Modell einer bunten Republik

Zum Vergleich mit dem Aufbau des Staates nach Schmitt hier das globalistische, heute nahezu selbstverständlich gewordene Modell einer bunten Teilrepublik des in Verwirklichung befindlichen Weltstaates. – Die Freund-Feind-Unterscheidung, die sich (wie ich meine) nicht erst im Bürgerkrieg auf das Innere eines Staates angewandt wird, kommt nun um so mehr zum Tragen, da mit dem Verlust […]

Zum Originalartikel

Print Friendly, PDF & Email

Ein Gedanke zu „Modell einer bunten Republik“

  1. Eine Welt

    „In hundert Jahren hat die französische Revolution den Kreis der Erde umschritten und sich restlos verwirklicht. Kein Staat, keine Verfassung, keine Gesellschaft, kein Herrscherhaus blieb vor ihr bewahrt. Ihr pathetischer Gedanke war: Freiheit und Gleichheit. Ihr unausgesprochener Wunschgedanke war: Befreiung des Kleinbürgers. Ihr unbewußter, wahrer und praktischer Gedanke war: Verdrängung der feudalen Vorherrschaft durch die kapitalistische Bourgeoisie unter Staatsform des plutokratisch-konstitutionellen Regiments. Der pathetische Gedanke der russischen Revolution ist Menschheit. Der Wunschgedanke: Diktatur des (zeitweiligen) Proletariats und idealisierter Anarchismus. Der praktische Zukunftsgedanke: Aufhebung der europäischen Schichtung unter der Staatsform soziallierender Freistaaten. In einem Jahrhundert wird der praktische Gedanke des Ostens so restlos verwirklicht sein, wie heute der praktische Gedanke des Westens. Im Hintergrunde der Zeiten steht wartend ein letzter Gedanke: die Auflösung der Staatsformen und ihre Ersetzung durch ein bewegliches System selbstverwaltender Kulturverbände unter der Herrschaft transzendenter Idee. Dieser Gedanke aber setzt eine veränderte Stufe der Geistigkeit voraus.“

    Walther Rathenau
    (1867-1922)
    Reichsaußenminister
    in: „Der Kaiser“
    (1919)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.