Non veni pacem mittere sed gladium. (Mt 10,34)
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Ich muss mich schon sehr wundern, wenn Dutzende von konservativen Bloggerkollegen aus der bloßen Tatsache, dass die Brennstäbe in Fukushima nicht durchgeschmolzen sind, folgern zu müssen glauben, damit sei Kernenergie unproblematisch. (Und ich bin sicher, dass sie das ganz anders sehen würden, wenn sie in Fukushima wohnten.) Als ob die Situation im Griff gewesen wäre; als ob die Verstrahlung der Umgebung eine Petitesse wäre; als ob die Ereignisse in Japan nicht die prinzipielle Unsicherheit von Risikoabschätzungen dokumentiert hätten; als ob das generelle Sicherheitsproblem gelöst wäre.

Bei uns gibt es keine Erdbeben? Doch, die gibt es. Sie sind nur seltener als in Japan.

Bei uns gibt es keine Tsunamis? Richtig. Aber Terroranschläge, die gibt es wohl. Sicher setzen die Dschihadisten momentan nicht auf Terror, weil sie ihn nicht nötig haben; Deutschland schafft sich schließlich ganz von alleine ab. An dem Tag, wo sich das ändert, erhöht sich auch die Terrorgefahr.

(Und man komme mir nicht mit dem Argument, wir bräuchten die Kernenergie zur Abwendung der angeblichen Erderwärmung.)

Ganz nebenbei erwähnt, ist das Entsorgungsproblem nach wie vor ungelöst, und dies ein halbes Jahrhundert, nachdem die ersten Kernkraftwerke in Betrieb gegangen sind. Wenn außerdem nur die Hälfte von dem stimmt, was wir in letzter Zeit über die politischen motivierten Manipulationen bei der Einschätzung von Endlagerstätten gehört haben, dann ist die deutsche Politik die letzte Adresse, bei der ich dieses Thema aufgehoben sehen möchte. Welche Interessen auch immer in der Atompolitik der siebziger und achtziger Jahre maßgeblich waren: die der Bevölkerung rangierten wohl unter Ferner liefen.

Es ist Augenwischerei sich einzureden, die Stimmung sei nur deshalb atomkritisch, weil die deutsche Journaille das Unglück in Japan zur Stimmungsmache ausnutze. Sie ist kritisch, weil es Gründe gibt, diese Technologie abzulehnen. Sie ist kritisch, weil zwar die Meinungsumfragen seit Jahren ungefähr ein Verhältnis von 50-50 zwischen Befürwortern und Gegnern der Atomkraft dokumentieren, aber die Befürworter höchstens lauwarm dafür sind, während die Gegner glühend dagegen sind.

Niemand kann eine Wahl dadurch gewinnen, dass er für die Kernenergie ist, und das war auch schon vor Fukushima so; es war sogar vor Tschernobyl so. Wohl aber kann man eine Wahl dadurch verlieren, dass man sich für eine Technologie verkämpft, zu der allzuwenige Menschen Vertrauen haben. Wie wir jetzt in Sachsen-Anhalt gesehen haben, kommen die Grünen in einer Situation wie der jetzigen sogar dann in die Parlamente, wenn ihre Kandidaten ungefähr so wählerwirksam sind wie Besenstiele.

Mir kann niemand erzählen, die Zukunft unseres Landes hänge von der Art und Weise ab, wie wir Wasser zum Kochen bringen. Sie hängt von ganz anderen Themen ab; von Themen, die durch eine Atomdebatte nur an den Rand gedrängt werden können, von welcher Debatte obendrein die Linken profitieren. Es war eine Riesendummheit, das mit dem rotgrünen Atomkonsens längst beerdigte Thema „Kernenergie“ mutwillig zu exhumieren, und von dieser Dummheit profitieren jetzt ausgerechnet die Grünen.

Für Kernenergie zu sein, nur weil die Linken dagegen sind, ist nicht nur der Sache nach töricht; es ist auch politisch-strategisch eine erstrangige Eselei.

 

39 Antworten auf Kernenergie: Es geht nicht mehr!

  • Leider nur zu wahr, wie oft einfach die Gegenposition zu allem eingenommen wird, wo Rotgrün dafür ist. Ein Riesenfehler seit den Anfangstagen der Grünen. Nicht (vorgebliche) grüne Anliegen ablehnen, sondern aufdecken, was die Grünen neben den Umwelt-Themen noch so alles treiben, sowie die legitimen Anliegen selber vertreten. Eine Frage, warum (angebliche) Konservative etwas wie die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen des Volkes nicht glaubwürdig zu vertreten verstehen, dürfte auch zu einem Verständnis der CDU beitragen.

  • 1. Kernenergie liefert den billigsten elektrischen Strom.

    2. Auch dann, wenn man alle Subventionen und Polizeieinsätze miteinrechnet.

    3. Auch dann, wenn die Kohl, Öl und Gas nicht mehr geliefert werden! Uran braucht nicht geliefert zu werden. Abbau, Lagerung, Wiederaufbereitung und, wenn man wollte, Erbrütung sind hier möglich.

    4. Kernenergie bleibt auch dann noch billig, wenn die anderen Energieträger nur noch zu Horrorpreisen zu haben sind.

    5. Selbst ein Anstieg des Uranpreises auf 300% Bei Gewinnung aus dem Meer: 200%) verteuerte sich die Kernenergie nur um 6% (bzw. 3%).

    6. Kernenergie fördert zudem die Hochtechnologie, ohne eine sinnlose Subvention zu sein.

    7. Sie schützt vor Erpressung durch „Hahn-Abdrehen“ oder (historischen) See-Blockaden.

    8. Sie ist die Brückentechnologie zur Kernwaffe! (Da kann man noch eine paar Ausrufezeichen dazu setzen.)

    Und nun: 5 Todesopfer durch Verstrahlung – bis jetzt; es mögen hunderte werden? Und der Straßenverkehr? Der ist über die Jahre sicherer geworden. Aber die OPferzahlen? VIEL höher. Schehrt das jemanden. Null. Von Fett, Kohlenhydraten, Nikotin, Alkohol und Depressionen als Todesursachen wollen wir mal nicht reden. Selbst der Eisenbahn, und Zugverkehr?
    Aber: Alte Schrottkarren gibt es immer weniger. Dafür täglich Autos mit mehr PS. Schaue ich aus dem Fenster steht dort ein BMW mit geschätzten 240 PS. Das war vor 25 Jahren nur Ferrari und Porsche vorbehalten, heute hat es fast jeder.
    Und in der Kernenergie? Japan verwendet in Fukushima Daiichi den ältesten Reaktortypen als ältestes Modell der westlichen Welt. Es sind die PUMPEN und die Notstromversorgung aufgrund des Tsunamis ausgefallen. Andere Reaktoren brauchen das nicht um sicher zu sein. Aber man ist zu feige selbst alte Schrottreaktoren durch moderne sicherere und stärkere zu ersetzen.

    Ich ziele nicht auf Wählerstimmen ab. Mir ist in den letzten Tagen mein Stolz auf meine Nation weitgehend abhanden gekommen. Was hat dieser ängstliche, verstörte Haufen noch mit der Generation meiner Großväter zu tun, die trotz Hoffnungslosigkeit noch in den letzten Tagen vor der sicheren Kapitulation kämpften? N.I.C.H.T.S.

    Wir sollten die Bundesrepublik Deutschland in aufgeschreckte Hühnerhaufen umbenennen.

    Nein. Um diese Leute reiße ich mich nicht. Ich verwende die Frage nach der Kernenergie in meinem Umfeld als Persönlichkeitstest. Trifft leider wohl immer.
    Ich deshalb ist dies auch so umstritten: Es ist eine (unbewußte) Testfrage über den Umgang mit Angst und Ängstlichkeit; und das wiederum von Mut und Männlichkeit.

    Die Römer nannten dies „virtu“. Mich interessiert ein „deutscher Hühnerhaufen“ so wenig, wie ein slowenischer. Was der Hühnerstall Bundesrepublik macht und was er denkt und wovor er sich fürchtet, z.B. davor, daß die Türken, deutschen Archäologen die Graberlaubnis entziehen und deshalb Geschenke eines arabischen Fürsten an die Türkei (!!!) herausgeben werden. – Das ist nicht mein Deutschland, genausowenig wie das Atomstrom-nein-danke-Deutschland.

    Selbst aus wahl-politischem Denken heraus: die Grünen haben wieviel Prozent hinzugewonnen, bei welcher Wahlbeteiligung?

    Ich will keine Wahlen gewinnen! Wozu?

  • Meyer, das war gut gesprochen, sehr gut.

  • Zusammengefaßt:
    1. Kernenergie ist nicht risikolos. Sie ist risikoreich.
    2. Die individuelle Lebensgefahr ist dennoch gering.
    3. Die Möglichkeit zur individuellen und staatlichen Vorsorge ist groß – selbst bei einem Unfall.
    4. Das Risiko steht zu den oben genannten Vorteilen in einem ähnlichen Abwägungsverhältnis, wie der gesamte Verkehr, aber viel günstiger als unsere individuellen Fehlverhalten in den Bereichen Ernährung und Gesundheit.

    Schluß: Es geht also um zwei Dinge: Wie beim Bergsteigen oder Autofahren das Risiko für den Schadenseintritt zu minimieren – durch moderne und sicherere Reaktortypen -, sich auf einen Schadenseintritt aktiv (Staat) und passiv (jeder für sich) vorzubereiten.

    UND: Das Restrisiko auszuhalten.

    Wer mehr Selbständigkeit der deutschen Politik will, geht ein viel höheres Risiko ein, als es am Schwanzende von EU und USA zu finden ist. Das kann nur dadurch kompensiert werden, daß man jedem der uns der Souveränität berauben will, klarmacht, daß es bei einem Konflikt auch er um die Existenz des (strukturellen) Aggressors geht. Für ein kleines Land wie Deutschland geht das nur über die glaubhafte Bereitschaft zur Selbstaufgabe, wenn es darauf ankommt.

    Lion Edler hat in der ef einen hervorragenden Artikel über die Grundkrankheit der westlichen Welt geschrieben: Die Verweiblichung, präziser die Entmännlichung. Bei jedem Thema wende ich mich dagegen – inherent.

    So auch hier: Wie weit wird man wohl politisch kommen, wenn man – bei aller Risikominimierung – nicht bereit ist, das Restrisiko zu tragen? Das gehört dazu, wie zu einer Münze die Rückseite zur Vorderseite gehört.

    Den Ängsten nicht nachzugeben – das nennt man Feigheit – und den Träumen von einer schönen Welt nicht mit deren Möglichkeit zu verwechseln – das nennt man Dummheit -, läßt uns in diametraler Gegenposition zu den Linken, gerade den Grünen, stehen: Und zwar exakt in dieser Frage.

    DAS ist Konservativ; alles andere nur Anhängsel.

  • @Meyer:

    Touché! Nur den Vergleich mit der Generation der Großväter, »die trotz Hoffnungslosigkeit noch in den letzten Tagen vor der sicheren Kapitulation kämpften«, finde ich einigermaßen daneben. Ich verstehe zwar Ihren Hintergedanken daran (glaube ich wenigstens), würde aber den Einsatz für den sichereren Betrieb von Kernkraftwerken (also etwas für das Wohl der Menschen) nicht vergleichen wollen mit der Verteidigung eines klar menschenfeindlichen Regimes. Das erleichtert nur die Agitation der Rotgrünen, daß jeder, der nicht die Kernkraft ungespitzt in Grund und Boden verdammt, »wie ein Nazi« argumentiert.

    @Manfred:

    Was das Entsorgungsproblem betrifft, bin ich durchaus auf Ihrer Seite. Ich glaube nur nicht, daß dies durch eine Verfemung der Kernkraft gelöst wäre! Es ist vielmehr eine Vogel-Strauß-Politik. Hier schreibe ich mehr dazu.

    Was Ihre wahlstragegischen Überlegungen betrifft, gebe ich Ihnen weitgehend recht. Nur: mit demselben Argument können Sie fast jeden Blödsinn, der unsere Gesellschaft derzeit ruiniert, als mehrheitsfähig argumentieren. Oder glauben Sie, es gäbe eines Zustimmung für einen Abbau des Sozialstaates, ein höheres Pensionsantrittsalter bei Pensionskürzungen, eine Deregulierung des Arbeitsmarktes? All das findet ähnlich »hohe« Zustimmungsraten wie Kernkraftwerke — und unsere Politik eiert herum und macht die Sache durch feig-opportunistische Wahltaktik nur von Jahr zu Jahr schlimmer.

    Um da herauszukommen, muß man eben einen Standpunkt vertreten, auch wenn er derzeit medial totgemacht wird. Und proaktiv (wie das jetzt so schön heißt) eine Beseitigung der Linksdominanz in den Medien angehen. Das ist das eigentliche Versäumnis, das ich den Konservativen und Libertär-Liberalen der letzten Jahrzehnte ankreide! Und gegen das ich — mit meinen, das ist mir bewußt, bescheidenen Mitteln — im Internet anschreibe …

  • @ Meyer: Volle Zustimmung!

    @ Manfred: Die Endlagerung ist nur deshalb ungelöst, weil von Rot/Grün die Suche nach einer Endlagermöglichkeit bzw. Wiederaufarbeitung gesetzlich verboten wurde! Und nicht nur diese, die Forschung in verschiedensten Bereichen welche Energiegewinnung betrifft ist hier in Deutschland verboten!

    Da liegt der Knackpunkt!

    Joseph Cruiser

  • Gestern erhielt ich ein Rundschreiben eines bekennenden Rechten, der jahrzehnte seitanseit mit den übelsten „Grünen“ gegen das KKW Krümmel kämpfte.
    Technik- und Fortschrittsfeindlichkeit ist keine exklusiv linke Sache.

    Ich habe den Verdacht, daß man – neben einer guten naturwissenschaftlichen Grundbildung – auch noch naturwissenschaftlich denken können muß, um Phänomene richtig einschätzen zu können. Dies gelingt scheinbar auch sonst hochintelligenten Gesteswissenschaftlern nicht immer.
    Zudem bedarf es einer gewissen geistigen Grundhaltung, der ‚virtus‘, um mit Risiken umgehen zu können – und für den Ernstfall Männer zu haben, die ins Feuer gehen, egal ob in Fukushima oder an den Thermpylen.

    Daß die Endlagerfrage nicht gelöst ist, ist keine schachliche, sondern eine politische Frage. Ideologen werden sich auch noch an Endlagern nahe dem Erdmittelpunkt stören.

    Ich empfehle daher zur Einstimmung dringend dieses Interview zur Kenntnis zu nehmen:
    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/exklusiv_bei_achgut_interview_mit_der_amerikanischen_gruenen_g_cravens/
    Hier gibt eine US-Grüne und ehmalige KKW-Gegenerin ihre Erfahrungen wieder.

    Welche Gefahren der Abbruch der Forschung und der Verzicht auf MODERNE Kerkraftnutzung bergen, kann man beispielsweise hier entnehmen: http://www.adew.eu (Buch anklicken)

    Das Buch macht zudem deutlich, daß DIE Energiefrage eine Kardinalfrage JEDER Existenz ist – ob als Einzeller oder als Staat. Im Altertum waren es Sklaven – heute ist es Energieautarkie, die über Macht oder Ohnmacht entscheiden.

  • Ob ich für oder gegen eine Technologie bin, hat nichts mit konservativ oder liberal zu tun, sondern mit der nüchternen Abwägung ihrer Vor- und Nachteile und ihrer Risiken.

    Ich bin kein Nukleartechniker, aber informiert. Bei nüchterner Abwägung dieser Technik, wäre ich für das Abschalten alter Reaktoren, das Verlängern der Laufzeiten neuerer Reaktoren, und vor allen Dingen für das weiterforschen.
    Mit dem Thoriumreaktor scheinen sich ganz neue Möglichkeiten aufzutun vor allen Dingen mit dem Atommüllproblem.

    Da die Deutschen in Mehrheit eine hysterische Angst vor Radioaktivität aufweisen, ist dies politisch nicht durchsetzbar. Der Fehler von Frau Merkel war, sich als Klimakanzlerin zu generieren und den CO2 Zertifikatshandel zu forcieren statt zu bremsen. So wird die Ersetzung der Kernkraft durch konventionelle Kraftwerke, die Elektrizität unnötig verteuern.(Zur Freude Frankreichs) Die sog. Erneurbaren Energien kannst man für eine sichere Stromversorgung erst mal vergessen.

    Eines aber sollte der deutsche Michel wissen. Er mag und kann aus der Kernkraft aussteigen, die anderen Nationen, insbesondere Frankreich werden es nicht tun, der Energiehunger der Welt ist zu groß. Noch eins sollte der deutsche Michel wissen: Ein Gau in Neckarwestheim würde weniger Menschemleben kosten als ein grosser elektrischer Blackout von mehr als einer Woche mitten im Winter. Auch sowas ist nie 100-prozentig auszuschließen.

    „German-Angst“, ja das ist es und vor lauter Angst setzen wir keine Kinder mehr in die Welt und schaffen uns ab.

  • Einen Ausstieg in Deutschland halte ich tatsächlich für vorstellbar. Aber wie 2,5 Milliarden Inder und Chinesen zuverlässig mit Strom versorgen?!

  • Hallo Manfred,

    ich bin zwar für Kernkraft, aber das Hauptargument bei der aktuellen Beurteilung ist ganz klar deine Aussage:

    „…die Zukunft unseres Landes … hängt von ganz anderen Themen ab; von Themen, die durch eine Atomdebatte nur an den Rand gedrängt werden können, von welcher Debatte obendrein die Linken profitieren. Es war eine Riesendummheit, das mit dem rotgrünen Atomkonsens längst beerdigte Thema “Kernenergie” mutwillig zu exhumieren, und von dieser Dummheit profitieren jetzt ausgerechnet die Grünen.“

    Denn die heute noch hochemotional kolportierte Frage der richtigen Energieart, könnte sehr bald für die indigenen Völker Europas nur noch eine Petitesse einer im Rückblick schönen, aber unwiederbringlich vergangenen Zeit sein.

  • Stimmt schon, man kann mit dem Risiko leben, und wenn es strategisch darauf ankäme, sollte man es auch. Andererseits, sehr langfristig gesehen, wäre es vielleicht besser unsere Uranvorräte nicht an diesem Punkt der Weltgeschichte aufzubrauchen, sondern damit zu warten, bis wir mit der Raumfahrt ernst machen. Nicht alles ist ersetzbar.

    Es stellt sich auch die Frage nach den Konsequenzen, wenn wir uns (nicht ganz so langfristig) weigern, den Energieverbrauch an den Zustrom von Energie seitens der Sonne anzupassen. Ich persönlich halte wenig vom Aufbau von Strukturen, welche so langfristig gar nicht bestehen können, sondern letztlich immer nur eine Vorbereitung auf einen (nicht selten durch ihn verursachten) Konflikt sind. Von der Art ist ja auch das Bevölkerungswachstum in Saudi-Arabien.

    Sollte die Fusion gelingen, kann man wohl davon ausgehen, daß der Brennstoff zu Zeiten des Bestehens der Erde nicht ausgeht. Dann kann man’s natürlich halten, wie’s einem gefällt. Allerdings stellt Hochtechnologie auch immer eine Form von Abhängigkeit dar. Letztlich ist es mir dann auch egal, ob ich innerhalb einer Nation gefesselt bin oder innerhalb einer internationalen Struktur. Erstrebenswert ist es allemal, daß bereits kleine Gemeinschaften ihre Lebensgrundlagen selber sicherstellen können, denn sonst ist es mit der Freiheit und dem freiheitlichen Geist zumeist nicht allzu weit hin, und Energie gehört natürlich dazu. Wie es mit dem Zusammenhalt in einem nationalsozialistischen Deutschland nach gewonnenem Krieg langfristig ausgesehen hätte, steht auch in den Sternen. Es ist ja nicht ganz unwahrscheinlich, daß die Situation ganz ähnlich wie in der Sowjetunion gewesen wäre, denn ein derartiger Organisationsgrad führt doch mit einiger Zwangsläufigkeit zum Ersticken des Zivillebens, zur Zeit noch in Nordkorea zu bewundern.

    Freilich, es gibt auch Minireaktoren für einzelne Dörfer (im wesentlichen U-Bootreaktoren), es ist also nicht ganz unwahrscheinlich, daß dereinst selbst Kernfusion von Wenigen betrieben können wird, falls sie überhaupt gelingt. Dann kann ich auch beim besten Willen keine Einwände mehr dagegen finden. (Wieder abgesehen vom Atommüll, aber wahrscheinlich fände man bis dahin auch eine Lösung dafür.)

    Waffentechnisch ließen sich mittlerweile wirksamere Waffen als Kernwaffen bauen, es sei denn man wollte irgendwelche Bunker knacken.

    Nun gut, in der konkreten Situation heute ist Atomkraft sicherlich ein Bestandteil deutscher wirtschaftlicher Potenz, welcher eine zentrale Rolle in Deutschlands geopolitischer Strategie zukommt. Aber ich finde durchaus, daß diese Strategie gerade auch deswegen, weil sie sich auf diesen Bereich beschränkt, verfehlt ist. Es ist dabei natürlich anzunehmen, daß dies keine freie Entscheidung Deutschlands ist. Nur, wenn man diese Einschränkung so hinnimmt, letztlich: „Wer wird schon was gegen seinen fleißigsten Arbeiter haben?“, kann man langfristig seine Identität nicht wahren.

    Deutschland heute ist noch nicht Frankreich, aber ich schätze, der Prozeß der Verbürgerlichung ist bereits unumkehrbar weit fortgeschritten. Es wird mehr und mehr erkennbar, wie deutsche Bürgerlichkeit aussieht, nämlich wie ein überdimensionaler Kindergarten. In Schweden ist es ja auch nicht viel anders.

    Letztlich ist dieser regressive Gesellschaftszustand natürlich ein Symptom tiefsitzender Inkompatibilität, aber ich denke nicht, daß er von innen her überwunden werden wird. Sollte der Zerfallsprozeß weiter fortschreiten, wird wahrscheinlich eine Rekatholisierung die Folge sein, doch erwarte ich aus der Richtung auch keine allgemeine Aufhebung sich dann bereits etabliert habender regressiver Verhältnisse. Punktuell ja, allgemein nein. Dabei müßte die Kirche das eigentlich schon anstreben, wenn sie so etwas wie ein historisches Bewußtsein hat. Es ist nur schwer vorstellbar, wie das dann noch funktionieren soll. Wahrscheinlich behält Spengler da Recht, es macht schon einen Unterschied, ob man glaubt, daß man etwas auf einem bestimmten Wege erreichen kann oder ob man glaubt, daß man auf anderen Wegen jedenfalls nichts erreichen kann.

  • „Atommüll hinterlässt Spuren über Tausende von Jahren.

    Ja, das gilt leider für Abfall wie aus Ihren älteren Meilern. Mit modernen Technologie („fast reactor technolgy“) wird der Brennstoff kontinuierlich recycelt. So lässt sich Uran und Plutonium viel effizienter nutzen, infolgedessen sinkt die Strahlung der Abfälle rapide. Abfälle aus „fast reactors“ müssen nicht 100.000 Jahre lagern, sondern 300. Dann strahlen sie nicht mehr als ein Felsbrocken.
    Sie reden über zukünftige Dinge?

    Nein, die Technik ist im Einsatz in den Vereinigten Staaten. Indien eröffnet gerade den ersten Reaktor dieser Art, China baut zwei.
    Das befreit uns nicht von dem Atommüll, den wir schon haben.

    Mit dieser Technologie lassen sich auch alte Brennstäbe aufbereiten, die dann wieder nutzbar wären.“

    http://www.faz.net/s/Rub469C43057F8C437CACC2DE9ED41B7950/Doc~EE253BFEB3C6D4B96905E3516D0C29D78~ATpl~Ecommon~Scontent.html

    Gerade durch Kernenergie und Neubau von Kernkraftwerken ließe sich also in Zunkunft das Problem der Endlagerung in den Griff bekommen!!!
    Gegen neue Kernkrftwerke zu sein, wegen des Abfallproblems hat schon fast was schizophrenes.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Generation_IV_International_Forum
    Deutschland ist natürlich nicht dabei, wenn es um Zukunft geht, aber das entspricht ja leider der sonstigen Politik in unserem Land.

  • Ich möchte betonen, daß ich meinen Kommentar schrieb, ohne den Artikel von Axel Lieber, Warum ich in Japan bleibe, bei ef gelesen habe. Das habe ich gerade getan.

    Sehr lesenwert, nicht nur wegen der Ähnlichkeit in den Risiko-Vergleichen: http://www.ef-magazin.de/2011/03/20/2918-kommentar-aus-japan-warum-ich-in-tokio-bleibe

  • Eine zielführende Diskussion zur Technik kann bei einem so komplexen Thema eigentlich nur von Fachleuten geführt werden. Zum Thema Entsorgung der Brennelemente möchte ich deshalb auf den Beitrag hier verweisen:

    http://www.eike-klima-energie.eu/news-anzeige/renaissance-der-kernenergie-ii-die-loesung-des-entsorgungsproblems/?tx_ttnewspS=1292951679

    Wenn es um das Beherrschen der Risiken geht, sind sicher auch Diskussionen von Außenstehenden sinnvoll. Meine Auffassung dazu ist, dass die Probleme meistens an der Schnittstelle Ökonomie/Technik beginnen. Konkret immer dann, wenn Kaufleute und Controller bei Projektierung, Bau und/oder Betrieb einer Technikanwendung Gewinnmaximierung betreiben.

    Unterbleibt z.B. das Fortschreiben der Sicherheitsregeln mit neuen Erkenntnissen in Natur- und Technikwissenschaften und verlässt man sich auf überalterte Vorschriften, sind die nächsten Probleme vorprogrammiert. Ob es bei der Bahn die Radreifen sind, die Notstromaggregate für KKW oder die Weiterbildung des Personals, jede Nachlässigkeit kann verhängnisvolle Folgen haben.

    Gerade Japan als lange gerühmtes Vorbild für die Systematisierung der Qualitätssicherung ist offenbar auch nicht immun gegen die ökonomischen Zwänge gewesen. Kindlicher Vorschlag: Stellt neben jeden Reaktor einen erdbebensicheren Wasser-Hochbehälter für die Kühlung, baut Pumpen, Notstromaggregate und die Steuerung auf erdbebensichere Fundamente und überdacht sie mit einem Stahlbeton- Halbzylinder gegen Tsunami – Einwirkung….

  • @Dietmar, Schäl. Arte hat vor Jahren schon einen Beitrag über die Transmutation gebracht, hat irgendein Franzose in der Schweiz entwickelt, wenn ich mich recht entsinne. Er hatte sich da noch beschwert, daß ihm Amerikaner etc. mit Mißtrauen begegnen würden, wenngleich sie seine Forschungsergebnisse sofort beschlagnahmt hätten.

    Aber bei aller Euphorie: Die Erdbevölkerung wird nur dann weiter wachsen, wenn genug Energie produziert wird, sonst nicht. Und es stellt sich schon die Frage, wie erstrebenswert das ist. Luc Besson hat wahrscheinlich ein ganz gutes Bild davon gegeben, wie’s hier bald aussehen würde, wenn Energie unbeschränkt zur Verfügung gestellt wird („Das fünfte Element“). Und was heißt dann, daß Kernkraft für tausende von Jahren reichen wird?

    Ressourcen werden üblicherweise exponentiell ausgebeutet und nicht linear. Da würden aus ein paar tausend Jahren ganz schnell mal ein paar hundert Jahre, und am Ende stünde eine Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes.

  • „Kindlicher Vorschlag: Stellt neben jeden Reaktor einen erdbebensicheren Wasser-Hochbehälter für die Kühlung, baut Pumpen, …“

    Noch kindlicherer Vorschlag: Jeder, der einen gutdotierten Posten in der Nukleartechnik innehaben will, muß mit seiner Familie in der Nähe der von ihm verantworteten Reaktoren leben.

  • @ Alle:

    Ich hoffe, Ihr versteht es nicht falsch, dass ich auf Eure bedenkenswerten Kommentare nicht mit der gebotenen Ausführlichkeit antworte. Es ist nicht etwa so, dass ich sie einer Antwort nicht für wert befände, ich habe nur ganz einfach im Moment keine Zeit dazu. Pardon.

  • Ich denke folgendes Schaubild ist dem Verständnis der Thematik sehr zuträglich:

    http://xkcd.com/radiation/

  • Die meisten Kommentare, im Wesentlichen die kernenergiekritischen, wohl auch der Artikel von Manfred selbst, sind aus einer objektivistischen „Sicht“ geschrieben. Schön.

    Ja. Es wäre besser, die Menschheit würde sich mit Holzspeeren bekriegen, als mit einer Rafale versus MiG21 über Bengasi. Ja, es wäre auch schöner, unser Mehl würde von Wind- und Wassermühlen gemahlen. Wäre es wirklich.

    Aber so ist es nicht, so war es nie. Gewonnen hat der, mit dem ersten Bogen, mit dem härterem Schwert, der mit der ersten Dampfmühle oder dem Schoner gegen den Vollsegler. Die Kanone mit gezogenem Rohr gegen die in Fässern gegossenen. Die Zündnadelgewehre der Preußen gegen die Österreicher, Lance Armstrong gegen Jan Ulrich.

    Wenn wir Deutschen auf Atomkraft verzichten, lachen sich die Grünen und die Franzosen, die Polen, die Tschechen, die Dänen, die Briten – wen vergessen? – ins Fäustchen. Und zwar zu recht.

    Deswegen kommt das überhaupt nicht in Frage. Ob die Technik 100% sicher ist oder die Kerntechniker in der Nähe ihrer Wirkungsstätte wohnen, oder oder oder. Das sind nur linke Angstreflexe. Langweilig.

    Bitte nicht mißverstehen: Ich finde das bestens, denn dieser Planet, so wie er ist, ist nicht die Welt der Ängstlichen und Bedenkenträger. Und so langsam beginne ich einzusehen, daß selbst meine recht realistische Art Politik zu sehen, immer noch saumäßig naiv ist. Ich dachte immer, die „Discorsi“ gewinnen gegen den „Principe“.
    Auf Staatssysteme oder Kollektive angewendet: Ja. – Aber auch auf Individuen angewendet?

  • Ganz unabhängig von meiner eigenen Meinung zum Thema Kernenergie:
    Sich jetzt an dieser aktuellen Diskussion überhaupt zu beteiligen, ist bereits der Fehler. Wie ich es nämlich auf zwei anderen Blogs bezüglich der Japan-Berichterstattung in Deutschland schon angemerkt habe:

    Es ist nicht nur der widerliche Zynismus der Qualitätsmedien. Nein, das tagelange Nichtaufrufen zu Spenden grenzt an unterlassene Hilfeleistung.

    (Als ob den Tsunamiopfern jetzt staatliche Millionen geschenkt und Häuser hingestellt würden!)

  • Vielleicht sind Sie wirklich zu naiv, Meyer.

    Sehen Sie, wenn Sie Recht haben, mit Ihrer Sicht der Dinge, daß Kriege geführt und gewonnen werden, sobald technischer Fortschritt es erlaubt, dann wird es schon sehr bald Krieg geben, wahrscheinlich mit über 5 Milliarden Toten.

    Das Interesse der derzeit Herrschenden ist hingegen die wirtschaftliche Ausbeutung. Nun, das ist es auch immer. Folgerichtig kommt es im Umgang mit ihnen darauf an klarzumachen, daß man selbst in der Lage ist, die gegenwärtige Situation zu verschlechtern. Wenn sich ein Konflikt nicht rechnet, lassen sie einen in Ruhe. Anders können Sie einen Kampf nicht führen, es sei denn, daß Sie selbst derjenige sind, welcher auf Grund technischen Fortschritts in der Lage ist, ganze Kontinente zu entvölkern.

  • Ausstieg aus der Kernenergie: Gut und schön! Was meines Erachtens versäumt wurde, ist,
    innerhalb der vorgesehenen Fristen akzeptable Alternativen hierzu zu entwickeln. Was nützt der Ausstieg, wenn wir im Anschluss daran gezwungen sind, Strom aus dem Ausland zu importieren, der sicherlich teurer sein wird als der im eigenen Land produzierte und außerdem zum größten Teil auch wiederum aus Atomkraftwerken stammen würde? Selbst wenn die ganze Republik mit Windkrafträdern übersät wäre (mal ehrlich: wer will das schon?),
    es würde unseren Bedarf nicht decken! Und was Kohlekraftwerke betrifft, dazu brauche ich wohl weiter nichts zu sagen! Und wenn Deutschland im Alleingang einen Sonderweg geht, wären wir dadurch sicherer? Von einer Katastrophe in einem französischen Kernkraftwerk wären wir mit einiger Sicherheit genau so betroffen! Man ist wohl allen Ernstes der Meinung „Am deutschen Wesen soll die Welt genesen!“
    Ein Ausstieg aus der Kernenergie macht nur dann Sinn, wenn zumindest Europa gemeinsam an einem Strang zieht und gleichzeitig mit Ausdauer daran arbeitet, sinnvolle Alternativen (welche auch immer das sein mögen) zu entwickeln. Wenn dieses Ziel erreicht ist, mag man die Atomkraftwerke abschalten.

  • Zum Glück haben die Leute gesiegt, die trotz der vielen schrecklichen Unfälle mit explodierenden Dampfkesseln, die Dampfkraft so weit vorangetrieben haben, daß es möglich war, Eisenbahnen zu bauen und Schiffe, die unabhängig vom Wind fahren konnten. Zum Glück haben die Leute die Oberhand behalten, die trotz andauernder Ballon- und Aeroplanabstürze dafür sorgten, daß eine Reise nach Amerika nur wenige Stunden dauert. Zum Glück haben sich, trotz der tödlichen Unfälle mit elektrischem Strom die durchgesetzt, die dafür gesorgt haben, daß der PC läuft, auf dem der geschätzte Blogwart seine Meinung niederschreibt. Kernenergie geht nicht? Fragt Euch mal, was passiert wenn der Strom ausbleibt. Über Stunden, Tage und Wochen.

  • Baltasar Gracian:

    Die Narren ertragen können. Stets sind die Weisen ungeduldig: denn wer sein Wissen vermehrt, vermehrt seine Ungeduld. Große Einsicht ist schwer zu befriedigen. Die erste Lebensregel, nach Epiktet, ist das Ertragenkönnen, worauf er die Hälfte der Weisheit zurückführt. *) Müssen nun alle Arten von Narrheit ertragen werden, so wird es großer Geduld bedürfen. Oft haben wir am meisten von denen zu erdulden, von welchen wir am meisten abhängen: eine dienliche Uebung der Selbstüberwindung. Aus der Geduld geht der unschätzbare Frieden hervor, welcher das Glück der Welt ist. Wer aber zum Dulden kein Gemüth hat, ziehe sich zurück in sich selbst, wenn er anders auch nur sich selbst wird ertragen können.

    *) Anexesqai kai apexesqai.

    „Hand-Orakel No. 159“

  • Es geht in erster Linie um den Preis. Muß man bei der Kernkraft sparen, um im Gesundheitswesen auf geradezu selbstzerstörerische Weise das Geld aus dem Fenster zu werfen?

    Wer nicht „objektivistisch“ denkt, hat kein Mandat zu herrschen.

  • Ein kleiner Ausblick auf die Nutzung der Kernenergie im Jahr 2111:

    Ein struppiger Esel läuft den ganzen Tag im Kreis, um die Kürbiskernmühle der örtlichen sozialistischen-Volxküche anzutreiben. Kommentar von Dorfvorsteher Abdülhamid-al-Hadji-al-Westfalistani Horstkötter-Piepenbrink: „Japan vill gutt – gebbe Entwicklungshilfe: Esel.“

    Nagut, war mal wieder ein blöder Scherz aus dem Rheinland. Ja, die Nutzung der Kernenergie gehört sicher nochmals überprüft…. aber vielleicht doch erst, wenn die aktuelle Situation in Japan einigermassen überschaubar ist und verwertbare Erkenntnisse aus dem Reaktorunglück vorliegen?

    Aber wir Deutschen wissens ja wieder mal bessaa..

  • Sehr geehrte(r) Meyer,
    Glückwunsch zu ihren Ausführungen. Vor allem zum ersten Beitrag innerhalb des Kommentarteils.
    Obwohl ich den „Castor“ Komplex nicht zu verstehen vermag, bin ich mir auch unsicher ob und wie Atom“schrott“ gelagert oder recycelt werden sollte. Obwohl ich die Unsicherheit zwecks „Atomstrom“ verstehe bin ich uneins mit dem pauschalierten Aus für Atom – denn die Vorteile überwiegen (noch).

    Solange man nicht andere alternative Ideen aufgreift – sei es Benzin aus der Sonne, Wasserkraft auch entgegen der Flussrichtung oder Energie aus der Luft mit der Übertragung über dies und Speicherung in dieser – solange man also politisch gewollt, nicht alle alternativen Möglichkeiten nutzt, muss der Atomstrom herhalten, als sauberer, ungefährlichster und preiswertester Strom.

    Um es einfach zu sagen:
    Nehmt den Atomstromgegnern für 4 Wochen den „bösen“ Strom weg – und dann unterhalten wir uns wieder.

    Es ist schon eine Leistung der Medien und der Poltik die „paar“ Opfer in Japan hochzupuschen, welche durch die fehlgeleitete Energie starben – und man darüber die Tsunami- und Bebenopfer vergisst.

    Auch ich hatte im PruzzenBlog meine Energieideen bzw Meinungen veröffentlicht – und schwimme meist im Nebenbach – statt mit dem Strom. Doch das schöne ist, dass man weniger Ufermauern hat – um eben auch auf das Land zu schauen. Deshalb, verehrter Manfred, bin ich etwas ent – täuscht von Ihnen, dass Sie auf dieses Pferd aufsatteln, statt das Endergebnis der Katastrophe abzuwarten oder zu „errechnen“. Das vorhersehen, vorwegrechnen, können Sie doch sonst so gut, warum nur gingen Ihnen hier diese Pferde durch? Meine Hoffnung liegt darin, dass Sie dies nicht wegen Klicks oder Wellenreiterei taten, sondern auf eine sachliche Diskussion hofften, da sie nicht felsenfest hinter ihren obigen Ausführungen stehen.

    Mit besten Wünschen für Sie – und ihren Lesern

  • (Und ich bin sicher, dass sie das ganz anders sehen würden, wenn sie in Fukushima wohnten.)

    Argumente dieser Art habe ich schon oft gehört, aber Sie irren sich.

    Ein Vergleich: Flugzeuge sind um einiges sicherer als Bodenfahrzeuge. Das ändert sich auch nicht daran, dass wenn ein Flugzeug abstürzt man am liebsten nicht an Bord seien möchte. Deswegen aber nun jedem zu Raten, man solle aus Auto und Zug umsteigen, um Strecken zurück zu legen, die man vorher geflogen wäre, wäre fatal:

    Nach 9/11 haben viele aus Angst Flugzeuge gemieden und sind auf andere Verkehrsmittel umgestiegen. Untersuchungen zeigen: Dadurch sind unter dem Strich wahrscheinlich mehr Menschen gestorben, als wenn diese weiterhin geflogen wären.

    In sofern ist eine entsprechende Empfehlung zwar emotional Nachvollziehbar, insbesondere wenn sie von Ungklückopfern kommt, deswegen aber noch lange keine gute Empfehlung, sondern rational betrachtet eine eine kontraproduktive Empfehlung.

  • Nochmal in aller Kürze: Ich spreche nicht von Energiepolitik. Es interessiert mich nicht, mit welchen Mitteln wir Wasser zum Kochen bringen (denn um nichts anderes geht es hier). Ich kann auch nicht erkennen, dass es für Deutschland in Konkurrenz mit anderen Staaten einen wie auch immer gearteten Vorteil brächte, auf Kernenergie zu setzen, statt zum Beispiel auf Steinkohle, von der wir so viel haben, dass wir uns damit autark machen könnten. Freilich nur, wenn wir bereit sind, dafür auch den finanziellen Preis zu bezahlen.

    Die Argumente des Kalibers „Viel Feind, viel Ehr“ (also: Wenn wir aus der Kernenergie ausstiegen, müssten wir auch jeden anderen linken Unfug mitmachen) sind, pardon, unpolitisch. Es geht darum, sich nicht an einer Front zu verkämpfen, an der es nichts zu gewinnen gibt, weil man das Volksempfinden gegen sich hat, während die Anderen es auf ihrer Seite haben. (Oder warum wohl ziehen die Linken immer wieder das Atomthema hoch? Etwa aus Interesse an Energiepolitik? Höhö!)

    Im Übrigen scheinen mir die Argumente, die, gestützt auf mehr oder weniger technischen Sachverstand, das Misstrauen vieler Deutscher gegen Kernenergie als irrationalen Aberglauben abtun wollen, von demselben Geist gespeist, aus dem heraus Multikultiideologen das nämliche Misstrauen gegen Masseneinwanderung als „dumpfes Ressentiment“ des „Stammtisches“ respektive „Bodensatzes“ geißeln. Ich glaube, dass diese Arroganz hier sowenig berechtigt ist wie dort, und es scheint mir bezeichnend, dass die Nation, die ihren Strom zu 70 oder 80 Prozent aus Kernenergie gewinnt, dieselbe ist, die 10 oder 15 Prozent moslemischen Bevölkerungsanteil hat und immer noch nicht genug davon bekommen kann; Technokraten wissen eben immer alles besser. Nicht minder bezeichnend scheint mir, dass der oben erwähnte Lion Edler die Islamisierung in einem Atemzug mit der Atomenergie auf der Liste der Dinge führt, vor der man sich vernünftigerweise nicht zu fürchten brauche.

  • Ich gehe davon aus, daß radioaktive Strahlung mutagen ist. Ist das Genom verloren, war´s das. Ich wehre mich gegen den Völkermord durch Überwanderung, und ich wehre mich gegen Völkermord durch Zerstörung des Genoms.

    Da es keine 100%ige Sicherheit gibt, wird es bei der KK-Nutzung immer zu Unfällen kommen (Logistik, Betrieb, äußere Ereignisse), durch welche mutagene radioaktive Strahlung freigesetzt wird. Das ist unakzeptabel.

    Bez. Risiken gibt es 2 unterschiedliche Aspekte zu beachten: die Eintrittswahrscheinlichkeit, und die Schadensgröße. Es ist mir völlig egal, wie klein das Risiko eines GAUs ist: die Schadensgröße ist dass Aussterben meines Volkes. Projekt verworfen.

    Der Gedanke, Endlagerungen zu planen, welche eine Fortexistenz unserer jetzigen Zivilisation für ihre Sicherheit zur Voraussetzung hat, ist absurd. Ich schätze die Wahrscheinlichkeit, daß unsere Zivilisation nicht in dieser Form an diesem Ort fortbesteht + die Wahrscheinlichkeit daß es zu Problemen in Endlagern kommt als praktisch 1 ein. Folge Aussterben des Lebens durch mutagene Strahlung, Projekt verworfen.

    Das sind die Voraussetzungen, von denen ich ausgehe. Ich kenne mich nicht im Detail aus, welche radioaktiven Stoffe bei welchen Reaktortypen entstehen. Mein wesentlicher Aspekt ist, daß ein Risko der irreversiblen Schädigung des Genoms inakzeptabel ist. Daß dieses Risiko besteht, unterstelle ich. Ich lasse mich gerne widerlegen.

    Ich glaube, daß, wenn die gleichen Geldsummen, die für Forschung, Entwicklung, Bau und Betrieb von KKW aufgewendet wurden, für alternative Energien aufgewendet würden, damit mindestens das gleiche Ergebnis bez. Energiegewinnung erreicht werden würde. Die unendlichen EnergieeinstrahluNgen der Sonne auf die Erde sollten nicht ausreichen für unsere Energieversorgung? Und so sehr ich die Grünen (in Wahrheit: Subversiv-Destruktive) verabscheue: aber die Idee, jeder Haushalt halte eben Akku-Kapazität vor, scheint mir eine mögliche Lösung des Verfügbarkeitsproblems alternativer Energien zu sein, und sogar eine elegante, welche Dezentralität nutzt.

    Ich gehe davon aus, daß zivile Atomenergienutzung fast ausschließlich betrieben wird, um die Infrastruktur für militärische Kernindustrie zu haben. Das könnte sehr wohl der Grund dafür sein, warum Länder wie Indien und China und viele weitere daran interessiert sind.
    Der Besitz von Atomwaffen mag aus militärischen Gründen unverzichtbar sein. Es kann aber nichts schaden, diesen möglicherweise Haupt- wenn nicht gar einzigen Grund für die zivile KK-Nutzung zu benennen.
    Auch hier: ich lasse mich gerne widerlegen.

    Der Gedanke, in der Ablehnung unakzeptabel riskanter technischer Projekte drücke sich Technikfeindlichkeit oder Irrationalität aus, ist absurd. Es drückt sich darin Rationalität aus, und in der Provozierung unnötiger Risiken für die Gesundheit (für die simple biologische physische Fortexistenz meines Volkes) drückt sich Irrationalität aus.
    Ich bedaure es sehr, daß ich in dieser Frage die Seite mit Grünen u.ä. teilen muß. Aber jemand schrieb mal, die alte Kampfkraft des Volkes zeigt sich, wenn schon nicht in der Abwehr der Invasoren, so doch vielleicht im Kampf gegen Castor-Transporte. Vielleicht ist dieses Beharren auf die Bewahrung unserer natürlichen Lebensgrundlagen, der Kampf darum, sein Genom nicht zur Disposition zu stellen, Ausdruck echten Selbstbehauptungswillens. Das ist jedenfalls meine Motivation, für Grüne kann ich nicht sprechen.

  • Ein Super-Duper-Gau ist nichts dagegen, wenn hier einmal der Strom über Wochen hinweg ausfällt. Die Industrie stünde still, was ja nichts macht, das Geld kommt ja vom Staat. Die Wasserversorgung wäre im Arsch – macht nichts, früher gab es Ziehbrunnen und die Leute haben auf die Straße gekackt. Die Versorgung allgemein wäre vorüber – egal, der Stärkste setzte sich wieder durch und Lebensmittel wachsen in den Regalen nach. Und an den Tankstellen würde von Hand gepumpt. Nur die Autos würden immer weniger, denn Reparaturwerkstätten ohne Strom und an den komplexen Motoren?

    Wenn dann die Kernkraftwerke beseitigt sind und die Kohlekraftwerke wieder rauchen, falls Menschenketten es nicht verhindern, wird es gewiss genügend Gesundheitsgefahren geben, die eine sofortige Abschaltung derselben unumgänglich machen. Wir haben uns selbst verwundbar gemacht aber niemand konnte ahnen, daß das Volk der Ingenieure und Erfinder derartig degenerieren würde, völlig ohne radioaktive Strahlung.

  • Richtig Karl Eduard,
    schwach sind wir geworden oder besser gemacht worden.
    Aber das einzige was seid tausenden von Jahren zählt, ist Stärke.
    Auf Counterjihad ist dazu ein wunderbarer Artikel:

    Aber so würdig und bewundernswert unsere Rasse nach unseren Maßstäben auch sein mag, so muß doch zugegeben werden, daß es einen höheren Maßstab gibt. Es ist der einzige objektive Maßstab. Es ist der Maßstab der Natur. Wie einer der größten Geister dieses Jahrhunderts, Dr. Revilo Oliver, in seinem Buch „America’s Decline“ feststellte:

    „Das einzige objektive Kriterium der Überlegenheit, unter menschlichen Rassen wie unter allen anderen Spezies, ist biologisch: die Starken überleben, die Schwachen gehen zugrunde. Die überlegene Rasse der Menschheit von heute ist diejenige, die siegreich – ob durch ihre Technologie oder durch ihre Fruchtbarkeit – aus dem kurz bevorstehenden Kampf ums Leben auf einem überfüllten Planeten hervorgeht.“

    http://fjordman.wordpress.com/2011/03/22/ist-die-weise-rasse-unterlegen/

    Ich höre die Gumis schon heulen, das ist Rassimus pur, das ist Naziideologie.

    Ja, nach deren Definition vieleicht, ich sage aber, das ist Überlebenskampf, wie er schon immer auf Erden stattfand!

    Und wir sind dabei, ihn zu verlieren!

  • @Karl Eduard. Das deutsche Volk ist offenbar bereit, die Probleme, welche sich aus der Verkleinerung seines Lebensraumes ergeben haben, langfristig durch Bevölkerungsrückgang zu lösen. Was gibt es daran auszusetzen? Bzw., was gäbe es daran auszusetzen, wenn nicht gleichzeitig Immigration erfolgen würde?

    @rauchmelder. Das ist weder so noch so. Menschen haben bestimmte Ideale und bewerten andere Menschen nach diesen. Sehr selten haben Menschen versucht einen Gegner auszurotten, welchen sie für vorbildlich hielten.

    Letztlich hat es den Mongolen imponiert, daß ihnen bei Wahlstatt bis zum letzten Mann Widerstand geleistet wurde. Hätten Sie’s drauf angelegt alle anderen auszurotten, wäre die Geschichte anders gelaufen.

  • Lieber „Fremder…“,
    ich habe ehrlich gesagt von Ihrem letzten Kommentar nichts verstanden.
    Hat er auch eine Aussage oder hatten Sie einfach nur Langeweile?

  • Welchen Teil hätten Sie denn gern erklärt?

    Da Sie’s mir nicht gesagt haben, nehme ich mal den zweiten.

    Nun, die Aussage ist, daß der RFSS mit seiner Haltung, das beste Blut fremder Völker möglichst schnell zu vergießen, damit es den eigenen Nachfahren nicht irgendwann einmal Probleme macht, eine historische Ausnahme bildet.

    Im Regelfall, und da gehören die Kolonialisierung Nordamerikas und Australiens auch dazu, bedeutet Selektion unter Menschen schlicht, auf ungeeignete Mitbürger keine Rücksicht zu nehmen.

    Es gibt also keinen Grund zur Panik, nur weil man militärisch keine Weltmacht ist.

  • um mal wieder zum Thema zurückzukommen, so ganz verstrahlt sind unsere MSM wohl doch noch nicht:

    http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article12930698/Deutsche-in-Japan-fuehlen-sich-verhoehnt.html

  • Und was, wenn durch Kohle mehr Menschen sterben? Es geht hier nicht um Verharmlosung der Kernenergie und ihrer Risiken, sonden umgekehrt, das die Risiken andere Stromerzeugungsmethoden häufig unterschätzt werden, im Verlgeich zur Kernenergie.

    Es sterben mehr Menschen pro erzeugten Strom an Kohlekraft als an Kernkraft und zwar deutlich! Und das ganz ohne Klimawandel, der ist in diese Bewertung nämlich nicht Berücksichtigt.

    Der Vergleich mit Multikultiideologie hinkt übrigens:

    Energieerzeugung ist ein technisches, naturwissenschaftliches Thema.
    An den Gesellschafts- und Sozialwissenschaften ist die Gesellschaft natürlich viel näher dran und erfasst wahrscheinlich vieles instiktiv besser, als jemand der die Gesellschaft aus einem Elfenbeinturm betrachtet. Bei Naturgesetzen bin ich mir da nicht so sicher…

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