Non veni pacem mittere sed gladium. (Mt 10,34)
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[In Teil 1 meines Vortrags zum Thema „Deutschenfeindlichkeit – eine Bestandsaufnahme“ ging es um die Ideologie, die das westliche antideutsche Narrativ hervorgebracht hat. Ich habe aufgezeigt, dass und warum diese Ideologie zu Deutschland nicht passen konnte und nicht passt. Im folgenden Abschnitt behandle ich die Konsequenzen, die es haben musste, dass dieses Narrativ von den Deutschen selbst übernommen wurde, und anschließend die Rolle spezifisch linker Ideologie im Gesamtkomplex der Deutschenfeindlichkeit.]

Übernahme des westlichen Narrativs durch Deutsche

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es unter kräftiger Einwirkung verschiedenster amerikanischer Propagandakanäle zu einer grundlegenden Umwälzung des politischen Denkens in Deutschland, und zwar in Richtung auf die angelsächsische Ideologie des revolutionären Liberalismus, später auch des Marxismus, in jedem Fall aber zur Übernahme der Basisannahmen der revolutionären Metaideologie. Dies implizierte unter anderem, dass eine Wir-Sie-Unterscheidung auf ideologischer statt auf ethnischer oder staatlich-politischer Basis als selbstverständliche Norm akzeptiert wurde. „Wir“, das waren nicht mehr „die Deutschen“, und nicht einmal „die Europäer“, jedenfalls nicht im Sinne einer Völkergemeinschaft. „Wir“ – das war eine Partei im globalen ideologischen Bürgerkrieg; der „Westen“, die „westliche Wertegemeinschaft“, die „Freie Welt“. „Wir“ war, wer die utopisch-revolutionären Ideale teilte, und nach dem Untergang der Sowjetunion stießen auch große Teile der Linken zu diesem „Wir“, wie sich nicht zuletzt an den Karrieren ehemaliger Achtundsechziger unschwer ablesen lässt.

Eine solche Definition der Wir-Gruppe nach dem Kriterium ideologischer Zugehörigkeit bedeutete schon für die Völker der Siegermächte einen latenten Widerspruch zu ihrem Selbstverständnis als Völker. Nicht nur für die Russen, die mehr für Mütterchen Russland als für den Kommunismus gekämpft hatten (deren Sieg aber dem Kommunismus mehr nutzte als Russland), auch für Amerikaner und Briten war „Right or wrong – my country“ mit dem Projekt „to make the world safe for democracy“ nicht bruchlos unter einen Hut zu bringen. Nur blieb bei diesen Völker, wie gesagt, der Widerspruch latent, weil sie in beiden Weltkriegen gleichermaßen als Völker wie als Bannerträger bestimmter Ideen gekämpft hatten.

Bei den besiegten Deutschen hingegen musste der Widerspruch in dem Moment schreiend werden, wo sie das Narrativ der Sieger und deren utopische Ideologie(n) übernahmen, wie dies nach dem Zweiten Weltkrieg der Fall war. Ein Volk als Wir-Gruppe ist eine generationenübergreifende Gemeinschaft, zu der die verstorbenen Vorfahren ebenso gehören wie die noch ungeborenen Nachkommen. Die Logik dagegen, aufgrund deren deutsche Bundeskanzler in Paris, Moskau und der Normandie an Siegesfeiern der Alliierten teilnehmen, lautet dass die beiden Weltkriege Schlachten des europäischen und Weltbürgerkrieges waren, den die „westliche Wertegemeinschaft“ oder schlicht „die Demokratie“ (im Falle der Russen die utopische Ideologie schlechthin) gegen die Mächte der Finsternis gewonnen habe, und da „wir“ zur westlichen Wertegemeinschaft gehören, haben „wir“ den Zweiten Weltkrieg mitgewonnen, während „die Deutschen“ ihn als Verkörperung des „Bösen“ verloren haben.

Die Übernahme der westlichen Ideologie, und ganz allgemein der utopischen Metaideologie durch Deutsche impliziert daher die Nichtidentifikation mit dem eigenen Volk. Sie zwingt dazu, das deutsche, also das eigene Volk als Feind anzusehen, sich selbst als einen Spross des Bösen zu verabscheuen und die eigenen Vorfahren zu hassen. Deutschland dürfte das einzige Land der Welt sein, das Deserteuren Denkmäler setzt, und das einzige Land, in dem es als Tugend gilt, auf das Grab der eigenen Großeltern zu spucken. Dem Geschichtsnarrativ der Sieger, moralisch aufgeladene und überhöhte utopische Weltsicht, die universalistische, globalistische Politikauffassung, die für Deutsche, die das auch bleiben wollen, naturgemäß nicht die eigene sein kann, kann das deutsche Volk nur nur um den Preis der Selbstauslöschung folgen. Und dieser Widerspruch ist unüberbrückbar. Die verkrampften Versuche, in Formelkompromissen wie „Verfassungspatriotismus“ zusammenzuzwingen, was nicht zusammengehört, unterstreichen das Problem eher, als es zu lösen.

Dass diese Feindschaft gegen das eigene Volk wiederum etwas spezifisch Deutsches ist, lässt sich übrigens an keinem Beispiel besser illustrieren als daran, dass ausgerechnet die sogenannten (und sich selbst so nennenden) „Antideutschen“ die einzige halbwegs nennenswerte politische Kraft sind, die das Wort „deutsch“ im Namen bzw. der Selbstbeschreibung führt. Das tun sonst nicht einmal die Neonazis; die nennen sich „national“ und unterstreichen damit, dass sie Nationalismus schlechthin für etwas Gutes halten, nicht nur für Deutschland, sondern auch für alle anderen Völker. Den (entgegengesetzten) Wunsch, gerade das deutsche Volk auszulöschen, äußern nur die Antideutschen, und interessanterweise tun sie das, sofern sie ihn ideologisch rationalisieren, genau mit der Begründung, die ich in Teil 1 als Grundlage der westlichen Feindschaft gegen Deutschland identifiziert habe, die aber normalerweise unausgesprochen bleibt, außer eben bei den Antideutschen: nämlich das Deutschland die anti-utopische, antiglobalistische, konterrevolutionäre Macht schlechthin war. In der Sache ist meine Analyse von der der Antideutschen gar nicht so weit entfernt; nur die wertenden Vorzeichen sind entgegengesetzt.

Linke Ideologie

Es hat seine innere Logik, dass Gesellschaften, die die Grundannahmen des liberalen Utopismus bejahen, es sehr schnell mit dessen feindlichem Zwilling, dem Sozialismus, dem Marxismus, oder sagen wir allgemeiner: der linken Ideologie, zu tun bekommen. Wer gesellschaftliche Machtungleichgewichte, sofern sie nicht rational begründet sind, als etwas Böses und Auszumerzendes verdammt, darf sich nicht wundern, wenn auch das Machtungleichgewicht zwischen Reichen und Armen ins Fadenkreuz der Kritik gerät, und wer Freiheit und Gleichheit als Prinzipien bejaht, und dies als letzte und universell gültige Werte, handelt sich naturgemäß die Sorte Opposition ein, die die Freiheit im Namen der Gleichheit bekämpft.

Der Marxist, der gegen die Macht des Kapitals zu Felde zieht, weil diese nicht rational legitimiert ist, sondern aus dem bloßen Selbstlauf der kapitalistischen Wirtschaft resultiert, und der die Dialektik aufzeigt, nach der der freie Austausch unter Gleichen nicht zufällig, sondern notwendig zur Herrschaft einer Klasse über die andere führt, und der diese Herrschaft als bekämpfenswert ansieht, beruft sich auf dieselbe Logik wie der Liberale, der gegen Kirche und König polemisiert. In gewisser Hinsicht sind die Marxisten die konsequenteren Liberalen, insofern sie buchstäblich alle gesellschaftlichen Machtungleichgewichte verdammen: zum Beispiel zwischen Reich und Arm, zwischen Erwerbstätigen und Arbeitslosen, zwischen Staat und Bürger, zwischen Eltern und Kindern zwischen Mehrheit und (z.B. ethnischer oder religiöser) Minderheit.

Aus der Sicht der linken Ideologie ist die stärkere Partei bereits dadurch im Unrecht, dass sie eben die stärkere ist, und dies impliziert, dass sie nicht auf der Basis einer („bloß formalen“) Rechtsgleichheit mit den Schwächeren verkehren soll, sondern aktiv benachteiligt werden muss: Es ist demgemäß aus dieser Sicht kein Unrecht, etwa die Reichen zugunsten der Armen und die Arbeitenden zugunsten der Nichtarbeitenden auszuplündern. Staat und Recht stehen unter Repressionsverdacht, weil sie Ungleiches nach gleichem Maßstab messen statt es gleich zu machen. Und selbstredend gibt es keine Rechte, die die Mehrheit gegenüber der Minderheit geltend machen kann: Götz Kubitschek und Michael Paulwitz zitieren in „Deutsche Opfer, fremde Täter“ (S.28) eine typisch linke Stellungnahme, wonach es so etwas wie „Rassismus gegen Deutsche“ gar nicht geben könne, weil Rassismus naturgemäß ein Repressionsmittel sei, das von einer Minderheit aufgrund ihrer geringeren gesellschaftlichen Durchsetzungsmacht nicht gegen die Mehrheit eingesetzt werden könne.

Auf Deutsch heißt das: Der „Schwächere“, also zum Beispiel die ethnische Minderheit, darf alles, der „Stärkere“ ,also zum Beispiel in Deutschland die ethnischen Deutschen, darf nichts und muss sich alles gefallen lassen. Der „Stärkere“, und sei es nur der vermeintlich Stärkere, ist automatisch der Böse, weil er von angeblichen gesellschaftlichen Repressionverhältnissen profitiert, die er zugleich zementiert.

Mehr noch: Da bereits die bloße Existenz von Machtungleichgewichten das zu bekämpfende „Böse“ ist, genügt eine nachträglich „ausgleichende“ Ungerechtigkeit nicht. Wenn irgend möglich, muss die Basis des Machtungleichgewichts selbst beseitigt werden, also zum Beispiel der Reichtum schlechthin, oder, für unser Thema besonders wichtig, die ethnische Mehrheit. Mehrheitsvölker haben aus linker Sicht kein Lebensrecht.

Es geht den Linken nicht darum, die Interessen der Schwachen zu vertreten, sondern die der „Starken“ zu delegitimieren, hierzulande also die Interessen von Deutschen, Christen, Männern und nichtfeministischen bzw. nichtlesbischen Frauen, Weißen, Heterosexuellen und Erwerbstätigen, d.h. die Interessen der Mehrheit und diese Mehrheiten nach Möglichkeit in die Minderheit zu drängen oder gleich ganz zu vernichten. Dies ist die Logik hinter der Politik der Entchristlichung, Verschwulung, Feminisierung, Enteuropäisierung, Entdeutschung. (Nur die Erwerbstätigen kann man nicht abschaffen, aber es ist erlaubt, ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen, weil sie sich allein schon dadurch ins Unrecht setzen, dass sie von ihrer eigenen Arbeit leben (können)).

Dass eine solche Politik, die sich systematisch gegen Mehrheiten richtet, gar nicht demokratisch sein kann, liegt auf der Hand. Die linke Ideologie resultiert naturgemäß in der Propagierung von Demophobie, in Entdemokratisierung und kaltem Staatsstreich. Und naturgemäß findet sie in Minderheiten aller Art ihre Verbündeten.

Das hat übrigens auch etwas mit der Psychologie von Minderheiten schlechthin zu tun, die von einem tiefen Ressentiment geprägt ist: Die Lebenswelt der Mehrheit, an der man selbst nicht teilhaben kann und will, soll dieser Mehrheit wenigstens verleidet werden. Das treffende Bild für das Minderheitenressentiment ist der Penner, der nachts in den Vorraum einer Bank pinkelt. Rassismus gegen Deutsche ist nur eine Spielart dieser Sorte Resentiment, allerdings eine wichtige. Linke Ideologie zielt auf die Mobilisierung solcher Destruktivität.

42 Antworten auf Deutschenfeindlichkeit – Teil 2: Deutscher Selbsthass und linke Ideologie

  • Warum hassen sich die Deutschen?
    Ihnen wird nonstop von der Presse ihre Schuld eingebläut. Dass der Hauptsitz der Banken in England war und diese den Krieg finanziert haben weiß kein Mensch. Es war dasselbe Problem wie momentan in Amerika. Das Volk steht vor einer Depression wie vor dem zweiten Weltkrieg. Es werden wieder Millionen von Menschen abgeschossen und den Banken geht es genauso gut wie vorher.

    • Vielleicht liegt es auch an den typisch deutschen Tugenden. Zum einen an der Unerreichbarkeit dieser Tugenden für viele in unserer heutigen Gesellschaft, welche gerne das romantische Bild einer konservativen Familie äußerlich und eines mehrheitlich festen Charakters innerlich betrifft (und vom Wirkungskreis im Durchschnitt ausgeht). Zudem sehe ich gerade in den antideutschen Bestrebungen das typisch Deutsche. Viele in dem Personenkreis (und ich kenne einige) sind dort so tief ideologisch verwurzelt, das sie einem überhaupt nicht zuhören und bei logischen Argumenten völlig abschalten. Es ist im Prinzip eine Erziehungssache: wer Dinge nicht hinterfragt und bei Bedarf kritisiert, dass zudem auf einer halbwegs schlüssigen Basis beruht, kommt garnicht an eine solche Stelle, wie es den meisten in diesem Blog gelungen ist. Es gehört auch Wille dazu, diese Form der Komplexitätsreduzierung aufzugeben und einfach mal den Tellerrand hinter sich zu lassen.

  • Die allein passende und zugleich echte Hilfe bietende Antwort auf den verbreiteten wütenden Deutschenselbsthaß: Ein freundlich lächelndes „Dann bring‘ dich doch um.“ („Sei ein Vorbild./Sei konsequent. etc.“)

    • Durchaus nicht. Die Antwort des deutschen Selbsthassers ist es: andere Deutsche umzubringen; solche Deutschen, die nicht Deutschenselbsthaß haben. DADURCH ist er produktiv im Sinne des Deutschenhasses. Er sorgt aktiv dafür, das Verhaßte zu beseitigen, nicht nur passiv durch Selbstmord. So einfach ist es also nicht.

  • Also ich finde schon, dass eine Nation, die einen Weltkrieg mit 50 Millionen Toten angezettelt hat und Millionen von Männern, Frauen und Kindern „einfach so“ umgebracht hat, sich eine zeitlang schämen kann. 65 Jahre sind nicht lang. Abgesehen davon, dass die Deutschen gleich nach dem Krieg Wiederaufbauhilfe von den Amerikanern erhalten haben. Die Deutschen haben wirklich keinen Grund, sich zu beklagen. Wenn sie gewonnen hätten wären sie mit den Verlierern nicht so grosszügig gewesen wie die westlichen Alliierten es mit ihnen waren.

    • Hätte der Hund nicht gesch***** , hätte er den Hasen gehabt. Sie müssen’s ja wissen.

    • @ Hurtig:

      Was für ein Dreck.

      • Solche Typen wie Hurtig sind genau die Sorte von Deutschen, von denen man nur hoffen kann, dass sie sich so schnell wie möglich selbst abschafft.

      • Der Kommentar von „Hurtig“ ist nicht Dreck, sondern eine aus krankem Geist erbrochene Interjektion.
        Dies ist ein aus Selbsthass geborener Schwachsinn.
        Nur um einen Punkt aufzugreifen: 65 Jahre sind nicht lang genug sich zu schaemen.
        Ich habe nicht die deutsche Staatsangehoerigkeit angetreten, damit ich und meine Tochter in Sippenhaft auf Ewigkeit Amen – oder wie immer die Hoechststrafe lauten soll – genommen zu werden.
        Ich habe gedient und zahle meine Steuern. Ich verweigere mich entschieden Scham zu empfinden ein Deutscher zu sein.
        Pfui einem solchen ehrlosen Kerl.

    • Was Hurtig sagt, ist so stereotyp, daß man meint, einer listet zum Spaß mal die Argumentation der Gegenseite auf, um sie in ihrer Lächerlichkeit vorzuführen. Auf jeden Fall ist es eine Demonstration der herrschenden Sichtweise, des üblichen Bewußtseinstandes. Ich möchte Hurtig anregen, die Faktenbasis seiner Sicht zu prüfen, dazu gibt es auf dieser Seite und ihren Verlinkungen alles nötige Material.
      Denn wären die Fakten so, wie Hurtig meint, dann hätte seine Sicht berechtigung. Daß Hurtig völlig unrecht hat, liegt daran, daß die Fakten völlig andere sind als er meint.

      Als Einstieg nimm zum Beispiel Gerd Schultze-Rhonhof: “1939 – Der Krieg, der viele Väter hatte” (Rezension),sieh den Vortrag als Video hier .

    • Hat die deutsche Nation den Weltkrieg angezettelt?
      Hatte dieser Krieg von dieser Nation verschuldete 50 Millionen Tote?
      Hat diese Nation Millionen von Männern, Frauen und Kindern “einfach so” umgebracht?

      Wenn „sie“ (verräterisch! Richtig muß es heißen: Wir) gewonnen hätten, wären „sie“ mit den Verlierern nicht so „grosszügig“ gewesen, wie die westlichen Alliierten es mit ihnen waren?

      Alles Fragen, mit denen man den Bullshit genüßlich „dekonstruieren“ kann. Zu irgend etwas müssen linke Techniken doch gut sein …

      Das alles muß man GLAUBEN. Denn niemand hat sich die Mühe gemacht, diese Karrikatur einer Wahrheit auch nur Ansatzweise zu überprüfen. Wer sich diesen Schuh anzieht (oder etwa anderen anziehen will), sollte also mal zur Verifikation schreiten. Und danach wird man wissen, was da „dran“ ist und was nicht.

      Hier werden einfach Märchen wiederholt, deren Wahrheitsgehalt denen von Grimm augenscheinlich nicht übertrifft.

      Hier geht es also tatsächlich überhaupt nicht um Wahrheit, sondern um CHARAKTER. Wer bei „mea“ „Hier!“ ruft, ohne daß da „culpa“ im Spiel ist, ist doch nur ein Wurm. Soll das Pack doch machen, was es will.

      Zu meinem Begriff von „Deutschsein“ gehören die schon lange nicht mehr.

      • Wollen wir doch mal ehrlich sein: Solche Würstchen wir „Hurtig“ sind doch keine Gegner.
        Mit so etwas kann man kaum Zustimmung erhalten und selbst wenn, dann nur bei vergleichbar degenerierten Kriechern.

        Diese Kröten wollen kriechen? Lassen wir sie doch in Ruhe dabei. Wenn’s schön macht …

      • @ Meyer 5.8. 2011/ 22.39 h:

        Träumen mit Novalis:

        Es waren schöne glänzende Zeiten,
        wo Europa ein christliches Land war,
        wo Eine Christenheit diesen menschlich gestalteten
        Weltteil bewohnte.
        Ein großes gemeinschaftliches Interesse verband die
        entlegensten Provinzen dieses weiten geistlichen Reiches.

        • Dazu vielen mir spontan zwei Entgegnungen der beiden Zeitgenossen Novalis‘ ein:

          „Ein Teil von jener Kraft, Die stets das Böse will und stets das Gute schafft.“

          Und natürlich Wallensteins Lager, 11. Aufzug (mußte ich natürlich nachschauen).

          • @ Meyer 6.8. 2011/ 9.28 H:

            „Und natürlich Wallensteins Lager“:

            Drum frisch Kameraden, den Rappen gezäumt,
            Die Brust im Gefechte gelüftet.
            Die Jugend brauset, das Leben schäumt,
            Frisch auf! eh der Geist noch verdüftet.
            Und setzet ihr nicht das Leben ein,
            Nie wird euch das Leben gewonnen sein.

            Wie wahr.

        • Lang, lang ists her…

          wirklich schade!

    • Also Hurtig, da ist doch etwas nicht korrekt:
      1.) Dieser Krieg hatte viele Väter – es gibt keine deutsche „Alleinschuld“.
      2.) Vor dem 1.9.1939 sind bei polnischen Übergriffen auf deutsches Gebiet schon ca. 3.500 Deutsche ermordet worden.
      2.) Die sog. „Befreier“ haben nach Kriegsende mehr deutsche – auch Frauen, Kinder, Alte – umgebracht, als während des Krieges umgekommen sind.

      Bitte nicht auf die Geschichtsschreibung der Sieger hereinfallen.
      Gruß: H.S.

    • tut mir leid, aber der ganze Ansatz ist leider totaler Quatsch.
      So was nennt sich misslungener MORALISCHER ERPRESSUNGSVERSUCH .
      Keine europäische oder vorderasische Grossmacht hat keinen Dreck am Stecken. (Völkermord, Kz, Sklavenwirtschaft, Zwangsarbeit blah blah blah)
      Hitler war wohl der schimmste Diktator seit Menschengedenken, aber seine Ideen hat er sich allesamt wo anders hergeholt, dann allerdings mit nie dagewesener Effizienz durchgesetzt.
      Diktatoren monopolisieren enorme Macht und sind Masterminds im MANIPULIEREN.
      Sie herrschen durch GRAUSAMKEIT; Heute kann sich keiner vorstellen wie die Stimmung damals gewesen sein muss. Die ersten in den KZs waren Deutsche.
      Wer gegen Grausamkeit ist, kümmere sich um die Opfer der Tyrannen von heute…
      Das macht niemanden wieder lebendig, die Greuel der Nazizeit anzuprangern.
      Leave us alone.
      Macht lieber was für die Syrier, da gäbe es Leben zu retten…

  • Zum Thema antideutsche Gesinnung: Bei der „taz“ freut man sich über die neusten Daten zur demographischen Lage.
    http://www.taz.de/Kolumne-Geburtenschwund/!75707/

    „Deutschland schafft sich ab! […] Woran Sir Arthur Harris, Henry Morgenthau und Ilja Ehrenburg gescheitert sind, wovon George Grosz, Marlene Dietrich und Hans Krankl geträumt haben, übernehmen die Deutschen nun also selbst […]. Der baldige Abgang der Deutschen aber ist Völkersterben von seiner schönsten Seite. […] Etwas Besseres als Deutschland findet sich allemal.“

    Falls das als Satire gemeint ist, würde mich interessieren, ob man es umgekehrt bei der „taz“ amüsant fände, z.B. sich z.B. über ein „orientalisches Völkersterben“ zu freuen.

    • Ja, der Kolumnist ist berüchtigt für solche „Satiren“, und hat auch schon wiederholt die taz-Leserschaft damit verärgert… bei dieser hier werden die Leser vermutlich gar nicht merken, daß es sarkastisch gemeint ist.

  • Zwei Daumen hoch für Klarheit und Stringenz, wie schon bei Teil 1 (die Kritik der Leser konnte ich zum Großen Teil nicht nachvollziehen). Ich finde auch sehr gut wie Du das Thema anhand Deiner Gedanken zur „Metaideologie“ analysierst, diese Herangehensweise hat etwas für sich.

    Zwei Anmerkungen:

    1. Zum Minderheitenressentiment:

    El Ingles schreibt im 2. Teil von „Wählen Sie einen Stamm…“

    http://fjordman.wordpress.com/2009/11/25/wahlen-sie-einen-stamm-%E2%80%93-irgendeinen-stamm-teil-2/

    von drei ihm bekannten Angehörigen ganz verschiedener Minderheiten (ein Jude, eine Hindi, eine „säkulare“ Türkin), die alle ein solches Ressentiment verinnerlicht haben und gar nicht bemerken, dass sie, indem sie aktiv an der Abschaffung der Mehrheit arbeiten, dabei helfen, den Grund für die eigene Einwanderung, das zivilisierte England, abzuschaffen.

    2. Zur Unmöglichkeit des Deutschenhasses:

    Die Bildungsministerin von NRW, FrauIn Löhrmann (Grüne), sagt, dass Deutschenfeindlichkeit kein Problem ist, das auf ihrer Agenda stünde. Statt dessen ist Migrantenförderung das Leitmotto ihrer ministerialen Tätigkeit. Und obwohl in NRW an jeder Schule ab einem gewissen Ausländeranteil (und das sind viele bei 25% Migranten in NRW) Deutschenfeindlichkeit an der Tagesordnung ist, informiert die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft, dass es so etwas wie Deutschenfeindlichkeit gar nicht gäbe! Wenn ein Türke „Scheiß- Deutscher!“ sagt, dann liegt das daran, dass er keine anderen Ausdrucksmöglichkeiten hat (und man muss ihn daher doppelt fördern).

    Das ist keine Satire, das wird wirklich genauso erzählt.

    • Also ich kann’s mir nicht verwehren, über diese Frau den Kopf zu schütteln.

      Es ist das „politically korrekt“ der EU Verwaltung, die naïv hofft, mit den grossen Geburtenzahlen der Islamischen Immigranten (seid fruchtbar und mehret Euch) den Grossteil der Steuerzahler zu schaffen, die die Renten der Deutschen u. anderseuropäischen Babyboomer in Zukunft zahlen.

      Jahrelang wurde nichts unternommen, um Familie in der EU wieder in Mode zu bringen, nun ist der Salat da.

      Mir tun die Kinder heutzutage leid, weil sie in einem sehr angespannten sozialen Klima aufwachsen werden müssen, und in Deutschland ist es anscheinend besonders schlimm.

      Vive l’Europe.

  • Ich freue mich schon auf den nächsten Teil!

    Danke.

    • Ich mich auch, werter WahrerSozialdemokrat, und, wie ich annehme, alle anderen Foristen.
      Islamkritik kann nicht auf sich bezogen bleiben, sondern muss den Bogen schlagen und damit zur Metaideologie vordringen, ansonsten bleibt sie reines Räsonieren, wie man am Beispiel explizit linker Islamkritik sehen kann.
      Zum Thema Deutschfeindlichkeit (auch unserer eingewanderten Moslems) kann meines Erachtens die explizit linke Islamkritik insbesondere in bezug auf Handlungsoptionen nichts Substantielles vortragen und will es wohl auch nicht, da sie sonst wesentliche linke Paradigmen aufgeben müsste.
      Im Klartext bedeutet das für linke Islamkritiker: räsonieren und dabei zusehen, wie sich Deutschland nach und nach in islamisches Wohlgefallen auflöst. Die islamischen Thinktanks und ihre liberalen/linken Förderer sind nicht mittels „Sprechkuren“ (Überzeugen durch Argumente) zu kurieren.

      Eine Veränderung des status quo ist nur auf politischem Wege (praktizierte Politik) möglich und nicht durch reines Räsonieren. Für uns bedeutet das konkret, daß wir mangels Alternativen unter den Systemparteien jede Partei stützen müssen, die aus dem „common sense“ (dem „wohlverstandenen“ gemeinsamen Interesse) der Systemparteien ausbricht. In Deutschland können das meiner Meinung nach in Deutschland nur rechte Parteien sein (das sage ich als ehemaliger Linker), denn es gilt über das Stoppen der Islamisierung (qua Demographie und stetiger Einwanderung) hinaus auch die ideologische Metaebene dieser Selbstabschaffung zu „knacken“.

      Wir müssen Menschen aus unserer Mitte in die rechten Parteien hineinbringen, ähnlich wie es die Linken seinerzeit gemacht haben.
      Die hatten allerdings den Vorteil, die bereits existierende Öko-Partei „übernehmen“ zu können. Ökologie, Anti-AKW und so etwas, damit hatten „Vollblutlinke“ in etwa so viel am Hut wie ein Wolf an einem Leben als Vegetarier. Die Partei „Die Grünen“ war und ist für sie lediglich ein Vehikel auf dem Weg zur Macht.

      Unser Nachteil ist es allerdings, daß wir keine intellektuelle Massenbewegung sind, man findet uns eher punktuell hier und dort und nicht in Massen in den einheimischen Universitäten, wie seinerzeit die linken „Weltveränderer“, die von dort aus ihren Marsch durch die Institutionen angetreten haben und zu Funktionsträgern geworden sind.

      Wir haben auch keine Ideologie parat, anhand der sich (vermeintlich) die „Welt retten“ und ein neuer „Garten Eden“ der Menschheit errichten ließe.
      Ich denke, es geht uns in erster Linie um den Erhalt der eigenen Substanz, des „Eigenen“.
      Es gibt viel zu verlieren, versuchen wir, den Schaden zu begrenzen.

      • Apropos verlieren, mal nebenbei:
        Ich denke hier haben einige mitbekommen was in dieser Woche an den Börsen los ist.
        Die Nummer wird immer heftiger da haben die globistischen Eliten alle Hände voll zu tun ihren Laden zusammenzuhalten.
        Die Zeit arbeitet für Euch/Uns hier, den vorpolitischen Raum zu besetzen.

      • @Konservativer: Ja, Heine sagte mal sinngemäß, daß die Deutschen in Wolkenkuckucksheim zu Hause seien. Ich war nach Fukushima erschüttert, wie eine Katastrophe, die glücklicherweise Deutschland in keinster Weise betroffen hat, einen nationalen Veitstanz auslöste, während viele Deutsche (oberflächlich?) die jeden Tag deutlich sicht- und erlebbare Zerstörung des Landes achselzuckend hinnehmen.

        Sicherlich täusche ich mich in der Wahrnehmung meiner Landsleute, aber man hat den Eindruck, daß Ideologie in Deutschland mehr zählt, als die Wirklichkeit. Mag sein, daß hier ein Grund für den geringen Erfolg konservativer Politik liegt.

      • @ Konservativer

        Wir retten nur noch etwas, wenn wir vorher begriffen haben, was bereits nicht mehr rettbar ist. Und das wichtigste dazu ist ein deutscvher Staat, in dessen Rahmen man versuchen könnte konstruktiv mitzuwirken.

        Damit fehlt das wichtigste Element. Eine Partei ist damit kein Mittel mehr, die Lage zu verändern. Sie ist höchstens noch ein Mittel, um Mitstreiter zu gewinnen. Die Partei selbst, sollte sie jemals entstehen, wird Spielball fremder Interessen und ferngesteuert sein, sie wird ganz unwahrscheinlich an der Macht soweit partitzipieren, daß sie Veränderungen hervorrufen kann.

        Nein. Der alte Staat ist verloren, ein neuer nicht in Sicht.

      • @ Konservativer 5.8. 2011/ 20.55 h:

        „…Bei uns Deutschen ist die Reflexion und Gescheitheit dabei sehr mannigfach, jeder Geschichtsschreiber hat hier seine eigene Art und Weise besonders sich in den Kopf gesetzt. Die Engländer und Franzosen wissen im allgemeinen, wie man Geschichte schreiben müsse, sie stehen mehr auf der Stufe allgemeiner und nationaler Bildung; bei uns klügelt sich jeder seine Eigentümlichkeit aus, und statt Geschichte zu schreiben, bestreben wir uns immer zu suchen, wie Geschichte geschrieben werden müsse.“

        G.W.F. Hegel,
        Philosophie der Geschichte

        Diese, durch langjährige externe Induktion noch verstärkte, deutsche Wesenseigenheit, immer und überall und zu eigenen Lasten v.a. moralisch zu räsonieren, hindert uns ein ums andere Mal endlich, eine pragmatische, eigene Interessen vertretende Position in der Welt einzunehmen. Unsere „deutsche Elite“ ist weltweit einzigartig in ihrer täglich stolz und dumm zur Schau gestellten Selbstaufgabe. Bei manchen der französischen Nachbarn, die an eine derart generalisierte intellektuelle Regression eines ganzen Volkes nicht glauben können, wird dies als tückische Camouflage angesehen, um sich wieder einen „Platz an der Sonne“ zu sichern.

        • @ Bernd das Brot
          @ Joachim
          @ Georg Mogel
          Meinen Dank für Ihre Kommentare
          @ Meyer
          Meine These bezüglich einer rechten Partei als Sammelbecken rechter/konservativer Gegner des Systems (der Selbstabschaffung), über die eine politische Wende initiiert werden könnte, ist „etwas blauäugig“, beruht letztlich auf dem Prinzip Hoffnung.
          Waren die Rechten (Mohler, Schrenck-Notzing, Kesting, Hepp, Rohrmoser u.a.m.) schon in den 60ern/70ern/80ern nicht dazu in der Lage, den „Siegesmarsch“ (durch die Institutionen) des Kulturmarxismus in irgendeiner Weise aufzuhalten oder wenigstens zu verlangsamen, so scheint es heute nahezu aussichtslos zu sein, die nunmehr eroberten Bastionen der Linken auf politischem Weg zu erstürmen.
          Die Voraussetzungen sind ja auch grundsätzlich verschieden. Hatten die Linken und Linksliberalen neben der „Meinung“ auch Förderer aus anderen Staaten (namentlich zu nennen sind die USA und die UDSSR), die ihnen auf vielfältige Art und Weise den Weg bereitet haben, so standen und stehen die Rechten/Konservativen ohne jede Unterstützung sowohl von Innen, als auch von Außen da.
          Auch wenn der (National)Staat verloren scheint, sollten wir dennoch unsere Bemühungen um ihn nicht aufgeben.

          Der „Markt“ und die „Meinung“ (der letzte Begriff stammt von Schrenck-Notzing) wollen die Globalisierung, wenn auch aus z.T. unterschiedlichen Gründen. Aus ihrer Perspektive ist der eher homogene Nationalstaat ein abzuschaffender Anachronismus, ein „Mohr, der seine Schuldigkeit getan“ („Markt“) bzw. die „Vergegenständlichung alles Bösen“ („Meinung“) und nunmehr zu verschwinden hat.

  • Korrektur: globalistischen…

  • @ Hurtig @ Manfred Es hilft ja nichts. Wir müssen uns mit solchen Argumenten auseinandersetzen. Das Buch von G. Schultze-Rhondorf habe ich gerade gelesen; wem die 567 Seiten zu lang sind, kann es auch abschnittsweise lesen. Nun beschäftigt sich G.Sch-R. nicht mit der Innenpolitik und nicht mit dem Judenmord. Der erste, der dazu in die richtige Richtung dachte, war Sebastian Haffner „Anmerkungen zu Hitler“, der die These aufstellte, daß 1. das Kriegsgeschehen (samt der Kriegsverbrechen) vom Judenmord getrennt betrachtet werden müsse 2. das Geheimnis von letzterem (wie konnte es dazu kommen?) in der Person dieses AH zu finden sei, der 3. ein außergewöhnlich böser Mensch gewesenn sei.(ich glaube, gerade zu letzterem ist der Schlußpunkt der Forschung noch nicht erreicht).

    • Ich bin ja gerne bereit, mich mit Argumenten auseinanderzusetzen. Aber eben nur mit Argumenten. Ich bin nicht bereit, über das Existenzrecht meines Volkes zu diskutieren, und der Schuldkult hat nichts mit historischer Aufklärung zu tun, sondern ist ist Teil eines kalten Völkermordes.

      Übrigens hat Hurtig noch einen weiteren Kommentar geschrieben, der im Spam gelandet ist, weil ich dafür gesorgt habe, dass alle seine Kommentare im Spam landen. Darin schreibt er, dass er kein Deutscher ist. Und mit Nichtdeutschen diskutiere ich noch weniger als mit Antideutschen, wie wir mit unserer Geschichte umzugehen haben. (Freunde natürlich immer ausgenommen.)

      • Darin schreibt er, dass er kein Deutscher ist. Und mit Nichtdeutschen diskutiere ich noch weniger als mit Antideutschen, wie wir mit unserer Geschichte umzugehen haben.

        Ich muß zunächst vorausschicken, daß ich mir den Kommentar von ‚Hurtig‘ nicht richtig erklären konnte, d.h. ich konnte einfach emotional nicht ermessen, wie ein derart dämlicher Kommentar überhaupt ernsthaft von einem Deutschen, der auch nur ein wenig Internetgeschichtsbildung hinter sich hat, geschrieben werden kann.

        Dieser ‚Kommentar‘ mutete mich sofort an als sei er komplett aus der Zeit gefallen; als ob ein 16jähriger aus der ersten Hälfte der siebziger Jahre in tiefer Gläubigkeit sämtliche Klischees, die man in diesem Alter in dieser Zeit haben konnte, in einen Kommentar gepackt hätte. Wenn ‚Hurtig‘ allerdings kein Deutscher ist (und ich nehme nicht an, er meint damit, er sei Anti-Deutscher), dann könnte es doch gut sein, daß sein Kommentar schlicht und einfach das Durchschnittsbewußtsein des Durchschnittsausländers (also jeden EU-Europäers um uns herum) über uns spiegelt.

        Und wenn dem so sein sollte, dann tätest du, glaube ich zumindest, gut daran dir diesen Kommentar (und auch seine sonstigen Kommentare) sorgfältig durchzulesen … um anhand der von ihm, und möglicherweise auch anderen ähnlichen Kommentatoren, aufgelisteten Punkte eine Art Standardreplik zu erarbeiten (gerne auch umfangreicher und mit Quellenhinweisen versehen), deren strategischer Sinn die Heilung des Auslands vom Nichtwissen wäre.

        ‚Hurtig‘ und die ihm Ähnlichen, darüber muß wohl nicht gestritten werden, sind ‚krank‘. Das Wesen ihrer Krankheit ist ‚Nichtwissen‘ (hier speziell über die Gründe und Hintergründe der beiden Weltkriege des letzten Jahrhunderts, und der Ausdruck dieser Krankheit ist eben das Klischee. Es hat einen Moment gedauert bis der Groschen bei mir fiel, woran mich ‚Hurtig‘ erinnerte – in einem der ersten Artikel auf ‚German Views‘ war unter den Kommentatoren ein Italiener, der ebenfalls ein – für Leser dieses und ähnlicher Blogs – geradezu staunenswertes Nichtwissen in einige Sätzen fasste und damit dann auch noch punkten wollte.

        Und in dem Schulze-Ronhof-Artikel auf ‚German Views‘ war ein Norweger (Russ) – angeblich Geschichtsstudent – der ähnliche Klischees vom Stapel ließ, allerdings in deutlich höflicherer Form. Das sind jetzt 3 Beispiele, die mir, auch wenn sie von der reinen Zahl her wohl kaum aussagekräftig sein dürften, dennoch zu zeigen scheinen: Das Ausland weiß nichts! Über die Weltkriege und ihre Hintergründe. Die sind noch gehirngewaschener als der durchschnittliche BRDler.

        Warum also nicht Kommentatoren wir ‚Hurtig‘ als Chance begreifen? Als Chance Einfluß zu nehmen auf das Bild der politischen Kollektividentitäten um uns herum über uns. Dass sie sich etwa auf German Views oder, wie eben ‚Hurtig‘ sogar direkt hier auf den ‚Korrektheiten‘, zu Wort melden, weist sie doch zumindest als aktive Teile ihrer jeweiligen Völker aus – denn wer tut das denn sonst noch? Wenn es also gelänge, daß du – bildlich gesprochen – ein kleines Licht in den dunklen, großen Keller ihres Nichtwissens stellen könntest, dann hättest du einen Samen gesät, der in der Zukunft möglicherweise (positive) Frucht tragen könnte, die wir hier & heute nicht annähernd ermessen können.

        Sollten sich also in deiner Spam beispielsweise noch weitere, den von mir genannten 3 Beispielen ähnliche Kommentare von Ausländern finden, dann wäre die einmalige Erstellung (und gelegentliche – in größeren Zeitabständen – Überarbeitung, wenn denn wirklich erforderlich, da neue Fragen aufgetaucht sind) einer Art FAQ-Seite, die ihrerseits in den Antworten noch einmal weiterverlinkt auf vertiefende Artikel (etwa hier auf dem Blog) oder auch auf Seiten wie ‚Vorkriegsgeschichte‘ (gibts das eigentlich auch in Englisch? – immerhin ja lingua franca des Internets), dann könnte man aus Kommentatoren wie ‚Hurtig‘ – vielleicht nicht aus allen, aber wenigstens aus einigen – so etwas wie Bannerträger der Aufklärung (in unserem Sinne) machen. Das wäre wohl letztlich konstruktiver als sie einfach zu blocken und zu frusten, was ihre Sicht über uns vermutlich nur bestärken wird … auch wenn mir der ‚kewil-Effekt‘ natürlich bekannt ist, dem, je länger einer bloggt, desto schwerer zu entkommen sein dürfte. 😆

        • Du hast wahrscheinlich Recht, und Lisje auch. Mein Problem ist nur, dass dieses geballte Unwissen nur mit Argumenten widerlegbar ist, die so voraussetzungsreich sind, dass ich jeden dieser Kommentare mit einer so langen und ausführlichen Antwort widerlegen müsste, dass mir einfach die Zeit dazu fehlt. Und einfach ein Merkblatt für Gehirngewaschene zum Mehrfachgebrauch anzufertigen, ist auch wieder nicht so einfach, weil letztlich doch jeder Kommentar auf sehr verschiedene Aspekte eingeht. Die Lage wäre anders, wenn ich zum Geschichtsrevisionismus schon so viel geschrieben hätte wie zur Islamkritik; dann müsste ich nur auf vorhandene Texte verweisen. Bisher ist aber einfach noch nicht genug Textmaterial zusammen. Geschichtsrevisionismus ist ein Thema, das hier in Zukunft wachsende Bedeutung haben wird, aber im Moment bin ich noch damit beschäftigt, die ideologischen Grundlagen des etablierten Geschichtsbildes zu zerlegen, nicht das Geschichtsbild selbst. Bisher habe ich im Grunde nur die Rezensionen zu Scheil und Schultze-Rhonhof. Was uns fehlt, ist eine Gegenerzählung zum etablierten Narrativ, wie ich sie bei der Islamkritik mit dem „Dschihadsystem“ geliefert habe. Eine solche Gegenerzählung zu entwickeln, braucht aber Zeit, und die nehme ich mir. Ich muss nicht jetzt schon mit Thesen vorpreschen, die ich noch nicht in der gebotenen Ausführlichkeit entwickelt und begründet habe.

          • Eine solche Gegenerzählung zu entwickeln, braucht aber Zeit, und die nehme ich mir. Ich muss nicht jetzt schon mit Thesen vorpreschen, die ich noch nicht in der gebotenen Ausführlichkeit entwickelt und begründet habe.

            Ich wollte nicht drängen – es sollte nur ein Anregung sein. Wenn du irgendwann die nötigen Grundlagen in der Form und Menge geschaffen hast, daß sie deinen eigenen Ansprüchen genügt, kannst du ja vielleicht noch einmal in diese Richtung denken.

  • „…und da “wir” zur westlichen Wertegemeinschaft gehören, haben “wir” den Zweiten Weltkrieg mitgewonnen, während “die Deutschen” ihn als Verkörperung des “Bösen” verloren haben.“

    Dieser Mechanismus griff nicht nur im Westen, sondern auch im Osten Deutschlands. Wer die Debatte um die Schuldigen am Dritten Reich und des 2. Weltkriegs in der DDR bewusst miterlebte, konnte beobachten, dass die „Faschisten“, die wirklich Schuldigen und die Mitläufer, denen die ganze historische Schuld angelastet wurde, sich im Laufe der Zeit immer weiter von den „Bürgern der DDR“ entfernten, obwohl sie doch identisch waren. In den Medien und Schulen wurden Soldaten der Deutschen Wehrmacht, die unsäglicher Verbrechen bezichtigt wurden, quasi als Personen aus einer anderen Epoche behandelt, obwohl doch ich, mein Vater oder Bruder gemeint waren. Aber niemand machte uns persönlich einen Vorwurf. Der Vorwurf galt den seltsam unpersönlich bleibenden „Faschisten“. Wir, dieselben Personen, gehörten nun, als Bürger der DDR, zu den „Siegern der Geschichte“.

  • „Das ist zwar richtig, aber als Deutscher dürfen Sie das nicht sagen.“
    Ernst Noltes späte Reflexionen:

    E r n s t N o l t e

    SPÄTE REFLEXIONEN

    über den Weltbürgerkrieg des 20. Jahrhunderts

    INHALT

    E r s t e r T e i l : Ideologische Hauptmächte des 2o. Jahrhunderts

    Vorwort

    3-6

    Einführung

    7-24

    I,1 Der Autor als Ausgangspunkt

    25-36

    I,2 Juden – Judentum – „jüdischer Bolschewismus“

    37-70

    I,3 Auschwitz und Holocaust

    71-102

    I,4 Zionismus und Israel

    103-117

    I,5 Antisemitismus

    118-124

    I,6 Bolschewismus

    125-131

    I,7 Adolf Hitler

    132-145

    I,8 Nationalsozialismus

    146-159

    I,9 Deutschland

    160-167

    I,10 Deutsche und Juden

    168-181

    I,11 Vergleiche

    182-189

    I,12 Gedankenexperimente

    190-207

    Z w e i t e r T e i l : Umgreifendes

    II,1 Egalität, Egalitarismus, Egalitätsideologen

    208-218

    II,2 Gesellschaftsordnungen

    219-230

    II,3 Die Linke

    231-239

    II,4 Das Liberale System

    240-254

    II,5 Marktwirtschaft – Kapitalismus – Sozialismus

    255-263

    II,6 Weltzivilisation und Nachgeschichte

    264-276

    D r i t t e r T e i l : Annäherungen an die Philosophie

    Einführende Reflexionen

    278-280

    III,1 Der Islam

    281-284

    III,2 Sexualität

    285-290

    III,3 Anthropologie

    291-307

    III,4 Theologie

    308-314

    A n h a n g

    Fragen und Thesen – Aphorismen und Ergänzendes

    315-359

    Vorwort

    Die Wahl des auf den ersten Blick befremdenden Buchtitels bedarf der Begründung.

    „Reflexionen“, im Sinne von relativ selbständigen „Überlegungen“ oder „Gedanken“ können sich auch in Arbeiten einer strengen Fachwissenschaft finden; sie sind jedoch nie die Hauptsache. Häufig müssen sie als subjektive Einschübe im Rahmen einer zielgerichteten Untersuchung gelten. Aber gerade historische Darstellungen und Studien können eine besondere Affinität zu „Reflexionen“ haben. Das trifft für alle weitgespannten Arbeiten zu, die auch scheinbar fernliegende Teile des Kontextes einbeziehen, und schlechthin unentbehrlich sind sie bei einem Thema wie „Der Weltbürgerkrieg des 20. Jahrhunderts.“ Hier muss die Frage eingehend erörtert werden, was die Realitäten sind, in deren Namen von jeweils einer großen Anzahl von Menschen ein Bürgerkrieg geführt oder unterstützt wird und was die unterscheidenden Kennzeichen eines solchen Bürgerkrieges sind.

    Dem vorliegenden Buch liegt, wie dem ganzen Lebenswerk, die Auffassung zugrunde, daß diese Realitäten ideologisch geprägte Bewegungen waren, die in jedem Lande Anhänger hatten oder haben konnten, welche sich trotz der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Nation oder zu einer bestimmten Klasse oder Schicht wechselseitig als Todfeinde betrachteten und bekämpften. Die These, daß die ideologischen Bewegungen des besonders vom Marxismus geprägten Bolschewismus und des vornehmlich aus der feindlichen Beziehung zu Marxismus und Bolschewismus entspringenden Faschismus bzw. des Radikalfaschismus, der sich „Nationalsozialismus“ nannte, die Hauptmächte der großen Kämpfe des 20.Jahrhunderts gewesen seien, kann nicht ohne Reflexionen gewonnen werden, doch sie kann auch überwiegend aus der schlichten Anschauung hervorgehen. Die Begriffe des „Weltbürgerkriegs“ und des „Europäischen Bürgerkriegs“ werden heute in der Publizistik häufig verwendet, aber meist in feuilletonistischer Weise. Es gibt nur wenige Historiker, für die dieses Thema der Kern oder mindestens ein beträchtlicher Teil ihres „Lebenswerkes“ ist oder war. Neben Eric Hobsbawm und Francois Furet gehöre ich zu diesen Autoren, und das war für lange Jahre in der Welt unbestritten, bis ein bedeutender, aber im ganzen dennoch untergeordneter Teil dieser Konzeption im Rahmen des sogenannten „Historikerstreits“ der Jahre 1986 -1988 eine in der westlichen Welt weitverbreitete Feindschaft erzeugte, die mich nach dem unverhüllten Wunsch ihrer Protagonisten zu einer Unperson oder zu einem Niemand machen sollte. Dass dieser mindestens „umstrittene“ Autor beide Bewegungen erst in zweiter Linie als „Totalitarismen“ charakterisiert, sondern sie als militante Verkörperungen von weit übergreifenden Welttendenzen interpretiert, nämlich der „Globalisierung“ auf der einen Seite und der Selbstbehauptung von partikularen Strukturen auf der anderen, wurde nicht zur Kenntnis genommen, soweit es nicht von den zumal in Deutschland vorherrschenden „Universalisten“ empört zurückgewiesen wurde.

    Die Reflexionen, die ich heute vorlege, sind „späte Reflexionen“, weil sie nicht nur das Produkt eines sehr alten Mannes sind, sondern sich auch von denjenigen Reflexionen tendenziell unterscheiden, die zu jenem Lebenswerk notwendigerweise hinzugehören. Zu ihrer Entstehung und auch zu dem eigenartigen Merkmal, daß durch sie auch Themen berührt werden, die auf den ersten Blick nichts unmittelbar mit dem „Weltbürgerkrieg des 20. Jahrhunderts“ zu tun haben, wird in der „Einführung“ das Erforderliche gesagt , aber sie sind auch objektiv „spät“, weil es mir vergönnt gewesen ist, noch fast ein Vierteljahrhundert ein Beobacher des Zeitgeschehens zu bleiben, nachdem der historiographische Kern des Lebenswerkes im Jahre 1987 mit dem Erscheinen des Buches „Der europäische Bürgerkrieg 1917-1945. Nationalsozialismus und Bolschewismus“ vollendet war. Und kaum je hat sich die Welt so tiefgreifend verändert wie nach den Jahren 1989/1991, seitdem der eine der beiden Pole der Phase des „Kalten Krieges“ innerhalb des Weltbürgerkrieges, die Sowjetunion, den Wettkampf mit den USA nicht mehr durchhielt und sich in ihre (sehr ungleichartigen) Bestandteile auflöste. Dadurch traten nicht nur auf der ganzen Erde tiefgreifende und oft wahrhaft erstaunliche Änderungen ein, sondern diese Veränderungen warfen auch ein neues Licht auf die Vergangenheit dieses Weltbürgerkriegs. Nach einiger Zeit waren sogar die USA nicht mehr dasjenige, was sie in den neunziger Jahren gewesen waren, nämlich „die einzige Weltmacht“, die nicht nur durch die überwältigende Zahl ihrer Waffen, sondern auch durch die Anziehungskraft ihrer Ideologie der „Menschenrechte“ nicht ihresgleichen hatte.

    Die Vereinigten Staaten wurden vornehmlich durch das Aufkommen eines neuen Feindes geschwächt, der materiell weitaus weniger stark war, der aber eine Ideologie besaß, welche mörderische Selbstmordattentate in bisher unvorstellbarer Zahl hervorzubringen vermochte, des Islamismus. Sie waren jedch schon geraume Zeit vorher zum Angriffsziel des als „Ideologie der Dritten Welt“ überlebenden Marxismus geworden und hatten in der ursprünglich defensiven, einen Verbündeten unterstützenden Auseinandersetzung um Vietnam eine genuine militärische Niederlage erlitten. Aber schlimmer war, daß sie nun weithin mit Hitlers Drittem Reich verglichen werden konnten, weil sie unverhüllte Angriffskriege führten, die man auch „Überfälle“ nennen mochte, und weil führende Intellektuelle den Gedanken der Macht und des Kampfes so stark herausstellten, daß die Erinnerung an den einst so erfolgreich bekämpften „preußischen Militarismus“ nahelag. Und noch mehrere Jahre nach dem Ende des zweiten Krieges gegen den Irak traf der „humanitär gesinnte“ Staat eine praktische Unterscheidung, welche die ideologischen Vorkämpfer des Feindes von dessen gewöhnlichen Soldaten trennte, indem er sie auf Guantanamo in weitaus schärferer Weise behandelte, so daß trotz der ungleichen Dimension ein Vergleich mit Hitlers „Kommissarbefehl“ nicht ausgeschlossen war.

    Im neuen „Rußland“ brach sich, einige Jahre in beträchtlicher Stärke, nach siebzig Jahren die Kritik am kommunistischen Sowjetstaat Bahn, so daß Solschenizyns „Archipel Gulag“ zur Basis eines neuen Selbstverständnisses zu werden schien, aber praktische Konsequenzen hatte diese „Vergangenheitsbewältigung“, ganz anders als die deutsche, nicht, und bald verbreiteten sich nostalgische Empfindungen sogar Stalin gegenüber, weil er „Rußland groß gemacht“ und den „Vaterländischen Krieg“ siegreich beendet habe, und die Feststellung wurde nicht gerade hervorgehoben, daß ohne die umfangreichen Hilfslieferungen des kapitalistischen Hauptfeindes von gestern dieser Sieg nicht möglich gewesen wäre.

    Nur im besiegten Deutschland entwickelte sich die unumgängliche Kritik an der

    Vergangenheit zu einer Art von Zivilreligion, die den Nationalsozialismus und oft genug tendenziell auch Deutschland für das „absolute Böse“ erklärte und in der Konsequenz die Axt an die Wurzel nicht nur eines „Nationalbewußtseins“, sondern sogar an den zentralen Charakter der „westlichen Demokratie“ als eines „Liberalen Systems“ legte, in welchem „Relatives“ ( besser : „Relationiertes“) sich mit anderem und oft sehr verschiedenem „Relativem“ auseinandersetzt und dadurch so etwas wie „Wissenschaft“ möglich macht.

    Allerdings konnte sich diese „metaphysische“ Auslegung auf ein Ereignis stützen, das es trotz der größeren Opferzahlen in der ehemaligen Sowjetunion nicht gegeben hatte, nämlich den „Holocaust“, dieVernichtung einer trotz aller Unsicherheiten extrem hohen Zahl von Juden. Die für alleinwahr erklärte Behauptung geht – meist implizit – dahin, ein solches Ereignis entziehe sich der Wissenschaft und dürfe von „profanen Händen“, d.h. vom kritischen und problematisierenden wissenschaftlichen Denken, nicht berührt werden.

    Aber die Rede von den „absolut Bösen“ setzt die Existenz von „absolut Guten“ voraus, und in einigen jüdischen Deutungen wird der Holocaust als Angriff auf das Volk Gottes und damit auf Gott selbst gefaßt. (s. Peter Novick, Nach dem Holocaust, 2001, S.259)

    Dass damit Hitlers Verständnis der Macht und des Charakters der Juden unter radikaler Veränderung des Werturteils übernommen wird, scheint diesen Interpreten entgangen zu sein.

    Und das empirische Urteil großer Teile der Weltbevölkerung hat sich den Juden bzw. den Zionisten gegenüber anscheinend noch stärker verändert als gegenüber den Amerikanern. Aus dem weltweiten Mitgefühl mit den Juden als einer verlassenen und hilflosen, zur „Schlachtbank“ geführten Minderheit, das die Gründung des zionistischen Israel erst möglich machte, ist keineswegs nur in islamischen Ländern die sehr kritische Stellungnahme zu einem Staat geworden, der sich als neue Weltmacht neben und innerhalb der alten Weltmacht seit bald fünfzig Jahren allen Aufforderungen der Vereinten Nationen, das1967 besetzte Gebiet der Palästinenser zu räumen und das Rückkehrrecht der Vertriebenen und Flüchtlinge anzuerkennen, hartnäckig und mit grausamen praktischen Auswirkungen verschließt.

    Das Eintreten für Unterdrückte ist hoher Achtung wert, doch es ist als solches noch nicht Wissenschaft. Wissenschaft entsteht nur aus der Kenntnisnahme der einen so gut wie der anderen Sache(n) und aus dem unvoreingenommenen Abwägen und Erörtern. Wissenschaft kann es nur geben, wenn Tatbestände und Umstände auch dort, wo sie zunächst aus sehr verständlichen, ja edlen Gründen ins Dunkel gerückt wurden, endlich in die Offenheit der wissenschaftlichen Diskussion gestellt werden. Das setzt voraus, daß das „politisch Korrekte“ zwar nicht verworfen oder als solches bekämpft, aber durch Bezugnahmen auf das „Unkorrekte“ wissenschaftsgerecht gemacht wird Darin besteht das Ziel dieser „späten Reflexionen“, die mein „letztes Wort“ sind und nach 80 Jahren an mein „erstes Wort“ (s. oben) anzuschließen scheinen, ein Ziel, das auch meinen wissenschaftlich gesinnten Gegnern Gelegenheit geben kann, meinen „Starrsinn“ und die Einseitigkeit meiner Fragestellung zu kritisieren. Zuvor jedoch sollten andere und längst etablierte Einseitigkeiten überprüft und korrigiert werden, insbesondere diejenige, welche ein singuläres, aber nicht unvergleichbares Ereignis innerhalb des Weltbürgerkrieges die Interpretation und Analyse dieses Grundgeschehens verdrängen lässt

    Es liegt in der Natur solcher Reflexionen, daß sie von dem gleichen Ausgangspunkt unterschiedliche Aspekte derjenigen Phänomene ins Auge fassen können, die das eigentliche Objekt des Nachdenkens sind. So werden in diesem Buch nicht ganz selten die „60000 Homere“ erwähnt, die im Zukunftsbild des französischen Frühsozialisten Charles Fourier auftauchen. In einer „Geschichte des Sozialismus“ würde es genügen, diese Tatsache lediglich zu konstatieren. Wenn die verbildlichende Vorstellung aber in erster Linie als die mythologisierende Artikulation eines sehr realen Phänomens betrachtet wrd, nämlich der „Intellektualisierung“ in der Moderne, dann braucht es sich bei solchen Erwähnungen nicht um bloße „Wiederholungen“ zu handeln, und ähnliches gilt für die persönlichen Rückblicke auf eine alltägliche Erfahrung, nämlich das Strandleben an der Ostsee, das ebenfalls dem Nachdenken über eine viel bedeutendere Realität dienen soll, nämlich der Tendenz zum Egalitarismus. Wenn hier und da die Differenzen nicht klar genug erkennbar sein sollten, muss der Verfasser den Leser um Nachsicht bitten.

    Der eigenartige Titel des Vierten Teils „Mitgehendes“ ist eine Übersetzung des griechischen Terminus „symbebekota“, d.h. des „Akzidentiellen“ Dieser Teil war zunächst als Beispiel für den ursprünglichen Zustand des Buches gedacht, d.h. des noch nicht unter Ordnungsbegriffe gebrachten und insofern „zufälligen“ Charakters dieser Reflexionen. Am Ende weist er aber eher die Kennzeichen von „Abhandlungen“ auf, die aus der jüngsten Vergangenheit stammen.

    Berlin im Dezember 2010 Ernst Nolte

    • @ Georg Mogel:

      Es tut mir leid wegen der Mühe, die Sie sich gemacht haben, aber ich musste Ihr Zitat um rund drei Viertel kürzen, weil es in der von Ihnen eingestellten Form eine flagrante Urheberrechtsverletzung bedeutete. Im Grunde ist es auch jetzt noch zu lang, aber ich gehe davon aus, dass Verlag und Autor darin eine Werbung sehen.

  • @ Manfred:

    Danke für Ihren Hinweis.
    Hier der Link zu Ernst Noltes Webseite:

    http://www.ernstnolte.de/Reflexionen/Body-Reflexionen.html

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