Non veni pacem mittere sed gladium. (Mt 10,34)
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Die Festplatte aufzuräumen ist so ähnlich wie den Speicher zu entrümpeln: Man entdeckt hundert Dinge, die einem entfallen waren, und gerät auf eine Art Zeitreise zurück ins eigene Leben.

Ich bin also beim Entrümpeln meiner Festplatte auf einen Text gestoßen, den ich vor zwei Jahren, also in meiner Vor-Blog-Ära, geschrieben habe. Ob er wirklich noch aktuell ist, weiß ich nicht, aber zum Löschen ist er allemal zu schade.

Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hatte damals in „chrismon“ die „Bibel in gerechter Sprache“ angepriesen. „Chrismon“ ist gleichsam das Hausblättchen des liberalen Protestantismus in Deutschland, das ich bis dahin gelesen hatte und seitdem nicht mehr. Die Herausgeber dieser „Bibel in gerechter Sprache“ hatten nämlich das Kunststück fertiggebracht, den Christen und den Auklärer in mir gleichzeitig bis zur Weißglut zu provozieren.

Was lange gärt, wird endlich Wut: Der Ärger über die politische Linke hatte sich bei mir über Jahre angestaut, und 2006 war ich höchstens noch ein Gewohnheitslinker, wenn überhaupt einer. Wenn ich aber rückblickend darüber nachdenke, welcher Tropfen das Fass zum Überlaufen und mich dazu brachte, mit der ganzen linken Mischpoke endgültig nichts mehr zu tun haben zu wollen, dann war es diese Gutmenschenbibel, weil die mir den ganzen totalitären Irrsinn linker (und eben nicht erst spezifisch kommunistischer) Ideologie in hochkonzentrierter Form vor Augen führte.

Jedenfalls schrieb ich damals zwei Briefe: einen an die Bischöfin, einen zweiten an die „chrismon“-Redaktion mit der Bitte, den ersten zu veröffentlichen. Diese Briefe habe ich jetzt auf meiner Festplatte wiedergefunden:

Sehr geehrte Damen und Herren,

nachdem Bischöfin Käßmann in der vorletzten Ausgabe von „chrismon“ ein Loblied auf die sogenannte „Bibel in gerechter Sprache“ gesungen hatte, ging ich selbstverständlich davon aus, dass nunmehr diejenigen Theologen und Philologen reagieren und replizieren würden, die eine etwas weniger legeres Verhältnis zum biblischen Text, dafür aber ein wesentlich kritischeres Verhältnis zu den Anmaßungen der Political Correctness haben als die Bischöfin und mit ihr die Verfasser der vorliegenden neuen Bibelversion. Mit Ausnahme eines sehr kurzen und auch nur halb kritischen Leserbriefes hat „chrismon“ nichts dergleichen veröffentlicht. Das erstaunt mich.

Müsste ich annehmen, dass es solche kritischen Stellungnahmen nicht gegeben hat, so würde ich mich fragen, ob denn der deutsche Protestantismus, der einmal mit dem Anspruch angetreten ist, seine Theologie sola scriptura zu begründen, schon so weit von seinen ursprünglichen Anliegen entfernt ist, dass er die Bibel gewissermaßen als quantité négligeable auffasst, auf deren authentische Übersetzung es nicht ankommt, und deren absichtliche Fälschung weder einen Skandal noch auch nur einen Anlass zur Kritik darstellt.

Tatsächlich fördert bereits ein Blick ins Internet ermutigenderweise zutage, dass die Empörung quer durch die Christenheit unseres Landes geht: Sie wird artikuliert von Theologen und Laien, von Protestanten und Katholiken, von Liberalen und Fundamentalisten, von Gebildeten und Ungebildeten. Und wenn Bischöfin Wartenberg-Potte, eine der Fördererinnen des Projekts, sagt: „Über viele Kritiken brauchen wir nicht zu schmollen. Viel Feind, viel Ehr.“, so drückt dies eben nicht nur die bornierte Arroganz der Sektiererin aus, die die Vielzahl der Kritiker geradezu als Beweis für de Richtigkeit der eigenen Position ansieht, sondern bezeugt aus unverdächtigem Mund die Breite und Tiefe der Opposition gegen dieses Projekt. Deswegen kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass in Ihrer Redaktion keine kritischen Stellungnahmen zum Artikel von Frau Käßmann eingegangen sein sollen.

Nun möchte ich Ihnen nicht geradezu unterstellen, Sie wollten die Kritik totschweigen.

– Ich weiß nicht mehr genau, ob ich in diesem Punkt höflich oder naiv war –

Möglicherweise unterschätzen Sie aber die theologische und kirchenpolitische Brisanz des Themas, die ich in meiner unten folgenden Antwort auf Frau Käßmann dargelegt habe, und die, zusammengefasst, darin besteht, dass in der neuen Bibelversion eine theologische Position vertreten wird, die auf die Selbstabschaffung des Christentums hinausläuft. Ich bitte Sie, diese Antwort zu veröffentlichen, ungeachtet der Tatsache, dass ich Politikwissenschaftler und als solcher fachfremd bin. Da Thema ist zu wichtig und brennt zu vielen Menschen unter den Nägeln, als dass „chrismon“ einfach stillschweigend daran vorbeigehen sollte.

Sollten Sie sich zu einer Veröffentlichung nicht entschließen können, bitte ich Sie mir dies per e-Mail mitzuteilen; ich würde den Artikel dann anderweitig publizieren.

Mit freundlichen Grüßen 

Selbstverständlich hat „chrismon“ sich gehütet, auch nur eine Zeile zu veröffentlichen. Insofern ist dieser Artikel die längst überfällige Einlösung eines Versprechens.

Der Brief an die Bischöfin lautete wie folgt:

Sehr geehrte Frau Käßmann,

die Verfasser der von Ihnen jüngst gelobten neuen Bibelversion erheben bekanntlich den Anspruch, eine Bibelübersetzung, und zwar „in gerechter Sprache“ vorgelegt zu haben. Nun ist Gerechtigkeit, worin immer sie auch konkret bestehen mag, zweifellos ein hohes Gut. Ist sie aber wichtiger als die Wahrheit, die historische wie die theologische? Darf man um der Gerechtigkeit willen auch lügen und fälschen – nach dem Motto, der Zweck heilige die Mittel? Darf eine Kirche, die sich christlich nennt, die Person Christi aus dem Zentrum ihres Glaubens verbannen? Darf eine protestantische Kirche ihre Gläubigen bevormunden? Nein?

Dies alles aber tun die Verfasser jener „Bibel in gerechter Sprache“, und Sie, Frau Käßmann, segnen mit der Autorität der Bischöfin ein – pardon – Machwerk ab, das weder protestantisch noch auch nur christlich ist, und das nicht einmal für sich in Anspruch nehmen kann, aufklärerisch zu sein.

Zentrale Anliegen der Reformation waren bekanntlich die alleinige Geltung der Bibel als Grundlage des christlichen Glaubens, die Autonomie des Gläubigen gegenüber kirchlicher Autorität in Glaubens- und Gewissensfragen, und als Konsequenz aus beidem das Recht, aber auch die Pflicht des Christen, sich nach bestem Wissen und Gewissen mit der Bibel auseinanderzusetzen.

Dabei war für Luther der jeweilige Originaltext in hebräischer und griechischer Sprache autoritativ – welcher auch sonst? Idealiter hätte also jeder Gläubige Altphilologe sein müssen. Da dies utopisch war und ist, galt es realiter, jedem Volk die Bibel in seiner eigenen Sprache zu bringen – dabei aber so nahe wie möglich am ursprünglichen Sinn und Wortlaut des Originals zu bleiben. Die Forderung nach Authentizität der Übersetzung ergibt sich daher nicht aus fundamentalistischer Buchstabengläubigkeit, sie hat nichts mit dem Glauben an die Verbalinspiration der Schrift zu tun. Sondern sie folgt zwingend aus den Urpostulaten der Reformation: aus der Theologie sola scriptura und der Freiheit eines Christenmenschen!

Authentisch ist eine Übersetzung aber nicht dann, wenn sie den Intentionen und Interessen des Übersetzers, sondern wenn sie denen des Verfassers entspricht. Entspricht sie diesen nicht, so haben wir es bestenfalls mit einer schlechten Übersetzung, schlimmstenfalls mit einer Fälschung zu tun.

Dass eine Eins-zu-eins-Übersetzung aus der einen Sprache in die andere nicht möglich ist, jede Übersetzung daher auch Interpretation und das Prinzip der Authentizität notwendig Kompromissen unterworfen ist, ist eine Binsenwahrheit, eine Selbstverständlichkeit. Es ist aber ein grundlegender Unterschied, ob man solche Kompromisse eingeht, weil sie in der Natur der Sache und der Sprache liegen und daher unvermeidbar sind, oder ob man den Aussagegehalt des Textes absichtlich verändert, weil einem die originäre Aussage nicht in den Kram passt! Wenn zum Beispiel der Evangelist Matthäus „Vater unser“ (bzw. „Unser Vater“, Mt.6,9) schreibt, die Übersetzung aber behauptet er habe „Vater und Mutter“ geschrieben, so ist dies, ob gerecht oder nicht, eine Lüge und eine Fälschung! Wird diese Fälschung dadurch gerechtfertigt, sie drücke aus, was „eigentlich“ gemeint sei, so verstehe ich nachträglich die Allergie meines alten Deutschlehrers gegen das Wort „eigentlich“ – eine Worthülse, in die jeder hineinstopft, was er will.

Tatsächlich drückt diese Fälschung bestenfalls das aus, was wir heute meinen. Selbstverständlich fasst heute niemand mehr die Gottesbezeichnung „Vater“ wortwörtlich auf, als sei Gott ein Mann. Für uns heute ist das Wort „Vater“ eine bloße Metapher für Gottes Fürsorge und Autorität.

Das ändert aber nichts daran, dass man sich in Gott biblischer Zeit durchaus als einen Mann vorstellte … . Dies, wie auch die Frauenfeindlichkeit des Paulus oder die apokalyptischen Passagen der Bibel (um nur einige Beispiele zu nennen) sind Dinge, mit denen man sich kritisch interpretierend auseinandersetzen muss, um das Bleibende und Ewige vom Zeitgebundenen zu trennen. Daran haben wir alle zu kauen. Als mündige Christen können wir aber auch daran kauen; wir sind, um im Bilde zu bleiben, nicht darauf angewiesen, dass man uns geistigen Babybrei vorsetzt, in dem alles Harte, Zähe und Schwerverdauliche vor- und fürsorglich bis zur Unkenntlichkeit püriert worden ist!

Ich, für meinen Teil, verbitte mir diese Art von Fürsorge: Es ist die Fürsorge des Zensors, der, natürlich nur „in bester Absicht“, die unmündigen Menschen vor jedem Text bewahren will, den sie „falsch“ – nämlich anders als der Zensor – verstehen könnten, wenn sie ihn autonom interpretierten. Muss ich Sie wirklich daran erinnern, Frau Bischöfin, dass die Reformation von Anfang an ein Aufschrei und ein Aufstand des freien Christenmenschen gegen just diesen zensorischen und inquisitorischen Geist war?

Kaum weniger fragwürdig als diese Bevormundung der Gläubigen ist der Umgang mit der jüdisch-christlichen Geschichte. Und da dieser nicht nur mit einem unaufgeklärten, weil unhistorischen Religionsverständnis zu tun hat, sondern auch mit einem anti-aufklärerischen Sprachverständnis, sehe ich mich gezwungen, so lächerlich und peinlich das ist, einige linguistische Binsenwahrheiten ins Gedächtnis zu rufen:

Ein Begriff, der eine Personengruppe de-finiert, d.h. von anderen Personengruppen unterscheidet, und zwar nach anderen Kriterien als denen der Geschlechtszugehörigkeit, ist geschlechtsneutral. Wenn etwa von „Bürgern“ oder „Studenten“ die Rede ist, müssen diese ebensowenig zwangsläufig Männer sein, wie „Personen“ oder „Prozessparteien“ zwangsläufig Frauen sein müssen. Die eingebürgerte Redeweise von „Bürgerinnen und Bürgern“ oder „Studentinnen und Studenten“ ist schlechtes, weil tautologisch formuliertes Deutsch, beruht auf der Verwechslung des grammatischen Genus mit dem biologischen Sexus und entspringt einer vulgärfeministischen Marotte.

Gegen diese Verunstaltung der öffentlichen Sprache hat es zwar in den letzten dreißig Jahren nur wenig Widerstand gegeben, weil sie nur eine Form der Verunstaltung ist und bei weitem nicht die Schlimmste; wer wollte da den Don Quichotte machen? Dies bedeutet aber keineswegs, dass diese Sprachpanscherei korrekt wäre. Unerträglich und inakzeptabel wird sie aber spätestens dann, wenn sie aufhört, bloße Schlamperei zu sein, und stattdessen gezielt zum Instrument von Geschichts- und Bibelfälschung gemacht wird: Wenn die Bibel im Original von „Pharisäern“ oder „Richtern“ spricht, dann trifft sie über deren Geschlecht einfach keine Aussage. Die „Übersetzer“ freilich sind in dem ideologischen Vorurteil befangen, es könne keine geschlechtsneutralen Gruppenbezeichnungen geben und behaupten deshalb explizit, unter den Richtern und Pharisäern seien auch Frauen gewesen. Eine solche Behauptung ist nicht nur bereits deswegen eine absichtlich Fehlübersetzung, weil das Original das Geschlecht jener Personen eben nicht nennt; sie ist auch bar jeder historischen Plausibilität: Orthodoxe Juden lassen Frauen bis heute in religiösen Fragen nicht mitreden; die Vorstellung, sie hätten dies vor zwei- oder dreitausend Jahren getan, ist grotesk! Hier wird das Bild der israelitischen Gesellschaft der biblischen Zeit völlig unhistorisch nach dem aktuellen Maßstab heutiger Political Correctness zurechtgebogen.

Die Tatsache, dass die religiöse Entwicklung des Judentums ein jahrhundertelanger Prozess war, von dem die Bibel beredtes Zeugnis ablegt, und der sich unter den Bedingungen einer patriarchalischen Gesellschaft vollzog, wird – weil nicht sein kann, was nicht sein darf – kurzerhand ausgeblendet. Da zu diesem Zweck die Bibel gefälscht wird, fällt es schwer, sich nicht an George Orwells Beschreibung eines totalitären Systems („1984″) erinnert zu fühlen, das systematisch die früheren Ausgaben seiner eigenen Zeitungen umdichten lässt, um sie der jeweils aktuellen Parteilinie anzupassen. Dies ist nicht so polemisch, wie es sich für Sie vielleicht anhört, Frau Bischöfin: Die Nazis haben bekanntlich bereits versucht, das „jüdisch verseuchte“ Alte Testament abzuschaffen und einen „arischen Christus“ zu konstruieren. Wenn wir heute zulassen, dass der Text der Bibel unter politischen Gesichtspunkten manipuliert wird, seien diese Gründe auch noch so gut gemeint, dann begeben wir uns der Argumente, die wir morgen möglicherweise verzweifelt nötig haben werden: dann nämlich, wenn wieder ein totalitäres System versuchen sollte, sich die christlichen Kirchen gefügig zu machen!

In jedem Fall beruht die sogenannte „Bibel in gerechter Sprache“ auf einem unaufgeklärten Religionsverständnis: Unaufgeklärt deshalb, weil Religion, anders als das Vorgehen der Verfasser impliziert, nicht im luftleeren Raum reiner Theologie existiert, sondern sich in einem sozialen Kontext entwickelt. Die biblischen Zeugnisse sind daher stets mit Realgeschichte kontaminiert, und wir können das Christentum nicht verstehen und kritisch – auch selbstkritisch – reflektieren, wenn wir seine historische Genese ignorieren. Die neue Bibelversion jedoch wertet Gerechtigkeit (oder was sie dafür hält) höher als Wahrheit und Ideologie höher als Aufklärung. Dass dies einem emanzipatorischen Anliegen dienen soll, ist ein Widerspruch in sich.

Das Schlimmste kommt aber noch, und hier zitiere ich Sie wörtlich:

„Gerecht werden soll die neue Übersetzung auch dem jüdisch-christlichen Dialog (…) Wenn Jesus … in der Bergpredigt die Schrift auslegt, stellt er sich nicht in einen Widerspruch dazu [zur jüdischen Tradition, M.], wie es die Übersetzung ‚Ich aber sage euch’ (Mt 5,22) andeutet, sondern er interpretiert sie, wie andere Rabbinen, Schriftgelehrte seiner Zeit auch. Die Übersetzung ‚Ich lege das heute so aus’ weist darauf hin.“

Sehen wir einmal davon ab, dass diese Textfälschung schon deshalb nicht nötig gewesen wäre, weil Jesus selbst sagt: Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz und die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen.“ (Mt 5,17; zitiert selbstverständlich nach der Lutherbibel) Dies aber nur nebenbei.

Lassen wir es uns noch einmal auf der Zunge zergehen: Interpretiert sie … wie andere Schriftgelehrte auch … Ich lege das heute so aus! Jesus ist also einfach nur ein Schriftgelehrter wie andere auch. Er interpretiert, wie andere auch. Er legt das heute so aus – und morgen anders? Er erhebt nicht den Anspruch auf überzeitliche Wahrheit (Dass dies genau so zu verstehen und nicht etwa eine Unterstellung ist, hat die „Übersetzerin“ des Matthäusevangeliums mit eigenen Worten bestätigt!), sondern stellt bloß theologische Hypothesen zur Diskussion!

Sagen Sie, Frau Bischöfin, ist Ihnen eigentlich klar, was Sie da tun … ? Jesus ist für Sie also nicht der Sohn und die Inkarnation Gottes, sondern ein Schriftgelehrter wie andere auch. Er ist auch nicht der Messias, nicht der Christus, sondern ein Schriftgelehrter wie andere auch. Er ist noch nicht einmal das, was Mohammed für den Islam ist, nämlich der höchste und letzte der Propheten – nur ein Schriftgelehrter wie andere auch. Und sein Wort ist Ihrer Ansicht nach nicht das Wort Gottes, sondern lediglich eine von vielen möglichen Interpretationen der Thora. Eine Interpretation, die nicht einmal für ihn selbst verbindlich ist! Sind Sie sich darüber im Klaren, dass jeder islamistische Fanatiker mit Fug und Recht von sich behaupten kann, er verehre Jesus – für ihn der größte Prophet außer Mohammed – mehr, als Sie es tun … ?

Ohne es auch nur mit einem Wort zu erwähnen, haben Sie fast zweitausend Jahre trinitarischer und christologischer Theologie kassiert (Diese Tradition beginnt ja nicht erst mit den Konzilien, auf denen sie dogmatisiert worden ist, sondern mit den Paulusbriefen, allerspätestens aber dem Johannesevangelium!). Mehr noch: Sie haben die Bedeutung der Person und Lehre Christi als den archimedischen Punkt christlichen Glaubens negiert. Sie erklären Christus zu einem x-beliebigen Prediger und stellen sein Wort, das Wort Gottes, auf eine Stufe mit dem „Wort zum Sonntag“. Was nicht mehr und nicht weniger bedeutet, als dass Sie das Christentum schlechthin zur Disposition stellen!

Sollte dies, nämlich die Selbstentkernung des Christentums, das Ergebnis des Versuchs sein, den jüdisch-christlichen Dialog mithilfe der neuen Bibel zu fördern, so muss ich Sie fragen, was Sie unter „Dialog“ verstehen. Wenn die Bedeutung Christi bis zur Irrelevanz relativiert wird, so entspricht dies in der Tat exakt der jüdischen Auffassung von Jesus. Was Sie, Frau Bischöfin, nicht zu verstehen scheinen, ist, dass diese jüdische Auffassung, die als solche – das heißt als jüdische – vollkommen legitim und sogar zwingend ist, von einer christlichen Kirche, die dies auch bleiben will, nicht übernommen werden kann! Dialog ist eine Sache, Selbstaufgabe eine vollkommen andere!

Verstehen Sie mich bitte richtig: Niemand kann und darf Sie persönlich zwingen, an die Trinität, die Menschwerdung Gottes oder die überzeitliche Geltung der Bergpredigt zu glauben, wenn Sie daran nun einmal nicht glauben können. Sie sind eine freie Bürgerin und als solche berechtigt zu glauben, woran Sie wollen, notfalls auch an den Großen Manitou. Sie missbrauchen aber Ihr Amt und dessen Autorität, wenn Sie eine theologische Position als christlich verkaufen, die selbst bei größtem Wohlwollen nicht mehr als christlich gelten kann! Ein entkerntes Christentum, wie Sie und Ihre dubiosen Exegeten es propagieren, würde in kürzester Zeit auf ein paar sinnentleerte Traditionen zusammenschnurren: auf Weihnachtsbäume, Ostereier – und eine verballhornte Bibel!

Atheisten mögen sich den Bauch halten vor Lachen über die Eilfertigkeit, mit der ehedem ewige Wahrheiten auf dem Altar der Political Correctness geopfert werden. Katholiken mögen mit Schadenfreude zur Kenntnis nehmen, wie weit der Protestantismus heruntergekommen ist: Da sieht man’s mal wieder, Extra ecclesiam nulla salus! Juden können sich freuen, dass die Christen endlich zugeben, dass Jesus nicht der Messias war, Muslime Genugtuung empfinden darüber, dass die im Koran vertretene Behauptung, Christen würden willkürlich ihre Bibel fälschen, endlich der Wahrheit entspricht, nachdem sie 1400 Jahre lang eine Verleumdung gewesen war!

– und natürlich tauchten damals prompt in den einschlägigen Blogs und Foren Moslems auf, die ja schon immer gewust hatten, dass Christen Schriftverfälscher seien, weswegen einzig der Islam … –

Inwiefern dergleichen aber für protestantische Christen akzeptabel sein soll, ist mir ein Rätsel.

Mit freundlichen Grüßen

41 Antworten auf Bibel in gerechter Sprache

  • Für einen liberalen(?) Christen ganz schön heftige Kritik an diesem Projekt! Und selbstverständlich völlig berechtigt.

    Ein Verbleiben in dieser protestantischen Kirche ist da wirklich nicht mehr zu begründen. Man finanziert doch nur all diese Selbstauflösungsprojekte, von denen noch viele aufzählbar wären.

  • Hallo Manfred,

    nur eine winzige Korrektur. Im heutigen modernen orthodoxen Judentum duerfen Frauen mitreden. http://www.jpost.com/servlet/Satellite?cid=1129540607652&pagename=JPost%2FJPArticle%2FShowFull

    Und natuerlich gab es mindestens eine Richterin, Deborah. Was Pharisaeer angeht, bin ich nicht sicher, welche Gruppe damit genau gemeint ist. Wenn die Bezeichnung mehr oder weniger deckungsgleich mit Chazal (Chachamei Israel = die Weisen Israels) sein sollte, koennte argumentieren, dass im Ralmud ueberlieferte Frauen wie Bat Shalom oder Bruria mitgemeint waeren.

  • Das habe ich seinerzeit garnicht mitbekommen.
    Ich als katholische Karteileiche könnte es unter ‚Realsatire‘ verbuchen, würde ich mir nicht ernste Sorgen um das Seelenheil dieser Leute machen.

    Mein Favorit dieser gerechten Zersetzung ist „Du sollst nicht ehebrechen“ => „Verletze keine Lebenspartnerschaft!“

    Oder statt „himmlische Heerscharen“ „Schar des himmlischen Chores“.
    Naja, Krieg ist auch irgendwie doof, da kann Gott noch einiges von unserer Gerechtigkeit lernen. Kumbaya …

    Wenn Du die gerechte Bibel gelesen hast, klär‘ mich bitte auf. Führt mein Namenspatron jetzt folgerichtig endlich den Dialog auf Augenhöhe mit Satan, oder isser immernoch der alte rassistische Kriegstreiber?

    In diesem Sinne klau ich einfach mal das Schlusswort eines Artikels zum Thema:
    Viel Festfreude zu Weihnachten – und zugleich für die Zukunft die Vertreibung all dessen, was das helle Licht der echten Kritik zu verdunkeln droht.

  • @ Flash:

    Theologisch bin durchaus liberal, auch wenn ich langsam ins Grübeln komme, ob die liberale Form von Religiosität nicht überhaupt ein Auslaufmodell ist. Spätestens, wenn sich die einen in fundamentalistischen Kampfverbänden gesammelt haben und die anderen – wahrscheinlich die Mehrheit – eine synkretistische Dhimmi-Sekte bilden, werde ich als der letzte liberale Christ bei der UNESCO den Antrag stellen, zum Weltkulturerbe erklärt zu werden. 😀

    Du hast Recht: Ich erwäge seit einiger Zeit ernsthaft, zum Katholizismus überzutreten. Bei den Katholiken passt mir zwar vieles nicht, aber ich weiß wenigstens VORHER schon, was mir nicht passt und muss nicht mit Überraschungen rechnen, insbesondere nicht damit, abends als Christ schlafen zu gehen und morgens als Mitglied einer Jesus-Mohammed-Baghwan-Buddha-Moon-Sekte aufzuwachen.

    @ Beer7:

    Vielen Dank für Deine Präzisierungen und Klarstellungen; ich denke aber auch, dass sie meine Argumente nicht im Kern treffen.

    @ Quis ut Deus:

    Die Weihnachtswünsche von Herzen zurück. Allerdings habe ich es mir nicht angetan, mir die BigS zu kaufen – ich glaube, ich hätte vor Wut einen Herzinfarkt bekommen. Mit dem, was ich an Auszügen gelesen habe, war ich völlig bedient.

  • Lieber Manfred, liebe Kommentatoren.
    Man sollte sich nicht in seinem Litermaß des menschlichen Denkvermögen, seine eigene Theologie/Gotteslehre oder Religion zimmern um das Heil zu erfahren.

    Christus ist die einzige Tür in das Reich Gottes,
    für den einfachen Christen wie mich, und
    für den sogenannten Amtsträger der weit über 600 verschiedenen Religionen, Kirchen, Tempeln, Gemeinden und Sekten mit ihren „Evangelium“-Missionswerken in Deutschland und Europa.

    Wer woanders einsteigt sagt Christus weiter,
    d. h., Wer durch eine hausgemachte Theologie versucht in das Reich Gottes einzugehen, der ist ein Dieb und ein Mörder.
    Johannes kapitel 10, 1-9
    Ohne dem göttlichen Geist, welcher ist der Heilige Geist, der auch, der Geist der Wahrheit genannt wird, kann der Mensch nicht die Bibel recht interpretieren noch selig werden.
    Wie Christus die Tür in das Reich Gottes ist, so ist der Heilige Geist in einem Menschen,(darum Pfingsten in Jerusalem)
    Die Tür zu der wahren Auslegung und Verständnis der Bibel und allen anderen Bücher dieser Erde.
    Der Geist der Welt, indem wir alle von Kind auf an erzogen wurden, ist der Geist des Irrtums, der Geist der Finsternis und der,
    von anmaßenden“Frommen“ gepredigten Verdummung um des lieben Mammon wegen und Macht über den Menschen.

    Bleibt kritisch und bleibt gesund,
    Christus steht auch vor Eurer Herzenstür und klopft an.
    Öffnet nur dem wahren Christus die Herzenstür und keinem Wolf im Schafspelz des biblischen Buchstaben, denn,
    „wenn der geistig Blinde, in die Hände und Verkündigung eines anmaßenden Blindenleiter fällt sagt Christus, so fallen sie beide in die Grube“! Matthäus 15, 13-15

  • Beim Lesen fiel mir eben jenes Lied ein, dass wir als Kinder am Martinstag, von Haus zu Haus ziehend, gesungen haben und das – bezeichnenderweise – nun auch schon lange nicht mehr als das Standardlied zum Martinstag gesungen wird: Luthers „Ein feste Burg“:

    Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen.
    Er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betroffen.
    Der altböse Feind, mit Ernst er’s jetzt meint;
    groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist,
    auf Erd ist nicht seinsgleichen.
    Mit unsrer Macht ist nichts getan, wir sind gar bald verloren;
    es streit‘ für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erkoren.
    Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ,
    der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott,
    das Feld muß er behalten.
    Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen,
    so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen.
    Der Fürst dieser Welt, wie sau’r er sich stellt,
    tut er uns doch nicht; das macht, er ist gericht‘:
    ein Wörtlein kann ihn fällen.
    Das Wort sie sollen lassen stahn und kein‘ Dank dazu haben;
    er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben.
    Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib:
    laß fahren dahin, sie haben’s kein‘ Gewinn,
    das Reich muß uns doch bleiben.

    Ob Frau Käßmann es auch schon geschlechtergerecht umgeschrieben hat?
    Und all die anderen Kirchenlieder gehen doch auch nicht mehr in der alten Form! Gibt es noch kein „Gesangbuch in gerechter Sprache“?

    Bei der „Bibel in gerechter Sprache“ handelt es sich um die Anwendung der dekonstruktivistischen Praxis auf den christlichen Glauben: auch er ist nur ein Narrativ, das jetzt als solches entlarvt und auseinandergenommen werden muss! Nur dass es sich hier nun wirklich um das Fundament unseres kulturellen Hauses geht: wenn wir dann erst völlig im Freien stehen – ich bin sicher, dass diese feministische Umschreibung der Bibel nur der erste Schritt ist (hin zur „synkretistischen Dhimmi-Sekte“) – dann wird es nur noch den Islam als letzte feste Behausung geben! Ja, ich bewundere immer mehr die Weitsicht Mohammeds – als hätte er seine Politreligion als unvergänglichen Gegenentwurf zum aufgeklärten zerbröselnden Westen konzipiert.

    Ich verstehe mich zwar seit Jahrzehnten als Agnostiker, habe aber inzwischen ein deutlich geschärftes Bewusstsein für die zivilisatorische Leistung des Christentums und halte deshalb seine Selbstzersetzung im lutherischen Bereich für außerordentlich fatal, und ich denke, dass die Römische Kirche hier aus sehr viel härterem Holz geschnitzt ist, dass sie, was Überzeugtheit und Beharrungsvermögen angeht, es mit dem Islam durchaus aufnehmen kann – vielleicht ist sie also die letzte zum Widerstand fähige westliche Institution! Und Papst Ratzinger macht durchaus den Eindruck, dass er genau weiß, worauf es in dieser Zeit ankommt, wenn er jetzt vor allem die Vereinbarkeit von Glaube und Vernunft betont, also eine widerspruchsfreie Synthese von christlichem Glauben und Aufklärung postuliert: wenn diese Synthese nicht gelingen und Bestand haben sollte, dann wäre es um beide geschehn, die katholische Kirche und die westl. Zivilisation. Außerdem hat er ja auch gerade betont, dass ein Dialog mit dem Islam im Sinne eines Kompromisses der Dogmen undenkbar ist. Allerdings gibt es auch im katholischen Bereich Gruppierungen, die der Eine-Welt-Ideologie erlegen sind, aber Rom hat natürlich ganz andere Mittel als das Welt-Luthertum, den Einfluss dieser Gruppen zu beschränken.

    Ja, hier sind wir in der Tat wieder bei der Frage: Ist ein Überleben der westlichen Zivilisation ohne Religion möglich? Eine Zivilisation, für die alles nur noch ein Narrativ ist, erscheint mir – auch ohne die Offensive des Islams – intrinsisch nicht möglich zu sein. – Also: der Katholizismus als Luthers „Feste Burg“, an dem der Islam zerschellt?

  • Ärgerlich schon die Formulierung „gerechte Sprache“.

  • Als Atheist werde ich nichts vermissen, wenn die Aufklärung die Religion endlich vertilgt hat. Sollte jedoch die Antiaufklärung, auch bekannt als Dekonstruktivismus, die Religion vertilgen macht mir das schon Sorgen.

  • @BeforeDawn
    Der Westen kann sicher ohne Religion überleben aber nicht unter Verleugnung seiner christlichen Wurzeln.
    Die feste Burg braucht kein bestimmter Gottesglaube zu sein, sondern ein unverhandelbares Bewusstsein, woher wir kommen. Denn das ist die Voraussetzung für eine Vision unserer Zukunft.
    „Know your roots and you know your destiny“.

    Und ja, ich denke, an diesem Punkt kommt der Katholizismus ins Spiel.
    Nicht als religiöse Institution sondern als ein jahrhunderte lang trainierter Think Tank, gegen den alle politischen Denkfabriken dieser Erde zusammen wie ein Zwerg erscheinen.

    Wie es ein Mitdiskutant in einem Forum sinngemäß ausdrückte:
    Sollten die islamischen Gelehrten dumm genug sein, sich auf einen theologischen Diskurs mit dem Vatikan einzulassen, wissen sie danach nichtmal mehr was sie selbst glauben.

    @Manfred
    Das gilt natürlich auch für theologische Federgewichte wie Käßmann. Bei Deiner Konversions-Entscheidung hilft vielleicht die Vorstellung einer Debatte zwischen ihr und Ratzinger.
    Ich glaube nachdem die Tränen getrocknet wären, hätte irgend ein Kloster eine neue Novizin.

  • Ob Ur-einwohner, ob praktizierender Atheist,
    ob praktizierender „frommer“Sünder, ob Ungläubiger und Heide, etc.
    ALLE haben einen göttlichen Funken in ihr Innere empfangen von
    dem Schöpfer- Gott und Schöpfer- Geist vor ihrer Leibgeburt in diese schreckliche Welt hinein, wobei schreckliche nicht von der Natur kommt sondern, vom natürlichen und ungeistigen Menschen nach dem Geist und Norm Gottes das Urteil.
    Dieser Funke des lebendigen Gottes in dem Innern des Menschen und seinem Herz und Gewissen, ist des Menschen sein Flug und Lebensschreiber nachdem wir einst gerichtet werden oder nicht.
    Dieses Leben und Handeln-aufzeichnende Gewissen, ist noch von keinem, irdisch und weltlich ausgebildeten Menschen, Arz und Wissenschaftler lokalisiert worden gleich wie die Seele.
    Ein bischen Meditation vor Gott und seiner Zustimmung der Sündenerkenntnis, das wir nichts sind, könnte des endlichen
    und demütigen Menschen, die Ewigkeit und das Überleben sichern, denn „viele sind berufen sagt Christus, der Prototyp des ewigen und geistigen Menschen, doch wenige sind erwählt“.
    Er wählt sind diejenigen , die allein durch Christus und seiner Theologie des Heiligen Geistes, zu seiner Nachfolge gekommen sind.
    Menschen in den, von Menschen organisierten „christlichen“ Institutionen, Christen, Diener und Theologen, die nicht durch Christus/Tür, zu ihrem Christsein und Amt gekommen sind
    anerkennt weder Gott noch Christus Jetzt und in Ewigkeit
    Johannes Kapitel 10, 1-9

  • Peter Semenczuk,

    als Juedin missfaellt mir, wie Sie hier die Heils-Exkluxivitaet des Christentums, so wie Sie es verstehen (offensichtlich im Gegensatz zu allen christlichen Kirchen) ausbreiten. I

  • man könnte anmerken, daß die Bibel-in-gerechter-SprachIn bei den meisten Leuten letztlich genauso ungelesen im Bücherschrank stehen wird, wie die anderen Ausgaben auch.

    Also keine Gefahr für den christlichen Glauben.

  • Liebe beer 7
    mein Christengott ist auch der Judengott, vom gleichen Geist, Wort, Leben, Wesen und Substanz, der nach dem gleichen Prinzip und Norm wirkt unter den Menschen und Heiden heute, wie unter der ersten Gemeinde und Volk Gottes, welches sind die Juden.
    Das Heil kommt von den Juden, ist auch meine Erkenntnis, Wort und Offenbarung Gottes, das Christus zu der Samariterin gesagt hat am Jakobsbrunnen.
    Dieses verkündige ich, früher mehr, jetzt aus altersgründen doch weniger, dort wo mich Gott hinsendet seit 46 Jahren.
    Lese meine Kommentare und Publikationen im Internet, so wirst Du es feststellen, dass es so ist, wie ich rede und schreibe, und was noch wichtiger ist, ICH lebe auch danach!
    Lass das innere Licht/Christus auch in Dir leuchten, denn es macht uns weise und bewahrt uns,vor Vorurteile. Peter Semenczuk
    Autor und Herausgeber christlich-theologischer Publikationen im Internet und Selbstverlag-„Umsonst, wie Christus seinen Jüngern geboten hat. Matthäus 10,8 /Apostelgeschichte 3,6/^Kapitel 20,33

  • Apokrype es ist richtig was Du da schreibst.
    Deutschland und seine Christen meinen, wenn sie eine Bibel
    im Schrank haben, dann sind sie gute Christen, doch Christus
    und seine von Ihm berufenen Jünger und Aposteln würden uns
    etwa anderes sagen nämlich:
    Mensch, du kannst alle Bibeln dieser Welt in Deinem Haus haben,
    aber wenn Du NICHT, den von Gott und seinem Christus zugesagten
    Heiligen Geist, wohnend mit dem Wort Gottes in Dir hast und nach seinen Unterweisungen lebst, fährst Du in die Verdammnis.

    Weder Gott noch Christus, hat uns Menschen eine Buch-Religion zugesagt und verheißen, wo auch immer,
    Weder Gott noch Christus, hat uns Menschen eine Buch-Theologie
    zugesagt noch verheißen, sondern den Heiligen Geist, welcher ist der Geist der Wahrheit und der Gewissheit. Johannes 14,15,16,

    Deutsche Reformer des 16-ten Jahrhundertwie Hans Denk, Franke und Schwengfeld,u.v.a. sahen diese Not des geistigen Irrtum
    der Namenschristen und Bekenntnischristen kommen und schrieben
    darüber, dass
    „der Buchstabe der Bibel auch mit die Schuld trägt, dass wir heute im 21-ten Jahrhundert, weit über 600 verschiedene Religionen, Kirchen, Tempeln, Gemeinden, Sekten und Evangelium-Missionen haben werden“. Die Tendenz ist steigend.
    „Der Buchstabe tötete Christus in Jerusalem, und der Buchstabe
    tötet und spaltete die schon oberflächliche Christen auch jetzt so, dass wir soviel verschiedene Institutionen haben die sich als die einzig wahre Kirche Christ oder Gemeinde Gottes bezeichnen, doch nach dem Geist und Theologie des lebendigen Gottes, weit ab- gefallen sind aufgrund der Arroganz und Hochmut mit ihrer Lüge, Notlüge und Lebenslüge der Priesterschaft, vom Kleinsten bis zu dem größten.
    Die wohl die Bibel sich kaufen können, aber nicht den Geist Gottes, der des Christenmenschen seine göttliche Geist-Gruppe und GEN ist.
    Matthäus 13, 38-39
    Von Anfang der Menschheit, sind wahre Diener, Propheten und Theologen Gottes, immer von Gott berufen ,zubereitet, legitimiert und zu dem Volk Isael oder ihren Könige gesandt worden.
    Sie sind nie von Menschen, noch von ihren Schulen und Hoch -schulen gemacht worden, vergessen wir das nicht um der Ehre Gottes wegen und unser Heil.

  • @Peter:
    Nur mal interessehalber, das ewige Leben wird dann nicht irgendwann ein wenig langweilig?
    Ich sehe da keinen großen Unterschied zwischen P&H.

  • Manfred, was hast du dagegen, daß sich das Christentum selbst abschafft? Laß es doch machen. Nicht Pfaffen, Mullahs oder Gurus bringen die Menschheit zu Wohlstand, sondern Entdecker und Erfinder, also Schöpfer.
    Ich will reich sein an Gütern wie berührenden Liedern, heilender Medizin, befreiender Mobilität, erkenntnisreicher Information, Waffen gegen Feinde, usw. Ich will Produzenten und Händler, die mir das anbieten, also den Markt.
    Zum Teufel mit den frommen Schwätzern, ob sie sich nun an die Bibel halten oder nicht. Je unglaubwürdiger sie werden, umso besser. Die Bibel in gerechter Sprache ist keine Entgleisung des Christentums, sondern in ihm selbst angelegter Schwachsinn. Mit Frommen, ob Juden, Christen oder Hindus, ist gegen Mohamedaner kein Blumentopf zu gewinnen. Was ist es denn, was geplante Anschläge von Gotteskriegern in unserer westlichen Welt verhindert, es sind geheimdienstliche AbhörTECHNIKEN. Also Erfindungen.
    Meine Empfehlung: Kläre weiterhin über den Wahnsinn des Islam auf und schärfe die Sinne der Erfinder. Laß das Christentum ruhig seinen Weg in die Bedeutungslosigkeit gehen.

  • Mein lieber DrB,lass mich Dich so nennen.
    Ich verfolge diesen Weg mit Christus von meinem 27-sten Lebensjahr, also seit 46 Jahren außerhalb aller von Gott ab gefallenen und von Ihm verworfenen Religionen, Kirchen, Tempeln,
    Gemeinden, Sekten und den „Evangeliums“-Missionen, die den Menschen die Freiheit der Kinder Gott versprechen obwohl sie selber, vom Kleinsten bist zu dem größten, selbst noch Knechte der Sünde sind. Steht auch in der Bibel und wurde mir so offenbart.
    Einzelne Apologeten der chritslichen Wahrheit mag es geben, doch der große Haufen, kannst vergessen.
    Doch was das ewige Leben und deine Frage betrifft, will ich Dir mit den Worten des Apostel Paulus antworten, denn wenn ich nur von meinen Offenbarungen reden würde, würde man meinen, ich predige mich selbst und stelle mich in den Focus, wie man heute einen Menschen bezeichnet, der sich in allen Dingen selber meint.

    Paulus schreibt was das ewige Leben betrifft und ihre Schönheit und Herrlichkeit:
    „Was kein Auge gesehen hat und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die Ihn lieben, UNS (Wiedergeburtschristen) aber hat es Gott offenbart durch seinen Geist, denn der Geist Gottes erforscht alle Dinge, auch die Tiefen der Gottheit“. 1.Korinther 2, 9-10
    Klammertext ist von mir zur besseren Verständnis.
    Ich kann darum mit allen wahren und echten Christen von Anfang der wahren urchristlichen Gemeinden sagen:
    Auf alles kann ich hier auf Erden verzichten oder, in seinem Geist und Macht überwinden seit diesen Tagen und Stunden meiner Wiedergeburt für Gott, wo mir die inneren Ohren und Augen geöffnet wurden,
    aber nicht auf Christus, dem Logos Gottes und Sohn des Allmächtigen, der da kommt zu Richten die geistig Lebenden und die Geistig Toten.
    Der mir seit den Tagen eine immerwährende, geistige, heilige Verbindung, Vereinigung und Gemeinschaft ist mit Gott dem Vater, der nun mein Begleiter ist auf den letzten Tagen,Wochen, Monate und Jahre meines irdischen Lebens zu dem Reich das ewig währt und keiner Veränderung unterworfen ist wie die Reiche der natürlichen, ungeistigen Menschen und Sünder dieser Erde.
    DRB, bleib treu dem von Gott in einem jeden Mensch, gleich wie viel er gesündigt hat, Gottes Gnade und Vergebung reicht allen Menschen und Sünder, so sie Christus aufnehmen in ihr Inneres und mit IHM rechnen täglich bei ihrer stillen und schweigenden Andacht vor seinem Angesicht.
    Konzentration führ zum Leben,
    Zerstreuung führt zum Tod, leiblich wie geistig.

  • @ Peter S.

    „Auf alles kann ich hier auf Erden verzichten… aber nicht auf Christus.“

    Kannst du auch auf den Zahnarzt verzichten, wenn du wahnsinnige Zahnschmerzen hast? Kannst du auch auf den Krankenwagen verzichten, wenn du einen Unfall hattest und mit gebrochenen Knochen auf dem Asphalt liegst? Ja, all das kannst du alles. Weil du Christus hast. Aber kannst du auch auf dein Geschwätz verzichten, weil ich dich verlogen finde? Ich wette, das kannst du nicht.

  • Dox, das war grenzwertig. Wenn er Dir auf den Keks geht, kommentiere es doch einfach nicht.

    Übrigens gibt es den Beruf des Zahnarztes noch nicht so sehr lange. Früher war der Barbier für kranke Zähne zuständig. Jeder Patient ein Märtyrer. 😀

  • DrBs Frage, die lautete: Was ist am ewigen Leben erstrebenswert?, ist für ihn auch nicht zufriedenstellend beantwortet worden. Eventuell noch mal präzisieren.

    Ansonsten, die Jenseitsgewandtheit und die Freude auf das Post Mortem scheinen nicht ganz ungefährlich zu sein. Würde gerne mal von unseren moslemischen Freunden dazu was hören, dbzgl. Fragen wurden als ungehörig empfunden, LOL, insofern danke ich Hr.Semenczuk natürlich für seine freundliche Auskunft.

  • hmmm… irgendwie gibt es Ähnlichkeiten zwischen den Aussagen, die christliche Fundis und islamische Rechtgläubige in diesem Blog gepostet haben.

    Anscheinend gehen diese Leute davon aus, daß man die jeweilige Heilige Schrift immer nur als wortwörtliche Gebrauchsanweisung des betreffenden Gottes zu verstehen habe.

    Jeder, der sich regelmäßig mit Gebrauchsanweisungen herumschlägt weiß, daß die nix taugen – da kann man gleich versuchen, das koreanische Original zu entziffern.

    Religion und Glaube sind aber keine Haushaltsgeräte!

    Ich empfehle das Buch von Papa Benedikt XVI „Jesus von Nazareth“.

    Die Beschäftigung mit Religion und ihren Schriften ist ein Dialog, den der Leser über die Zeiten mit den Verfassern der Schriften führt. Für gläubige Menschen also ein Dialog mit Gott.

    Erst aus diesem Prozess von Rede und Gegenrede (den eigenen Gedanken des Lesers) lassen sich Schlüsse ziehen und Entscheidungen treffen. Eben nicht aus dem Buchstaben an sich.

    Aber wahrscheinlich ist der Papst deshalb so verhasst, weil er eigenständiges Denken voraussetzt – das passt nicht jedem, auch evangelikalen Christen nicht.

  • Apokryphe, heute am 12. 12. 08 lese ich dein Kommentar und möchte ihn beantworten:
    1.“Eigenständiges Denken“ wie Du und der Papst es nennt, hat Adam und Eva, den Abfall vo nGott und Rausschmiss aus dem Garten Eden eingebracht. Lese!
    Du kannst an den Papst glauben, doch er hat keine Kraft noch Glauben zur vollkommener ERlösung von allen seinen Sünden, es sei denn sagt Christus,dass er von neuem geboren ist.
    2.“Eigenständiges Denken“ hat viele Könige und Propheten Gottes, den Abfall und Verwerfung Gottes eingebracht unter dem Alten Testament, hier denke ich besonders an den König Saul. Lese!
    3. Eigenständiges Denken“ hat die anmaßenden und selbstberufenen Pharisäer mit ihren Schriftgelehrten zu Jesu Zeit,
    zu den ärgsten Feinde Gottes und Christi gemacht, denen Jesus Christus in Johannes 8, sagte, dass sie den Teufel als Vater haben und nicht den wahrhaftigen Gott.
    4. Eigenständiges Denken“ hat den Judas Ischariot, zu einem Dieb und Teufel gemacht sagt Christus, weil er wider das Gebot Jesu Christi sündigte, das Christus allen seinen, von ihm berufenen Jüngern geboten hat:“UMSONST habt ihr die Lehre und Theologie von mir empfangen, umsonst gebt es auch“! Matthäus 10, 8
    5. „Eigenständiges Denken“ hat Ananias und Saphira zum Gotteslügner gemacht, denn sie wollten Gott und die Aposteln täuschen wegen ihrem Grundstücksverkauf und seinem Erlös.
    Apostelgeschichte 5,
    6. „Eigenständiges Denken“ hat den „Simon den Zauberer“ auch in der Apostelgeschichte, zu einem Habsüchtigen und Geldgierigen
    Menschen gemacht als er sah:“Da aber Simon sah, dass der Heilige Geist gegeben ward, wenn die Apöostel die Hände auflegten, bot er ihnen Geld an und sprach:“Gebt mir auch die Macht, dass, so ich jemand die Hände auflege, derselbe den Heiligen Geist empfange.
    Petrus aber sprach zu ihm:Dass du verdammt werdest mit deinem gelde, darum dass du meinst, Gottes Gabe werde durch Geld erlangt! Apostelgeschichte 8, 17 an
    7. „Eigenständiges Denken“ hat die wahre Kirche und Gemeinde des lebendigen Gottes und seinem Christus, gleich nach dem Entschlafen der ersten Glauben und Christuszeugen, durch anmaßende und selbstberufene „Autoritäten der agierenden und von Gott abgefallenen Religionen, Kirchen, Tempeln, Gemeinden, Sekten und Misisonswerke gespalten und sie in Sekten und
    Synagogen/d. h. Schulen des Satans gespalten, schon zu Zeiten der urchristlichen Gemeinden(Offenbarung kapitel 2, und 3,) und spaltet sie bis heute so, dass wir in Deutschland und Europa, weit über 600 verschiedenen solche, von Fleisch und Blut, organisierte
    Institutionen haben, die wohl alle, die Bibel als Grundlage ihrer Verkündigung haben, aber wo bleibt der Heilige Geist?,
    1.der sie alle unterrichten. lehren und trösten soll?
    2.der sie mit dem Geist Christi und seiner Gesinnung und Charakter erfüllen soll? Römerbief 8,
    3.der ihnen durch den Allerheiligsten und Alleinseligmachenden Glauben, der eine Gabe Gottes und eine Frucht des Heiligen Geistes ist, ihnen Sieg über Sünde, Tod und Teufel gibt in der Nachfolge Jesu Christi?
    4. Durch diesen wahren Glauben, sie vom Tode zum ewigen Leben, Verbindung, Vereinigung und Gemeinschaft mit Gott jetzt haben und durch gedrungen sind sagt Christus. Johannes 5, 24
    5. Durch diesen Glauben wie Christus und die Schrift sagt, so sie ihn haben, werden Ströme des lebendigen Wasser fließen von ihrem Leibe“! Johannes 7, 38-39
    6. Durch diesen wahren Glauben, sie, die wahren Christen, nicht
    nur den Heiligen Geist in ihrem Innern wohnend haben, sondern auch, das wahre Wort Gottes“! Johannes 5,38
    „Johannes schreibt in seinem 1. Hirtenbrief:“Denn der in euch ist, ist größer, als der in der Welt ist“( und von anmaßenden Menschen und falschen Propheten gepredigt wird. 1. Johannesbrief 4, 2-6
    Meditiere vor Gott und lass es Dir offenbaren von IhM, wen wohl Johannes damit gemeint hat? So weit bis heute.
    Peter Semenczuk
    Autor und Herausgeber christlich- theologischer Publikationen im Internet und Selbstverlag: UMSONST, wie Christus seinen Jüngern geboten hat! Matthäus 10,8/ Apostelge, 3, 6 /1.Korinther 9, 12-18

  • @ petersemenczuk:

    Eigenständiges Denken hat dazu geführt, dass wir nicht mehr im Lendenschurz herumturnen oder uns von Ast zu Ast schwingen. Wenn ich auf der Integrität des christlichen Glaubens bestehe, dann heißt das nicht, dass ich das Denken abschaffen will. Ein Glaube, der nicht durch Vernunft gebändigt wird, ist aus meiner Sicht Fanatismus. Wenn Du Christus nachfolgen willst – und ich glaube, Du willst das -, dann nimm Dir ein Beispiel an seinem unorthodoxen, vernunftgeleiteten und eben nicht buchstabengläubigen Umgang mit den damals vorhandenen heiligen Schriften.

  • Manfred,
    es heißt bei den Wiedergeburtschristen von Anfang des Urchristentums:“Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes, es ist ihm eine Torheit“. 1. Korinther 2, 14
    Und wenn der natürliche Mensch nichts vernimmt vom Geist Gottes,
    So vernimmt er auch nichts von Gott, dem wahren Schöpfer- Gott und Schöpfer- Geist es Universums, der Kreaturen und des Menschen.
    Dieser wahrhaftige Gott, die Summe allem Guten auf Erden,
    ist GEIST und ist Körperlos.
    Und wer als natürlicher und ungeistiger Mensch, die Bibel mit all ihren niedergeschriebenen Zeugnissen von Anfang an verstehen will, muss erste geistig gerichtet werden heißt es weiter.
    Der Mensch muss zuerst kommen zu dem Geist, der die Autoren
    der Schriften in der Bibel, getrieben hat so, dass sie die Bibel haben schreiben könen.
    Gottes Geist- ist NICHT der Geist der Menschheit und der Welt,
    Gottes Weisheit- ist Nicht die Weisheit der Menschen und der Welt,
    Gottes Wahrheit- ist Nicht die Wahrheit der Menschenund der Welt,
    U.S.W. Warum?
    Weil sie von Adam und Eva, alle im geistigen Abfall leben und darum Fleisch geworden sind,(1.Mose)
    ausgestattet mit einem Litermaß „Denkvermögen“, das nun die menschliche, weltliche Wissenschaft und Weisheit versucht, durch ihre Erziehungsmethoden, Kindergärten, Schulen, Berufsschulen und Universitäten zu weiten.
    Wohl ist ein jeder natürliche Mensch, Träger und Inhaber des göttlichen Funken in seinem Gewissen, doch wer hat diesen Funken jemals so entfachen können auf der Erde zu einem Licht, doch nur die,
    die dem wahren geistigen Licht der Welt folgen, welches ist Jesus Christus, HERR und GOTT!
    Gott sagt in einer Weissagung im 21-ten Jahrhundert:
    „Keine der zur Zeit, von anmaßenden und selbstberufenen religösen Menschen orgnisierten Religionen, Kirchen,
    Tempeln, Gemeinden, Sekten und Misisonswerken
    kann sich mit den ersten, von Christus berufenen und zubereiteten
    Jünger, Aposteln und Propheten vergleichen, noch auf die selbe Stufe stellen“.
    Wünsche Euch, erleuchtete Augen und den Geist der Wahrheit und der Erkenntnis des lebendigen Gottes in Eurem Innern, denn Christus allein ist der Weg und die Tür in das Reich Gottes und zu dem unergänglichen Leben, in der Herrlichkeit des lebendigen Gottes.“Wer woanders einsteigt sagt Christus, der ist ein Dieb und ein Mörder“! Johannes 10, 1-9

  • Amen.

    Und nun sei bitte so nett und lass‘ es damit gut sein.

  • Es scheint nicht so verkehrt gewesen zu sein, dass die Kollegen vom Baum der Erkenntnis gegessen haben.

  • manomann, da braucht man ja einen Übersetzer um die Gedankenergüsse eines Bruders Semenczuk zu verstehen… Ein Vollblut-Evangelist der 50er Jahre und heute für die Generation 70+, oder auch für die Entwicklungsstaaten wo das Denken in der Breite noch nicht kultiviert ist.
    Es tut mir leid lieber Peter, aber DU tust dem Evangelium von Christus keinen Gefallen, wenn Du salbungsvoll und abgehoben daherredest. Wer nicht versteht, wie sein Gegenüber denkt, kann auch nicht predigen. Es macht mich wütend, dass sogar die Schriftzitate in der Einbettung Deiner Worte herabgesetzt und ins lächerliche gezogen werden.
    Dabei ist die Schrift, richtig verstanden und ausgewogen praktiziert, das verkannte Mittel, welches sogar jedem einzelnen auf individueller Ebene in einer totatl indivdualisierten und hedonistischen Gesellschaft helfen könnte.

  • Bei mir hat ein Frömmler eine ganz starke Gegenreaktion ausgelöst, als er mir den größten BS aller Zeiten emphatisch ans Herz gelegt hat. Nämlich „das aramäische Vaterunser“.

    So einen Etikettenschwindel habe ich überhaupt noch nie gesehen. Da hat sich irgendein ganz Schlauer hingesetzt, den ganz normalen aramäischen Text vom Vaterunser genommen und ihm eine pseudo-christlich-esoterisch-einfühlsame Übersetzung gegeben. Und damit hausieren jetzt augenaufschlagende, sanftmütig murmelnde Pseudo-Christen in ihren Gemeinden. Man kann natürlich jede Menge Merchandise erwerben zum Thema.

    Es ist aber das ganz normale Vaterunser, nur entsetzlich verfälscht beim Übersetzen. Für Leute, die kein Aramäisch verstehen, eine wahre Erleuchtung.

    Man kann sich den Quatsch hier angucken:
    http://www.bunkahle.com/Aktuelles/Religion/Aramaeisches_Vaterunser.html

    Wer meint, er kann an der Originalübersetzung rumdoktern und ihr seinen schimmernden, atmenden, wachsenden, klärenden und klingenden Eso-Kitsch überziehen???

    Aber wirklich, manchmal glaube ich, man kann Christen den letzten Mist andrehen.

    „Oh Du, atmendes Leben in allem, Ursprung des schimmernden Klanges. Du scheinst in uns und um uns, selbst die Dunkelheit leuchtet, wenn wir uns erinnern.“

    Wer würde das lieber beten als „Vater unser, der du bist im Himmel“???? Also ich bestimmt nicht. Ich weiß nicht, was der Autor genommen hat, daß die Dunkelheit so leuchtet… aber ich rate vom Genuß ab.

  • Manfred,

    ich halte nichts von Solidarität mit Frommen, die Jesus mehr brauchen als Friseusen, auch wenn sie der Feind meines Feindes sind. Ich möchte mit ihnen nichts zu tun haben. Oder kannst du etwa auf den Barbier verzichten, weil du Jesus hast?

  • Lila,

    „Aber wirklich, manchmal glaube ich, man kann Christen den letzten Mist andrehen.“

    Nicht Christen kann man den letzten Mist andrehen sondern dem modernen Menschen solange es nur eben nicht christlichlich ist (und diese Pseudo-Übersetzung hat ja nichts christliches mehr an sich).

    Ein gläubiger Christ wird sich jedoch mit dem Vater Unser so wie es schon immer richtig übersetzt wurde und keinen Esoterikschwachsinn annehmen.

    Es ist letztlich das gleiche Phänomen wie Erich von Däniken oder Dan Brown.

    „Oder kannst du etwa auf den Barbier verzichten, weil du Jesus hast?“

    Ich sehe den Widerspruch zwischen beiden nicht, aber ja: auf den Barbier kann man ohne weiteres verzichten (wer geht denn zum Barbier?) und auf den Friseur zur Not ohne Probleme auch. Schließlich sind das keine Grundbedürfnisse.

  • „Oder kannst du etwa auf den Barbier verzichten, weil du Jesus hast?“

    Ähm, Moment. Ja, ich halte das so. Kein Schermesser kommt an mein Haupt :)

  • Einfach die Haare wachsen lassen, Zopf und dann zweimal im Jahr ein paar cm weg.
    Die Fresse muss aber stimmen, sonst kommts schwul rüber.

  • „Ich halte nichts von Solidarität mit Frommen, die Jesus mehr brauchen als Friseusen, auch wenn sie der Feind meines Feindes sind.“ –

    Es ist jetzt ungefähr ein Jahr her, dass ich mich in dem Beitrag „Christlicher Fundamentalismus“ mit diesen Frommen auseinandergesetzt habe. Inzwischen habe ich mich mit dem Islam (der schon im nichtfundamentalistischen Normalbetrieb ein mörderisches Wahnsystem ist) so intensiv beschäftigt, dass ich christliche Fundamentalisten richtig zu schätzen weiß.

    Auch wenn ich anderer Meinung bin als sie: Sie morden nicht, und sie drohen auch nicht damit. Schlimmstenfalls erzählen sie einem Dinge, die man nicht hören will, aber damit kann ich leben. Vergleiche die Kommentare von Bruder Peter mit denen von Hammad.

  • ohwe.. Bruder S. ist ja wirklich etwas salbungsvoll, aber vielleicht sollte es mal gut damit sein, daß sich Atheisten und Christen jetzt wieder tagelang im Kommentarbereich in den Haaren liegen.

    Es gibt dringlichere Probleme.

    Grundsätzlich haben doch alle gelernt, hier in Europa friedlich nebeneinander zu leben.

    Und: die christliche Prägung der europäischen Kultur kann man nunmal nicht verleugnen.

  • Aktuell empfehle ich die Diskussion auf der Achse-des-Guten um diese „Islamophobie=Antisemitismus“ Konferenz von Dr. Benz.

    Die Gastbeiträge der letzten Tage dort schenken sich nix… gerade Alan Posener hat einiges geschrieben, was man nicht einfach so beiseite schieben kann.

    Auf alle Fälle eine sehr interessante Debatte dort.

  • > Inzwischen habe ich mich mit dem Islam (der schon im nichtfundamentalistischen Normalbetrieb ein mörderisches Wahnsystem ist) so intensiv beschäftigt, dass ich christliche Fundamentalisten richtig zu schätzen weiß.

    Kann man wohl sagen. Ich weiß auch nicht warum manche, wenn es um den Islam bzw. islamisch motivierte Terrortaten geht, immer mit dem Christentum kommen müssen. Das ist ja manchmal geradezu zwanghaft.

    Zur Achgut-Debatte: Der Vergleich Antisemitismus-Islamophobie (ein undefinierter Begriff, eine offene Begriffswelt so zu sagen, also ein Kampfwort, letztlich sind alle Islamkritiker gemeint) ist in hohem Maße beleidigend. So in etwa wie der Vergleich zwischen Israel und NS-Deutschland oder zwischen Bush und Hitler (Däubler-Gmelins letzte Worte).
    Posener ist auf dem falschen Dampfer, die anderen haben sich über ihn dann auch massiv geärgert.
    Wenn es um rassistisch begründete Moslemkritik geht, no prob, die ist zu verurteilen und von mir aus – wenn es denn unbedingt sein muss – mit dem Antisemitismus vergleichbar, aber warum nennen die „Vorurteilsforscher“ (jeder kann sich denken, was ich von diesen Brüdern halte) das dann nicht so? – Genau, alle Islamkritiker sollen getroffen werden.

  • Bin grad über diesen Brief gestolpert. Eine Gehirnweide!

    Nägelin auf die Köpfinnen – aber nur mit der Hämmerin des klitzekleinen Empörchens*, würde ich mir, zutiefst unhämisch, erlauben zu bemerken!

    Mich beschäftigt jetzt sehr:
    Wie resonierte es denn von der PersonIn KäßMännin?

    Wäre eine kurze Anmerkung dazu möglich?

    *(damit ist nicht die Verkleinerungsform der anderen Pore, also der Em-Pore gemeint.) 😳

  • Ich hatte es oben verlinkt, aber ich gebe Dir gerne nochmal die Adresse:

    http://www.bibel-in-gerechter-sprache.de/gif/chrismon_Kaessmann_Okt06.pdf

  • Inzwischen gibt es passend zur Bibel in (selbst)gerechter Sprache auch noch die »Grüne Bibel«. Kein Scherz:
    http://www.geiernotizen.de/gruene-bibel

  • Manfred:
    Ich erwäge seit einiger Zeit ernsthaft, zum Katholizismus überzutreten.

     
    Das kommt mir vor wie Selbstmord aus Angst vor dem Tode — in diesem Falle geistlicher Selbstmord aus Angst vor dem geistlichen Tode.
     
    Katholizismus ist keine Lösung.

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