Non veni pacem mittere sed gladium. (Mt 10,34)
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[Der folgende Artikel des Schweizer SVP-Nationalrats Ulrich Schlüer, auf den der Kommentator „Leser“ mich aufmerksam gemacht hat, ist schon am 19.11. erschienen. Der brisante Inhalt dürfte immer noch aktuell sein:]

Schon seit Monaten zirkulieren in Europa hartnäckige Gerüchte, wonach hinter den Kulissen fieberhaft darum gerungen werde, wie der Euro angesichts vier faktisch bankrotter Euro-Staaten gerettet, der Zusammenhalt der Europäischen Union aufrecht erhalten werden könne. Nahrung gibt diesen Gerüchten die Tatsache, dass die Euro-Katastrophe weit grössere Dimensionen angenommen hat, als die Staatslenker der Euro-Länder nach aussen zugeben. Jene 750 ausschliesslich durch Neuverschuldung «herbeigezauberten» Euro-Milliarden, welche nach dem Griechenland-Bankrott die Einheitswährung hätten retten sollen, reichen zur Bewältigung der Krise bei weitem nicht aus.

Geheimtreffen

Am vergangenen 17. November 2010 erregte ein von der deutschen Tageszeitung «Die Welt» mit ihrem Online-Service verbreiteter Hintergrundbericht kurzfristig enormes Aufsehen – und offensichtlich auch hektische Aufregung. Der zweifellos brisante Artikel kommentierte einen Geheimbesuch des Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, bei der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Trichet habe dabei Klartext gesprochen: Der Euro könne angesichts der weiter wuchernden Verschuldungskrise, die mit Griechenland, Irland, Portugal und Spanien bereits vier Euro-Länder faktisch in den Bankrott gerissen habe, nur gerettet werden, wenn Deutschland die gesamten Schulden dieser vier bankrotten Staaten übernehme.

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16 Antworten auf Jean-Claude Trichet: Le Boche payera tout!

  • Nun ist die BRD also endgültig Weimar 2.0 – sogar ein neues Versailles haben wir jetzt.

  • „Bekannt ist auch, wie tief die deutschen Banken in dem Schlamassel drinstecken. Rund 140 Milliarden Dollar haben sie den Iren in der Vergangenheit leichtfertig hintergeworfen.“
    Dazu hat sich Merkel verpflichtet, wenn die Iren dem Lissabonvertrag zustimmen. Sie haben zugestimmt
    Dass Trichet kein Freund der Deutschen ist, weiss man.
    Keep the Germans down. Passt! Für Immer.

  • @ Melmoth
    Der Vergleich bleibt dennoch gewagt, weil
    1. heute nicht die Hälfte der Deutschen unter 25 Jahre alt ist.
    und
    2. wir heute nicht Weimar, sondern Berlin haben. Das ist (entschuldige Manfred) allem Anschein nach noch viel, viel schlimmer. (In Weimar gab es noch Debatten, heute gibt es eher Nichtdebatten. Heute ist Preußen nicht nur verboten, sondern in Berlin selbst unerwünscht. Soweit sind wir schon.)
    und
    3. weil auch kein Ausgleich dieser Defizite durch kluge Politik mit unseren potenziellen strategischen Verbündeten (Österreich, Skandinavien, Norditalien, Polen, Tschechien, Russland, etc.) möglich erscheint, vielmehr unsere offziellen Verbündeten und Freunde alles tun, um uns entweder direkt zu schaden, oder um unsere Hilflosigkeit zu beklatschen.

  • .. schnellstens pleite gehen oder aussterben …

  • aujourd’hui: les boches paient tout, et
    demain: les boches ont tout paie  ;-

  • Es ist mal wieder soweit: Wenn sie könnten wie sie wollten gäbe es einen schönen Krieg gg. Deutschland,natürlich mit einer vollendeten Niederlage Deutschlands mithin daraus resultierend die Alleinschuld Deutschlands! Wir zahlen dann die Kriegsschuld!!!!
    Ich bin immermehr davon überzeugt,dass besonders der erste Weltkrieg hauptsächliche wirtschaftliche und nur wenig politische Gründe hatte. Von manchen wird das ja auch vom 2. WK behauptet.
    Und wenn: les boches payera tout, dann aber richtig. Danke du Erzfeind!!

  • Es ist überhaupt absurd mitanzusehen, wofür in diesem Land alles Geld drauf geht. Mir ist es langsam fast egal, ob meine Steuern dazu verwendet werden die anatolische Großfamilie von nebenan durchzufüttern, dem grünen Studienrat von gegenüber seinen Einstieg ins solare Zeitalter zu finanzieren, den Griechen ein weiterhin fantastisches Rentenniveau zu ermöglichen oder einen Lehrstuhl für Öko-Feminismus zu unterhalten. Ich sehe da langsam keinen Unterschied mehr.

  • Und wo ich gerade dabei bin mich auszukotzen:
    Während all diese tollen Blüten treiben, ist übrigens kein Geld mehr da um die Autobahn, auf der ich jeden morgen zur Arbeit fahre, dem Verkehrsaufkommen anzupassen.
    Während all diese tollen Blüten treiben, ist übrigens kein Geld mehr da um das Gymnasium meiner Nichte zu renovieren, wo es aussieht wie im Entwicklungsland. Gäbe es hier ein Asylantenheim, wo es ähnliche Baumängel hätte, wäre es längst geschlossen worden.
    Während all diese…
    Muß wirklich aufhören politische Blogs zu lesen. Bekommt mir nicht mehr.

  • Ich verfolge die Finanzkrise jetzt schon seit geraumer Zeit und muß sagen, daß ich nicht wirklich dachte, daß die Ereignisse sich in so verhältnismäßig kurzer Zeit zuspitzen würden. Allerdings sind mir die Lügen unserer Politiker zum Thema „Euro“ derart vertraut, daß es mir nicht schwerfällt zu glauben, daß Trichet derart unverschämte Forderungen stellt. Die einzige Antwort auf solche Forderungen wäre ein schnelles Ausscheiden Deutschlands aus der Euro-Zone und demgemäß die Wiedereinführung der DM. Sicherlich würde, durch die wahrscheinlich massive Aufwertung der DM gegenüber dem Euro, speziell die Exportwirtschaft durch eine schmerzhafte Anpassungsphase gehen, aber hier gilt: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Zahlen ohne Ende.
    Bezeichnend war, nebenbei bemerkt, daß die Griechen (bevor sie Geld von der EZB bekamen) das Thema deutscher Reparationszahlungen für den zweiten Weltkrieg auf die mediale Tagesordnung brachten. Jetzt mag man sagen, daß das ja nur vereinzelte Stimmen waren, aber es zeigt meines Erachtens was man im Ausland von der Aussage hält, daß mit dem Zwei-plus-Vier-Vertrag ja alles geregelt wurde. Dieser Vertrag mag unter Schönwetterbedingungen ganz gut sein, aber wenn es hart auf hart kommt sieht man sehr schnell was die hochgelobte „Freundschaft“ innerhalb der europäischen „Familie“ wert ist. Zu dem Thema kam vor kurzem übrigens auch eine interessante Meinungsäußerung eines russischen Sicherheitsexperten auf RIA Novosti. URL: http://de.rian.ru/opinion/20101004/257382481.html
    P.S.: Wenn Du der Manfred bist der schon damals auf „Acht der Schwerter“ schrieb, dürftest Du meine Einstellung zum Thema EU vielleicht sogar noch kennen. Ich schrieb jedenfalls schon damals unter diesem Pseudonym.

    • @ Neo: Ich bin derselbe, aber es ist schon zu lange her, als dass ich mich noch an die Einstellung einzelner Kommentatoren erinnern würde (ausgenommen die, mit denen ich auch in der Zwischenzeit Kontakt gehalten habe). Meine eigene Einstellung hat sich seitdem um 180 Grad gedreht.

  • Das Schlimmste ist, daß aus der deutschen Presse überhaupt keine Kritik vernehmbar ist. Es ist nach Ansicht einiger weniger scheinbar besser, wenn das die Mehrheit im Land gar nicht erfährt.

  •  

    Frau Merkel, Himmel oder H

    ölle ?  Nettes zum Sonntag   😉
    http://derhonigmannsagt.wordpress.com/2010/11/28/frau-merkel-himmel-oder-holle-nettes-zum-sonntag/

  • Bezeichnend war, nebenbei bemerkt, daß die Griechen (bevor sie Geld von der EZB bekamen) das Thema deutscher Reparationszahlungen für den zweiten Weltkrieg auf die mediale Tagesordnung brachten. Jetzt mag man sagen, daß das ja nur vereinzelte Stimmen waren, aber es zeigt meines Erachtens was man im Ausland von der Aussage hält, daß mit dem Zwei-plus-Vier-Vertrag ja alles geregelt wurde. Dieser Vertrag mag unter Schönwetterbedingungen ganz gut sein, aber wenn es hart auf hart kommt sieht man sehr schnell was die hochgelobte “Freundschaft” innerhalb der europäischen “Familie” wert ist.

    Ich denke, man muß in diesem Zusammenhang wohl nur auf die ’no-bailout‘-Klausel des EZB-Vertrages verweisen – und was sie unter dem Druck der tatsächlichen Ereignisse wert war. Allerdings geht es hier nicht nur um eine Euro-Krise aufgrund von Fehlern von Banken und Regierungen europäischer Staaten, sondern um einen Finanzkrieg seitens der USA, die sich auf diese Weise quasi am eigenen Schopf aus dem selbstverschuldeten Sumpf ziehen wollen. William Engdahl schrieb dazu bei KOPP unter anderem…

    Das Problem in Irland hätte in Schach gehalten werden können, hätte die Regierung während der Krise im September 2008 nicht eine Pauschalbürgschaft für alle Schulden der Banken übernommen, also nicht nur eine Bürgschaft für die Bankeinlagen wie in Deutschland und anderen Ländern. Infolgedessen müssen die irischen Steuerzahler jetzt, wo sich die Verluste aus riskanten Immobilienspekulationen immer höher auftürmen, für die katastrophalen Wettverluste der Anglo Irish Bank und anderer Banken aufkommen. Das Haushaltsdefizit in Irland beläuft sich in diesem Jahr auf 32 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.
    Bis September hätte Irland die staatlichen Bürgschaften für die Banken noch rechtmäßig mit der Begründung aufkündigen können, dass drei der betroffenen Banken relevante Informationen über ihre Zahlungsfähigkeit zurückgehalten hatten, was einen Verstoß gegen das Zentralbankgesetz von 1971 darstellt. Dann wäre der Weg frei gewesen, ein Gesetz entsprechend dem britischen »Bank Resolution Regime« zu verabschieden, wodurch die rund 75 Milliarden Euro an ausstehenden Bankschulden in Aktien der jeweiligen Banken verwandelt und die Krise dadurch mit einem Federstrich beendet worden wäre – das behauptet zumindest Morgan Kelly, Wirtschaftsprofessor am University College Dublin.
    Dass man sich in Irland im September nicht zu einem solchen Schritt entschlossen hat, hat die jetzige Krise ausgelöst. An der Wall Street und in London war bekannt, dass hier eine Zeitbombe tickte. Sie wählten den Moment der neuerlichen Dollarkrise nach Bernankes Entscheidung für QE2 und richteten einen neuen spekulativen Angriff auf die irischen Staatspapiere. Gleichzeitig wurden Gerüchte gestreut, in Portugal, Spanien und sogar Italien sei die Lage ähnlich prekär. Die irischen Staatsanleihen wurden von den (in den USA ansässigen) Ratingagenturen in dieselbe Risikogruppe heruntergestuft wie die Ukraine und Pakistan, knapp über dem »Ramsch«-Niveau von Argentinien, Griechenland und Venezuela

    Sicher sind Vertuschung, Korruption bei offiziellen Stellen und Schwindel unter EU-Banken, EU-Regierungen und unter Vertretern der EU-Kommission in Brüssel weit verbreitet. Daran besteht gar kein Zweifel. Doch hier geht es um etwas anderes: Der US-Dollar kann als Reservewährung – für die Vereinigten Staaten eine geopolitische Notwendigkeit, wenn sie ihre globalen Kriege finanzieren und ihre Defizite mit chinesischem, japanischen Geld und dem Geld anderer Länder decken wollen – nur überleben, wenn verhindert wird, dass ihn eine andere Währung aus dieser Position verdrängt. Der einzige Kandidat dafür ist heute, trotz all seiner Schwächen, der Euro. Als 1945 das Währungssystem von Bretton Woods gegründet wurde, sah die Lage noch vollkommen anders aus: Die USA waren die stärkste Industriemacht der Welt, die amerikanische Zentralbank hielt 70 Prozent der Währungsreserven der Welt, der US-Dollar war »so gut wie Gold«. Heute ist der Dollar so gut wie wertlos, denn die industrielle Basis der USA ist in den vergangenen 30 Jahren ins Ausland verlagert worden, die Schulden sind ins Astronomische gestiegen und die einzig verbliebene Grundlage ihrer globalen Machtprojektion liegt, neben dem gigantischen Militärapparat, darin begründet, dass andere Länder den Import von Öl und Rohstoffen wie beispielsweise Kupfer mit Dollar bezahlen und ihre Schulden in Dollar zurückzahlen müssen. Fällt dies weg, dann müssen die USA, wie Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble kürzlich bemerkte, aufhören, »über ihre Verhältnisse zu leben«.

    Die Antwort der Finanzmächte an der Wall Street und in Washington auf diese Lage besteht in einem zwar nicht offen erklärten, aber sehr realen Finanz- und Wirtschaftskrieg gegen Europa und den Euro.
    Jetzt verlagert sich die Front nach Portugal; es wird sich zeigen, ob es den Spekulanten in New York und London gelingt, die Euroland-Krise in dieses kleine Land einzuschleppen. Bei einem persönlichen Gespräch meinte ein mir gut bekannter Londoner Banker kürzlich: »Euro und Dollar befinden sich in einem Wettlauf nach unten.«
     Hätten ‚wir‘ heute also noch die DM und die Verhältnisse wären ähnlich – also DM als Quasiweltreservewährung (nicht aus eigener Stärke, sondern weil Kapital aus dem US-Sumpf flüchtet und scheinbar sichere Währungen als Hafen sucht), dann kämen wir in gleicher Weise seitens der US-Finanzaristokratie (samt ihrer medialen Sturmtruppen) unter Feuer – und die ‚europäische Familie‘ könnte erst recht ungestraft nach uns treten. Ich denke also … wir würden letztlich nix gewinnen.

    Die Verhältnisse sind prekär, weil der Riesenbrocken USA völlig aus dem Ruder gelaufen ist bzw. sich durch die Finanzokratie und ihre Einflüsterer auf allen Ebenen der Gesellschaft sich in diese Situation hat bringen lassen. Solange die Herkulesaufgabe, in der ersten Welt ein gesundes Geldsystem zu schaffen, die private Geldschöpfung zu beenden und die Spekulation nur in einem verbindlichen Regel-Korsett ablaufen zu lassen nicht bewältigt ist, wird es immer wieder einen Kampf aller gegen alle geben.

  • Wer kürzlich die Meldung las, dass Deutschland die letzte Rate des Versailler Vertrages I bezahlt hat, wundert sich über das, was jetzt abgeht, überhaupt nicht. Nun wird eben Versailler Vertrag II installiert. Oder ist es schon Nr. III oder iV?

  • Was würde wohl passieren, wenn die Deutschen über Nacht einfach aussterben?
    hmmm.. spätestens fünf Jahre danach würde sich die Menschheit um tiefgekühlte Samenspenden und Eizellen der letzten Germanen prügeln ..
    .. sorry, mal wieder son bescheuerter Einfall von mir, musste aber veröffentlicht werden :))

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