Non veni pacem mittere sed gladium. (Mt 10,34)
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(Heute morgen im Deutschlandfunk: Gespräch mit dem Herausgeber des Merkur, Christian Demand, über einen Beitrag von Thomas Hettche für das Juni-Heft: Feinberührung. Über die vergessene Kunst des Soldatischen; Hettche setzt mit Ernst Jünger ein, bezieht sich auf Carl Schmitt, während er vom Soldaten zum Feindbild und wieder zurück wechselt. Der „Staatsbürger in Uniform“ wird demontiert: als das glatte Gegenteil der durch einen Graben davon getrennten Gestalt des Soldaten. Aus diesem Anlaß nun also: Vorabveröffentlichung – samt umwerfenden Bildes am Schluß – aus Sezession 48, die morgen aus dem Druck kommt):

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Götz Kubitschek auf Sezession im Netz
Kategorie(n): Nicht kategorisiert
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Zum Originalartikel: Uniform oder Kostüm? – Blick auf Thomas Hettche und den „Friedensjochen“

Eine Antwort auf Uniform oder Kostüm? – Blick auf Thomas Hettche und den „Friedensjochen“

  • Eine erfolgreiche Armee ist eine, die das ihr zugrunde liegende Potential am wirksamsten in Kampfkraft umsetzt. Menschen sind der Kern einer jeden Armee. Es gibt verschiedenste Typen, die eine kampfstarke Armee ausmachen.

    Zuerst: Es ist der Typ Kämpfer. Der ist im Krieg ein selbständig handelnder Mannschaftssoldat und, wenn Verstand vorhanden ist, auch ein guter praktischer Ausbilder. Und es ist der Typ „dynamischer Offizier“. Diese tragen jede Armee; es ist der Kern, der Nukleus. Warum und weshalb dieser Typ Soldat wird? Weil es eine Herausforderung ist, weil Spannung und „action“ geboten wird.

    Ich befürchte, dieser Typus „Kämpfer“ dilettiert gerade beim Gas-Wasser-Scheiße-Dienst oder fegt die Straße; bestenfalls (!) steht er „an der Tür“ eines Etablissements. Der Typ „dynamischer Offizier“ studiert BWL oder Sport und ballert sich die Hirse mit Alk und Sportzigaretten zu. Bei der Bundeswehr gibt es den Typen natürlich auch. Und dieser Typ wird häufig abgeschossen, wie in mehreren mir bekannten Fällen (oder er schießt sich mit Nichtigkeiten selbst ab).

    Der sekundäre „gute Soldat“, als Mannschaftsdienstgrad, Unteroffizier oder Offizier wird vor allem durch sein Sozialansehen motiviert. Sie orientieren sich nach oben und nach unten. Haben sie einen starken Vorgesetzen, blühen sie auf. Haben sie einen schwachen, sind sie mental orientierungslos oder sie schaffen es, sich an der Ästhetik und dem Ethos einer guten Armee zu orientieren. In einer guten Armee stellen diese Soldaten um die „Kämpfer“ und „Dynamiker“ herum die Masse der wirklich brauchbaren Soldaten. Ihr Mut kommt weniger aus dem Inneren, sondern aus der Norm bzw. dem Ethos des Soldaten. Sie werden mitgerissen, sind aber selbstlos und tapfer.

    Die Bundeswehr hat immer noch sehr viele dieses Typus. Das Problem wird in dem Beitrag angesprochen: Das fehlende soldatische Ethos und die fehlenden geborenen Kämpfer und Führer, an denen sie sich aufrichten können.
    Wenn die Bundeswehr es nicht schafft, diesen Typus „guter Soldat“ abzugreifen, so wird man sie erfolgreich in jedem anderen Beruf finden.

    Nur diese zwei Typen braucht eine Armee (zumindest in den Kampftruppen).

    Der folgende Offizierstyp, der als „Mamakind“ zu viel Soldat und Technik geblättert hatte und noch vor dem Grundwehrdienst als SaZ12 genommen wurde, kann ob seiner Untauglichkeit nur in der emotionalen Nische überleben. Er führt nicht, er wird geführt, er taugt auch nicht in den Stäben, in die er abgeschoben wird, weil er weder Kämpfer, noch Soldat ist, sondern nur die Uniform trägt (nichts bezeichnet es besser als: „Heeresuniformträger“ oder wie oben: „Kostüm“). Diese Leute wären gerne mehr, als sie sind. Deswegen sind sie Soldat geworden, um den Schein zu erzeugen, der ihr selbstempfundenes Manko überkompensieren soll. Dieser Typ ist allerdings meistens recht intelligent, sprachbegabt, fleißig und lernwillig. Deswegen macht er die Lehrgänge und das Studium mit guten Noten und in den Auswahlkonferenzen kommt man deswegen nolens volens kaum an ihm vorbei. Dieser Typ scheint mir die Bundeswehr zu dominieren, das gilt zumindest für das Heer, in letzter Zeit sehe ich viele dieser in Führungsverwendungen, ausgerechnet die Stellen, die sie niemals hätten bekommen dürfen, weil um sie herum dann das Vakuum herrscht. Aber es scheint so, als habe man sich in den Verbänden und Einheiten daran gewöhnt. Der Gegenentwurf ist der Typ „Schnacker“ oder „Selbstdarsteller“. Häufig etwas adipös, meist freundlich, recht präsent. Genau dieser ist der Typus, den man meint, wenn man sagt, daß im Frieden die Führer andere sind, als im Krieg. Es sind diejenigen, die von den Dynamikern „gefahren“ werden, diejenigen, die die Dynamiker auch „laufen lassen“, wenn sie gut sind. Haben sie einen neidischen Zug, dann bremsen sie die Dynamiker ein, um selbst nicht so undynamisch zu erscheinen.

    Um das alles zu bewerten, könnte man einfach sagen, daß von FüS über FüH bis zu P und SDH der Wurm drin steckt. Aber so einfach ist es nicht.
    Es ist kein Wurm, der eine gute Substanz madig macht. es ist gar keine gute Substanz vorhanden. In der Vergangenheit waren es die Relikte einer guten Substanz, die aus einem Brei wenigstens einen Ziegel haben werden lassen. Nun, wo man die Relikte abwirft, vergißt, ja sogar ablehnt und pönalisiert, weicht der Ziegel langsam auf und wird wieder zu einem Brei.
    Es ist die Substanz die falsch ist, bzw nicht vorhanden ist. Und die derzeitige Substanz trägt den Namen Bundesrepublik.
    Dieser Staat ist historisch eine Fermdherrschaftsinstitution, die nicht aus eigener (militärischer!) Kraft entstanden ist, sondern unter dem windungsreichen Andenauer „ergaunert“ wurde; in der zutreffenden Erkenntnis, daß die USA ihre deutsche Kolonie an langer Leine führen wollten. Kolonie bleibt Kolonie – und wenn die Leine noch so lang ist. (Und daß die Leine kürzer ist, als man allgemein annimmt, kann man an EFSF, ESM und Griechenland-Rettung, sprich Goldman-Sachs-Rettung sprich Dollar-Rettung erkennen.)

    Und deswegen ist die Kämpfer-Mentalität tatsächlich „gefährlich“. Sie ist es aus ihrer (wahrscheinlich genetischen) Natur heraus. Und wenn der Geist, sich nichts gefallen zu lassen (so wohl die Typologie des „Kämpfers“), bzw. Ehre, Recht und Gerechtigkeit zu verteidigen (so wohl der „gute Soldat“) um sich griffen, müßte als erstes wohl die Bundesrepublik, NATO- und EU-Mitgliedschaft gleich mit, verschwinden, was die Weltkriegssieger wohl kaum als besonders zweckmäßig ansehen würden. Letztendlich ist diese Mentalität Ursache der Weltkriege. (Nein: Nicht schuld. Schuld sind diejenigen, die sich vor ihr ohne Grund gefürchtet haben.)
    Ohne diesen Willen zur nationalen Selbständigkeit und Selbstbestimmung hätte es kein Leipzig, kein Belle Alliance, kein 1848, keine Düppeler Schanzen, kein Sedan, kein deutsches Reich und keine Wiedevereinigung gegeben. Sie gibt es. Sie hat die Deutschen trotz ihrer Jahrhunderte langen Zersplitterung wieder vereint. Niemand hat vor der Bundesrepublik Angst. Aber jeder vor diesem deutschen Potential. Und dieses Potential schwindet jährlich. Ursache: Pille, Lebensstil, Abtreibung, Kinder- und Familienfeindlichkeit des Rechts und der Politik. Und: Zuwanderung. Diese beiden Effekte wirken senken und binden dieses Potential. Verschwinden wird es deswegen nicht.

    Diesen Geist der Selbstbehauptung zu erschlagen, besonders seit 1990, ist dem In- und Ausland ein besonderes Anliegen. Deswegen die Umvolkung („Verdünnung“ – J. Fischer), die EU als „Vereinigte Staaten von Europa“, deswegen die historische „Nazi-Wochen-Schau“ und die tägliche „Rassismus“-, „Kampf-gegen-Rechts“-Posse. Alles nur, um diesen „Geist“ der doch genetische Ursachen hat, zu bekämpfen, auszuschalten, niederzuhalten.

    In Folge ist natürlich auch die Armee von dem Anti-Geist beseelt (genau genommen vom Geist entseelt). Wenn der Typus „guter Soldat“ Anti-Werte als Werte, als Feiglings-Ethos als militärischen Ethos schlucken muß, geht das auf Dauer nicht gut. Das ist zu leicht zu erkennen, spätestens, an der Dysfunktionalität. Nur der Typ „windiges Muttersöhnchen, das drei Fremdsprachen fließend spricht und den „C“ Lehrgang mit Bestnoten hat und den Soldaten nur spielt“, mit dem geht das! Nur ist der eben kein Soldat und versagt bei der kleinsten militärischen, sprich kriegerischen Aufgabenstellung. Er kann überhaupt nicht befehlen, noch weniger selbständig im Sinne des Ganzen denken oder selbständig handeln.

    Bei allen historischen Fehlern der preußischen, österreichischen, bayerischen, württembergischen, sächsischen Armee, der Reichswehr und der Wehrmacht und seiner unterstellten Teile hat es diesen Wurm, der Geist und Körper zerfressen hat nicht gegeben.

    Nichts kann das heilen. Es ist gar keine Krankheit. Es ist der Niedergang von etwas, das niedergehen muß, weil es selbst nicht trägt. Ein Gebäude ohne Fundament, auf dem Sand der ehemaligen Feinde gebaut.

    Wenn es nochmals eine Verteidigung Deutschlands geben sollte, so wird es nicht die Bundesrepublik sein, die mit Bundeswehr voran geht. Und wenn wir anfangen, hier deswegen herum zu jammern, weil die Bundeswehr so ein schlapper Haufen ist, so wird man halt um den Punkt nicht herum kommen, das folgende zu erkennen, oder ein ewiger impotenter Nörgler zu bleiben:

    1. Eine Freiheit ohne bewaffneten Arm kann es nicht geben. Geschnekte Freiheit basiert auf der Macht des Schenkenden. er wird auch die Macht haben, sein Geschenk jederzeit zurückzuziehen. Das gilt für den Einzelnen, wie für Völker. Staaten sind letztendlich nichts anderes als deren Organisation. Wenn die BRD und die BW es nicht leisten und nie geleistet haben, sich diese Freiheit zu erkämpfen, müssen es halt diejenigen leisten, die einen bewaffneten Arm wollen, wenn die Freiheit und Demokratie, die man uns geschenkt hat (bzw. deren Interpretation davon uns aufoktroyiert hat). Sie müssen den Totalausfall des Staates in Sachen Verteidigung eigenständig kompensieren. Das ist letztendlich jeder.

    2. Dies gilt nicht nur für die klassische Sicht, daß Kriege Auseinandersetzungen zwischen Staaten sind, sondern zunehmend auch innenpolitisch, wo der Staat erodiert, den Schutz der Bürger nicht gewährleistet, ihre eigene effektive Selbstverteidigung aber durch ein strenges Verhinderngsrecht für legale Waffen sogar aktiv sabotiert.

    3. Dies gilt ebenfalls in der Hinsicht, daß staatliche Konflikte nicht nur heute zu wesentlichen Teilen als Bürgerkriege (siehe Syrien, Afghanistan usw. usf.) geführt werden, in denen ethnische und religiöse Sollbruchstellen genutzt werden. Diese Option haben unsere Nachbarn seit Jahrhunderten mit Erfolg gezogen und durch die Umvolkung eröffnet sich diese zunehmend wieder durch die ethnische Substanzveränderung in Deutschland.

    Politisch gesprochen sind „die Deutschen“ schon lange gleichgültig. Relevant ist für politisch nur, wer, nachdem er die Lage erkannt hat, nicht mehr lammentiert, sondern wer innerlich bereit ist, zu handeln – und sich darauf bei Zeiten vorbereitet.

    Wer daran glaubt, im Rahmen der bunderepublikanischen „Verafassungswirklichkeit“ würde, ja müsse irgendwann, eine anständige rechte Partei entstehen, die dann für das „natürliche“ Selbsterhaltungsrecht einträte, die dann selbst Gewicht erhalten und alle anderen Parteien vor sich hertreiben würde, der lebt im Traumland, aber nicht in der BRD 2012. Dieser gedankliche Strohhalm entbindet keinen, selbst zu handeln, seine eigene Pflicht, seine eigene natürliche Aufgabe zu erkennen. Es ist eine ethische Pflicht, wie sie eine existenzielle Selbstverständlichkeit ist.
    Wenn das Schiff morsch ist und kentert, kann nicht auf ein Wunder hoffen, sondern muß die Rettungsboote klarmachen und das nächste Ufer ansteuern.

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