Non veni pacem mittere sed gladium. (Mt 10,34)
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Gerhard Wisnewskis Fähigkeit, Bezüge zwischen Allem und Jedem herzustellen, ist legendär – damit einhergehend leider auch seine Fähigkeit, sich lächerlich zu machen. Was hat der Tod von Kirsten Heisig mit der Globalstrategie des Pentagon zu tun? Sehr viel, folgt man Herrn Wisnewski:

Er stellt fest, das Kirsten Heisig vorhatte, sich für „Die Freiheit“ zu engagieren, und nimmt dies zum Anlass, diese Partei unter die Lupe – oder vielmehr aufs Korn – zu nehmen:

Wozu man die kompetente Jugendrichterin benutzen wollte, wird bei weiterem Stöbern auf der Website der Partei »Die Freiheit« auch schnell klar: »Zusammen mit anderen islamkritischen Parteien aus ganz Europa« habe man am 7. Dezember 2010 in Israel die »Jerusalemer Erklärung« abgegeben. In diesem Text wird denn auch die Katze aus dem Sack gelassen. Von Israel aus formuliert »Die Freiheit« gemeinsam mit der österreichischen FPÖ, der belgischen Vlaams Belang und den Schwedendemokraten die eigentliche Stoßrichtung. Man sieht sich als ideologische Speerspitze gegen den Islam:

»Nachdem die totalitären Systeme des 20. Jahrhunderts überwunden wurden, sieht sich die Menschheit gegenwärtig einer neuen weltweiten totalitären Bedrohung ausgesetzt: dem fundamentalistischen Islam.«

(…)

Ganz anders Israel, von wo aus diese »Jerusalemer Erklärung« abgegeben wurde. Israel sei die »einzige wirkliche Demokratie im Nahen Osten«.  (…)

Damit konzipiert sich »Die Freiheit« als Kampfpartei in der Auseinandersetzung zwischen Israel und dem Islam, insbesondere vermutlich mit dem Iran – wofür nun deutsche Wähler eingespannt werden sollen. Denn der Iran steht nun mal definitiv auf der westlichen und israelischen Speisekarte.

So ist es denn auch kein Zufall, dass bei der Gründungsversammlung als einziger »Journalist« ausgerechnet der berüchtigte Islamkritiker und Pentagon-Mitarbeiter Daniel Pipes zugelassen war.

(…)

Pipes ist ein militärischer Propagandastratege und wichtiger Scharfmacher im Konzept des »Kampfes der Kulturen«. Pipes ist nicht nur Direktor des Middle East Forum und Kolumnist der Jerusalem Post, sondern er lehrte laut eigener Website auch an der Kriegsakademie der US Navy, dem US Naval War College. Außerdem war er »in verschiedenen Funktionen im Außen- und Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten« tätig. So sei er auch Mitglied der Special Task Force on Terrorism and Technology des Pentagon.

(…)

Und natürlich ist die ständige islamfeindliche Propaganda Teil der Kriegsvorbereitungen, zurzeit namentlich gegen den Iran. Pipes lobt »Die Freiheit« als »eine politische Partei, die der Islamisierung Widerstand leistet und Israel unterstützt«. Die Partei spreche »freimütig über den Islam, Islamismus, islamisches Gesetz und Islamisierung«, freut sich der Pentagon-Mitarbeiter. Schließlich liege »Deutschland deutlich hinter den meisten europäischen Ländern mit großer muslimischer Bevölkerung zurück, was das Hervorbringen einer Partei angeht, die sich gegen die Islamisierung stemmt«. Außerdem, so Pipes, gebe »Die Freiheit« Israel »robuste Unterstützung« und sei »als massenkompatibel« konzipiert worden. (…)  »Massenkompatibel« heißt: Die Partei soll auf der Welle des allgemeinen Unmuts über die Migranten-Probleme schwimmen und möglichst viele Deutsche für die Sache Israels und des Pentagons ins Boot holen.

Da fragt man sich natürlich: Was hatte Kirsten Heisig in dieser Partei zu suchen? (…)

Sagt Stadtkewitz über Heisigs angeblich geplante Rolle überhaupt die Wahrheit? Oder hatte Heisig vielleicht auch Probleme mit den merkwürdigen Hintergründen der angehenden Partei? Schließlich entsteht hier der Eindruck, dass Heisig für die Kriegspropaganda der Vereinigten Staaten eingespannt werden sollte. Ob sie da etwa nicht mitziehen wollte, ist natürlich reine Spekulation. Und dass sie etwa deswegen sterben musste, erst recht. Sicher ist nur, dass die Gründung dieser Partei damit bereits von einem mysteriösen Todesfall überschattet wird …

(Quelle: Kopp-Info)

Die drei Punkte am Schluss sind nicht etwa ein Auslassungszeichen, sondern Teil des Originaltextes. Wenn ich einen Preis für den schäbigsten Rufmord aller Zeiten zu vergeben hätte, wäre Wisnewski, dieses letzten Absatzes wegen, ein heißer Kandidat.

Man könnte das alles als das durchgeknallte Geschreibsel eines Wichtigtuers abtun, der in Verdächtigungen schwelgt, wo es ihm an Fakten fehlt, weil er darauf vertrauen kann, stets genug Dumme zu finden, die so etwas lesen wollen. (Dahin haben es die etablierten Medien nämlich gebracht, dass Teile des Volkes auch noch den größten Stuss glauben, wenn er nur nicht bei ihnen geschrieben steht.)

Aus islamkritischer Perspektive ist das Ganze leider nicht so einfach ad acta zu legen: Wisnewski versucht hier eine Theorie unter die Leute zu bringen, die bisher allenfalls in der Neonaziszene ihre Anhänger hatte, nun aber mehr oder minder prominente Fürsprecher diesseits jenes Spektrums gefunden hat – Leute wie Jürgen Elsässer („compact“), das Magazin „Zuerst!“ und nun eben Wisnewski:

Sie stellen fest, dass die meisten Islamkritiker pro-israelisch sind. Dies liegt in der Natur der Sache: Wer sich mit dem Islam auseinandersetzt, weiß, dass Israel keine Chance hat, von seiner muslimischen Umwelt akzeptiert zu werden, und zwar ganz unabhängig davon, was es tut oder lässt – das von den meisten Muslimen tief verinnerlichte islamische Recht lässt dies einfach nicht zu. Dementsprechend hütet er sich, Israel eine Politik der Nachgiebigkeit oder gar des Appeasement zu empfehlen.

Für Wisnewski und seine Gesinnungsfreunde freilich ist bereits allein die Tatsache, dass sie zu solchen Schlussfolgerungen führt, Grund genug, die ganze Islamkritik zu verwerfen. Mehr noch: Aus ihrer Sicht kann sie, eben weil sie zu solchen Schlussfolgerungen führt, nur von Israel gelenkt, gewollt und gesteuert sein.

Es liegt auf der Hand, dass einer solchen Theorie eine buchstäblich fixe Idee zugrundeliegt: ein Axiom, das nicht hinterfragt wird, aus der seine Anhänger aber munter ihre Schlussfolgerungen ziehen. Wenn die Wirklichkeit nicht zu diesen Schlussfolgerungen passt: umso schlimmer für die Wirklichkeit!

Dass Israel sich jahrelang standhaft geweigert hat, islamkritische Bewegungen in irgendeiner Form zu ermutigen; ja, dass sogar israelische Regierungsstellen sich an der Verleumdung von Islamkritik als angeblichem Äquivalent zum Antisemitismus beteiligt haben; dass Israel sich für die paranoide Politik der jüdischen Diaspora hat einspannen lassen – vergangen, vergessen und nicht weiter erklärungsbedürftig.

Denn nun hat sich diese Politik ja geändert: Israelische Parteien haben Kontakt mit Islamkritikern aufgenommen, wenn auch nicht mit solchen der konservativen Richtung (zur „Jerusalemer Erklärung“ habe ich das Nötige bereits gesagt). Wie schön für Herrn Wisnewski und seine Freunde. Und wieder kommt man nicht auf die Idee, dass hier irgendetwas erklärungsbedürftig wäre: Es ist ja schon alles erklärt. Na klar, Israel braucht die „Freiheit“ und die Schwedendemokraten, um den Iran angreifen zu können!

In welcher Welt leben diese Leute eigentlich? Glauben sie ernsthaft, dass Israel in einer Frage der nationalen Sicherheit irgendein europäisches Land um eine Erlaubnis oder Zustimmung bitten wird, von der es genau weiß, dass es sie nicht bekommen wird, und zwar ganz unabhängig von der Stärke oder Schwäche islamkritischer Parteien, einfach wegen des hier vorherrschenden Vulgärpazifismus?

Auch hier ist es wieder eine fixe Idee, diesmal die vom israelischen „Expansionismus“, deren Konsequenzen, ungeachtet ihrer schreienden Absurdität, als „politische Analyse“ verkauft werden. Allein die Formulierung von der „israelischen Speisekarte“, auf der der Iran angeblich steht, spricht Bände. Wisnewski glaubt also, dass Israel sich den Iran einverleiben will?

Es ist schon bemerkenswert, mit welcher Konsequenz, deutlicher: mit welchem Starrsinn, man Israel alle nur erdenklichen Ziele und Interessen unterstellt, nur nicht die, die sich naturgemäß aus der strategischen Lage des Landes ergeben, und von denen jeder politisch denkende Mensch, sicher auch Wisnewski, normalerweise ausginge (wenn das Land, um dessen Interessen es geht, nicht ausgerechnet Israel wäre) . Ein Land, dessen Nachbarvölker es, wenn sie könnten, eher heute als morgen von der Landkarte wischen würden; gegen das seit Jahren eine international koordinierte Boykottpolitik getrieben wird; das von den europäischen Ländern ohne weiteres stranguliert werden könnte; und das auch stranguliert würde, wenn diese Länder islamisch würden: Ein solches Land hat ein Interesse daran, die Islamisierung Europas um nahezu jeden Preis zu verhindern.

Es hat in diesem Punkt dieselben Interessen wie wir (und zwar ganz unabhängig davon, wie man zur amerikanischen Globalstrategie steht). Aber das darf eben nicht sein! Wenn unsere Interessen mit denen Israels übereinstimmen, dann müssen wir diese Interessen eben umdefinieren. Wenn Israel sich – spät genug – gegen die Islamisierung Europas wendet, müssen wir dafür sein – oder wenigstens so tun, als gäbe es sie nicht. Meinen „Patrioten“ vom Schlage Wisnewskis, Elsässers und der „Zuerst“-Mannschaft.

Ich weiß nicht, wie man solche Leute nennt, für die alle politischen Fragen, einschließlich der existenziellen Interessen ihres eigenen Volkes abhängige Variable ihres Hasses auf Israel sind. Ich finde aber, dass sie sich nicht beschweren dürfen, wenn man ihnen ein höchst eigenwilliges Verständnis von „Patriotismus“ unterstellt.

10 Antworten auf Eine Legende wird gestrickt

  • Vielleicht sind Wisnewskis, Elsässers Neidpatrioten. Denn in Israel, davon konnte ich mich bei einer Israelrundreise vor 2 Jahren überzeugen, sind in Mehrheit Patrioten und stolz auf ihr Land. (Sonst wäre es auch nicht überlebensfähig)
    Im übrigen spielte der Nationalsozialismus auch geschickt die deutsche Neigung zum Neid, im Bezug auf Juden in Deutschland aus.
    Nach der Emanzipation der Juden in Deutschland, gefördert übrigens vom Kaiserreich, stürmten Juden vor allem die naturwissenschaftlichen Fakultäten der deutschen Hochschulen. Die naturwissenschaftliche Forschung im Kaiserreich gelangte damals zur Weltspitze. Der jüdische Anteil war unübersehbar. Das löste natürlich auch Neid aus, der später von den „Nationalen Sozialisten“ ausgenutzt wurde.
     

  • Ja, Wisniewski ist in manchen Punkten seltsam; verschiedene Äußerungen zum Islam ähneln irgendwie den Äußerungen etwa von Freeman, der da auch nur ’soziale Probleme‘ wahrnehmen kann wo andere schlicht einen Krieg von A gegen B wahrnehmen. Dessenungeachtet finde ich seine ‚Grabungsarbeiten‘ im Todesfall Heisig nach wie vor begrüßenswert.

  • Wisniewski-Methode ist sogenanntes Luft-Hüpfen, von einer Spekulationswolke zur nächsten, bis man da ist, wo man hinwill. Vor allem das heuchlerisch verpackte Andeutungsgeraune nervt tierisch. Und es ist wirklich eine Beleidigung der Intelligenz, zu insinuieren, das Pentagon könnte sich für Winz-Loser-Parteien wie den rohrkrepierenden „Freiheits“-Witz interessieren…
    Ich glaube, die angesprochene Krankheit ist immer noch aus dem einen Punkte heraus zu verstehen: der Unfähigkeit, wirklich einen nationalen eigenen Standort einzunehmen. Mangelnde Verortung, auch im Geistigen, verblödet und trübt die Denke. Wisniewski kriegt das als Liberaler (und Wirrkopf) nicht hin, Elsässer wegen verbliebener restlinker Sichtverblindung, und bei ZUERST vermute ich einen ungesunden Islamtick des Chefredakteurs und einen Old-School-Antisemitismus des völkischen Herausgebers.
    Dann beißt man sich eben an Israel fest, dessen Schicksal indessen mir von Tag zu Tag herzlicher egal ist. Wenn es morgen von der Landkarte verschwindet, kann das Lage nur vereinfachen. Da höre ich nun von den einen, wenn Israel fällt, fällt Europa, und nun von den anderen, inklusive Manfred, wenn Europa fällt, fällt Israel. Ich glaube weder das eine noch das andere. (Israel braucht „Europa“ doch überhaupt nicht, solange es die USA und die jüdischen Lobbies dort hinter sich hat.) Ich möchte auch lieber über das Existenzrecht Deutschlands nachdenken, und das zum politischen Angelpunkt machen als irgendetwas anderes.
     

  • 1. Methodenkritik
    Nur weil Wisniewski völlig unbelegbar daherschustert, bedeutet es noch lange nicht, daß deswegen das Gegenteil wahr wäre. Wisniewskis „Theorien“ bleiben im Rahmen des Möglichen, wenn sie auch überwiegend unwahrscheinlich sind.

    2. Ich verstehe überhaupt nicht, warum der Kampf gegen die Orientalisierung und Machterlangungsanstrengung von Orientalen in meinem Land, mich und andere an die Seite Israels treiben sollte. Da besteht überhaupt kein notwendiger Zusammenhang.

    3. Selbstverständlich wäre es ein gewaltiger Vorteil für die israelische Rechte, wenn sie eine mediale Sympathiebasis auch in Deutschland haben, die im Gegensatz zum Auslaufmodell CDU eine „stochastische“ Zukunft hat. Der Kampf um Einfluß und Sympathie wird im Wesentlichen in den (modernen) Medien geführt; „PI“ als bestes Beispiel.

    4. Konzertierte Forcierung der Orientalisierung Deutschlands – aus dem arabischen und türkischen Raum – vorausgesetzt:
    Ich verstehe nicht, warum man den Konflikt zwischen den verschiedenen arabischen Kräften sowie den Türken und Perser nicht nach dem Prinzip des divide-et-impera ausnutzt. Das heißt, den persisch-arabischen Konflikt zu verschärfen. Und derzeit sehe ich noch keine iranische Überlegenheit. Welche Rolle spielt da ein „Bündnis“ mit Israel?
    Ausgerechnet der Iran ist der einzige Staat, der in Deutschland die Orientalisierung nicht forciert. Anders die Araber und Türken. Wenigstens ist der Iran der Feind der die Deutschlands innere Integrität bedrohenden Feinde.

    Anmerkung: Ich lehne eine Kooperation mit Israel, bzw mit israelischen Kräften, keineswegs ab, dazu halte ich die klassische Sympathie der Konservativen für den arabischen Raum für lächerlich. Aber ich brauche rationale, zweckorientierte Gründe für ein Bündnis oder kooperation mit Israel oder israelischen Rechten. Worin liegt unser Vorteil, die langfristige Perspektive?
    Aber die Zuneigung zu Israel, weil es eine Demokratie, quasi eine „westliche Bastion“ sei, ist ebenfalls geradezu kindisch. Welche Funktion soll diese „Bastion“ der Liberaldemokratie denn für Deutschland haben? Als Vorbild? In wie weit? Und zu welchem Zweck muß man deswegen mit seinem Vorbild gleich verbündet sein?

    Neutralität zu Israel (von mir aus wohlwollend) scheint mir angemessen. U-Boote und dergleichen haben sie zu zahlen. Und wenn sie dabei Technologie erhalten, die auf der Welt einzigartig ist, um die uns alle beneiden, wird mir der Sinn noch schleierhafter, zumal die Technik direkt vom Pentagon in Augenschein genommen werden dürfte.
    Und so naiv, die Diaspora in Deutschland, wie in den USA als völlig losgelöst von Israel zu betrachten, bin ich auch nicht. Noch gibt es mehr Kräfte, die gegen uns sind, als für uns. Sie dulden nur die von der Bundesrepublik erkauften Huldigungen. – So nicht!

    Knallhartes Eigeninteresse, mehr zählt nicht. Israel darf niemals Staatsraison der Bundesrepublik sein. Nur „Das Deutsche Volk“ ist der Kulminationspunkt der Staatsraison, nichts anderes. Und darin haben die Konservativen recht.

    • @ Meyer:

      Wisniewskis “Theorien” bleiben im Rahmen des Möglichen, wenn sie auch überwiegend unwahrscheinlich sind.

      Richtig. Dasselbe gilt auch für den Satz, dass der liebe Gott einen langen weißen Bart hat.

      Ich verstehe überhaupt nicht, warum der Kampf gegen die Orientalisierung und Machterlangungsanstrengung von Orientalen in meinem Land, mich und andere an die Seite Israels treiben sollte.

      Das ist auch nicht notwendig. Es ist nur so, dass die übliche, mehr oder minder pazifistische „Israelkritik“ von der Voraussetzng ausgeht, Muslime würden so denken wie wir; das tun sie keineswegs, jedenfalls nicht im Durchschnitt. Wer das begreift, wird den Israelis keine Empfehlungen geben, die er selbst an ihrer Stelle nicht umsetzen würde. Es bedarf keines Bündnisses; ein wenig Fairness (also nicht mit zweierlei Maß zu messen) genügt.

      Selbstverständlich wäre es ein gewaltiger Vorteil für die israelische Rechte, wenn sie eine mediale Sympathiebasis auch in Deutschland haben

      Das habe ich auch nicht bestritten (es gilt freilich nicht nur für die israelische Rechte). Ich habe bestritten, dass sie dergleichen für etwaige Kriegshandlungen gegen den Iran bräuchten.

      Ich verstehe nicht, warum man den Konflikt zwischen den verschiedenen arabischen Kräften sowie den Türken und Perser nicht nach dem Prinzip des divide-et-impera ausnutzt. Das heißt, den persisch-arabischen Konflikt zu verschärfen.

      Die USA tun genau dies.

      Aber ich brauche rationale, zweckorientierte Gründe für ein Bündnis oder kooperation mit Israel oder israelischen Rechten. Worin liegt unser Vorteil, die langfristige Perspektive?

      Er liegt darin, dass man es Menschen mit einem liberalen oder linken Hintergrund erleichtert, sich mit islamkritischen Gedankengut auseinanderzusetzen, indem man den Vorwurf des „Rechtsradikalismus“ von vornherein ad absurdum führt.

      Israel darf niemals Staatsraison der Bundesrepublik sein. Nur “Das Deutsche Volk” ist der Kulminationspunkt der Staatsraison, nichts anderes.

      Kein Dissens.

      Und darin haben die Konservativen recht.

      Genau. Und Leute wie Wisnewski eben nicht, weil sie etwas Anderes vertreten.

  • Hier ein zweckorientierter Grund für ein kooperatives Bündnis mit Israel:

    Sollte Israel fallen, werden 5 1/2 Millionen Juden in die westlichen Länder übersiedeln und die jüdische Diaspora um ebendiese Zahl verstärken. Welchen Interessenstandpunkt sie dort vor dem Hintergrund ihrer Vertreibung durch die Moslems  einnehmen werden, ist schwierig vorauszusagen. Es spricht aber einiges dafür, dass sie sich in ihrem Bewusstsein der „alten“ Diaspora angliedern und ihr Eigeninteresse als jüdische Religions- und Volksgemeinschaft in der gleichen Weise vor den nationalen Interessen der Aufnahmevölker in den Vordergrund stellen. Ich würde nicht darauf bauen, dass diese aus Israel geflohenen Juden der „alten“ Diaspora die Augen darüber öffnen, dass der Islam den gesamten Westen und damit auch die Diaspora bedroht, denn selbst unter Annahme dieser Prämisse werden ihnen die nationalen Regungen bei den europäischen Völkern, unter denen sie wohnen, immer als suspekt und als potentiell gefährlich erscheinen, umso mehr, wenn es ihnen scheint, dass sie den Moslems ein für alle mal entronnen und nun in Sicherheit sind. – Was die USA angeht, bleibt zu hoffen, dass die dortige jüdische Lobby, auch wenn sie links oder liberal ist und das Wesen des Islams nicht begreift, auf jeden Fall dafür sorgt, dass die USA den Fortbestand Israels sichert, wovon man aber nicht mehr unbedingt ausgehen kann.

    Wer hier in Europa die Rolle der linken jüdischen Diaspora als für das nationale Selbsterhaltungsinteresse der europäisch(stämmig)en Völker schädlich ansieht, sollte also wenigstens aus diesem Grund ein starkes Interesse daran haben, Israel in seinem nationalen Fortbestehen als das Land der Juden zu unterstützen.

    Politisch linksstehende Diasporajuden sind für mich erst einmal Linke, warum jemand links ist, interessiert mich auch sonst eigentlich nicht, warum also in diesem Fall? So gesehen, kann mich übrigens auch der Antisemitismusvorwurf nicht treffen. Wenn ich Israel als von Moslems bedrohte westliche Nation der Juden und als einzige westliche Nation, die gegenwärtig bereit ist, die Moslems in die Schranken zu weisen, unterstütze, bin ich andererseits auch ganz weit davon entfernt, Israel zur Staatsräson Deutschlands zu erklären und damit der Holokaustreligion zu huldigen.
    Das ist doch ein praktikabler Standpunkt, oder?

  • @ BeforeDown

    Übersiedeln wird vielleicht in wenig schwierig, wenn man davon ausgeht, dass Europa dann islamisiert ist, was eine Fortsetzung der Probleme bedeuten könnte, siehe Schweden, siehe Belgien, wo man Juden empfiehlt wegen des muslimischen Antisemitismus nach Israel auszureisen. Ähnliches hört man aus Frankreich.

  • Ein weiterer Grund warum uns an einer Existenz Israels gelegen sein sollte ist der, daß in diesem Fall tatsächlich einmal gilt: Der Feind meines Feindes ist mein Freund.

    Wenn Israel fällt werden unsere moslemischen „Freunde“ das als einen triumphalen Sieg feiern. Aber wer sagt mir denn, daß der Tod Israels den Moslems genug sein würde? Vielleicht würden sie ja gerade durch diesen Sieg erst auf den Geschmack kommen?

    Es tut mir leid das so sagen zu müssen, aber für einen tatsächlichen Krieg gegen die islamische Welt ist der Westen zur Zeit denkbar schlecht aufgestellt. Zum einen wäre da unsere tatsächlich vorhandene Dekadenz und zum anderen wäre da noch die fünfte Kolonne der islamischen Welt in unseren Staaten: die moslemischen Einwanderer. Muß ich daran erinnern, daß wir überall da wo wir tatsächlich gegen Moslems antreten nach Anfangserfolgen regelmäßig in die Defensive gedrängt werden? Moslems haben nur solange Respekt vor uns wie sie unsere Stiefel auf ihren Nacken spüren. Das mag sich jetzt martialisch anhören, ist aber eine Lehre aus der Geschichte.

    Und was Wisnewski angeht:
    Irgend jemand muß ja für das Stricken von Verschwörungstheorien zuständig sein. Und ab und zu ist dann sogar eine ganz interessante dabei. Das da dann zwischendurch auch mal jede Menge Unsinn dabei ist, daran gewöhnt man sich eben. Man muß halt nur mit wachen Augen durch die Welt gehen, um zwischen Wahrheit und Dichtung, Wahrscheinlichkeit und Unwahrscheinlichkeit unterscheiden zu lernen.

  • Sollte Israel fallen, werden 5 1/2 Millionen Juden in die westlichen Länder übersiedeln und die jüdische Diaspora um ebendiese Zahl verstärken.

    Sollte Israel ‚fallen‘, dann halte ich es für ausgesprochen unwahrscheinlich, daß ‚5 1/2 Millionen Juden in westliche Länder übersiedeln würden‘ … denn die, die diesen Fall zustandebrächten würden wohl nicht besonders viele am Leben lassen, wenn sie ihr Lieblingshaßobjekt einmal so in die Finger bekämen wie sie es gerne würden.

    Andererseits würden die Israelis, falls die Situation eines ‚Falls Israels‘ tatsächlich drohte, wohl in einer Weise reagieren, die das Problem der arabischen Demographie wie auch das der islamischen Bedrohung aus dieser Region … na ja, radikal verändern würde. Wenn man diesbezüglich ausschließlich eigennützig orientiert wäre, wäre man versucht zu fragen, ob letzteres für uns unbedingt von Nachteil sein müßte? 

    • Aus gegebenem Anlass weise ich darauf hin, dass ich dazu übergegangen bin, die bei Kommentaren hinterlegte E-Post-Adresse stichprobenartig zu überprüfen. Erweist sie sich als Schein-Adresse, wird der betreffende Kommentar gelöscht.

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