben, die Dead Kennedys etwa mit „Holiday in Cambodia“ oder „California über Alles“, das sind Spitzentitel mit extrem lustigen Texten. Geniale Momente hatten auch die Ultra-Anarchos von Crass, z. B. in ihrem wohl besten Song „Bloody Revolutions“, da kriegen die linken Kommiegenossen ihr Fett ab, und gefühlte 3/4 des Inhalts sind mir aus dem tiefsten Herzen gesprochen:

        You talk about your revolution, well, that’s fine
        But what are you going to be doing come the time?
        Are you going to be the big man with the tommy-gun?
        Will you talk of freedom when the blood begins to run?
        Well, freedom has no value if violence is the price
        Don’t want your revolution, I want anarchy and peace

        You talk of overthrowing power with violence as your tool
        You speak of liberation and when the people rule
        Well ain’t it people rule right now, what difference would there be?
        Just another set of bigots with their rifle-sights on me

        But what about those people who don’t want your new restrictions?
        Those that disagree with you and have their own convictions?
        You say they’ve got it wrong because they don’t agree with you
        So when the revolution comes you’ll have to run them through
        You say that revolution will bring freedom for us all
        Well freedom just ain’t freedom when your back’s against the wall

        Will you indoctrinate the masses to serve your new regime?
        And simply do away with those whose views are too extreme?
        Transportation details could be left to British rail
        Where Zyklon B succeeded, North Sea Gas will fail
        It’s just the same old story of man destroying man
        We’ve got to look for other answers to the problems of this land

        It all seems very easy, this revolution game
        But when you start to really play things won’t be quite the same
        Your intellectual theories on how it’s going to be
        Don’t seem to take into account the true reality
        Cos the truth of what you’re saying, as you sit there sipping beer
        Is pain and death and suffering, but of course you wouldn’t care

        You’re far too much of a man for that, if Mao did it so can you
        What’s the freedom of us all against the suffering of the few?
        That’s the kind of self-deception that killed ten million jews
        Just the same false logic that all power-mongers use

        So don’t think you can fool me with your political tricks
        Political right, political left, you can keep your politics
        Government is government and all government is force
        Left or right, right or left, it takes the same old course
        Oppression and restriction, regulation, rule and law
        The seizure of that power is all your revolution’s for
        You romanticise your heroes, quote from Marx and Mao
        Well their ideas of freedom are just oppression now

        Nothing changed for all the death, that their ideas created
        It’s just the same fascistic games, but the rules aren’t clearly stated
        Nothing’s really different cos all government’s the same
        They can call it freedom, but slavery is the game

        Nothing changed for all the death, that their ideas created
        It’s just the same fascistic games, but the rules aren’t clearly stated
        Nothing’s really different cos all government’s the same
        They can call it freedom, but slavery is the game
        There’s nothing that you offer but a dream of last years hero
        The truth of revolution, brother………………. is year zero!

        • Die Punkrocker waren natürlich alle linke Zecken,…

          Ach, das ist auch so eine ‚urban legend’. Ich weiß natürlich nicht wie die Verhältnisse in England waren … aber hier in Hessen auf dem Land, wo ich damals lebte, habe ich die Stimmung und Gestimmtheit ja erfahren. Und die, die hier Punks waren bzw. wurden, waren ganz bestimmt keine linken Zecken. Schon allein deshalb, weil die Macht links war – durch die herrschende ‚sozialliberale Koalition’; aber darüber hinaus war das Erlösende am Punk ja nicht zuletzt das, daß er in Rekordzeit so etwas wie ein eigenes Universum schuf, in dem man geschützt war gegen den lähmenden, alles überlagernden Druck der 68er mit ihren ganzen informellen, aber wirkenden, Normen, wie man zu denken und zu fühlen hatte … und was absolut nicht ging!

          Eddy & the Hotrods hatten nur einen einzigen Hit, aber der hatte einen Refrain, in dem das sehr schön zum Ausdruck gebracht wurde:

          Now the ice has broken
          now the ice has broken,
          now the ice has broken,
          doo – what – you wonna doo ….

          Es war ja einfach alles verboten … ohne gesetzlich verboten zu sein; aber dieser quälende Druck war für uns Wachere schon die ganze Zeit zu spüren. Ich verlinke noch eine alte Ausgabe der London Television Weekend-Show von 1976, die ein paar sehr schöne Originalinterviews mit den Pistols, Clash und Siouxsie enthält. Und da bringt das einer von den Banshees (ich glaube Steve Severin, aber ich weiß heute nicht mehr wer bei denen wer war – abgesehen von Siouxsie selber natürlich) sehr schön auf den Punkt, wenn er sagt “We been waitin five years for this to happen… – und das bringt auch mein ganzes damaliges Lebensgefühl perfekt auf den Punkt.

          Und es zeigt, daß die alle diesen lähmenden Druck (der 68er) als eine einzige Qual empfunden haben, die das Leben erstickt … auch wenn sie nicht von 68ern gesprochen haben. Die Clash haben es in ‚London calling’ doch auch formuliert “… phoney beatlemania has bitten the dust…”; das war eben deren Art dasselbe auszudrücken, was wir auch in der BRD gefühlt haben. Und Lydon sagt in dem entsprechenden Interview unter anderem den Satz “… don’t accept the old order …“ – und wenn ich drüber nachdenke, wäre dieser Schnipsel geradezu prädestiniert dafür am Ende eines Films über die NWO gesendet zu werden – als Schlußsequenz unschlagbar.

          Und wir wollten einfach nur fühlen. Uns. Unser ICH. Uns erleben. Und nix mit gesellschaftlicher Relevanz und dieser ganzen gequirlten Scheiße. Genau das, was die Pistols in ‚no feelings’ zum Ausdruck gebracht haben “…. I got no emotions for anybody else, you better understand I’m in love with myself … my … beautiful self … “. Was im Grunde die Entsprechung zu de mist was heute etwa ‘Die Verteidigung des Eigenen’ genannt wird. Diese verfi…en Drecksverbrecher hatten ja damals schon alle des eigenen Ichs enteignet … oder waren jedenfalls dabei. Und Punk war DIE Widerstandsbewegung genau DAGEGEN – und naturgemäß eben auf die einzige Art wie sich 17, 18, 19jährige ausdrücken sollten … eben nicht mit tausenden Seiten bedruckten Papiers und blutleerem, greisentrockenen Gesülzes. Sondern mit KRACH!!! Und Ungehorsam. Gegenüber dem System. Der 68er.

          Also da war nix mit ‚linken Zecken’. Klar, man hatte so eine diffuse Werteordnung, die ‚schon irgendwie links’ war … aber bei dem was man DAMALS an Information erhalten konnte – und wir waren ja aus heutiger Sicht allesamt über das was tatsächlich ablief und abgelaufen war, vollständig uninformiert – und dem Lebensalter … noch halb in der Pubertät … war das auch gar nicht anders möglich. Aber das hatte absolut NIX mit dem zu tun, was heute so als Linkentum oder Zeckentum sein untotes (Un-)Wesen treibt. Diese ganze hirnamputierte, schwachmatische Hafenstraße- und weiß-ich-was-für Brut. Wir wussten alle: Es wird nicht ewig dauern … und schon deshalb waren wir viel zu beschäftigt damit, auch noch das letzte Quentchen dieser absoluten Befreiung zu erleben. Bevor es vorbei sein würde. Keine Zeit für Theorie(n). Aber das Wichtigste aus heutiger Sicht ist für mich, daß der damalige Punk – sozusagen als kulturelle (Überlebens-)Blase gegen die lebenserstickende und –vergewaltigende 68er-‚Befreiung’ ja nur die Bereiche der Musik und der Mode wirklich berühren konnte. Der Wiedergänger der damaligen Punkrevolution in der Politik steht ja noch aus … und ich habe das Gefühl, daß er – auch gegen allen Anschein – noch kommen wird.

          • „Und wir wollten einfach nur fühlen. Uns. Unser ICH. Uns erleben“

            Genauso war es gegen 1976. Endlich wieder mehr Friseurbesuche wagen, in der Karre lief zeitweilig nur noch der „Blitzkrieg Bop“ oder „I’m a nazi, schatze, fighting for fatherland/Today your love, tomorrow the world“ der Ramones. Uns nicht mehr verstecken, unsere ganze Verehrung der Frauenwelt, jedenfalls was davon noch über war damals, so ab der Klasse einer „Venus of Avenue D.“, und noch den „Cadillac Walk“ drauf hatte. Weltoffen haben wir unter unserer Kultursensibiliät alles Bunte bei uns tolerant integriert, auch Bluesmen wie Willie De Ville und unsere Roten Brüder wie Link Wray, wenn es halt irgendwie „bad ass“ war und unsere Traumatisierungen allmählich geheilt hat, an denen wir alle litten, wenn wir als Halbstarke zuvor schon mit Gurlz gegangen waren, die das Anhören der „Imätschin“-Single von diesem Humanisten mit der Nickelbrille oder „Dull in Kentyre“, „Agony and Ivory“ … des Kumpelz von diesem FeministIn zur Bedingung gemacht hatten, mal in die gute Stube eingelassen zu werden.

          • @Leser
            „Ach, das ist auch so eine ‚urban legend’. Ich weiß natürlich nicht wie die Verhältnisse in England waren … aber hier in Hessen auf dem Land, wo ich damals lebte, habe ich die Stimmung und Gestimmtheit ja erfahren. “

            Na, die großen Aushängeschilderbands waren schon mehrheitlich links bis ultralinks. Aber die generelle Anarcho-Gestimmtheit der Szene hat sich gegen alles und jeden gewandt, auch gegen die etablierte, politisch-korrekte oder kommunistische Linke, klar. Und die generelle „anything goes“-Attitüde zeitigte auch nicht gerade „korrekte“ Ergebnisse, Siouxsie’s und Sid Vicious‘ Auftritte mit Hakenkreuzen und SS-Emblemen etwa wären heute undenkbar. In den Milieus waren die Übergänge und Überschneidungen zu den Skinheads etc zum Teil recht fließend, und irgendwann haben die Dead Kennedys den „Nazi-Punks Fuck Off“ gesagt. Auch aus Berlin haben mir Veteranen der 80er Jahren berichtet, daß die diversen Szenen politisch keineswegs so eindeutig verortet waren, wie man heute glaubt. Aber wesentlich war eben dieser Jugendexistenzialismus, den Sie ansprechen, also eher etwas Meta-, Un- und Antipolitisches.

  • Ach ja, und etwas hab ich durch die Pistols auf jeden Fall gelernt: Revolutionen – wirkliche! – beginnen immer mit der Entdeckung und Artikulierung der EIGENEN E-R-F-A-H-R-U-N-G. Im Gegensatz zu den vorgefertigten Formen aller möglicher Verwertungsspezialisten, die irgendeine ‚Designer-Erfahrung‘ möglichst gewinnbringend an ihre jeweiligen Opfer bringen wollen.

    Du stellst fest, daß DU Menschen aus aller Herren Länder, die dir als ‚deine Mitbürger‘ aufs Auge gedrückt werden, gar nicht so empfindest? Daß du stattdessen, ohne es recht erklären zu können, das Gefühl hast, das dich mit Leuten, die dieselbe ABSTAMMUNG haben, irgendetwas näher verbindet? Ohne daß du das, wie gesagt, wirklich erklären könntest, aber … das Gefühl ist trotzdem da. Und irgendwann kannst du es vor dir selber nicht mehr verbergen! Und möchtest dieses Gefühl jetzt auch LEBEN … ihm eine Form geben??

    Gratulation! Du hast damit eine Revolution begonnen …

  • Diese Twitter-Spalte ist schon deprimierend. Da lese ich doch tatsächlich gerade:

    JF: Merkel kündigt Einschränkung nationaler Souveränität: BERLIN

    … und denke schon: Upps – was ist denn da passiert?? Und was ist passiert? Sie kündigt nicht die Einschränkung nationaler Souveränität … sondern ‚kündigt sie an‘! Verfluchte Tat …

  • „Revolutionen – wirkliche! – beginnen immer mit der Entdeckung und Artikulierung der EIGENEN E-R-F-A-H-R-U-N-G.“

    Die SUBJEKTIVE Wirkung kann immer nur in der Wirklichkeit stattfinden, niemals in der Realität. Die Realität wird aus dem Nichts erfunden. Die eigene Großmutter ist wirklich. Meine Großmutter wirkt aber auf mich ganz anders als auf einen fremden Chinesen. Wenn ich meine Großmutter verkaufe, bekomme ich in der Realität Dollares dafür. So verwandelt sich lebendiges EIGENtum in toten Besitz.
    Die Realität wird von den Mächtigsten und Reichsten bestimmt. Ihre Stärke ist es, daß sehr viele sie teilen können. Dollareszählen ist ganz einfach, läßt sich „kommunizieren“, weltweit.
    Jeder muß zum Teil – weil er überleben will – sich in der gerade angesagten Realität bewegen können. Im Gegensatz zum Überleben findet das LEBEN aber ausschließlich in der Wirklichkeit statt.
    Die Totale Aufklärung – also die, die sich nicht mehr selber im Spiegel kritisch überprüfen kann – ist eine zum Tode führende Geisteskrankheit, wenn sie nichts mehr als die Realität akzeptieren kann, bis hin zu Bombenangriffen auf Länder wie Libyen, die sich der Realität verweigern wollen.
    Bis hin zur Aufgabe ureigner Lebensinteressen, wenn z.B. eine freundliche gutaussehende blonde deutsche Frau sich Sorgen um deutsche Kinder macht und der Springer-Verlag diese Frau als Sympathisantin der NSDAP darstellt und eine allgemeine Verfolgung dieser Gedankenverbrecherin eingeläutet wird.

  • Die einzig aktuellen Nachfolger von Punk sind Psychopharmaka und Amoklauf.

  • http://www.youtube.com/watch?v=6FPOmQqfPvc

    Und die „Royals“ machen trotzdem weiter. Irgendwie sympathisch.

    • Oh weh, da habe ich mich auf „youtube“ wohl hoffnungslos auf’s Glatteis führen lassen! Dann ist also die Behauptung, auf der Insel sei schon lange eine schwarze Königin an der Macht, wohl doch nur eine typische Verschwörungstheorie. Da kann man mal wieder sehen …

      • Weia, wo haben Sie den denn ausgegraben? Wird der nicht älter oder pumpt der sich jeden Morgen mit Botox auf? 😆 Aber er ist definitv echt! Ich glaube, Arnold ist auch ein Fan von ihm … in einem meiner Lieblingsfilme von ihm – Predator – gibts diese Szene am Anfang … wo sie also mit dem Hubschrauber in ihr Einsatzgebiet im Dschungel geflogen werden, und Blain – das ist Jesse Ventura … mit dieser Rucksack-Gatling – hat diesen Ghettoblaster über sich im Hubschrauber … und da läuft die ganze Zeit ‚Long Tall Sally‘. Das war irgendwie … suuuper. Paßte einfach wie die Faust aufs Auge… 😆

  • Die Erklärung „Botox“ ist mir irgendwie zu einfach. Meine, daß es etwas anderes sein muß. Habe den Verdacht, da steckt ein gewisser Eddie Cochran dahinter. Der hatte vor reichlich langer Zeit mal sein „Menschen“recht auf arbeitsfreie Ferien und mehr Taschengeld den VN vorgetragen („Summertime Blues“ – „I’m gonna take my problem to the United Nations“). Übrigens haben sich später auch die Sex Pistols auf Cochran berufen. Es scheint sich hier um eine ganz bestimmte ausländische Musikrichtung zu handeln, die auf geheimnisvolle Weise Senioren und Seniorinnen zu einem enormen Glanz der ganzen Haarpracht noch bis ins hohe Alter verhilft. Auch dieser folgende kurze Musikfilm scheint meine Annahme zu bestätigen:

  • Na, die großen Aushängeschilderbands waren schon mehrheitlich links bis ultralinks.

    Welche sollen das denn gewesen sein?

    Aber wesentlich war eben dieser Jugendexistenzialismus, den Sie ansprechen, also eher etwas Meta-, Un- und Antipolitisches.

    Woran merkt man, welches Gewicht eine bestimmte Erfahrung für einen hat? An seiner Reaktion natürlich. Als ich das erste Mal Bilder von den Sex Pistols sah … also eigentlich von Rotten … da WUSSTE ich, daß das der Ausdruck von allem war was ich gesucht und worauf ich gewartet hatte. Es war wirklich, als ob mir schlagartig klar geworden war, daß ich die ganze Zeit auf der Suche gewesen war nach … mir selbst. Und das da … dieses Outfit … dieses ausgemergelte, bleiche Raubvogelgesicht mit dem durchdringenden Blick, diese debilen Verrenkungen … die Stimme … die Musik – alles war einfach perfekt. Schärfe, Schneid & Stil. Es war, als ob er einfach keine Fehler machen könnte. Und irgendwie hat er auch keine gemacht … er ist einfach … bei sich geblieben. Und wer das schafft, kann schon mal nicht WESENTLICH in die Irre gehen.

    Die ganze Sache geht ja wesentlich tiefer … um das verstehen zu können, müßten Sie eigentlich beispielsweise dieses Buch hier…

    Astrologisch-homöopathische Erfahrungsbilder zur
    Diagnose und Therapie von Erkrankungen Band 1 ISBN 978-3-927094-11-6

    … gelesen haben – und besonders die Beschreibung zum Erfahrungshintergrund der Konstellation ‚Pluto-Uranus‘. Es war nämlich so, daß die Generation, die die Träger von 68 waren ihren Pluto an der Stelle hatte, an der dann der Uranus der Generation stand, die so in den späten fünfziger Jahren geboren wurde. Übersetzt: Deren Vorstellungswelt und Ideale (Pluto) lagen wie eine Grabplatte auf unserem Uranus – und der Uranus ist die Erfahrung … – also unsere Erfahrung wurde durch deren Vorstellungsgebirge regelrecht erstickt … konnte nicht rauskommen, nicht erlebt werden. Und das war dieser Druck, den wir gespürt haben – oder sagen wir mal: die Besten haben ihn gespürt; beispielsweise durch die erste 68er-Lehrergeneration, die wir ja voll abbekommen haben – und die wir da schon vier Jahre ertragen hatten. Und als die Erfahrung dann doch zum Ausdruck kam, da haben genau diese Leute das auch sofort erkannt, weil sie sofort in Resonanz waren.

    Also mein erstes ‚Punk-Lied‘, das ich je gehört habe, habe ich so im Spätsommer ’76 gehört. Von Punk hatte ich noch nie gehört oder gelesen. Ich kam abends aus dem Schwimmbad, hatte mir 2 Literflaschen Apfelwein gekauft und wollte mich bei der Hitparade International (mit Werner Reincke) gemütlich vollaufen lassen. Es gab im Radio nur 2 Sendungen, die ich damals gehört habe: Mittwochs die ‚Diskothek im WDR mit Mal Sandock‘ und Donnerstags eben die ‚Hitparade International‘. Und da lief plötzlich ein Titel … ich weiß nicht mehr, ob das eine Neuvorstellung war … jedenfalls lief plötzlich ein Titel, der war … irgendwie anders. Das war ‚Young Savage‘ von Ultravox (also nicht die späteren ‚Midge Ure-Ultravox‘, sondern die mit John Foxx). Ja, und ich weiß noch, daß ich … ich war plötzlich auf den Beinen und mußte tanzen … irgendwie mich bewegen und wenigstens den Refrain mit…brüllen. Es ging gar nicht anders … völlig unmöglich.

    Ich hatte schon vorher musikmäßig nie zu ‚den Guten‘ gehört (die hörten Birth Control, Iron Butterfly, Genesis … so Zeug halt); ich hörte Slade. Und etwas später sah ich im Musikladen die New York Dolls – das war schon fast mein Ding. Aber noch nicht hundertprozentig. Und man hatte das Gefühl, da müßte noch was nachkommen. Und dann waren wir Mitte ’76 mit der Schulklasse in London und ich hatte mir die ‚Whats on‘ gekauft, um zu sehen, was man an Bands sehen könnte. Und da stand was von ‚1. Punk Rock Festival … 100 Club … Sex Pistols etc.‘ – und ich dachte ‚Sex Pistols‘ … komischer Name. Ob ich da mal hin sollte.

    Und was ich dann dachte, werde ich mein Lebtag nicht verstehen: Ich dachte plötzlich irgendwie, das hätte wohl was mit ‚Jazz‘ zu tun … und das war für mich das Ekligste überhaupt. Lächerliche Typen, die völlig assynchrones Getute und Geblöke auf ihren Instrumenten veranstalteten … am besten noch mit einem Saxophon – kurz, um es mit einem verbotenen Begriff zu sagen: Für mein Verständnis – lebensunwertes Leben! Musikalisch gesehen. Und was habe ich also gemacht? Stattdessen? Nun, ich bin in den Hyde Park gegangen zu einen Open Air Freikonzert mit Queen, Elton John, Kiki Dee und-weiß-der-Teufel-wem-noch. Und es war genau, wie es in dieser von mir verlinkten alten Doku gesagt wurde: Diese Bands mit den großen Namen waren ‚kleine Punkte am Horizont‘.

    Es war alles so dermaßen lächerlich, daß man im Grunde nicht glauben kann, das man so einen Scheiß überhaupt gemacht hat … aber man hat ihn eben gemacht: Man war da mit so ca. 250.000 Leuten, hatte seinen Biervorrat, hörte ein paar Fetzen Musik und ahnte die Richtung, in der die Bühne stehen müßte. Und fühlte … n-i-c-h-t-s! Aber man hatte keinen Vergleich – und deshalb fiel es einem nicht auf. Aber es war diese Unruhe da … so wie sie eben da ist, wenn man – wie man es natürlich heute weiß – auf irgendetwas Wichtiges zusteuert. Und als ich ‚Young Savage‘ hörte, da aus diesem potentiellen Zustand dieser inneren Unruhe und undeutlichen Erwartung … plötzlich eine erlebbare Gegenwart!

    Ein paar Monate später las ich dann auch die ersten Berichte über Punk. Wir hatten da so ein Jugendzentrum und die Leute da waren tatsächlich … nun ja, links. Aber das war alles nicht wirklich echt. Das war … nicht Eigenes. Das war eben alles übernommen … Kopien. Und ich war … nicht wirklich links. Ich mochte beispielsweise keine Drogen, also jetzt nicht Alkohol, sondern Haschisch, LSD, Marihuana … was damals halt so in der Schule genommen wurde. Ich hatte immer das Gefühl, das wichtige Dinge schwierig zu erhalten sein müßten … und Drogen? Das war alles zu leicht. Jedenfalls war das Album der Damned mein erstes Punk-Album. Und dann kam das Album der Clash. Und die hab ich dann immer mit ins JZ geschleppt und rauf und runter gespielt.

    Ja, und irgendwie … kam die Musik bei den Meinungsführern an – sie traf einen Nerv! Die Gespräche da im JZ etwa … da ging es nicht um Links und um Politik. Es wurden halt alle möglichen Stories erzählt von allen möglichen Originalen … was der wieder da und dort gebracht hatte, und was in der Sesamstraße gelaufen war, Mädchen natürlich, einige erzählten von der Lehre, die sie machten, und natürlich: MUSIK! Wenns mal um Politik ging, dann gings schon irgendwie um das berühmte ‚Anarchy‘ … man suchte irgendwie nach einem Weg wie es besser sein könnte, weil so wie es war … war es irgendwie nix.

    Und wenn Sie sich einen Eindruck verschaffen wollen, wie Punk damals wirkte, dann müssen Sie natürlich die Sachen hören, die da so im Radio üblicherweise liefen … oder in den zwei Musiksendungen, die es gab: Ilja Richters ‚Disco‘ und den ‚Musikladen‘ eben – sonst gabs ja nichts. Und es gab beispielsweise um diese Zeit diese ganzen Barries … Barry Blue … Barry Green … und natürlich Barry White (dieser 300 Pfund schwere Negerbulle, der immer Literweise Flüssigschmalz ins Mikrophon tropfte). Oder hören Sie sich 10CCs I’m not in love‘ an (damals, glaube ich, wochenlang die Nummer 1 in allen möglichen Hitparaden) – und hören Sie sich dann New Rose von den Damned an! Dann wissen Sie worum es ging – oder Sie wissen es nie. Allein das Intro etwa von ‚New Rose‘, ‚Janie Jones‘ oder ‚Pretty vacant‘ war mehr wert als die ‚Befreiung der ganzen verdammten demokratischen Volksrepublik Kampuchea oder wie das Dreckloch hieß … oder auch die Befreiung der ganzen Welt von was auch immer.

    Es war wirklich, als ob man die ganze Zeit eine Atombombe irgendwo in seinem Innersten mit sich rumgetragen hätte … und die ganze Zeit, in der man diese … Unruhe hatte … dieses merkwürdige Unbefriedigt-sein … lief schon der Zünder … tick-tack-tick-tack-tick-tack … – und dann ging sie los. Und im Unterschied zu allem was vorher war, war diese … Urkraft … Urwut … Urenergie … die war einfach da! Und jetzt konnte man sie fühlen … sie hatte einen Ausdruck, hatte Form. Und es war eben dann wirklich wie beim Urknall: Ein ganzes Universum erschuf sich in Rekordzeit. Und in diesem Universum war man sowohl das was man tatsächlich war … wie auch irgendwie geschützt vor der Welt der 68er. Der Herbst ’77 … das war irgendwie mehr wie ein Comic. Irreal.

    Und in der Zeit, in der dieses Universum wuchs … da gab es nicht wirklich Zeit für Abgrenzungen und Zuordnungen … es war alles nur NEU und ein einziger Fluß. Jeden Tag gab es irgendwas Neues. Und man war einfach nur … offen – für diesen oder jenen neuen Klang, Sound, Krach. Und man war bei sich – das war natürlich das Beste!!

    Und was Sie beispielsweise mit den ‚Hakenkreuzen‘ angesprochen haben … das war natürlich pure Aggression und Provokation: Man wußte, daß es den 68ern weh tat. Und den Linken generell. Und da war es geradezu ein Genuß – und es ist ja auch reichlich genossen worden. Ach, und wenn Sie ‚Veteranen‘ fragen wollen … dann fragen Sie keine Veteranen aus den Achtzigern, sondern die aus den Siebzigern – denn in den Achtzigern war Punk (als Revolution und Bewegung) längst vorbei.

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