Non veni pacem mittere sed gladium. (Mt 10,34)
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Was wäre eigentlich gewesen, wenn eine Katastrophe wie die von Duisburg sich bei der WM in Südafrika abgespielt hätte?

Wir Alle hätten vermutet, dass es sich um die notwendige Konsequenz einer Kultur der Verantwortungslosigkeit gehandelt hätte, in der Posten nicht nach Kompetenz, sondern nach politischer Botmäßigkeit, Parteibuch und Quoten besetzt werden, und um das unvermeidbare Desaster einer verantwortungslosen politischen Führung, die sich aus Größenwahn und zu Propagandazwecken ein Projekt aufgehalst hätte, das ihre Fähigkeiten bei weitem übersteigt.

Wir hätten darin ein Symptom dafür gesehen, dass Südafrika sich auf dem Abstieg von einem europäisch geprägten Land zu einem typischen Drittweltstaat befindet.

Nun ist das Ganze aber nicht in Südafrika geschehen, sondern in Duisburg. Was vermuten wir also?

Genau dasselbe.

6 Antworten auf Auf dem Weg bergab

  • Nein, wir vermuten es nicht, wir wissen es.
     
    sueddeutsche.de/politik/loveparade-polizei-warnte-duisburg-von-schwerer-buerde-befreien-1.980035

    • @ Fremder:

      Danke für den Hinweis. Man muss es wirklich wörtlich zitieren:

      Vor allem der mittlerweile in Ruhestand gegangene Polizeipräsident Rolf Cebin hatte sich wegen Sicherheitsbedenken heftig gegen die Austragung der Loveparade gewandt. Daraufhin habe der Duisburger CDU-Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Thomas Mahlberg nach SZ-Informationen in einem Brief an den damaligen FDP-Innenminister Ingo Wolf die Absetzung des Polizeipräsidenten gefordert.

      „Die Duisburger Polizei ließ erklären, eklantante Sicherheitsmängel stünden der Durchführung der Loveparade entgegen. Eine Negativberichterstattung in der gesamten Republik ist die Folge“, heißt es in dem Schreiben aus dem Jahr 2009. „Der Eklat veranlasst mich zu der Bitte, Duisburg von einer schweren Bürde zu befreien und den personellen Neuanfang im Polizeipräsidium Duisburg zu wagen“, schrieb der Christdemokrat Mahlberg.

      (…)

      Als Polizeichef Cebin, der Ruhestörer, in Rente ging, konnte das Prestigeprojekt Loveparade ungestört beginnen, es war als großer Event im Rahmen von Ruhr 2010, der Kulturhauptstadt Europas geplant. Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) hoffte auf einen Publikumsmagneten.

  • Was soll eine Stadt machen, in der es noch viel steiler bergab geht als im Land allgemein?

    Man muss auf Deubel komm heraus irgendetwas finden, von dem man glaubt, es würde dem Image aufhelfen, etwas Trendiges, etwas, das im kulturellen Mainstream liegt und die Illusion ermöglicht, män läge statt ganz hinten ganz vorn. Und im Trend liegen sowohl prächtige Großmoscheen als eben auch die Love Parade. Sauerland:
    „Ich betrachte die Loveparade als eine gute Gelegenheit, der Welt zu zeigen, wie weltoffen, tolerant und spannend unsere Stadt ist.“ So etwas Ähnliches hatte er ja wohl auch schon zur Eröffnung der Großmoschee gesagt.

    Bezeichnend für den Zustand, der mittlerweilen erreicht ist, ist auch der Satz, der in den Medien zitiert wurde: „Die Stadtverwaltung wurde unter Druck gesetzt.“ Richtiger ist wohl: Die Politik hatte dem Druck nichts mehr entgegenzusetzen – weder bei der Moschee noch bei der Love Parade –  die Luft ist raus  – ´Weltoffenheit`und ´Toleranz´ sind Euphemismen für `Vakuum´. Kulturhauptstadt Europa 2010: Moscheen – Love Parade und die Hauptschule in Essen-Karnap!

    Und so werden politische Entscheidungen, die bar jeder Vernunft sind, sich in Zukunft weiter häufen und die Folgen werden schlimmer werden, je steiler es bergab geht.

  • Die Loveparade ist doch die Party der Verantwortungslosigkeit. Wie soll man es sonst bezeichnen, wenn eine Party jahrelang als Demonstration angemeldet wird, damit die Entsorgung des Abfalls das Budget nicht belastet ?
    Man stelle sich das mal bei einer privat organisierten Party ala Wacken, Rock am Ring, Sonne Mond und Sterne oder der Nature One vor. Wenn jemand eine private Party organisiert trägt er die Verantwortung. Wie z. B. bei Up from the Ground, einem Festival, dass der Veranstalter neben einer nicht abgesperrten Bahntrasse veranstaltete. Da die Bahn, wegen Besoffenen, den Verkehr einstellen musste, wurde der Veranstalter zur Verantwortung gezogen.
    Bei der LP wird das nicht passieren. Der Veranstalter ist ja (mehr oder weniger) die Stadt bzw. das Mainstream-Establisment und die Beamten und Moderatoren sind natürlich über jeden Zweifel erhaben.
    Mich würde auch mal interessieren, ob die Polizei auch bei der LP die Autobahnen komplett umgeleitet hat um jeden Besucher auf Drogen zu kontrollieren. Aber da Mr. Pocher da war, wahrscheinlich nicht.
    Aber gegen etwas mit der Liebe im Namen darf man ja nichts sagen. Dadadada, ich liebe es.

  • Alle die immer-alles.wissenden-klugen Medienbosse sollten sich einmal ehrlich die Frage beantworten, was sie gesagt und geschrieben hätten, wenn einer den Mut gehabt hätte diese „wunderschöne“ Love Parade abzusagen. Ich ahne es nicht nur, ich bin mir ganz sicher, was da passiert wäre. Es ist schlimm, daß so eine Tragödie passieren mußte, um einen derartigen Schwachsinn -der auch noch in das Kulturstdtprogramm (welch ein Widerspruch) angebunden wurde- ein (vorläufiges) Ende zu bereiten.

  • Die Stadt war da ganz einfach vollkommen überfordert, man wollte unbedingt ‚hip‘ sein und im Mittelpunkt des Interesses stehen, koste es, was es wolle (kann mir keiner erzählen, dass so eine Riesenveranstaltung ein finanzieller Gewinn für tendenziell so verschuldetete Kommunen wie die im Ruhrraum ist). Diese Art von Schlendrian ist alles andere als ermutigend, insbesondere, da man ja ewig Zeit zur Planung hatte und ein abgezäuntes Areal in einer Stadt ja nun keine unbekannte Größe ist, was Fassungsvermögen und Infrastrukturanbindung betrifft.
    Illness hat übrigens Recht, was den Unterschied zu privaten Veranstaltungen betrifft. Ein Unglück wie bei der Love Parade würde bei der Nature One nie passieren, gerade auch eben weil die Verhältnisse dort tendenziell viel gefährlicher sind (bis zu 55.000 Menschen drängen sich u.A. in vergleichsweise winzige Bunker). Das Unglück von Duisburg ist so symptomatisch für den Leistungsverfall des polit. und Verwaltungssystems in Deutschland.

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