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Prostituierte Politik

Wenn man Lieschen Müller Glauben schenken darf, dann findet Politik ungefähr so statt: Man gründet eine Partei, wirft sich mitsamt der Partei einer oder mehreren Lobbys an den Hals, die die Spendenmillionen rüberwachsen lassen. Im Gegenzug spendiert die Partei ihren Gönnern Milliarden aus der Staatskasse. Das Nachsehen hat der Steuerzahler. Oder umgekehrt: Wer Milliarden einsacken will, kaufe sich für ein paar Millionen eine kleine Partei.

Es gibt so Tage (und der heutige gehört dazu), da frage ich mich, wozu ich eigentlich jahrelang Politische Wissenschaft studiert habe. Offenbar nur, um festzustellen, dass Lieschen Müller ganz einfach Recht hat, und dass jeder Versuch, die deutsche Politik nicht als ein System der organisierten Korruption zu beschreiben, nur Denjenigen der Lächerlichkeit preisgibt, der ihn unternimmt.

Ich hatte mich ja schon gewundert, warum der knappe Spielraum für Steuererleichterungen ausgerechnet dazu benutzt wird, Hotelübernachtungen billiger zu machen. Wirtschaftspolitisch hatte das überhaupt keinen Sinn, nicht einmal einen, den man vielleicht irgendwie an den Haaren hätte herbeizerren können.

Der Spiegel, der bei dieser Gelegenheit gezeigt hat, dass er wenigstens ab und zu zu etwas nütze ist, hat jetzt aufgedeckt, warum gerade die Hotelbranche politisch bedient werden musste.

Zum brechreizerregenden Ruch des Landesverrats, der diese Regierung von Anbeginn begleitet hat, kommt jetzt also noch der unabweisbare Verdacht der Käuflichkeit. Diese Regierung erregt nicht einmal die Gegnerschaft, die bei politischen Meinungsverschiedenheiten normal ist. Sie erregt nur Ekel.

6 Kommentare zu „Prostituierte Politik“

  • Karla Popper:

    Diese Vorgänge legen einem als kritischen Staatsbürger doch sehr deutlich nahe, auch “aus den Löchern” zu kommen, indem man völlig selbstbewusst in deutlicher Sprache im eigenen Umfeld die entsprechenden Kommentare verlauten lässt.
    Ein weiteres Sich-Ducken führt nur zu einem schleichend langsamen “Sitten”verfall. Dann lieber bald ein ordentlicher Crash! :-(

  • talmida:

    Du sprichst mir aus der Seele. Wie steht es geschrieben?: “Die Wahrheit wird euch freimachen..”.
     

  • submarine:

    Die derzeitige deutsche Regierung hat nicht einmal das Ehrgefühl des Canis lupus familiaris, der den Schwanz einzieht, den Kopf senkt und davonschleicht, wenn man ihm mit tiefster Verachtung begegnet.
    Verachtung prallt von diesen Gestalten ab.
    Sie reiten dieses Land in Grund und Boden, nur besitzt niemand von ihnen die Ehrhaftigkeit früherer Führer (ich kommen gerade nicht auf die Namen), die sich spätestens nach dem Zugrunderichten des Landes selbst entleibten.
    Nicht einmal das können wir erwarten.

  • PinkaDing:

    Wir segnen dieses Verhalten mit jedem Wahlgang erneut ab.

  • Melmoth:

    Und das faszinierenste ist: Immer wenn man glaubt, es könnte nicht mehr weiter bergab gehen, kommt ein neuer Hammerschlag:

    http://www.bild.de/BILD/unterhaltung/musik/2010/01/18/bushido/soll-fuer-horst-seehofer-csu-hymne-schreiben.html
    http://www.berlinonline.de/berliner-kurier/nachrichten/star-news/tritt_bushido_der_csu_bei_/152504.php

    Auch wenn das (hoffentlich) ein Fake ist – die CSU ist für mich tot. Seehofer ruiniert diese Partei genauso wie Merkel die CDU. Bisher war die CSU wenigstens ein Bollwerk gegen den Türkeibeitritt. Aber wenn sich die auf höchster Ebene mit schmierigen Figuren wie den aggro-Rappern abgeben, ist darauf auch kein Verlass mehr.

  • submarine:

    Diese Schiessbudenfiguren haben nicht einmal mehr das Gefühl dafür, wie lächerlich sie sind.
    Ekelerregend und widerlich in ihrer Selbstzufriedenheit, Sattheit, Überheblichkeit, Arroganz. Abscheulich und widerwärtig. Amöben!!

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    Auszüge aus dem Buch und aus dem Vorwort von Papst Benedikt bei KAS-Aquädukt. Hier klicken.

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    Die FAZ kommentiert das Buch des pakistanischen Journalisten und Historikers Ahmed Rashid "Sturz ins Chaos: Afghanistan, Pakistan und die Rückkehr der Taliban", es sei

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    Nach der Lektüre von Rashids neuem Buch kann man viele intellektuelle Platzhalter, etwa die Phrase vom gemeinsamen Kampf gegen den Terror, nicht nur nicht mehr hören, man kann sie vor allem nicht mehr glauben: Terror in diesen Dimensionen gibt es ohne die Unterstützung durch Staaten nicht. So wie die jüngsten Forschungen zum Linksterrorismus der siebziger und achtziger Jahre die entscheidende Rolle östlicher Geheimdienste für Logistik, Finanzierung und Rekrutierung von Terroristen betonen, so macht auch Rashid klar, dass die Taliban ohne den pakistanischen Geheimdienst ISI nie diese seit 2006 zu beobachtende Renaissance erfahren hätten.

    Wenn wir also die Sicherheit Deutschlands am Hindukusch verteidigen, tun wir das mit einem Partner, der ein starkes Interesse daran hat, unser Gefühl der Unsicherheit fortbestehen und zur Panik anschwellen zu lassen. Denn so bleibt der pakistanische Geheimdienst immer gefragt, wie ein Club pyromanischer Feuerwehrleute."

    [Zur FAZ-Rezension hier klicken!]

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