Non veni pacem mittere sed gladium. (Mt 10,34)
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In meinem Artikel „…und ihr werdet sein wie Gott!“ ging es um die Möglichkeit, künstlich Lebewesen zu konstruieren und zu bauen. Da es Craig Venter gelungen ist, DNA zu synthetisieren (wenn auch noch nicht zu konstruieren), ist ein solches Vorhaben in den Bereich des Möglichen getreten. Und es wird, wie absehbar ist und von dem atheistischen Biologen P.Z. Myers ausdrücklich bekräftigt wird (siehe meinen Artikel „Die Frankenstein-Ideologie“) auch zügig in Angriff genommen. Daran anknüpfend, möchte ich hier einige grundsätzliche Gedanken zum Verhältnis von Wissenschaft und Religion entwickeln:

Am Ende seines Artikels setzt sich Myers mit den Einwänden von Kreationisten auseinander. Kreationisten glauben bekanntlich, dass es so etwas wie eine Evolution nicht gegeben habe, beziehungsweise dass die Entstehung jeder einzelnen Lebensform unmittelbar auf den Willen Gottes, des intelligenten Designers, zurückzuführen sei. Das, was Venter getan habe, sei daher nicht etwa die künstliche Erzeugung von Leben gewesen; Einwände, die Myers hohnlachend zerpflückt, und zwar mit zutreffenden Argumenten.

Die ganze verbissene Polemik der Kreationisten gegen die Evolutionstheorie hat ja weniger mit besseren biologischen Erkenntnissen zu tun – obwohl die immer gerne genommen werden -, sondern mit der Befürchtung, eine naturwissenschaftliche Erklärung des Lebens und seiner Entwicklung laufe auf einen Beweis der Nichtexistenz Gottes hinaus. Mir hat dies noch nie eingeleuchtet. Wäre dies so, dann hätte die katholische Kirche bestimmt nicht erklärt, dass die Evolutionstheorie mit dem christlichen Glauben vereinbar sei.

Ein Glaube, der davon abhinge, Darwin zu widerlegen, wäre nicht nur wissenschaftsfeindlich, er wäre auch schlechte Theologie: Wenn man Gott nämlich nur dann als existent ansieht, wenn er jederzeit und überall in seine eigenen Schöpfung eingreift, statt sich auf das Wirken der von ihm selbst geschaffenen Naturgesetze zu verlassen, dann schiebt man ihm im Grunde die Rolle eines schlechten Ingenieurs zu, der das von ihm konstruierte Auto ständig eigenhändig anschieben muss.

Das heißt nicht, dass er nicht eingreift: Das, was man gemeinhin „Zufall“ nennt, ist ja nicht einfach eine begriffliche Hilfskonstruktion, mit der wir unsere Unfähigkeit umschreiben, aus unserer Kenntnis der Naturgesetze die Zukunft vorherzusagen – jedenfalls nicht, soweit diese Unfähigkeit auf einem Mangel an empirischen Daten basiert. Wie wir aus der Quantenphysik wissen, beruht die Unvorhersagbarkeit vielmehr auf objektiven physikalischen Gesetzen; sie ist in die Naturgesetze gleichsam eingebaut.

Es spricht nichts dagegen, dort, wo Atheisten vom Zufall sprechen, das Wirken Gottes zu unterstellen. Beweisen kann man das nicht: Es ist und bleibt eine Glaubensfrage. Erst recht aber ist man nicht darauf angewiesen, sich in einem Kreuzzug gegen Darwin zu verkämpfen und eine so gefährliche Entwicklung wie die, die auf die künstliche Konstruktion von Leben hinausläuft, nach dem Motto, dass nicht sein kann, was nicht sein darf, für unmöglich zu erklären.

Um es in theologischer Sprache zu formulieren: Gott hat den Weg zum Baum des Lebens mit bewaffneten Engeln versperrt (Gen. 3, 24). Er hätte das nicht nötig gehabt, wenn der Mensch den Weg dorthin prinzipiell nicht gehen könnte. Was die Bibel uns sagt, ist nicht, dass dieser Weg grundsätzlich nicht gangbar wäre, sondern dass der Versuch, ihn zu gehen, in den Untergang führt. Wenn Kreationisten darauf verweisen, Venter könne ja gar kein Leben hergestellt haben, dann ignorieren sie die deutliche Warnung der Bibel, nur um ihre engstirnige und sektiererische theologische Doktrin zu retten, die keineswegs eine christliche Glaubenswahrheit darstellt. Die Theologie kann nur sagen, dass Gott die Welt, das Leben und den Menschen geschaffen hat. Wie er es gemacht hat – das aufzuklären ist Sache der Naturwissenschaft, nicht der Theologie.

Damit ist aber keineswegs ausgesagt, dass es für den Erkenntnisprozess keine Rolle spiele, ob man an die Wahrheit der Bibel glaubt oder nicht. Es ist schon wahr, dass wissenschaftliche Aussagen keine Glaubensartikel enthalten dürfen, weil zur Wissenschaftlichkeit die Überprüfbarkeit von Hypothesen gehört. Das bedeutet zugleich, dass bestimmte Aussagen von der Wissenschaft nicht getroffen werden können; dies aber nicht, weil sie unwahr wären, sondern weil man sie nicht formulieren kann, ohne die Regeln wissenschaftlichen Kommunizierens zu verletzen. Es bedeutet aber einen erheblichen Unterschied, welche Fragestellung der Hypothesenbildung zugrundeliegt. Ein Atheist wie Myers, in dessen persönlichem Weltbild Gott nicht vorkommt, hängt nicht weniger einem Glauben an als ein Christ; er weiß das nur nicht. Er verwechselt seine eigene theologische Doktrin mit Naturwissenschaft, und glaubt, dass Nichts sei, wo in Wahrheit nur seine eigenen Scheuklappen sind.

Weil das so ist, kann er auch nicht auf die Idee kommen, dass das Konstruieren von Lebewesen, am Ende von Menschen, prinzipiell ein Problem darstellen könnte, es sei denn im Hinblick auf die technische Realisierbarkeit. Insbesondere muss ihm der Gedanke fremd bleiben, dass der Versuch, Menschen biologisch zu optimieren, ebenso ins Verderben führen muss wie es der Versuch, die Gesellschaft nach den Vorgaben einer Utopie zu optimieren, bereits getan hat und weiterhin tun wird.

Nun sind Biologen auch nicht kompetent, wissenschaftliche Aussagen über die sozialen Folgen zu treffen, die die praktischen Anwendung ihrer Erkenntnisse haben muss. (Es geht ihnen ungefähr so wie Physikern, die zwar eine Atombombe konstruieren, aber nicht – jedenfalls nicht als Physiker – den politischen Kontext überblicken können, in dem Atombomben eine Rolle spielen. Die wissenschaftliche Neutralität endet in jedem Fall dort, wo das Interesse an der Verwertung der eigenen Entdeckungen beginnt.) Das Problem ist, dass die Sozialwissenschaften, die dies an sich sehr wohl könnten, in derselben atheistischen und utopistischen Ideologie befangen sind wie die Naturwissenschaften, wahrscheinlich sogar noch mehr als diese. Es steht zu erwarten, dass die dort reichlich vertretenen linken Gesellschaftsingenieure die Steilvorlage aus den Naturwissenschaften dankbar aufnehmen und befürworten werden, einen Menschen zu konstruieren, der zu ihren Utopien passt.

28 Antworten auf Religion und Wissenschaft

  • Ich bin neidisch auf die Sprachmacht von Manfred. Nur schade, daß ihn kaum einer liest und so gut wie niemand ihm glaubt…

    Das mit den Scheuklappen hat er toll formuliert.

  • Das Problem ist, daß der Mensch hofft.

    Der religiöse Mensch hofft darauf, daß sich das Göttliche schon auf irgendeine Weise seine Bahn in der Welt bricht, und der areligiöse Westler hofft darauf, daß der Fortschritt schon irgendwie zu einem besseren Leben führen wird.

    Gentechnik bedeutet, in Zukunft effektiver züchten zu können.

    Wenn man Leute auf der Straße fragen würde: „Sagen Sie mal, glauben Sie, daß wir ein Züchtungsproblem haben, welches dringend behoben werden sollte?“ wird wohl kaum einer mit „Ja!“ antworten, aber es bleibt halt ein Rest an Hoffnung, daß es doch zu was Gutem führen könnte.

    Das Leben selbst regelt die Zucht und auf vielfältigere Weise, als es die meisten denken. Freilich SOLLTE ein Atheist die Frage beantworten, was genau Bewußtsein ist, wo es sich manifestiert und wo nicht, und ob es wohl möglich ist, daß aus rein Unbewußtem rein zufällig Bewußtsein hervorgeht, und wenn ja, ob diesem Bewußtsein dann die Autorität zufällt, neues Bewußtsein zu entwerfen, à la „Warum gefällt mir bloß die Farbe grau so gut?“ – „Weil ich dich als Bauarbeiter gezüchtet habe und ich wollte, daß du dich bei der Arbeit wie zu Hause fühlst.“

    Was die Frage aufwirft, wer den Film „Blade Runner“ gesehen hat:

    „It’s not an easy thing to meet your maker.“

  • Die Skepsis, dass der Mensch grundsätzlich nicht imstande wäre, sich am Design von Leben zu versuchen, teile ich ebenfalls nicht. Gleichwohl ist dabei bei den gegebenen Prämissen – und hier denke ich vor allem an die ethischen Qualitäten der Beteiligten – Grund genug vorhanden, dass einem das Grauen kommt.
    Es bleibt nur zu hoffen, dass dazu nicht mehr genug Zeit sein wird, um alles auszureizen.

    Da ich mich als Kreationisten sehe, möchte ich aber noch etwas auf das eigentliche Thema eingehen.

    „Kreationisten glauben bekanntlich, dass es so etwas wie eine Evolution nicht gegeben habe, beziehungsweise dass die Entstehung jeder einzelnen Lebensform unmittelbar auf den Willen Gottes, des intelligenten Designers, zurückzuführen sei.“

    Für meinen Teil bestreite ich das in dieser Form. Evolution ist eine empirische Tatsache und als solche nicht bestreitbar. Empirisch nachweisbar ist aber nur Mikroevolution, also die Änderungen, sagen wir grob, innerhalb einer Art. Diese Änderungen sind beobachtbar (Galapagos-Finken 😉 ), also, dass sich Arten unter bestimmten Bedingungen verändern können. Diese Variabilität ist auch Basis der klassischen Züchtung. Man denke nur an die Hunderassen. Etwas ganz anderes ist die behauptete Makroevolution, also Artübergänge.
    Dafür gibt es keine empirischen Beweise. Die Dissertationen und Versuchsprotokolle von der Entstehung sind nach den behaupteten Zeiträumen nicht mehr auffindbar. Als Fakt kann nur gelten, dass es verschiedene Arten gibt und dass sich Ähnlichkeiten finden lassen. Die Entstehung der Arten hat niemand beobachtet- heutige Erklärungen sind deshalb keine empirische Naturwissenschaft sondern Philosophie, Religion oder sonst was – keine Naturwissenschaft. Die Ähnlichkeiten könnten natürlich auf Vererbung und Abstammung zurückzuführen sein. Die von Darwin untersuchten Ähnlichkeiten bezogen sich auf morphologische Kriterien und waren nach heutigem Kenntnisstand mehr als naiv. Wenn schon, dann sollten Ähnlichkeiten im Erbmaterial als Kriterium herangezogen werden und hier ist das Bild nach meinem Kenntnisstand weit entfernt von einer geschlossenen Theorie. Man denke nur an die Erschütterungen durch neuere Erkenntnisse wie etwa der Epigenetik. Hier mußten manche „Küchen“-Logiken der Evolutionsreligion still und leise verschrottet werden, z.B., dass es sich bei den bis dahin als „Evolutionsmüll“ bezeichneten Methylgruppen keineswegs um „Müll“ handelte. Der Evolutions-Glaube hat darunter natürlich nicht gelitten.

    Aber das trifft nicht den Kern der Kritik an der Evolutionshypothese. Wesentlich ist zunächst die Frage, ob die behaupteten Mechanismen der Evolution geeignet sind, den behaupteten Prozess hervorzubringen. Und diese Frage lässt sich nicht in eine „zum Glück“ nicht mehr (an)greifbare Sankt-Nimmerleins-Vergangenheit verschieben, sondern ist experimentell untersuchbar. Zumindesten in ihrer mathematischen oder informationstheoretischen Form. Dazu hat es Experimente gegeben. Evolutionsalgorithmen (Tial-Error, Mutation,Selection) zeigen eins deutlich: sie sind für Mikroevolutionen bis zu einem (relativ niedrigen) Niveau brauchbar, versagen aber dann kläglich. Es werden z. B. lokale Maxima zwar angestrebt und auch erreicht, dann aber ist Schluss. Denn der Prozess müßte begreifen, dass es zunächst schlechter werden darf, bevor es wieder besser wird.
    Beispiel: Jemand werden die Augen verbunden (Zufall) und er erhält ein Gerät, dass ihm anzeigt, ob er bergauf oder bergab geht (Selektionsvorteil). Ziel ist es, den höchsten Berg im Umkreis von 5 km zu finden. Wird er ihn finden? Nicht, wenn es Hügel in der Nähe gibt. Er findet sicher einen nahen Hügel, aber dann geht es in jede Richtung bergab. Selektionsmäßig betrachtet, müssten also bereits erreichte Selektionsvorteile wieder aufgegeben werden um dann noch bessere zu erreichen. Man kann das dem Algorithmus beibringen, aber das endet schnell im Chaos, d.h. es findet gar keine Evolution mehr statt. Ein weiterer Aspekt ist die Zielsetzung (Berg), die die Wichtung der Mutationen (Richtungswechsel) bedingt. Man könnte sagen, dass in der Biologie die Umwelt die Wichtung trifft (Fittest- „höher“ im Beispiel), aber trotzdem gibt die Wichtung das Ziel vor, es ist nicht mehr zufällig. Zufällig ist nur noch evtl. der Weg (Zeit) bzw. ob es überhaupt erreicht wird.
    Also als Fazit: Die beschriebenen Mechnismen können Mikroevolution theoretisch erklären. Für die Entstehung der Arten -also Makroevolution – gibt es keine theoretisch sauberen
    Modelle. Es gibt Dogmen, die als Wissenschaft verkauft werden, es aber nicht sind.

    „Die ganze verbissene Polemik der Kreationisten gegen die Evolutionstheorie hat ja weniger mit besseren biologischen Erkenntnissen zu tun – obwohl die immer gerne genommen werden -, sondern mit der Befürchtung, eine naturwissenschaftliche Erklärung des Lebens und seiner Entwicklung laufe auf einen Beweis der Nichtexistenz Gottes hinaus.“

    An der Evolutionstheorie ist nicht störend, dass sie die Nichtexistenz Gottes beweisen könnte. Sondern dass das ihr eigentlicher Zweck ist, der aber im Mäntelchen der vermeintl. Wissenschaftlichkeit daherkommt. Fakt ist, dass es Leben gibt. Entweder es gibt es schon immer, oder es hat einmal angefangen. Der Glaube an einen Schöpfer vereint im Prinzip beide Alternativen. „Schon immer“ in Form der schaffenden Intelligenz, „angefangen“ in Form des Lebens auf Kohlenstoffbasis. Die Evolutionstheorie beschränkt sich auf „es hat einmal angefangen“ und zwar aus dem Nichts, ohne Zweck, ohne Ziel. Nun ist aber alles Leben in höchstem Grade teleonomisch, so dass hier ein großes Paradoxon entsteht.
    Die angeboteten Mechanismen der Enstehung des Lebens sind „Milchmädchenrechnungen“ und zur Erklärung völlig ungeeignet. Die Evolutionstheorie ist für viele intelektuell unbefriedigend und unsauber. Es ist aber die einzige Alternative zum „Schöpfer“, die einzige Erklärung, die vermeintlich ohne Transzendenz auskommt. Und das ist ihr Hauptvorzug.

    „Ein Glaube, der davon abhinge, Darwin zu widerlegen, wäre nicht nur wissenschaftsfeindlich, er wäre auch schlechte Theologie: Wenn man Gott nämlich nur dann als existent ansieht, wenn er jederzeit und überall in seine eigenen Schöpfung eingreift, statt sich auf das Wirken der von ihm selbst geschaffenen Naturgesetze zu verlassen, dann schiebt man ihm im Grunde die Rolle eines schlechten Ingenieurs zu, der das von ihm konstruierte Auto ständig eigenhändig anschieben muss.“

    Wie Schöpfung geschah – technisch gesehen – kann niemand sagen. Gott sprach, „jehi“, „es werde“. Am Anfang war „der Logos“, also das Wort. Ob das einen dauernden Anschub bedeutet, kann ich nicht beurteilen. Die Hinweise auf den Zufall und Unbestimmtheit sind einleuchtend, aber doch auch nur eine Art, Gott als „Lückenfüller“ (Zufall) zu sehen. Mir ist es sympathischer, ihn auch in der Kausalität als Handelnden zu sehen.

    Noch eine Bemerkung zu „Wissenschaft“ und „wissenschaftlich“. Das Attribut wird heute gern als Synonym für „wahr“ und „bewiesen“ genutzt.
    Die Wissenschaft hat diesen Ruf hauptsächlich der Naturwissenschaft zu verdanken, und zwar der empirisch verifizierbaren (oder falsifizierbaren) Naturwissenschaft.
    Das (jederzeit wiederholbare) Experiment entscheidet über die Korrektheit einer Hypothese. Heute schmückt sich aber vieles mit dem Titel „Wissenschaft“, was nicht über diese Empirik verfügt. Neben Geistes- und Sozialwissenschaften zählt dazu auch die Biologie, sobald sie sich an historischen Erklärungen versucht, die das Laborwissen übersteigt.
    Die Evolutionshypothese gehört in jedem Fall dazu. Vielleicht sind das Wissenschaften – aber nicht im Sinne der empirisch verifizierbaren (oder falsifizierbaren) Naturwissenschaft.
    Die „Halbwissenschaften“ schmücken sich hier mit fremden Federn. Übrigens gehört auch Astrophysik, Kosmologie usw. ein bisschen dorthin, auch wenn sie mit gigantischen Maschinen und Geldmengen unter Schweizer Bergen ein bisschen Spekulation beseitigen wollen.

    Für den Rest des Artikels: Volle Zustimmung.

  • Es spricht nichts dagegen, dort, wo Atheisten vom Zufall sprechen, das Wirken Gottes zu unterstellen.

    Herzlichen Glückwunsch, damit bist du in denn Club der Kreationisten aufgenommen. Eine einheitliche Theorie gibt es bei den Kreationisten sowieso nicht. Wer sagt, der Zufall sei die Hand Gottes, der stellt sich außerhalb der Wissenschaft. Da verwundert es, dass du so feindlich gegen die Kreationisten schreibst. Wie MiKedem sehr schön geschrieben hat, sind sich Evolutionisten und Kreationisten einig, soweit es um verifizierbare Wissenschaft geht. Erst wenn es in den Bereich der spekulativen Theorie geht unterscheidet man sich.

  • Obwohl ich der Ansicht bin, das Abfassen von Leserbriefen sei eine Unsitte, deren Motiv in der unverschämten Anmaßung bestehe, jeder Text forderte bloße Stellungnahmen heraus, anstatt sich mit ihm gedanklich auseinanderzusetzen, erlaube ich mir die Freiheit, eine Anmerkungen zu Ihren beiden letzten Artikeln zu machen, da sie einiges Kopfzerbrechen lohnen dürften.

    Wie Sie deutlich und klar darlegen, läßt sich aus der Verwendung der Ausdrücke „erschaffen“ und „herstellen“ einiges über das Selbstverständnis des Menschen herauslesen. Falls ich annehmen, die biblische Erzählung treffe insoweit zu, daß Gott die Welt erschaffen hat, dann impliziert diese Annahme, daß die durch Beobachtung zu stabilisierenden Gesetze der Natur erst seit Erschaffung der Welt gelten und wirken. Sicherlich haben Sie insofern recht, als diese Implikation logisch unabhängig von der Vermutung ist, Gott greife singulär in den Weltenlauf ein. Wesentlich bedeutsamer als der fruchtlose Streit zwischen Kreationisten und Evolutionisten dürfte somit die Auslegungssituation sein, in die die Frage nach dem Verhältnis von Glauben und Wissen führt. Hier erst kann die semantische Untersuchung der obigen Ausdrücke Aufschluß über das jeweilige menschliche Selbstverständnis geben, da sie die stillschweigenden Voraussetzung ihre Gebrauchs erläutern muß. Denn unter dem Glaubensgesichtspunkt könnte der Mensch gar nichts erschaffen sondern aus dem vorhandenen Material mithilfe der einschlägigen Gesetze etwas herstellen, d.h. konstruktiv zusammensetzen oder umformen. Wissenschaft überrascht nicht; vielmehr liefert sie vorhersagbare Ergebnisse, was eben nichts anderes bedeutet als ein Phänomen wissenschaftlich zu erklären. In diesem Zusammenhang erinnere ich an eine traditionellere Sicht auf die Kunst, die vom Kunstwerk spricht, das Schöpfung sei. Diese analoge Verwendung des Ausdrucks „erschaffen“ darf sie sich allerdings deshalb gestatten, weil im Kunstwerk ein individuelles organisches Ganzes begegnen soll, dessen Entstehung letztlich nicht erklärt werden kann. Im Gegensatz dazu beschränkt sich der nach dieser Sicht „banausische“ Handwerker auf wiederholbare Herstellungsprozesse, wobei dessen Produkte relativ auf den Produktionsprozess bestimmt sind, was sie mithin prinzipiell gegeneinander austauschbar macht. Insofern nun das neuzeitliche Wissenschaftsverständnis – langwierige philosophiegeschichtliche Exkurse erspare ich dem Leser – die begriffliche Grenze zwischen scientia und ars, zwischen Wissenschaft und Technik verwischt, wird das Moment der Herstellbarkeit im Sinne berechenbarer Ergebnisse zum notwendigen Kriterium von Wissenschaft schlechthin. Daher war das Auftreten der Vorstellung einer Selbstherstellung des Menschen durch den Menschen unter beflissener Assistenz von allerlei ideal geläuterten Menschenfreundlichkeiten immer schon rational zu erwarten. Erst in der Durchsetzung dieser Vorstellung stellt sich die neuzeitliche Wissenschaft auf ihr wissenschaftliches Fundament. Dem von Herstellungseuphorien unbeeindruckten Beobachter enthüllt sich die Zirkularität des Unterfangens sofort. Selbstverständlicherweise unterstelle ich nicht, in dieser Vorstellung lebe sich irgendeine subjektive Böswilligkeit aus, vielmehr zeigt sich in ihr, so nehme ich an, das selbstbezügliche Wesen moderner Wissenschaft, das Heidegger zu dem halb spöttisch, halb mahnend gemeinten Diktum veranlasst haben dürfte, die Wissenschaft denkt nicht.

    Überzeugend legen Sie die Folgen eines evolutionstheoretisch gestützten Optimierungsanspruchs dar. Die Optimierung des Menschen setzt seine Perfektibilität voraus. Diese Voraussetzung indes, die ihrerseits einen prozessunabhängigen Maßstab verlangt, um argumentativ verteidigt werden zu können, ist offensichtlich widersinnig, solange Evolution als statistisches Theorem gedeutet wird. Die Betrachtung des Bewußtseins als evolutionäres Produkt erweitert somit nur die Definition der auszuwertenden Grundgesamtheit, so daß sich alleine die Ergebnismenge vergrößert. Infolgedessen kann eine begriffliche Rückkopplung der Optimierungsintention auf eine dergestaltige Evolutionshypothese gar nicht gelingen. Anhand der Bedingungen einer möglichen Selbstbeschreibung wissenschaftlicher Akteure unter Maßgabe jenes Optimierungsanspruchs machen Sie deutlich, daß die Auswahl von Zieloptionen am Ende nur mehr aus evolutionär selektierten Bewußtseinsimpulsen zu begründen ist. Das aber heißt, sie erfolgt aus grundloser und rechenschaftsfreier Willkür.

    Wenn ich Ihnen dies alles auch gerne zugebe, wobei ich hoffe, Ihre Ansichten in der gebotenen Kürze richtig wiedergegeben zu haben, so erschließt sich mir nicht, wie Sie Abhilfe gegen jenes wissenschaftliche Deutungsmonopol von Wirklichkeit durch ideologiebefreite Sozialwissenschaften erwarten können, ohne Sukkurs von dem vormodernen abendländischen Wissenschaftsbegriff zu nehmen. Die Benutzung der Vokabel „vormodern“ enthält sich jedes zeitgenössischen Soupçon gegen ein abschreckend plakatiertes Dunkelmännertum. Tatsächlich halte ich etwa die aristotelische Physik nicht für falsch, nur weil man mit ihrer Hilfe nicht zum Mond fliegen kann. Mag auch Ihre Anklage gegen eine Ideologisierung der Sozialwissenschaften mein reaktionäres Gemüt erfreut haben, kann ich nicht umhin mir die Frage zu stellen, ob Sozialwissenschaften unter dem Diktat der Herstellbarkeit nicht notwendigerweise ideologischen Charakter annehmen müssen. Immerhin könnte sich dessen Bewußtsein in den weltanschaulichen Auskünften, die es so von sich gibt, zwar nicht seines Grundes jedoch seiner Verlaufsform vergewissern. Als die ehedem durch praktische Erwägungen kontrollierte Bewusstseinsspaltung, die Wissenschaft als produktives Vorurteil zur Beherrschung von Natur handhabte, die eigene Fragwürdigkeit vergaß, strebte der Irrsinn nach Methode und machte noch den Menschen, sofern er mehr ist als Natur, weil aller natürlicher Zweck sich an ihm misst, zum Objekt von Wissenschaften, um seine Sache auf nichts Anderes zu stellen als auf das, was er unter den von ihm geregelten Bedingungen hervorbringt. Dies Denksystem ward in sich geschlossen, sobald es die Instanz praktischer Überlegung eliminierte. Selbsterhalten vermag es sich jedoch nur in Akteuren, die eben es als solches nicht durchschauen. Obschon der Verlust einer aus selbstkritischer Beobachtung des eigenen Tuns gewonnenen Distanz zu sich selbst jede Person erst recht zum qualitativ identischen Fall eines Begriffsumfanges degradiert, um sie unterschiedslos als Objekt unter Objekten zu misshandeln, darf dennoch die entkernte Hülle der Praxis nicht entsorgt werden, deren höchste Form einst die Theoria war, also die Einsicht in das, was ist. Denn Immunisierung gegen Selbsterkenntnis funktioniert ausschließlich, wenn die Delirenten totaler Machbarkeit ihre Weltanschauung selber aus undurchschaut grundlosen Wertentscheidungen über den Nutzen und Fortschritt der Menschheit erzeugen. Philanthropisch gestimmte Aufgeregtheiten sind mithin niemals bloß motivationaler Vorwand, um die Willkür eines selbstzweckhaften Herstellungsprinzips vor sich zu rechtfertigen oder nur zu verbergen, sondern vielmehr eine Lebensweise, die ihre Konditionierung auf dieses Prinzip vollzieht, indem sie noch alle ideellen Zwecke zum Mittel seiner Durchsetzung herrichtet. Unter diesem Aspekt sind die Gehalte aller Ideologien beliebig, soweit sie nur ihre Funktion erfüllen. Und in der Tat lassen sich ja schon seit einiger Zeit die erstaunlichsten Meinungsüberschneidungen zwischen den ehemals feindlichsten Brüdern beobachten.

  • Evolution und Schöpfergott lassen sich problemlos verbinden.

    Es kann keinen Zweifel geben, daß sich die Spezies durch Anpassung und Selektion via “survival of the fittest” in verschiedene Erscheinungsformen entwickeln, daß etwa Urpferde wachsen und Hüfe statt Zehen bekommen, wenn die Sümpfe zu Steppen werden etc. Oder daß sich Hunderassen in Pudel, Schäfer, Doggen,… verzweigen. Das berührt weder die “platonische Uridee” des Hundes noch des Pferdes, noch sonst einer Spezies.

    Der Punkt ist, daß es keinerlei Beweis gibt, daß und vor allem wie durch dieses Selektionsprinzip eine Spezies in eine andere mutieren kann, daß zB aus Reptilien Vögel werden, oder auch aus Affen Menschen. Man geht hier von hypothetischen Missing Links aus, oder klammert sich an Sonderfälle wie den Archaeopteryx. Genausogut könnte man annehmen, daß aus Eichhörnchen Eidechsen werden oder Schmetterlinge zu Uhus. Ein Wunder also!

    Und diese klaffende Lücke in der Evolutionstheorie ist die große Trumpfkarte der Kreationisten.

  • Ich schicke einen Buchtip: http://www.amazon.de/Abschaffung-Religion-Wissenschaftlicher-Fanatismus-Folgen/dp/3451298422/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1275002187&sr=8-1
    Nicht jeder Satz in diesem Buch wird Dir, Manfred, gefallen . (Das geht mir auch so.) Die Stoßrichtung ist Dir vielleicht auch nicht so vertraut. (Ostler, Atheismusgeschädigte…) Trotzdem ist es ein lesensweretes Buch,aus dem man einiges lernen kann, um das hier traktirte Thema tiefer zu begreifen. Mir hat es jedenfalls Genuß bereitet. Und Freude.

  • @Anselm.

    Zur Begriffsunterscheidung zwischen Herstellung und Schöpfung.

    Ganz gleich sind zwei hergestellte Stühle nie. Das verwendete Holz ist nicht gleich gewachsen etc. Bei so etwas subtilem wie dem Menschen ist nicht davon auszugehen, daß die Herstellungsgenauigkeit ausreichend ist, um immer wieder das Gleiche herzustellen. In sofern bewegt sich diese Begriffsunterscheidung weitestgehend im Bereich der Theorie.

    Zum Optimierungsgedanken.

    Nein, eine wirkliche Rechtfertigung für eine Verbesserung des Menschen gibt es nicht, es lassen sich allerdings subjektive Ideale verfolgen, Intelligenz, Stärke, Geschicklichkeit, Gesundheit, Schönheit. Das wird auch so geschehen, unabhängig davon, ob es nun eine vollkommene Intelligenz, Stärke, Geschicklichkeit, Gesundheit oder Schönheit gibt oder nicht.

  • Folgt man der Logik einer Rede, die Hr. Sarrazin hier …

    http://www.derwesten.de/staedte/siegen/Sorge-In-80-Jahren-gibt-es-keine-Deutschen-mehr-id3002826.html

    … gehalten hat, dann sind wir der Sorgen um möglicher nachteiliger Folgen bestimmter Experimente ohnehin bald ledig.

  • @MiKedem:

    Meine Verneigung, dein Kommentar ist die beste Zusammenfassung der Evolutionskritik, die ich je gelesen habe. Ich würde mir die gerne kopieren und ins Blog stellen.

    @Anselm:

    Das Abfassen von Leserbriefen ist an sich keine Unsitte, aber so, wie Sie es getan haben, ist es schlimmer als das.

    Was wollen Sie mir dem akademischen Geschwurbel eigentlich sagen? Von „Perfektibilität“ über „Sukkurs“ bis zu „qualitativ identischer Fall eines Begriffsumfanges“ – entweder sie können das vernünftig auf Deutsch darlegen oder es taugt nichts.

    @Manfred:

    Bezugnehmend auf dein erfrischendes Bekenntnis deiner Erweckungserlebnisse, ja deines „Konvertitenstatus“ (ein Positng später) weise ich darauf hin, daß dir dies im Falle der Evolutionsfrage vielleicht noch bevorsteht.

    a) Ganz abgesehen von der Frage, wie wissenschaftlich haltbar die Theorie ist, bleibt es empirirsche Erkenntnis, daß die reine Existenz der ET den meisten Menschen den Zugang zu Gott und Bibel blockiert. Deshalb ist der Kampf der Gläubigen gegen Darwin (und Apologeten) absolut gerechtfertigt.

    b) Man muß die ET auch dann bekämpfen, wenn man aus rein wissenschaftlichen Motiven heraus denkt und handelt. Es gibt keine größere Blockierung von Wissenschaft als das Festhalten an komplett widerlegten Theorien. Genau das ist die ET, sie wird aber dennoch mit aller erdenklichen Mühe in sämtliche Zusammenhänge gepresst. Der evolutionsbezogene Ansatz wird eben nicht nur in der Biologie als gültig betrachtet,, sondern in Geschichte, Soziologie, quasi überall angewendet.

    c) Machen wir’s simpel: habe ich die Bibel in _einem_ Punkt ausgehebelt, habe ich sie gänzlich ausgehebelt. Genau das leistet die ET, und genau deswegen ist entweder diese falsch oder die Bibel. Nicht weniger.

    Eines Tages wirst du vielleicht Lust haben, etwas tiefer in die Frage einzutauchen, wie stichhaltig jedes beliebige Argument der Evo-Gläubigen ist. Viel Spaß dabei.

    • @ Flash:

      ad a) Es mag sein, dass die ET vielen Menschen den Zugang zu Gott und der Bibel blockiert. Dies ist nur erstens per se kein Argument gegen die ET, zweitens hat sie mir diesen Zugang durchaus nicht blockiert, drittens dürfte diese Wirkung mehr mit der atheistischen Begleitmusik von Leuten wie Myers zu tun haben, die allzu viele Menschen allzu unkritisch mitsingen (wie sie das ja auch bei anderen vulgarisierten Propagandaversionen wissenschaftlicher Erkenntnisse tun), und weniger mit der ET selber.

      ad b) Es stimmt schon, dass die ET nicht alles ausreichend erklärt, was sie zu erklären beansprucht. Dies zu zeigen ist aber etwas anderes als eine Widerlegung. Was MiKedem vorgetragen hat, sind gewichtige Argumente, die aber nur ceteris paribus, nämlich unter gleichbleibenden Umweltbedingungen gelten. Die Entstehung neuer Arten (und das Aussterben alter) geschieht aber sehr häufig im Anschluss an dramatische Umweltveränderungen. Dass Arten, die sich an einen bestimmten Lebensraum angepasst haben, sich nicht spontan zu anderen Arten entwickeln, dürfte auf der Hand liegen. Die Frage lautet aber: Was geschieht im Falle drastischer Veränderungen des Lebensraumes. Oder, um in MiKedems Bild zu bleiben: Was geschieht, wenn der erklommene Hügel unter Wasser gesetzt wird, und die Angehörigen einer Spezies zum Schwimmen in alle möglichen Richtungen genötigt sind? Dann werden die meisten untergehen, einige aber nicht, und die erreichen dann einen anderen Hügel.

      ad c) Die ET hat die Bibel in keinem einzigen Punkt ausgehebelt.

  • Ergänzung:

    In der Bibel heißt es von Gott: „in IHM leben, weben und sind wir“.

    Dies spricht gegen den Gedanken, Gott hätte vielleicht eine gut funktionierende Maschine angestoßen, die nunmehr selbstregulierend dahinexistiert.

    Ich selber sehe es eher so, daß Gott die Existenz sämtlicher Naturgesetze, ja der Materie selbst in jedem einzelnen Zeitpunkt aktiv gewährleistet, indem er quasi „alles“ aktiv kontrolliert (bis auf die Ebene, wo Materie vielleicht nur noch als „Schwingung“ zu erklären ist, subatomar). Dies bedeutet einen Gott, um Potenzen größer als der Kosmos – und was sonst könnte denn „GOTT“ genannt werden?

    Das Gegenteil göttlicher Ordnung wäre nämlich Chaos, und das würde ohne Gottes aktive Kontrolle ausbrechen. Sehr schnell.

    Schade, daß ich das nun nicht akademisch verbrämen konnte. 😉

  • @ Manfred

    Was geschieht, wenn der erklommene Hügel unter Wasser gesetzt wird, und die Angehörigen einer Spezies zum Schwimmen in alle möglichen Richtungen genötigt sind? Dann werden die meisten untergehen, einige aber nicht, und die erreichen dann einen anderen Hügel.

    Die Lebewesen auf dem anderen Hügel gab es alle vorher schon. Es ist nichts neues geschaffen worden.

    Die ET hat die Bibel in keinem einzigen Punkt ausgehebelt.

    Wenn du die Makroevolution mit der Bibel vereinbar hälst, dann mußt du die Bibel sehr frei auslegen. Dann kann man alles reinlesen was einem gefällt.

    Mal grundsätzlich: Auch wenn es ein plausibles Modell für die Entstehung der Arten mit Evolution geben sollte, dann würde dies nicht beweisen, dass es tatsächlich so statt gefunden hat. Es bleibt eine Glaubensfrage. Makroevolution hat keinerlei praktischen Nutzen, daher ist der Kampf gegen die Kreationisten rein politisch.

    • @ Cody:

      Die Lebewesen auf dem anderen Hügel gab es alle vorher schon. Es ist nichts neues geschaffen worden.

      Nun gut, hier habe ich die Tragkraft des Bildes etwas überstrapaziert. Modifizieren wir es also: Mit der Veränderung der Umweltbedingungen entstehen neue Hügel, und alte werden eingeebnet. Was an Leben noch vorhanden ist, muss sich auf den Weg zu den neuen Hügeln machen. Da sie Lebewesen für die neuen Bedingungen schlecht ausgestattet sind, entsteht ein Veränderungsdruck, dem nur Lebewesen gewachsen sind, deren genetische Ausstattung weit entfernt vom statistischen Mittel ihrer Spezies ist. Übrigens ist keineswegs gesagt, dass der klassische Darwinismus nicht noch in ähnlicher Weise von einer ihm überlegenen Theorie aufgehoben wird, wie Newtons Theorie von der Einsteins aufgehoben wurde. Dass sie in ihrer gegenwärtigen Form nicht alles erklären kann, heißt nicht, dass eine wissenschaftliche Erklärung der Naturgeschichte prinzipiell unmöglich wäre. Wissenschaftlichkeit setzt aber voraus, dass sie nicht auf Glaubensartikel zurückgreift. Wenn ich sage, dass hier eine prinzipielle Schranke wissenschaftlicher Erkenntnismöglichkeiten liegt, dann heißt das noch lange nicht, dass die Schranke dort erreicht sein müsste, wo es um die Erklärung des Lebens geht.

      Wenn du die Makroevolution mit der Bibel vereinbar hältst, dann mußt du die Bibel sehr frei auslegen. Dann kann man alles reinlesen was einem gefällt.

      Bei der Auslegung der Bibel muss ich, wie bei jedem anderen Text auch, den kommunikativen Kontext in Rechnung stellen, also: Wer wendet sich an wen? Gott spricht in der Bibel Ewige Wahrheit aus, aber die primären Adressaten sind die Menschen des ersten und zweiten vorchristlichen Jahrtausends, und auf deren Wirklichkeitsverständnis ist der Text zugeschnitten. Es liegt in der Natur der Sache, dass Gott in einer Sprache spricht, die sich an die bereits vorhandenen Schöpfungsmythen anlehnt. Das damals Neue besteht in der Aussage, dass es einen Schöpfer gibt, nicht mehrere, und dass er nicht, wie Uranos (Himmel) und Gaia (Erde) mit der Schöpfung identisch ist; aber dieses Neue muss in einer Sprache formuliert werden, die verstanden wird. Es wäre nicht sinnvoll gewesen, vom Urknall oder der Evolution zu sprechen – das hätte den Menschen einfach nichts gesagt. (Im Grunde tut Gott in der Bibel nichts anderes als Eltern, die ihrem Kind etwas erklären wollen, was es noch nicht verstehen kann, ohne es aber anzulügen: Sie vereinfachen die Aussage, um sie dem Verständnishorizont des Kindes in einer Weise anzupassen, bei der die Wahrheit erhalten bleibt.) Es erfordert daher durchaus keine besonders freie oder gar willkürliche Auslegung der Bibel, ihre Vereinbarkeit mit einer wissenschaftlichen Deutung der Naturgeschichte festzustellen – genau deswegen hat die katholische Kirche diese Feststellung auch getroffen.

      Was aber zwangsläufig zu einer Fehlinterpretation führen muss, ist, wenn wir mit unserem heutigen Wirklichkeitsverständnis, in dem „wahr“ nur das ist, was messbar und fotografierbar ist, an einen Text herangehen, der von anderen kognitiven Voraussetzungen ausgeht, und schließen, die Bibel sei entweder (in unserem Verständnis) wörtlich zu verstehen, oder sie sei unwahr.

      Auch wenn es ein plausibles Modell für die Entstehung der Arten mit Evolution geben sollte, dann würde dies nicht beweisen, dass es tatsächlich so statt gefunden hat.

      Das ist korrekt, gilt aber für jede wissenschaftliche Theorie. Es handelt sich immer um Modelle, die mit den empirischen Daten übereinstimmen (und im Falle der Nichtübereinstimmung als falsifiziert zu gelten haben). Wissenschaft ist ein komplexes Regelsystem zur Eliminierung von empirisch unwahren Aussagen. Bewiesen wird nichts; nur widerlegt. Es kann also durchaus sein, dass ganze Wissenschaftszweige mit ihren Modellen im Dunkeln tappen. Besonders groß ist die Gefahr dann, wenn bereits in die Hypothesenbildung ideologische Vorannahmen eingehen, die nicht als solche reflektiert werden; insbesondere dann also, wenn die an sich sinnvolle Kommunikationsregel, stets so zu argumentieren, als ob Gott nicht existieren würde, mit empirischer Wahrheit verwechselt wird, statt als Verweis auf die immanenten Grenzen wissenschaftlicher Erkenntnisfähigkeit aufgefasst zu werden. Dies zu kritisieren rechtfertigt aber keinesfalls, die Kommunikationsregel als solche abschaffen zu wollen.

      Es bleibt eine Glaubensfrage.

      Eine Glaubensfrage ist nicht, ob Evolution stattgefunden hat, ob also im Verlauf der Naturgeschichte neue Arten entstanden und alte verschwunden sind – das ist der empirischen Überprüfung durchaus zugänglich -, sondern, ob Gott in diesen Vorgang steuernd eingegriffen hat oder nicht. Diese Aussage kann mit wissenschaftlichen Mitteln weder bestätigt noch widerlegt werden.

      Der Kampf gegen die Kreationisten ist in der Tat rein politisch, und er ist in der Tat ein Kampf gegen das Christentum schlechthin. Dass der Angriffspunkt aber gerade die Kreationisten sind, liegt daran, dass niemand den Atheisten so brauchbare Steilvorlagen liefert wie gerade die Kreationisten. Die Kreationisten werden deshalb als vermeintlich authentische Vertreter des Christentums angegriffen, weil sie wie geschaffen sind, Christen als Idioten und Wissenschaftsfeinde hinzustellen.

  • Gerade während meiner Schulzeit (ich war ca. 14) wurde die Evolutionstheorie in den Lehrplan aufgenommen. Ich werde nie vergessen, wie fassungslos ich der Biologielehrerin zuhörte – mir war ja „nur“ die Schöpfungsgeschichte aus der Bibel bekannt, die mir mein Vater unzähligemale abends vorgelesen hatte. Nachdem sie geendet hatte, fragte ich: „ist das jetzt wirklich war, was Sie grade erzählt haben?“ Die Klassenkameraden lachten mich aus, sie jedoch sagte: „Ich kann Dir nur sagen, daß wir Lehrer euch jetzt dies so erzählen müssen, das wurde neu festgelegt“…

    Dieses Erlebnis hatte ich nicht mehr so aktuell im Kopf, als ich den Kindern im Kindergarten die Schöpfungsgeschichte erzählte. Bald danach besuchte mich eines der Kinder, das vor einigen Wochen in die Schule gekommen war. Vorwurfsvoll erzählte sie: „Was Du uns erzählt hast, ist gar nicht wahr. Die Erde hat sich nach dem Urknall entwickelt!!“

    Ich war schockiert – die erzählen den Kindern jetzt schon in den ersten Schulwochen von der Evolution??
    Um keines meiner Kinder nochmals in solch einen Schock laufen zu lassen (wir redeten jeden Tag auch von und mit Gott in unserem kath. Kiga – und praktisch alle meine Kinder wurden gläubig) erzählte ich nun in jedem Kigajahr die Schöpfungsgeschichte. Dabei erwähnte ich die Parallelen in der Evolutionstheorie und betonte, daß es sich nur um eine `Theorie` handle, die keiner mit Sicherheit als absolut nehmen könne.

    Das ist, was ich auch sonst um mich herum versuche: Zweifel daran zu schüren, ob alles immer so ist, wie es uns eingehämmert wird…

  • Interessantes Thema. Ein Überlegung noch zum Thema Kreationisten. Dieser Begriff ist ein Schimpwort, dass insbesondere dazu benutzt wird den amerikanischen (politischen) Kreationsmus zu verunglimpfen. In Deutschland gibt es den Verein http://www.Wort-und-Wissen.de, der sich dieses Themas aus wissenschaftlicher Perspektive in unermüdlicher Art und Weise annimmt. Und auch sehr selbstkritisch mit der eigenen Szene umgeht. Sie machen eine gute Arbeit, und versuchen in einem sachlichen unpolemischen Ton mit ihren Widersachern umzugehen. Ich glaube es lohnt sich für die Ursprungsinteressierten sich mit deren Sichtweise und Argumentationen auseinanderzusetzen.

  • Wie es scheint, habe ich mich missverständlich ausgedrückt, was die Analogie mit den „Hügeln“ betrifft.
    Deshalb für Interessierte nochmal etwas detaillierter.
    Es geht nicht um ökologische Nischen oder Anpassung an Biotope, sondern abstrakt um Optimierung von Parametern.
    Ich bin Informatiker, mein Spezialgebiet sind jedoch nicht Optimierungsprobleme. Ich habe aber mal den Vortrag eines Kollegen (von IBM, dessen Namen ich leider nicht mehr weiß),
    gehört, der hier Experte war und stütze mich jetzt etwas auf seine Ausführungen.
    Der Hintergrund der Theorien sind jedenfalls hartes wirtschaftliches Interesse und messbare Erfolge.
    Nehmen wir an, Herr X will von seinem Wohnort 0 an zwei Orte A und B fahren. Er hat zwei Wahlmöglichkeiten, erst nach A, dann nach B oder umgekehrt.
    Wenn A und B unterschiedlich von 0 entfernt sind, sind die zwei Strecken unterschiedlich lang. Herr X will Sprit sparen und die kürzeste Strecke nehmen. Er vergleicht und wählt.

    Nehmen wir an, Herr X ist Verteter und soll an einem Tag acht Orte anfahren. Dann gibt es 40.320 Varianten und Herr X kann nicht mehr wählen.
    Er kommt auf die Idee, immer zum jeweils nächstgelegenen Ort zu fahren, aber am Ende bleiben Hamburg und München übrig.
    Herr X kommt zu mir und läßt sich ein Programm schreiben, das alle Varianten berechnet und die kürzeste Strecke ausgibt.
    Nehmen wir an, für eine Variante braucht der Computer 0,01 Sekunde, für acht Orte also ca. 7 Minuten. Herr X ist zufrieden und gibt die Planung für die nächste Woche ein: 30 Orte. Das Programm bleibt stehen. Das täuscht, aber für die ca. 2,6 mal 10 hoch 32 Varianten braucht es etwas länger, nämlich 8,4 mal 10 hoch 22 Jahre oder so ungefähr. Herr

    X will sein Geld wieder. Da fällt mir ein, dass ich in der Schule gelernt habe, dass es ein Verfahren gibt, dass per Zufall Optima findet, also immer bessere Lösungen: Evolution.
    Man erzeugt zufällige Varianten und nimmt dann immer die bessere. In unserem Fall die kürzere.
    Eine geniale Idee, denn eine Generation braucht bei mir ja nur 0,01 Sekunde – nicht wie Mammutbäume 1000 Jahre oder der Mensch 70 Jahre.
    Der Erfolg wird sich also schnell einstellen.
    Also nehme ich einen zufälligen Weg durch alle Orte. Dann variiere ich eine zufällige Teilstrecke, vergleiche, ob die Variante n kürzer ist als n-1. Wenn ja mach ich mit n weiter,

    variiere wieder, wenn nicht dann mit n-1. Irgendwann führt jede Variation zu einem schlechteren Ergebnis als vorher. Das dauert vielleicht nur einige 100 Zyklen. Nach kurzer Zeit gibt

    das Programm jedenfalls was aus: Kürzeste Strecke: 12.000 km. Herr X ist zufrieden.
    Ist das die kürzeste Strecke? Sehr wahrscheinlich nicht. Ich habe einen „Hügel“ erreicht, aber nicht den „Berg“, die absolut kürzeste Strecke. Der Weg beginnt angenommen mit 0

    nach G, dann … Der Algorithmus hat auch mal probiert, von 0 nach F zu beginnen, das war aber schlechter als vorher, also hat er es verworfen. Hätte er dort jedoch weiter gemacht,

    hätte er nach 35 Schritten eine Strecke von 11.500 km gefunden. Aber woher soll er das wissen, er nimmt ja immer strikt „the fittest“. Das sind die „Hügel“.
    Um das Problem zu umgehen, den Algorithmus etwas flexibler zu machen, sage ich ihm, er darf auch eine Variante nehmen, die 5 km länger ist, also schlechter als die vorhergehende. Er darf also etwas vom „Hügel“ herunter. Unglücklicherweise/zufälligerweise macht er das gleich 20 mal hintereinander und findet dann eine, die 12.500 km lang ist. Oder er gerät in eine Endlosschleife, weil er 5km optimiert, dann wieder wegoptimiert, oder er gerät auf die „Ebene“ und gibt 20.000 km aus. Wenn ich sage, das nächste Tal ist oft „10 km“ tief und um das zu überwinden, erlaube ich 10 km Verlängerung, kommt kein vernünftiges Ergebnis mehr zustande.
    Also: Entweder das Verfahren nach Evolutionsmodell optimiert auf den nächsten „Hügel“ und bleibt dann stecken. Oder es crasht nach Aufweichung des Evolutionsmodells. Zur wirklichen „strategischen“ Optimierung ist es ungeeignet.
    Was hat das mit Biologie zu tun? Nun, Eiweißmoleküle haben eine Länge von ca. 100 Aminosäuren bis zu mehreren Zehntausend Aminosäuren. Sie bestehen aus (beim Menschen) 21 verschiedenen „Buchstaben“, eben den Aminosäuren. Es gibt also 21 verschiedenfarbige „Perlen“ , die zu Ketten von mehreren Tausenden zusammengefügt werden. Dann haben wir ein Eiweißmolekül- keine Zellorganelle wie etwa ein Mitochondrium, schon gar keine Zelle- nur ein(!) Molekül. Die Variantenzahl zu berechnen ist mir jetzt zu mühsam (bin kein Mathematiker, wenn hier welche lesen, können sie das gerne nachholen) – es ist aber gigantisch, wahrscheinlich mehr Nullen, als das Weltall Atome hat. Für ein Molekül. Dazu kommt noch, dass die „Perlenschnur“ von paar Zehntausend „Perlen“ Länge nicht nur eine genau definierte Farbfolge haben muss, sondern dass sie sich beim „Loslassen“ „verdrillt“ und dann „verklumpt“ zu einem 3D-Batzen. Und dann liegt die Aminosäure 3571 neben der 5829-zigsten und gerade diese Kombinantion ist in der Lage, ein Photon einzufangen oder sonst eine spezifische Aufgabe zu erledigen. Nur um den „Claim“ abzustecken, von welcher Größenordnung wir reden.
    Mein Programm funktioniert also einigenmaßen zum Finden einer kürzeren Strecke. Nicht der optimalen, nicht mal der „suboptimalen“. Zu mehr ist es nicht geeignet. Er findet kein Optimum. Um ein Optimum zu finden, müßte man dem Mann auf dem Weg zum Berg die Binde abnehmen, also den Zufall beseitigen. Dann würde er sehen, dass er ein tiefes Tal durchschreiten muss, danach jedoch den höchsten Gipfel der Umgebung erreicht. Das ist aber Vorausschau, kein „blinder Zufall“. Evolution ist das nicht.
    Wenn ein „Sonntagsfahrer“ eine möglich lange Strecke sucht- ist mein Programm nicht geeignet. Wenn neue „Umweltbedingungen“ hinzukommen (Biologie: vom Wasser an die Luft), bei mir: es fahren 15 Verteter mit drei verschiedenen Wagentypen, davon ein gelbes Auto, dass nicht bei Regen fahren darf und drei Kollegen, die nicht Nachts fahren dürfen, dazu dürfen zwei Orte nur zwischen 10.00 Uhr und 15.00 Uhr angefahren werden, usw.: das Programm versagt jämmerlich. Wie soll es durch Herumprobieren diese Komplexität zustandebringen? Es gibt zwar einen Weg: ich muss ihn planen und einarbeiten. Das erfordert allerhand Intelligenz und Design. Also „Intelligent Design“. Das Ziel des Algorithmus ist ein ganz anderes als vorher. Im biologischen Kontext ist z.B. ein Fisch mit Schuppen ans Wasser angepasst. Er ist auf dem „Hügel Schuppen“ (Gleitwiderstand usw.). Für die Luft müßten die Schuppen zu Federn werden, also bezogen auf das Wasser „schlechter“ werden (Tal). Wenn der Fisch natürlich gewußt hat, dass er ca. 35 Millionen Jahre später Federn braucht, hätte er das Tal beschritten. Aber ob er’s gewußt hat?
    Ein praktisches Beispiel: Eidechsen wächst bei Verlust der Schwanz nach, anderen Tieren nicht. Es muss also mal Eidechsen gegeben haben, denen kein Schwanz nachgewachsen ist. Einigen davon ging der Schwanz verloren. Das muss ein Vorteil gewesen sein gegenüber denen, die ihren Schwanz behalten haben. Denn die jetzigen Eidechsen können nur von denen abstammen, die ihren Schwanz verloren haben. Einigen der schwanzlosen Edechsen ist nun ein neuer gewachsen. Das muss wiederum ein Vorteil gegenüber den Schwanzlosen gewesen sein, denn davon stammen die heutigen ab. Was aber ist der Vorteil des zweiten Schwanzes gegenüber dem ersten?
    Wer gibt das „Optimum“ des Evolution-Algorithmus vor? Möglich lange überleben? Möglichst viele Nachkommen? Warum? Es gibt unzählig viele Ziele. Warum nicht möglichst schnell sterben?
    Es sind nur einige Probleme, die sich auftun, wenn man den „Milchmädchenbereich“ verlässt und ins Detail geht. Hier kann man Bücher schreiben.
    Aber nicht hier.

  • @ flash
    Wem es nützlich scheint:
    Es steht jedem frei, die Texte nach Belieben zu benutzen.

  • @MiKedem

    Wer gibt das “Optimum” des Evolution-Algorithmus vor?

    Optimal ist, was die Erbinformation weiter verbreitet. Anders als beim Problem des Handlungsreisenden gibt es nicht ein Optimum, z.B. gibt es nicht den perfekten Menschen.

    Ich habe die Lösung wie Evolution funktionieren kann! Wir leben in einem Multiversum, d.h. es gibt unendlich viele Universe. Daher ist die Wahrscheinlichkeit gleich 1, dass es irgendwo eine Erde gibt, auf der Evolution funktioniert. Das Multiversum entspricht von seiner Rechenleistung einer nichtdeterministischen Turingmaschine, somit ist das Komplexitätsproblem gelöst.

    • Cody,

      die Multiversumstheorie lieferte, wenn sie zuträfe, anders als die Evolutionstheorie einen erstklassigen Grund, nicht an Gott zu glauben. Wenn nämlich jeder erdenkliche Zufall in irgendeinem Universum tatsächlich stattgefunden hätte und jede nur erdenkliche Welt tatsächlich existieren würde, dann könnte man zwar immer noch an Gott, den Schöpfer, glauben, aber es wäre sinnlos, zu ihm zu beten.

  • @ Cody
    Warum ist es optimal, die Erbinformation weiterzugeben?
    Das ist bereits Axiom, nicht begründbare willkürliche Annahme.
    Ein Dogma, wenn man so will.
    Es legt eine Richtung fest, was „fittest“ ist, impliziert also das Ziel. Es gibt aber unendlich viele denkbare Ziele. Warum also dieses? Man muss sich bewußt machen, dass hier bereits kein Zufall mehr gilt.

  • @MiKedem:

    Ich verneige mich abermals, dafür, daß du dir die Mühe machst, die mathematische Unhaltbarkeit der Evolutionsprinzipien etwas aufzudröseln.

    Mit wird es ewig ein Rätsel bleiben, warum intelligente Menschen (unter ihnen auch, oder besonders?, Akademiker) sich nicht die Mühe machen, auf einigen Ebenen mal tiefer ins Thema einzusteigen und den gigantischen Bluff zu durchschauen, der da läuft.

    Man kann von beliebiger Seite herangehen und findet immer die völlige Unhaltbarkeit bestätitgt, sei es mathematisch, sei es chemisch, sei es informationstheoretisch, sei es biologisch, sei es archäologisch.

    Warum hat man es geschafft, den Bluff des Klimawandel-Dogmas zu durchschauen – aber kann sich nicht aufraffen, seinen Kopf mal ebenso in punkto Evolution anzustrengen? Nach kurzer Zeit ist man in dem Thema drin, und es gibt wirklich genügend Material.

    Ich will nur noch einen kleinen Denkanstoß geben, der die logische Unhaltbarkeit der ganzen Sache andeutet:

    „Welche Nachkommen überleben?“ „Die bestangepaßten.“ „Aha, und wer sind die bestangepaßten Nachkommen?“ „Die, die überlebt haben.“ „Aha.“


  • … dann könnte man zwar immer noch an Gott, den Schöpfer, glauben, aber es wäre sinnlos, zu ihm zu beten.

    Warum?

    • Weil dann alles, was geschehen kann, auch tatsächlich geschieht, und es reiner Zufall ist, in welchem Universum Du selbst Dich befindest. Mehr noch: In einem Multiversum gibt es jeden Einzelnen von uns in vielfacher Ausführung, und was dem einen nicht zustößt, stößt dafür seinem Doppelgänger in einem anderen Universum zu; auch wenn beide vorher dasselbe Gebet gesprochen haben.

  • Sicher, aber diese Multiversumstheorie ist so offensichtlich philosophisch dadurch motiviert, die Frage nach dem Warum auszuräumen, daß es sich nicht lohnt, sie weiter ernst zu nehmen.

    Ich würde auch in Glaubensdingen dazu raten, der eigenen Erfahrung zu vertrauen. Wer nicht selber erfährt, daß das Bemühen um das Heilige den Geist aufrichted und ihm eine sichere Orientierung schenkt, der braucht auch nicht zu glauben. Und wer es erfährt, der sollte es im eigenen Interesse ernst nehmen.

  • Als Ergänzung zu der hier stattgefundenen Diskussion die Übersetzung eines längeren Vortrags von Craig Venter im Counterjihad-Blog:

    „Menschliches Denken und Planen und spezifische Auswahl ersetzen jetzt die Darwinsche Evolution.“

    http://fjordman.wordpress.com/2010/06/02/eine-von-der-dna-angetriebene-welt/

  • Lieber Manfred,

    Sie schreiben „Wäre dies so, dann hätte die katholische Kirche bestimmt nicht erklärt, dass die Evolutionstheorie mit dem christlichen Glauben vereinbar sei.“ An anderen Stellen haben Sie sich schon skeptischer zu Aussagen der katholischen Kirche aus unserer Zeit geäußert. Wie stehen Sie zu folgendem Artikel der Piusbrüder:
    http://pius.info/component/content/article/17-theologische-schriften/296-die-ganze-wahrheit ?

    Sie schreiben: „Die ET hat die Bibel in keinem Punkt ausgehebelt.“ In dem Pius-Artikel heißt es unter „Die Erbsünde“ z.B. nach dem Zitieren von Gen. 3,20: „Nach dem Willen Gotts sollten Adam und Eva die Stammeltern des ganzen Menschengeschlechtes sein.“ Diese Aussage wird auch z.B. durch Lukas 3,23-38, Apg. 17,26, 1. Kor. 15,20-22.45 bestätigt. Oder welchen Sinn würden Römer 5,12.18f oder 1. Tim. 2,13 machen, wenn Adam und Eva nicht historische Personen gewesen wären? Dann hätte es auch nicht den Sündenfall (Übergang von einer (sehr) guten Schöpfung auf eine gefallene Schöpfung) als historisches Ereignis gegeben. M.E. macht die Bibel schon auch klare Unterschiede zwischen Mensch und Tier, was nicht wirklich zur MAKRO-Evolution (ME) passt. Es ließen sich noch einige andere Punkte aufzählen.

    Ich halte weder die biblische Schöpfungslehre, noch die Theorie der MAKRO-Evolution für wissenschaftlich beweisbar. Daher kommt man m.E. ohne weltanschauliche Grundannahmen nicht aus. Ich hielte es für ehrlich, wenn dies beide, Kreationisten und Evolutionisten, eingestehen würden.

    Unabhängig davon, ob nun die biblische Schöpfungslehre, die ME oder etwas anderes zutreffend ist, sind aus meiner Sicht die Auswirkungen der ME geschichtlich eindeutig negativ wie schon an anderer Stelle erwähnt.

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