Non veni pacem mittere sed gladium. (Mt 10,34)
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Das Wort „Opfer“ begann seine Karriere irgendwann einmal als religiöser Begriff. Opfer war, wer zur Besänftigung irgendwelcher Götzen auf deren Altar sein Leben lassen musste. Man sollte meinen, dass die aufgeklärte Moderne so etwas wie „Opfer“ gar nicht mehr kennt, zumal das Menschenopfer bereits im Alten Testament verboten wurde und sich spätestens seit dem Opfertod Christi, also seit ungefähr zweitausend Jahren, endgültig erledigt haben sollte. Weit gefehlt. Wer nach dem Wort „Opfer“ gugelt, bekommt den Eindruck, dass die ganze Menschheit nur aus Opfern besteht, und dass es praktisch keine Lebenslage gibt, in der man nicht zum Opfer werden kann.

Wo von Unfallopfern, Taifunopfern, Tsunamiopfern oder Erdbebenopfern die Rede ist, mag man dem Begriff mit seinen religiösen Obertönen noch eine gewisse Berechtigung, zumindest aber Ehrwürdigkeit zusprechen, weil er den Trost bietet, dass wir es nicht mit sinnlosem Zufall, sondern mit dem unbegreiflichen Wirken Gottes zu tun haben, das schrecklich sein mag, aber per definitionem nicht sinnlos ist.

Wie aber steht es mit dem Bafög-Opfer, dem Opfer ärztlicher Behandlung, dem Smartphone-Opfer, Lehman-Opfer, Loveparade-Opfer, Opfer der Telefonwerbung, Opfer häuslicher Gewalt, Phishing-Opfer, Mobbing-Opfer, Stalkingopfer, Justizopfer, Opfer der Privatisierung, Gewaltopfer, Abmahnungsopfer, Promi-Opfer, Casting-Opfer, EC-Karten-Opfer und Opfer der Badenia-Bausparkasse?

Man wird nicht einfach betrogen, man ist ein Betrugsopfer; der Betrug bewirkt mithin nicht einfach eine Verringerung des Kontostandes, sondern eine existenzielle Wandlung, durch die man zu einer anderen Art von Mensch wird, nämlich zu einem Opfer. Die Badenia-Bausparkasse hat ihre Kunden nicht etwa zu betrogenen Kunden gemacht, sondern zu Opfern, d.h. zu christusartigen Gestalten, die dadurch mit einer Aura von „Heiligkeit“ umgeben sind, an der zu zweifeln sich schon aus Gründen der Pietät verbietet. Es ist nur folgerichtig, dass die Verhöhnung der Opfer das moderne Äquivalent zu dem ist, was man früher „Blasphemie“ nannte.

Folgerichtig ist auch, dass der Täter, den es ja geben muss, wo es ein Opfer gibt, nicht einfach verwerflich gehandelt hat, sondern zu einer Art Aztekenpriester wird, der das Opfer, oder in symbolischer Stellvertretung dessen Brieftasche, auf dem Altar seiner Habgier oder irgendeines anderen Götzen dahinmeuchelt. Wo von Opfern die Rede ist, wird der Verstoß gegen das Strafgesetzbuch zur satanistischen Kulthandlung.

Nein, nein, hier wird nicht einfach ein ursprünglich religiöser Begriff mit einer neuen, säkularen Bedeutung versehen und in dieser Bedeutung verwendet. Dass die religiösen Bezüge weiterhin aktuell sind, erkennt man, wenn man Stilblüten wie das „Smartphone-Opfer“ beiseitelässt. Das Smartphone-Opfer ist gewissermaßen nur der niedliche kleine Bruder von Opferkategorien ganz anderen politischen, moralischen und ideologischen Kalibers. Google liefert uns unter anderem das Kirchenopfer und Papstopfer, das Missbrauchsopfer und Familien-Opfer; wir sehen Opfer rechter Gewalt, Stasiopfer, Dopingopfer, Maueropfer, Holocaustopfer, NS-Opfer, Opfer des Stalinismus, Opfer rassistisch motivierter Polizeigewalt, Opfer von Rechtsextremismus, Guantanamo-Opfer, Kundus-Opfer, Hitlers afrikanische Opfer und natürlich die Opfer von Diskriminierung.

Opfer zu sein bedeutet nicht nur Heiligkeit – was an sich schon Prestige und eine gewisse Befriedigung bedeutet -, es bedeutet auch, dass man von dieser Heiligkeit etwas hat. Man kann Entschädigungen und Entschuldigungen fordern, man bekommt versichert „Den Zeitpunkt der Versöhnung können nur die Opfer bestimmen“ (Überschrift eines DLF-Beitrags über Stasiopfer), man kann den als Satanisten gebrandmarkten Tätern (oder deren Stellvertretern) den Mund verbieten, weil dies sonst eine „Verhöhnung der Opfer“ (also Blasphemie) sei, und man kann sie sogar ein bißchen schikanieren, indem man zum Beispiel die Entlassung niederrangiger Ex-Stasi-Bediensteter aus der Unterlagenbehörde durchsetzt, weil es „ein Schlag in die Gesichter der Opfer“ sei, wenn diese auf einem Fußboden gehen müssten, der von einer Putzfrau gewienert wurde, die dasselbe schon unter Erich Mielke getan hat.

Zugleich haben diese Opfer auch ihre Mitesser: Gutmenschen, die sich „auf die Seite der Opfer stellen“ und dadurch an deren vermeintlicher Heiligkeit teilhaben, Heerscharen von Opferanwälten, die nicht so sehr für Gotteslohn, sondern für klingende Münze arbeiten, all die Betreiber von Hotlines, Beratungsinitiativen, Nachsorgeangeboten usw., die sich dafür vom Steuerzahler bezahlen lassen, nicht zuletzt eine Medienindustrie, die mit der Präsentation von Opfern aller Art nicht nur die Tränendrüse, sondern auf dem Umweg über Einschaltquoten auch den Geldbeutel des Zuschauers anzapft.

Es gibt also eine ganze Industrie, die vom ständigen Nachschub an Opfern lebt, und im Namen ihrer jeweiligen Schützlinge mit harten Bandagen um deren Platz in der Opferhierarchie kämpft. Google liefert uns als Nebenprodukte dieses Kampfes Begriffe wie Opfer zweiter Klasse, wahres Opfer, ewiges Opfer. Die unermüdliche Opfersuche spiegelt sich in den Floskeln unsichtbare Opfer, unbekannte Opfer, vergessene Opfer, und sogar: Opfer des Tages. Und damit nur ja kein Opfer vergessen wird, fordert der Berliner Senat sogenannte „Diskriminierungsopfer“ – von denen es offenbar nicht genügend gibt, es sei denn in der Katgeorie der unsichtbaren, unbekannten und vergessenen Opfer – auf, sich zu beschweren und ihre Mitbürger als Diskriminierer zu denunzieren, also zu Quasi-Aztekenpriestern zu stempeln, um für die Antidiskriminierungsstelle noch ein paar zusätzliche Planstellen durchzusetzen oder wenigstens die offenbar unausgelasteten vorhandenen zu sichern.

Wenn wir die obige Opferliste durchgehen, erkennen wir, wem der Status der Heiligkeit verwehrt werden soll. Es gibt Diskriminierungsopfer, aber keine Dschihadopfer. Es gibt Opfer rechter, aber nicht linker Gewalt. Wer nicht zu den Aztekenpriestern gerechnet werden will, hat sozusagen keine andere Wahl, als sich auf die Opferkonkurrenz einzulassen und darauf hinzuweisen, dass nicht nur Ausländer Opfer von Deutschen werden, sondern dass der umgekehrte Fall weitaus häufiger ist. Dass nicht nur Frauen Opfer von Männern sein können, sondern auch umgekehrt, und dass linke Gewalt gegen Rechte ziemlich häufig ist (und umso wahrscheinlicher ist, je harmloser die jeweiligen Rechten sind; an betenden Christen vergreift es sich eben gefahrloser als an Skinheads.) In einer Gesellschaft, die den Opferstatus prämiert, sind Gruppen wie Männer oder Deutsche, zu deren Selbstbild es gerade nicht gehört, Opfer zu sein, von vornherein chancenlos in der Opferkonkurrenz. Sie hassen ganz einfach, mit ihrem Opferstatus hausieren zu gehen.

Gleichzeitig hat das Gutmenschentum dem Schimpfwort „Du Opfer“ den Kampf angesagt, aus seiner Sicht verständlicherweise. Im Schimpfwort zeigt sich nämlich, was der Begriff des „Opfers“ – außer einer vermeintlichen Heiligkeit – noch enthält: Ein Opfer ist jemand, der schwach ist, der auf anderer Leute Hilfe angewiesen ist, der sein Leben nicht im Griff hat, der kein Recht auf Stolz hat, der leidet, der Mitleid braucht und seinen Mitmenschen ein schlechtes Gewissen macht. Kurz gesagt, Opfer sind Leute, auf die die Gesellschaft gut verzichten kann.

Immer, wenn die TV-Journaille wieder ein neues „Opfer“ vor die Kamera zerrt (welche Art von und wessen Opfer auch immer), und dieses Opfer seine Leidensgeschichte zum Besten gibt, sich in seiner Schwäche suhlt und um unser Mitleid bettelt, möchte ich ihm in die Fresse hauen.

Eine Gesellschaft, die den Opferstatus prämiert – mit moralischer Unangreifbarkeit, mit einem, wenn auch verlogenen „Prestige“, mit öffentlicher Aufmerksamkeit, nicht zuletzt mit Geld – prämiert Schwäche statt Stärke, das Leiden statt der Tat, Abhängigkeit statt Freiheit, Demut statt Stolz. Prämiert wird, was das Land kaputtmacht. Gezüchtet werden Untertanen. Verdächtig ist und bekämpft wird, wer stark, aktiv, frei und stolz ist. Bekämpft werden die Gruppen, die es ablehnen, Opfer zu sein.

Und doch klappt es nicht, so sehr es versucht wird. Man hat sich oft über den merkwürdigen „Sündenstolz“ der Deutschen gewundert, über dieses „Unsere Verbrechen sind die größten!“ Man hat sich gewundert, wie wenig sie von ihren eigenen Opfern (Bombenkrieg, Vertreibung, Massenvergewaltigungen) im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg sprechen bzw. sie krampfhaft als Konsequenzen des eigenen Handelns deuten („Wir dürfen nie vergessen, dass Deutschland zuerst…“). Masochismus? Auch. Vor allem aber ein als Masochismus getarnter Stolz, der offenkundig unverwüstlich ist. Es hat einen subtilen Doppelsinn, wenn die Antideutschen (die sich dabei, wie so oft, als die Deutschesten von allen entpuppen) propagieren „Deutsche sind keine Opfer!“, und damit genau das deutsche Selbstverständnis wiedergeben.

Ja, Freunde, Ihr habt den Nagel auf den Kopf getroffen: Deutsche sind keine Opfer. Und wir gedenken auch nicht, es zu werden!

43 Antworten auf „Deutsche sind keine Opfer!“

  • In diesem Zusammenhang fällt das Sprichwort ein: „Ein Bettler zeigt seine Wunden, ein Held seine Narben!“ Aber das ist schön, wie hier Begriffe seziert werden. Wir fielen heute über das „Tausendjährige Reioh“ her, oder besser: über dessen Mißbrauch.

  • Welches Wort würdest Du anstelle des „Opfers“ verwenden ? Geschädigte(r) ?
    Sind diese Toten (und Lebenden)

    http://h2.abload.de/img/dresden25z0n.jpg

    dann Bombengeschädigte ?

    Deutsche sind keine Opfer. Leider zu schön um wahr zu sein.

    • Wie wäre es mit Getöteten? Im Übrigen bezog ich mich bei dem Satz ausdrücklich auf das Selbstverständnis der Deutschen.

      • „Bombengetötete“ ? Und die lebenden (siehe oben) Verstümmelten und Ausgebombten und Angehörigen ?
        Ich weiß ja was Du mit dem Text sagen willst. Allerdings scheint es mir so, daß wir leider genau das sind. Wir Deutschen werden gerade auf dem Altar einer bestimmten „Historischen Mission“ geopfert. Wie jeder sehen kann werden wir Deutschen als Deutsche gerade ausgerottet (allerdings nicht nur wir). Und inzwischen glaube ich, daß das leider auch gelingen wird. Die „Konstellationen“ sind einfach zu ungünstig, die Lage zu schlecht für uns …

        • Nun gut, aber wenn Du weißt, was ich sagen will (und was ich auch tatsächlich gesagt habe), worüber diskutieren wir dann eigentlich?

          • Ich habe deswegen diskutiert, weil ich die Botschaft Deines Textes zwar sehr sympathisch finde, aber leider für unrealistisch, vielleicht sogar irreführend halte. Im Gegensatz zu Deinen anderen Texten, die größtenteils wirklich brilliant sind (z.B. der davor).
            Aber so ein Blog ist ja vielleicht auch für solche Texte da, die einen „unerwarteten“ Inhalt haben.

            Eine Enzyklopädie über NWO-Verschwörungsselbstbezichtigungen würde mich allerdings weitaus mehr interessieren.

            Hast Du noch dokumentierte Zitate von Bedeutung ? Damit meine ich jetzt kein YouTube-Video wo Bush „NWO“ sagt, oder so …

          • Ich bin kein guter Zitatenjäger, und ich habe die Erfahrung gemacht, dass die, die es sind, häufig dazu neigen, eine beliebige Welt aus Zitaten zusammenzukleistern, und glauben, das sei Theoriebildung.

            Was nun meinen Text angeht, so ist dessen These, dass die Massenmanipulation nur oberflächliche Effekte hat, in der Tiefe aber scheitert, verallgemeinerbar: Es stimmt eben nicht, dass man ganze Kollektive umerziehen könne. Letztlich kann man es nicht. Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass noch in den Sprüchen der verblödetsten Gutmenschen und Deutschlandhasser ein Subtext enthalten ist, der die Botschaft dementiert. Es ist wichtig zu wissen, dass wir tief im Unterbewusstsein jedes einzelnen Deutschen einen Verbündeten haben.

          • Vielleicht sollte ich klarer machen, was ich meine, allein schon, damit sich nicht die falschen Leute auf den Schlips getreten fühlen: Ich habe nichts dagegen, solche Zitate zu sammeln. Nur: Wer weiß, wonach er suchen muss, dem purzeln die Belege nur so entgegen. Wer das nicht weiß, und vor allem, wer es nicht wahrhaben und nicht glauben will, der lässt sich auch von Zitaten nicht beeindrucken.

          • Keine Sorge, ich fühle mich durch einen vernünftigen sachlichen Meinungsaustausch nicht so leicht auf den Schlips getreten. Auch nicht, wenn nicht jeder gleich alle meine Ideen toll findet.
            Allerdings finde ich die Idee mit den Zitaten toll. Vielleicht schließe ich da auch zu sehr von mir auf andere, da ich soetwas sehr überzeugend finde.
            Ledeen ist da doch ein echter „Leckerbissen“, oder soll ich sagen Kotzbrocken.
            Schöner hätte Goebbels das auch nicht ausdrücken können … Nur eben als Bezichtigung nicht als Selbstbezichtigung … Oder beides …

            Was nun die deutsche Opfer- oder eben Heldenmentalität betrifft, finde ich den Text halt recht gewagt spekulativ psychotheoretisch, vielleicht etwas subjektiv euphemistisch um die Ecke gedacht.
            Er hat vielleicht entfernt etwas vom Clausewitzschen Gedanken des ehrevollen, bzw. stolzen Untergangs, der den Keim zur Wiedergeburt legt usw. Ich fürchte nur der Keim ist bald verdorrt … Tschuldigung für das Gejammere …
            Ich werde weiter drüber nachdenken …

  • Interessant, wie hier der Opferbgegriff gedeutet und seziert wird. Dass die Linke geradezu einen Opferkult betreibt, war mir ja schon lange klar, dass es aber einen riesigen Unterschied zwischen „Geschädigten, Getöteten, Ermordeten“ und eben „Opfern“ gibt, war mir bislang nicht bewusst, obwohl mir die mögliche religiöse Dimension des Wortes eigentlich klar war.
    Besten Dank wieder einmal für einen ausgezeichneten Artikel.

    Aus irgendeinem Grunde fällt mir da grad eine Strophe des eisernen Gebetes zu dem Thema ein:

    Den Segen Weib sei deutsch und groß.
    Wir beten auf dem Renner.
    Was ihr gebart aus eurem Schoß sind Männer und Bekenner.
    Mit Blut und Stahl vor aller Welt woll’n wir das Schwert vertreten.
    Zum Schwert zum Schwert das Gott gefällt, der Deutschen eisern Beten.

    Klingt eigentlich nicht gerade nach einer ausgesprochenen Opferhaltung. Oder der schweizerische Ausdruck der Anti-Opfer-Haltung (verfasst allerdings auch von einem Deutschen):

    Wir wollen sein ein einzig Volk von Brüdern,
    in keiner Not uns trennen und Gefahr.
    Wir wollen frei sein, wie die Väter waren,
    eher den Tod, als in der Knechtschaft leben.
    Wir wollen trauen auf den höchsten Gott
    und uns nicht fürchten vor der Macht der Menschen.

    Oder anders gesagt: Wir werden ganz sicher nie Smartphone-Opfer.

  • Irgendwie sind wir Deutschen schon Opfer, Opfer der linksgrünen Krake, die uns umklammert hält, die unsere Geschichte mit unseren Feinden zusammen verfälscht hat, die sogar unsere Sprache umgedeutet hat und uns vernichten will. Das Schlimme ist, dass sie an der Macht sind.

    • Wir sind mitnichten Opfer der Krake, wir sind von ihr gefangen, gefesselt od. vielleicht erdrückt. Aber aus dieser Situation können wir uns auf Zeit befreien, wenn wir denn wollen.

      Wer dazu zu schwach oder nicht willens ist, bleibe eben in der Umklammerung der linken Krake.

  • “Ein Bettler zeigt seine Wunden, ein Held seine Narben!”

    Auf dieser Seite, wo auf sprachliche Genauigkeit löblicherweise Wert gelegt wird, will ich den obigen Spruch doch noch etwas näher beleuchten.

    Der Held zeigt seine Narben meines Erachtens nie alswie ein Bettler seine Wunden. (So war es wohl auch nicht gemeint. Ich will trotzdem darauf hinweisen.)

    Man muss ihn dreimal fragen, bis dass er sie einen sehen lässt.

    Den Vielen zeigt er sie gar nicht.

    (Ich mag kein Held sein. Mit Narben aber kenne ich mich ziemlich gut aus.)

    • Wenn man dann den Spruch richtig zitiert, kommt beim betrachten dann wohl noch ein anderer Sinn:

      „Der Held zeigt wohl seine Narben, aber nur der Bettler seine Wunden.“
      Jean Paul

      • Ich habe den Spruch auch nur zugetragen bekommen, leider nicht von Jean Paul persönlich. Man entschuldige mich für das freie Weitererzählen. Die Intention beider Sätze scheint mir jedoch die Gleiche.

        In dem Sinne, daß der Blogbetreiber Theoriebildung aus Zitaten ablehnt, hoffe ich dennoch, von den Zitatenjägern nicht liquidiert zu werden. Danke!

  • In der Sache geht es hier in erster Linie doch um Männlichkeit, ein Mann besteht für gewöhnlich auf seiner Entscheidungsfreiheit, und diese hat ein Opfer, wenn es nicht gerade ein Märtyrer ist, für gewöhnlich nicht.

    Was den öffentlichen Umgang mit Opfern angeht, so ist das natürlich auch bis zu einem bestimmten Grade ein sinnvolles Korrektiv, also eine Bekräftigung des Zusammenhalts der Gesellschaft. Dabei sollte natürlich nicht die Grenze zur Trivialität überschritten werden.

    Allgemein ist die öffentliche Sphäre von weiblichen Wesenszügen geprägt, während es am Arbeitsplatz männliche sind (es sei denn, der Arbeitsplatz liegt innerhalb der öffentlichen Sphäre).

    Das entspringt mit einiger Sicherheit einem Gefühl für ein Gleichgewicht der beiden.

    Allerdings ist diese Regelung von vorne bis hinten durch und durch verlogen. Es sind nur Rollen, in welchen sich Leute gefallen, niemand versucht ernsthaft vorbildlich weiblich oder männlich zu sein.

    Das alles wird so dahingelebt, ist Teil des Wahns, selbst relevante Entscheidungen zu treffen, und sei es nur, daß man eben an einer bestimmten (gänzlich substanzlosen) Rolle festhält. Die Leute – nun, wir alle, wenn wir ehrlich sind – neigen dazu, uns noch auf das unbedeutendste Detail sonst was einzubilden.

    Das hat natürlich auch seinen Sinn, sonst würde niemand die kleinen Schritte machen, aus welchen jeder Weg nunmal besteht, aber heutzutage führt es zu einer kollektiven Verantwortungslosigkeit, im Einzelnen ist man nicht verantwortlich, weil man denkt, seine Verantwortung bereits mit irgendeinem Blödsinn erfüllt zu haben, und im Ganzen addieren sich diese ganzen Ausstände zu einem unbeherrschbaren Berg auf.

  • @ Manfred 6.X. 2011/ 18.21 h:
    „…Was nun meinen Text angeht, so ist dessen These, dass die Massenmanipulation nur oberflächliche Effekte hat, in der Tiefe aber scheitert, verallgemeinerbar: Es stimmt eben nicht, dass man ganze Kollektive umerziehen könne. Letztlich kann man es nicht. Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass noch in den Sprüchen der verblödetsten Gutmenschen und Deutschlandhasser ein Subtext enthalten ist, der die Botschaft dementiert. Es ist wichtig zu wissen, dass wir tief im Unterbewusstsein jedes einzelnen Deutschen einen Verbündeten haben…“

    Das klingt ein wenig nach Pfeifen im Wald. Auch ganze „Kollektive“ lassen sich „umerziehen“. Was derzeit mit den autochthonen Deutschen, in Form eines erstmaligen Feldversuches, spätestens seit ca.1989 geschieht, ist nichts anderes als eine höchst wirksame Manipulation, darauf gerichtet, das Lebensgefühl der Menschen, bis hin zur Wahrnehmung der Wirklichkeit zu formen. Ganze, generationenlang als unverbrüchlich geltende Wertegfüge werden aufgelöst und in den Köpfen der Menschen „medialisierend“ durch bequemliche Beliebigkeiten ersetzt und als wertvolle Münze der Individualität unter die Leute gebracht. Die Möglichkeiten dieser alltäglichen Cerebrolyse sind perniziös vielfältig und kein Lebensbereich bleibt ausgespart. Sinnstiftende familiäre und gesellschaftliche Normen und Werte werden „dekonstruiert“ und schließlich in den Köpfen durch eigennützige Oberflächlichkeiten ohne jegliche Bindungskraft substituiert. Was heute abläuft, ist die Realisierung eines entarteten Autonomie- und Freiheitsbegriffs der Theoretiker der Frankfurter Schule, der Horkheimer, Adorno, Habermas et al. Die Frankfurter Schule hat die Kulturrevolution nicht im Namen des Marxismus propagiert. Dann wäre sie bei weitem nicht so erfolgreich gewesen. Sie agierte im Namen der Vollendung der Aufklärung. Alle Verhältnisse der Abhängigkeit des Menschen von der Autorität aufzuheben und an deren Stelle eine utopische, verblasene Autonomie zu setzen, war das Ziel. Da ihr Substrat das Bürgertum war, konnte sich das Denken der Frankfurter Schule als eine Fortstzung der bürgerlichen Gesellschaft in ihrem liberalen Selbstverständnis verstehen. Habermas, dieser in die heutige Inszenierung der „kritischen“ Theorie hineinragende Säulenheilige, der sich als Liberaler begreift, will daß wir die Gesellschaft verändern müssten, damit sie reif wird, zu realisieren, was die liberale klassische Aufklärung versprochen hat. Immer noch mehr Aufklärung sei notwendig, damit die Gesellschaft so verändert werden kann, daß ein klassischer Liberalismus möglich ist. Ohne die Kenntnis der „kritischen“ Theorie wird man nur unvollständig begreifen können, was gegenwärtig im Rest Deutschlands wetterleuchtet und die Grundlagen der Gesellschaft im Namen des „autonomen“ Individuums zerschlägt. Der Brocken werden immer mehr.

    • Womit Manfred recht hat ist, daß man Mentalitäten nicht umerziehen kann. Man kann sie aber erzieherisch „umlenken“. Und zwar soweit, daß sich die Mentalität gegen „sich selbst“ richtet. In den deutschen Antideutschen sehen wir eine deutsche Mentalität, die sich hier leider, ja hier stimmt es wohl, fatal auswirkt. Vielleicht wird es klar, wenn ich es folgendermaßen ausdrücke: Wir haben im Unterbewußtsein „jedes einzelnen“ Deutschen daher einen Verwandten nicht aber unbedingt einen Verbündeten …

      • Wobei ich die deutschen Antideutschen allerdings für die charakterlich und/oder intellektuell deutlich defizitäreren Verwandten halte.
        Entweder sie merken es nicht, daß sie psychomanipuliert werden, oder sie akzeptieren diese Situation um sich darin auszuleben …

    • Danke an Manfred und G. Mogel für ihre lesenswerten Zusammenfassungen!

      Bleibt zu ergänzen, daß die theoretische Grundlegung der Frankfurter Schule allein wohl nicht ausgereicht hätte, die heute zu beobachtende Breitenwirkung zu erzielen. Dafür bedurfte es schon der inzwischen verfeinerten, effektiven Methoden der MIND CONTROL, die z.B. durch das TAVISTOCK INSTITUTE erarbeitet wurden und die man mit einer gewissen Berechtigung als eine besonders perfide Spielart psychologischer Kriegsführung zwecks Machterhalt der politischen Klasse gegen das eigene Volk bezeichnen muss:

      Ihr Wirkmechanismus beruht darauf, mit Hilfe der Massenmedien durch ständig neue Negativmeldungen permanent Angst zu verbreiten, (Klimawandel, Waldsterben, Vogelgrippe, Atomstrom, EURO-Krise etc.), um dann (in der Rolle des Retters und Übervaters) eigene Lösungen als quasi alternativlosen Ausweg durchzusetzen, die – politisch korrekt – nicht mehr hinterfragt werden dürfen.

      Damit wird der Einzelne zum Opfer in dem Sinne, dass er einer Obrigkeit ausgeliefert ist, auf deren Zusammensetzung er keinen Einfluß hat, für die nicht mehr das Prinzip des ‚primus inter pares‘ gilt, sondern die zu großen Teilen eine Negativauslese willfähriger Mitläufer eines Parteien – Machtkartells darstellt.

      Der Einzelne nimmt seinen Opferstatus jedoch nicht mehr wahr, solange er mit Brot und Spielen bei Laune geahlten wird und glaubt, als Verbraucher, Wähler, Verkehrsteilnehmer und in ähnlichen Ersatzrollen noch ernst genommen zu werden. Unfähig geworden, diesen Mechanismus zu hinterfragen, kompensiert er seine eher unterbewußt wahrgenommene Hilflosigkeit täglich mit der BILD-Zeitung in der Überzeugung, dann mitreden zu können: Er hat es ja schließlich selbst gelesen…

      • @ Dietmar 7.X. 2011/ 9.49 h:
        „..Dafür bedurfte es schon der inzwischen verfeinerten, effektiven Methoden der MIND CONTROL, die z.B. durch das TAVISTOCK INSTITUTE erarbeitet wurden und die man mit einer gewissen Berechtigung als eine besonders perfide Spielart psychologischer Kriegsführung zwecks Machterhalt der politischen Klasse gegen das eigene Volk bezeichnen muss..“

        Dietmar, Sie benennen den gleichsam „militärischen Arm“ der Germanophobie und der Eine-Welt-Strategie. Ein entscheidender Aspekt, um den viele gar nicht, oder nur unzulänglich überhaupt wissen.
        Deutsch zu sein, ist weit mehr als eine Staatsangehörigkeit zu haben, es ist im besten Sinn eine fast metaphysische Einstellung dem gesamten Leben gegenüber (man denke nur an den deutschen Idealismus), die aus sich und grundsätzlich den Weltherrschaftplänen der Eine-Welt- Verschwörer diametral entgegen stehen muß. Wo die Bruchlinie der inhärenten Feindschaft verlaufen muß, ist somit für jeden, der es wissen will, offenkundig.

  • „Die Möglichkeiten dieser alltäglichen Cerebrolyse sind perniziös vielfältig“

    Ich gab mir wirklich Mühe, das zu verstehen, scheiterte aber.

    „Perniziosität (aus dem Lat. perniciosus zu pernicies „das Verderben“) kann die Bedeutungen Gefährlichkeit, Verderben, Malignität, Vernichtung, oder Unheilbarkeit haben.“

    Perniziös vielfältig. Gefährlich vielfältig wäre wohl eine akzeptable Deutung?!

    Cerebrolyse bei google eingegeben ergibt nur Verweise auf Cerebrolysin, ein „Peptidpräparat zur Unterstützung der Gehirnfunktionen“, Cerebrolyse also ein Zustand, in welchem die Gehirnfunktionen der Unterstützung bedürfen?

    „Die Möglichkeiten des alltäglichen Zustandes der unterstützungsbedürftigen Gehirnfunktionen sind gefährlich vielfältig und kein Lebensbereich bleibt ausgespart.“

    Bitte selbstverständlich um Korrektur 😆 Es wird ja wohl mehr Sinn ergeben, als ich hineinlesen kann?!

    „Active Ingredients:
    Complex of peptides obtained from swine’s brain“

    Bah! Hätten Sie´s auf deutsch gesagt, wäre mir erspart geblieben, zu wissen, dass es sogar Schweinehirn in Tablettenform gibt.

  • Ich würde diese Entwicklung auch unter Kollektiv-„Ethik“ subsummieren wollen, also bspw. völlig inkompatibel mit katholischer Ehtik, die sich am Individuum orientiert.

  • @ Sensenschmied 6.X. 2011/ 23.06 h:
    Sie geben zu schnell auf Herr Sensenschmied.

    perniziös (lat.)EW: schlimm, bösartig, verderblich
    Cerebrum (lat.),s.: Großhirn
    Lysis (gr.),w.: (Er-) Lösung

    s. z.B.: Mackensen, Deutsches Wörterbuch
    Manuscriptum 2006

  • Er meint, daß die (erzieherisch bedingte) Auflösung des Hirns (im übertragenen psychologischen Sinne, nicht im physischen) verderblich vielfältig ist. D.h. also, daß dieses in so vielfältiger Form auftritt, macht gerade auch die „Bösartigkeit“ aus.

  • Natürlich sind Deutsche Opfer. Opfer von Gehirnwäsche. In keinem anderen Volk funktioniert das besser. Beispiel:

    MERKREGEL FÜR DEUTSCHE: Alles, was Einwanderer falsch machen, ist entweder ihr Heimatland schuld oder es liegt an den verheerenden Zustände in Deutschland. Sie selber sind für nichts verantwortlich. Jedenfalls, wenn sie aus dem islamischen Kulturkreis stammen. An den verheerenden Zuständen in den Heimatländern ist natürlich direkt oder indirekt Deutschland schuld – und sei es im freundlichsten Fall auch nur aufgrund zu geringer freiwilliger Transferleistungen. MERKREGEL ENDE.

    • Ich bin mal der „Griechenland kauft 400 Panzer“ Geschichte auf ihrem Blog gefolgt und dabei auf diesen Artikel gestoßen: http://thetyee.ca/Opinion/2011/10/05/Europe-Arm-Dealers-Take-Down-Greece/

      Und in der Tat, wieder ist Deutschland schuld: 15% aller deutschen Rüstungsexporte von 2006 bis 2010 gingen nach Griechenland. Griechenlands Luftwaffe ist mittlerweile so groß wie die Deutschlands. Und über dieser Ausgaben ist der griechische Staat pleite gegangen, freilich nicht ohne dabei die Wirtschaften der Waffenlieferanten anzukurbeln.

      Nicht daß es mich überrascht, die EU muß ihrem Wesen nach auf ein internes Nullsummenspiel hinauslaufen, ich schrieb ja gestern erst davon.

      Aber man ist doch überrascht ob der Kaltschnäuzigkeit der Funktionäre, welche dies alles vorantreiben, einerseits Griechenlands Armee immer weiter vergrößern und andererseits auf Großmoscheen in Athen drängen, wenn man sich deren Verhalten ansieht, so muß man doch schlußfolgern, daß ihrer Ansicht nach überhaupt kein nennenswertes Problem in Griechenland existiert.

  • Gleichzeitig hat das Gutmenschentum dem Schimpfwort “Du Opfer” den Kampf angesagt, aus seiner Sicht verständlicherweise. Im Schimpfwort zeigt sich nämlich, was der Begriff des “Opfers” – außer einer vermeintlichen Heiligkeit – noch enthält: Ein Opfer ist jemand, der schwach ist, der auf anderer Leute Hilfe angewiesen ist, der sein Leben nicht im Griff hat, der kein Recht auf Stolz hat

    Insofern hat dieser Begriff aus dem Türk-Slang auch etwas Gutes: er ruft den (jungen) Deutschen in Erinnerung,dass man für seine Position auch kämpfen muss und dass die Siegchancen um so höher sind, je besser der Zusammenhalt ist.

    • „Insofern hat dieser Begriff aus dem Türk-Slang auch etwas Gutes: er ruft den (jungen) Deutschen in Erinnerung,dass man für seine Position auch kämpfen muss und dass die Siegchancen um so höher sind, je besser der Zusammenhalt ist.“
      Dem stimme ich zu. Doch nicht allein der Zusammenhalt erhöht aus meiner Sicht die Siegchancen, sondern auch die Opferbereitschaft: Man denke beispielsweise an den Pionier Klinke (http://www.hfg-karlsruhe.de/~hklinke/archiv/pionier/pionier.htm) – kein Selbstmordattentäter, sondern ein Soldat, der durch sein Selbstopfer den Sieg rascher und mit weniger Gefallenen ermöglicht hat.
      Das ist ein zentraler Gedanke des Christentums: „victor quia victima“, Sieger, weil Opfer; ursprünglich natürlich auf den Heiland bezogen, dessen Kreuzesopfer sich unblutig in jeder hl. Messe vergegenwärtigt. Doch dieses Verständnis des Opfers als Sieger eröffnete auch die Mögleichkeit einer Übertragung auf solche, die dem Heiland nachfolgend ihr Kreuz tragen. Wie geläufig war es früher – und sollte es wieder sein – zu sagen: „Ich opfere meine Schmerzen auf, die ich [z.B. auf Grund einer Erkrankung] zu tragen habe.“ So vermochte man die Rede von der Aufopferung, ja vom Selbstopfer letztendlich auch auf den Pionier Klinke zu übertragen.
      Verdunkelt wurde die Rede vom Opfer zuerst durch die Reformatoren, die ja das Meßopfer, die Vergegenwärtigung des Kreuzesopfers, auf das heftigste bekämpften und stattdessen ein gemeinsames Abendmahl setzten. Letztlich steht in dieser Tradition m.E. auch die Ersetzung des wirklichen Opfers durch Surrogate wie Bafög-Opfer, Betrugsopfer etc., denen man als Geschädigten eine gewisse Dignität zuerkennen möchte: Auf diese Aussage zielt ja, wenn ich es recht verstehe, auch Manfreds Artikel ab.
      Die Mohammedaner nun müssen die Rede vom Opfer geradezu zwangsläufig in seinem Sinn verdrehen, da sie in ihrer geistigen Tradition keinen positiven Opferbegriff kennen, denn ihr Allah denkt gar nicht daran, irgendetwas aufzuopfern, schon gar nicht Mensch zu werden und sich kreuzigen zu lassen. Wo Unterwerfung der eigenen Person (sowie möglichst aller übrigen) unter den unergründlichen Willen Gottes den Kern der religiösen Identität ausmacht, wird man nicht begreifen können, daß der Verzicht, das Opfer, ja letztendlich die Aufopferung der eigenen Person etwas Positives darstellt, etwas, das in geheimnisvoller Weise sich wendend sogar den Sieg heraufzuführen vermag: victor quia victima!

  • Die linke Parole: „Deutsche sind keine Opfer“ ist mir hier das erste Mal in einem ganz anderen Licht erschienen. Danke.

    Dennoch denke ich, dass hier der Begriff:Opfer zu sehr auf seine passive, unterlegene, unterwürfige Bedeutung reduziert wird. Opfer zu bringen, sich aufzuOPFERn, für eine Sache, für die Familie etc., hat durchaus etwas heroisches an sich, dem man in unserer Gesellschaft viel zu selten Rechnung trägt und das persönlich auch einen Gewinn bedeutet.

    Grüße

    • Wobei auch das noch ausgebeutet werden kann: Unter den vielen Wortverbindungen mit -opfer fand sich auch „Euro-Opfer“. Damit waren aber nicht die betrogenen Bürger gemeint, die dem Euro geopfert worden sind, sondern die Opfer, die besagte Bürger für den Euro noch zu bringen haben. Es hat in der Tat einen heroischen Unterton: Der Bürger wird zu einer Art Krieger des Lichts (und insofern wiederum zu einer christusartigen Gestalt), der sich für den Euro kreuzigen lässt.

      Grundsätzlich gebe ich Dir aber recht.

  • Lieber deutscher Täter, als deutsches Opfer. Hugh, ich habe gesprochen.

  • Hm – sehr interessanter Eintrag.
    Meine Frau beschimpft mich gerne und auch ausgiebig in allen Sprachen, die sie beherrscht – und das sind nicht wenige.
    Mir macht dies in der Tat nicht viel aus, dass habe ich bereits vor langer Zeit unter einigen Feldwebeln durch.
    Allerdings hat sie mich einmal als „du opfa“ tituliert. Da habe ich zum ersten mal die Selbstkontrolle verloren.

  • 3:1 !!!
    Das kann man sich morgen in westdeutschen Großstädten + Berlin aufs T-Shirt drucken. =)

  • Opfer oder Nichtopfer ist hier wohl die Frage. Generell ist die Sezierung des Begriffs in obigem Artikel ja richtig. Trotzdem möchte ich noch auch eine andere Perspektive hinweisen. Man spricht von Verkehrstoten, Kriegstoten, Tsunamitoten usw. Wenn man aber von den Opfern des Tsunamis spricht, sind in der Regel nicht die Toten gemeint, sondern die, die gerade noch Überlebt haben. Es sind so gesehen nicht die wirklichen Opfer, sondern geschädigte. Nun gibt es zahlreiche, für alle möglichen Zwecke Hilfsorganisationen, und die sprechen dann in erster Linie von Opfern. Das es natürlich leichter ist für „Opfer“ Spenden zu sammeln dürfte klar sein. Nun gibt es zahlreiche Hilfsorganisationen die eine sehr gute Arbeit leisten und wirklich helfen. Aber es gibt eben auch die „Schwarzen Schafe“ die, die Not der Leidenden ausnutzen um Spenden zu sammeln. Geldgier ist eben erfinderisch.

  • OT (oder auch nicht)

    An die Konservativen

    Wie oft hören wir: man müsste… Man sollte… Wenn endlich…
    Die größten Hoffnungen legt man wieder und wieder in „Wahlen“; „Hoffnungsträger“ und „den Zusammenschluss aller konservativen Kräfte“.

    Ich will Ihnen mal was sagen: in 20 Jahren ist hier Schluss. Demographisch Schluss. Schluss – Aus – Mickymaus. Und daran werden irgendwelche konservativen Gesprächskreisle, Verschwörungspamphlete im Selbstverlag und verkniffene Trudchen im geblümten Kleid nichts ändern. Genausowenig wie die x-te achsoliberale Kleinstpartei! Wenn man dem Bürger sagt, dass die „Freiheit“ Nazis sind, dann glaubt der das auch. Punkt. Da kann sich das Stadtkewitz weinerlich distanzieren, soviel er will.

    Wenn 5000 Ein-Themen-Fetischisten sich gegenseitig zehnmal am Tag versichern, wie recht sie doch haben, dann ergibt das 50.000 Zugriffe am Tag bei PI – aber keine Hoffnung für eine neue Partei, keine neue Bewegung, denn den Bürger interessiert dies alles einen Dreck.

    Wir fragen uns nach der Legalität der Meinungsäußerung? Nach der Berechtigung, doch schließlich nur die Wahrheit zu sagen? Nach der Richtigkeit eines Sachverhaltes, nämlich dass Mohammed bei Neugeborenen der häufigste deutsche Vorname ist? Schließlich und zum Erbrechen immer wieder der Ruf nach der endlich perfekten konservativen Kleinstpartei? Die endlich nichts mit Nazis zu tun hat? Und nichts mit Reichsflugscheibentheoretikern und anderen verkrachten Gestalten? Und wenn dann noch endlich der richtige Anführer käme… der März, der Sarazin, der Henkel? Wie brav! Die Deutschen kaufen wohl noch zur Revolution eine Bahnsteigkarte.

    Wissen Sie eigentlich, wie die Zukunft aussieht ? Unsere Altersversorgung? Einen Schlauch in jede Öffnung, ans Bett fesseln und alle drei Tage Waschlappen von der Billigpflegekraft! Und haben wir es nicht verdient ?
    Die Konservativrentner, die wirklich nichts mehr zu verlieren hätten und nur labern, labern, labern …; die Elterngeneration, die unendlich verspießerten arrivierten; die jung hip dynamisch erfolgreichen Eppendorfer Grünenwähler; die engagiert hysterische Klassensprecherantifatusse bei Amnesty, Greenpeace und im Sportverein?

    Betteln sie nicht beide in Wahrheit nach der harten Hand, das feministische Grünweibchen und der neoliberale Siegertyp? Selbst der rechtskonservative Verächter, der soldatische… Für das Weibchen gibt es in der Zukunft wahrhaft virile Liebhaber und das Männchen kann in der Hölle, die die Zukunft sein wird, endlich beweisen, dass er zu Recht zu den Alphatieren gehört…

    Keine Revolution hat jemals ohne Gewaltpotential funktioniert. Selbst die friedliche „Revolution“ von 1989, die eben keine war, hatte durch die Weltöffentlichkeit und die Masse ein Potential. Ein Gewaltpotential. Es gilt eben, diesen Schritt zu gehen, den Point of no return zu überschreiten.

    Andernfalls landet man bei Professorenparlament (1848) und dem Merkel.

    Den Adel entrübt zu haben ist die größte Errungenschaft der Franzosen, selbst wenn die französische Revolution seltsame Züge von Jakobinertum und Großem Orient trug. Selbst wenn ein Großteil unseres Dilemmas damals von genau diesen Erwähnten ideologisch seine Grundlagen gefunden hat.

    Natürlich könnten Sie einwerfen, dass nach Umwälzungen sich noch stets neue Opportunisten gefunden haben, das immer wieder „Schweine“ nachwachsen. Sie hätten recht. Aber wenigstens wurden die alten entfernt. Dass die Natur des Menschen, die natürliche Korruption in Bahnen gelenkt wird ,ihr Grenzen gesetzt werden, denn mehr ist gar nicht möglich, dass ist die einzige Aufgabe einer Verfassung. Danach. Aber der erste Schritt muss gegangen werden. Alles andere bleibt Laberei.

    Ist die Lage Hoffnungslos?

    NEIN!
    Nur Schluss mit den Illusionen! Schluss mit den Illusionen, mit den Hoffnungen, die wir ganz bewusst solange nähren sollen bis es zu spät ist.

    Aufklärung? Schwachsinn!
    Sie wollen es nicht glauben, sie werden nicht zuhören. Esoterisch-Hysterischer Hitlerismus, Genderblödsinn und Multikultivölkermord sind die Staatsreligion dieser BRD!
    Eine Religion stirbt aber nicht durch den Gegenbeweis.

    Wahlen? Unfug!
    Es wird keinen Erlöser geben, keinen Statdtke-Witz, keinen Henkel, keinen März und keinen Sarazin. Es wird sich nichts ändern, auch nicht durch einen deutschen Strache oder Wilders.
    Wenn Wahlen in diesem System etwas ändern könnten, wären sie verboten.

    Keine Gewalt? Rübe ab!
    Keine Revolution ohne Zusammenbruch; kein Zusammenbruch ohne Gewalt. Es wird innerhalb dieses Systems keinen Generalstreik geben, keine friedlichen Massenversammlungen, keinen Zusammenhalt und keinen Ghandi. Gewaltloser Widerstand funktioniert nur solange, wie das System für alle Teilnehmer ohne Ausschluss vom Diskurs demokratisch ist und die Presse wohlwollend.
    Beide Bedingungen sind nicht mehr gegeben.

    Heißt das, ich rufe hiermit zur Gewalt auf?
    Aber nein, wie dumm wäre das. Mit kleckerlichen und lächerlichen Gewalttaten anzufangen, wäre das dümmste, was eine Kleinstminderheit tun könnte. Das brauchen wir auch gar nicht. Das besorgen andere.
    Das System bröckelt gerade und hält nicht inne. Treiben wir ihm, dem Tiger, im Gegenteil die Sporen in die Flanke! Wählen wir die Grünen. Hoch mit jedem Rettungsschirm! Hurrah für die Gleichstellungsbeauftrage und das zehnte Umweltverträglichkeitsgutachten. Machen wir es dämlicher! Machen wir es teurer!

    Zur Gewalt werden andere greifen. Das geschieht bereits. In Berlin, in Stuttgart, in den Ghettos. Was wird erst geschehen, wenn das System fällt?
    Dann aber werden die gleichen, die jetzt uns nicht zuhören wollen, der verfluchte Spießer, nach der Ordnung rufen! Dann gilt es, eine Verfassung zu erarbeiten, die die natürliche Korruption etwas mehr in Fesseln schlägt.

    JETZT aber kann es für jeden Deutschen nur einen Gedanken geben:

    „Wie kann ich Öl ins Feuer gießen?“

    • Bester und realistischster Kommentar, den ich in der letzten Zeit überhaupt gelesen habe.

    • Sehr nachdenkenswert, genau so ist es!

      “Wie kann ich Öl ins Feuer gießen?”

      Sehr einfach: Alles, was man bisher noch als Guthaben bei der Bank hat, ABHEBEN! Und mit einem Schlag wäre das Kartenhaus zusammengefallen.

      Doch – wer macht das schon?

      Ein kluger Mann hat über die Deutschen gesagt: „…und wenn ihnen eine Revolution gelänge, würden sie sich eher Steuerfreiheit als Gedankenfreiheit wünschen…“

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