Non veni pacem mittere sed gladium. (Mt 10,34)
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[Der englische Originaltext „From A German Point of View: A Reply to Lawrence Auster“ wurde – mit einer Einleitung von Baron Bodissey – zugleich in Gates of Vienna veröffentlicht.]

Lawrence Auster, Bin Laden und die Deutschen

Lawrence Auster, konservativer amerikanischer Publizist

Lawrence Auster

Am 6. Mai veröffentlichte Lawrence Auster einen Kommentar zu Deutschlands Reaktion auf den Tod von Bin Laden – einen Kommentar, der ein Schlaglicht auf politische Spannungen wirft, deren viele von uns sich gar nicht bewusst sind. Ich glaube, es lohnt sich, Austers Argumentation unter die Lupe zu nehmen, um die Art dieser Spannungen deutlich zu machen, und die Frage zu klären, was sie für den Gegen-Dschihad bedeuten können.

Lawrence Auster bezieht sich auf die Strafanzeige gegen Angela Merkel wegen Billigung einer Straftat, nachdem sie erklärt hatte sich über Bin Ladens Tod zu freuen. Auster zitiert eine Umfrage, wonach 64 % der Deutschen den Tod von Osama Bin Laden nicht als etwas ansehen, was man feiern sollte, und knüpft daran die Feststellung, dass Deutschland „spirituell tot sei“ und diesen Tod „der konsequenten Anwendung des Liberalismus“ [ „the consistent application of liberalism“] verdanke.

Es gibt Einiges, was Lawrence Auster anscheinend nicht versteht: Zunächst war die Frage nicht, ob Bin Ladens Tod gut oder schlecht ist, sondern ob man ihn feiern sollte. In Deutschland sind in den vergangenen Jahrzehnten viele Terroristen von Sicherheitskräften getötet worden oder haben im Gefängnis Selbstmord begangen. In keinem einzigen Fall hat eine deutsche Regierung Befriedigung oder Freude darüber geäußert, und in keinem einzigen Fall hat es öffentliche Feiern der Art gegeben, wie wir sie jetzt in Amerika sehen. Den Tod eines Menschen zu feiern, und wäre er ein Feind, gilt in Deutschland als unanständig, und deshalb war Merkels Äußerung, ob nun illegal oder nicht, mindestens ein peinlicher Fauxpas. Dies ist etwas, was man bei uns einfach nicht tut.

Ich werfe Lawrence Auster nicht vor, dass er die Sitten eines fremden Landes nicht kennt und nicht versteht. Ich finde nur, dass er sich mit Urteilen, über das, was er nicht versteht, zurückhalten sollte.

Lawrence Auster und sein Deutschenhass

Bis jetzt geht es nur um eine kleine Meinungsverschiedenheit zwischen den meisten deutschen auf der einen Seite und den meisten Amerikanern auf der anderen. Angesichts der Irrelevanz des Themas ist es umso bestürzender, dass Lawrence Auster die Gelegenheit nutzt, eine wahre Lawine an Hass und Vorurteil gegen Deutschland loszutreten. Das beginnt mit

Übrigens: Warum unterhalten wir für Milliarden Dollar 50.000 Mann amerikanischer Truppen in diesem toten Land? Zu welchem Zweck, außer um die dortige Wirtschaft zu füttern, die zufällig die größte in Europa ist?

Nun, sie sind jedenfalls nicht hier, um Deutschland vor Invasionen zu schützen. Tatsächlich sind wir, wie alle europäischen Nationen, einer Invasion ausgesetzt, aber die USA sind die letzten, die uns dagegen schützen werden – ich komme noch darauf zurück. Die USA haben Stützpunkte in Deutschland, weil von hier aus ihre Truppen im Nahen und Mittleren Osten versorgt werden (und außerdem werden von hier aus entführte Personen auf geheime CIA-Gefängnisse rund um den Globus verteilt).

Man stelle sich vor, die Verschwörer gegen Hitler von 1944 hätten ihn tatsächlich getötet, und wenn ein deutscher Politiker seine Freude darüber geäußert hätte, hätte dieser Richter, ins Jahr 1944 zurückversetzt, versucht, ihn zu bestrafen. Ich glaube, dass Deutschland sich gar nicht so sehr verändert hat, hmm? Reiner Liberalismus, dem die Deutschen in ihrer humorlosen fanatischen Gründlichkeit als dem Gegenteil von Nazi-Totalitarismus nacheifern, ist nur eine andere Art von Totalitarismus. Und auf dieselbe Weise, wie ich oft bemerkt habe, zerstört das deutschgeführte transnationale Gegenteil des Nazi-Nationalismus, der die Nationen Europas zu zerstören versuchte, sie ebenfalls. Auf die eine oder andere Weise, ob in der Nazi- oder der hyperliberalen Form, stellen die Deutschen eine entschiedene Bedrohung für die Völker und Nationen des Westens dar. Um Churchills berühmte Bemerkung zu paraphrasieren: Sie müssen zu unseren Füßen bleiben, sonst haben wir sie an der Kehle.

Und er fügt hinzu

Ich bin nicht extrem oder „antideutsch“, wenn ich das sage

womit Lawrence Auster tatsächlich zeigt, dass er nicht unsere deutsche Humorlosigkeit teilt.

Deutscher Selbsthass und White Guilt

Die Deutschen sind derselben Meinung. Sie sehen sich selbst als Gefahr für Andere. Deshalb, so sagen sie, ist die EU notwendig: um sie, die immer drohenden Deutschen, in Schach zu halten.

Viele Deutsche reden so, weil man ihnen eingeredet hat, so zu reden und zu denken. Man hat sie gelehrt, tausend Jahre deutscher Geschichte als bloße Vorgeschichte zu Hitler aufzufassen. Man hat sie gelehrt, ihre Geschichte als bloße Verbrechensgeschichte zu betrachten. Man hat sie gelehrt, sie seien eine Gefahr für Andere. Man hat sie gelehrt, Patriotismus und „Nationalismus“ seien, dasselbe, und das Letztere sei die Wurzel aller Übel der Welt. Man hat sie gelehrt, sich selbst zu hassen.

Das begann mit der Re-education von 1945 an, und diese Re-education ist keineswegs abgeschlossen. Ein ganzes Volk mit Selbsthass zu vergiften stellte sich als machbar heraus, und dieses Konzept wurde, nachdem es einmal erfolgreich angewendet worden war, verallgemeinert und unterminiert nun als Denkfigur der „White guilt“ unsere Zivilisation. Lawrence Auster sollte das nicht den Deutschen vorwerfen. Die waren nur die Versuchskaninchen.

Die Eine-Million-Dollar-Frage lautet: Warum wird dies getan, und wer tut es?

Lawrence Auster mag nicht viel von Deutschland verstehen, aber er hat ganz richtig erkannt, dass wir die Triumphgefühle über den Tod von Bin Laden nicht teilen – und dies nicht wegen Appeasement, Liberalismus oder Dekadenz, auch nicht nur wegen des oben beschriebenen spezifisch deutschen Verständnisses von Anstand. Es mag Manchen schockieren, aber selbst militante Counterjihadisten wie ich teilen sie nicht.

Nicht der Islam per se, der Globalismus ist der Feind

Ja, Bin Laden war unser Feind, aber er war nicht die Nummer Eins auf der Liste unserer Feinde, und nicht einmal die Nummer Zehn. Der Islam dringt in Europa nicht durch Terrorismus, sondern durch Immigration und ethnische Verdrängung vor, und dies mit starker Unterstützung durch die internationalen politischen Eliten. Es ist sinnlos, zwischen amerikanischen und europäischen Eliten zu unterscheiden weil sie alle zu einem transatlantischen Netzwerk gehören, dass in Amerika sein Zentrum findet, aber sich keineswegs auf Amerika beschränkt. Innerhalb dieses Netzwerkes werden Strategien aufeinander abgestimmt, sodass es so etwas wie eine im strengen Sinne nationale Politik gar nicht gibt. Gewiss gibt es Meinungsverschiedenheiten zu Fragen von geringerem Gewicht, aber die allgemeine Stoßrichtung ist die hin zur Errichtung einer globalen Einheitskultur. Die EU ist Teil dieses Prozesses, und ein Analytiker, der dafür ausschließlich Deutschland verantwortlich macht, wie Lawrence Auster,

Das Problem ist, dass die deutsch geführte EU, die in der deutschen Vorstellung darauf abzielt, die deutsche Nation zu unterdrücken, alle anderen europäischen Nationen ebenfalls unterdrücken muss. Aus diesem Grund kann es dem deutschen Anti-Nationalismus ebensowenig erlaubt werden, über Europa zu herrschen, wie vorher dem deutschen Nationalismus. Deutschland hat nicht zu herrschen. Punkt.

beweist damit nur, dass sein Hass auf ein bestimmtes Land stärker ist als sein analytisches Vermögen.

Warum nötigt ausgerechnet die Führungsmacht im war on terror zugleich Frankreich, sich der islamischen Infiltration zu öffnen, und fördert diese Infiltration insgeheim noch, wie wir durch Wikileaks wissen (und es gibt ja keinen Grund zu der Annahme, dass diese Strategie nicht auch auf andere europäische Länder angewandt wird)? Warum frönt ausgerechnet dasjenige europäische Land, dass am leidenschaftlichsten an diesem Krieg teilnimmt – Großbritannien – zugleich und mit derselben Leidenschaft einer Politik der Selbst-Islamisierung? Warum drängen die angelsächsischen Mächte, während sie mit mehr als einem islamischen Land im Krieg liegen zugleich Europa, die EU immer weiter auszudehnen – mit dem vorhersagbaren Ergebnis, dass auch die Türkei und Nordafrika dem Club beitreten und Europa mit muslimischen Migranten überfluten werden?

Die offenkundige Antwort auf diese Fragen, die Lawrence Auster nicht stellt, lautet, dass die Verwestlichung der islamischen und die Islamisierung der westlichen Welt zwei Seiten derselben Medaille sind.

Die Errichtung einer globalen Einheitskultur erfordert die Zerstörung traditioneller Wert- und Loyalitätsmuster. Nationen, Religionen und Traditionen ermöglichen es Menschen, sich miteinander zu solidarisieren; sie sind die geborenen Feinde jeder Art von Tyrannei. Globalismus bedeutet: diese Bindungen zu lösen, die die Gesellschaft zusammenhalten, die Menschen zu nichts als idealen Konsumenten und Arbeitskräften zu machen und sie einem System supranationaler Institutionen zu unterwerfen, die niemandem verantwortlich sind. Ein solches System globaler Mobilität von Kapital und Arbeit, d.h. eine globalisierte Marktwirtschaft, neigt dazu, auf der Mikroebene Anarchie zu erzeugen und erfordert dann wie von selbst immer weiter reichende Vollmachten für die supranationale Ebene, um einen Frieden zu erzwingen, den der einzelne Staat nicht mehr gewährleisten kann.

Darauf läuft die Politik der politischen Klassen aller westlichen Länder hinaus. Die Moslems mit ihrem Dschihad-Ehrgeiz und die linken mit ihren kindischen multikulturalistischen Utopien, sind bloß nützliche Hilfstruppen, weswegen man sie auch gewähren lässt.

Das ist der Hintergrund jener Phrasen von der Verbreitung von „Demokratie“, „Freiheit“, „good governance“ usw., und es ist der Hintergrund von Schlagwörtern wie „kulturelle Bereicherung“, „Toleranz“, „Willkommenskultur“ etc. Wahrscheinlich glauben die Verantwortlichen sogar an ihre eigenen Sprüche. Wahrscheinlich glauben sie wirklich, für ein System der Freiheit und des Friedens zu arbeiten. Leider ist die Kehrseite dieses Glaubens die, dass alle Gegner dieser Utopie nicht einfach Feinde, sondern Teufel sind, weil sie ja scheinbar für Krieg und Tyrannei arbeiten. Das utopische Konzept „One world“ impliziert eine Hyper-Moralisierung des Politischen und die Entmenschung des Gegners.

Gegnerische Länder als „Schurkenstaaten“ abzustempeln heißt ja nichts anderes als die Ankündigung, sich ihnen gegenüber nicht an geltendes Recht zu halten. Da mein eigenes Land im vergangenen  Jahrhundert gleich zweimal zum „Schurkenstaat“ erklärt wurde, weiß ich, wovon ich rede, und wenn ich sehe, wie leicht ein so nichtiger Anlass wie eine bloße Meinungsumfrage bei Amerikanern (Ich glaube, dass Lawrence Auster mit seiner Einstellung hier repräsentativ ist) den blanken ethnischen Hass gegen Deutschland wachrufen kann, dann fällt es mir nicht schwer, mir vorzustellen, wie die Reaktionen aussehen werden, falls Deutschland ernsthaft gegen seine Islamisierung kämpft. Selbst Konservative wie Lawrence Auster, das vermute ich zumindest, werden dann nicht an unserer Seite stehen.

Sogenannte Terroristen in Guantanamo und anderswo zu foltern ist keine Ausnahme von der Regel, die nur durch unabweisbare Erfordernisse der nationalen Sicherheit zu rechtfertigen ist (nebenbei: Wenn es nötig war, den Fahrer Bin Ladens zu verhören, warum war es dann nicht nötig, Bin Laden selbst zu befragen?), und Bin Ladens Leiche einfach ins Meer zu werfen ist die Konsequenz solcher Entmenschung. Zugleich sind solche Praktiken eine Warnung an jeden Gegner der neuen Weltordnung, z.B. an Counterjihadisten, dass sie keine Chance auf Behandlung nach zivilisierten demokratischen Standards haben, wenn ihre Opposition zu stark wird.

Sie machen heute mit Bin Laden, was sie gestern mit deutschen Generälen machten, udn was sie morgen mit Jedem machen werden, der gegen ihre Utopie kämpft. Dies ist der Grund, warum ich Bin Ladens Tod nicht feiere.

[Siehe auch den Originaltext „From A German Point of View: A Reply to Lawrence Auster“ in German Views]

66 Antworten auf Lawrence Auster und der Deutschenhass

  • Naja, ich hatte Auster’s Beitrag bisher gar nicht gelesen, aber was er da rausposaunt, ist nur, was ich in meiner Antwort auf Meyers Ansicht, Amerika erhöhe sich auf Kosten Deutschlands versucht habe auszudrücken.

    Amerika akzeptiert keine Sitten und sieht das Befolgen von Sitten als Gefahr.

    Daß diese Angst gerade Deutschland getroffen hat, ist ein historischer Zufall, jedenfalls bis zu einem gewissen Grade, Frankreich hat schon aktiv etwas getan, um nicht getroffen zu werden, aber es hätte prinzipiell jeden treffen können.

    Wovor hat Auster Angst?

    Daß da jemand kommt und sagt: „Das tut man nicht.“ Genau davor.

    War nicht anders mit Churchill.

    Die Erklärung dafür ist, wie ich bereits etwas undeutlicher sagte, daß die englische Aristokratie ihren Führungsanspruch daraus bezieht, die vollkommene Wertlosigkeit der Massen klar zu erkennen und ihrem Denken und Handeln, letztlich zum Wohle aller, denn wer wertlos ist, ist am besten dran, wenn er von jemandem regiert wird, der das weiß, zu Grunde zu legen.

    Sitten sind in ihren Augen die Vorstellungen solch wertloser Menschen und stören die Regierungsgeschäfte nur.

    Diese Interpretation ist indes geschichtsvergessen. Ursprünglich befolgten die Engländer auch Sitten. Es war nur die, na, sagen wir „Schlichtheit“ der ansässigen Briten, welche sie auf den Weg gebracht haben, auf welchem sie sich heute befinden.

    Man soll sich auch nicht täuschen, die USA haben diese Denkweise vollständig übernommen, die Zugehörigkeit zu ihrer Elite fußt exakt auf diesem Bekenntnis.

    Mittlerweile geht es soweit, daß Völker, und da ist Deutschland selbstverständlich nicht das einzige, als schwer regierbar angesehen werden, in welchen die Mehrheit der Menschen natürlicherweise gesittet ist.

    Die ganze Geschichte ist höchstgradig monströs, aber nicht unerwartet.

    Lettztlich, wenn er nur genug Macht hat, wendet sich jeder irgendwann gegen die äußeren Projektionen seiner inneren psychischen Probleme. Das ist dann in der Regel auch das letzte was er tut.

  • Niederträchtig!

    Man stelle sich vor, einer hätte geschrieben:

    „Auf die eine oder andere Weise stellen die Juden eine entschiedene Bedrohung für die Völker und Nationen des Westens dar.“

    Auster hätte vor lauter Empörung epileptische Anfälle bekommen…

  • Naja, die erste „Antwort“ auf die Antwort liegt ja auch schon vor…

  • Und überhaupt: „Die DEUTSCH geführte EU…“ Witz des Jahres!

  • Auster spricht vom „spirituellen Tod“ Deutschlands, der „perfekt illustriert“ werde durch eine Meinungsumfrage, der zu Folge 64 Prozent der Deutschen keinen Anlaß sehen, den Tod Osamas zu „feiern“.

    Wer nicht mitfeiert, ist spirituell tot.

    Und wer mitfeiert, im Umkehrschluß wohl spirituell lebendig.

    Ich feiere auch nicht mit und bin gerne „spirituell tot“. Ich hätte es bevorzugt, wenn der alte spirituell tote Rechtsgrundsatz „et altera pars audiatur“ angewandt worden wäre, wenn man Osama lebendig gefangen und vor Gericht gestellt hätte. Aber das scheint in den Augen Austers wieder nur „Liberalismus“ und „Dekadenz“ zu sein.

    Die Herren Amerikas wußten unmittelbar nach der Pulverisierung der Türme, wer hinter dem Verbrechen steckt. Wahrscheinlich auch kraft ihrer spitiruellen Lebendigkeit. Deshalb sind Gerichte hier ja auch völlig unangebracht.

    • Ich habe mich auch über diese Formulierung gewundert.

      „Germans lack spirit.“ ist eine Selbstverständlichkeit.

      „Germans are spiritually dead.“ eine Lächerlichkeit.

      Als nächstes ist das U.S. Marinecorps eine spirituelle Organisation…

  • Eine Antwort, ein Kommentar, ist diesmal extrem schwierig. Intellektuell und emotional. Emotional, weil in dieser Debatte der letzten Tage unsere von außen aufgedrückte Pathologie und die fehlende politische Intelligenz der Deutschen wieder einmal schmerzhaft in Erscheinung tritt.

    Ist das „Nicht-Feiern“ des Terroristentodes wirklich „Sitte unseres Landes“? Sollte es das überhaupt in dieser Entschiedenheit sein? Ich bezweifele das. Auch das Beispiel des Umgangs mit den deutschen Terroristen der vergangenen Jahrzehnte überzeugt mich nicht. Es waren damals unsere eigenen „Söhne und Töchter“, die in einer Art von Katharsis Amok liefen. Zumindest unbewusst hat dies jeder Deutschen gespürt und das war der Grund für das „Nicht-Feiern“. Von daher kann man die zwei Ereignisse nicht vergleichen.

    Der wahrscheinlichere Grund für die Empörungswelle der letzten Tage ist für mich, dass dieses Land, dem seit Jahrzehnten, gleich einem gefesselten Prometheus, ein Ultra-Pazifismus bis hin zur Selbstverleugnung eingebläut wird, wütend darüber wird, wenn es immer wieder enttäuscht zur Kenntnis nehmen muß, dass sein eigener Erzieher sich nicht entsprechend dem verhält, was er predigt. Er darf also doch, was wir nicht dürfen.

    Die überwiegende öffentliche Reaktion war deshalb fast zwangsläufig eine Art von Hypermoral, bei der diejenigen, die aufgrund ihres Schuldkomplexes am liebsten nur noch englisch reden würden, endlich der Welt beweisen können, dass sie – „Liebe Weltgemeinschaft, bitte, bitte glaubt es uns endlich“ – aus der Geschichte gelernt hätten. Genau deshalb war das meiste von dem, was man da hören musste, nicht souverän, sondern hat eher verdeutlicht, welche Wegstrecke wir noch vor uns haben. Übertroffen wurde dies allein von der widerlichen und servilen Art einer Angela Merkel und anderer, die sich bereits bei dem Wort „Eigeninteresse“ schuldig fühlen.

    Das ist das, was mich wütend macht: das für mich alle Reaktionen der letzten Tage zeigen, wie tief die innere Verunsicherung und geistige Gefangenschaft Deutschlands ist.

  • Spaßig ist auch, dass der wieder einmal aufgewärmte Vorwurf, die Deutschen hätten keinen Sinn für ein gesundes Gleichgewicht, ausgerechnet in einem wütenden Kommentar zum einzig wahren Umgang mit einem getöteten Feind kommt.

  • Also ich habe mal die Kommentare bei „Gates of Vienna“ gelesen.

    Ich wünschte mir fast, daß meine Behauptungen den angelsächsischen Kulturraum betreffend nicht auf so krasse Weise bestätigt würden, siehe die „falsche Konservatismus“-Diskussion dort und insbesondere Sagunto’s Position.

    Aber gerade weil das so ist, weil im angelsächsischen Bereich Christentum und allmähliche Verbesserung der Menschheit als unauflösbare Gegensätze gesehen werden, macht es nicht den geringsten Sinn, mit diesen Leuten zu sprechen.

    Wenn ich in einer Frage mit Franzosen, Italienern, Dänen, Finnen, Russen, Armeniern, Indern, Iranern, Georgiern, Chinesen, Japanern einer Meinung bin, dann ist mir die Meinung der Engländer ehrlich gesagt scheißegal.

    Das Unheil nahm seinen unumkehrbaren Lauf als die Engländer, nachdem sich Heinrich VIII, welcher übrigens selbst keineswegs die Witzfigur war, zu welcher er seit jeher gemacht wurde, schließlich hat er England eine effektive Bankenkontrolle beschert (weshalb er wohl auch als dumm dargestellt wird) und einheitliche Maße (was wiederum gewissen Leuten nicht so gefallen haben dürfte), nicht beherrschen konnte und also mit der Kirche brach, sich genötigt fühlten, jetzt einmal selbst Grundsätzliches zur Ordnung des Staatswesens auszuarbeiten.

    Letzten Endes geben Shakespeare’s (d.h. Bacon’s) Schriften einen genauen Eindruck der Psyche der damaligen Entscheidungsträger, welche erkennbar das Produkt der Fremdherrschaft einer Minderheit in Britannien ist.

    Und nur zu solchen Gesellschaften kann ein Engländer überhaupt sprechen. Wo konservativ nicht bedeutet einer rassisch verschiedenen Herrenschicht anzugehören, wird er keinen Anklang finden. Nun ja, mittlerweile hat sich die Idee des Gesinnungsadels (nicht selten Psychopathentum, kein Wunder beim Grundbekenntnis zur Verachtenswertheit der Massen) an die Stelle rassischer Überlegenheit geschoben, in diesem Punkt unterscheiden sich die USA.

  • Na, dann auf zum Großen Halali auf die Deutschen:

    Sonntag, 8. Mai 2011″Ihr feigen Deutschen seid passiv-aggressiv“ sagt Henrijk M.Broder

    http://www.welt.de/debatte/henryk-m-broder/article13358429/Ihr-feigen-Deutschen-seid-passiv-aggressiv.html

    „Viele Deutsche leiden nicht nur unter wetterbedingten Stimmungsschwankungen; sie sind manisch depressiv, und das in einem Ausmaß, das auf eine Unheilbarkeit des Leidens hindeutet.“

    Manisch Depressive, Islamophobe, Faule, Feige, Passiv-Aggresive haben nun wirklich keine Existenzberechtigung in dieser Neuen Einheitswelt. Lawrence Auster setzt noch Einen drauf, bei ihm sind wir schon tot.

  • „My strongly worded entry last week about German hyper-liberalism has set off something of a debate in the blogosphere. At Gates of Vienna, a German writer, Manfred Kleine-Hartlage, replies to me. I haven’t yet read his article. But for the moment I want to repeat once again the qualifications I made last week. My statements about Germany were not intended as a comprehensive criticism of Germany and Germans, and if I gave that impression I regret it. My argument related to one, narrowly framed, core issue: that just as the German hyper-nationalism of the past sought to crush the nations of Europe, German hyper-liberalism, which arose as an all-consuming reaction against German hyper-nationalism, also poses a danger to the West, and therefore it is not good for Germany, in its present, hyper-liberal state, to dominate Europe.“

    Auster’s erste Reaktion.

  • Pingback: Tun wir unseren Volksverrätern Unrecht? Das „geläuterte“ Deutschland und die Hegemonialmacht USA « Skeptizissimus Deutsch
  • Habe den Artikel auf Englisch gelesen. Wirklich ganz großartig. Englisch und Inhalt.

    Was die Kommentare da von conspiracy gefaselt haben, ist mir unverständlich, aber für die Rezeptionsanalyse wichtig. Wo wird die von mir völlig geteilte Auffasssung als Verschwörungstheorie betrachtet? Ist das vorsätzliche „Kritik“ einer unliebsamen Meinung oder drängt sich dies einem Unbedarften auf? Was ist der konkrete Ansatzpunkt? Oder ist es ein unbedarftes Gefühl?

    Für die Richtigkeit der Aussage ohne Belang. Für die Wirkung natürlich schon.

    • Drängt sich einem Unbedarften auf, und zwar deshalb, weil davon ausgegangen wird, daß Prozesse auf verschiedenen Kontinenten koordiniert ablaufen.

      Kann man drüber lachen, ist aber genau Auster’s Publikum, weshalb er auch nur über Deutschland so hergefallen ist.

      „Hin und wieder müssen wir mal auf den Tisch schlagen, dann läuft der Laden.“ ist so ungefähr die nationale Identität der Amis. Deutschland kann mitschlagen, dann ist Deutschland gut, oder nicht, dann ist Deutschland schlecht.

      Selbstverständlich ist diese Identität nur für das Granatenfutter konzipiert worden.

      Und Auster ist der Kasper, der zum Granatenfutter spricht.

      Oder verhält es sich etwa anders?

      Wie sollte sich Deutschland sinnvoll mit diesen Leuten koordinieren?

      Ich halte ja schon eine Verständigung über den zukünftigen Weg mit der Elite für zwecklos, wie viel weniger Sinn ergibt eine Verständigung mit ihren Proletariatssprechern.

  • http://www.amnation.com/vfr/archives/019299.html

    Er hat also Deinen Artikel immer noch nicht gelesen, findet es aber okay, in zwei Strängen über den Artikel selbst und Dich zu urteilen. Danke, Lawrence Auster.^^

    • Ja, ne, das hat nichts mit Bürokratie zu tun, sondern im Kampf, also beispielsweise noch im Ersten Weltkrieg, mit einem gewissen Stolz auf die eigene Disziplin.

      Kann man sagen, daß das die Kampfkraft schwächt (hat Hitler auch getan, u.A.), aber es gehörte halt zum soldatischen Stolz, genauso, wie durch die Straßen zu marschieren und folgendes Lied zu singen (ursprünglich aus einer Komödie, als ob das Amis je machen würden):

      http://www.youtube.com/watch?v=hCQdIxonMMQ

    • Ich poste nochmal den vollen Text, welcher in dem nicht angezeigten Video gesungen wird, denn er ist wichtig. Das zweite Video ist in gewisser Weise entschärft. Man frage sich mal, in welcher…

      Wenn die Soldaten
      durch die Stadt marschieren,
      Öffnen die Mädchen
      die Fenster und die Türen.
      Ei warum? Ei darum! Ei warum? Ei darum!
      Ei bloß wegen dem Schingderassa, Bumderassa, Schingdara!
      Ei bloß wegen dem Schingderassa, Bumderassasa!

      Zweifarben Tücher, Schnauzbart und Sterne
      Herzen und küssen die Mädchen so gerne
      Ei warum? Ei darum! Ei warum? Ei darum!
      Ei bloß wegen dem Schingderassa, Bumderassa, Schingdara!
      Ei bloß wegen dem Schingderassa, Bumderassasa!

      Eine Flasche Rotwein und ein Stückchen Braten
      Schenken die Mädchen ihren Soldaten
      Ei warum? Ei darum! Ei warum? Ei darum!
      Ei bloß wegen dem Schingderassa, Bumderassa, Schingdara!
      Ei bloß wegen dem Schingderassa, Bumderassasa!

      Kommen die Soldaten wieder in die Heimat,
      Sind ihre Mädchen alle schon verheirat´
      Ei warum? Ei darum! Ei warum? Ei darum
      Ei bloß wegen dem Schingderassa, Bumderassa, Schingdara!
      Ei bloß wegen dem Schingderassa, Bumderassasa!

  • Ich meine, ich spreche die offensichtliche Wahrheit mal gerade heraus: Dort kämpft der Schrott, hier kämpfte die Elite. (Uneingeschränkt bis zum Ersten Weltkrieg.)

  • Von Deutschlands „spirituellem Tod“ spricht hier nicht irgendein Amerikaner, sondern ein Mitglied einer spirituellen Gruppe, in deren Festkalender das Purim eine hervorgehobene Rolle spielt. Die New Yorker haben die Nachricht vom Bin-Laden-Kill so gefeiert, wie üblicherweise Purim begangen zu werden pflegt – ein fröhliches Feiern und Tanzen zum Gedächtnis der tatsächlichen Rache für unbewiesene Geschichten.

    Purim ist der Ausdruck eines harten Faktums in der Seele dieser Menschen, dem sämtliche „heiligen Gesetze“ und Propheten nicht beikommen konnten.

    Wenn dieses Faktum sich in einem Menschen auszuwirken beginnt, dann mag er noch so lange für einen hervorragenden Analytiker gehalten worden sein. Dann reißt sein – wie auch immer, genetisch, kulturell, durch die soziale Haut vermittelte – Haß ihn blindlings fort.

    Argumente spielen dann keine Rolle mehr; siehe das fortgesetzte Nichtlesen Deines Artikels.

    Im Regelfall bilden unter Schafherden (Völkern) die „schwarzen Schafe“ eine Minderheit. In diesem speziellen „Volk“ scheinen die „schwarzen Schafe“ aber repräsentativ zu sein, und zwar mit einer beängstigend hohen Konformität. Wenn es um ihre kollektiven Interessen geht, dann SIND sie der monolithische Block, der zu sein Du ihnen absprichst.

    Dieses Volk ist wohl doch fundamental anders geartet als alle anderen Völker. Weder höher- noch minderwertig, aber anders. Und seelendeformierend, wenn sie über die anderen Völker mediale, „kulturelle“, politische oder gar „spirituelle“ Herrschaft ausüben.

    Falls die üblichen und vorhersehbaren Reaktionen auf diesen Kommentar erfolgen, werden sie diese Behauptungen beweisen.

    • Denn der HERR, dein Gott, wird dich segnen, wie er dir verheißen hat; so wirst du vielen Völkern leihen, und du wirst von niemanden borgen; du wirst über viele Völker herrschen, und über dich wird niemand herrschen.

      5. Mose 15.6

  • @schattenkoenig.

    Verzeihung, aber wenn die Juden jedes Jahr auf’s neue feiern, daß Xerxes I sie erhört hat und in ihrem Sinne gehandelt, so ist daran nichts an sich Verwerfliches.

    Sie sollten auch die Kehrseite der Medaille sehen, nämlich daß dieses Fest die Juden darauf konditioniert, darauf zu warten, daß irgendeine Autorität mal tut, was sie wollen.

    Und was Auster’s Zugehörigkeit angeht, wie ich schon sagte, er ist der Kasper, der zum Kanonenfutter spricht. Ich halte seine Zugehörigkeit vor dem Hintergrund nicht gerade für außergewöhnlich und auch nicht für sonderlich zweckundienlich, denn sie reduziert die Gefahr, daß er sich mit seinem Publikum gemein macht.

    Und niemand, dessen Job darin besteht, zu Idioten zu sprechen, geht auf einen Text ein, der aufzeigt, wie idiotisch seine Äußerungen sind. Und hier muß man wirklich unterscheiden zwischen den Äußerungen und dem Äußernden.

    Tja. Was sonst noch… ich gönne jedem Deutschen seinen soldatischen Stolz in gerechter Sache, aber selbstverständlich stellt der keine objektive moralische Norm dar. Es gibt auch Kämpfer für andere gerechte Sachen, welche eine andere Form von Stolz empfinden.

    Generell, noch einmal, wenn ich von jemandem keine Hilfe zu erwarten habe, sehe ich zu, daß ich auf der anderen Seite wenigstens auch keinen Ärger mit ihm habe oder jedenfalls, wenn die Machtverhältnisse nunmal so sind, so wenig wie möglich.

  • jedes Jahr auf’s neue feiern, daß Xerxes I sie erhört hat und in ihrem Sinne gehandelt, so ist daran nichts an sich Verwerfliches.

    Xerxes und eine eventuelle „Dankbarkeit“ spielt in den Erinnerungen dieser Menschen eine zurückgenommene Rolle. Die größte Aufmerksamkeit gilt „Haman“, der auf ihren „Lobbyismus“ hin hingerichtet wurde. Jede Nennung seines Namens in der Lesung wird mit minutenlangem Lärm quittiert. Haß, nicht Dankbarkeit, motiviert dieses Fest.

    Die historische Quellenlage für den von ihm angeblich geplanten „Holocaust“ ist – wie unheimlich praktisch – genauso dünn wie die, die mir beweisen soll, daß Bin Laden tatsächlich erst letzte Woche durch US-Militärgewalt starb. Anscheinend spielt es für sie keine Rolle, daß ihr Glaube nicht nur, wie beim Christentum, transzendental-spekulativ ist, sondern sogar – historisch-methodisch erkennbar – auf Fiktionen beruht, und sie lassen ihren rohen Gefühlen freien Lauf.

    Sie sollten auch die Kehrseite der Medaille sehen, nämlich daß dieses Fest die Juden darauf konditioniert, darauf zu warten, daß irgendeine Autorität mal tut, was sie wollen.

    Worauf müssen die denn da warten? Unsere derzeitigen Autoritäten sind ihnen doch stets beflissen zu Diensten. Oder wollen sie das Gegenteil von dem, wofür sie dauernden Lobbyismus betreiben? Wollen sie in Wahrheit „Antisemitismus“ unter den Gojim schüren, um einen Grund zu haben, von der versteckten zur offenen und völkermörderischen Form des Hasses überzugehen, für die üblicherweise andere Völker als Golems benutzt und danach ebenfalls „verbuntet“ werden.

    Und hier muß man wirklich unterscheiden zwischen den Äußerungen und dem Äußernden.

    Wozu sollte ich diese Unterscheidung jemandem zugestehen, der sie unsereinem systematisch und dauerhaft verweigert? Jeder, der auch nur so denkt wie ich schreibe, ist in deren Augen bereits als „Antisemit“ gebrandmarkt.

    Tja. Was sonst noch… ich gönne jedem Deutschen seinen soldatischen Stolz in gerechter Sache, aber selbstverständlich stellt der keine objektive moralische Norm dar. Es gibt auch Kämpfer für andere gerechte Sachen, welche eine andere Form von Stolz empfinden.

    Da ich keine „objektive moralische Norm“ erkenne, über die tatsächlich alle Menschen gleichermaßen geschoren werden könnten, ist die moralische Norm meines Kulturkreises (den ich den europäischen, nicht den westlichen nenne) die Richtschnur, die für mich gilt. Man kann nicht zwischen den Stühlen sitzen, während das eigene Volk nicht nur nach 140 Jahren immer noch keinen Frieden hat, sondern sogar vor die Alternative „Werde anders als Deine Natur, oder betrachte Dich als spirituell tot“ gestellt ist.

    Oh, für Herrn Auster zählen solche Argumente natürlich nicht, da sie „victimological“ seien. Quod licet Iovi, non licet bovi.

    Soldatische Charaktere anerkennen übrigens den soldatischen Charakter im Gegner, und der ist es, den sie respektieren, nicht deren bloße Befehls- und Gehorsamsstrukturen oder deren „Stolz“. Die Rotarmisten, Polen und Tschechen empfanden sicher auch eine Art „Stolz“ auf ihr Schandwerk an der deutschen Zivilbevölkerung vor und nach dem Kriegsende, ohne daß ich sie als Deutscher deshalb achten könnte. Die Methoden, die von der „Feindgruppe“ (der, man muß es aussprechen, weder sämtliche Juden noch ausschließlich Juden angehören, obwohl intern-jüdisches Gedankengut dominiert) angewendet werden, sind weit entfernt davon, „soldatisch“ zu sein; sie repräsentieren alles, was ein Soldat verachtet – Unaufrichtigkeit, Manipulation, Diebstahl, Raub, Mord (an charismatischen Elitepersonen, die um solche Umstände wissen), schleichenden Mord an Volkscharakter und -substanz. Demgegenüber spüre ich keine Verpflichtung, sie zu „achten“, und da ich Teil ihres Hauptfeindbildes bin, würde ich meine Ehre verlieren, wenn ich mich dagegen nicht wehrte, was in diesem Fall heißt, die Wahrheit auszusprechen.

    Generell, noch einmal, wenn ich von jemandem keine Hilfe zu erwarten habe, sehe ich zu, daß ich auf der anderen Seite wenigstens auch keinen Ärger mit ihm habe oder jedenfalls, wenn die Machtverhältnisse nunmal so sind, so wenig wie möglich.

    Das ist im Endeffekt ein politisch korrektes Argument, das auf die Konsequenzen der eigenen Äußerungen schaut. Mir geht es allein um das Aussprechen der Wahrheit. Wenn wir gebeten werden, ihnen zuliebe doch bitte aufzuhören zu existieren, lautet die Antwort: Nein.

  • Aber abgesehen von Merkel und Osama – Deutschland IST geistig tot oder vermag jemand unseren Zustand in günstigerem Licht zu sehen? Ratzinger ist der letzte seiner Art und wird von den hiesigen Schäfchen dazu ständig angefeindet. Über die Evangelischen muss man schon gar kein Wort mehr verlieren und der Grün-Kult ist auch nicht wirklich lebensbejahend, geschweige denn beflügelnd.
    Wer sich in unserem Land für ein geisteswissenschaftliches Studium einschreibt, muss als Davongekommener bezeichnet werden, wenn er die Uni nicht hirntot verlässt.

    Fjordman hat eben erst den gesamten Westen als tot bezeichnet (Auster würde vielleicht noch eine Ausnahme für Italien, die Niederlande und Dänemark machen) und ich fürchte, dass er recht hat.

    Vielleicht reißen die Osteuropäer noch was, Ungarn versucht sich immerhin an seiner Auferstehung – dort scheinen die Kirchen nicht völlig korrumpiert zu sein – bei uns wird es einfach nur weiter bergab gehen.

    • Warum wird „spirituell tot“ als der Tod der christlichen Religion im deutschen Volk verstanden? „Spiritualität“ bedeutet m.M.n. wesentlich mehr als die Affinität zu einer bestimmten Religion, sondern die Empfänglichkeit für das Phänomen Religion oder Religiosität an sich. Unsere heidnischen Vorfahren waren sicher nicht „spirituell tot“, da sie ja religiös waren, und wenn LA meinen würde, daß nur das Christentum in Deutschland tot sei, dann hätte er das auch schreiben können.

      Die Deutschen sind eines der spirituell begabtesten Völker weltweit; das bewiesen sie früher mit dem Ernst, mit dem sie das Christentum erst ablehnten, dann annahmen und verbreiteten, später Reformation UND Gegenreformation betrieben und Glaubenskriege gegen die eigenen Landsleute führten. In der modernen Zeit ist der religiöse Eifer, mit dem totalitären politischen Bewegungen gefolgt wurde und wird, gerade dafür ein Zeichen. Ernsthaftigkeit, Aufrichtigkeit, Beflissenheit, Ordnungsliebe und leider auch Ketzerverfolgung (die heute Kampf gegen Rechts heißt) sind die festen Zeichen der Spiritualität der Deutschen, während der jeweilige spirituelle Inhalt sehr wandelbar ist.

      Nein, das deutsche Volk ist spirituell ganz und gar nicht tot!

      Mein Argwohn war, daß LA „spirituell tot“ im Sinne einer „Spiritualität für den westlichen Kulturkreis“ meint, wobei der „westliche Kulturkreis“ als Antagonist zum „Abendland“ gemeint ist. Heißt, all die mühsamen, blutigen, geistigen und massenpsychologischen Maßnahmen um Einbindung und Verwestlichung seit 1904 seien umsonst gewesen, und man könne Deutschland nur mehr seinem Schicksal überlassen.

      Für „spirituell tot“ wurde Serbien nicht erklärt, als die Bomben fielen. Das Urteil ist als ein ultimatives zu verstehen, gerade aus einem jüdischen Mund.

      Ich war ja nie wirklich der Meinung, daß ausgerechnet in Amerika die Quellen unserer Zukunftshoffnung liegen sollten. Vielleicht wäre es sogar das Beste für Deutschland, wenn Washington seine Tentakel bei uns abziehen würde – aber sich eben auch nicht kümmern würde, wenn eine volkstreue Elite dann versucht, den Karren noch aus dem Dreck zu ziehen. Und da liegt der Hund begraben – denn das werden sie nicht geschehen lassen. Warum sollte man ein Land und Volk, das „spirituell tot“ ist, nicht nuklear einäschern?

      Es bräuchte für einen grundlegenden Wandel keineswegs eine Volksmehrheit, sondern es bedarf der Herausbildung einer „echten“, d.h. sinnstiftungsfähigen, volkstreuen, führungsbegabten und sachkompetenten Elite, der die Massen von selbst folgen werden, sobald sie erkennen, daß das in ihrem wahren Interesse ist. Genau in der Verhinderung solcher Elitenbildung liegt ja die Hauptmethode der derzeitigen Abschaumherrschaft – politisch interessierte Kandidaten werden früh nach schlechtem Charakter gesiebt, die Miesesten und Korrumpierbarsten werden gefördert, in transatlantische Netzwerke eingebunden und uns dann als aufstrebender Neuling vorgesetzt (K.T. zu Guttenberg, Özdemir, K.Schröder, U.v.d.Leyen). Es ist kein Zufall, daß Guttenberg die Leiche mit der abgeschriebenen Dissertation im Keller hatte – das haben die alle irgendwie, um sie bei Bedarf abservieren zu können. Bei der Merkel ist es „IM Erika“, bei Özdemir sind es die Bonusmeilen.

      Ohne die schützende Hand von Uncle Sam, die sie mit Geld, Karrierechancen, (bedingt) kooperationswilligen Medien und ideologieverbreitenden Bildungsanstalten versorgt – was meinst Du, wie lange die sich noch halten könnten? Große Teile des jetzigen Pseudoelitenapparates würden sich zwar heftig sperren, außerdem wären da noch die moslemischen Migranten ein Riesenproblem, doch immerhin ein (mit Zwang und unter großen Opfern) lösbares.

      Das Entscheidende wäre aber: Eine spätere Generation würde nicht mehr gegängelt und behindert, und langsam käme eine geistige Gesundung in Gang, nach der wir Deutschen vielleicht und hoffentlich eine geistige Mite finden könnten. Diese zu finden blieb uns Deutschen in den letzten Jahrhunderten stets versagt, eben weil ständig von außerhalb irgendwelcher Ärger geschürt wurde. Diese Mitte wäre vielleicht heidnisch, vielleicht christlich, vielleicht sogar islamisch, aber was sie auch wäre, wir sollten sie akzeptieren, wenn sie die wahre, nicht fremdinduzierte spirituelle Sehnsucht der deutschen Menschen ist.

      • Also bitte! Lawrence Auster schreibt, Deutschland sei spirituell tot, und Sie erwarten Atombomben?

        Er redet da von einem sehr konkreten Geist, nämlich dem amerikanischen Geist, wohl wissend, daß sein Publikum auch keinen anderen kennt.

        Dieses Gerede ist nicht neu, same old, same old. Wirkt immer weniger in den Staaten selbst, dient wahrscheinlich, wenn Sie mich fragen, heute in erster Linie dazu, konservativen Kreisen in den Staaten das Gefühl zu vermitteln, daß sich auf der Welt nichts verändert hat.

        Wie gesagt, dieses Gerede gilt Kanonenfutter. Und heute gibt es Drohnen.

        Ansonsten… was das Verhalten von Armeen angeht, vielleicht sollte man fairerweise einräumen, daß die Rachlust beim Angreifer natürlicherweise geringer ausgeprägt ist.

        Das kann keine Absolution sein, aber wenn Sie mal auf den Dreißigjährigen Krieg schauen, da ist es auch zu Greueltaten gekommen, welche nicht von fremdländischen Armeen ausgingen.

      • Werter Schattenkönig,

        ebenso wie Sie habe ich auch gedacht – bis ich mich ernsthaft mit dem Christentum auseinandergesetzt habe. Inzwischen kann ich dem von Ihnen kritisierten Beitrag nur zustimmen.

        Es gibt nur das Christentum – sonst nichts. Das klingt vielleicht aufgeblasen, präpotent oder sonstig übertrieben, doch so meine ich das gar nicht.

        Weder ein neues Heidentum das auf Wunschvorstellungen der Vergangenheit basiert (Kelten waren Kopfjäger!), noch ein Heidentum das ausblendet und ignoriert welche Nachteile ein Heidentum hat – das haben schon die alten Philosophen der Griechen und Römer gewusst und das Christentum hat dieses Wissen umgesetzt und alles verändert.

        Das Stärkste gegen die Trennung der Menschen, ist Christus. Er beendete die durch Blutverwandschaft legitimierte „Gottesvolk-Zugehörigkeit“. Darum hatte er auch keine blutsverwandten Nachfahren, diese würden dann das Christentum für sich beanspruchen – jeder der das behauptet versucht das Christentum als geistige Gemeinschaft zu delegitimieren.

        Ratzinger ist aber nicht der letzter seiner Art, sondern der erste welcher das Christentum nachhaltig in die Informationsgesellschaft bringt. Das Christentum ist umfassend, logisch, tiefsinnig, scharfsinnig und umfasst Gedankengebäude die ohne das Christentum gar nicht denkbar sind. (Siehe Fjordmanns Ausführungen zur Wissenschaft und Forschung) Das Christentum beschäftigt und fördert die Geister welche sich in das Christentum versenken.

        1. Man besinnt sich der Kräfte die in einem Wirken, man erkennt das gewünschte Primat des klaren Geistes – der „höchsten Vernunft“.
        2. Man erkennt die selbst durchgeführten Verletzungen (Versündigung gegen die höchsten Gesetze = Gott) des Ideals und kann das kreisen um diese Verletzungen loslassen – dies ist der Weg zu einer höheren Bewusstseinsbildung.
        3. Man akzeptiert das Primat eines höchsten Herren – dessen Herrschaft aber vollkommen nicht von dieser Welt ist. Weder mit biologischen Nachfahren noch mit weltlichen Reichen hat man sich rumzuschlagen. Das höchste was man denken und erfassen kann – dies wird zum Herrscher des eigenen Geistes. Damit lösen sich schlagartig alle möglichen „Rangordnungsprobleme“ die man in einer Heidnischen, Ideologischen und Nachchristlich-Atheistischen Gesellschaft hat. Nicht mehr der, welcher die besten Gedanken hat ist der oberste Affe, sondern der Herr Jesus Christus. Er ist IMMER besser als ALLE Menschen und er ist absolut für jeden Menschen in seinem inneren erreichbar. Per Definition ist jegliche Hierarchie jenseits von Leistung und Verantwortung delegitimiert.
        4. Die innere Freiheit und daraus resultierende Souveränität ermöglicht eine Gesellschaftsstruktur jenseits von primitiven Stammesgebräuchen, Aberglauben, leeren Ritualen, sinnloser Flaggentreue, ständiger festlegung neuer Werte und Verhaltensweisen, das ständige neuregeln der Rangordnung und all dem sinnlosen Kladderadatsch. Es ist nicht mal eine herbeigeredete Transzendenz vonnöten, ein gemeinsames Gebet reicht bereits, in Demut vor den Höchsten Werten vereint ist bereits eine sehr effiziente Transzendenz die übernational, überkulturell und überrassistisch wirkt. Es bewirkt zum Beispiel das die ganzen Nordafrikaner sich fleissig und demütig um ihr Land kümmern, anstatt willkürlich in das „Gelobte Land“ zu fliehen und dort das Essen in den Mund fliegen zu lassen.

        Aber um das nachvollziehen zu können, bleibt die Mühe sich damit beschäftigen zu müssen. Und wenn es nur darum ist um zumindest zu wissen was unsere Ahnen überhaupt gesprochen haben. Das sind immerhin knapp 1500 Jahre die man nicht ausblenden sollte.

        Allgemein fällt mir auf das jeder Pupsstamm in Hinterkakaphonien bei Pampa näher untersucht wird als unsere eigene Zivilisation die eine der umfassendsten und ältesten ist.

        Ganz kurz und klar von meiner Seite: Es gibt keine Alternative zum Christentum. Und das Christentum schwächelt *ausschliesslich* in Westeuropa. Genau das Gebiet das so ziemlich als einziges dem Untergang geweiht scheint. Ganz im gegensatz dazu Asien, das gerade Wirtschaftlich aufsteigt und viel Macht aufbaut. Diese Gebiete christianisieren sich gerade, Südkorea sendet so einige Missionare in die USA.. Ich bin mir inzwischen sicher dass die Wirtschaftliche und Kulturelle Schwäche Europas auf die Entchristianisierung zurückzuführen ist. Warum das so ist, erforsche ich gerade. Es hat viel mit Instinkten, Trieben, Rangordnungsstreitigkeiten (wer hat die besseren Gedanken die besser funktionieren und ist dadurch zur Führerschaft über andere legitimiert) und die Befreiung davon zu tun. Es ist kein Zufall das die Chinesen, Koreaner, Japaner und andere genau mit den Tugenden reich und wohlhabend werden, die wir als Deutsche und Deutschgeprägte als *die* Deutschen Tugenden wahrnehmen. Fleiss, Demut, Genauigkeit, Kritikfähigeit und so weiter. Soweit ich weiss ist der chinesische Name für Deutschland „Land der Tugend“!

        Templarii

  • @Schattenkönig

    Wo sehen Sie gegenwärtig verbindende positive Gehalte? Die Grünen scheinen ein religiöses Bedürfnis zu erfüllen, aber auf pathologische Weise. Alles andere spielt sich in Nischen ab.

    • Ich schätze, Schattenkönig ging es gar nicht um einen konkreten Geist. Der wäre sozusagen zweitrangig, sondern um die allgemeine Empfänglichkeit der Deutschen für alle möglichen Geister. (Jetzt nicht unbedingt im Sinne von: „Unser Name ist Legion, denn wir sind viele.“ Andererseits, wer weiß.)

      Der Außergewöhnlichkeitsdünkel die Deutschen betreffend, egal von welcher Seite, ist indes schon etwas lächerlich.

      Von den drei Temperamenten, der Phlegmatiker ist ja keines, sondern die Abwesenheit eines, ist eines stark begeisterungsfähig, nämlich der…

      raten Sie doch selber mal…

      ja, genau der, der Choleriker. Davon gibt’s viele in Deutschland, aber weder hält Deutschland dbzgl. den Weltrekord, noch wäre es auch nur in Europa dbzgl. auffällig.

  • …Deutschlands Reaktion auf den Tod von Bin Laden …..

    ich empfehle hierzu wärmstens :

    7.5.2011
    Die Krux mit bin Laden
    Das Wort zum Samstag am 07. Mai 2011

    http://www.domradio.de/wort_zum_samstag/73375/die-krux-mit-bin-laden.html

    Darf man sich als Christ über den Tod eines Terroristen freuen? Willibert ist sich sicher: Nein, man darf nicht! Und: Ja, man darf! Was denn nun? Ja, nein, vielleicht, jein? Der Bergische Jung klärt auf.

    Viel Vergnügen !

  • Das ist genau das Thema, mit dem ich mich derzeit befasse. Was verbindet uns (spirituell), wie können wir Einigkeit herstellen? Ich bin zum Beispiel seit einiger Zeit bereit einen großen Schritt auf die gläubigen Christen zuzugehen und ihren Glauben zu akzeptieren – und habe bemerkt, dass selbst die fanatische antichristliche Haltung fremdinduziert ist.

    Wir brauchen wieder Dinge, die uns verbinden. Dies können gemeinsame Glaubensinhalte sein, Kulturgüter (ich rede von echter Kultur), Musik, etc. Nur Schattenkönig hat ja Recht: Genau das wird ja mit aller Macht verhindert, weil man Angst davor hat, was dabei herauskommt, wenn wir unseren eigenen Volksgeist wiederfinden.

    Und wir brauchen positive Gehalte, selbst wenn wir sie ausgraben müssen (wir haben ja immerhin einige Jahrhunderte Geschichte, in denen wir graben können), denn mit einer beständigen Negativdiskussion werden wir es unseren Feinden nur noch leichter machen uns zu vernichten.

    • Der „Deutsche Volksgeist“, denn darüber habe ich auch schon nachgedacht, hat zwei Komponenten.

      1. eine religiöse: Ein Baustein für das Reich Gottes auf Erden zu sein.
      2. eine romantische: Von Natur aus ein Abenteurer zu sein.

      Alle weiteren „Geister“ sind nicht gesamtdeutsch. Allerdings gibt es noch etwas, was sich zu wissen lohnt. Die Temperamentzusammensetzung in Deutschland ist in etwa: 20% Melancholiker, 40% Choleriker, 40% Sanguiniker. Das hat weitreichende Konsequenzen für die Gesellschaft.

      • @ Fremder: Wie (fast) immer bin ich nicht Ihrer Meinung. Ich muss um ein wenig Geduld bitten, ich schreibe gerade an einem Text dazu.

        • Och, immerhin sind wir beide an einem positiven Kern interessiert.

          • OT, Fremder, wo ist eigentlich der RSS-Feed Deines Blogs „Bereitschaftsfront“? Wolltest Du keinen?

          • Ich habe schonmal darüber nachgedacht, Manfred.

            Ich bin kein Vielleser, für mich bedeutet RSS schlicht ein schlechteres Layout.

            Natürlich schreibe ich sehr unregelmäßig und eigentlich ist das auch alles Kladde.

            Ehrlich gesagt fühlte ich mich ein bißchen blöd, das zu versenden. Hin und wieder korrigiere ich auch noch was. Letztlich würde mich jeder Abonnent auch irgendwo ehren, nur… naja… es ist eigentlich kein Blog, ich schreibe nicht zum Tagesgeschehen, sondern über verschiedene Bereiche die mich interessieren und welche ich sukzessiv gedanklich durchdringe, und ich frage mich auch, wie hilfreich es für einen Leser wäre, einen Beitrag zugeschickt zu bekommen, welcher an einen anderen anknüpft, welchen ich vor einem Jahr geschrieben habe.

            Und oftmals muß ich im Laufe von Tagen meine Position mehrmals revidieren, das zugeschickt zu bekommen, würde mit Sicherheit einfach nur nerven, da ist es besser im Blog die letzte Revision oben zu sehen und dann die anderen Beiträge zu überspringen.

          • Nun ja, aber ich will die Beiträge ja gar nicht zugeschickt bekommen, sondern sie nur in meinem Reader lesen. Dann erschienen sie auch rechts auf meiner Randleiste.

      • Dass 40% der Deutschen Choleriker sind, kann ich nicht glauben. Eher würde ich meinen, dass 40, wenn nicht mehr Prozent, Stoiker sind. Auch der Prozentsatz der Melancholiker scheint mir unzutreffend. Haben Sie dafür Belege?

        Dass Deutsche abenteuerlustig sein sollen, höre ich von Ihnen zum ersten Mal.

        • Ist es Ihnen wirklich noch nicht aufgefallen, daß der ganze Urlaubszirkus, barfuß nach Kamtschatka und so, dieses ganze Protzen damit, „wohin man es geschafft hat“, dem Umstand entspringt, daß der Deutsche nur dann glaubt, ein guter Deutscher gewesen zu sein, wenn er sich möglichst weit in den Dschungel geschlagen hat?

          Alternativ mit ’nem Gleiter vom Berg… ach, hören wir schon auf damit.

          Stoiker ist aber kein Temperament. Die Temperamentlehre behauptet, zurecht! (Das ist nun aber sehr schwer zu verstehen, und da müßten Sie vielleicht mal einen Monat meine Beiträge auf meinem Blog durchpflügen), daß es, wenn man mal den Phlegmatiker wegläßt, was man aus naheliegenden Gründen tun sollte, nur DREI verschiedene Temperamente gibt: Sanguiniker, Choleriker und Melancholiker.

          Diese drei sind übrigens identisch mit Platons Händler, Krieger und Philosoph, in der Reihenfolge.

          Ich habe also mit anderen Worten gesagt, die Deutschen sind 40% Händler, 40% Krieger und 20% Philosophen.

          Es wird ganz schnell häßlich, wenn man es so ausdrückt, weshalb man dazu übergegangen ist nicht die Stärken der Temperamente zu betonen, sondern ihre Schwächen: der Händler neigt zum Leichtsinn, der Krieger zur Wut und der Philosoph zur Melancholie. Übrigens… „joy“, „pleasure“ und „happiness“… na?

          So… ähemm… „Genug Licht!“ für heute…

          • Die Reiselust der Deutschen ist nicht gleichzusetzen mit Abenteuerlust.
            Exotische Reiseziele liegen begründet in einem Minderwertigkeitkomplex und das nicht nur bei Deutschen. Einmal im Jahr „große weite Welt“ „all inclusiv“ als reicher Mensch gelten, was selbst bei einem beschränkten Budjet, in Kamtschatka oder im Dschungel mit „Tui“ o.a. möglich ist, jedenfalls meint das dieses Klientel. „Wer angibt hat mehr vom Leben“, wusste schon mein Grossvater.

            Die Geisteshaltung eines Cholerikers (40% ?) ist eher nicht stoisch, die eines Sanguinikers (40% ?) auch nicht. Da diese beiden Gruppen nach Ihrer Darstellung aber 80 % der Deutschen ausmachen sollen, wäre es interessant zu erfahren, warum sich eben 80 % der Deutschen stoisch , wie es scheint, ihrem Schicksal der Unmündigkeit ergeben. Der Rest, 20% Melancholiker (Philosophen), von denen man annehmen könnte, SIE würden sich stoisch verhalten, bliebe dann aber nur noch für die Krieger, oder wo sind diese geblieben?

            Irgendwie hinkt diese Kategorisierung.

            Ich sehe beim besten Willen keine 40 % unterstellter Krieger. Leider!
            Aber Sie erhellen das sicher.

          • Nun ja, zunächst einmal ist jeder Mensch durch seinen Alltag bestimmt. Die Menschen haben Prioritäten, und ihr Job kommt selbstverständlich an erster Stelle. Und deshalb denken sie immer zuerst an ihn, auch bei jeder politischen Betätigung.

            Stoiker… ist eine Strategie in einer bestimmten Lage, genauer gesagt ein Umgang mit scheinbarer Sinn- und Hoffnungslosigkeit, welcher auf der Einschätzung fußt, daß man ja doch nie alles weiß, was man wissen müßte, um sich sicher zu sein, daß die Lage tatsächlich sinn- und hoffnungslos ist.

            Ich sehe nicht recht, daß diese Strategie viel mit dem eigenen Temperament zu tun hat, und wenn, dann wäre der Melancholiker, gerade aufgrund seiner Melancholie, eher nicht dazu geeignet.

            Aber 80% der Deutschen sind keinesfalls Stoiker. 80% sind Hysteriker, das kommt schon eher hin. Stoiker sind selten. Maximal 10%, wenn Sie mich fragen.

            Nein, die Mehrheit tut einfach nichts, weil sie einstweilen andere Probleme hat.

            Ich persönlich habe schon als 12 Jähriger gedacht, daß diese Art politischer Verantwortungslosigkeit 1. existiert, und zwar auch bei jenen, welche etwas anderes von sich behaupten und 2. inakzeptabel für mich ist.

            Ich kann nicht behaupten, daß ich gerade stoisch darauf reagiert hätte, ich wollte mich umbringen, dann habe ich es gelassen, weil ich mir dachte, daß ich vielleicht vorher das vorhandene Bildungsangebot wahrnehmen sollte und ich mich später immer noch umbringen könnte.

            Das letzte Mal wurde ich mit 30 Jahren suizidal. Nun gut, seitdem verbinde ich mit meinem Tod nichts Besonderes mehr. Man könnte sagen, daß ich in gewisser Weise Erfahrung mit dem Sterben habe, aber meine Haltung ist auch heute nicht stoisch. Unter den Umständen schlage ich mich eigentlich ganz wacker, aber rein subjektiv fühle ich mich hysterischer als ich es gerne wäre.

            Kommen Sie bitte weg von Ihrer Einschätzung Ihrer Mitmenschen.

            Menschen besitzen ein eingebautes Programm, welches sie durchlaufen. Nicht alle genau dasselbe, es gibt wie gesagt drei Hauptarten. Die Probleme in Deutschland sind aber nicht natürlicher Natur, sondern kultureller. Und diese Probleme beschränken sich auch nicht auf Deutschland.

            Nicht die Deutschen sind tot, sondern ihre Kultur ist vergiftet.

            Aus Standesinteressen wird nichts Kreatives geboren.

            Das ist die Fessel, welche die westliche Welt knechtet. In der Vergangenheit kam es nur deswegen zu Veränderungen, weil allen Ständen versprochen wurde, von den zukünftigen Zuständen zu profitieren. Eine Erwartungshaltung, welche sich einerseits aus rein biologischem Wachstum speiste und andererseits aus einem Geist, welcher den Ständen völlig fremd ist und welchen sie halt gemolken haben.

            Nur irgendwann ist es halt vorbei mit dem Wachstum. Die entstandene Struktur hingegen ist durch und durch ständisch und wird in Zukunft bloß repressiver werden können.

            Es ist in einer Standeszusammenkunft schlichtweg unmöglich ideologisch zu argumentieren. Eine Standeszusammenkunft kann nur die gemeinsamen Standesinteressen berücksichtigen.

  • Totgesagte leben länger.
    Das Syndikat der Schwätzer wird sich wundern über die spirituelle Lebendigkeit der Deutschen.
    Josef Fischer und seine Volksgenossen wollen uns zwar „einhegen“ und von aussen „verdünnen“, der Zaun, den die Nazis und ihr Holocaust um Deutsche gebaut hat, wird durchlässig, weil auch der Natodraht auf diesem Zaun rostig geworden ist und sobald etwas mehr Luft zum atmen vorhanden ist, erwacht der Patient aus dem Koma.

  • Auster diskutiert jetzt, ob die Wiedervereinigung nicht ein Fehler war…

    • Der pickt sich auch immer irgendein Häppchen ohne Kontext raus und wurschtelt dann mit rum. Kann langsam nicht mehr nachvollziehen, warum der so als intellektuelle konservative Ikone rumgereicht wird. Alleine schon die Aussage, dass Deutschland den WK1 vom Zaun gebrochen habe zieht jedweder ernsthaften Diskussion die Schuhe aus.

  • So, hier meine Antwort auf die Sache mit dem Volksgeist:

    http://kairostheos.blogspot.com/2011/05/kraft-durch-freude.html

  • Apropos Volkspsychologie, hier mal was Nettes (und gut Beobachtetes) über deutsche Männer:

    http://traditionalcatholicism.wordpress.com/2011/04/29/german-men/

    Zu Gewichtigerem bin ich heute nicht mehr fähig. Auster hat teilweise schon recht jedenfalls, auch wenn seine neuesten Überlegungen wieder einen Tiefpunkt an Ignoranz und Vorurteilen darstellen.

  • @Kairos

    ²Ich bin zum Beispiel seit einiger Zeit bereit einen großen Schritt auf die gläubigen Christen zuzugehen und ihren Glauben zu akzeptieren²

    Sehr großzügig. Auf solche Angebote vom Krankenlager aus, um nicht zu sagen Sterbhospiz, sind Christen jedoch nicht angewiesen.

    Was uns fehlt ist auch wesentlich mehr als Lebensfreude, sondern eben ein übergeordneter Zusammenhang, Sinn, Transzendenz…

    Was soll an die nächsten Generationen weitergegeben werden und welchen „Sinn“ hat es überhaupt noch Deutscher zu sein? Normalerweise geben sich auch ganze Völker irgendwelche Rollen in der Weltgeschichte, Aufgaben, Missionen…

    Bei aller Destruktivität, die Linken haben gewissermaßen solche Visionen. Deutschland soll Vorreiter im Klimaschutz und den erneuerbaren Energien sein, dabei das sozialste Land der Erde und Vorzeigeland in Sachen Vergangenheitsbewältigung. Damit haben sie eine positive Perspektive für die Zukunft und fast schon eine auf die Vergangenheit, so wahnhaft das sein mag.

    Bei den Rechten findet sich nichts Vergleichbares. Kampf gegen die Kolonisierung/Islamisierung? Gut, aber das ist Notwendigkeit und keine erhebende Idee. Für die meisten von uns knüpfen sich daran auch eher Horrorvorstellungen, selbst wenn kein Zweifel besteht, dass etwas getan werden muss. Ich habe große Zweifel, dass aus unserem Lager noch irgendwelche überzeugenden und integrierenden Leitbilder entstehen werden.

  • @ Monalisa: Vielleicht lesen Sie noch einmal, was ich über das Gemeckere geschrieben habe, ja?!

    Ihre Arroganz können Sie sich auch an den Hut stecken. Ich höre immer wieder wie schlimm es sei, dass das Christentum keine Akzeptanz findet und wenn man dann Friedensangebote macht haben Sie das nicht nötig?!

    Das Christentum wie es heute von den großen Kirchen organisiert wird ist toter als tot und hätte jede Unterstützung nötig. Diese von linker Ideologie durchdrungene Beliebigkeitskirche ist aber nicht die Art Christentum, die ich bereit bin zu akzeptieren.

    Wenn Sie nicht wissen, welchen „Sinn“ es hat Deutscher zu sein und was Sie an die nächste Generation weitergeben können, tut mir das sehr leid. Mein Artikel will Antworten in diese Richtung geben.

    Ihre Analyse der Linken finde ich interessant und stimmig. Ich mache jedoch einen Unterschied zwischen visionären Idealen und Utopien. Zudem reicht es nicht, ein Ziel zu haben. Wenn das Ziel moralisch verwerflich ist oder einfach hirnverbrannt wie die Nullwachstumswünsche der Grünen, dann laufen die Leute eben einer Chimäre hinterher. Aber dass die Linken die Menschen besser erreichen, wundert Sie das wirklich? Wir Rechten stehen, egal ob moderat oder „radikal“, immer im Ruf Hassprediger zu sein, unsere Ansichten werden kriminalisiert und totgeschwiegen.

    Die normalen Menschen allerdings sind mehrheitlich auf unserer Seite. Wir müssen sie nur mobilisieren – und ihnen klarmachen, dass sie keine bösen Nazis sind, nur weil sie überleben wollen (vgl. http://kairostheos.blogspot.com/2011/05/wie-wir-den-infokrieg-gewinnen.html).

    Ich stimme zu, dass die liberale Islamkritik und auch ein Teil der Rechten nicht viel mehr tut als einen Abwehrkampf zu führen. Genau darum geht es mir ja in dem Artikel über die Freude: Wir brauchen wieder einen positiven Bezug zum deutschen Volkstum. Jetzt ist die Zeit dazu, weil die Ketten, mit denen man uns jahrzehntelang niederhielt, bröckeln und die immergleichen Phrasen auch noch für den Letzten ihre Aussagekraft verlieren (außer für Studenten).

    Wenn Sie mich ganz konkret nach Idealen fragen: Ehre, Wehrhaftigkeit, echte Männlichkeit, echte Weiblichkeit, Opferbereitschaft, Solidarität.

    Vielleicht fehlen unserer Bewegung die Gesichter. Ich weiß aber auch nicht, ob es unbedingt das Richtige ist, auf eine Führergestalt zu warten. Wir sollten uns eher darauf konzentrieren uns selbst vorzubereiten, um im Fall des Unvermeidlichen nicht dazustehen und mit den Zähnen zu klappern (vgl. Sie die schöne Antwort, die Schattenkönig Ihnen oben gegeben hat).

    Eines weiß ich sicher: Dieser dauerdepressive Zustand ist kontraproduktiv. Ich kann mir vorstellen, dass Sie das Bild und Überschrift meines Artikels gesehen haben ohne sich ein Schmunzeln zu gestatten – da liegt unser Problem!

  • @Kairos

    Achso, und zu meinem aufmunternden Link weiter oben sagen Sie gar nichts? Tsts… 😉

    Ich wollte auch gar nicht meckern, sondern ernst gemeint fragen, was die Rechte für Antworten gibt. Ich weiß schon, was ich weitergeben will, aber das entspricht nicht dem gesellschaftlichen Konsens der friedlich-ökologischen Selbstentsorgung und es geht wohl über Ihre Vorstellungen hinaus. Die Ideale, die sie nennen, sind gut und erstrebenswert, finden sich aber in jedem lebendigen Volk. Was ist die Mission Deutschlands, gibt es eine positive? Eine „Gesundung“ ja. Einerseits eine Herkulesaufgabe, andererseits vielleicht doch nicht genug?

    „Ich höre immer wieder wie schlimm es sei, dass das Christentum keine Akzeptanz findet und wenn man dann Friedensangebote macht haben Sie das nicht nötig?
    Das Christentum wie es heute von den großen Kirchen organisiert wird ist toter als tot und hätte jede Unterstützung nötig.“

    Das trifft nur auf Westeuropa zu. Und die Unterstützung durch Atheisten – Wie soll die realistischerweise aussehen? Die Konsequenzen aus dem „Gottesmord“, der die Grundlage weit natürlicherer Ordnungen zerstört hat, sagen doch alles. Unsere Gesellschaften werden seither durch exzessive Gewalt und/oder Dauermanipulation aufrechterhalten. Eine nicht nihilistische und totalitäre Lebensweise müsste erst noch gefunden werden.

  • Richtig, von Atheisten haben Sie nichts zu erwarten. Von sogenannten Aufklärern auch nicht.

    Das mit den deutschen Männern habe ich gelesen – und geschmunzelt.

    Gibt es eine positive Mission Deutschlands?

    Diese Frage ist natürlich nicht in einem kurzem Kommentar hinreichend beantwortbar, aber ich denke schon, dass es Alleinstellungsmerkmale des dt. Volkes gibt aus denen auch unsere weltgeschichtliche Mission erwächst.

    Nur deuten Sie ja selbst („Gesundung“) an, dass unsere Feinde (und noch vielmehr unsere „Freunde“) seit hundert Jahren alles dafür tun, dass wir diese Mission nicht nur nicht erfüllen können, sondern sie nicht einmal mehr auszusprechen oder zu denken wagen.

    Ich glaube aber auch nicht, dass es darauf ankommt. Das Überleben ist die wichtigste Funktion eines Volkes (auch dieses wird uns ja durch den „sanften“ Genozid verwehrt), wenn das Volk überlebt und gedeiht erfüllt es seine Mission.

    Darüberhinaus glaube ich persönlich, dass das deutsche Volk dazu bestimmt war die europäische Welt auf technischem, kulturellen und spirituellen Gebiet anzuführen. Nur hatten unsere Nachbarn genau davor panische Angst, weil sie dachten, dies müsse auf ihre Kosten geschehen. Dies könnte wieder unsere Mission werden – aber erst NACH einer Periode des Umbruchs, des Aufräumens und – höchstwahrscheinlich – des Leidens.

    Die Mission von uns Jetztmenschen ist die Bewahrung der deutschen Kultur und eines Volkes, das den Namen deutsch noch verdient. Der eine mag im Straßenkampf seine Bestimmung finden, der andere bloggt, wieder andere wandern aus und pflegen in der Fremde die eigene Kultur.

    Wenn das, was ich hier angerissen habe, allerdings von den allermeisten Deutschen weiterhin als „Nazipropaganda“ abgetan wird, stehen unsere Chancen tatsächlich schlecht (nur ein Beispiel unter vielen: Viele Mitglieder der Stadtkewitz- Partei finden den bösen Islam zwar verdammenswert können aber an der Massenimmigration absolut nichts schlechtes finden. Allein das Beharren auf eine deutsche Identität gilt diesen „fortschrittlichen“ Menschen als rückwärtsgewandt und rassistisch.)

    • Als groben Deutschuss wage ich mal die Prognose, daß die Chancen eins gegen neun stehen.

      Großer „internationaler“ Druck.
      Amerikanische, französische und britische Zerstörungsmacht und Besetzungsstärke.
      Wohlmeinende Politiker zu rar und zu weich.
      „Erfüllungspolitiker“ aus „Staatsraison“ oder Zynismus in der überwiegenden Mehrheit.
      Bevölkerung durchmischt und uneins.
      Deutsche hoffnungslos uneins. Zudem ein Drittel „believers“ ein drittel stoische Opponenten, ein Drittel Opportunisten.
      Keine männliche männliche Jugend in ausreichender Zahl.
      Wachsende männliche Jugendliche nichtdeutscher Identität in wachsender Zahl.
      Ein demokratisches System, das Veränderungen nicht zuläßt.

      Chancen? Welche?

      Damit sollte man sich endlich auseinandersetzen, daß es keine realistische Chance gibt, das Ganze in der Zeit zu retten. Eine Alternative muß her! Und die kann nicht mehr lauten, das Ganze zu retten. Man muß sich auf die Teile konzentrieren, auf eine bedeutend kleinere Anzahl von Menschen. Wenn diese kleine Anzahl eine größere Homogenität aufweist, ist die Chance, daß sich diese Gruppe retten und später durchsetzen kann, realistisch. Wir reden nicht von Millionen oder Tausenden. Wir sprechen von hundert, vielleicht hunderten, vielleicht mit viel Erfolg wenige tausend.

      Alles andere: Chancenlos. Dafür sind die Gegner noch viel zu mächtig.

      Eine Ausnahme gibt es: Man schafft es, die kommende Großmacht China auf die Seite einer nationalen Opposition zu holen. Dann allerdings, wäre der Sieg nicht aufzuhalten.
      Nur klar: Man wäre in diesem Falle der verlängerte Arm der nächsten und einzigen Supermacht. – Das würde ich in allerdings Kauf nehmen. Nur sehe ich das Interesse Chinas daran nicht. Sie bekommen auch ohne Konflikte, die Früchte, die wir aus der Hand geben. Warum sollten sie sich dem Risiko der Gesundung der westlichen Welt aussetzen? Das wird nur dann denkbar, wenn China nicht weiterkommt und sich zum Ziel nimmt, den westlichen Block operativ aufzubrechen. Dazu gibt es bisher keine Anzeichen.

  • Meyer: Ich mache mir weniger Sorgen um Chinas Motivation für ein solches Bündnis, sondern vielmehr darum, was wir als Juniorpartner der Chinesen zu erwarten hätten. Wir würden uns von der gewohnten US- Hegomonie einfach in die nächste Abhängigkeit befördern. Zudem kann ich – bei aller Kritik an der Politik der USA – keine wirkliche Gemeinsamkeit mit China sehen, die als verbindendes Element wirken könnte (reine Zweckgemeinschaften zerbrechen schnell wenn sich die Interessen ändern). Die Amerikaner haben einen großen deutschen Anteil, sowohl kulturell als auch von der Abstammung her, da gibt es Schnittmengen. Aber die Chinesen sind ein fremdes Volk mit einer fremden Kultur (ich erlaube mir auf einen Text von Jack London hinzuweisen: http://fjordman.wordpress.com/2011/04/20/die-gelbe-gefahr/).

    Zudem halte ich Ihre Schätzung für viel zu pessimistisch. Natürlich wird es schmerzliche Einschnitte geben, aber ich glaube schon, dass wir mehr als „ein paar hundert“ werden retten können. Das Gebot der Stunde ist: Informieren, vernetzen, vorbereiten!!!

    Wir sollten sogar hoffen, dass es sehr schnell sehr ungemütlich wird, denn von einem Weiterleben (bzw. langsamen Weitersterben) des Systems profitieren die anderen, vgl. http://kairostheos.blogspot.com/2011/04/worauf-die-turken-warten.html

  • @Kairos

    Was nützen unserer Seite die vielen kulturellen und sogar genetischen Gemeinsamkeiten mit der US-Bevölkerung, wenn nicht nur eine psychopathische, kleptokratische und völkerzerstörende Elite dort permanent die Macht innehat, sondern diese auch noch das Denken des europäischstämmigen Teils seiner Bevölkerung so stark ideologisch prägen kann, daß selbst die dortigen „conservatives“ sich von unseren Grünen nicht unterscheiden?

    Wir Deutschen, und auch die anderen Europäer, müssen von Amerika los. Dessen Einfluß ist unser langfristiger Tod. Und selbst wenn die USA wirtschaftlich zusammenbrechen und schwächer werden – das „Pilz-Netzwerk“ ist der eigentliche Feind, und das wird weiterhin eine tödliche Großmacht bleiben.

    Dieses Netzwerk hat – hauptsächlich durch die Niederhaltung Deutschlands – verhindert, daß Europa eine eigenständige politische Großmacht hat (etwa ein Deutsches Reich) oder als Gesamteuropa eine solche wird. Der EU-Zwangsverband macht niemanden stärker, sondern schwächt alle, einzeln wie zusammen.

    Daher werden wir abwarten müssen, wie sich die Situation zwischen den weiterhin bestehenden Großmächten China, Rußland und „Pilz-Netzwerk“ in Zukunft entwickelt. In Frieden gelassen zu werden für, sagen wir, 200 Jahre, ist ein Traum, der, realistisch betrachtet, an der Großmächte-Weltpolitik wohl zerbrechen wird.

    Aber besser ist es, in Abhängigkeit von China weiterzuleben, als in Abhängigkeit vom „Pilz“ zugrundezugehen. Russland, das zwar demographisch auch auf dem absteigenden Ast ist und sein asiatisches Territorium kaum noch gegen chinesische Grenzgänger sichern kann, böte sich auch noch an, und das hat zumindest ein paar gemeinsame Punkte, ist immerhin eine europäische Macht. Ein Problem ist, daß der „Pilz“ dort auch sehr stark ist. Doch immerhin hat die russische Regierung dieses Problem erkannt und leistet einen gewissen Widerstand, was im „Westen“ völlig ausfällt.

    Der „Westen“ und seine pseudoliberalistische Metaideologie IST inzwischen quasi der „Pilz“, und zunächst gilt es für unsere Seite, überhaupt zu begreifen, daß „der Westen“ und „Europa“ nicht identisch sind, sondern der „Westen“ unser Todfeind ist und es außer der Pilz-Substanz auch noch eine europäische Eigensubstanz gibt.

    • Der Mykologie und geopolitischer Erwägungen für die nächsten 200 Jahre bedarf es nicht, um die Lage des heutigen Rest-Deutschlands zu beurteilen. Auch die Zukunft von Briten und Franzosen sollten wir diesen überlassen. Sie werden überdauern. Deutschland jedoch wird mit tatkräftiger Hilfe eidbrüchiger, würdeloser „deutscher“ Vasallen zu Grunde gehen. Nach 60 Jahren wird der Plan Morgenthaus u.v.a. Wirklichkeit. Welch ein Triumph.

    • @ Schattenkönig: „Was nützen uns die Gemeinsamkeiten“ Nichts. In Amerika muss ein Wandel her, der schwarze Mann muss raus aus dem weißen Haus und ein weißes Amerika muss sich um die überall wuchernden liberalen Krebsgeschwüre kümmern.

      Ich weiß nicht, ob es gelingt mit den Russen Gemeinsamkeiten zu finden, aber das scheint mir wahrscheinlicher als mit China. Europa als strategische Einheit wäre ja was, aber Deiner Auffassung bzgl. der EU ist nichts hinzuzufügen. Selbst der Euro (blabla… Gegengewicht zum Dollar…blabla) hat uns nur geschwächt, weil Europa eben doch zu vielschichtig ist. Wie wäre es mit einer nordeuropäischen Union inklusive den osteuropäischen Staaten und Russland, aber exklusive Großbrittanien und Frankreich, die an ihrer Multikultur zugrunde gehen werden (was ich sehr, sehr bedauerlich finde). Dafür müssten wir natürlich unsere eigenen Probleme und Einzelfälle in den Griff kriegen. Ich bin aber überzeugt, dass wir Deutschen das noch eher schaffen als die Vorgenannten, bzw. dass nur wir überhaupt eine echte Chance haben uns nach einer Krise schnell wieder zu erholen. Im Endeffekt kann man keine sicheren Prognosen abgeben und man sollte immer das alte römische Sprichwort im Kopf behalten, das da lautet: Einem Bündnis mit den Mächtigen ist nie zu trauen!

  • In den Kommentaren zur neuesten Übersetzung von ‚Deep Roots‘ auf ‚As der Schwerter‘ findet sich auch folgendes:

    Tanstaafl:

    Ich sehe, Auster hat immer noch nicht die Zeit gefunden, KH zu lesen oder ihm direkt zu antworten.
    .
    .
    .
    Anonymous:

    Der Anzahl seiner neuesten Artikel nach zu urteilen, ist Larry Auster wieder gesund und munter. Dennoch keine Antwort auf KHs Erwiderung. Hmmm… wie kommt das?
    .
    .
    .
    Pat Hannagan:

    Tanstaafl sagte: „Ich sehe, Auster hat immer noch nicht die Zeit gefunden, KH zu lesen oder ihm direkt zu antworten.“

    Status-Aktualisierung: Auster hat noch immer nicht die Zeit gefunden, KH „genau zu lesen“ oder auf ihn zu antworten. Jedoch hat Auster einen Sturm über SK (Strauss-Kahn) gebloggt. Neun Artikel bisher, und weiter steigend.

    Ich wage die Vermutung, daß Mr. Auster noch immer nicht die Zeit gefunden hat M.K-H’s. Artikel ‚genau zu lesen‘. Ja, ja … dieser Streß … er bringt uns noch alle ins Grab. 😆

  • Nochmal als Frage: Funktioniert hier dieser html-code für ‚kursiv‘ etc. nicht? Ich hatte versucht die Kommentare ‚kursiv‘ abzuheben, was aber offensichtlich fehlschlug.

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