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Déjà vu

Als im März 2004 in Madrider Vorortzügen Bomben explodierten, weigerte sich die damalige konservative Regierung Aznar, dem auf der Hand liegenden, kurz darauf bestätigten Verdacht nachzugehen, es könnte sich um die Tat muslimischer Terroristen gehandelt haben. Es musste die ETA gewesen sein, damit niemand einen Zusammenhang zwischen diesen Anschlägen und Spaniens Beteiligung am Irakkrieg herstellte.

Jetzt wurden wieder Bomben gelegt, wieder fast gleichzeitig, wieder liegt kein Bekennerschreiben vor – was für die ETA untypisch ist -, wieder lässt die spanische Regierung – diesmal eine sozialistische – von vornherein keinen Zweifel daran, dass es ETA gewesen sein muss. Warum?

Vielleicht, weil es ein schlechtes Licht auf ihre Einwanderungspolitik würde, wenn sich herausstellen sollte, dass Islamisten hinter den Anschlägen stecken?

2 Kommentare zu „Déjà vu“

  • Also, wenn es diesesmal wieder Moslems waren, dann haben sie sich zumindest in der Dimension ihrer Barbarei den typischen ETA-Ausmaßen angepasst. Der jetzigen Anschlagserie fehlt die Monstrosität, die Perfidie, der Wille zur Maximierung der Todesziffern, und alles das war damals der Hauptgrund, dass die Irreführung aufflog. Sogar der notorisch lügende deutsche stern zweifelte 2004 an der offiziellen Version.
     
    Damals wurden recht bald nach den Taten Hinweise auf moslemische Täter gefunden. Diesesmal nicht so, außer dass der 50. Geburtstag von ETA ins Haus steht. Ich blicke gar nicht mehr durch; vielleicht war es auch irgendein Geheimdienst.

  • Chripa:

    Ich war damals in Spanien. Es war ganz komisch, nach dem Anschlag waren die Leute richtig sauer, liefen mit Transparenten rum “jetzt reicht´s” usw., diese Wut richtete sich aber eben gegen die ETA. Als dann rauskam, es sei Al Qaida gewesen waren die Leute immer noch wütend, aber nur auf ihre eigene Regierung und die Amerikaner, nicht auf die Terroristen selber.
    Der Ort des Anschlags scheint mir  in dem heutigen Fall eher für ETA zu sprechen, die haben schon öfter Touristengebiete angegriffen. Die Islamisten haben sich dagegen (im Westen) soweit ich weiß immer gegen ökonomische und politische Machtzentren ausgewählt.

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    Die FAZ kommentiert das Buch des pakistanischen Journalisten und Historikers Ahmed Rashid "Sturz ins Chaos: Afghanistan, Pakistan und die Rückkehr der Taliban", es sei

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    Nach der Lektüre von Rashids neuem Buch kann man viele intellektuelle Platzhalter, etwa die Phrase vom gemeinsamen Kampf gegen den Terror, nicht nur nicht mehr hören, man kann sie vor allem nicht mehr glauben: Terror in diesen Dimensionen gibt es ohne die Unterstützung durch Staaten nicht. So wie die jüngsten Forschungen zum Linksterrorismus der siebziger und achtziger Jahre die entscheidende Rolle östlicher Geheimdienste für Logistik, Finanzierung und Rekrutierung von Terroristen betonen, so macht auch Rashid klar, dass die Taliban ohne den pakistanischen Geheimdienst ISI nie diese seit 2006 zu beobachtende Renaissance erfahren hätten.

    Wenn wir also die Sicherheit Deutschlands am Hindukusch verteidigen, tun wir das mit einem Partner, der ein starkes Interesse daran hat, unser Gefühl der Unsicherheit fortbestehen und zur Panik anschwellen zu lassen. Denn so bleibt der pakistanische Geheimdienst immer gefragt, wie ein Club pyromanischer Feuerwehrleute."

    [Zur FAZ-Rezension hier klicken!]

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