Non veni pacem mittere sed gladium. (Mt 10,34)
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von Clio

Wie der “kulturalistische” (und damit nach linker Ansicht “anti-humanistische”) Blog PI am heutigen Tage meldet, hat sich der frühere Maoist bzw.  Alt-68er Alan Posener in der “Welt Online” wieder einmal ein besonderes Schmankerl geleistet.

In seinem Artikel “Schamgefühl verboten“, verwahrt sich der Besagte entschieden gegen das Burka-Verbot in Frankreich:

Indem er – wie dies Linke nicht selten zu tun pflegen – einmal mehr Äpfel mit Birnen vergleicht, stellt Posener das französische Burka-Verbot in eine Reihe mit der Abneigung gegen Jeans in der früheren DDR.

Der Alt-Linke, welcher das Tragen der Burka einem “extremen Schamgefühl” der betroffenen Frauen zuschreibt, bemerkt am Ende seines Kommentars in der Rubrik “J’accuse”:

“[…] Man halte mir nicht vor, die DDR sei etwas anderes als Frankreich. Das weiß ich.
Das mache man aber einer Frau klar, der man die Straße verbietet, so lange sie sich der vorherrschenden Unverschämtheit nicht anpasst. Gewiss, man will nur ihr Bestes. Aber man spricht ihr das Recht, die Fähigkeit und die Kraft ab, selbst zu entscheiden, was für sie gut ist. Darin erweist sich der französische Staat auf bemerkenswerte Weise einig mit den Dunkelmännern des radikalen Islam.

Wie man in Universitätsseminaren linker Dozenten lernt, empfiehlt es sich bei Interpretationen bestimmter Sachverhalte  stets, den “ideologischen Hintergrund” des jeweiligen “Diskursteilnehmers” zu durchleuchten.

Na, dann tun wir das doch:

Posener ist der Ansicht – dies stellt übrigens den Kernpunkt der Multi-Kulti-Ideologie als solcher dar – dass kein westlicher Staat das Recht hat, Definitionen bezüglich seines eigenen Selbstverständnisses vorzunehmen und gegenüber Migranten klar zum Ausdruck zu bringen. (Solche Handlungen sind nach linker Meinung “rassistisch”, “kulturalistisch” und “antihuman”.)

Frankreichs Burkaverbot ist jedoch keineswegs – wie Posener in der Schlussbetrachtung seines Kommentars suggeriert (indem er das Burkaverbot bewusst falsch versteht) – von der Absicht motiviert, burkatragenden Frauen vorzuschreiben, “was gut für sie ist“.

(Folgt man dieser Argumentation, müsste man sie übrigens konsequenterweise auch auf das deutsche Verbot, in der Öffentlichkeit Nazi-Symbole zu zeigen, anwenden: “Der Staat schreibt dem “Rechtsextremen” vor, was gut für ihn ist. Welch unerträgliche Anmaßung.”)

Es ist vielmehr auf den Willen zurückzuführen, Migranten das Identitätsverständnis Frankreichs zum Ausdruck zu bringen und hierfür unbedingten Respekt durchzusetzen: Frankreich sieht sich als laizistischen Staat, in dem jeder Mensch öffentlich als Individuum in Erscheinung tritt; in dem Mann und Frau gleichberechtigt sind und in dem sich die Menschen eine gewisse Grundwertschätzung dadurch erweisen, dass sie sich gegenseitig in die Augen sehen lassen.

Dies ist von Migranten zu akzeptieren, wenn sie in Frankreich leben möchten. Ob der Verzicht auf das Tragen einer Burka für sie persönlich gut oder schlecht ist (bzw. so oder so empfunden wird), ist dem französischen Staat hierbei völlig gleichgültig. Es ist nicht seine Aufgabe, die Probleme von Extremisten (und das Tragen der Burka ist ein Zeichen für Extremismus; trägt die Frau sie freiwillig, ist sie selbst extremistisch; wird sie von dem Mann dazu gezwungen, ist ihr Mann der Extremist) gleich welcher Art zu lösen, die erst Teil der französischen Gesellschaft werden möchten.

Menschen können ihre Kultur – und sei sie für Westeuropäer auch noch so unverständlich – gerne leben – aber bitte nicht in Frankreich. Dies wird durch das Burkaverbot zum Ausdruck gebracht. Wie praktikabel es im Alltag sein wird, ist die eine Frage. In jedem Falle aber hat es einen hohen symbolischen Gehalt – im doppelten Sinne: Das Burkaverbot ist ein Symbol dafür, dass das öffentliche Zeigen klar gegen das französische Staatsverständnis und seine Verfassung gerichteter menschenverachtender Symbole in Frankreich indiskutabel und vom Rest der Gesellschaft unerwünscht ist.

Menschen, die anderer Ansicht sind, können zwar in Frankreich leben, stehen aber gemäß des französischen Selbstverständnisses außerhalb der französischen Gesellschaft.

Indem Posener die in Frankreich mehrheitlich übliche Nicht-Verschleierung der dort lebenden Frauen als “vorherrschende Unverschämtheit” bezeichnet, öffnet er dem gesellschaftlichen Ausleben von Extremismen aller Art argumentativ Tür und Tor:

Man könnte in Bezug auf jedes staatliche Verbot so argumentieren wie der Schreiber es hier bezüglich der Burka tut: nämlich dass hier dem Einzelnen in geradezu totalitärer (da Posener ja den DDR-Vergleich anstellt) Weise vorgeschrieben wird, was er darf oder nicht darf. Konsequenterweise würde erst die Anarchie diesen “unerträglichen” gesellschaftlichen Zustand beenden.

Insgesamt offenbart Posener – der sich sicherlich vor lauter Hypermoral kaum in seinem Schreibsessel halten konnte, als er den Artikel verfasste – bei näherer Betrachtung seiner Argumentationsweise einen bedauernswerten Mangel an dialektischer Selbsterkenntnis:

Indem er nämlich zum Ausdruck bringt, dass Burkatragen unbedingt erlaubt sein muss, macht er gleichzeitig – wie bereits angedeutet wurde – deutlich, dass eine Gesellschaft nicht das Recht hat, die ihr zugrundeliegenden liberalen Prinzipien gegenüber feindlichen, totalitären Ideologien offen zu verteidigen: Toleranz gegenüber den Intoleranten heißt Poseners Devise, auch wenn dies in letzter Konsequenz die Abschaffung der Toleranz durch die Intoleranz bedeuten kann. (Erfahrungen diesbezüglich gibt es in Deutschland mit den Nationalsozialisten in der Weimarer Republik – deren Protagonisten können sich posthum in ihrer „Liberalität“ sonnen: Sie haben alles richtig gemacht und waren tolerant gegenüber den Intoleranten, wodurch die Intoleranten die Toleranz abschafften und in der Folge Millionen von Menschen im Zuge des Zweiten Weltkriegs starben; allein 6 Millionen Juden im Holocaust. – Welch großartige Konsequenzen echter liberaler Gesinnung.)

Posener spricht hier also selbst implizit ein “Verbot” aus und negiert bereits damit seinen eigenen ultra-liberalen Anspruch. Nimmt man es sehr genau, so verrät er diese vermeintliche Geisteshaltung sogar doppelt:
Auf der einen Seite wirft er den Franzosen vor, sich mit dem Burkaverbot auf dieselbe Stufe wie islamische „Dunkelmänner“ zu begeben. Auf der anderen Seite tut er selbst dies jedoch genauso, indem er sich im Rahmen seiner Argumentation für die Burka die argumentative Rhetorik (Burka  = Schamgefühl; Nicht-Verschleierung  = vorherrschende Unverschämtheit – letzteren Ausdruck setzt Posener zudem nicht in Anführungszeichen, was ein Beleg für eine eigene Distanzierung von dieser Wertung wäre) eben dieser Extremisten zu eigen macht.

Fazit: Poseners Kommentar ist ein weiteres Glied in der Kette schier unendlicher Manifestationen der liberalen Krankheit: Scheitern an den eigenen ideologischen Ansprüchen – und dies bereits in der Artikulation der selben. Oder: der geradezu zwanghafte linksliberale Hang zur Dekonstruktion der eigenen Liberalität bereits im Zuge ihres Konstruktionsprozesses.

19 Antworten auf Dialektiken eines Linksliberalen

  • Allein dieses dümmliche „J’accuse“! Wofür hält sich dieser Schmalspurschreiber eigentlich? Für Zola?

  • Bei der Lektüre von Poseners Artikel habe ich mich gefragt, wo ich eigentlich lebe, dass so ein Irrsinn publiziert wird.

    Und ja: Posener hält sich vermutlich wirklich für Zola. Er ist stolz, zu den „Verfechtern individueller Freiheit“ gegenüber einem (für ihn) augenscheinlich fast semi-totalitären Staat zu gehören. Allerdings gilt das selbstverständlich nur für Minderheiten in Westeuropa. Posener würde nie einen Artikel schreiben, der das Recht einer christlichen/jüdischen/atheistischen westlichen Frau verteidigen würde, in einem streng islamischen Land im Bikini durch die Gegend zu laufen. Da muss man sich als Westeuropäerin doch anpassen und Respekt gegenüber der dort herrschenden Kultur zeigen.

    Fordert man denselben Respekt von Migranten gegenüber der eigenen Kultur im eigenen Heimatland ein, heißt es „Es gibt doch gar keine einheimische Kultur, das ist doch alles nicht homogen“ (in den islamischen Ländern durch die nicht-islamischen Minderheiten natürlich genausowenig, interessiert aber in diesem Falle keinen „Linken“)und „Das ist doch aber intolerant“.
    Es ist aber nicht intolerant, Menschen das Tragen des Hakenkreuzes in Deutschland zu verbieten, selbst wenn sie es mit völlig anderen Bezügen als dem zum Nationalsozialismus tragen. Für viele Deutsche gibt es „das Böse“ eben nur in Form von „Rechten“ oder „Neo-Nazis“ oder „Nazis“.

    Posener ist einfach unerträglich.

  • Die DDR, Jeans und die Burka
    Auch ich habe den Artikel von Herrn Posener gelesen.
    Das Ganze ist von Anfang an nur eine chaotische Verdrehung, die sich nur eine krankhafte Phantasie ausdenken kann.
    1. Rainer Kunze hat hier eigentlich etwas ganz anderes aufs Korn genommen und zwar die Uniformheit der Gesellschaft. Doch, dass unsere Mädchen auch in FDJ- Uniformen hübsch anzusehen waren, weiß ich aus eigener Erfahrung. Sowohl meine Gattin, als auch meine Tochter haben so etwas getragen.
    2. Wenn einer über die Verhältnisse und Entwicklungen in der damaligen DDR nichts weiß, sollte er nicht so einen Quatsch schreiben und wenn er bescheid weiß oder sich als informiert ausgibt, dann halte ich das für eine Verbreitung von absolutem Unsinn.
    3. Jeans waren in der DDR nicht verboten. Man konnte sie sogar kaufen(Made in China) oder von einer West-Oma mitbringen lassen.
    4. Mit Burkas verhüllen sich die Frauen nicht aus Schamgefühl, sondern damit sie nicht bestimmte Erregungen in männlichen Glaubensbrüdern, die keine Hochzeitsgaben für sie bezahlt haben, auslösen und so vor deren spontanen Übergriffen geschützt sind.
    5. Burkas können aber nicht nur weibliche Reize verbergen :-)
    (http://www.blick.ch/news/kurios/frau-versteckte-bart-und-schielen-unter-burka-139991)
    6. Burkas können nicht nur weibliche Reize, sondern auch andere Dinge verhüllen
    ( http://www.bz-berlin.de/aktuell/welt/burka-attentaeterin-richtet-blutbad-an-article1072868.html
    http://www.expatratgeber.de/burka-ruber-a7040.html )
    7. Es soll ja Leute geben, bei denen verhüllte Damen irgendwelche Phantasien anregen.
    Das wird bei Besitzern von Burkaträgerinnen nicht der Fall sein!
    Aber bei verklemmten europäischen Armleuchtern (so sagte mein Vater immer, wenn meine Mutter ihn streng ansah) ist das offensichtlich möglich.

  • Danke für die Kommentierung, lieber Manfred!

    Wenn Du im verbalen !!! Schlagabtausch genauso hervorragend und pointiert argumentieren kannst wie hier, müssen wir Dich unbedingt in die Fernsehmedien bringen.

    Als letztends im SWR Ulfkotte seine Redebeiträge zum Thema „Islam – Gefahr“ abgab, fühlte ich leichte :-((( Ohnmachtsgefühle ob der wenig erfolgreichen Vertretung „unserer“ Seite in der öffentlichen Diskussion.

    Karla

    • Genau darum wurde Ulfkotte eingeladen.

      Jeder setzt sich den Möglichkeiten der Redakteure und Manipulationen im Fernsehen aus. Ich würde Manfred dringend abraten, sich vom Feind-Fernsehen verbraten zu lassen.

      Nur eigene Medien kommen in Betracht. Solange es die nicht gibt: Finger weg!
      Die Entscheidungshoheit über Kameraführung, Ton und Schnitt darf man dem Feind nicht überlassen. Selbst bestes und häufiges Kameratraining gibt dem Gegenüber immer noch ausreichend Möglichkeiten zur Kaptuttmacherei. Faires Fernsehen ist die absolute Ausnahme an die man nicht geraten wird; gleichgültig was Interviewer oder Moderator vorneherum äußern.

      Auf sachliche Argumente kommt es höchstens nur zu einem Drittel an. Und die kann man schriftlich via Internet besser verbreiten. Hier hat man die Eigendarstellung im Griff.

      Bei dem Aufbau eines eigenen Internetsenders würde ich mich auch als reale Person beteiligen – unter bestimmten Voraussetzungen. Ich halte das für ein lohnenswertes Projekt, auf Mittelfristigkeit ausgelegt. Schwer dürfte es sein, an Profis an den Geräten zu kommen. Ich kenne viele: Alle Links-Yuppies. Viel zu feige – undenkbar.

      Als vorbildlich erachte ich die Gestaltung des Portals mit Unterblogs „alternativeright.com“. – Und auch das ginge noch besser und europäischer. JF/eifrei/SiN, auch PI, bei einigen anderen kann auch einiges Abschauen, haben ebenfalls gute Auftritte, aber unkomplett, ausbaufähig.

      Einen Youtube-Kanal oder später ein eigenes Video-Portal wären sehr große Schritte in die Wahrnehmbarkeit.

      Was die rechte noch völlig falsch macht: Sie geht zu sehr auf die Linke ein und zeigt auf und beweist, wo diese völlig falsch liegt.

      Etwas subtiler ist es, von dieser Tatsache als selbstverständlich auszugehen und diese still vorauszusetzen. Das hat eine ungleich stärkere Wirkung. Was ich verbalisiere stelle ich zur Disposition und damit in die Möglichkeit falsch zu sein. Was ich unausgesprochen mitnehme kann nicht ablehnend reflektiert werden, zumnindest nicht von konsumierenden Zusachauern. Mit dieser Methode fährt der politmediale Komplex seit Jahren, par excellence Guido Knopp.
      Innerhalb derer, die die Anti-linke (und antiliberale?) Ansicht teilen, in Diskussion zu treten und dieses medial dokumentieren und zu veröffentlichen wäre der nächste Schritt auf eine weitere Öffentlichkeit hin.
      Derzeit fährt unser Schiff gegen den Strömung, kommt aber nicht vom Fleck.

      Es ist doch keine Frage, daß die provozierte und geförderte
      – Kinderarmut
      – Masseneinwanderung
      – Islamisierung
      – individualisierung der Lebensbereiche bei Sozialisation des Risikos
      – Überschuldung
      – Zerstörung der wirtschaftlichen Grundlagen
      eine katastrophale Wirkung haben.

      Die Frage ist doch nur, wie man diesen Selbstverständlichkeiten begegnet. Sie selbst sind vorauszusetzen und in einem zweiten Schritt nicht mehr zu verbalisieren (und damit gleichzeitig in einen Grundzweifel zu ziehen).
      Es geht doch nur noch um das WIE. Neoliberal/Neocon, Konservativ, National, Christlich, Libertär. Wie lassen sich wenigstens die letzten Richtungen in Einklang bringen – aus meiner Sicht sehr weit; wie mit den ersteren – bis zu welchem Punkt – kooperieren. Das sollte zunehmend Diskussionsgegenstand werden. Und dann auch das bewegte Bild als Medium nutzen!

      • Es geht schon, sogar im Feindfernsehen. Es muß auch gehen. Haider, Stadler, Wilders können (bzw. konnten) das. Natürlich könnte ich einen YouTube Channel öffnen (uups, ich habe sogar schon einen, aber keine Videos hochgeladen) und da vor mich hinreden, wie es ja auch nicht wenige machen, aber das finde ich dann doch zu blöd, da kann man mich auch gleich lesen, auch wenn das zugegebenermaßen ein paar Rezipienten weniger anspricht.

        Aber bleiben wir beim Feind-TV.

        Ich würde da einfach hingehen wie zu meinem Nachbarn zum Kaffeetrinken und wenn mir einer dumm käme, würde ich mir nicht zu blöd sein zu sagen: „Das ist jetzt aber ziemlich unhöflich von Ihnen.“

        Wenn mir irgendwelche Stichworte hingeworfen würden, über welche ich nicht wirklich reden wollte, und am besten ist es freilich, man redet überhaupt nicht über irgendetwas hingeworfenes, sondern nur in einem echten Gespräch, würde ich das einfach in der Schwebe lassen, jetzt mal zum Beispiel Sarrazin, habe ich nicht gelesen (sorry), wenn mir nur jemand den Namen an den Kopf schmisse, warum sollte ich mehr sagen als „Ja, ich weiß, der hat ein Buch geschrieben: „Deutschland schafft sich ab.“ Finden Sie das Deutschland sich abschafft?“ Oder wenn ich das zuerst gefragt würde, beispielsweise „Na, ob es wirklich Deutschland ist, das Deutschland abschafft weiß ich nun so gerade nicht.“ (Ja, ist jetzt einfach schlagfertig zu sein, so schnell tippe ich ja auch nicht.)

        Meine Güte, in jeder Klasse gibt es einen Klassenclown, man wird ja wohl noch jemanden finden.

        Ich meine, man kann da verschiedene Ziele haben. Fakten rüberbringen ist ein Ziel. Ein Thema zur Sprache bringen ein ganz anderes. Ich meine wirklich zur Sprache. Und wenn der Interviewer partout nicht reden möchte, dann muß man ihn eben so lange verhöhnen wie er fragt.

        • Glaube mir, fremder Eleaner,

          daß ich weiß, wovon ich rede. Ich habe eine gute Pressesprecherausbildung. Und die umfaßte die Sensibilisierung für die TECHNISCHEN und zwischenmenschlichen Möglichkeiten der brutalen Verzerrungen. Gegen die technischen Möglichkeiten gibt es nur eine Chance. Bild aus. Ton aus. Nachweis dafür. Kein Kabel und Akku raus. Pressfuzzis sind Profis, haben einen brutalen Instinkt.

          Sie sehen nicht was der Kameramann gerade macht. Keine Chance.

          Man ist auf den guten Willen der Redaktion angewiesen. DEN GIBT ES BEI EINEM SOLCHEN THEMA NICHT. Selbst ein (tatsächlich) guter Wille eines Interviewers oder Moderators wird durch die Entscheidungen des Redakteurs oder eines „guten“ Kameramanns leicht ins Gegenteil verkehrt. Die Tricks reichen von subtil, wie bei „hart aber fair“ und den Weibertalks bis zu brutal, wie den Fakes bei Demonstrationen. Selbst ein Profi durchschaut und erkennt nicht alle Tricks. Er ist damit beschäftigt, den Interviewer in den Griff zu bekommen. Jeder ist sehr mit der Sache beschäftigt.
          Der Konterpart VOR der Kamera mag(!) nett sein. Hintenrum wird man selbst bei angenehmen Äußeren, ruhigen und sicheren Auftreten durch Bilder, Sitzpositionen, Kamerafokus, Kameraposition, Licht, Maske, Kleidung, Ton, Klangfärbung und Lautstärke und verfälschenden Schnitt, Einspieler, und tausend anderen unfairen Mitteln umgebracht. Wenn dann der Interviewer kleine unbekannte Tricks anwendet wird das Interview zum Fiasko! Es gibt richtig eingespielte Teams. Dann hat man sich und der Sache einen Bärendienst erwiesen. TV ist immer links.

          Und Sie kennen (in aller Regel) auch die Interviewer-Tricks nicht. Sie kennen auch die eigenen Fehler nicht. das sind übrigens häufig genug die schlimmsten. Man braucht gar keinen allzu bösen Redakteur, Kameramann oder Interviewer. Das Katastrophen-Interview bekommen 85% der Leute auch alleine hin.

          Es geht auch nicht um Zufallsinterviews, die sind auch für die „Gegner“ schlechter planbar, denn sie wissen ja nicht, was der Interviewte äußern wird; es geht um gezielte Befragung einer Person, an der die Medien das Interesse haben, sie und ihre Position kaputt zu machen. Nochmal: Weswegen nimmt man einen Ulfkotte??? – Bei ihm ist es einfach, ihn wie ein Trottel darzustellen. Er ist einer!

          Selbst bei einem Vollprofi wie Haider war es möglich. Wenn Sie vor Jahren das bundesdeutsche Haider-Interview gesehen haben, so blieb mir in Erinnerung, daß man es auch dort mit subtilen Mitteln versucht hat, ihn zu zerstören. Subtil, nicht brutal. – Tatsächlich: weitestgehend ohne Erfolg. Auch ohne Erfolg für Haider! Es hat sich nivelliert, dank Haiders Top-TV-Qualitäten. Sehr selten.
          Ich habe diese Qualitäten nicht, trotz Ausbildung, und ich kenne auch kaum jemanden, der bei einem solchen Thema eine Chance hätte.
          Es gibt dort KEINE Fairness. Die sitzen am längeren Hebel.

          Und es ging mir auch nicht um einen weiteren youtube-Kanal. Es ging mir um ein eigenes TV-Portal und eigene TV-Produktion. Das ist die einzige Möglichkeit, diese Methoden auszuschließen oder gegen andere zu verwenden. – Professionell oder gar nicht.

          • Wenn ein Haider nur einmal interviewt wird, dann kann man ihn vielleicht kaltstellen.

            Aber schauen Sie sich doch mal das hier an:

            http://www.youtube.com/watch?v=fPdbKWenlI8

            Ist es zu viel verlangt, wenn ich vom Parteivorsitzenden einer rechten Partei in Deutschland ein ähnliches Talent und am besten auch noch gleich eine ähnliche Verwurzelung fordere?

          • Noch mehr Stadler:

          • Und nochmal.

            http://www.youtube.com/watch?v=8p53tyxM0wA

            Auf den Kameramann, der das nivelliert, bin ich gespannt.

          • Hallo Fremder!

            Wegen chronischen Zeitmangels, sehr kurz:

            Wie wenig selbstverständlich Telegenität im Verbund mit rhetorischen Fähigkeiten ist, kann man ja gerade an der Rechten sehen.

            Haiders unglaubliches Talent möchte ich hervorheben. Bei einem solchen Typen ist es wirklich fast unmöglich, ihn kaputt zu machen. Der war wirklich gut. Auch Strache ist gut.

            Aber genau solche Leute sind selten.

            Zurück zur Ausgangsfrage, ob Manfred das könnte. Ich habe überlegt und anhand eines Vortrages, der mal online stand, kann man ihm durchaus eine sehr gute Wirkung attestieren. Das stimmt schon. Ich war damals richtig ngetan. – Bei ihm wäre ich nicht besonders skeptisch.
            Es käme vielleicht mal auf einen Versuch an. Und es ist vielleicht auch richtig, unbefangen an die Sache heranzugehen und nicht auf allzuviel zu achten und später mit einem der mehr Kenntnisse hat als ich, das ganze auszuwerten und daraus lehren zu ziehen. Es steht im TV nicht nur die Rhetorik im Vordergrund sondern im Wesentlichen die TV-Perslönlichkeit.

            Ich erinnere mich an ein Interview mit Stefan Herre von PI. Da lief alles falsch, was falsch laufen konnte. Obwohl man ihn NICHT fertig machen wollte.

            Mir ging es aber auch darum, das Totschweigen (dieses Buches und hoffentlich weiterer) durch eigene Medien durchbrechen zu können.

  • Als letztends im SWR Ulfkotte seine Redebeiträge zum Thema “Islam – Gefahr” abgab, fühlte ich leichte (( Ohnmachtsgefühle ob der wenig erfolgreichen Vertretung “unserer” Seite in der öffentlichen Diskussion.

    Daß Ulfkotte kein begnadeter Rhetoriker ist, ist wohl mittlerweile bekannt. Es hat halt jeder sein Kreuz zu tragen. Aber auch wenn seine Informationen, wie von manchen schon kritisiert, mitunter … sagen wir mal ‚einen tendentiellen spin‘ haben, ist seiner ‚tendentiellen Einschätzung, daß der Islam eine Gefahr sei‘ nicht zu widersprechen. Jedenfalls nicht von meiner Seite aus.

    P.S. Wenn er ‚trainiert‘ hat – also in einem ‚vorbereiteten Video‘, ist er ganz akzeptabel.

  • Ich glaube hier wird viel zuviel reininterpretiert. Es handelt sich nicht um irgendeine Strategie oder Kritik sondern ganz einfach um Zuschaustellung einer coolen, lässigen Einstellung. Was Posener sagen will ist: „Seht her wie angespannt alle anderen sind, lässige Typen wie ich hingegen lassen sich so leicht nicht aus der Ruhe bringen.“ Deshalb ergreift er nicht für eine der Seiten Partei sondern veteilt großzügig Kritik nach allen Seiten nach dem Motto: „Wenn ich Chef von Frankreich wär, wär alles besser.“ Vielleicht gibs ne neue im Büro die er beeindrucken wollte, was weiß ich. Man muss Islamapologeten lassen, meistens vesuchen sie zumindest die Problematik einer Situation zu verstehen auch wenn sie hierbei dann einseitig vorgehen und fragen was der Westen falsch macht. Posener moralisiert bloss um seine Überlegenheit zu demonstrieren, so wie es sich für einen Achgut-Autor gehört. Allenfalls die bunten Metaphern von Broder und Zeller können einem ab und zu ein schmunzeln abgewinnen ansonsten ist das Zeug nicht besonders lesbar. (auch wenn er in diesem Fall für die Welt schreibt)

  • Wobei es durchaus richtig ist, dass Posener sich in diesem Artikel linksliberal positioniert, warum auch nicht schliesslich geht es hier um ihn!

  • „Die Massen kennen nur einfache und übertriebene Gefühle. Meinungen, Ideen, Glaubenssätze, die man ihnen einflößt, werden daher nur in Bausch und Bogen von ihnen angenommen oder verworfen und als unbedingte Wahrheiten oder ebenso unbedingte Irrtümer betrachtet. So geht es stets mit Überzeugungen, die auf dem Wege der Beeinflussung, nicht durch Nachdenken erworben wurden. Jedermann weiß, wie unduldsam die religiösen Glaubenssätze sind und welche Gewaltherrschaft sie über die Seelen ausüben.“

    Gustave Le Bon
    „Psychologie d. Massen“
    Ausgabe 1911

  • Der höchste Grad von Ungerechtigkeit ist geheuchelte Gerechtigkeit (Philosoph Platon über Alan Posener)

    Wie bereits von Manfred vorgeschlagen, ist es immer interessant „den “ideologischen Hintergrund“ des jeweiligen “Diskursteilnehmers” zu durchleuchten“. Mit anderen Worten, warum bringt jemand ganz bestimmte Argumente in die öffentliche Diskussion?

    Wie z.B. Broder übt auch sein Intimfeind Posener das Gehen auf dem schmalen Grat zwischen MultiKulti-Propaganda und Parallelgesellschaft-Verurteilung. Jede Schwächung der homogenen deutschen Gesellschaft und Stärkung der „Vielfalt und Differenz“ eröffnet ihnen Freiräume. Jede Eroberung der dadurch entstehenden Freiräume durch die neue zukünftige, extrem intolerante, islamische Leitkultur würde ihn mit einem Schlag unsanft auf den Boden der Realität zurückholen, Stichwort islamischer Antisemitismus. Genau das wird ihm sehr wohl bewußt sein, daher das in unseren Augen verwirrende lavieren, bzw. „dialektische“ derartiger Essays (… wie aber auch das in meinen Augen intellektuell anregende von „hiram7“, „Achse der Guten“, etc.).

    Daraus ergibt sich, daß ein Nachweis der fehlenden inneren Logik der Posener` schen Argumentation („Posener … negiert bereits damit seinen eigenen ultra-liberalen Anspruch“) ihm gegenüber bedeuten würde, Eulen nach Athen zu tragen. Denn meines Erachtens weiß Posener dies alles ganz genau selbst. Seine Argumentation beruht nicht auf einem Nichtwissen, oder fehlender Logik. Sie wird sich deshalb auch dann nicht ändern, wenn man ihm dies nachwiese. Warum auch. Er hat ein Ziel und ihm gelingt es, die für dessen Erreichung notwendigen Begriffe in den Ring zu werfen. Für wesentlich wichtiger halte ich die Frage (dies war bereits mein Anliegen bei dem Artikel auf diesem Blog über Broder): wie können wir unsererseits mit einprägsamen Begriffen und Schlagwörtern, an den nun einmal vorherrschenden Multi-Kulti-Diskurs andocken und gleichzeitig diejenigen immunisieren, die den tagtäglichen Angriffen auf den natürlichen Menschenverstand ausgesetzt sind? Diejenigen, die sich schon gar nicht mehr trauen, selbst zu denken. Die bereits zu glauben beginnen, daß oben unten und heiß kalt ist – also die gesamte westliche Zivilisation gefangen in ihrer Schuldkultur.

    Ceterum censeo Islamum esse delendam

    • Wie bereits von Manfred vorgeschlagen, ist es immer interessant „den “ideologischen Hintergrund“ des jeweiligen “Diskursteilnehmers” zu durchleuchten“.

      Das Verdienst an diesem Vorschlag gebührt Clio.

  • Der höchste Grad von Ungerechtigkeit ist geheuchelte Gerechtigkeit.

    In welchem Dialog finde ich das im Originaltext?

  • „Don Pelayo“ (Ach Gott ja, „Don“) argumentiert offen antisemitisch. Die Juden (Broder und Posener) wollen die homogene deutsche Gesellschaft durch Multikulti (und Verwirrung der Begriffe) aufweichen, weil das ihnen „Freiräume“ eröffnet. Kurzum die Juden als Ferment der Dekomposition. Es ist so, wie ich immer wieder schreibe: Wer Moslemfeind ist, der ist auch Antisemit.
    Ansonsten, „Clio“, kann ich nur sagen: Wer wir Sie „gemäß“ mit dem Genitiv verbindet („gemäß des französischen Selbstverständnisses“) sollte mit einem Intzegrationskurs nicht nuter zwei Jahren bestraft werden und steht für mich außerhalb der deutschen Sprachgemeinschaft. So, und nun überlegen Sie, ob und wo da die Anführungszeichen ggf. mitzuhören wären.

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