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> <channel><title>Comments on: &#8220;Demokratischer Sozialismus&#8221;</title> <atom:link href="http://korrektheiten.com/2008/03/10/demokratischer-sozialismus/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" /><link>http://korrektheiten.com/2008/03/10/demokratischer-sozialismus/</link> <description>Ich bin rechts, und das ist auch gut so!</description> <lastBuildDate>Fri, 10 Feb 2012 16:26:09 +0000</lastBuildDate> <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod> <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency> <generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator> <item><title>By: beer7</title><link>http://korrektheiten.com/2008/03/10/demokratischer-sozialismus/comment-page-1/#comment-622</link> <dc:creator>beer7</dc:creator> <pubDate>Tue, 08 Apr 2008 07:17:52 +0000</pubDate> <guid isPermaLink="false">http://korrektheiten.wordpress.com/?p=77#comment-622</guid> <description>Den Eindruck habe ich auch. Vielleicht haengt es damit zusammen, dass Konvertiten tendenziell das Beduerfnis haben von ihrer Konversion zu erzaehlen und andere zu bewegen versuchen, also einfach mehr kommunizieren als in der Wolle gefaerbte Konservative.</description> <content:encoded><![CDATA[<p>Den Eindruck habe ich auch. Vielleicht haengt es damit zusammen, dass Konvertiten tendenziell das Beduerfnis haben von ihrer Konversion zu erzaehlen und andere zu bewegen versuchen, also einfach mehr kommunizieren als in der Wolle gefaerbte Konservative.</p> ]]></content:encoded> </item> <item><title>By: Manfred</title><link>http://korrektheiten.com/2008/03/10/demokratischer-sozialismus/comment-page-1/#comment-621</link> <dc:creator>Manfred</dc:creator> <pubDate>Sun, 06 Apr 2008 00:53:13 +0000</pubDate> <guid isPermaLink="false">http://korrektheiten.wordpress.com/?p=77#comment-621</guid> <description>Hallo Peter,Mir scheint manchmal, die Ex-Linken sind im konservativen Spektrum stärker vertreten als die in der Wolle gefärbten Konservativen. Zumindest im Internet.</description> <content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Peter,</p><p>Mir scheint manchmal, die Ex-Linken sind im konservativen Spektrum stärker vertreten als die in der Wolle gefärbten Konservativen. Zumindest im Internet.</p> ]]></content:encoded> </item> <item><title>By: Peter</title><link>http://korrektheiten.com/2008/03/10/demokratischer-sozialismus/comment-page-1/#comment-620</link> <dc:creator>Peter</dc:creator> <pubDate>Sat, 05 Apr 2008 22:56:58 +0000</pubDate> <guid isPermaLink="false">http://korrektheiten.wordpress.com/?p=77#comment-620</guid> <description>100%ige, uneingeschränkte Zustimmung! Ich bin auch baff entsetzt ob dessen, was Franziska Drohsel da von sich gibt. (Im übrigen war ich in meiner Jugend gewissen Sozialutopien auch nicht abgeneigt. Heute, mit Mitte 30, bin ich davon längst &quot;geheilt&quot; und halte die linksradikalen Weltverbesserer für genauso demokratie- und freiheitsfeindlich wie ihre Pendants am anderen Ende des politischen Spektrums.)</description> <content:encoded><![CDATA[<p>100%ige, uneingeschränkte Zustimmung! Ich bin auch baff entsetzt ob dessen, was Franziska Drohsel da von sich gibt. (Im übrigen war ich in meiner Jugend gewissen Sozialutopien auch nicht abgeneigt. Heute, mit Mitte 30, bin ich davon längst &#8220;geheilt&#8221; und halte die linksradikalen Weltverbesserer für genauso demokratie- und freiheitsfeindlich wie ihre Pendants am anderen Ende des politischen Spektrums.)</p> ]]></content:encoded> </item> <item><title>By: Manfred</title><link>http://korrektheiten.com/2008/03/10/demokratischer-sozialismus/comment-page-1/#comment-619</link> <dc:creator>Manfred</dc:creator> <pubDate>Tue, 11 Mar 2008 00:26:12 +0000</pubDate> <guid isPermaLink="false">http://korrektheiten.wordpress.com/?p=77#comment-619</guid> <description>SPD/Linkspartei: Mir scheint, dass gerade die ostdeutsche Massenbasis der Linkspartei &quot;sozialdemokratischer&quot; ist, als SPD und Linkspartei wahrhaben wollen. Die SED ist zwar aus einer ZWANGSvereinigung entstanden, die Vereinigung als solche ist aber historische Tatsache. Natürlich sind viele Sozialdemokraten aus der SED oder auch gleich aus der DDR geflüchtet (sofern man sie nicht einsperrte), aber ein erheblicher Teil der SED-Mitgliedschaft hatte einen sozialdemokratischen Familien- bzw. Milieuhintergrund. Der typische ostdeutsche Basis-PDS-ler ist kein Stasi-Apologet oder Stalinist, sondern dem Habitus nach dem typischen westlichen Basis-Sozialdemokraten, soweit er aus einem traditionellen Arbeitermilieu entstammt, ziemlich ähnlich. Was die PDS natürlich nicht hat, sind diejenigen Mitgliederschichten, die im Westen erst nach dem Krieg zur SPD kamen, also Leute mit bürgerlichem oder christlichem Hintergrund (Heinemann, Eppler, Rau). Diese Milieus stehen heute hinter der Ost-SPD. Im Westen versuchen natürlich Linksradikale, die Linkspartei zu dominieren, wie sie es auch zuvor bei den Grünen versuchten, aber ich bleibe bei meiner Prognose, dass das ein Intermezzo bleiben wird.Ich glaube, dass Du Recht hast, wenn Du die Geschichtsvergessenheit, Unklarheit und Inkonsistenz des linken Diskurses einerseits mit den Traditionen des Linksradikalismus, andererseits mit dem geistigen und kulturellen Verfall der Gesamtgesellschaft in Verbindung bringst, und ich glaube, dass der Linksradikalismus zu diesem Verfall erheblich beigetragen hat. Daraus ergibt sich eine äußerst beunruhigende Schlussfolgerung, nämlich, dass linksradikale Denkmuster, also solche, die auf die Zerstörung der Gesellschaft abzielen, das Denken weiter Teile eben dieser Gesellschaft beherrschen.</description> <content:encoded><![CDATA[<p>SPD/Linkspartei: Mir scheint, dass gerade die ostdeutsche Massenbasis der Linkspartei &#8220;sozialdemokratischer&#8221; ist, als SPD und Linkspartei wahrhaben wollen. Die SED ist zwar aus einer ZWANGSvereinigung entstanden, die Vereinigung als solche ist aber historische Tatsache. Natürlich sind viele Sozialdemokraten aus der SED oder auch gleich aus der DDR geflüchtet (sofern man sie nicht einsperrte), aber ein erheblicher Teil der SED-Mitgliedschaft hatte einen sozialdemokratischen Familien- bzw. Milieuhintergrund. Der typische ostdeutsche Basis-PDS-ler ist kein Stasi-Apologet oder Stalinist, sondern dem Habitus nach dem typischen westlichen Basis-Sozialdemokraten, soweit er aus einem traditionellen Arbeitermilieu entstammt, ziemlich ähnlich. Was die PDS natürlich nicht hat, sind diejenigen Mitgliederschichten, die im Westen erst nach dem Krieg zur SPD kamen, also Leute mit bürgerlichem oder christlichem Hintergrund (Heinemann, Eppler, Rau). Diese Milieus stehen heute hinter der Ost-SPD. Im Westen versuchen natürlich Linksradikale, die Linkspartei zu dominieren, wie sie es auch zuvor bei den Grünen versuchten, aber ich bleibe bei meiner Prognose, dass das ein Intermezzo bleiben wird.</p><p>Ich glaube, dass Du Recht hast, wenn Du die Geschichtsvergessenheit, Unklarheit und Inkonsistenz des linken Diskurses einerseits mit den Traditionen des Linksradikalismus, andererseits mit dem geistigen und kulturellen Verfall der Gesamtgesellschaft in Verbindung bringst, und ich glaube, dass der Linksradikalismus zu diesem Verfall erheblich beigetragen hat. Daraus ergibt sich eine äußerst beunruhigende Schlussfolgerung, nämlich, dass linksradikale Denkmuster, also solche, die auf die Zerstörung der Gesellschaft abzielen, das Denken weiter Teile eben dieser Gesellschaft beherrschen.</p> ]]></content:encoded> </item> <item><title>By: Emmett Grogan</title><link>http://korrektheiten.com/2008/03/10/demokratischer-sozialismus/comment-page-1/#comment-618</link> <dc:creator>Emmett Grogan</dc:creator> <pubDate>Mon, 10 Mar 2008 08:24:45 +0000</pubDate> <guid isPermaLink="false">http://korrektheiten.wordpress.com/?p=77#comment-618</guid> <description>ich gebe selbstkritisch zu, dass ich zu einer Reihe analytischen Fehleinschätzungen neige, aufgrund der in der Sache falschen Übertragung politischer Konzepte der 1960ern auf die Gegenwart. Mir ist auch bewusst, dass Zorn eine natürliche Reaktion auf das skandalöse Verhalten der Ypsilanti&amp;Co ist und bin auch nicht frei davon.Dennoch kann ich deine These bez. der Bewertung von SPD und Linkspartei nicht teilen. Diese entspricht auch nicht dem Selbstverständnis von SPD und insbesondere Linkspartei. Du unterschätzt m.E. die von der westlichen Wählerbasis der SPD grundverschiedene kulturell-totalitäre Prägung der Massenbasis der Linkspartei, deren ebenso nachweisbare Tradierung beim Nachwuchs und damit letztlich den &quot;subjektiven Faktor&quot;.Auch imponiert mir das Gerede der Drohsel nicht, denn ein solches gehört zum guten Stil eines jeden Juso Vorsitzenden, insbesondere in Zeiten in denen es notwendig erscheint, durch einen sich betont links gebenden Juso Vorsitzenden Stimmen aus dem linken Lager zu erhaschen. Drohsel wird ganz klar vom Machtstreben der linksgewendeten Partei funktionalisiert.  Wenn, und das ist zu erwarten, die Herschaft Becks und damit auch die Linkswendung zu Ende gehen sollte, dann wird Drohsel einen harten Stand in der Partei haben.Drohsel würde übrigens auch auf der Stelle zum Dissidenten werden, würde es tatsächlich zum demokratischen Sozialismus kommen, denn dazu ist sie zu sehr von der Freiheit geprägt. Andere dagegen würden den Abbbau demokratischer Freiheitsrecht lautstark begrüssen, wenn es dem Ziel des kollektivistischen Versorgerstaates dient. Demokratie und Freiheit bedeuten für diese Leute, wir reden da von wissenschaftlich nachgewiesenen Millionen, keine Eigenwerte.Auch diese Leute haben nach dem Zusammenbruch des Totalitarismus wesentliche Aspekte der Methodik des linken Radikalismus übernommen. Diese Sichtweise mag verwirren, jedoch liegen ihr die jahrelange Erfahrung zugrunde, wonach eben die noch zu schildenden Methoden typischerweise bei Gruppen des linken Radikalismus einzig zu beobachten waren.Das entprechende Methodenarsenal hat sich zweischenzeitlich anscheinend sowieso im ganzen &quot;kapitalismuskritischen&quot; Lager verallgemeinert. Zu dessen konstitutiven Elementen gehören Moralisieren und Theorielosigkeit. Unter diese Begriffen würde ich treffend formulierte Absätze (Stichwort: fehlende Gesellschaftsanalyse) deiner Rede subsumieren. Im Gegensatz zu Theorie und gelebter Praxis damaliger amerikanischer anarcholibertärer Gruppen war auch der Politikbegriff des linken Radikalismus der BRD nichts anderes als ein Diskurs totaler Macht. In diesem gleicht die Funktion der Theorielosigkeit dem Immunisieren gegenüber der Kritik und in Kombination mit dem  Moralisieren wiederum kommt es zu dem von mir damals beobachteten Angriff aus einer selbst nicht angreifbaren Position heraus.Betrachten wir dazu den Diskurs der Macht am Beispiel der Wirtschaftspolitik. Man erschöpft sich in hochgradig moralisisch kontaminierten Detailbetrachtungen, bsw. über die Lohnstückkosten. Diese sind allerdings prinzipiell ausstauschbar.  Lässt sich derart ein Argument nicht aufrechterhalten, so tauscht man es einfach aus. Das die  Argumentationskette ein logisch inkonsistentes  Gesamtbild präsentiert, erschüttert die Aktivisten, gemäss dem Motto &quot;Der zweck heiligt die Mittel&quot;, nicht. Die Öffentlichkeit hinterfragt auch nicht den theoretischen Hintergrund eines gewissen Sachverständigenrats und anderer &quot;Gewerkschaftsökonomen&quot;. Auch das ist neu. Du erinnerst dich sicherlich noch an den Positivismusstreit in der Soziologie. Damals gehörte es zum guten Stil den verschämt versteckten marxistischen Hintergrund der Adorno und später dann auch Habermas zu hinterfragen. Im Gegensatz dazu machten sich die klassischen Marxisten angreifbar, da sie aus eine nachvollziehbaren und damit angreifbaren rationalen Theorie heraus argumentierten. Die Kenntnisse des Marxismus konnte man sich erarbeiten und diesen selbst kritisieren.Begünstigt wird das heutige Herangehen durch den allgemeinen Verfall der Kultur der BRD. Wie moderne Wissenschaft funktioniert und welcher Status solchen, aus meiner Sicht bereits gewalttätigen und machtlüsternen Wortungetümen, wie  &quot;soziale Gerechtigkeit&quot;, im rationalen Dialog tatsächlich zukommt, ist weitgehend unbekannt. Eine wahrheits- und wissenschaftslogisch reflektierte effektive Zurückweisung bereits der Verquickung moralischer mit Sachargumenten findet in der BRD mangels Fachkenntnisse auch nicht mehr statt.Und so kommen wir zu deinem Erstaunen über die Tatsache, dass so getan wird, als ob es den Sozialismus und seinen Zusammenbruch nie gegeben hätte. Auch hier wirkt der Verfall der Kultur der BRD recht effektiv. Die  Auseinandersetzung mit dem Totalitarismus verschwand in der zunehmend von Wohlstand geprägten müden Gesellschaft. Der antitotalitäre Konsens zerbrach. Die politische Gesellschaft entwickelte statt dessen einen jederzeit wahlwirksam funktionalisierbaren einseitigen Antifaschismus, mit dem sich die politische Elite profilieren und das antidemokratische Potenzial mühelos identifizieren kann. Du erinnerst dich an meine ersten Beiträge in deinem Blog.Allerdings kommt noch ein weiterer Aspekt in Betracht. Solange der Sozialismus real existierte, war dieser angreifbar. Durch den Zusammenbruch wurde er wieder zur Projektionsfläche infantiler Wunschträume. Auch hier kommen wieder Erinnerungen an den Machtdiskurs des linken Radikalismus hoch. Es liegt dementsprechend kein nachvollziehbares Gesamtbild vor. Von daher ist auch hier der Zustand der Unangreifbarkeit eingetreten. Auch hier wiederum wird der erwünschte Angriff, aus einer selbst nicht angreifbaren Position heraus, möglich.Das Instrumentarium dieses Politikbegriffs hat sich anscheinend in den vergangenen Jahrzehnten derart verallgemeinert, dass seine Methoden zum Arsenal aller sich kapitalismuskritisch dünkenden Kräfte gehören. Beschränkt man sich auf den Vergleich der Methoden, so lässt sich selbstverständlich die Auffassung vertreten, die Linkspartei sei keinen Deut schlimmer als die SPD selbst. Allerdings liegt da ein Verwechslung von Methoden mit Inhalten  vor.</description> <content:encoded><![CDATA[<p>ich gebe selbstkritisch zu, dass ich zu einer Reihe analytischen Fehleinschätzungen neige, aufgrund der in der Sache falschen Übertragung politischer Konzepte der 1960ern auf die Gegenwart. Mir ist auch bewusst, dass Zorn eine natürliche Reaktion auf das skandalöse Verhalten der Ypsilanti&amp;Co ist und bin auch nicht frei davon.</p><p>Dennoch kann ich deine These bez. der Bewertung von SPD und Linkspartei nicht teilen. Diese entspricht auch nicht dem Selbstverständnis von SPD und insbesondere Linkspartei. Du unterschätzt m.E. die von der westlichen Wählerbasis der SPD grundverschiedene kulturell-totalitäre Prägung der Massenbasis der Linkspartei, deren ebenso nachweisbare Tradierung beim Nachwuchs und damit letztlich den &#8220;subjektiven Faktor&#8221;.</p><p>Auch imponiert mir das Gerede der Drohsel nicht, denn ein solches gehört zum guten Stil eines jeden Juso Vorsitzenden, insbesondere in Zeiten in denen es notwendig erscheint, durch einen sich betont links gebenden Juso Vorsitzenden Stimmen aus dem linken Lager zu erhaschen. Drohsel wird ganz klar vom Machtstreben der linksgewendeten Partei funktionalisiert.  Wenn, und das ist zu erwarten, die Herschaft Becks und damit auch die Linkswendung zu Ende gehen sollte, dann wird Drohsel einen harten Stand in der Partei haben.</p><p>Drohsel würde übrigens auch auf der Stelle zum Dissidenten werden, würde es tatsächlich zum demokratischen Sozialismus kommen, denn dazu ist sie zu sehr von der Freiheit geprägt. Andere dagegen würden den Abbbau demokratischer Freiheitsrecht lautstark begrüssen, wenn es dem Ziel des kollektivistischen Versorgerstaates dient. Demokratie und Freiheit bedeuten für diese Leute, wir reden da von wissenschaftlich nachgewiesenen Millionen, keine Eigenwerte.</p><p>Auch diese Leute haben nach dem Zusammenbruch des Totalitarismus wesentliche Aspekte der Methodik des linken Radikalismus übernommen. Diese Sichtweise mag verwirren, jedoch liegen ihr die jahrelange Erfahrung zugrunde, wonach eben die noch zu schildenden Methoden typischerweise bei Gruppen des linken Radikalismus einzig zu beobachten waren.</p><p>Das entprechende Methodenarsenal hat sich zweischenzeitlich anscheinend sowieso im ganzen &#8220;kapitalismuskritischen&#8221; Lager verallgemeinert. Zu dessen konstitutiven Elementen gehören Moralisieren und Theorielosigkeit. Unter diese Begriffen würde ich treffend formulierte Absätze (Stichwort: fehlende Gesellschaftsanalyse) deiner Rede subsumieren. Im Gegensatz zu Theorie und gelebter Praxis damaliger amerikanischer anarcholibertärer Gruppen war auch der Politikbegriff des linken Radikalismus der BRD nichts anderes als ein Diskurs totaler Macht. In diesem gleicht die Funktion der Theorielosigkeit dem Immunisieren gegenüber der Kritik und in Kombination mit dem  Moralisieren wiederum kommt es zu dem von mir damals beobachteten Angriff aus einer selbst nicht angreifbaren Position heraus.</p><p>Betrachten wir dazu den Diskurs der Macht am Beispiel der Wirtschaftspolitik. Man erschöpft sich in hochgradig moralisisch kontaminierten Detailbetrachtungen, bsw. über die Lohnstückkosten. Diese sind allerdings prinzipiell ausstauschbar.  Lässt sich derart ein Argument nicht aufrechterhalten, so tauscht man es einfach aus. Das die  Argumentationskette ein logisch inkonsistentes  Gesamtbild präsentiert, erschüttert die Aktivisten, gemäss dem Motto &#8220;Der zweck heiligt die Mittel&#8221;, nicht. Die Öffentlichkeit hinterfragt auch nicht den theoretischen Hintergrund eines gewissen Sachverständigenrats und anderer &#8220;Gewerkschaftsökonomen&#8221;. Auch das ist neu. Du erinnerst dich sicherlich noch an den Positivismusstreit in der Soziologie. Damals gehörte es zum guten Stil den verschämt versteckten marxistischen Hintergrund der Adorno und später dann auch Habermas zu hinterfragen. Im Gegensatz dazu machten sich die klassischen Marxisten angreifbar, da sie aus eine nachvollziehbaren und damit angreifbaren rationalen Theorie heraus argumentierten. Die Kenntnisse des Marxismus konnte man sich erarbeiten und diesen selbst kritisieren.</p><p>Begünstigt wird das heutige Herangehen durch den allgemeinen Verfall der Kultur der BRD. Wie moderne Wissenschaft funktioniert und welcher Status solchen, aus meiner Sicht bereits gewalttätigen und machtlüsternen Wortungetümen, wie  &#8220;soziale Gerechtigkeit&#8221;, im rationalen Dialog tatsächlich zukommt, ist weitgehend unbekannt. Eine wahrheits- und wissenschaftslogisch reflektierte effektive Zurückweisung bereits der Verquickung moralischer mit Sachargumenten findet in der BRD mangels Fachkenntnisse auch nicht mehr statt.</p><p>Und so kommen wir zu deinem Erstaunen über die Tatsache, dass so getan wird, als ob es den Sozialismus und seinen Zusammenbruch nie gegeben hätte. Auch hier wirkt der Verfall der Kultur der BRD recht effektiv. Die  Auseinandersetzung mit dem Totalitarismus verschwand in der zunehmend von Wohlstand geprägten müden Gesellschaft. Der antitotalitäre Konsens zerbrach. Die politische Gesellschaft entwickelte statt dessen einen jederzeit wahlwirksam funktionalisierbaren einseitigen Antifaschismus, mit dem sich die politische Elite profilieren und das antidemokratische Potenzial mühelos identifizieren kann. Du erinnerst dich an meine ersten Beiträge in deinem Blog.</p><p>Allerdings kommt noch ein weiterer Aspekt in Betracht. Solange der Sozialismus real existierte, war dieser angreifbar. Durch den Zusammenbruch wurde er wieder zur Projektionsfläche infantiler Wunschträume. Auch hier kommen wieder Erinnerungen an den Machtdiskurs des linken Radikalismus hoch. Es liegt dementsprechend kein nachvollziehbares Gesamtbild vor. Von daher ist auch hier der Zustand der Unangreifbarkeit eingetreten. Auch hier wiederum wird der erwünschte Angriff, aus einer selbst nicht angreifbaren Position heraus, möglich.</p><p>Das Instrumentarium dieses Politikbegriffs hat sich anscheinend in den vergangenen Jahrzehnten derart verallgemeinert, dass seine Methoden zum Arsenal aller sich kapitalismuskritisch dünkenden Kräfte gehören. Beschränkt man sich auf den Vergleich der Methoden, so lässt sich selbstverständlich die Auffassung vertreten, die Linkspartei sei keinen Deut schlimmer als die SPD selbst. Allerdings liegt da ein Verwechslung von Methoden mit Inhalten  vor.</p> ]]></content:encoded> </item> </channel> </rss>
