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04.10.2007 – internationale Solidaritätsaktion für Menschenrechte in Burma

Noch eine Anmerkung vom Sprachfanatiker: Wir alle, die wir früher Chemnitz “Karl-Marx-Stadt” genannt haben, sollten uns schämen, dass wir über dieses Stöckchen gesprungen sind, das kommunistische Machthaber uns hingehalten haben. Die Umbenennung von Städten und ganzen Ländern gehört zu den Mitteln, mit denen totalitäre Tyrannen ihre Macht demonstrieren, Geschichte auszulöschen. Wenn wir schon für unterdrückte Völker oft nicht mehr tun können, als ihnen die Daumen zu drücken, so müssen wir wenigstens nicht die Sprache ihrer Unterdrücker sprechen. Burma kann man auch Birma nennen – aber niemals Myanmar!

2 Kommentare zu „04.10.2007 – internationale Solidaritätsaktion für Menschenrechte in Burma“

  • Ich denke der gute Wille verleitet Dich verfrüht mit der Faust in den Wind zu schlagen! ;)

    Wie die Bevölkerung Myanmars/Burmas/Birmas ihr Land nennt ist m.E. deren Sache, solange die Namenswahl nicht dazu nutzt die diversen ethnischen Minderheiten massiv zu unterdrücken.

    Wichtiger ist das:

    Global day of action on Burma planned for 6 October
    Oct 4, 2007 (DVB)–Supporters of Burmese protestors from around the world are planning a global day of protests on 6 October to raise awareness of the situation in Burma and call for international action.
    Demonstrations are already planned in many major cities in Asia, Europe, Africa and the Americas, and organisers hope that more locations will be added. Most of the protests are set to start at 12 noon (local time).
    Johnny Chatterton, one of the organisers of the event, told DVB that the call for an international day of support came from online communities of sympathisers.
    “I think as soon as something started happening in Burma people across the world wanted to unite together to show that the world condemns the actions of the Burmese military,” he said.
    Burma-focused NGOs had also been planning for an international solidarity event, and groups such as Burma Campaign UK and Amnesty International have been closely involved in coordinating preparations for the day.
    Mr Chatterton urged people to attend local demonstrations on 6 October, which organisers hope will keep the attention of the media and the international community focused on Burma.
    “I hope the demonstrations will show that the eyes of the world are still on Burma and that the world still cares about the protestors,” he said.
    Solidarity demonstrations have been staged in many countries already following the Burmese government’s brutal crackdown on mass protests in the country.
    Reporting by Siân Thomas

    Du bist doch Berliner, da passiert bestimmt etwas

    und

    http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/210b31aa146ed695c125682b003a7b54/1fd717c2c17f8fedc12573630059a744?OpenDocument

    und nicht nur jetzt, sondern auch nächsten Monat, nächstes Jahr usw. (solange sich nichts ändert)

  • Manfred:

    Vielen Dank für die Verknüpfung zu Amnesty, ich mach mich gleich an die Arbeit, und für den Hinweis auf die Demos. (Sonst gehöre ich immer zu den Leuten, die davon erst erfahren, wenn alle Messen gelesen sind.)

    Zu Deiner Eingangsbemerkung aber folgendes: Burma ist erst 1989 umbenannt worden, und zwar par ordre du mufti, nicht etwa, weil das Volk das verlangt hätte – jedenfalls wüsste ich davon nichts. Und es geht hier nicht um einen der Fälle, wo eine solche Umbenennung zwingend gewesen wäre, weil der Name selbst eine Verherrlichung des Kolonialismus gewesen wäre (Dass die Kongolesen keine Stadt namens “Leopoldville” dulden wollen, leuchtet mir natürlich ebenso ein wie der Wunsch der Zimbabwer, nicht in einem Land zu leben, das nach dem Imperialisten Cecil Rhodes benannt worden ist.) Nein, das war eine diktatorische Machtdemonstration. Sich der zu beugen, indem man sie in den eigenen Sprachgebrauch übernimmt, ist “political correctness” der üblen Sorte: Nur ja keine Drittweltpotentaten kritisieren, das könnte ja irgendwie imperialistisch oder rassistisch sein. Wenn eine demokratisches Burma eines Tages beschließt, auch weiterhin “Myanmar” heißen zu wollen, dann werde auch ich es so nennen, aber erst dann.

    (Dass dieser Aspekt im Zusammenhang mit den gegenwärtigen Auseinandersetzungen in Burma höchst nebensächlich ist, weiß ich auch. Nenn mich meinetwegen einen Don Quichotte; aber mich wird nichts von der Überzeugung abbringen, dass der Einbruch des Totalitären dort beginnt, wo die Sprache manipuliert wird.)

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    Die FAZ kommentiert das Buch des pakistanischen Journalisten und Historikers Ahmed Rashid "Sturz ins Chaos: Afghanistan, Pakistan und die Rückkehr der Taliban", es sei

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    Nach der Lektüre von Rashids neuem Buch kann man viele intellektuelle Platzhalter, etwa die Phrase vom gemeinsamen Kampf gegen den Terror, nicht nur nicht mehr hören, man kann sie vor allem nicht mehr glauben: Terror in diesen Dimensionen gibt es ohne die Unterstützung durch Staaten nicht. So wie die jüngsten Forschungen zum Linksterrorismus der siebziger und achtziger Jahre die entscheidende Rolle östlicher Geheimdienste für Logistik, Finanzierung und Rekrutierung von Terroristen betonen, so macht auch Rashid klar, dass die Taliban ohne den pakistanischen Geheimdienst ISI nie diese seit 2006 zu beobachtende Renaissance erfahren hätten.

    Wenn wir also die Sicherheit Deutschlands am Hindukusch verteidigen, tun wir das mit einem Partner, der ein starkes Interesse daran hat, unser Gefühl der Unsicherheit fortbestehen und zur Panik anschwellen zu lassen. Denn so bleibt der pakistanische Geheimdienst immer gefragt, wie ein Club pyromanischer Feuerwehrleute."

    [Zur FAZ-Rezension hier klicken!]

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