Non veni pacem mittere sed gladium. (Mt 10,34)
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Compact1 150x119 Macht und MeinungsfreiheitAm 12. April lud Compact-Herausgeber Jürgen Elsässer in Berlin zu einer Gesprächsrunde mit dem ehemaligen rbb-Moderator Ken Jebsen, der letzten November wegen angeblich antisemitischer Äußerungen von seinem Posten gefeuert wurde. Maßgeblich beteiligt an dieser Chasse war Henryk Broder, der Jebsen auf Achse des Guten massiv attackiert hatte.

[weiter, noch 1,851 Wörter]

Martin Lichtmesz auf Sezession im Netz
Kategorie(n): Heute
Schlagwörter: , , , , , , , ,
1,898 Wörter | Keine Kommentare

Zum Originalartikel: Macht und Meinungsfreiheit

11 Antworten auf Macht und Meinungsfreiheit

  • Nur mal so ganz nebenbei ein kleiner Hinweis wie es heute mit der Meinungs- und Versammlungsfreiheit in Niederbayern aussieht.

    http://rundertischdgf.wordpress.com/2012/04/12/meinungsfreiheit-und-vorurteile/

  • Danke für diesen Artikel, ML. Ich weiß, dass es dem Blogmeister hier sehr ernst mit seinem leidenschaftlichen Einstehen für die Meinungsfreiheit ist, aber bei anderen kommt mir’s auch oft wie eine ziemlich durchsichtige und wenig überzeugende Taktik vor. Mittlerweile ist mir das auch zu defensiv. Was soll denn das, darum zu betteln, auch mal mitreden zu dürfen? Pah, nein!

    Gegenüber den Zerstöreren unseres Landes kann es nur ein unaufhörliches und ungemäßigtes Finger-drauf-Zeigen geben und unseren Landsleuten gegenüber ein ungeduldiges mit der Nase drauf schubsen! Wer lange Erklärungen will, betätige dann bitte selbst die Suchfunktion.

    Und ganz richtig, sollte die Rechte in Deutschland nochmal irgendwann zum Zuge kommen, wird die öffentliche Meinung auch gelenkt werden müssen, zumindest zurechtgerückt, und die Destruktivität unserer Feinde durch eine Zensur begrenzt werden müssen.

  • Franco ist eine Wahrscheinlichkeit, aber kein Vorbild für mich.

    Ich halte Bernay’s Analyse auch für mystifizierend, denn es ist im allgemeinen völlig klar, von welcher Seite welche Sicht gepusht wird.

    Und so fürchterlich schlau wie die Herren geheime Oligarchen sind, haben sie sich jetzt ein Land geschaffen, in welchem paranoide Wächter umzäunter Communities so lange genervten Jugendlichen hinterherlaufen, bis die sie anmachen, wonach erstere letztere dann gesetzeskonform erschießen können, aber nicht, ohne daß Millionen Amerikaner aufheulen und eine Bestrafung fordern.

    Alle Achtung!

    Was für Führungsqualitäten! Welche Weisheit!

  • Broder und PI werden so hart angefasst, wie es ihnen gebeut. Zudem wird die Problematik struktuerell sehr schön erschlossen, jedoch, für meinen optimistischeren Geschmack, ein wenig zu defätistisch. Allerdings sehr die Frage, ob man hier besser meint, erstmal die Tristesse der Regel in den Vordergrund schieben zu wollen, zunächst mal ohne Ausknopf, oder die Einbindung vereinzelt auffindbarer Gegenbeispiele auch zur Ermutigung mitaufbieten mag.

    Schwer zu sagen.

    Noch zu Broder: Irgendwann platzt er. Dem geht’s einfach zu gut.

    • „Noch zu Broder: Irgendwann platzt er. Dem geht’s einfach zu gut.“
      Jenseits der Körperlichkeit:
      Wen wundert`s in Zeiten wie diesen. B., letztinstanzlich zuständig für gut und böse, zulässig und „umstritten“. Wo B. ist, ist (medial) oben. B., der nicht-germanische Siegfried.
      Wenn die Sonne tief steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten.

      • Nun, für mich, der, wie manche meinen, mitunter einen etwas autonomen Humor pflegt, ist Broder die derzeit abgedrehteste traurige Witzfigur des Landes. Auch weil Linke sich fürchterlich über ihn ärgern, ihm aber noch nicht einmal beikommen, wenn er den größten Unfug erzählt, weil er sie fest im Schwitzkasten hält. Das hat Unterhaltungswert.
        Und er dient ja auch auf der anderen Seite des politischen Spektrums prächtig dazu, Weizen und Spreu sich illuster zu trennen betrachten genießen zu dürfen. Broder ist ungemein nützlich. Ich will jetzt nicht gerade sagen, dass ich ihn liebe, aber vom dramaturgischen Standpunkt her ist er mein kontemporaner Held. (Siegfried war übrigens ein ziemlich linker Socken, jedenfalls auf Brautschau, taugt aber trotzdem nicht zum Vergleich.)
        Am ehesten fällt mir grade auch noch einer ein, der aus dem Badischen stammen dürfte, alsdass man davon spricht, jemand benehme sich, zumal sitze da, rede, wie „Karle Bräsig“. Ungefähr, soweit ich die Semantik erschließen konnte, war da stets die Rede von einem eher untersetzten, blasierten, selbstverliebten, überheblichen, nicht selten sich selbst bis übers Maß gerne zuhörenden Manne eher schon eines gewissen Alters, der überdies eine gewisse Schnodderigkeit mit zur Schau getragenener leichter Verlotterung sich zum Markenzeichen gemacht. Im Jiddischen wie auch in der Jugendsprache streift das den „Schmock“, der aber insgesamt nicht so konnotiert ist, wie Karle Bräsig, der Durchtriebeneres, gleichzeitig Dekadenteres, Nihilistischeres verkörpert.

  • Um den Broder mal in brodo zu lassen und den Kern des Artikels aufzunehmen, will ich, wie schon angedeutet, ins Spiel bringen, dass durchaus zu hinterfragen ist, ob die alten Paradigmen im Netzzeitalter noch greifen werden wie je; – was sind schon Zugriffe in Zahlen? – : Es haben sich doch schon längst Paralleleliten gebildet, deren zumal indirekte Wirkung nicht von der Hand zu weisen ist. Und, meines Erachtens, wächst. Teilweise wirken wir eben noch eher auf einer Metaebene. Beziehungsweise auch auf einer langfristigen. Die modernen Speichermedien und Auffindbarkeiten sehe ich mehr als Segen denn als Fluch. Jedes richtige Wort ist auch da, jederzeit wieder da. Der beste Treibriemen auf diesem Wege ist natürlich die Kunst. Bessere Inhalte und Motive müssen auch besser anzuschauen sein und klingen, wie spielerisch genau akzentuiert, stringenter durchdacht und klarer aufgefächert dargebacht werden. Salopp gesagt: Es muss auch noch Spaß machen, selbst wenn man das sagt, was leider stimmt. Zumindest ein Ausgangspunkt für fröhlichere Zeiten. Wer hindert mich daran, einfach auch mal ein bisschen zu spinnen? Und die Drums und Drans, die dann so schnelle schäle gucken, was scheren mich die? Bin ich denn nicht etwa doch irgendsoetwas ähnliches alswie ein Schriftsteller? Wessen bin ich zuerst verpflichtet? Muss alles, was ich sage, sofort von jedem verstanden werden? Wer zeigt was? Wer kann was? Was zeige ich? Was kann ich am eigenen Zeig verbessern?

    • „Wer hindert mich daran, einfach auch mal ein bisschen zu spinnen?“

      Bemerkenswerte Vorstellung von der Darbietung und vermeintlicher Wirkung der eigenen
      Prosa. Ich empfehle zur angelegentlichen, justierenden Lektüre den
      Artikel 176 von Baltasar Gracians „Handorakel“.

      • Meine Prosa hat mich gebeten, Ihnen für Ihren väterlichen Rat ihre huldvollste Dankesbezeugung ausrichten. Sie fügte noch die Vermutung an, Sie möchten das Wort „spinnen“ nicht ganz hinreichend kontextualisiert haben, als es hier bedeutet habe, aus dem Normalen, Erwarteten, Eingeschliffenen, dem Hag dessen, was als lässlich betrachtet, gruppendynamisch wie massenpsychologisch zementiert ist, schöpferisch eigenwegs auszubrechen, dabei in Kauf zu nehmen, womöglich auch „in den eigenen Reihen“ (zeitweise) in Ungnade zu fallen. Ob nun wegen des Inhalts oder der Form oder beider. Schließlich meinte sie zu mir mit leichtem Tadel, ich habe mit einer möglichen Ridikulisierung auf einer superrational-intellektualistischen Seite wie dieser ja wohl gerechnet, möchte mich also nun nicht darüber beklagen, dass eine solche erfolgt. Da wusste ich ihr kein Widerwort.

        • ….
          Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte hört,
          Es müsse sich dabei doch auch was denken lassen.

          Faust I,
          Mephistopheles
          (2565 f)

          • Konfuzius trat entschieden für richtige Begrifflichkeit ein. Ohne diese irre und verwirre sich alles, zumal das Volk. Er scheint seinen Mephistopheles über zweitausend Jahre vor Goethe schon gut gekannt zu haben.

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