Non veni pacem mittere sed gladium. (Mt 10,34)
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Und ich sah, daß das Lamm der Siegel eines auftat; und hörte der vier Tiere eines sagen wie mit einer Donnerstimme: Komm!

Und ich sah, und siehe, ein weißes Pferd. Und der daraufsaß, hatte einen Bogen; und ihm ward gegeben eine Krone, und er zog aus sieghaft, und daß er siegte.

Und da es das andere Siegel auftat, hörte ich das andere Tier sagen: Komm!

Und es ging heraus ein anderes Pferd, das war rot. Und dem, der daraufsaß, ward gegeben, den Frieden zu nehmen von der Erde und daß sie sich untereinander erwürgten; und ward ihm ein großes Schwert gegeben.

Und da es das dritte Siegel auftat, hörte ich das dritte Tier sagen: Komm! Und ich sah, und siehe, ein schwarzes Pferd. Und der daraufsaß, hatte eine Waage in seiner Hand.

Und ich hörte eine Stimme unter den vier Tieren sagen: Ein Maß Weizen um einen Groschen und drei Maß Gerste um einen Groschen; und dem Öl und Wein tu kein Leid!

Und da es das vierte Siegel auftat, hörte ich die Stimme des vierten Tiers sagen: Komm!

Und ich sah, und siehe, ein fahles Pferd. Und der daraufsaß, des Name hieß Tod, und die Hölle folgte ihm nach. Und ihnen ward Macht gegeben, zu töten das vierte Teil auf der Erde mit dem Schwert und Hunger und mit dem Tod und durch die Tiere auf Erden.

(Apokalypse, Kap. 6, V.1-8)

Ist es eigentlich sinnvoll, in politischen Zusammenhängen die Begriffe „Gut“ und „Böse“ zu gebrauchen? Unwillkürlich wird man die Frage verneinen wollen: Das Böse kann man im politischen Bereich ja schwerlich anders denn als Attribut konkreter Akteure benennen, die folgerichtig als „die Bösen“ zum Abschuss freigegeben sind, und denen gegenüber man sich über moralische und rechtliche Normen getrost hinwegsetzen darf. Auf den ersten Blick sieht es also so aus, als wäre der Begriff des Bösen kaum mehr als ein demagogischer Kniff, ein manichäisches Schwarz-Weiß-Denken zu propagieren, das in einer demokratischen Gesellschaft nichts zu suchen hat.

Stutzig machen sollte allerdings, dass Viele, die theoretisch so argumentieren, in der Praxis sehr wohl eine Vorstellung vom „Bösen“ haben, und dass man dies eben daran erkennt, dass sie bestimmten Feinden gegenüber von Recht und Moral nichts wissen wollen. Wie sehr etwa die Figur des „Neonazis“ als Feindbild taugt, das jeden Rechtsbruch legitimiert, konnten wir zum wiederholten Male jüngst am 1.Mai besichtigen.

Vermutlich werden die Betreffenden argumentieren, dass sie sich ja nicht aus bloßem Hass so verhalten, sondern um einem bestimmten Gesellschaftsideal zu dienen: der offenen, demokratischen, toleranten, von einem liberalen Standpunkt aus also der schlechthin guten Gesellschaft.

Es scheint also, als sei es die Vorstellung vom „Guten“, das – in Gestalt seiner Negation – automatisch das Feindbild des „Bösen“ erzeugt. Ist das aber immer und unvermeidlich so, und muss man deswegen nicht als aufgeklärter Mensch jeden Begriff von Gut und Böse aus der politischen Sprache verbannen? Ich sage: Nein. Und ich füge hinzu, dass bereits der bloße Versuch geradewegs in totalitäres Denken führt.

Wie auch immer man es verkleidet, und in welchem Vokabular auch immer man es ausdrückt: Der Mensch, sofern er nicht einfach ein politisches Neutrum ist, kommt nicht daran vorbei, die Werte und Ziele, die er selbst für richtig, für wünschenswert, für human, für befreiend etc. hält, als „gut“ zu beschreiben. Und wenn er nicht alle anderen Ziele und Werte als „böse“ abstempeln möchte, dann liegt die klassische liberale Lösung darin, ein System zu etablieren, innerhalb dessen niemand „böse“ ist, sondern legitimerweise Alle miteinander konkurrieren: In der Innenpolitik durch die liberale Verfassung, in der internationalen Politik durch Etablierung eines allgemeinverbindlichen Regelwerks, aber auch in den interreligiösen Beziehungen durch Propagierung wechselseitiger Toleranz und Negierung exklusiver Wahrheitsansprüche der einzelnen Religionen.

Wer ein solches System für etwas Gutes hält, erklärt implizit alles für böse, was ihm feindlich gesinnt ist:

  • in der Innenpolitik also sogenannte Verfassungsfeinde: Da eine liberale Verfassung deren Bekämpfung freilich Grenzen setzt, liegt eine gewisse Folgerichtigkeit darin, dass sogenannte Demokraten die verfassungsrechtliche Ordnung durch den Appell an den Mob umgehen.
  • in der internationalen Politik alle Staaten, die das vorgegebene Regelwerk ablehnen und verletzen (selbst wenn denen womöglich gar nichts anderes übrigbleibt): Deren Bekämpfung verletzt dann nicht selten ihrerseits das Völkerrecht.
  • in den interreligiösen Beziehungen alle Religionen, die auf einem exklusiven Wahrheitsanspruch beruhen; womit freilich der Charakter von Religion schlechthin in Frage gestellt wird: Religionen werden toleriert, solange ihre Anhänger nicht wirklich an sie glauben; tun sie es doch, sind sie „Fundamentalisten“, die die Religion „missbrauchen“ und die entsprechend zu bekämpfen sind. Die wachsende Aggressivität, mit der religionsfeindliche Positionen vertreten werden, hat hier ihre Wurzeln.

Die Dichotomie von Gut und Böse verschwindet also nicht und wird durch ein liberales System keineswegs neutralisiert. Die Front wird an die Systemgrenzen verlagert, aber sie bleibt als solche bestehen.

Wenn aber die Unterscheidung von Gut und Böse als solche nicht aus der Welt zu schaffen ist, wie unterscheidet man dann das Gute vom Bösen? Gilt es bloß, eine mehr oder minder willkürliche Entscheidung zu treffem, dass Dieses gut und folgerichtig Jenes böse sei? Und wie verhindert man, dass man bei der Bekämpfung des so definierten Bösen sich seinerseits böse verhält? Kann man das überhaupt?

Manch einer wird mir bis hierher mit einer gewissen Ungeduld gefolgt sein. Was, so könnte man fragen, soll es denn bringen, politische Fragen in moralischen, letztlich religiösen Kategorien zu beschreiben? Und welcher Teufel reitet denn mich, einen Sozialwissenschaftler, religiöse Begriffe in die Gesellschaftsanalyse einzuführen? Der Grund ist Folgender:

Je tiefer ich mich mit den Grundlagen menschlicher Gesellschaft und ihrer Gefährdung auseinandersetze, desto klarer gelange ich (und zwar durchaus zu meiner Verblüffung) zu Erkenntnissen, die vom Christentum, teilweise auch bereits vom Judentum, schon immer als Wahrheiten behauptet worden sind.

Selbstverständlich kann der Glaube nicht die empirische Analyse ersetzen, allein schon deshalb, weil ich ja auch die Nichtglaubenden überzeugen will. Es bedeutet aber einen fundamentalen Unterschied, ob die Gesellschaft als Ganze die Wahrheit des Christentums als erkenntnisleitende Vermutung behandelt, oder ob für sie der methodische Atheismus der Wissenschaft die Vermutung auf seiner Seite hat, Wahrheit hervorzubringen.

Letzteres ist momentan offenkundig der Fall: Von der Religion erwartet man sich bestenfalls ein wenig Seelentrost, aber gewiss keine Erkenntnisse, die einem helfen können, mehr als das eigene individuelle Leben zu ordnen. Zutreffende Aussagen über die Gesellschaft aus der Bibel abzuleiten – das kann doch nur schiefgehen. Oder?

Wie schon gesagt: Glaube ersetzt keine Analyse, aber kann bei der Synthese helfen. Wissenschaft funktioniert ja nach einem bestimmten Modus: Erst wird die Hypothese entworfen, dann wird sie getestet. Eine Wahrheit, die gar nicht erst als Hypothese formuliert wird, kann es nicht zu wissenschaftlichen Weihen bringen.

Nun zeichnen sich alle mit der Gesellschaft befassten Wissenschaften bereits fachbedingt durch einen begrenzten Horizont aus, wie man besonders schön an der hypothetischen Hilfskonstruktion der Wirtschaftswissenschaftler, dem homo oeconomicus, ablesen kann; es gilt aber in ähnlicher Weise für die je fachspezifischen Perspektiven von Soziologen, Historikern, Psychologen etc., die jede für sich einen Teilaspekt des Menschlichen behandeln.

Der Rückgriff auf eine umfassende Anthropologie, die Frage, was den Menschen zum Menschen macht und wie sich das auf seine sozialen Beziehungen auswirken muss, wird allenfalls philosophisch gestellt, findet aber kaum Eingang in die Hypothesenbildung der empirischen Sozialwissenschaften, es sei denn in der entstellten Form jener Utopien, die nicht selten die unausgesprochene Voraussetzung gesellschaftswissenschaftlicher Forschung darstellen – sei es in der liberalen Variante, die eine Gesellschaft aus nutzenmaximierenden homines oeconomici als Idealzustand zunächst im Gedankenexperiment postuliert, um gleich anschließend ihre (wirtschafts-)politische Verwirklichung zu fordern, sei es in einer mehr oder minder marxistischen Form, der die Utopie einer Gesellschaft der Gleichen zugrundeliegt, und die die vorhandenen Strukturen in erster Linie zu dem Zweck erforscht, ihre Zerstörung zu legitimieren.

In jedem Fall bleibt das christliche Menschenbild und der ihm zugrundeliegende Glaube bereits aus der Hypothesenbildung ausgeschlossen, und genau hier liegt der Grund dafür, dass solche Wissenschaft immer häufiger Ergebnisse hervorbringt, von denen jede Putzfrau weiß, dass sie falsch sein müssen. Nichtsdestoweniger monopolisiert diese Art Wissenschaft für sich die grundlegende Art, wie die Gesellschaft sich selbst beschreibt.

Es ist also keineswegs der Versuch, krampfhaft durch eine christliche, meinetwegen auch „fundamentalistische“ Brille zu sehen, wenn ich sage, dass die Synthese vieler einzelner Teilerkenntnisse mich dorthin geführt hat, wo die Kirche schon immer war. Konkretisieren möchte ich das nun anhand der Frage, woran man das Böse in der Politik erkennt:

Die jüdisch-christliche Apokalyptik hat vor dem historischen Hintergrund der antiken Großreiche eine sehr konkrete Vorstellung vom geschichtstheologisch Bösen entwickelt. Da ich mich damit unlängst (in „Israel und der Globalismus“) bereits auseinandergesetzt habe, zitiere ich hier einige Passagen:

Die Gestalt des Antichristen als Verkörperung des Bösen wird normalerweise mit dem „Tier“ aus der Apokalypse (der Offenbarung des Johannes, des letzten Buches des Neuen Testaments) identifiziert. Die Apokalypse lehnt sich dabei inhaltlich und stilistisch an die jüdische apokalyptische Tradition an, insbesondere an das Buch Daniel (Kap. 7-11).

(…) Die Endzeitvisionen des Buches Daniel gehören in den Kontext des Makkabäeraufstandes gegen das Seleukidenreich, in einem erweiterten Sinne also gegen die Hellenisierung des jüdischen Volkes und seiner Religion. Der Kampf gegen sein Auflösung in seiner heidnischen hellenistischen Umgebung und der Kampf gegen seine religiöse „Hellenisierung“ gehören zusammen. Im Seleukidenreich hatten die Juden einen Feind, der beides angriff, das jüdische Volk und seinen Gott.

In diesem Text taucht erstmals das Motiv vom Reich Gottes auf, das als das Reich des Guten den irdischen Reichen des Bösen gegenübergestellt wird, zunächst also dem Seleukiden-, später dem Römerreich. „Böse“ waren diese Reiche im doppelten Sinne: einmal, indem sie das jüdische Volk unter Druck setzten, in einer größeren Einheit aufzugehen, zum anderen durch ihre kompromisslose Diesseitigkeit. Bleiben wir beim Römischen Reich mit seinen Gladiatorenspielen, seiner Sklaverei, seiner schamlosen Sinnlichkeit, mit einem Wort: seiner offenkundigen Gottlosigkeit. Dieses Reich kannte Religion nur in zweierlei Formen: einmal als Staatskult mit rein politischen Funktionen, zum anderen als privaten fröhlichen Aberglauben, der einem durchs Leben half; da wechselte man schon einmal die Götter.

Tolerant war diese Art von „Religiosität“ durchaus: Für antike Großreiche und ihre Herrscher wäre nichts sinnloser gewesen als ein Religionskrieg. Was war denn schon dabei, die Götter unterworfener Völker anzuerkennen, wenn man sich dadurch deren wenigstens passive Loyalität sichern konnte? Und was war, aus der Sicht dieser Völker, schon dabei, dem römischen Staatskult Lippendienste zu leisten, wenn die Obrigkeit dieses Zeichen der Ergebenheit nun einmal haben wollte? Dass die tiefe Gottesfurcht der Juden („Du sollst keine anderen Götter neben mir haben“, 2. Mose 20,3), später auch der Christen mit solcher „Religiosität“ kollidieren musste, versteht sich.

Dabei ist schwer zu erkennen, wie ein Großreich anders hätte funktionieren sollen; kaum vorstellbar, wie ein solches Gebilde nicht auf zuerst die Entschärfung und dann Einebnung und Verschmelzung völkischer, kultureller und religiöser Identitäten hätte hinarbeiten sollen; deren Betonung, erst recht ihre politische Aufladung hätte ja geradezu seinen Bestand gefährdet.

(…)

Der heutige Globalismus mit seiner Tendenz zur Verschmelzung der Völker, zur Entkernung der Religionen, zur Banalisierung des vormals Heiligen zeigt frappierende Parallelen zu dem, was man den „Globalismus“ des antiken Rom nennen könnte, des „Tieres“ der Apokalypse.“

Das Programm des heutigen Globalismus, die Entstrukturierung der Welt, die Atomisierung der Gesellschaft und die Ökonomisierung der sozialen Beziehungen, basiert auf der Zerstörung solidaritätsstiftender Strukturen, insbesondere der Institutionen der Familie, des Volkes und der Religion. Damit fällt ihm auch die friedens- und ordnungserhaltende Funktion dieser Institutionen zum Opfer. Der große Krieg – der Völkerkrieg, auch der Religionskrieg – wird damit zwar unmöglich gemacht (außer in der Gestalt des Dschihad, denn der Islam – soviel ist bereits erkennbar – wird sich nicht vom Globalismus einschmelzen lassen), aber an seine Stelle tritt nicht der Frieden, sondern das, was Enzensberger in einer gelungenen Formulierung den „molekularen Bürgerkrieg“ genannt hat. Sofern der Globalismus sich durchsetzt, werden dessen Eliten es zwar schaffen, den Großgruppenkonflikt zu unterdrücken (und zwar mit einem System totalitärer Gedankenkontrolle), aber nicht die anarchischen Formen der Gewalt: den Krawall, die Plünderung, den Vandalismus, den Straßenraub, die Gruppenvergewaltigung. Die Gesellschaft des globalistischen Systems ist von George Orwell vorgezeichnet worden: An der Spitze eine Elite von Herrschern, die kontrollieren, was die Gesellschaft als „wahr“ zu akzeptieren hat, ein Mittelbau von technisch Ausführenden, und der große Rest der Menschheit, bestehend aus Menschen, die täglich um ihr Leben kämpfen und dabei vor immer weniger zurückschrecken. Das hehre Ziel der Nichtdiskriminierung wird dabei zweifellos verwirklicht werden: Es wird erreicht sein, wenn jeder Mensch unterschiedslos jedes anderen Feind ist. (Es sei denn, der Islam springt als Ordnungsmacht in die Bresche.)

Zu welchem Maß an Brutalität der liberale Globalismus fähig ist, haben bereits viele Völker, darunter unser eigenes, zuletzt die Iraker, am eigenen Leibe erfahren müssen; seine zerstörerische Kraft wird sich in dem Maße nach innen wenden, wie er sich verallgemeinert. Wenn man das Böse in der Politik an der Höhe der Leichenberge messen möchte, die es hinterlässt – zugegebenermaßen ein grobes Maß -, dann liegt der Globalismus hinter dem Kommunismus, dem Nationalsozialismus und dem Islam noch ein wenig zurück, aber er liegt gut im Rennen, und sein destruktives Potenzial ist noch lange nicht ausgereizt.

Die naheliegende Frage lautet nun: Wenn der liberale Globalismus in diesem Sinne böse ist, ist dann etwa einer seiner Gegenspieler automatisch gut? Und finden wir das schlechthin Gute, wenn wir Kommunisten, Nazis oder Moslems werden?

Kommunisten, Nazis und Moslems werden diese Frage zweifellos bejahen. Auch wenn es sich eigentlich erübrigt, diesen Anspruch zu widerlegen, möchte ich doch kurz darauf eingehen, warum er falsch sein muss:

Beginnen wir mit dem Islam. Das Höchste und Heiligste, was ein Moslem tun kann, ist, nach dem Zeugnis des Korans und der Prophetenüberlieferung, sein Leben im Kampf für Allah zu opfern, und das höchste Ziel des Islam ist seine eigene in der Regel gewaltsame Ausbreitung mit dem Ziel der Weltherrschaft. Dass eine solche Religion Bilder wie dieses hervorbringt,

und Anhänger hat, die solche Bilder bejubeln, ist nicht Zufall oder ein „Missbrauch“ des Islam, sondern seine notwendige Konsequenz. Der Islam hat de facto, auch wenn er es nicht so nennt, das Menschenopfer wieder eingeführt, nachdem es bereits abgeschafft gewesen war. Dass eine solche Religion in einem elementaren Sinne böse ist, und dies nicht, weil sie nicht christlich ist, sondern weil sie die Heiligkeit des menschlichen Lebens negiert, liegt auf der Hand.

Der Kommunismus teilt mit seinem feindlichen Zwilling, dem liberalen Globalismus das Ziel, die Werte und Strukturen, auf denen Gesellschaft beruht, zu zerschlagen – ein Ziel, das er mit Massenmorden in bis dato ungekanntem Ausmaß verfolgt hat. Die russische und chinesische Gesellschaft laborieren bis heute an den Folgen.

Der Nationalsozialismus war eine Ideologie, die darauf abzielte, alle Bremsen zu lösen, die die Leistungsfähigkeit der – rassisch definierten – Volksgemeinschaft hemmten. Zu diesen Bremsen gehörten auch Recht, Anstand, Moral, Kultur und Gewissen – alles Dinge, die den Imperativen des Regimes zu weichen hatten. Seine monströsen Verbrechen hatten ihre Wurzel in einem sich immer mehr steigernden Kollektivehrgeiz, der keine Schranken kannte.

Wenn aber die vier maßgeblichen politischen Ideologien unserer Zeit allesamt böse sind – was um alles in der Welt soll dann das Gute sein? Das Christentum ist schließlich keine politische Ideologie und kann es auch nicht sein. Wenn man sich aber doch irgendwie zur politischen Welt verhalten muss, muss man sich nicht doch – zumindest im Grundsatz und mit mehr oder weniger großen Vorbehalten – einer dieser Ideologien anschließen?

Es ist wichtig zu sehen, dass sie nicht einfach nur böse sind. Man muss sich das Gute, dass in allen vieren enthalten ist, bewusst machen, um zu erkennen, worin das spezifisch Böse liegt:

Der liberale Globalismus hat Vieles hervorgebracht, was überhaupt nicht verachtenwert ist: die offene Gesellschaft (die ich selbst umso mehr verteidige, als ich erkenne, dass der Liberalismus, der sie hervorgebracht hat, sie unter sich begraben wird, und zwar in dem Maße, wie er zur totalitären Heilslehre degeneriert), den liberalen Verfassungsstaat, den Abbau unnötiger Handelshemmnisse usw. Dass er einer Dialektik unterliegt, aufgrund deren viele dieser Errungenschaften wieder unter die Räder kommen werden, ändert nichts daran, dass es diese Errungenschaften gibt, und dass der Westen mit diesem System zur führenden Weltzivilisation geworden ist.

Der Kommunismus war nicht nur, aber doch auch der Versuch, unterdrückten und gedemütigten Menschen zu einem menschenwürdigen Dasein zu verhelfen. In seiner gemäßigten sozialdemokratischen Variante hat er viel dazu beigetragen, dass die Selbstzerstörungskräfte des liberal-kapitalistischen Systems im Zaum gehalten wurden. Und dass Marx etliche treffende Erkenntnisse formuliert hat, habe ich schon an anderer Stelle gewürdigt.

Der Islam wiederum besteht ja nicht nur aus dem Dschihad, auch wenn der sein Kern ist, sondern enthält viele Elemente, die jeweils für sich genommen durchaus ehrenwert sind: Ich kann nichts verkehrt daran finden, fünfmal am Tag zu beten, in dem Bewusstsein zu leben, dass man sich für sein Handeln dereinst vor einer höheren jenseitigen Instanz wird rechtfertigen müssen, und dass menschliches Streben immer unter dem Vorbehalt des „Inschallah“ – so Gott will – steht. Nicht zuletzt hat er eine von seinen Anhängern als sinnvoll erfahrene Lebensordnung hervorgebracht, und das ist nicht wenig und nichts, das man gering achten sollte.

Und der Nationalsozialismus? Ja, ich weiß, es ist furchtbar Autobahn zu sagen, alles sei ja auch nicht schlecht gewesen – aber, meine Güte, es war ja wirklich nicht alles schlecht! Die Idee, dass jeder Deutsche seinem Land und seinem Volk dienen sollte, ist in keiner Weise verkehrt, und das Regime, das sie dazu gebracht hat, genau das zu tun, wurde nicht deshalb von siebzig Millionen Deutschen mehr oder weniger begeistert unterstützt, weil das alles Idioten oder Masochisten gewesen wären.

Das Böse ist also nicht einfach die Negation des Guten, es ist, wenn man so will, seine dialektische Negation: Das Gute wird durch das Böse pervertiert, aber es ist in dieser pervertierten Form eben auch darin enthalten. Die Pervertierung aber besteht darin, dass man etwas, was man durchaus zutreffend als etwas Gutes erkannt hat, zum absolut Guten erklärt, in dessen Namen alles, was ihm entgegensteht, zur Vernichtung freigegeben ist.

Es hat seinen Grund, dass alle vier Ideologien von einem leidenschaftlichen Hass gegen das Christentum wie das Judentum erfüllt waren bzw. sind. Beim Kommunismus, dem Nationalsozialismus und dem Islam ist das offenkundig, es gilt aber auch für den Globalismus, dem man das freilich nicht so sehr ansieht, weil er sich gegenwärtig noch in einem Stadium befindet, wo er beide Religionen, speziell aber das Christentum, kaputtzureden versucht. Die Repressalien, denen sich vor allem konservative Christen zunehmend ausgesetzt sehen – Juden werden noch eine Weile den zweifelhaften Schutz der Political Correctness genießen – sind erst der Anfang. Man muss sich nur den Hass vergegenwärtigen, mit dem etwa die Piusbrüder überzogen werden, um zu erkennen, dass der Märtyrertod auch in westlichen Ländern wieder in den Bereich des Möglichen gerückt ist.

Der Grund dafür liegt darin, dass beide Religionen – in ihrer authentischen, nicht degenerierten und korrumpierten Variante – darauf beharren, dass das Wort Gottes nicht zur Disposition steht. Das gilt für die Heiligkeit des menschlichen Lebens, es gilt aber vor allem für das Erste Gebot:

Du sollst keine Götter neben mir haben!

Wenn ich sage, dass alle vier Ideologien das von ihnen erkannte Gute absolut setzen, dann heißt das: Sie setzen es an die Stelle Gottes. Sie erzeugen Götzen, in deren Namen getötet (und gelogen und gestohlen) werden darf. Götzen, die etwas versprechen, was nach christlichem Glauben schlechterdings unmöglich ist, nämlich: das Reich Gottes auf Erden zu errichten!

Der Islam erhebt diesen Anspruch bekanntlich explizit, aber auch die anderen Ideologien peilen mit ihrem expliziten oder impliziten Utopismus einen Endzustand an, der ihnen als Erfüllung der Geschichte gilt. Vom christlichen Standpunkt betrachtet läuft dies auf die diesseitige Erlösung von der Erbsünde hinaus.

Der Begriff der Erbsünde meint die Verstrickung des Menschen in eine Welt, die es ihm unmöglich macht, einfach nur gut zu sein. Am Beispiel des Pazifismus mag man sich klarmachen, in welche Widersprüche man sich verwickelt, wenn man es versucht: Wer auf keinen Fall Gewalt anwenden will, nimmt die Herrschaft der Skrupellosen und Brutalen in Kauf – und dies ist kein Ergebnis, an dem man irgendetwas „Gutes“ finden könnte.

Es ist dieses Nichtakzeptieren menschlicher Unvollkommenheit und Verstrickung; der Versuch, das Gute mit aller Macht zu erzwingen; die Verabsolutierung von Teilwahrheiten auf Kosten der grundlegenden Wahrheiten des Menschseins; letztlich die Verneinung Gottes, die zur Anbetung totalitärer Götzen führt. Es gibt keinen Ausweg: Wer den einen Götzen verabscheut, kann sich einem anderen Götzen zuwenden, der ein ebenso blutsaufendes Monstrum ist – oder er kann in der Bibel nachlesen, warum das ein Fehler wäre.

Was er dabei findet, ist auch ein Weg zum Heil, aber eben nicht im Sinne einer totalitären Utopie. Er findet die Freiheit von den Utopien und Ideologien. Er wird nicht gezwungen sein, ihre Lügen für Wahrheiten zu halten. Es wird ihm, sofern er ein politischer Mensch, nicht erspart bleiben, sich die Hände schmutzig zu machen. Erspart bleiben wird ihm, sich den Geist schmutzig zu machen.

16 Antworten auf Die Wurzel des Totalitarismus

  • Chapeau.
    Bei allen Differenzen in Einzelfragen, die uns manchmal trennen: Dein Blog ist immer lesenswert und dieser Beitrag ist einer der Besten (meiner Meinung nach)

  • Ein interessanter Ansatz.
    Ich würde aber noch etwas weiter gehen und nicht nur beim Menschen die letzte Instanz des Handelns sehen, auch im Bösen nicht.
    Das soll jetzt nichts entschuldigen, aber es wirft ein etwas anderes Licht auf die eigenartige Konstellation,
    etwas Gutes zu wollen jedoch etwas Böses zu bewirken.
    Wir sind für unser Handeln verantwortlich und es gibt natürlich auch Motivationen wie Machstreben, Gier oder Sadismus, die Böses bewirken.
    Auch Gedankenlosigkeit entschuldigt nichts. Um diese soll es aber nicht gehen, sondern es gibt eben auch das Wollen des Guten, das trotzdem zum Bösen führt.
    Warum ist das so? Und was ist böse?
    Diese Fragen hast du ja schon gestellt.
    Ich denke, wir sollten etwas Transzendenz ins Spiel bringen.
    Zur Unterscheidung zwischen Gut und Böse braucht es einen Maßstab, eine Waage. Den zu benennen scheint mir die Schwierigkeit zu sein.
    Ist es Humanismus? Was dem Menschen nützt ist gut? Aber das ist schwankender Boden.
    Die jüdisch-christliche Tradition hat dagegen einen festen Grund – es ist die Torah, die Weisung.
    Ihre Kurzform sind etwa die zehn Gebote, die unser Bild von gut und böse wesentlich geprägt haben.
    Da die Weisung gottgegeben ist, ist sie menschlicher Manipulation und Neufassung entzogen.
    Erstaunlicherweise hat sie trotz ihrer Gottgegebenheit das Wohle des Menschen zum Ziel.
    Siehe auch den Ausspruch Jesu: der Shabat ist um des Menschen willen, nicht umgekehrt.
    Hier sehe ich auch einen Unterschied zum Islam, der m.E. eher den Islam als politisches System zum Ziel hat, als das Wohl der Muslime.
    Vielleicht kann man als böse ansehen, was von dieser Weisung Gottes abweicht oder ohne sie auszukommen meint.
    Die Anfänge reichen weiter zurück als bis Rom oder den Makkabäern. Bereits in Babel ist ein deutliches Modell der von dir genannten Ideologien.
    Babel wurde vom Nimrod (=Empörer) gegründet. Gott hatte die Ausbreitung auf der Erde angewiesen. Aber die Menschheit weigerte sich.
    Sie bleiben konzentriert in Shinar, um eigene Macht der Weisung Gottes entgegenzusetzen. Sie wollten sich einen „Namen im Himmel machen“.
    Alle dabei benutzten Rezepte finden wir in unseren „modernen“ Ideologien wieder.
    Es geht los mit „hawah“ (laßt uns), besser zu übersetzten etwa mit „gewähre“, „los, mach mit“. Also ein Gruppenzwang, ein gesellschaftliches Normativ.
    Verantwortung Einzelner geht auf in dem „Wir“, es war keiner, es waren alle.
    Sie machten Ziegel, eigentlich „ziegelten sie Ziegel“. Der Ziegel ist ein „Anstatt-Stein“, so die hebr. Bedeutung des Wortes.
    Sie ersetzten den gottgebenen (Eck)-Stein durch eigene Konstrukte. Sie verückten die von Gott gegebenen Schutzwälle und Richtlinien und ersetzten sie durch eigene.
    Das Bindemittel zum Bau war das „Schaumige“, also Berauschung (das Wort wird an anderer Stelle mit Schaumwein übersetzt).
    Das Unterfangen wurde damals durch die Teilung der Sprache verhindert- heute wird es aber scheinbar vollendet.
    Die menschlichen Anstatt-Konzepte reifen aus und tragen Frucht – z.B. Massenmord, wie du zeigst.
    Die Ideen des „Anstatt“, des griechischen „anti“ sind ein Problem der Menschheit von Anfang an.
    Es ist, vereinfacht gesagt, die Idee, es besser machen zu können oder zu wissen als der Schöpfer.
    Aber diese Idee wird auch von außen an den Menschen herangetragen.
    „Sollte Gott gesagt haben..“ war die Argumentation des Versuchers bei der Eva.
    Ihre anfängliche Argumentation zeigt, dass sie Gott sehr wohl richtig verstanden hatte.
    Aber ihr wurde etwas vor Augen gestellt, das „schön anzusehen war“.
    Es wurde also Äußerliches bewertet und betont und das veränderte ihre Enstcheidung.
    Präsidenten gewinnen mit dieser Taktik heuzutage Wahlen.
    Und zum anderen wurde die Motivation Gottes in Frage gestellt.
    Sie hatte also die Wahl, den Aussagen Gottes zu glauben oder denen des Versuchers.
    Sie wählte falsch.
    Aber die Wahl ist nicht einfach. Das Äußere spricht oft für den Bösen, er stellt sich „als Engel des Lichts“ dar.
    „Ihr werdet sein wie Gott“.
    Das scheint mir das Problem, dass das Böse oft in Gestalt des Guten daherkommt.
    Aber da Gott von uns Verantwortung fordert, hat uns auch die Fähigkeit mitgegeben, das Böse auch hinter der Maske zu erkennen.
    Das scheint mir als ein wesentliches „Klassenziel“ in diesem Leben.
    Das es möglich ist, zeigen Essays wie „Die Wurzeln des Totalitarismus“.

    • @ Mikedem:

      Danke für die Ergänzung, speziell für den Hinweis auf den Turmbau zu Babel. Es ist ein treffendes Bild für eine gescheiterte Globalisierung.

  • @Manfred,
    MiKedem,

    von höchster Qualität und gediegener Argumentation. Kann als Richtschnur für jegliches Handeln gelten. Das sage ich ausdrücklich auch als Historiker.

  • Eine gute Ergänzungslektüre ist hierzu Hannah Arendt:
    „Über das Böse“

  • @ Manfred

    Noch eine Anmerkung zu Babel, die oben nur indirekt angeklungen ist. Es geht um das Konzept der Globalisierung, das die Umkehrung der Zerstreuung von Babel ist.
    In der Regel wird die Zerteilung in verschiedenene Sprachen als Strafe oder Rache eines ängstlichen Gottes dargestellt, um den Aufstieg des Menschen in seine Regionen zu verhindern.
    Das verkennt die Intention dieses Geschehens. Die Zerteilung in Sprachen kann man als die Entstehung der Nationen ansehen. Die „Strafe“ bestand also darin, die schon vorher angewiesene Verteilung zu erzwingen, indem die irgendwie amorphe Masse in diskrete Einheiten unterteilt wurde.
    Das erinnert an die Absicherung eines Schiffes durch Schotten. Ein lokal begrenztes Leck kann auch nur begrenzten Schaden bewirken.
    In diesem Sinne sicherte das Konzept der Nation das bisherige Überleben der Menschheit. Damit wäre die „Strafe“ ein Akt der Gnade gewesen. Die folgenden Verse des biblischen Berichts kann man so verstehen, dass ein zweiter Versuch des Turmbaus von Gottes Seite nicht mehr verhindert werden würde.
    Heute werden die Schotten niedergerissen. Ob das gegen den immanenten Selbsterhaltungstrieb der Nation gelingt, bzw. mit wieviel Menschenopfern erzwungen wird, kann ich nicht einschätzen.
    Jedenfalls ist das Erzwingen der Nivellierung vitaler gesellschaftlicher Unterschiede offensichtliche Absicht der gegenwärtigen Gesellschaftsentwürfe.
    Das geht bis zur jüngsten Wahnidee, dem Genderismus. Ein lebensfähiger Organismus braucht aber Struktur , um zu überleben. Den Zerfall von Struktur nennt man Verwesung.
    Am Ende ist dann alles gleich, gleicher Höllenmoder bestehend aus mikroskopischen, nicht lebensfähigen „Atomen“, die sich immer noch gegenseitig bekämpfen.

  • „…Und dass Marx etliche treffende Erkenntnisse formuliert hat, habe ich schon an anderer Stelle gewürdigt.“

    @Manfred,

    diesen Satz habe ich übersehen und das ärgert mich außerordentlich. Selbst wenn Hitler oder Pol Pot einen schönen Satz gesagt haben sollten, oder eine treffende Erkenntnis formulierten so würde ich beide dennoch als die Inkarnation des Bösen betrachten.

    Wenn Sie Marx in irgendeiner Weise würdigen, dann kann es nur in der Form geschehen, ihn als eine der Wurzeln des Toatalitarismus zu erkennen. Ich habe das dumpfe Gefühl, daß dies nicht der Fall ist.

    Bevor Sie also Marx nochmal würdigen, anempfehle ich Ihnen ein nettes Buch, welches eine wichtige Ergänzung zum „Schwarzbuch des Kommunismus“ (2 Bd.) darstellt und auch darauf unmittelbar Bezug nimmt:

    „Rotbuch der kommunistischen Ideologie. Marx und Engels – die Väter des Terrors“, Prof. Konrad Löw, b. Langen Müller 1999,
    ISBN 3-7844-2754-5

    Es könnte sein, daß dies so manche „treffende Erkenntnis“ relativiert und (von Ihnen) in anderem Lichte gesehen werden muß.

    • @ quer:

      Lesen Sie doch bitte sorgfältig, bevor Sie lospoltern. Dass der Kommunismus ein totalitäres, massenmörderisches System und der Marxismus dessen Grundlage war, brauchen Sie mir schon deshalb nicht zu sagen, weil ich im obigen Text unter anderem genau dies behauptet habe. Mir scheint, dass Ihnen die Pointe meiner ganzen Argumentation entgangen ist: Erkenntnisse sind als solche nicht gut oder böse, auch nicht die des Marxismus. Das Böse kommt erst in dem Moment ins Spiel, wo man die Teilwahrheiten, zu denen man dabei bestenfalls gelangt, verabsolutiert und eine Welterlösungs-Utopie darauf gründet, aufgrund deren man glaubt, sich über das Wort Gottes hinwegsetzen zu dürfen.

      Wenn Sie allerdings Marx als den Oberteufel ansehen, der niemals etwas Richtiges gesagt haben darf – warum lesen Sie dann meinen Blog? Was ich hier an Globalismus-, Kapitalismus- und Elitenkritik übe, erst recht die dialektischen Denkfiguren, deren ich mich dabei bediene: Das könnte ich so gar nicht schreiben, wenn ich nicht auch den Marxismus, mit dem ich mich in meiner Jugend intensiv auseinandergesetzt habe, in meinem geistigen Werkzeugkasten hätte.

  • „Wenn Sie allerdings Marx als den Oberteufel ansehen, der niemals etwas Richtiges gesagt haben darf…“

    @Manfred,

    mir stellte sich zitierter Satz im Kontext offenbar anders dar. Und zwar so, daß er bei mir gewisse Emmotionen auslöste. Nun sollte man sich (ich mich) allerdings genau davor hüten.

    In Sachen Menschenverachtung gibt es nur gleichberechtigte Teufel, von denen Marx, Lenin, Stalin, Hitler, Mao oder auch Mohammed nur eine lächerliche Minderheit aller dieser Teufel bilden. Die Liste ist erschreckend lang. Und sie enthält Personen, denen heute politisch korrekt gehuldigt wird.

    In Nachhinein erschreckt, wie tief man selbst inzwischen im Autobahn-Denken verhaftet ist.

  • Guten Tag,

    danke für diese Ausführungen. Mir ergeht es ähnlich, das ich tatsächlich immer mehr Wahrheit in den Schriften und Aussagen des Christentums erfahren habe. Dies hat mich bekehrt. Vorgängig bin ich vom Christentum abgefallen weil ich eine verzerrte und vereinfachte Sicht darauf hatte. Den „Kindergarten-Gott“ als alten Mann im Himmel, der böse wird wenn ich etwas nicht gutes mache.

    Zum Text möchte ich noch sagen, das die meisten Ideologien schlicht und ergreifend Christliche Sekten sind. Selbst der Marxismus! Der Himmel auf Erden soll erbaut werden und alle Menschen erlöst.

    Im Grunde geht es jedoch immer um dasselbe, das ewige Damoklesschwert jedes bewussten Lebewesens. Das Wissen um die eigene Sterblichkeit. Darum ist ja die Symbolik des Kreuztodes und der wiederauferstehung Jesu so massgeblich und wichtig. Es ist quasi das Antibiotikum vor der ewigen Todesangst. All die Ideologien, welche nicht zufällig genau dann auftraten als der Einfluss der Christlichen Religion immer mehr abschwächte (Unter anderem auch innerhalb der Kirche, es gibt nicht wenige Kirchenmenschen die einfach nur Deisten sind. Auch wenn ich selbst noch nicht alles begriffen und erfahren habe, merke ich das schlichter „Verstandesgottesglaube“ oder „Der Gott der Philosophen“ falsch ist, es fehlt die Komponente des Bewusstseins- und Herzensbezugs zum Guten, Wahren und Schönen. Auf meinem neu erstellten Blog werde ich als so ziemlich erstes genau darauf eingehen.

    Schlussendlich erscheint mir das Christentum quasi als „Bremse für negative Tendenzen“ wie eben missionarischen Eifer welcher sich selbst frisst wie die Revolution. Denn nur „gutes“ wollen ist nicht das einzige, es muss auch „gut“ gehandelt werden, die Tat muss „gut“ ausgeführt werden und das Ergebnis muss auch „gut“ sein. Im Grunde zeigt sich mir das Gott zum Teil ein Bündel von Idealen ist, welche wir als Gesamtentität heiligen und würdigen. Und innerhalb dieser Idealen ist auch das Ideal der Gottesliebe zu seiner Schöpfung als persönlich erfahrbare „Erleuchtung“.

    gruss

    Templer

  • MiKedem:
    4. Mai 2010 um 22:45

    Deine Anmerkungen zu Babel finde ich sehr bedenkenswert, zumal sie durch die Euro-Krise bestätigt wird.

    Die Krise mit Griechenland wäre im alten Währungssystem schnell ausgestanden, durch Abwertung der Drachme auch für die Griechen selbst. In der Eurowährung läuft das ganze Europaschiff voll Wasser und droht zu kentern mit unabsehbaren Folgen.

    Ihre Deutung der Babelgeschichte, dass die Strafe Gottes gleichzeitig ein Segen darstellt, trifft tatsächlich den Nagel auf den Kopf.

  • Wieder mal ein toller Essay, vielen Dank dafür, Manfred! Vllt. auf den ersten Blick ein etwas sprödes Thema – aber ein ganz wichtiges, geradezu essentielles.

    Ich kann allem nur beipflichten. Möchte aber noch einen Gedanken ergänzen:

    Dass alle Totalitarismen den Wert des Individuums und der menschlichen Freiheit nicht kennen, ist ja ganz offensichtlich.

    Das Christentum aber hat gerade in der Menschwerdung Christi als Zeichen der Verbundenheit und Wertschätzung Gottes für seine Kinder den Wert des einzelnen Menschen und seiner Freiheit bewiesen. Das ist eben wahrer Humanismus, der allen Totalitarismen vollkommen fehlt. Interessant ist dabei die Haltung des Islam: während Kommunismus, Nationalsozialismus und Globalismus (!) der Gottessohnschaft Christi eher gleichgültig gegenüberstehen (eher die Institution Kirche angreifen), ist der Islam geradezu darauf aufgebaut, diese zu leugnen. Das ist das Fundament des Islam und es macht den Dschihadismus erst möglich.

  • Etwas aus der Praxis

    http://blaulicht-blog.de/?p=1625

    Über die Verwendung öffentlicher Gelder bei medico international. Dort werden Gelder, die eigentlich für Entwicklungshilfeprojekte gezahlt werden für linksextremen Straßenterror umgewidment.

    Wäre gut, wenn das aufgegriffen werden könnte.

  • … Und es bringt alle dahin, die Kleinen und die Großen, und die Reichen und die Armen und die Freien und die Knechte, daß sie ein Malzeichen annehmen, an ihre rechte Hand oder an ihre Stirn; und daß niemand kaufen oder verkaufen kann, niemand singen, schreiben und öffentlich reden kann als nur der, welcher das Malzeichen hat, den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens. Hier ist die Weisheit und sein Zeichen ist
    PC

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