Non veni pacem mittere sed gladium. (Mt 10,34)
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Lila („Letters from Rungholt“) war vor einigen Tagen mit einer Gruppe israelischer Studenten in Berlin und schreibt in ihrem Blog über ihre Erlebnisse unter anderem dies:

Es war wunderbar, und Berlin ist eine Stadt, die selbst auf den widerstrebendsten Besucher sehr stark wirkt. Ich habe vieles neu entdeckt, auch durch die Augen der Studenten, die sehr beeindruckt waren von der Vielfalt der Erinnerungskultur. Das war ja unser Thema.

Ich weiß, daß Broder meint, mit dem Mahnmal an der Ebertstraße kauft das offizielle Deutschland sich frei, und kann jetzt nach Löschung der Sündenkartei getrost weiter sündigen. Das klingt zwar schön zynisch und einleuchtend, erklärt aber nicht, warum weiterhin viele kleine, eindringliche und punktgenaue Gedenkstätten entstehen. Und es erklärt auch nicht, warum junge und ältere Besucher auf eigene Faust (also ohne Gruppe oder Klasse) ins Dokumentationszentrum kommen, sich dort ernsthaft in das Material versenken und sehr, sehr nachdenkliche Gesichter haben. Mein geschätzter Kollege, dessen Familie von der Shoah schwer gezeichnet ist, war jedenfalls von den Gesichtern der jungen Deutschen an diversen Gedenkstätten positiv berührt und meinte, das hätte er nicht erwartet.

Ich kann nicht anders: Auf mich wirkt inzwischen diese Art von Lob, gerade weil es so aufrichtig ist, deprimierender als die schärfste Kritik: nicht nur, weil wir heutzutage andere Probleme haben als die Frage, ob wir den Nationalsozialismus auch ja richtig „aufgearbeitet“ und „bewältigt“ haben, sondern weil gerade die inflationäre „Aufarbeitung“ und „Bewältigung“ ganz erheblich zu unseren Problemen beiträgt.

Von außen ist das wahrscheinlich nicht ohne Weiteres erkennbar, und Lilas Blick, obwohl sie Deutsche ist, ist nach über zwanzig Jahren in Israel eben doch einer von außen. Ich habe ihr deshalb mit einem langen Kommentar geantwortet, den ich seiner grundsätzlichen Bedeutung wegen auch hier in meinem eigenen Blog einstelle:

„Liebe Lila, ich hoffe, ich schockiere Dich nicht zu sehr, wenn ich sage, dass ich Deine Begeisterung über die „Vielfalt der Erinnerungskultur“, darüber, dass „weiterhin viele kleine, eindringliche und punktgenaue Gedenkstätten entstehen“ und über die „sehr, sehr nachdenkliche(n) Gesichter“ der Besucher des Holocaust-Dokumentationszentrums nicht nur nicht zu teilen vermag, sondern die beiden entsprechenden Absätze auch mit einiger Beklemmung gelesen habe.

Das hat nicht nur damit zu tun, dass ich mit dieser „Erinnerungskultur“ täglich konfrontiert und von ihr entsprechend genervt bin. Du gehst zum KaDeWe und wirst mit den Namen von einem Dutzend Konzentrationslager erschlagen („Orte des Schreckens, die wir nie vergessen dürfen“); du gehst in Spandau am Lindenufer spazieren und erfährst, dass hier bis 1938 eine Synagoge stand; du gehst irgendwo und siehst Messingklötze ins Pflaster eingelassen, auf denen steht, dass hier der und der deportiert worden ist; Gedenktafeln, Mahnmale, Denkmäler an allen Ecken und Enden; du schaltest den Fernseher ein, und wenn du keine Daily Soap sehen willst, landest du auf Phoenix und damit nicht selten bei Guido Knopp und seiner Endlosschleife von Geschichtsklischees.

Wäre das alles nur nervig, man könnte es ertragen. Es ist aber weitaus mehr als das.

Es ist schon etwas dran an dem Spruch, wer sich der Geschichte nicht erinnern wolle, sei gezwungen, sie zu wiederholen. Nähme man ihn ernst, so würde man sich bemühen, blinde Flecken im eigenen Geschichtsbild nicht zuzulassen. Was bei uns aber als „Erinnerung“ zelebriert wird, ist im höchsten Maße selektiv:

Nicht nur, dass „Geschichte“ auf zwölf Jahre Nazizeit und alles andere zur bloßen Vorgeschichte schrumpft; selbst diese Geschichte und Vorgeschichte beschränkt sich auf den Krieg und den Holocaust, und für diese beiden werden rein ideologische Faktoren verantwortlich gemacht, speziell ein angeblich spezifisch deutscher Hang zu Militarismus, Nationalismus und Rassismus.

Würde man der breiten Öffentlichkeit ein etwas komplexeres Bild der Zusammenhänge vermitteln, dann würde eine Rolle spielen, dass die Demokratie von Weimar an der Unfähigkeit einer politischen Klasse scheiterte, Probleme zu sehen und in Angriff zu nehmen, die in der jeweiligen Parteiideologie nicht vorgesehen waren und deshalb nicht existieren durften. (Die Millionen, die NSDAP wählten, taten es nicht zuletzt deshalb, weil die Inkompetenz aller anderen Kräfte bereits offen zutage lag.) Man könnte sonst Parallelen zur heutigen politischen Klasse ziehen, wo der einzige Unterschied zu Weimar darin besteht, dass sie alle dieselbe realitätsblinde Ideologie vertreten.

Es würde eine Rolle spielen, dass mit den permanenten Umwälzungen und Katastrophen von 1914 an Millionen von Menschen der Boden, auf dem sie gestanden hatten, unter den Füßen weggezogen und eine politische, ökonomische, aber auch sittliche und kulturelle Orientierungslosigkeit erzeugt wurde, die eine Umwertung aller Werte, wie sie von den Nationalsozialisten propagiert wurde (und die im Kaiserreich undenkbar gewesen wäre) erst möglich machte. Würde man sich daran erinnern, so wäre man womöglich zurückhaltender mit Sozialexperimenten wie der Zersetzung der Familie, der Banalisierung des Christentums und der multikulturellen Entdeutschung des eigenen Landes.

Man würde sich daran erinnern, dass diese Katastrophen allesamt in dem seit der Jahrhundertwende betriebenen Politik der Westmächte wurzelten, Deutschland kleinzukriegen. (Selbst wenn man diese These, die ich selbst für richtig halte, nicht teilt – entscheidend ist, dass sie von den damaligen Deutschen aus guten Gründen geglaubt wurde.) Und eine Öffentlichkeit, die sich dessen bewusst wäre, würde wohl kaum hinnehmen, dass eine – pardon – völlig verblödete Kanzlertrutsche nach Paris fährt, um dort den Waffenstillstand von 1918 zu feiern.

Es würde eine Rolle spielen, dass die Unterstützung für Hitlers Aufrüstungsprogramm nicht etwa aus irgendeinem „Militarismus“ resultierte, sondern aus der Erfahrung, dass Wehrlosigkeit ausgenutzt wird, und womöglich würde sich an eine solche Erkenntnis die Frage knüpfen, ob es eine gute Idee ist, die eigenen Streitkräfte so umzubauen, dass sie noch als internationale Polizeitruppe, aber kaum mehr zur Verteidigung des eigenen Landes taugen. Man würde sich auch fragen, welcher Teufel eine politische Klasse reitet, die die Souveränität und Verteidigungsfähigkeit des eigenen Landes zur Disposition eines Westens stellt, dessen Deutschfeindlichkeit schon vor 1933 evident war.

Und wenn man die Dinge in einem größeren europäischen Zusammenhang sieht, würde einem auffallen, dass die Demokratie zwar nicht in Deutschland, wohl aber in etlichen anderen europäischen Ländern an der Unmöglichkeit gescheitert ist, ethnisch heterogene „Bevölkerungen“ zu staatstragenden Nationen zu formen – was zu der Frage führen würde, ob Demokratie mit solcher Heterogenität überhaupt vereinbar ist.

Vor allem aber würde eine solche Sichtweise dazu führen, dass man begänne zu verstehen, worauf der Erfolg der Nationalsozialisten beruhte, und dass dies nicht einfach die Dummheit oder Bösartigkeit unserer Großeltern war, und speziell nicht einfach eine angeborene, mindestens aber kulturell verinnerlichte ideologische Verblendung. Dann wäre auch der neurotischen Selbstverdächtigung der Deutschen der Boden entzogen, auf dem jetzt der Kampf gegen Rechts geführt wird, dessen psychologische Grundlage eben diese Selbstverdächtigung ist. Wer sich nämlich selbst verdächtigt, qua Nationalität vom „Ungeist“ des Nationalismus und verwandter Ideologien infiziert zu sein, wird alles tun zu beweisen, dass er zu den nichtinfizierten „Guten“ gehört. Und genau dies ist auch der Sinn der Sache.

Es wird keine historische Aufklärung betrieben. Stattdessen konfrontiert man Kinder und Jugendliche mit Bildern von Auschwitz und Bergen-Belsen, die ob ihrer Schock- und Horrorwirkung auf dem Index der jugendgefährdenden Schriften stünden, wenn sie in irgendeinem andern Zusammenhang entstanden wären. Man erklärt Auschwitz zum „Gründungsmythos der Bundesrepublik“ und kommt nicht auf die Idee, dass bereits an der Formulierung irgendetwas krank sein könnte. Das Monstrum von einem Mahnmal, das man nicht zufällig direkt ans Brandenburger Tor geklotzt hat, enthält just diese Ideologie, buchstäblich in Stein gehauen. Man baut eine ganze Staatsideologie auf einem „Nie wieder“ auf, so als ob es für ein Volk und ein Staatswesen andere Gefahren nicht geben könnte, und verdächtigt als rechtsextrem, wer auf solche Gefahren hinweist.

Wenn man sich die Politik der deutschen – aber weiß Gott nicht nur der deutschen – Eliten ansieht, dann ahnt man auch, warum das geschieht. Da werden die Schleusen für Einwanderer geöffnet, deren Kultur mit unserer unvereinbar ist und die selbst bei engstirnigster ökonomischer Betrachtung alles andere als eine Bereicherung darstellen. Angeblich brauchen wir sie aus demographischen Gründen, sprich weil wir nicht genügend Kinder bekommen. Letzteres trifft zu.

Wenn aber dieselben Eliten, die dies feststellen (und damit die „Notwendigkeit“ von Immigration begründen) eine Politik treiben und eine Ideologie verbreiten (um nur zwei Beispiele zu nennen), wonach Frauen unbedingt Karriere machen müssten, weil sie sonst „benachteiligt“ seien, und wonach Homosexualität eine in jeder Hinsicht gleichberechtigte Lebensform sein müsse (obwohl sie das für ein Volk, das auch in Zukunft existieren möchte, erst recht für eines, das sich in einer demographischen Krise befindet, schlicht und einfach nicht sein kann), dann wird deutlich, dass die demographische Krise nicht gelöst, sondern benutzt werden soll, um die einheimischen Völker Europas in ihren eigenen Ländern in die Minderheit zu drängen.

(Es geht an dieser Stelle nicht um die Selbstverständlichkeit, dass Frauen, die Karriere machen wollen und können, daran nicht durch ihr Geschlecht gehindert werden sollen, sondern dass man mit massivster Propaganda und Quotenregelungen einen Sog erzeugt, der Frauen vom Familienleben fernhält. Im Einzelfall mag Familie und Karriere vereinbar sein, in der Masse ist sie es garantiert nicht. Es geht auch nicht um die Selbstverständlichkeit, dass ein freiheitlicher Staat sich nicht in das Intimleben seiner Bürger einmischt, sondern darum, dass man Jugendliche systematisch zur Homosexualität ermutigt und sie als attraktive Lebensform propagiert.)

Dieselben Eliten arbeiten daran, die Souveränität des Nationalstaats auf supranationale Organisationen zu übertragen, deren Daseinszweck darin besteht, alle Staaten, die ihnen angehören, einem einheitlichen Regelwerk zu unterwerfen, das damit zwangsläufig der demokratischen Kontrolle entzogen ist. Der Anwendungsbereich solcher Regeln, die angeblich auf internationaler Ebene notwendig sind, wird dabei zielstrebig immer mehr erweitert.

Nimmt man das alles zusammen: die systematische Verschärfung der demographischen Krise, die „Lösung“ durch forcierte Masseneinwanderung und die Selbstentmündigung der demokratischen Nationalstaaten, so lautet die Quintessenz, dass Völker als soziale Gegebenheiten wie als politische Einheiten aufhören sollen zu existieren – und das ist keine durchgeknallte rechte Verschwörungstheorie, das ist offizielle Politik: Man muss nur die wohlklingenden Phrasen von der „europäischen Integration“, der „Weltinnenpolitk“, von der „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“, von der „kulturellen Bereicherung“, den Segnungen der „Diversität“ und von der „Offenheit“ (eines Scheunentors) auf ihren rationalen Kern hin befragen und sich die Implikationen und Konsequenzen vor Augen halten, die es haben muss, wenn die westlichen Staaten einer solchen Ideologie folgen, dann liegt auf der Hand, dass hier die Utopie eines Weltsystems verfolgt wird, in dem Völker so wenig existieren werden wie Demokratie.

Nun steht einer solchen Politik die natürliche Neigung des Menschen entgegen, sich in Völkern zu organisieren (oder, abstrakter gesprochen: in Gruppen, die größer sind als die Familie, aber kleiner als die Menschheit), und deren Erhaltung und Entfaltung als hohen Wert zu empfinden. Da man dieses Empfinden nicht totkriegen kann, muss man es mit einem negativen Vorzeichen versehen. Da die Identifikation mit dem eigenen Volk eine anthropologische Konstante ist, sollen die Menschen wenigstens ein schlechtes Gewissen dabei haben und ihre eigenen, als „böse“ markierten Gefühle umso eifriger auf Andersdenkende projizieren, die ihres Patriotismus wegen als angebliche „Rechtsextremisten“ zur inquisitorischen Hexenjagd freigegeben sind.

Damit sie dieses schlechte Gewissen haben, sollen sie die unauslöschliche Schlechtigkeit und unvergebbare Schuld des eigenen Volkes als Ideologie verinnerlichen. Hier in Deutschland geschieht dies mithilfe der „Erinnerungskultur“, die sich auf den Holocaust bezieht, die Völker der ehemaligen Kolonialmächte sollen glauben, dass es nie etwas Schlimmeres gegeben habe als den Kolonialismus, die Amerikaner sollen sich für Sklaverei und Indianerausrottung schuldig fühlen, die Australier für das Schicksal der Aborigines usw., und das ganze wird zum Gedankenkomplex der „white guilt“ zusammengerührt, nach der sich auch Deutsche für den Kolonialismus, Engländer für den Holocaust, Franzosen für die Sklaverei irgendwie mitverantwortlich fühlen sollen. Das alles soll sich nun ein- für allemal nicht wiederholen, und dieses „Nie wieder“ soll jeden anderen Gesichtspunkt verdrängen.

Wer eine solche Ideologie verinnerlicht, kann die Existenz des eigenen Volkes nicht als etwas ansehen, das zu verteidigen sich lohnte. Er wird, ganz im Gegenteil, mit unausgesprochener Selbstverständlichkeit davon ausgehen, dass das eigene Volk sein Existenzrecht verwirkt habe, dass es also, wie die Nazis das genannt hätten, lebensunwert sei. Der Schuldkult soll die Gegner des liberal-globalistischen Paradigmas nicht nur ideologisch mattsetzen, sondern den Völkern des Westens die für ihre Fortexistenz notwendigen psychologischen Voraussetzungen entziehen. Völker, die nicht existieren wollen, die können und werden auf die Dauer nicht überleben.

Der Schuldkult ist also Teil eines Völkermordes mit anderen Mitteln. Die Nazis mit ihren Einsatzgruppen und Gaskammern waren in jeder Hinsicht blutige Amateure des Genozids, verglichen mit Ideologen, die ganze Völker dazu bringen, den Autogenozid zu wollen.

Versteh mich bitte richtig: Ich werfe weder Dir noch den Angehörigen Deiner Reisegruppe vor, dass Ihr diese Gesichtspunkte nicht gesehen habt. Ich kann nachvollziehen, dass man sich aus einer jüdischen Perspektive, die als solche auch völlig legitim ist, dafür interessiert, wie die Deutschen mit der Holocaust-Vergangenheit umgehen, und sie daran misst, dass sie ihn wenigstens nicht rechtfertigen oder beschönigen. Ich verstehe auch, dass man von diesem Standpunkt nicht auf die Frage kommt, ob die Deutschen mit ihrem masochistischen Übereifer womöglich nicht alle Tassen im Schrank haben?

Ich weise aber doch darauf hin, dass dieser Schuldkult von einem israelischen Standpunkt im höchsten Maße bedenklich sein sollte: Ihr beschwert Euch zu Recht, dass die Deutschen, und erst recht andere europäische Völker, zu wenig Verständnis für Eure Situation aufbringen und Euch mit Ratschlägen traktieren, deren Verwirklichung für Israel auf den nationalen Selbstmrod hinausliefe. Nun frage ich Dich: Wie soll eigentlich ein Volk, das wie besessen an der Selbstauflösung und am eigenen Untergang arbeitet, Verständnis für ein anderes haben, das um seine Existenz kämpft? Wie soll ein Volk, das den deutschen Charakter Deutschlands nicht für erhaltenswert hält (und dies sogar als Ausdruck einer besonders hohen politischen Moral betrachtet), eine Politik unterstützen, die darauf abzielt, den jüdischen Charakter Israels zu bewahren? Und was sollen Völker, die ihre eigenen Länder der muslimischen Masseneinwanderung öffnen, davon halten, dass Ihr den Palästinensern das „Rückkehrrecht“ verweigert, statt sie ans Herz zu drücken, um mit ihnen Multikulti zu spielen?“

80 Antworten auf Ein Brief nach Rungholt

  • Sehr gut. Danke !

  • Klasse geschrieben und auf den Punkt gebracht. Danke!

  • Der Brief ist ein großartiges Plädoyer für mehr praktische Vernunft in politischen Dingen.
     
    Aber welchen Schluß ziehst Du daraus, wenn Du siehst, dass man in Israel anscheinend sehr zufrieden mit dem erreichten Zustand Deutschlands ist, daß eifersüchtig über das weitere Voranschreiten dieses Prozesses gewacht wird – und man zugleich jüdische Institutionen im Land hat, die jedes Abweichen vom vorgezeichneten Kurs der nationalen Selbstauflösung maßregeln und in jeder Hinsicht Anführer beim Marsch der Linken in den Untergang sind?

  • @Thatcher
    Der Schluss ist, dass eigene destruktive Verhalten zu beenden und ungerechtfertigte Ansinnen an das eigenen Volk von Minderheiten oder von außen zu benennen und zurückzuweisen. Manfreds Bemühungen sind bereits vorbildlich.

  • @Thatcher.
     
    Diskutieren wir an dieser Stelle doch mal, was mit den Juden seit dem Zweiten Weltkrieg passiert.
     
    Nein, die Juden leiden nicht unter Identitätsverneinung, sie leiden aber unter etwas anderem, und das hat man exemplarisch beim letzten Krieg gegen die Hisbollah gesehen.
     
    Himmler hat in seiner Rede in Posen anno 43 unter anderem gesagt, daß es das Schlimmste für ihn wäre, wenn die Deutschen nach dem Krieg satt und fett würden.
     
    Auch wenn der Zusammenhang an dieser Stelle schon offensichtlich ist, um sich klarzumachen, was dieses bedeutet, satt und fett zu sein, bedenke man Deutschlands wirtschaftliche Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg. Unter Bretton-Woods wurde die D-Mark um das Vierfache unterbewertet, m.a.W. wurde den Deutschen ein völlig ungerechter Gegenwert für ihre Arbeit geboten, aber zu dieser Zeit wurde Deutschland reicher und reicher und sobald die D-Mark ihren tatsächlichen Gegenwert erlangte, ging es mit Deutschland wirtschaftlich bergab.
     
    Die Chinesen kapieren das und werten deshalb ihre Währung nicht auf.
     
    Natürlich will jeder einzelne derjenige sein, der ausbeutet und nicht derjenige, der ausgebeutet wird. Wenn sich indes ganze Staaten auf’s Ausbeuten verlegen, sorgt die menschliche Faulheit dafür, daß sie langsam aber sicher zu Grunde gehen. Aus staatlicher Sicht ist nichts wahnsinniger als die Tätigkeit der eigenen Bevölkerung herunterzufahren, und zwar deshalb, weil ein Mensch entweder konstruktiv beschäftigt ist oder destruktiv, die menschliche Motivation läßt nichts dazwischen zu.
     
    Juden wird heute überall auf der Welt dermaßen Zucker in den Arsch geblasen, daß sie geradezu bei lebendigem Leib verwesen.
     
    Und wer ist dafür verantwortlich außer ihnen selbst?
     
    Und genauso verhält es sich auch mit den Deutschen. Eine Gruppe Menschen ist für ihren Mangel an Organisation und gesellschaftlicher Selbstregulierung immer selbst verantwortlich, solange sie nicht durch Gewalt daran gehindert wird.

  • Trotzdem fällt mir die Ineinssetzung von persönlichen oder auch kollektiven Gefühlen mit Politik störend auf. Wenn sonst Argumente mit „Gefühlen“ gekontert werden, ist fast immer Vernebelung und Manipulation im Spiel. Als Deutscher könnte ich mir evtl. von Polen und Tschechen wünschen, daß sie 1% dessen an „Erinnerungskultur“ wegen der vertriebenen Deutschen betreiben, was wir wegen der Juden veranstalten. Dennoch kann ich es auch Polen und Tschechen nicht verübeln, dass sie das nicht tun, denn sie haben anscheinend begriffen, daß in der internationalen Politik die „Gefühle“ von Ausländern außen vor zu bleiben haben und deren Forderungen durch sie keine gesteigerte Legitimität zukommt.
     
    Diese „Stolpersteine“ sind angesichts der alternden Bevölkerung Deutschlands eine besondere Demütigung. Eine schiere Frechheit, die auch noch so zu nennen. Wird Israel für das zu erwartende höhere Aufkommen an Oberschenkelhalsbrüchen bei älteren Deutschen einstehen, oder verdient die „Generation der Täter“ nach fast 70 Jahren noch ein erhöhtes Unfallrisiko?
     
    Desweiteren bestehen die israelischen – oder jüdischen – Interessen ja auch hinter dieser Fassade aus „Gefühlen“ fort und werden durch diese noch erheblich befördert. Knallhart: Es gibt ein Interesse daran, dass es diesen Schuldkult in Deutschland gibt, daß er anhält und weiterhin Geld und nuklear bestückbare U-Boote generiert, während es andere (globalistische und mindestens zum Teil jüdische) Kreise anscheinend auf die autosuizidale „Neben“wirkung des Schuldkults abgesehen haben.
     
    Warum ist Israel der einzige Staat, der trotz milliardenschwerer Staatsverschuldung anscheinend keine Sparmaßnahmen nötig hat wie sonst alle Staaten des „Westens“? Die Kosten für die Unterhaltung der Armee und der Siedlungsprojekte auf besetztem Land dürften hoch sein, und das Universitäts- und das Sozialsystem gehören auch weltweit zum Besten und Teuersten. Wenn ich im Laden nach Importartikeln aus Israel schaue, finde ich aber nur Orangen, Feigen, Weizencräcker und hin und wieder mal ein Computerteil. Dieser Staat muß seine Einnahmen auf eine Weise erzielen, die weltweit ihresgleichen sucht.
     
    <blockquote>Aber sie sind nicht die “Anführer der Linken”.</blockquote>
     
    Doch, das sind sie. Grund des Mißverständnisses könnte sein, daß „jüdische Organisationen“ die Eigenschaft, jüdisch zu sein, nicht zwingend im Namen führen, wie z.B. die Frankfurter Schule.

    • Thatcher, bitte!

      Ich habe diesen Schuldkult und die damit betriebene Politik ausgiebig kritisiert. Das zwingt mich aber doch nicht, irgendjemandem seine persönlichen Gefühle übelzunehmen, oder?

      Was die Stolpersteine angeht, so heißen die nur im übertragenen Sinne so. Ich kann bezeugen, dass man darüber nicht mehr stolpern kann als über irgendeinen Pflasterstein eines gepflasterten Gehwegs.

      Ich sehe auch nicht, welcher Erkenntnisgewinn damit verbunden sein soll, von „mindestens zumTeil jüdischen Kreisen“ zu reden. „Mindestens zum Teil“ sind sie auch protestantisch, katholisch, atheistisch, erst recht islamisch.

      Woher willst Du eigentlich wissen, dass das Sozialsystem „zum besten und teuersten“ gehört? Im übrigen exportieren die Israelis nicht nur Obst, sondern auch HiTech, nicht zuletzt Sicherheitstechnik. Es wäre ja auch merkwürdig, wenn sie es mit einem Universitätssystem, das nach Deinen eigenen Worten zum besten und teuersten weltweit gehört, nicht weiter als bis zum Export von Apfelsinen bringen würden.

  • Sehr gut.
    Die mit Abstand beste Analyse über die Entstehung des Nationalsozialismus und des Verhältnisses zwischen Juden und Deutschen, die ich seit langem gelesen habe.

    Danke! Das trägt vielleicht dazu bei, dass mehr Leute aufwachen.

  • Manfred, Thatcher demonstriert mal wieder seine antisemitischen Tendenzen, die er offiziell natuerlich nicht hat.
    Israel als „Blutsauger“, der andere Nationen um ihr sauer Erworbenes bringt.
    Das israelische Sozialsyxtem ist in Wirklichkeit natuerlich um Klassen schlechter als das deutsche. Die Studiengebuehren dafuer erheblich hoeher und viele Lehrstuehle, Krankenhaeuser usw. werden durch juedische Stiftungen ins Leben gerufen und unterhalten.
    Bei den Importartikeln hat er natuerlich einiges uebersehen, z.B. die Aufklaerungsdrohnen. http://www.sueddeutsche.de/politik/bundeswehr-israel-bildet-deutsche-soldaten-aus-1.55312

  • Großartig! Danke!

  • Jeder, der sich mit der Materie befasst hat, und wer könnte sich ihr angesichts der seit 65 Jahren real bestehenden medialen Präsenz entziehen, hat bereits nur noch Stolpersteine im Kopf.
    Das wird sich zwangsläufig ändern, wenn der Bevölkerungsaustausch in diesem Land beendet ist. Ohne Denkmäler, ohne Stolpersteine, ohne das es überhaupt jemand zur Kenntnis nimmt.

  • Ich denke nicht, dass es ein von Israel gesteuertes Interesse daran gibt bzw. die israelische Regierung steuert, dass Deutschland in seiner eigenen Schuld versinkt. Dieses ewige „die mauscheln bestimmt hinter den Kulissen“ führt doch, gelinde gesagt, in eine Sackgasse. Das ist die gleiche Denke, die uns zu 9/11-Inside-Job Theorien führt, und dort wie hier auch kann ich dabei immer nur mit einem letztendlichen Argument gegen halten: der Kompetenz. Die israelische Regierung – so wechselhaft sie ist – ist sich ja bei schon bei der dringenden und naheliegenden Verteidigung ihres eigenen Staates in den letzten 20 Jahren selbst in den Füßen. Deshalb halte ich es mit einer Abwandlung des alten Sprichwortes demzufolge man nichts mit Bösartigkeit erklären sollte, dass man viel einfaches durch Dummheit oder Desinteresse erklären kann.

  • OK, mag sein, daß mein letzter Kommentar zu sehr in die Vollen ging. Aber der notwendigen Debatte kann das nur gut tun.
     
    Ruth, gehai das meinte ich mit der Ineinssetzung von Politik mit Gefühlen. Für Dich – und für allzu viele andere – ist alles „antisemitische Tendenz“, was sich erlaubt, etwas differenziert und auch kritisch mit den jüdischen Interessen, die zweifellos in unserem Staat bestehen, umzugehen. Da kriegt jeder Angst, und das Denken ist mal wieder beendet, derjenige, der sich vorwagt, hat außerdem den Schwarzen Peter inne. Das muß endlich aufhören.
     
    Ihr könnt nicht erwarten, daß es jemals einen fairen und sachgerechten Umgang mit euch gibt, solange ihr euch anmaßt, die Debatte mit solchen Mitteln immer wieder abzuwürgen. Überreaktionen sind dabei vorprogrammiert, und ihr könnt sogar noch froh sein, wenn diese dann nur verbal erfolgen. Wie soll man sich denn verhalten, wenn man euch das nicht wünscht, aber trotzdem immer wieder die Keule von euch bekommt?

  • Oho, auf die Antwort auf Piet bin ich schon gespannt.
     
    @submarine
    Zur Kenntnis nehmen vielleicht schon, aber die, die es zur Kenntnis nehmen werden, denen wirds egal sein.

    • @ Stratomunchkin:

      Oho, auf die Antwort auf Piet bin ich schon gespannt.

      Da muss ich Dich leider enttäuschen: Ich glaube nicht, dass ich einem Piet die Ehre antun sollte, auf sein Geschwätz einzugehen.

      • Kleine Erinnerung an die Kommentarregeln:

        Keine Chance haben … Missionare, die sich als Menschenfischer für ihre Ideologie betätigen wollen (…) Auch jeglicher Versuch, mich in Endlosdebatten über Themen zu verwickeln, die mich nicht interessieren, ist zum Scheitern verurteilt.

  • Typisch antisemtische Reaktion.
    Der Jude ist selber am Antisemitismus schuld und muss froh sein, wenn er nur verbal angemacht wird. Die Drohung ist unuebersehbar. Der arme Antisemit muss wider Willen zuschlagen, er moechte es ja wirklich nicht, aber angesichts der Tatsache, dass er als Antisemit bezeichnet wird, kann er das unmoeglich vermeiden.
    Manfred?
     

  • @Thatcher.
     
    Was du da jetzt rauskramst gehört in die Kategorie „Abbau von aggressiven Spannungen zwischen Eheleuten“.
     
    Wenn so eine Kampagne gefahren wird, wie zuletzt gegen die deutsche Industrie als es um das Thema Zwangsarbeiter ging, dann muß sich Deutschland halt überlegen was es macht, und dabei geht es nicht nur um „das Richtige“, sondern auch um Werbekosten etc.
     
    Wenn Juden meinen, daß Menschen, welche in einer solchen Kampagne antisemitische Klischees bestätigt sehen, selber Antisemiten sind oder auch ohne es selbst zu meinen öffentlich verbreiten, so ist das zunächst einmal eine intellektuelle Bankrotterklärung, ein Weg in eine Sackgasse, in welcher die Juden eines Tages gefangen sein könnten.
     
    Dbzgl. kann man Deutschlands Entgegenkommen als Teil einer Strategie verstehen, welche darauf abzielt, die Juden schließlich weltweit zu diskreditieren. Man könnte sagen, daß die Strategie auch ganz gut läuft.
     
    Es ist letztlich eine Entscheidung, welche die Juden selbst treffen müssen. Mag sein, daß sich einige darüber freuen, mit jedem Mist durchzukommen und bereit sind, die Verhältnisse, welche es ihnen erlauben, mit Zähnen und Fingernägeln zu verteidigen. Es ist sogar wahrscheinlich, daß es sich so verhält. Wenn man da nicht gekratzt und gebissen werden will, so läßt man sie einfach, schließlich ist es ja nicht der eigene Gatte, um den es hier geht.
     
    M.a.W., was die deutsche Regierung da macht ist u.U. sehr reif und erwachsen und was du hier vorschlägst kindisch.
     
    Außerdem ist es, wenigstens für mich, völlig offensichtlich, daß es gravierende Probleme mit den Deutschen gibt und daß diese zu lösen sind, damit sich die Verhältnisse in Deutschland verbessern. Deshalb ist es auch nur konsequent, den Blick auf sich selbst zu richten und darauf, was man selbst besser machen kann. Wie wenig letztlich der äußere Einfluß zählt, ergibt sich doch klar daraus, wenn man die Zeitspannen 1950-70, 70-90 und 90-2010 mit einander vergleicht, nennen wir sie mal Kellergesindel, Insel der Seligen und Protzstetten.
     
    Es ist die Geschichte wirtschaftlichen Aufstiegs, gefolgt von naivem Idealismus und schließlich gesellschaftlicher Zersetzung, ob der eigenen Unfähigkeit sich auf gesellschaftliche Ziele zu verständigen. So in etwa wie mit einem Sänger, der viel Geld verdient, es in eine Formal 1 Karriere steckt und nach zig geschrotteten Wagen  dem Alkohol verfällt.
     
    Es gab zu viele entwurzelte Generationen, von 1930-50 ja auch schon, keine Bezugspunkte, darauf hätte man strukturell reagieren müssen, hat man aber nicht in ausreichender Form getan. Man hätte örtliche Foren bilden müssen, in welchen Kultur gestaltet worden wäre, spätestens 1960. Natürlich wäre es schwer gewesen, gegen die Beatles etc. anzustinken, aber Amateurhaftigkeit hat eine liebenswerte Seite, welche man hätte betonen können und womöglich wäre es zu einer kontrollierten Synthese gekommen. Andernorts hat das schließlich auch funktioniert, aber in Deutschland gab es kein Band zwischen den Beatles und Peter Alexander.

  • Das Verhalten der „Antisemitismus“-Rufer erinnert mich an das gewisser kleiner Schwestern gegenüber ihren großen Geschwistern, wenn diese herausgefunden haben, daß die aus Kindersicht allmächtigen Eltern es ihnen nicht zutrauen, für Eskalation und Streit auch ihren Teil der Verantwortung zu tragen – und diese Situation dann kräftigst ausnutzen, da sie wissen, daß sie am Ende immer Recht bekommen. Da kann man es sich auch erlauben, nach Papi zu jammern. Wenn es zu Differenzen zwischen kleiner Schwester und größeren Geschwistern kommt, muß aus Elternsicht das größere, „reifere“ Kind dafür verantwortlich sein – alles andere wäre ja „antikleinschwesterlich“. Unrechtsbewußtsein oder auch nur Lernfähigkeit werden durch Entgegenkommen oder Verfallen in die üblichen Schablonen nicht gerade gefördert.
     
    Ich habe doch geschrieben, daß ich euch die Konsequenzen nicht wünsche, die das nach sich zieht. Die können weit schwerwiegender sein als ein paar Worte, die nun wirklich niemanden kränken. Ich weiß nur nicht, ob dieser Punkt wirklich verstanden wird: Ein Topf, in dem die Milch kocht, kocht irgendwann über. Gegen das Überkochen kann man grundsätzlich zweierlei Dinge tun: erstens die Temperatur so regeln, dass es nicht passiert, zweitens den Deckel mit Gewalt auf den Topf drücken. Letzteres ist zwar einfacher, funktioniert aber nur bis zu einem gewissen Punkt. Und wenn das nicht mehr hilft, ist nicht nur die Milch übergekocht, sondern auch der Topf kaputt.
     
    Ich mache mir aber wenig Hoffnung, daß dieser Vergleich jemals verstanden und beachtet wird.
     
    Intellektueller Bankrott – ich weiß nicht, ob es das wirklich ist. So sieht es zweifellos aus. Schlauheit und Gewinnstreben angesichts eingefahrener und reproduzierbar wiederholter Fehler könnte man aber auch vermuten. Ich halte es für sinnlos, diese „Antisemitismusdebatte“ wieder und wieder zu führen. Aber unter der Denkfigur, dass jeder, der den Juden einen Teil der Verantwortung für Konflikte zuweist, selbst ein eilfertig mundtot zu machender „Antisemit“ sei, verbirgt sich ein Rede- und Denkverbot, wie noch niemals ein extremeres ausgesprochen wurde. Man zeichnet Juden von vornherein frei von jeglicher wie auch immer gearteter Mitverantwortung, setzt ihnen quasi den Heiligenschein auf und betrachtet das als rechtmäßig. Der Inhaber der „elterlichen Macht“ in diesem Blog muß entscheiden, wie er mit derlei Kindereien künftig umgehen will.

    • @ Thatcher:

      Ich ärgere mich nicht erst seit gestern über den Mainstream-Umgang mit der deutschen Geschichte. Wenn ich das Thema bis jetzt eher gemieden habe, so deshalb, weil ich befürchtet habe, mir genau die Sorte Kommentare einzufangen, wie Du sie hier einstellst.

      Ich halte es für sinnlos, diese “Antisemitismusdebatte” wieder und wieder zu führen.

      Dann lass es doch. Und missbrauche vor allem nicht meinen Blog dazu. Und was den

      fairen und sachgerechten Umgang

      mit dem Thema angeht, so habe ich die Erfahrung gemacht, das man mit fairen und sachgerechten Argumenten eher Alkoholiker von der Flasche bekommt, als Antisemiten von ihrer unfairen, unsachgemäßen, willkürlichen und spekulativen Weltdeutung abzubringen.

      Du hast Deinen Standpunkt hier klargestellt; damit muss es gut sein. Du weißt genau, wo meine Toleranzgrenze verläuft, und ich weiß nicht, was Dich dazu bringt, sie immer wieder zu testen.

      Weitere einschlägige Kommentare werde ich löschen.

  •  
    Vielen Dank für diesen hervorragenden Brief!
    Ich glaube ich könnte noch solange suchen und würde nichts zum kritisieren finden!
    Einfach danke!

  • @WSD
     
    Coole Replik. War das beabsichtigt?

  • Fair enough.

  •  
    „Der Antisemit nimmt dem Juden nicht übel, wie er ist und was er tut, sondern dass er existiert.“  sagt Henryk M. Broder. http://lizaswelt.net/2008/06/16/antisemitismus-ohne-antisemiten/
    Ich denke nicht, dass jemand der hier schreibt, ein Antisemit in diesem Sinne ist.
    Gerade gestern hatte ich einen Vortrag gehört, in dem von der AIPAC gesprochen wurde und als deren Maxime bezeichnet wurde 1. Israel darf alles und 2. Israel darf nicht kritisiert werden.
    Kritik ist doch nicht gleichbedeutend mit Antisemitismus.

    Wenn der Zentralrat der Juden in Deutschland bzw. dessen Generalsekretär Stephan J.Kramer  sich für eine stärkere Zusammenarbeit von Juden und Muslimen bei der Bekämpfung von Extremismus ausspricht und darüber hinaus fordert , dass künftig bundesweit von Kita-Betreibern ein Nachweis verlangt werden soll, dass sie keine Rechtsextremen beschäftigen, erstaunt das schon, zumal in Deutschland jeder Islamkritiker ebenfalls als „rechtsextrem“ bezeichnet wird.  

    • Ich habe nicht behauptet, Kritik an Juden sei gleichbedeutend mit Antisemitismus.

    • Broders Ansicht ermutigt mich folgendes zu versuchen, nämlich einen anderen Bezugsrahmen herzustellen, um zu einer neuen Sichtweise zu gelangen. Ich glaube, daß sich damit verschiedene Fußfallen umgehen lassen.
      Ich stelle meinen Beitrag an dieser Stelle ein, obwohl es auch a.a.O. geschehen könnte, doch Broders Bemerkung lädt mich dazu ein…

      Wie ist mit folgenden Tatsachen umzugehen? Wie korrigieren bzw. vervollständigen sie unser Bild von Israel? Ausklammern bedeutet, sich selbst und andere zu täuschen. Es wäre eine nicht nur angemessene, sondern eine richtige Interpretation vonnöten.

      https://www.youtube.com/watch?v=07EZE-rQQtI Da sieht man, wie komplex und verworren diese Dinge sind… https://www.youtube.com/watch?v=CgyDO6wxZrg

      Meine erste Schlußfolgerung ist deshalb: Es gibt ZWEI Blöcke in Israel, die auf den ersten Blick kaum etwas miteinander zu tun haben, aber trotzdem nur zusammen das vollständige Bild ergeben, nämlich die zionistisch Gesonnenen und die Thora-Orthodoxen, die mit Zionismus nichts gemein haben wollen. Doch beide – so diametral sie sich gegenüberstehen – repräsentieren jeweils sehr prononciert (ihr) Israel.

      Die Orthodoxen wollen deshalb eher gar keine deutschen U-Boote, die man mit Atomsprengköpfen bestückt, womit sich, wie Martin von Crefeld meint, die gesamte Welt bedrohen und in Schach halten läßt, damit sie gehindert wird, ggf. noch eine zweite Shoa zu exekutieren. Und an der Stelle haben wir auch die Bruchstelle zw. Glauben und Unglauben.
      M. von Crefeld versteht (falls er sich überhaupt darum kümmert, was ich nicht weiß) Daniel 12:1 quasi als Aufforderung, sich nuklear zu armieren. Das würden die Orthodoxen ablehnen, denn sie glauben – wie ich meine – an ein übernatürliches Eintreten Gottes für Israel.
      An dieser Stelle sei erwähnt, daß es sich dabei um das biblische Harmageddon handelt, im NT wiederzufinden in Offb. 19:11-21. So ist das Verständnis des geoffenbarten christlichen (also nicht etwa des römisch-katholischen oder ökumenisch-protestantischen) Glaubens, für den Daniel 12:1 ebenfalls ein übernatürliches Ereignis sein wird, für das man deshalb auch keine Massenvernichtungswaffen benötigt.

      So wie die Juden selbst, werden sich auch die Christen entscheiden (müssen), ob sie sich den politischen Initiativen u/o Manövern verschiedener Akteure in der Nahost-Politik anvertrauen oder der Endzeitprophetie der Heiligen Schrift Glauben schenken wollen.
      Politik ist weltlich, biblische Prophetie ist geistlich. Die eine wie die andere bringt mit ihrer eigenen Sicht auch ihre speziellen Erwartungen hervor.
      Die prophetische Sichtweise scheint mir unkompliziert und einfach zu sein. Einzelheiten spielen da keine Rolle, denn die Geschichte des jüdischen Volkes seit der Eroberung Jerusalems durch Titus AD 70 wird hier bis zur Erfüllung der Zeiten der Heiden ganz knapp zusammengefaßt…
      Lk 21:24
      Und sie werden fallen durch die Schärfe des Schwerts und gefangen weggeführt werden unter alle Völker; und Jerusalem wird zertreten werden von den Heiden, bis die Zeiten der Heiden erfüllt sind, (was der Heidenapostel Paulus in Röm 11:25 bestätigt) …
      Anders gesagt, die Heilszeit für Israel setzt ab dem Zeitpunkt wieder ein, da alle Heiden, die sich durch den Glauben an Jesus Christus erretten ließen, errettet worden sind. Was dazwischenliegt, ist für die Bibel (hier das NT) nicht erwähnenswert.
      Da die Orientierung eines Christen biblisch ist, ist die Frage zu stellen, weshalb sich viele Christen dennoch an der weltlichen Nahost-Politik orientieren.

      Im AT schließlich haben wir zu Jerusalem eine Aussage, die sich m.E. auf Harmageddon bezieht:
      Sach 12:3
      Zur selben Zeit will ich Jerusalem machen zum Laststein allen Völkern; alle, die ihn wegheben wollen, sollen sich daran zerschneiden; denn es werden sich alle Heiden auf Erden wider sie versammeln (so auch Vers 9).

      In einer solchen Situation hätten die atomar bestückten U-Boote bereits versagt, weil ihre Aufgabe darin bestand, es zu einem solchen Aufmarsch der Feinde gar nicht erst kommen zu lassen. Das weiß der israelische Generalstab aber selber. Deshalb gehe ich davon aus, daß man diese biblische Schilderung nicht wörtlich nimmt, sondern ein eigenes Szenario hat. Dies ist eben die weltliche Sicht, nicht die des Glaubens.

      Okay. Und worin besteht nun der andere Bezugsrahmen?
      Er besteht darin, zu einer radikalen Vereinfachung zu kommen, deren Koordinaten nur der Glaube und der Unglaube sind. Dabei spielt die Vergangenheit keine Rolle mehr. Die Juden sollten in ihr Heimatland zurückkehren, das war schon die Prophetie des AT an zahlreichen Stellen. Sie sind zurückgekehrt und haben 1948 ihren eigenen Staat gegründet.
      Die weltlich gesonnenen Juden treffen Vorsichtsmaßnahmen gegen eine potentielle zweite Shoa… mit welchen politisch-militärischen Konsequenzen auch immer. Die gläubigen Juden warten auf das Kommen des Messias und vertrauen auf die Bibel (hier das AT).

      Die Christen weltweit versuchen sich zu Israel zu positionieren. Dabei hat der Vatikan eine ganz andere (nämlich höchst politische) Perspektive als z.B. freie protestantische Gemeinden überall auf der Welt. Die Position des Vatikans resultiert aus weltlichen Motiven, die letztlich das Ergebnis seines vor langer Zeit geschehenen Abfalls vom Evangelium ist. Die Position freier Gemeinden, soweit sie noch nicht ökumenisiert worden sind, ist eine unpolitische und weit mehr an der Bibel orientierte.

      Deshalb spiegelt sich hier die Spaltung Israels in zionistisch Gesonnene und Orthodoxe, also in weltlich Orientierte und geistlich Orientierte, in Ungläubige und Gläubige.

      Um es nun auf die einfachst mögliche Formel zu bringen: Wirkliche Christen können keine Antisemiten sein. Sie haben die Sicht und die Einstellung von Röm 11. Umgekehrt ist jeder Antisemit gar kein Christ, sondern ein weltlich-politisch denkender Zeitgenosse (das gilt auch für bestimmte (teils antizionistisch gesonnene) christliche Gruppierungen, die die Juden am liebsten jetzt sofort und selber zum Christentum bekehren möchten) oder aber Anhänger einer im Kern ohnehin antisemitischen Religion wie dem Islam oder auch weiten Teilen des Katholizismus.

      Die Schlacht von Harmageddon wird alle die vernichten, die antisemitisch und antichristlich waren, denn der Gott der Juden ist auch der Gott der Christen (nicht der christlichen Kirchen und Denominationen, deren Glaubensbekenntnis die Trinität ist).

  • Das habe ich auch nicht gesagt.  Vielleicht habe ich Ruth falsch verstanden. Sorry.

  • Ein schöner Kommentar, den ich zum größten Teil unterschreiben könnte.
    Auch die daran entsponnene Diskussion finde ich, bis auf den notorischen „Du bist aber ein Antisemit, weil …“-Teil, ganz angenehm. Laßt diesen Unfug doch einfach sein. Derlei führt schon seit Jahrzehnten zu nichts. Es ist einfach völlig fruchtlos sich gegen unterstellten Antisemitismus zu verteidigen, weil ein Verdacht eben immer eine Emotion ist, die sich dem logischen bzw. sachlichen Zugang entzieht.

  • Ja, das hast Du Submarine,
    Ich hatte keineswegs jede Kritik an Juden oder an Israel als Antisemitimus bezeichnet., sondern ein einzelnes, klassisch antisemitsches Klischee aus Thatschers Diskurs isoliert. Da dieses „Argument“ ueberhaupt nicht belegt und nachweislich faktenwidrig ist, verhaertet sich der Eindruck, dass es sich um ein antisemitisches Klischee handelt.

  • Toda Raba, Ruth. Jetzt kann ich den Thatcher besser einschätzen.

  • Nein Ruth,
    Du hast kein „klassisch antisemitisches Klischee aus Thatchers Diskurs isoliert“, sondern dessen These zu einem argumentum ad hominem gewendet.
    Dass es sich bei Thatchers These nur um die andere Sichtweise des „Was war zuerst da – Huhn oder Ei?“ handelt, versuchst Du durch persönliche Herabwürdigung und mithilfe eines gängigen philosemitischen (daher salonfähigen) Stereotyps zu überdecken.
    Das ist aber nichts Neues und ehrlich gesagt relativ langweilig, wenn man die pränationalsozialistischen, ernstgemeinten Diskussionen zur Judenfrage kennt. Es gab eine Zeit in Deutschland, in der NSler, Zionisten, Christen und Kommunisten ganz offen ihre Vorstellungen von den Konflikten, die mit und um Juden enstehen, nebeneinander dargelegt haben. Vielleicht ist es als Jüdin auch sinnvoll, sich mit den Sichtweisen der anderen auseinanderzusetzen.
    Aber Toda Raba für Deine Offenheit.
     

  • Druide,
    lies noch einmal nach:
    Thatcher hatte unbelegt und den Fakten widersprechend behauptet, Israel wuerde sich eines der teuersten Sozialsysteme und Bildungssysteme leisten, obwohl die israelische Wirtschaft kaum Waren exportiert. Insinuiert wurde, dass Israel sich Finanzen durch internationale Erpressung, vor allem wohl der Deutschen, beschafft.
    Das ist eindeutig eine Variante, des Motivs „Blutsauger“, „juedische Raffgier“, „raffendes Kapital“ im Gegensatz zum schaffenden Kapital.
    Dies ist nicht das erste Mal, das ich bei Thatcher auf derartige Indizien treffe. Seine Reaktion, Juden sind am Antisemitismus selber schuld, sie loesen ihn aus, indem sie mit der Antisemitismuskeule fuchteln, spricht ebenfalls fuer meine These.
    Dein Link scheint mir an der Sache orbeizugehen, wobei ich bisher nur die Eingangssaetze gelesen habe. Die Diskussion drehte sich um das Zusammenleben von Juden und Deutschen, wobei die Unterschiedlichkeit (von Rasse oder Kultur, soweit habe ich noch nicht gelesen) Reibungen verursachen kann.
    Genau dieses Problem wollte Herzl dadurch loesen, dass Juden in einem ueberwiegend juedischen Staat zusammenleben. Ich persoenlich lebe in Israel.
    Und siehe, Antisemiten lassen sich deswegen nicht den Wind aus den Segeln nehmen. Die althergebrachten, antisemitischen Stereotypen lassen sich auch auf den Staat Israel uebertragen, siehe oben.
     
     

  • Es ist zum aus der Haut fahren. Schon wieder endet eine wichtige und interessante Diskussion in Antisemitismusvorwürfen.
     
    Ich kann ja verstehen, daß der Antisemitismus für euch als Juden ein echtes Problem ist, aber wo ist da eigentlich die Relevanz für mich, als nicht-jüdischen Deutschen? Mir schadet der Antisemitismus überhaupt nicht. Wieso sollte er mich also kümmern?
     
    Wenn die halbe Welt euch hasst und verachtet, dann haben diese Personen entweder einen guten Grund oder Hirngespinste. Für beides gibt es dann wenig Bedarf weiterer Diskussion, weil es so oder so fruchtlos enden muß.

  • „Mir schadet der Antisemitismus überhaupt nicht. Wieso sollte er mich also kümmern?
    aber wo ist da eigentlich die Relevanz für mich, als nicht-jüdischen Deutschen?“
     
    Eine unerträgliche Arroganz. Dann kann man ja Völker ausrotten, solange Typen wie Sie nicht betroffen sind!
    Judenhass ist euer Problem, denn er kommt von euch Nichtjuden.
    Ja, es ist aus der Haut zu fahren, bei soviel Ignoranz.

  • „Dann kann man ja Völker ausrotten, solange Typen wie Sie nicht betroffen sind!“
    Und, gilt das auch für die Palästinenser?
     

  • Habe mir länger überlegt, ob ich den Kommentarverlauf hier nicht auch noch kommentieren soll, das werde ich jetzt tun. Ich fürchte, es könnte eine Zumutung sein.
    Zunächst mal: Thatcher, ich verstehe nicht, wie Du hier so pauschal gegen Israel und Juden schreibst. Auch weil ich Deine Beiträge in der Vergangenheit schätzte.
    Das ist imho auch nicht mehr spezifische punktuelle Kritik an bestimmten Juden als vorgebliche oder tatsächliche Vertreter jüdischer Interessen oder an Israel.
    Ich werde mal etwas weiter ausholen: Du erwähntest die Frankfurter Schule als <i>“jüdische Organisation“</i>. Nun befaßt sich z.B. der amerikanische Autor Kevin MacDonald in seiner Reihe „Culture of Critique“ u.a. mit der Frankfurter Schule. Er wirft ihr grob vor, daß es deren Strategie gewesen sei, westliche Kultur negativ zu stereotypisieren und den Gruppenzusammenhalt nicht-jüdischer Gruppen als etwas Pathologisches, zu Bekämpfendes zu beschreiben („The Frankfurt School Of Social Research And The Pathologization Of Gentile Group Allegiances“) bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung oder Festigung jüdischer Identität. Nun habe ich den Eindruck, daß MacDonald in dem Buch sehr wissenschaftlich arbeitet, viel zitiert, um das Bild, das er zeichnet, faktisch zu belegen. Freilich glaube ich nicht, daß er damit das Wesen von Intellektuellenbewegungen, deren Protagonisten weit überdurchschnittlich jüdischer Herkunft sind, auch nur annähernd vollständig beschreibt.
    Nun ist aber der Grat zwischen Ressentiment und Kritik bei dem Themenkreis sehr schmal und ich sehe MacDonald, zumindest seine Webseite „occidentalobserver“, recht deutlich im Lager des Ressentiments. Er scheint immer weiter nach rechts abgedriftet zu sein und das, was manche Autoren dort schreiben ist sicher nicht mehr diskutabel.

  • Manfred, ich bin zwar nicht mit allem was du geschrieben hast einverstanden, verstehe aber, dass dich manches stört.
    Ich stelle mir nur die Frage, wem du dafür die „Schuld“ gibst, bzw. wer ist dafür in deinen Augen verantwortlich?
    Es ist richtig, dass die Aufklärung, warum es zum Nationalsozialismus kam, wenig erörtert wird, aber meinst du, man könne das durch Denkmale?
    Ich lese die sog. Stolpersteine immer, einfach weil es mich interessiert, wer mal wo gelebt hat, so wird die Shoa sozusagen anschaulich, wenn Namen dahinter stehen.
    Auch ist es, denke ich, kein Problem sich mit den Hintergründen des NS-Regimes zu beschäftigen, wie z.B. dem Versailler Vertrag. Wer wird daran gehindert? Auch zu meiner Schulzeit war das ein großes Thema. Wer will, kann sich doch sehr gut darüber informieren.
    Widersprechen möchte ich aber deiner These, dass Hitler als reiner Selbstverteidigung so aufgerüstet hatte, denn das er auf Krieg aus war, ist unbetritten. Siehe z.B. das Hoßbach-Protokoll.
     


     

    • @ Yael:

      Also das Fass mit der Vorgeschichte des Zweiten Weltkriegs werde ich jetzt nicht aufmachen; da Du aber speziell das Hoßbach-Protokoll erwähnst, lege ich Dir meine Rezension von Schultze-Rhonhof ans Herz:

      http://korrektheiten.com/2009/10/24/gerd-schultze-rhonhof-1939-der-krieg-der-viele-vaeter-hatte-rezension/

      Ich stelle mir nur die Frage, wem du dafür die “Schuld” gibst, bzw. wer ist dafür in deinen Augen verantwortlich?

      Jedenfalls nicht, zumindest nicht primär und schon gar nicht pauschal „die Juden“, falls es das ist, worauf Du hinauswillst. Was mich stört, ist eine linke Ideologie, die die Verteidigung des eigenen Landes, des eigenen Volkes, der eigenen Kultur und Religion als moralisch anrüchig, fundamentalistisch oder rechtsradikal denunziert. Erst recht stört mich, dass diese Ideologie keine Außenseiterposition ist, sondern, dass der, der ihr widerspricht, mindestens die Beweislast trägt, dass es überhaupt legitim sei, ihr zu widersprechen. Völker, die eine derart kranke Ideologie als Selbstverständlichkeit verinnerlichen, gehen unweigerlich unter, und mit ihnen ihre Kultur, die dann, voraussichtlich nach blutigen Krisen, durch eine andere ersetzt wird, in unserem Fall also voraussichtlich durch eine islamische. Die Keulen, mit denen man den westlichen Völkern ihren Stolz und ihren Selbstbehauptungswillen auszutreiben versucht, variieren von Land zu Land. Im angelsächsischen Sprachraum ist es die white guilt, bei uns ist es der Holocaust; aber das habe ich ja im Artikel schon geschrieben.

      • @ Thatcher:

        Ich wollte die Debatte zwar eigentlich beenden, aber da sich nun so viele Kommentatoren auf Dich bezogen haben (und ich die nicht alle löschen will), kann ich Dir der Fairness halber nicht verwehren, Dich zu verteidigen. Falls Du also willst, hast Du das Wort.

  • Gedenkstätten und Gedenken sind auch völlig in Ordnung.
    Wie sollen die Nachkriegsgenerationen sich schuldig fühlen für das, was eine politische Minderheit zu verantworten hatte. Indes tobt seit 65 Jahren der Kampf gegen Rechts. Tagtäglich in irgendwelchen Medien, immer die gleichen Bilder, die gleichen Geschichten und die vor Betroffenheit triefenden Moderatoren. Wen wundert es, dass das keiner mehr hören kann. Den Kindern sagt man, dass ihre Ur-Urgrossväter alle Verbrecher waren. Den Deutschen wird suggeriert , dass sie das Kainsvolk sind mit den Mördergenen.
    Immer und immer wieder. Deutsche Politiker sind und waren der Auffassung, dass die Deutschen von innen ausgedünnt und von aussen eingehegt werden müssen.  Die „Ausdünnung“ ist mittels Einwanderung von Muslimen in vollem Gange. Wer dagegen ist, ist ein Nazi oder ein Rechtsextremer.
    Noch hat das System nicht alle von der Schlechtigkeit der Deutschen und dass sie als Nation aufhören müssen zu existieren, überzeugen können. Thatcher gehört dazu. Ich glaube nicht , dass man jemand als Antisemit bezeichnen kann, nur weil er von einigen fragwürdig global agierenden  Juden spricht. Solche Fragwürdigen gibt es in allen Nationen, und darüber darf jeder sprechen.
    Es wird wahrscheinlich niemals mehr möglich sein, frei und auch kontrovers über 12 Jahre deutsche Geschichte und die Hintergründe dazu, zu diskutieren, ohne sich dem Vorwurf auszusetzen Nazi oder rechtsextrem zu sein, nicht mit Deutschen, nicht mit Israelis. Insofern kann man sich derartige Diskussionen schenken.

    Menschlich gesehen würde ich, wenn ich Betroffener wäre, auch nicht mit Deutschen diskutieren wollen und insofern Hut ab vor Menachim Begin.

  • Achja, V., ich vergaß, die Palästinenser werden ja ausgerottet.
    Ich bin übrigens Deutsche, falls es Ihnen entgangen ist.

  • „Jedenfalls nicht, zumindest nicht primär und schon gar nicht pauschal “die Juden”, falls es das ist, worauf Du hinauswillst.“
    Nein, das war eine völlig wertfreie Frage.
     
    Ich stimme dir ansonsten uneingeschränkt zu.
    Danke für den Link, ich werde ihn in Ruhe lesen.

  • Großartiges Essay, Manfred! Ich hätte aber eine Nachfrage wegen dieser Aussage im Kommentarbereich:

    Ich sehe nicht ein, warum für diese Studentin – oder überhaupt für Israelis – unsere deutsche Perspektive maßgeblich sein soll; so, wie ich eben auch nicht einsehe, warum wir uns eine jüdische oder israelische Perspektive aneignen sollten. Man kann doch akzeptieren, dass dieselbe Geschichte von Angehörigen verschiedener Völker unter verschiedenen Gesichtspunkten befragt wird.

    Das würde implizieren, dass es keine objektiven Wahrheiten gibt und das ist schlichtweg falsch.

    @ Yael:

    Achja, V., ich vergaß, die Palästinenser werden ja ausgerottet.
    Ich bin übrigens Deutsche, falls es Ihnen entgangen ist.

    Wenn man als Deutsche nicht für eine Jüdin gehalten werden will, sollte man sich nicht ein Nick zulegen, das eindeutig jüdisch besetzt ist, es sei denn, man wollte Reaktionen provozieren (was ich verstehen könnte) wie die, auf die Sie geantwortet haben. (In der SACHE bin ich übrigens völlig d’accord mit Ihnen.)

    • Wie bekommt man hier verdammtnochmal Zitate sauber dargestellt???

      Gute Frage. Ich sehe gerade, dass der Editor im Kommentarbereich etwas unvollständig ist. Ich hoffe, ich bekomme heute nocht etwas Besseres. Bis dahin behelft euch bitte mit Kursivschrift.

      • So, jetzt habe ich den Knopf gefunden. Ab jetzt habt Ihr in der Leiste auch das Anführungszeichen als Zitiersymbol. Bitte um Verzeihung, dass mir dessen Fehlen nicht schon früher aufgefallen ist.

    • Das würde implizieren, dass es keine objektiven Wahrheiten gibt

      Nein, das impliziert es keineswegs. Man kann sich über die historischen Fakten einig sein, aber der Geschichte dennoch unterschiedlich Fragen stellen. Angesehen davon lassen die Fakten sehr häufig mehr als eine Interpretation zu, ungefähr so, wie ein und dieselbe Wortfolge unterschiedliche Sätze ergeben kann, je nachdem, wie man sie interpunktiert.

  • Wie bekommt man hier verdammtnochmal Zitate sauber dargestellt???

  • @Yael. Palästinenser?
     
    Ich dachte, laut israelischer Linie gibt es überhaupt keine Palästinenser.
     
    Und was es nicht gibt, das kann man auch nicht ausrotten.
     
    In sofern versteht sich das doch von selbst.
     
    Deutschland hätte 1939 mal sagen sollen, es gibt überhaupt keine Polen. Das sind alles Slaven. Und die haben so viel Platz in der Sowjetunion, was wollen die eigentlich in Ostdeutschland?
     
    Wahrscheinlich hätte man die Deutschen damals dafür allerdings für verrückt erklärt.
     
    Bringen wir also einen Tost auf den Fortschritt der neurolinguistischen Programmierung aus!

  • Nochmal zum Thema des Essays. Ich kann nachvollziehen, dass man sich in Deutschland mittlerweile überall von verhängnisvollen Zusammenhängen umzingelt sieht. Die gibt es selbstverständlich und „white guilt“ und Holocaustinstrumentalisierung spielen eine große Rolle dabei, entsprechend der Analyse Manfreds.
    Allerdings gibt es doch auch auch andere wichtige, vielleicht sogar wichtigere Faktoren für den Geburtenrückgang. Erinnert sei etwa an Heinsohns These von der Zeugungsfaulheit der Lohnabhängigen mit Rentenanspruch. Der Westen kämpft dementsprechend nicht als einziges mit kärglicher Reproduktionsrate, sondern auch viele asiatische Länder, die im Überganz zur sozialen , ökonomischen und politischen Moderne sind oder bereits ganz dort angekommen. Neben Japan sind etwa Thailand, Südkorea, Singapur und Taiwan schon länger unter den nötigen Durchschnittswert von zwei Kindern pro Frau gesunken. Und was wäre heute mit China, wenn die Beschränkungspolitik dort wegfiele? Alles scheint in die Städte und urbanen Zentren des Landes zu drängen, dass diese aufstrebende Generation sofort wieder auf Großfamilie umstellen würde, wenn es plötzlich erlaubt wäre, ist unwahrscheinlich. 
    Ich frage mich daher eher: wie überhaupt weiter, welche Konzepte sind wirklich zukunftsfähig?
    http://www.tagesspiegel.de/meinung/kommentare/moerderische-einkindpolitik/1708198.html
    @Ferdinand
    Verstehe nicht, in welchem Sinne Du von der Frankfurter Schule sprichst, wer ist damit gemeint und was sollen die gemeinsamen Ziele gewesen sein?
    Die „Dialektik der Aufklärung“ enthält jedenfalls bis heute wichtige und richtige Einsichten. Selbst der Wikieintrag reicht da aus, um das zu sehen. Dass die Aufklärung selbst immer wieder in extremen Irrationalismus zurückfällt und neue Mythen bildet, wo sie meint alte abzubauen, stimmt einfach. Viele Beobachtungen zur Massen- und Konsumkultur aus der Ecke Horkheimer/Adorno könnten dazu ebenso von rechts geäußert sein.
    Adorno war definitv kein sozialistischer Blödian oder Verächter der europäischen Kultur als solcher. Im Gegenteil kann ich als Konservative seine Kritik an vielen Aspekten der Moderne besten Gewissens bejahen, auch wenn er in anderen Bereichen – durch eine dann doch linke und gottverlassene Brille – oft danaben lag oder radikal über’s Ziel hinausschoss.
     
     

  • „Wenn man als Deutsche nicht für eine Jüdin gehalten werden will, sollte man sich nicht ein Nick zulegen, das eindeutig jüdisch besetzt ist, es sei denn, man wollte Reaktionen provozieren…“
     
    Schließen sich Jude und Deutsche aus? Ich bin Jüdin, aber auch Deutsche.

  • Aja, jetzt ist das Zitiersymbol da.
    Jedenfalls stimmt das, was MacDonald schreibt, haargenau für die nichtjüdischen „Antideutschen“: Patriotismus in Deutschland ist für sie untrennbar mit Antisemitismus verknüpft und deswegen grundsätzlich zu bekämpfen, Patriotismus in Israel sehen sie hingegen als positiv an.
    Dazu ein passendes Zitat bei Eussner gefunden:

    Es ist nicht zuletzt das kleine Häuflein Antideutscher (das sich übrigens mitnichten als „links“ begreift und auch nicht „links“ ist, insoweit es vehement für Israel Partei ergreift), das gegen solche Anmaßungen mit plakativen Forderungen Opposition betreibt.

  • @ Monalisa
     
    Nicht ich habe hier die Frankfurter Schule kritisiert, sondern der erwähnte Autor Kevin MacDonald in seinem Werk „Culture of Critique“, er hebt dabei die „Studien zur Autoritären Persönlichkeit“ besonders hervor.
    Er unterstellt der Frankfurter Schule u.a. dabei, das sie, vorgeblich um Antisemitismus zu bekämpfen, Zusammengehörigkeitsgefühl in westlichen Gesellschaften als etwas Krankhaftes beschreibe, weil dieses ständig neuen Antisemitismus hervorbrächte:
    „The end of anti-Semitism is thus viewed as a precondition for the
    development of a utopian society and the liberation of humanity—perhaps the
    closest that the Frankfurt School ever came to defining utopia. The envisioned
    utopian society is one in which Judaism can continue as a cohesive group but in
    which cohesive, nationalistic, corporate gentile groups based on conformity to
    group norms have been abolished as manifestations of psychopathology.“

  • Yael sagt: „Schließen sich Jude und Deutsche aus? Ich bin Jüdin, aber auch Deutsche.“
    Nein, sicher schließt sich das nicht aus, dennoch ist das ist eine heikle Frage. Ich habe mir der Einfachheit halber angewöhnt, zwischen Deutschen und Juden (deutschen Juden) in bestimmten Zusammenhängen sprachlich zu unterscheiden. „Nichtjüdische Deutsche“ finde ich unbeholfen und es hat für mich irgendwie einen unehrlichen Klang. Ohne die Schuldkomplexfrage wieder neu aufwerfen zu wollen, finde ich, dass es nicht nur problematisch ist, Juden auszugrenzen, sondern auch, sie zu vereinnahmen, als ob nichts gewesen wäre. Vielleicht erkläre ich mal, wie ich dazu gekommen bin: Ich habe in grauer Vorzeit mal das Diskussionsboard auf Broders Webseite moderiert. Es ist schon vor vielen Jahren eingestellt worden. Da müllte uns eine Durchgeknallte zu, die unter dem Nick „Sarah Mandelbaum“ postete. Irgendwann stellte sich heraus, wer sie wirklich war und dass sie einen ur-nichtjüdisch-deutschen Namen trug. Sie war nicht offen antisemitisch, sondern eine von den grenzwertigen Philosemiten, die immer „jüdische Freunde“ haben, den Juden erklären wollen, was gut für sie ist, irgendwie krankhaft fasziniert von Juden und dem Judentum sind und von ihren Klezmer-Musikstunden gleich weiter zur Pro-Pal-Demo laufen. Diese Art des krankhaft-faszinierten Philosemitismus (in seiner krassesten Form repräsentiert ihn Benjamin Wilkomirski) ist darin begründet, was ich, mangels eines besseren Begriffs, „mangelnden Abstand“ nenne und der Grund für meine „Sprachregeling“.
    Allerdings kann diese, wie man eben hier gesehen hat, auch zu Missverständnissen führen. Ehrlich gesagt, eine wirklich gute Lösung weiß ich nicht.
    Ich führe manchmal geschäftliche Transaktionen durch für einen Freund, dessen Eltern polnische Juden sind, der einen polnisch (aber nicht jüdisch)  klingenden Familiennamen trägt und der weder in Deutschland, noch in Polen lebt. Das führt manchmal zu der Frage, was er denn für ein Landsmann sei. Klar, dass ich darauf antworte, dass er Deutscher ist, denn das ist er und das ist das einzige, das in diesem Zusammenhang interessiert. Es gibt aber eben auch andere Situationen, in denen man um eine Unterscheidung nicht herumkommt. Weißt du eine bessere Lösung?

  • @Manfred. Kleines Detail am Rande… „Neuere Einträge“ führt zu den älteren Einträgen und „Ältere Einträge“ führt zu den neueren Einträgen.

  • Yahel, richtig, wir sprechen ja auch von Deutschen und nicht von „Christen“, also müsste es korrekt heissen, „Deutsche, jüdischen Glaubens“, wenn man meint, das erwähnen zu müssen. Oder aber von „Deutschen, christlichen Glaubens“, oder von „Deutschen ohne Religionszugehörigkeit“ usw.

    Jetzt wird es aber etwas problematischer; denn nehmen wir zum Beispiel Amerikaner, keiner, den ich kenne, erwähnt, dass er Christ, egal welcher Richtung, ist. Das kommt, wenn überhaupt, ganz beiläufig zur Sprache. Amerikaner, jüdischen Glaubens, um es korrekt zu bezeichnen, stellen ihren Glauben zumindest sehr viel mehr in den Vordergrund als andere amerikanische Bürger, ob sie nun Hindus, Buddhisten oder sonst etwas sind. Die Ausnahme sind vielleicht noch die Muslime.

    Unlängst hatte ich einen interessanten Artikel gelesen „Die Geschichte der Juden in New York“ bezeichnender Weise, ob jemals jemand einen ähnlichen Artikel explizit über die Christen, die Hindus etc. in New York geschrieben hat, weiss ich nicht.
    In dem Artikel beklagt die Autorin: 
    „Das Reformjudentum hat viele Juden von ihren religiösen Wurzeln gelöst und die Heiratsrate zwischen Juden und Christen ist in den letzten Jahren alarmierend angestiegen—einer Umfrage von 1991 zufolge handelt es sich um 52 Prozent.“
    http://www.tekla-szymanski.com/germ8juden.html
    Mich hat erstaunt, dass die Autorin die gestiegene Heinratsrate zwischen Juden und Christen „alarmierend“ findet.
    Was ich damit sagen will ist,  es scheint eine unumstössliche Tatsache zu sein, dass es zwischen den Angehörigen der unterschiedlichen Religionen wesentliche Ressentiments gibt. 
    Mich würde interessieren, als was sich Juden in erster Linie sehen, als Deutsche, oder als Amerikaner, oder sonst als Angehöriger einer jeweiligen Nation, oder als Jude mit der Nationalität X?
    Von den Muslimen wissen wir, dass sie sich als Teil der Ummah sehen, unabhängig davon, welcher Nationalität sie angehören. Christen sehen sich nicht als weltweite Einheit, für sie ist wohl NOCH die jeweilige Nationalität  wichtiger.
     Aber die Globalisten arbeiten sehr erfolgreich an der „Weltgemeinschaft“  ohne Nationalitäten.

  • @Ferdinand
    Ich habe ein paar der Zitate aus der „Dialektik der Aufklärung“ bei McDonald überprüft und bin dabei zu der Überzeugung gelangt, dass er das Buch weder im Original noch in der Übersetzung tatsächlich gelesen hat. Er schustert sich irgendetwas aus der Sekundärliteratur zusammen und entlang seinen eigenen vorgefassten Meinungen. Weder setzen Horkheimer/Adorno den Antisemitismus der Nazis mit christlichen Antijudaismus gleich, noch beschreiben sie das Christentum als grundsätzlich defizitär im Vergleich zum Judentum.
    Zwar sind ihre marxistischen Erklärungsansätze nicht gerade überzeugend, aber ein paar Treffer landen sie en passent auch in ihrem Kapitel zum Antisemitismus. (Wenn man es denn kennen würde und gelesen hätte).
    Auch die Absätze zu Freud und die Interpretation diverser Zitate erscheint mir überwiegend hanebüchen. Was Freud tatsächlich in „Der Mann Moses und der Monotheismus“ schreibt, lässt sich etwa hier nachvollziehen:
    http://www.guenter-schulte.de/materialien/philoreligion/philoreligion_09.html
    Damit lag Freud übrigens vollkommen richtig, dass ist meine eigene wiederkehrende Erfahrung:
    Unter einer dünnen Tünche von Christentum sind sie geblieben, was ihre Ahnen waren, die einem barbarischen Polytheismus huldigten. Sie haben ihren Groll gegen die neue, ihnen aufgedrängte Religion nicht überwunden, aber sie haben ihn auf die Quelle verschoben, von der das Christentum zu ihnen kam. (…) Ihr Judenhass ist im Grunde Christenhass.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Mann_Moses_und_die_monotheistische_Religion
    Dass er religiöse Bedürfnisse generell als infantil einstufte, steht auf einem anderen Blatt, dürfte jedoch in der „Szene“ um McDonald höchstens geheuchelte Empörung auslösen.
     

  • Unter einer dünnen Tünche von Christentum sind sie geblieben, was ihre Ahnen waren, die einem barbarischen Polytheismus huldigten. Sie haben ihren Groll gegen die neue, ihnen aufgedrängte Religion nicht überwunden, aber sie haben ihn auf die Quelle verschoben, von der das Christentum zu ihnen kam. (…) Ihr Judenhass ist im Grunde Christenhass.

    Das ist der grösste Schwachsinn, den ich je gelesen habe.
    Wenn ich von Freud lese: “ Schamlosigkeit ist ein sicheres Zeichen von Schwachsinn“,
    so kann ich dem ohne Einschränkung zustimmen, aber das obige Zitat aus seinem Spätwerk fällt unter die Rubrik Trauma im Exil.
    Die Freud’sche Überzeugung war, dass Religionen einer Wissenschaftswelt nichts bieten und man deshalb ihre Glaubwürdigkeit stürzen müsse.
    Insofern könnte man ihn als einen frühen Globalisten bezeichnen. Die Agenda ist gleich.

  • So, jetzt ist es korrigiert.

  • @Submarine
    Wieso Schwachsinn? Verlogene Berichterstattung über die Kirche und verlogene Berichterstattung über Israel gehen in den westlichen Medien doch Hand in Hand. Verachtung des Christentums scheint mir unter Antisemiten außerdem Standard zu sein. Ob nun links oder rechts. Wer ständig auf Rom schimpft, bei dem kann ich mit ziemlicher Gewissheit davon ausgehen, dass er Israel auch für einen Apartheitsstaat hält, beispielsweise. Solche Koinzidenzen habe ich persönlich bereits zu oft erlebt, um noch wirklich an Zufall zu glauben.
    Antisemiten richten sich gegen denselben Gott, dieselbe Idee vom Menschsein, denselben ethischen Code. Daher ist das auch nicht völlig überraschend.
     
     
     

  • Das mit dem Polytheismus in der deutschen Gegenwart erschließt sich mir allerdings auch nicht einmal ansatzweise, selbst im Dritten Reich nicht. Was haben Himmlers Wewelsburgaktivitäten mit Polytheismus zu tun?
     
    Helena Blavatsky, die diesen speziellen Scheiß ja angestoßen hat, kann man wohl am ehesten als Animistin im Wortsinn ansehen. Das hat mehr mit New Age zu tun als mit barbarischem Polytheismus.
     
    Heute geht es bei New Age um Erfahrungswelten, wenn ich es mal so sagen darf, damals eher um mythische Verbundenheit, aber der Weg dahin in beiden Fällen besteht aus irgendwelchen magischen Kräften.
     
    Es ist also weniger die Enge der Zwangsjacke, welche die Menschen stört, als vielmehr ihr Wunsch danach, Göttliches zu ihren Lebzeiten zu erleben oder anders ausgedrückt vergrault sie eine Religiösität, welche vernünftiger ist als die Philosophie.
     
    Das hat allerdings mehr mit Luther als mit dem Judentum zu tun und ist auch, meiner Ansicht nach, ein völlig unabhängiges Element ohne sachlichen Bezug zum Antisemitismus.
     
    Aber vielleicht schweife ich auch ab. Einen Groll auf die Kirche hegen und hegten in der Tat viele Deutsche, welche ich allerdings als Materialisten ohne ausgeprägten Sinn für Religiöses charakterisieren würde.

  • @ Monalisa
     
    Wenn Sie den Faden weiter spinnen, würde diese Theorie ja implizieren daß, es das beste wäre das Christentum einem radikalen Reformprozess zu unterwerfen, in der Hinsicht das JHWH ein ausschließlich hebräischer Gott wäre und Elohim(eigentlich Mehrzahl) der welcher auch für andere Religionen monotheistischer Ausprägung mit levantinischen Wurzeln Geltung hätte ?

  • @Fremder
    Das mit dem Polytheismus muss man doch nicht so wörtlich nehmen oder eins zu eins auf die Gegenwart übertragen. Als Stichwort für die Sehnsucht nach einer ursprünglicheren und als volksgemäßer angesehenen Religiosität ist es sinnfällig genug. Der zivilisatorische Abstand zwischen dieser ach so vermissten Vorzeit und dem europäischen Christenum in seiner Blüte, ist ebenfalls ins Auge springend.

  • @Orkan
    Das Christentum bedarf überhaupt keiner Reformen und Gott hat keine Nationalität. Er ist für alle derselbe. Ich weiß nicht in welcher Welt man leben muss, um auf ihre „Implikationen“ zu kommen.

  • @ Mona Lisa
     
    Meine rein theoretische Frage, bezog sich auf das von Ihnen hervorgehobene Freud Zitat, weil eben dieses, der Theorie Vorschub leistet, daß im Christentum der Keim des Antisemitismus enthalten ist, weil es eben polytheistische Elemente enthält. Ich habe das Buch selber vor ein paar Jahren gelesen, ich kann mich nicht mehr an alles erinnern, außer dem immer,typisch Freud, wiederkehrenden Vater und Mutter Komplex und die Verbindung mit Sexualität. Allerdings sind mir sehr auch sehr gut an die Stellen erinnern wo eben Freud explizit zwischen jüdischen Monotheismus und, in diesem Fall, dem Christentum unterscheidet, und eben diesem einen Schatten gibt, der auf barbarischer Dumpfheit fußt, um es mal Salopp zu sagen. 😉

  • Monalisa, die katholische Kirche behauptet standhaft, dass z.B. Moslems und Christen denselben Gott anbeten.Die Unterschiede zwischen Islam und Christentum sind aber gravierend und in den Kernpunkten unüberbrückbare Gegensätze. So leugnet der Koran, dass Jesus Gottes Sohn ist, seinen Kreuzestod und seine Auferstehung. Damit entzieht der Koran dem christlichen Glauben die gesamte Basis. In diesem Zusammenhang sollte eigentlich jeder das Wesen eines Papstes erkennen, wenn dieser in Ehrerbietung den Koran küsst.Wer ist ein Lügner, wenn nicht der, der leugnet, dass Jesus der Christus ist?
    Das ist der Antichrist, der den Vater und den Sohn leugnet. 1. Joh. 2,22
    Da mag der Nachfolger des Koran küssenden Papstes noch so vorzügliche Bücher schreiben und Reden halten, „Nostra Aetate“ ist die offiziell verkündete „Wahrheit“.
    Inwieweit sich die Institution Kirche von der Lehre Jesus Christus ernfernt hat, mag jeder für sich selbst entscheiden, von den Schlagzeilen der letzten Monate einmal abgesehen.
    Die Institution Kirche ist heute beliebig geworden. Zeitgeist eben.

  • Manfred, der G’tt der Globalisten ist Mammon, der keine G’tter neben sich duldet.
    Was liegt da näher, als das, was sie sehr erfolgreich tun.
    http://www.timesonline.co.uk/tol/news/world/us_and_americas/article6350303.ece

  • @submarine.

    SOME of America’s leading billionaires have met secretly to consider how their wealth could be used to slow the growth of the world’s population and speed up improvements in health and education.
     

    Die werden schon wissen, wovon sie reden.

  • Ein Fremder aus Elea,
    Oh ja, die neuen G’tter wissen das sehr genau:
    http://www.thinktwice.com/birthcon.htm

  • @Orkan
    Dazu kenne ich die Meinung Freuds nicht gründlich genug. Sofern er auf die innere Dynamik der täglichen Bekehrung und inneren Umkehr abhebt, die dem Christen nicht immer gelingt, würde ich ihm Recht geben. Das Christenum ist fragiler und der „innere Heide“ verschwindet nie ganz von der Bühne. Den „inneren Heiden“ kurzgefasst als selbstvergötzend oder naturanbetend charakterisiert.
    Juden sind per Abstammung, Gesetz und Sitte Juden, Christen müssen sich ihr Christentum immer wieder „erarbeiten“, dafür sind die göttlichen Auflagen weniger zahlreich und der Neid der Nichtchristen deutlich geringer.
    Falls Freud eine leichte Wertung zugunsten des Judentums vornehmen würde, kann ich ihm das Nachsehen. Christen waren und sind großteils seit Jahrhunderten von ihrer Überlegenheit und Fortgeschrittenheit gegenüber dem Judentum überzeugt.
    Eine ernsthafte theologische Auseinandersetzung zwischen beiden Religionen gibt es (seit Paulus) erst seit dem 20. Jahrhundert wieder. Zuvor hat man eher gegenseitige Ressentiments gepflegt. So mein Eindruck, mit dem ich hoffe, keinem mittelalterlichen Denker oder sonstigen originellen Geist der europäischen Geschichte und jüdischen Diaspora Unrecht zu tun.
    Mit ziemlicher Sicherheit sind aber auch die Überlegungen Freuds von einer deutlich tieferen Kenntnis europäischer Geschichte und des Christentums geprägt als der geistige Dünsch*ss, den heutige linkssozialisierte Atheisten zu diesen Themen von sich geben.
     
     

  • @Submarine
    So dramatisch würde ich das nicht sehen. Die katholische Kirche glaubt auch weiterhin, dass die Moslems auf halber Strecke stehen geblieben sind und deren tägliche Turnübungen nicht in den Himmel führen. Wenn man guten Willens ist – und das sind Christen ja meistens – kann man ein paar Parallelen ausfindig machen und dies in versöhnlicher Manier hervorheben. Gewonnen ist damit jedoch nicht viel und vermutlich wird die Kirche von diesem Kurs auch wieder abkommen.
    In der Kirchengeschichte finden sich andererseits genug scharfsinnige Charakterisierungen des Islam und sind reichlich schlechte Erfahrungen mit der Umma gespeichert, dieses Repertoire kann jederzeit wieder abgerufen werden.
    = The Catholic Encyclopedia (1908): {„In politischen Dingen ist der Islam eine Mischung aus Despotismus im eigenen Land und Aggression gegen andere Länder. Die Rechte von nicht-muslimischen Untertanen sind von der vagesten und eingeschränktesten Art, und ein Religiöser Krieg ist heilige Pflicht, wann immer sich die Chance auf einen Sieg über “Ungläubige” bietet. Mittelalterliche und moderne mohammedanische, besonders türkische Verfolgungen von Juden und Christen sind das beste Beispiel für diesen fanatischen religiösen und politischen Geist“}.
    http://koptisch.wordpress.com/2010/08/06/interessante-ausspruche-von-prominenten-die-nicht-jeder-kennt/
     
     

  • Eine ganz andere Frage: Gibt es eigentlich irgendeinen Trick wie man diese dämliche Werbung, die mich von einem Fenster ins nächste jagt, wenn ich auf die Seite gehe, schnell und einfach weg bekommt. Ich ärgere mich mittlerweile jedesmal ‚rot-grün‘, wenn ich auf dem ersten Bild auf den ‚Schließen‘-Button klicke (4 x) und … es passiert nix. Dann öffnet sich ein neues Fenster. Und dann schießt mir plötzlich noch ein drittes Fenster rein … und bis ich den ganzen Mist weg habe tun mir schon die Finger vom Klicken weh.

    • Es gibt einen solchen Trick. Der ist allerdings nur für Stammkommentatoren, also z.B. für Dich. Ich habe Dir die Methode soeben per E-Brief verraten. Andere, die hier öfter kommentieren und ihn noch nicht kennen (und ich habe etwas den Überblick verloren, wer ihn schon kennt), mögen mich bitte per E-Post anschreiben.

  • Monalisa, schauen Sie das <a href= http://kulissenriss.eu/revolution/> Video auf dieser Seite an</a> .

  • Meiner Ansicht nach haben die Christen die Juden mit den Moslems verwechselt. Wie auch all die, welche die Katholische Kirche mit der Hure Babylon verwechselten.. Freikirchen usw..
     
    Jetzt wo die Sache aber langsam klar wird, wird sich die Situation klären. Inzwischen sind die Kirchen, Gebäude, alten Schriften der Katholischen Kirche schon fast das letzte was uns geblieben ist..
     
    Templer

  • # manfred

    Danke.

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