Non veni pacem mittere sed gladium. (Mt 10,34)
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Ich lege mich fest: Der vierundvierzigste Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika wird Barack Hussein Obama heißen. Obama hat drei Schwächen, auf die die Republikaner sich einschießen werden: Seine Unerfahrenheit, sein Gutmenschentum und seine Hautfarbe.

Letztere ist zwar nicht an sich eine Schwäche – wenn die Republikaner Colin Powell oder Condoleezza Rice nominiert hätten, hätten wohl nur eingefleischte Rassisten ein Problem damit gehabt -, sie wird aber zur Schwäche durch seine Herkunft aus einem politischen Milieu, in dem Rassismus gegen Weiße und Hass gegen das eigene Land zum guten Ton gehören. Die Predigten seines väterlichen Freundes Jeremiah Wright sprachen Bände, zumal Obama solchen Reden Jahre um Jahre zugehört haben muss, ohne zu protestieren oder sich abzuwenden. Allein Wrights letzter Auftritt in Washington hätte Obama das Genick brechen müssen. Hat er aber nicht. Ähnlich wie Ronald Reagan scheint Obama teflonbeschichtet zu sein – alles gleitet an ihm ab.

Das Gutmenschentum – also die Neigung zu Dialog, Diplomatie, Multilateralismus: Kann so jemand ein Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte sein? Ich fürchte, nach acht Jahren Bush lässt sich aus solchen Überlegungen kein Wahlkampfknüller mehr gewinnen.

Seine Unerfahrenheit: Die hat schon Hillary Clinton auszuschlachten versucht („Nachts um drei im Weißen Haus klingelt das Telefon. Irgendwo auf der Welt braut sich eine bedrohliche Krise zusammen. Wer, meinen Sie, sollte jetzt im Weißen Haus den Hörer abnehmen?“), mit einem gewissen Erfolg, der aber nicht durchschlagend war.

Schwächen also hat er, aber sie scheinen seine Stärken nicht aufzuwiegen: Obama ist ein phantastischer Redner, einer, dem durchaus so etwas wie eine Gettysburg address zuzutrauen ist; er hat das Charisma eines Messias; und seine Botschaften – change! Yes, we can! – sind so uramerikanisch, dass sie auf eine Nation wie die amerikanische mit ihrer unerschöpflichen Bereitschaft, Neues zu wagen und sich selbst neu zu erfinden, einfach unwiderstehlich wirken müssen. McCain sieht dagegen buchstäblich alt aus.

Der vierundvierzigste Präsident der Vereinigten Staaten wird also Barack Obama heißen. Ist das eine gute oder eine schlechte Nachricht?

Zunächst wird dem Antiamerikanismus eine Weile das Maul gestopft werden: Ein Amerika, das von einem Schwarzen regiert wird, genießt allein deshalb schon den Schutz der Political Correctness, wenigstens eine Zeitlang. Und wahrscheinlich haben auch die Kommentatoren Recht, die glauben, dass Amerika unter den Bewohnern der Dritten Welt ebenso an Sympathien gewinnen wird wie in Europa. In der Dritten Welt, weil der US-Präsident dann aussieht „wie wir“ und vielleicht weniger „imperialistisch“ sein könnte. In Europa, weil man dort genau das erwähnte Gutmenschentum schätzt.

Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder enttäuscht er diese Erwartungen, dann wird die Sympathie schnell dahin sein. Oder er erfüllt sie. Dann wäre das die schlechte Nachricht.

Den meisten Europäern ist nicht bewusst, dass sie sich ihren eigenen Pazifismus nur deshalb leisten können, weil Amerika eben nicht pazifistisch ist. Obama will mit Allen reden: mit dem Iran, mit Syrien, wahrscheinlich auch mit der Hamas und der Hisbollah. Ist er sich wirklich bewusst, dass diese Leute Feinde seines Landes sind? Ist er sich darüber im Klaren, dass Israel die Zwölf auf deren Zielscheibe ist? Dass es die exponierte weiche Kinnspitze des Westens ist, ungefähr das, was im Kalten Krieg West-Berlin war? Weiß er, dass der, der eine Politik des „Wandels durch Annäherung“ versucht – etwa gegenüber dem Iran -, an einem Abgrund namens „Appeasement“ balanciert, und dass es großer Staatskunst bedarf, da nicht abzustürzen? Und verfügt er über diese Staatskunst – Stichwort „Unerfahrenheit“? Eine Annäherung an den Iran liegt im Bereich des Möglichen, aber nicht in dem des Erfreulichen. (Siehe auch meinen Artikel „Wie vertrauenswürdig ist Amerika?“)

Barack Obama ist bisher nicht mehr als eine Projektionsfläche. Wir wissen nicht, was er tun wird, wir wissen nur, was er symbolisiert: Antirassismus, Multilateralismus, Multikulturalismus, multireligiösen Hintergrund. Ich gebe zu, dass mir nicht wirklich wohl bei dem Gedanken ist, dass der mächtigste Mann der Welt ausgerechnet Hussein heißt und in seiner Kindheit in Indonesien eine islamische Schule besucht hat. In der islamischen Welt wird ihm das Sympathien einbringen – wahrscheinlich wird in Kürze irgendwo eine Fatwa auftauchen, die ihn zum Muslim erklärt, wie Goethe und Wilhelm II. -; hoffen wir, dass er nichts tut, sich diese Sympathien zu verdienen.

Antirassismus ist auch so ein Punkt, bei dem ich nachdenklich werde: Der „Kampf gegen den Rassismus“ wird mittlerweile zur Parole, unter der in Wirklichkeit ein Kampf gegen die westliche Demokratie geführt wird. (Und wieder verweise ich auf einen meiner Artikel: „Ist das schon rassistisch?“). Was, wenn nicht mehr die Ohnmacht der UNO, sondern die Macht der USA hinter Kampagnen steht, mit denen europäische Staaten eingeschüchtert werden sollen?

Obama ist ein ungewöhnlich sympathischer Politiker, und er ist Idealist. Ein Mann, der das gute Amerika verkörpert. Wie Woodrow Wilson. Wie Jimmy Carter. Es könnte sein, dass ein weniger sympathischer US-Präsident besser für die Welt wäre.

Natürlich kann es sein, dass ich Gespenster sehe. Vielleicht hält Obama wirklich die Balance zwischen Idealismus und Realismus. Vielleicht schwächt er wirklich die antiwestliche Feindschaft weltweit, und damit auch die Feinde des Westens. Vielleicht verändert er wirklich die Welt zum Guten.

Ich meine das gar nicht so hypothetisch, wie es vielleicht klingt. Er ist ein Politiker von außergewöhnlichem Format. Er hat die Chance, der beste Präsident zu werden, den die USA jemals hatten.

Oder der schlechteste.

21 Antworten auf Die Obama-Lotterie

  • Der “Kampf gegen den Rassismus” ist längst zur Parole geworden, hinter der sich in Wirklichkeit der sattsam bekannte Kampf gegen den Kapitalismus versteckt. Das gleiche gilt für Ersatzbegriffe wie Fremdenhass, Islamophobie, … bis hin zum beliebten Konstrukt Neoliberalismus. Das haben wir an anderer Stelle bereits diskutiert.

    Die Methode bietet diverse Vorteile, insbesondere die Tatsache, dass man unter scheinbarer Anknüpfung an allgemein akzeptierte bürgerliche Normen und Werte angreifen kann, ohne selbst in Gefahr zu geraten, angegriffen zu werden. Derart gelingt es, wie du es im anderen Artikel ausführst, nicht mit Argumenten, sondern mit moralischer Verdammung kämpfen zu können und zugleich gerät das eigene politische Wollen jenseits der Betrachtung. Man wird derart unangreifbar. Die Übernahme der Methode ist übrigens auch einer der Gründe für den unerwarteten Erfolg der SED.

    Der scheinbar antirassistische Kampf ist längst ein rassistischer geworden. Angeklagt wird stets nur eine Gruppe. Handlungen, Einstellungen, Zielvorstellungen und Praktiken anderer Gruppen, welche den meist in der Vergangenheit liegenden der eigenen ähneln, gleichen, oder diese gar noch übertreffen, werden nicht wahrgenommen und das Wahrnehmen derselben wird bereits diffamiert.

    Schliesslich kommt es zu der von Wolf Biermann erwähnten vormundschaftlichen Verachtung. Der zeitgenössische westliche Rassist verleugnet die Unterschiede der Kulturen nur zum Schein, denn in Wirklichkeit nimmt er sie sehr wohl und derart wahr, dass er erwartet, dass man an diese Gruppen, welche man – wie Wolf zutreffend formuliert – in Wirklichkeit für unmündige Menschen dritter Klasse hält, an die man keine aufklärerisch-humanen Maßstäbe anlegen darf.

    Im Lauf der Zeit entstand derart bei den meisten Bürger westlicher Nationen ein innerer Zwang gewisse Nationen, Kulturen, Religionen, Personen und Handlungen zu unterstützen, andere dagegen zu diffamieren, welcher heutzutage Obama zum Erfolg verhilft. Es sind in ihrer Mehrheit gar nicht einmal unbedingt links eingestellte Bürger, welche einem inneren Zwang folgend, durch offen zur Schau gestellte Unterstützung Obamas die zwanghaften Abgrenzung von einer stigmatisierten Gruppe sich selbst und der Welt unter Beweis zu stellen.

    Dem in die Köpfe und Herzen der meisten Bürger erfolgreich eingepflanzten innere Trieb zur zwanghaften Abgrenzung von einer imaginären Gruppe „Rechter“ folgend, erfährt Obama von eben diesen Gruppen keine seinen Worte und Taten geschuldete Unterstützung, sondern seine Hautfarbe ist der Grund des Erfolgs. Die Wahrnehmung der Menschen durch die Rassebrille wurde folglich nicht beseitigt, sondern noch verschärft.

    Wie dünn das Eis des scheinbaren Antirassismus wirklich ist, zeigt das Beispiel des Ausbleibens der Israelsolidarität und die Hinwendung zum islamischen Aggressor bei einer zunehmend grösser werdenden Gruppe westlicher Menschen. Insbesondere in der BRD dient der Begriff des Antisemitismus den Linken dem Ausschalten unliebsamer politischer Kontrahenten. Typischerweise sind es die Chefankläger selbst, welche zugleich den Israelis die Solidarität verweigern und so kommt es schliesslich, dass die ursprünglich links eingestellte Jüdischkeit sich plötzlich und unerwartet in einem Boot mit modernen Konservativen wiederfindet, welche aus der Geschichte gelernt haben.

    Ich dachte in den 1960ern stets, dass sich unser Kampf gegen den Rassismus generell und nicht nur dem der Deutschen und der „Weissen“ richtet. Damals hätte ich mir nicht vorstellen können, dass man jemals von mir erwarten würde, rassistische und nationalistische Tendenzen westlicher Nationen anzuprangern, derartige von türkischen, islamischen und anderen Kulturen dagegen zu verschweigen oder gar zu weisswaschen. Ich hätte mir auch nicht vorstellen können, mich jemals vor den Karren einer antidemokratischen und reaktionären Agenda spannen zu lassen, wenn diese einer Kultur zugehörig ist, welche nicht westlich ist.

    Zwischenzeitlich habe ich mich schon oft gefragt, ob ich damals in den 1960ern etwas grundlegend falsch verstanden habe. Jedoch die Erinnerung an die herrlichen Zeiten, als wie Jugendlichen uns gegenseitig nun wirklich völlig losgelöst der Herkunft wahrnahmen und wir alle zusammen ebenso völlig losgelöst der Herkunft von den christlichen und jüdischen Spiessereltern mit Wortgleichen Vorwürfen und Inhaltsgleichen Unterstellungen verdammt wurden, gibt mir die Gewissheit, dass ich zu den letzten Mohikanern gehöre, welche die damalige Botschaft noch authentisch vertreten.

    Verglichen mir den lichten Höhen, welche wir damals auf allen Gebieten erreichten, ist die jetzige politische Realität nichts als ein gigantischer Rückschritt. Wir hätten damals Obama auch nicht unterstützt, nur weil er eine dunkle Hautfarbe hat. Wir liebten Jimi Hendrix schliesslich einzig wegen seiner genialen Art Gitarre zu spielen. Dessen Hautfarbe war uns dabei nun wirklich genauso scheissegal, wie die Herkunft Peter Greens.

  • Und so kommen wir zu dem entscheidenden Punkten: Obama wirkt zumindest auf mich und viele andere schlicht und einfach anständig! Er hat seine Möglichkeiten genutzt und sich sehr viel selbst erarbeitet und das nicht auf die einfache Tour. Er kann zuhören und verstehen. Nicht wenige seiner Stellungsnahmen (kein Irakkrieg, keine Teilnahme der Hamas an den Wahlen, working poor) waren richtig. Wird er als Präsident Fehlentscheidungen treffen? Sicher, alles andere wäre höchst erstaunlich. Wird er scharf an der Wahrheit und an alten Überzeugungen vorbeireden? Das ist alles nicht ausgeschlossen. Wichtig ist aber, zu welchen Ergebnissen dies führen würde und ob es die Situation verbessern könnte.
    Du hast das Problem der Projektionen angesprochen, welches unser Denken oft beeinflusst. Gerade deshalb sollte man Spielereien a la bester oder schlechtester Präsident den Historikern zukünftiger Generationen überlassen und das alles weniger überzeichnen, als es durch den bloßen Fakt des ersten nichtweißen Präsidentschaftskandidaten ohnehin schon ist. McCain ist m.M. ein sehr respektabler Kandidat und gegenüber Hillary wäre er, so ich dort wählen dürfte, wahrscheinlich sogar meine Wahl. Hillary hat zwei große Schwächen: Sie ist zu sehr von sich überzeugt (und daher oft kompromissunfähig) und sie polarisiert zu stark. Obama kann wahrscheinlich das, was nicht viele können: vereinen und zu neuen Herausforderungen führen. Richardson beschrieb die Möglichkeit und Chancen seiner Kandidatur mit den Worten „once in a lifetime“, das ist natürlich, schließlich ist Wahlkampf, auch nicht wenig, passt aber schon besser.
    Ansonsten haben Länder Interessen, die wird Obama nicht weniger vertreten, als andere Präsidenten vor und nach ihm.

    Schönes Wochenende!

  • … interessant ist die Berichterstattung in den deutschen Medien: Obama, Obama, Obama … ein bischn dat Hillary in der Zickenrolle.

    Gibt es eigentlich noch andere Kandidaten?

  • @Apokryphe. Ja genau so kommen die „Expertenmeinungen“ zustande 😉

  • Obama ist in keiner Weise „anstaendiger“ als andere Politiker. Wie er sich zunaechst hinter Wright gestellt hat, um ihn hinterher dann doch oeffentlich fallen zu lassen, ist kein Beispiel von politischem Anstand. In derselben Rede, als er Wright noch verteidigte, bezichtigte er seine weisse Grossmutter des Rassismus, allem Anschein nach voellig zu Unrecht. Das soll Anstand sein?

    Obama haette das Zeug, ein grosser Praesident zu werden, wenn er diese Wahl verliert und in 4 bis 12 Jahren noch einmal antritt…

  • Ich bin nicht so sicher, daß Barack Obama es letztendlich schafft. Es gibt den Wahlkabinen-Effekt, wo der Wähler dann doch nicht den Schwarzen-Jungen-Unerfahrenen oder die Frau wählt, sondern den WASP.

    Ich glaube, das Rennen ist noch lange nicht gelaufen.

    Ich halte Obama für genauso gerissen wie alle anderen Politiker auf dieser Höhenlinie auch, so weit kommt man mit Anstand und Naivität nicht. Er ist charismatisch, und er erzählt jedem, was er hören will. (Stichwort „Jerusalem“ – da mußte er aber schnell wieder zurückrudern). Vielleicht ist er ein bißchen Gefangener seines eigenen Charmes?

    Daß die lieben Europäer ihre eigenen pazifistisch-fundamentalistischen Phantasien auf den Mann projizieren, dürfte einige Probleme mit sich bringen. Es sei denn, Obama macht den Carter. Dann können wir uns schon mal mit dem Entwerfen unserer Grabinschriften die Zeit vertreiben.

    (Oh, und auch Carter ist nicht naiv.)

  • Mit Anstand meinte ich seinen Lebenslauf.

    Nach meiner Lesart hat Obama in seiner Rede Wright erklärende Brücken bebaut, die Wright wiederholt verbrannt hat, bevor er sie betreten wollte. Wäre es anständig den Pastor, der seine Kinder getauft hat, sofort in die Wüste zu schicken? Er hat ihm einige Chancen gegeben, irgendwann war der Krug zerbrochen. Wenn man den Statistiken glauben kann, passiert Vergleichbares in jeder zweiten Ehe!

    Fakt ist, dass sich in Obamas Reden nichts von Wrights Worten findet.

    Und wie er seine Wahlkampfprobleme behandelt hat, zeigt zumindest, wenn man ihm schon Unaufrichtigkeit vorwerfen will, hohes taktisches Geschick.

    Als Euro kann ich mit McCain sehr gut leben, der Obama-Hype bzw. der ebenso krampfhafte Aufstand dagegen ist mir fremd! Allerdings was gibt es besseres, als die Wahl zwischen zwei selbstdenkenden Kandidaten zu haben? Ich bin nur froh, dass diese Riege dezidiert klerikaler und Showbiz- Kandidaten abgewatscht wurde.

  • noch eine Nachbemerkung zu den Medien. Meine mich erinnern zu können, dass 2006/7 in einigen Ländern Hillary Clinton die Rolle der nichthinterfragten Hoffungsträgerin innehatte. Ihr Scheitern in der Innenpolitik hatte damls auch niemanden gestört! Komisch nicht, wahr?!
    Jetzt haben die Amerikaner ihre Vorentscheidung getroffen, und jetzt paßt es einigen anscheinend auch wieder nicht. Mensch, hallo! Die Amis wählen ihren Präsidenten, nicht unseren!

  • Die Amerikaner waehlen ihren Praesidenten. Fuer Israel ist die Strategie der USA in der bevorstehenden Auseinandersetzung mit dem Iran aber existienziell und wie Lila sehe ich, dass Obama uns sehr gefaehrden koennte.

    Anstand ist nicht, 20 Jahre lang nichts an den Predigten von Wright auszusetzen zu haben, sondern erst zu reagieren, wenn die Presse dahinter kommt. Taktisches Geschick spreche ich Obama nicht ab! Aber das ist eher das Gegenteil von Anstand, will mir scheinen.

  • @beer7. Also ich habe zu Obama kein Vertrauen und hoffe sehr, dass die Bürger der USA diesem bei den Präsidentschaftswahlen eine klare und deutliche Abfuhr erteilen.

  • Hier eine sehr detaillierte Zusammenstellung von Hintergrundinformationen zu Obama. Die parteiische Wertung kann ohne weiteres abgezogen werden, die meisten Informationen bleiben aber ausreichend belegt und scheinen mir bedenklich.
    http://theobamafile.com/

  • Danke, wirklich sehr nützliche Informationen.

    Besonders die Sache mit dem Kommunistischen Mentor ist spannend. Falls zutreffend, so passt Obama ja ganz gut zur zeitgenössischen Politikerkaste der BRD.

  • @beerscheva
    Die Anti-Obama-Seite werde ich mir ebenso wenig genauer anschauen wie die diversen Anti-Clinton-Seiten. Du bist konservativ, ich bin liberal, trotzdem können wir uns vielleicht darauf einigen, dass man den aktuellen Fakten und Reden mehr Glaubwürdigkeit schenken sollte, als den angeblichen stichhalten Deutungen des angeblich Geschehenden. Mit etwas destruktivem Gehirnschmalz kann man wohl jede Biographie ins Unappetitliche ziehen. Es passt bloß meist nicht mit der Realität zusammen. Man könnte aufgrund einiger dieser „Beanstandungen“ auch eher mehr Respekt vor Obamas bisheriger Lebensleistung haben.
    Zur Erinnerung: Man musste Kerry nicht mögen oder wählen, aber wie seine Kriegszeit von der Bushjuniorriege in den Dreck gezogen wurde, das war unappetitlich.

    Israel ist durch den Islamismus gefährdet. Der hat seine Spielwiese, die durch den Irakkrieg ohne intensive Aufsicht ist, in Afghanistan und Pakistan. Ein geistiger Pate des Islamismus ist das Regime in Teheran. Und die haben seit dem Irakkrieg eher mehr Freiräume als sie ohne ihn hätten.
    Ein Amerika, das mit dem fernen Osten wirtschaftlich herausgefordert ist und im Orient die falschen Konflikte aussteht, ist bei Lichte betrachtet kaum ein einflussreicher Partner Israels. Und für ein Amerika, das seine eigenen Kräfte überschätzt, gilt das gleiche.
    Es wird Zeit, dass man aus dieser Situation die richtigen Schlüsse zieht. Beer, vor einigen Monaten hattest du in einer Diskussion mit mir mal einen Artikel (der Autor heißt Eitel???, meine ich mich zuerinnern) verlinkt. Ein Amerika, das nicht zwischen unangenehm und gefährlich unterscheiden kann oder will, ist für Israel ebenso wenig wünschenswert wie für Europa.

  • Flowerkraut,

    Du hattest als herorstechendes Merkmal von Obama dessen Anstand genannt. Den spreche ich ihm ab. Das bedeutet nicht, dass ich ihm gleichzeitig taktisches Geschick abspreche oder keinen Respekt vor seinen Leistungen habe. Du scheinst hier „Anstand“ sehr global zu verstehen, so als ob ich Obama daemonisieren muesste, wenn ich ihn fuer keinen Deut anstaendiger halte als andere Politiker (Clinton z.B.)

    Die Anti-Obama-Seite habe ich selber gestern erst entdeckt. Mein Einwand, dass Obama seine weisse Grossmutter als Rassistin hingestellt hat, um sich gegen den Vorwurf der jahrzehntelangen Bindung an Wright und dessen Rassismus zu verteidigen, stammt direkt aus Obamas Rede.

    Was Kerry betrifft. Er hatte nach dem Vietnamkrieg selber andere Kriegsveteranen der Kriegsverbrechen bezichtigt, siehe hier http://facultystaff.richmond.edu/~ebolt/history398/JohnKerryTestimony.html
    Dass sich einige seiner Kriegskamaraden von ihm schon 1971ihm verraten fuehlten, ist m.E. nachvollziehbar. Natuerlich hat das republikanische Lager weidlich Heu gemacht, das gehoert schliesslich zum politischen Geschaeft. Aber den Grundstein hat Kerry selber gelegt.

    Irgendwie schwingt bei Deinem Text mit, dass Du die „richtigen Schluesse“ ziehst, Lila und ich dagegen nicht?

  • „Irgendwie schwingt bei Deinem Text mit, dass Du die “richtigen Schluesse” ziehst, Lila und ich dagegen nicht?“

    Mag sein, wäre aber auch insofern nicht angebracht, als ihr beide nicht immer einer Meinung seid. Ich glaube nur, dass es für einen neuen US-Boss, wer immer das sein wird, eine gute Idee wäre einige Teile der Nahostpolitik einer ernsthaften Überprüfung zu unterziehen. Mit viel Expertenwissen und ohne „ira et studio“. Dafür sehe ich gute Chancen, wenn dir dabei unwohl ist, kann ich das sehr gut verstehen, denke/hoffe aber das dies unbegründet ist.

    Komm gut ins Wochenende!

  • Deine Sympathien für Obama in Ehren, Flowerkraut, aber für einen Liberalen sollte es doch keine höhere Tugend geben als die Skepsis. Ich kann auch nicht erkennen, dass Obamas Biographie schon dadurch durch den Dreck gezogen wird, dass man sie kritisch durchleuchtet, und da sind eben einige Dinge höchst merkwürdig (immer vorausgesetzt, dass die Fakten richtig referiert sind).

    Was soll das eigentlich heißen: „einige Teile der Nahostpolitik einer ensthaften Überprüfung zu unterziehen“, und dies in einer Weise, dass den Israelis darob „unwohl ist“???

  • Die von uralte Auffassung des State Departments, dass einfach auf Israel Druck ausgeuebt werden muesse, koennte tatsaechlich einmal ueberprueft werden. Auch die Gipfel und Verhandlungen um des Prozesses willen haben sich nicht sehr bewaehrt. Die Formel Land gegen Frieden scheint mir auch widerlegt.

    Es ist keineswegs so, dass ich die US Nahostpolitik durch die Bank gut faende, auch die der Bushregierung nicht. Ich erinnere mich an das Schreiben, das Sharon anlaesslich des Abzugs aus dem Gazastreifen erhalten hat und das heute ganz offensichtlich von den Amerikanern als etwas betrachtet wird, das keine bindende Politik enthaelt…

    Gerade wenn Lila und ich ausnahmsweise derselben Meinung sind, sollte das Dir eigentlich zu denken geben. Meinst Du nicht?!

  • Hallo Manfred,
    kannst Du bitte den Text und das Video der Obamarede direkt von den Quellen verlinken und dann diesen offtopic-Kommentar löschen, da ich meinen Blog umbaue, würde dein Verweis sonst ins Leer führen und das wäre doch schade!
    Grüße

  • Danke für den Hinweis, werde ich machen.

  • Aufgrund der aktuellen Ereignisse gehört dieser Artikel aufgrund seiner weisen Voraussicht eigentlich wieder ganz nach oben.

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